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Thema: [SW] A Clash of Friends

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    Systemlord Avatar von Toth
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    Standard [SW] A Clash of Friends

    Titel: A Clash of Friends
    Autor: Toth
    Fandom: Star Wars (The Clone Wars)
    Genre: Character Death
    Charaktere: Anakin, Ahsoka, Rex
    Rating/Warnings: PG-13
    Staffel/Spoiler: Spekulatives Ende
    Anmerkung des Autors: Clone Wars mag zwar für ein jüngeres Publikum angepasst sein, doch ich kam als Star Wars Fan nicht umhin, einige Episoden zu sehen und eine zunehmende Düsternis und Brutalität in den jüngsten Staffeln zu bemerken. Dann wurde ich ein Bild nicht mehr los, welches ein alles andere als jugendfreies Ende vorsah, aber ein in meinen Augen würdiges. Daher musste ich dieses einfach niederschreiben und gab mir alle Mühe, jede Emotion einzufangen.
    Kurzinhalt:
    Die Galaxis in der Krise. Der Plan des finsteren Lords der Sith ist aufgegangen, der designierte Imperator hält sein Reich im Würgegriff. Derweil sind seine loyalen Sturmtruppen ausgeschwärmt, in den entlegensten Winkeln des Outer Rims die letzten versprengten Jedi zu jagen und zu töten. Das Leid, welches sie vielerorts auslösen, scheint keine Grenzen zu kennen…



    3266

    Vorsichtig tasteten sie sich von Häuserzeile zu Häuserzeile, immer auf der Hut vor dem, was auch immer kommen möge. CT-0576-3595 und CT-0576-3266 waren schon in vielen Einsätzen, doch keiner war schwieriger als dieser. Nicht nur, weil sie einen Jedi suchten, was immer furchtbare Verluste bedeutete, es war dieser ganz besondere Jedi.

    Sie hörten Geschichten von älteren Kameraden, die schon während der Klonkriege der 501sten angehörten. Diese berichteten von den Kämpfen, Seite an Seite mit diesem Lichtschwertschwinger, von einem fast schon freundschaftlichen Verhältnis. CT-0576-3595 machte sich nichts draus, für ihn stand fest, dass sie nur menschenähnliches Kanonenfutter in den Augen der Jedi darstellten, doch besonders Captain Rex betonte immer wieder, wie sehr ihn der Verrat dieser Leute getroffen hat, als er die Nachricht erhielt.

    Nun jedenfalls streiften sie durch die winzige Ortschaft, durchsuchten jedes Haus, jede Ritze, nur um diesem Tipp eines zwielichtigen Spitzels nachzugehen. Die Sturmtruppen überraschten oftmals harmlose Familien, die entsetzt zusehen mussten, wie sie deren Wohnung umräumen, doch vielerorts waren sie verlassen.

    „Vielleicht kommen wir zu spät…“, brummte CT-0576-3266, als sie wieder auf die staubige Straße traten.
    „Vielleicht, vielleicht auch nicht. Kann sein, dass wir noch einige Zungen lockern müssen, um an sie heranzukommen.“
    „Nicht so hastig, noch haben wir die Spur nicht verloren.“, er war über die letzte Äußerung seines Bruders verärgert, äußerte sich aber nicht weiter dazu.

    Viele ältere, wie auch CT-0576-3266, besaßen noch eine fast naive Auffassung über ihre Rolle im neuen Imperium. Sie sahen ihre Pflicht eher darin, dem Volk zu dienen, als der Person an der Spitze, doch die Ausbildung der neusten Generation schien offenen Fanatismus zu bevorzugen.

    „Nächstes Haus, gleiches Spiel!“, seufzte er und trat die Tür einer kleinen, baufälligen Lehmhütte ein.

    Drinnen erwartete sie ein Anblick der Jämmerlichkeit. Es gab nur einen großen Hauptraum, mit einem geborstenen quadratischen Holztisch in der Mitte, dieser war bedeckt mit losen Blättern aus Büchern und Notizblöcken, und zeugte somit von einer Benutzung weit über dessen Todeszeitpunkt hinaus, sowie dreckigen Tellern von längst vergessenen Malzeiten. Auch die Wände wurden von eher von Bücherregalen gestützt, als umgekehrt.

    CT-0576-3266 marschierte schnurstracks vorbei an dem alten Togruta, der, einem Herzinfarkt nahe, mitten im Raum stand, nach hinten und wollte die Räume durchsuchen, die sich dort anschlossen. CT-0576-3595 hingegen blieb dort und hob jeden Teppich. Nach einem kurzen Überblick über Bad und Küche kehrte der ältere Klon jedoch wieder zum Hauptraum zurück, aufgeschreckt durch ein Scheppern. Der Geduldsfaden seines jüngeren Bruders war ganz offensichtlich gerissen, er hob die schmächtige, wimmernde Gestalt mit einer Hand am Hals in die Höhe:

    „Du Kröte sagst mir jetzt gefälligst wo der Jedi ist!“, blaffte er blechern unter seinem Helm.

    Der alte Mann brabbelte irgendetwas völlig verängstigt, aber CT-0576-3266 verstand es von seinem Standort aus nicht. CT-0576-3595 schon, ihm schien das gar nicht zu gefallen, er hob den Mann noch höher, welcher bereits verzweifelt nach Luft japste. Dabei hielt er ihm seinen Blaster so bedrohlich wie irgend möglich ans Kinn. Der Mann sagte nichts mehr, 3595 kochte vor Wut. 3266 hatte keine andere Wahl, er musste einschreiten, bevor noch irgendein Unfall geschah:

    „Lass den Mann los, das hat doch keinen…“, ihm blieb das Wort im Hals stecken.

    So radikal die Methoden des jüngeren Klons auch war, er… schien das richtige Gefühl in dem Alten gehabt zu haben. Eines der schäbigen Regale klappte im Moment der größten Bedrohung des Mannes zur Seite und gab den Weg zu einer kleinen Geheimkammer frei. Der Kammer und dem jungen Mädchen darin…

    Da 3266 keinen Grund für den Alten sah, seine Enkelin hier zu verstecken, musste sie einfach der gesuchte Jedi sein. Die junge Togruta war vielleicht 17 Jahre alt, doch als sie ihre zwei Lichtschwerter aktivierte und auf 3595 zumarschierte, blieb 3266 das Herz stehen. Sie standen hier in einem engen Raum, zu zweit gegen einen Jedi. Sie hatten keine Chance, weshalb der erfahrene ältere Klon sofort Richtung Tür hetzte und dabei sein Funkgerät aktivierte:

    „Wir haben sie!“, brüllte er, was mit einem Schwall aus Bestätigungsmeldungen beantwortet wurde.

    Dann jedoch ging alles ganz schnell. 3595 ließ den alten Mann los, machte jedoch keine Anstalten zum Rückzug. Er hob den Blaster und schoss, was sein Schicksal besiegelte. Nur in einem Bruchteil einer Sekunde später, taumelte er bereits getroffen von einem seinem eigenen, reflektierten Geschoss.

    Noch bevor er den Boden berührte, wurde er von 3266 passiert, der nun zum rettenden Ausgang rannte. Sein Blick wanderte dabei nach hinten. Die Jedi hatte dasselbe Ziel. Und sie war schneller, wesentlich schneller. Als er nur noch die grüne Klinge nahen sah, wusste er, dass es aus war.


    Ahsoka

    Wenige Augenblicke später trat Ahsoka nach draußen. Sie verfluchte sich dafür, dass sie die ansässige Bevölkerung, die sie so herzlich empfangen hat, durch ihr zu langes Bleiben in Gefahr gebracht hatte. Sie hätte weiter ziehen müssen, weiter Kontakt zu anderen Jedi, zu Obi-Wan und Anakin suchen müssen. Aber die letzten Monate waren viel zu chaotisch dafür gewesen.

    Sie war auf ihrem ersten eigenen Einsatz auf einem Planeten tief im Outer Rim, bis… wie es so vielen geschah… ihre Klone das Feuer auf sie eröffneten. Sie schaffte es gerade noch mit dem Leben davon zu kommen, stahl einen republikanischen Transporter, tauschte ihn gegen etwas weniger auffälliges ein und verschwand. Zunächst dachte sie über die Rückkehr nach Coruscant nach, wollte diesen selbsternannten Imperator für das Massaker an den Jedi büßen lassen, besann sich dann aber wieder auf die Lehren ihres Meisters.

    Sie sollte sich nicht selbst überschätzen, das wäre Selbstmord gewesen. Sie versuchte, andere Jedi zu suchen, ohne aber sich selbst an das Imperium zu verraten. Es war eine düstere Zeit, bis sie eines Tages auf ihren Heimatplaneten Shili zurückkehrte. Sie kam bei diesem warmherzigen Mann namens Oshak unter, der, wie er zumindest standhaft behauptete, der Großvater eines kleinen Mädchens war, welches einst vom Jedi-Meister Plo Koon zur Ausbildung mitgenommen wurde.

    Er kümmerte sich so reizend um sie, dass sie für einige Wochen ganz vergaß, in welcher Situation sich die Galaxis nun befand. Zumindest, bis sie an diesem grauenhaften Morgen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde: Die Sturmtruppen kamen angerückt, aufgescheucht, weil sie in ihrer Arglosigkeit von einem misstrauischen Ratsherren des Dorfes gesehen wurde, wie sie in das Haus Oshaks ging. So praktisch die Abgelegenheit dieses Dörfchens war, es fiel schon auf, wenn eine völlig fremde aufkreuzt und sich bei einem alten Mann ohne Familie einquartierte. Sie hätte schon abreisen müssen, als er Oshak nach ihr ausfragte…

    Dann waren sie hier, griffen Oshak an und sie musste eingreifen. Jetzt war Flucht die einzige Hoffnung, vielleicht schaffte sie es ja bis zu ihrem Schiff draußen in der Wüste. Aber kaum hatte sie die Türschwelle passiert, stand sie umringt von zwei Dutzend Sturmtruppen, jeder mit seinem Blastergewehr im Anschlag.

    Sie dachte erneut an ihre Ausbildung, an all die Lektionen im Lichtschwertkampf, die Anakin ihr einbläute. Sie atmete tief ein und konzentrierte sich. Sie kannte keine Angst gegenüber diesen Feinden, sie waren nur Klone. Und doch wunderte sie sich, warum die Bluthunde des Imperators zögerten.


    Rex

    Sie zögerten, weil ihr Kommandant zögerte. CC-7567 kannte sie gut. Während der Klonkriege trug er den Spitznamen „Rex“ und kämpfte mehr als ein Mal an der Seite von General Skywalker und seinem Padawan. Da war sie nun, mit ihren zwei Lichtschwertern, gelb und grün, stand sie umzingelt vor ihnen, ihr Körper versteift in der Eröffnungsposition ihres Kampfstils. Er wusste, dass sie kein einfacher Gegner sein würde, doch das war nicht der Grund seines Zögerns.

    Trotz aller Jedi, die seit der schockierenden Anordnung 66 gefallen waren, vor allem durch die 501ste gefallen waren… Erst in dem Augenblick, als sie auf Ahsoka, diesen vor Lebensfreude sprühenden Padawan, die sie stets mit Respekt behandelte, stießen, zweifelte er zum ersten Mal. Sie konnte doch nicht wirklich etwas mit dem Verrat an der Republik zu tun haben, nicht sie.

    Aber er konnte, er durfte sich diesen Gedanken nicht leisten. Sie hatten ihre Befehle. Rex schloss die Augen. Er konnte nicht in die ihren schauen, wenn es begann. Der Klon biss sich auf die Lippe, bevor er den Mund für den Feuerbefehl öffnete.

    „Halt!“

    Das war nicht er. Als Rex seine Augen öffnete, spürte er einen Schatten über sich, der ihn überragte. Er war erleichtert wie nie, diesen düsteren neuen General zu sehen, der nun an ihm vorbei schritt. Rex senkte die Waffe und dankte ihm still.


    Vader

    „Ziehen sie sich zurück, dies ist allein meine Angelegenheit!“, befahl der Lord der Sith mit verzerrter Stimme.

    Als die Sturmtruppen abrückten, bemerkte Anakin, dass sich Ahsokas Verteidigungshaltung in keinster Weise änderte. Dennoch spürte er, dass sie innerlich bebte.

    „Ich… weiß wer ihr seid!“, fauchte sie, als wäre sie ein verletztes Raubtier.

    Diese Worte waren wie ein Schlag in die Magengrube für Anakin. Sie konnte doch nicht etwa… Was könnte ihn verraten haben?

    „Ihr…“, begann er.
    „… ihr seid Darth Vader! Ihr seid das elende Monster, das das Massaker im Jedi-Tempel errichtet hat!“, unterbrach sie ihn.

    Erleichterung breitete sich in Anakin aus, ein wohliges Gefühl, welches er schon lange nicht mehr verspürt hatte. Umso eingehender musterte er seinen alten Padawan. Sie funkelte ihn weiterhin angriffslustig an, bereit, ihn jederzeit anzufallen.

    So hatte er sich dieses Widersehen ganz und gar nicht vorgestellt. In der schrecklichen Zeit nach dem Verrat der Jedi, die ihm nun wie ein schrecklicher Albtraum vorkam, hatte er makabere Hoffnungen gehabt, sie wäre von ihren Klonen überwältigt worden und sie würden nie mehr aufeinander treffen. Dann jedoch kam die Nachricht, dass sie ihr halbes Bataillon bei der Flucht ausgelöscht hat.

    Erst schmunzelte er, dass er Ahsoka wohl doch ganz gut ausgebildet hat, doch dann wurde ihm bewusst, dass dann der Moment eines Widersehens unausweichlich wäre. Entweder, weil sie in ihrem Eifer nach Coruscant geflogen wäre, um den Kopf von Palpatine zu holen, oder… durch die eindeutige Beschreibung eines Spitzels, der ihn hergeführt hatte.

    Ihm ging seither immer wieder durch den Kopf, was er zu ihr sagen würde, ob er sich zu erkennen geben würde oder schließlich doch nur so tut, als wäre Ahsoka nur ein weiterer Jedi, den es auszulöschen galt. Tatsache war, er wusste es immer noch nicht.

    „Hat euch wohl die Sprache verschlagen, was?“, forderte sie ihn heraus.

    Anakin erkannte, dass die Zeit der Flucht ihre Spuren an der Kleinen hinterlassen hat. Sie sah arg mitgenommen und unterernährt aus. Sofort versuchte er dieses unschöne Gefühl der Sorge zu verdrängen. Stattdessen konzentrierte er sich auf ihren Spott. Der Sith in ihm drängte, ihr eine kleine Lektion als Dank für die Respektlosigkeit zu erteilen. Vader zückte sein Lichtschwert.

    „Zeig mir, was du gelernt hast, junger Padawan!“, befahl er zwischen zwei schweren Atemzügen.

    Ahsoka stutzte, verdrängte aber scheinbar jeden Argwohn, so sehr wurde sie mittlerweile von ihrer Ungeduld überrannt. Sie stürmte auf Vader zu und hämmerte mit ihren Lichtschwertern auf das seine ein. Dieser hatte kaum Mühe zu parieren. So sehr er seinen Anzug auch verabscheute, so sehr er ihm zu bleiern und träge vorkam, mittlerweile hatte Anakin den Dreh raus, die massive Stärke seiner neuen Arme einzusetzen.

    Sein alter Padawan versuchte ihn mit vielen schnellen Schlägen von unterschiedlichen Seiten aus dem Rhythmus zu bringen, aber er brauchte sie nur etwas härter zu parieren, um wiederum sie in die Knie zu zwingen. Zudem kannte er jede ihrer Schwächen.

    „Schlampige Technik, dir wurde besseres beigebracht!“, kommentierte er, sie schlug weiter zu.
    „Deine linke Abwehr ist zu niedrig, sieh, wie leicht ich dich dort treffen kann.“, er schlug ihr fast das linke Lichtschwert aus der Hand, wonach sie erstaunt zurückwich.

    Sie wusste wohl nicht, wie sie auf diesen Rat Vaders zu reagieren hatte. Dann jedoch stürmte sie erneut voran, zu Anakins Befriedigung mit höherer linker Deckung. Er parierte weiter, analysierte weiter.

    „Dein rechter Schwertarm ist zu wenig da, warum hast du zwei Schwerter, wenn du doch nur eines nutzt! Vergesse nicht deine Ausbildung im Jar'Kai!“

    Das war zu viel des Guten für Ahsoka. Sie wich erneut zurück, diesmal mit drohend erhobenem Lichtschwert, nur brauchte sie jetzt Zeit, um ihre Gedanken zu sammeln.

    „Hört endlich auf, mich zu verspotten!“, sprach sie unsicher.
    „Ich spotte nicht.“, verteidigte sich Vader gelassen, „Es ist nur… Du versuchst es nicht einmal. Du musst mich auch wirklich vernichten wollen! Setze deinen Hass ein, nur so hast du Zugang zu nie dagewesener Stärke!“, belehrte er sie.

    Entsetzt musterte Ahsoka den Sith-Lord, als wolle sie sagen, sie könne auf Ratschläge solcher Art durchaus verzichten. Anakin erkannte nun, dass er sie tiefer, als eigentlich beabsichtigt, verletzt hatte. Er verfluchte sich für diese Spielereien. Was dachte er, würde er hier tun? Er kam, um einen Jedi zu töten und gab diesem stattdessen Lehrstunden! War das irgendein klägliches Verlangen, seinen Padawan ebenfalls für die dunkle Seite zu gewinnen, um sich endlich öffnen zu können?

    Blödsinn, dachte Anakin, Ahsoka wusste, dass sie keine Chance gegen den Sith haben würde und doch war sie zu stur, um aufzugeben. Ebenso war sie zu stur, um den Pfad der Jedi verlassen zu können. Noch während er so in Gedanken versunken war, stürmte sie erneut auf ihn ein. Im selben Augenblick wurde Anakin von einem tiefen Gefühl der Hoffnungslosigkeit übermannt:

    All seine Taten der letzten Monate brachten ihn unaufhaltsam zu diesem Punkt. Er war der dunklen Seite verfallen, beging in dessen Namen unvorstellbare Verbrechen und brauchte nun auf keine Art von Verständnis, gar Vergebung zu hoffen. Anakin war tot, es gab nur noch Vader. Mit diesem Gedanken erwiderte er Ahsokas Angriff mit einem aggressiven Konter.

    Sein Schwert prallte gegen ihr linkes und er ließ die Klinge den ganzen Weg bis zu ihrem Schwertgriff schleifen. Mit einem lauten Knall gab es seinen Geist auf, als er den Stabilisatorring abhieb. Eigentlich wollte sein alter Padawan die Situation nutzen und ließ ihr rechtes Schwert gegen seine Schulter sinken, nur war er schneller.

    Seine linke Hand ergriff ihren Unterarm und quetschte ihn mit der unmenschlichen Kraft eines Cyborgs zusammen. Etwa eine Sekunde, eine Ewigkeit, verharrten sie in diesem Zustand. Beide wussten, dass es nun vorbei war. Es gab nur noch eines zu tun…

    Vader vernahm das ihm nur zu gut vertraute Geräusch von verdampfendem Fleisch, als die rote Klinge durch die Brust Ahsokas stach. Sie zitterte, ließ ihre noch erhobene Klinge fallen. Anakin hatte diesen Augenblick schon oft erleben müssen, wann immer einem seiner Kontrahenten die Lebensgeister entwichen. Doch aus mehr als einem Grund war dies anders.

    Mit einem leisen Surren verschwand nun die rote Klinge, bevor ihm der Griff aus der Hand glitt. Als ihre Knie nachgaben, wurde sie zu ihrer Überraschung von Anakin aufgefangen. Dessen Atemzüge wurden schwerer und schwerer.

    „Es…“, flüsterte er, einen harten Kampf mit sich führend, „Es tut mir leid… Es hätte nicht so weit kommen sollen… Snips…“

    Er spürte, wie sie innerlich zusammenbrach.

    „Nein…“, schluchzte sie kraftlos, „… das kann nicht…“

    Viele Antworten gingen Anakin durch den Kopf, doch alle hätten sie nur noch mehr verletzt. Er beließ es beim Gesagten und drückte sie an sich. So verstarb der Padawan Ahsoka Tano in der Umarmung ihres Meisters, eine letzte Träne vergießend.


    Vader

    Anakin wusste nicht, wie lange er ihren leblosen Leib hielt, jedenfalls war es zu lange.

    „Alles in Ordnung, Sir?“, fragte Rex in seinem Rücken.

    Der Klon war zurückgekehrt, um nach dem Rechten zu sehen. Anakin fühlte sich ertappt, wagte es aber noch nicht, seinen Padawan zu Boden sinken zu lassen.

    „Kehren sie zum Schiff zurück, Captain.“, sprach er mäßig gefasst, „Berichten sie dem Imperator, dass unsere Mission erfolgreich war.“
    „Verstanden.“, erwiderte der Soldat, machte aber keine Anstalten zu gehen.
    „Geben sie mir noch etwas Zeit. Ich komme nach.“, fügte Anakin rasch hinzu.

    Und als er die Anwesenheit von Rex nicht mehr spürte, legte er den Leib Ahsokas vorsichtig zu Boden. Er schloss ihre Augen und arrangierte ihre Arme und Beine in einer würdigen Haltung. Als er sie dann vor sich betrachtete, schien sie nur zu schlafen. Als würde sie im nächsten Moment aufwachen und sich entnervt beschweren, dass er gefälligst nicht so über ihren Schlaf wachen solle. Bitter stellte er fest, dass es nicht dazu kommen werde.

    Dann jedoch spürte er eine Anwesenheit, die er wohl die ganze Zeit ignoriert haben musste. Er blickte zu Seite, zu der Hütte, wo sich Ahsoka die ganze Zeit versteckt hielt. Ein alter Togruta stand im Türrahmen und beobachtete Vader mit trauriger Miene. Anakin fragte sich, wie lange er schon dort ausharrte.

    „Sie verdient eine anständige Bestattung!“, rief der dunkle Lord kühl, bevor er sich auf den Rückweg machte.

    Mit jedem Schritt fasste er sich mehr, hob seinen Blick und versuchte das Vergangene als vergangen anzusehen.

    „Anakin ist tot.“, flüsterte Vader zerrüttet.

    Vielleicht würde er es irgendwann auch selbst glauben. Vielleicht.


    Ende
    Geändert von Toth (18.03.2012 um 22:11 Uhr)

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