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Thema: Atlantis Songbook(Teleia/Chevron88000)

  1. #1
    Brigadier General Avatar von Teleia
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    Standard Atlantis Songbook(Teleia/Chevron88000)

    Hallo ihr Lieben!

    Titel: Atlantis Songbook
    Autor: Teleia/Chevy(auch Betaleser)
    Charaktere: SGA, SG-1(je nachdem, wo wir uns gerade befinden), von uns erfundene Charektere.
    Disclaimer: Diese FF wurde nur zum Spaß geschrieben, wir wollen damit kein Geld verdienen. Uns gehört nichts, nur unsere erfundenen Charaktere und Storylines. Stargate gehört MGM, die Songtexte den jeweiligen Bands.

    Author´s Note:
    Das hier ist eine kleine Beschäftigungstherapie von mir. Ursprünglich wollte ich sie gar nicht posten, aber den Leuten die sie bis jetzt gelesen haben, haben sie so gut gefallen, dass ich sie euch nicht vorenthalten wollte.

    Dazu muss ich sagen, dass nicht alle Idee von mir sind. Sie stammen teilweise von meinem Freund und funktionieren als Fortsetzung seiner Story Shadow Of The Day

    Da er im Moment nicht zum schreiben kommt, aber möchte, dass es weitergeht, habe ich seine Ideen gesammelt und kurze Geschichten daraus gebastelt. In jedem kommt ein Songtext vor, der zur Story passt, bzw. irgendwie als Inspiration gedient hat. Deshalb auch der Titel, man hätte es auch die Abenteuer von Lt. Danny Kays nennen können, aber das klingt nicht gut.

    Hier geht es in unregelmäßigen Abständen weiter, je nachdem wie mich/bzw. Chevy die Muse küsst.

    Wer die Lieder zu den Texten hören möchte, kann sich gerne bei mir melden!

    Ich hoffe unsere kleinen Geschichten gefallen euch!

    Inhalt:
    1. Shadow of the Day (Link siehe oben)
    2. Valentine´s Day
    3. Leave out all the rest
    4. Hands Held High

    Valentine´s Day

    Rot…
    Immer noch.

    Genervt fing er an, mit den Fingern auf dem Lenkrad zu Trommeln. Erst einfach nur so, dann zusammen mit dem Schlagzeug des Songs, der gerade im Radio lief. Er nahm eine Hand vom Leder und drehte die Lautstärke nach oben.

    Vor ihm folg ein rosa Herz vorbei. Danny grinste und sah auf das kleine Mädchen, das den Luftballon stolz an seiner Hand trug. Der Ballon war fast so groß wie die Kleine und ihr Mutter hatte ihre liebe Not, ihr Kind dazu zu bringen, nicht über seine eigenen Füße zu stolpern.

    Sein Blick wanderte wieder nach oben.
    Immer noch rot.
    „Das gibt’s doch nicht!“

    Entweder verkohlte ihn jemand oder die Ampel war kaputt. In diesem Moment wünschte er sich eine P-90 oder wenigstens eine 9mm um dem Verkehrsstrom wieder auf die Sprünge zu helfen.

    „Was für eine glorreiche Idee, mitten im Berufsverkehr aufzubrechen.“
    Wieder der Griff zum Radio. Ein Lied vor, zwei Lieder zurück. Der gleiche Song wie eben.

    Er hatte es im Hotel einfach nicht mehr ausgehalten. Wie lange war er jetzt wieder auf der Erde? Zwei vielleicht drei Monate?
    Er hatte sich seinen noch zustehenden Urlaub geben lassen und hatte schnurstracks das Stargate-Center verlassen.

    Zu viele Dinge musste er in Ordnung bringen und das konnte er dort einfach nicht. Thanksgiving und Weihnachten hatte er mit seiner Familie gefeiert, sich mit alten Freunden und Kameraden getroffen und die Eltern von Sarah besucht.

    Die erste Frage ihrer Mutter war die, wie Sarah gestorben war. Viel hatte er ihr nicht erzählen können. Danny hatte erwähnt, dass sie friedlich gestorben war, ohne Schmerzen und fast glaubte er im Gesicht ihres Vaters so etwas wie Erleichterung zu sehen.

    So oft hätte er diese Geschichte wiederholt, dass sie selbst für ihn schon so etwas wie die Wahrheit geworden war. Nur leider war sie eine Lüge. Sarah hatte ihr Leben an einen Wraith verloren und er hatte nichts dagegen tun können. Er verscheuchte den Gedanken und sah auf den Beifahrersitz.

    Dort lag ein Strauß Lilien. Gelbe und weiße. Sarahs Lieblingsblumen. Ein Hupen riss ihn aus seinen Gedanken und er schreckte hoch. Grün.
    „Na endlich!“
    Er winkte entschuldigten durch die Heckscheibe, legte den Gang ein und fuhr los. Kleinstädte. Danny kam aus New York, wenn er sich dort fortbewegte, dann mit einem Taxi, nicht mit seinem eigenen Wagen.

    Er ordnete sich in die richtige Spur ein und lehnte sich mit einem Seufzen zurück. Heute wollte er zum ersten Mal seit der Beerdigung ihr Grab besuchen. Als er noch auf Atlantis war, hatte er sich damit nicht auseinandersetzten müssen und bis vor ein paar Wochen hatte er einfach zuviel zu tun. Jetzt kam er langsam zur Ruhe und die Ereignisse brachen wieder nach oben. Das hatte er zulange vor sich hingeschoben, jetzt würde er es endlich nachholen.

    Je weiter er aus der Innenstadt fuhr, umso ruhiger wurde der Verkehr. Der Friedhof lag etwas außerhalb und Danny hoffte, er würde sich noch an den Weg erinnern. Seine Hand wanderte wieder zu Radio und er drehte noch weiter auf.

    My insides all turn to ash, so slow
    And blew away as I collapsed, so cold
    A black wind took them away, from sight
    And held the darkness over day, that night

    And the clouds above move closer
    Looking so dissatisfied
    But the heartless wind kept blowing, blowing

    I used to be my own protection, but not now
    'Cause my path has lost direction, somehow...


    Ein Schild zeigte seine Ausfahrt an und er bog ab. Keine hundert Meter weiter sah er die kleine Kapelle, hinter der der Friedhof lag. Der Kies knirschte unter den Reifen, als er auf den Parkplatz einbog. Er stellte seinen Wagen neben dem Eingang ab und schaltet den Motor ab. Er tippte mit seinem Finger gegen den Schlüssel und war kurz in Versuchung ihn wieder zu drehen, dann zog er ihn aber doch aus dem Schloss und die Musik erstarb.

    Ohne weiteres Zögern stieg er aus, schnappte sich den Blumenstrauß und schloss den Wagen ab. Am Eingang nickte ihm der Gärtner freundlich zu und hob seine Finger zum Gruß an seine Mütze.

    „Schöner Tag heute.”
    “Ganz ihrer Meinung. “ Danny lächelte ihn an. “Ist geöffnet?”
    “Sicher, bleiben sie solange sie wollen.”
    „Danke.“

    Kays ging durch das Tor und folgte dem schmalen Kiesweg. Wäre der Anlass kein so trauriger, hätte es ihm hier gut gefallen. Uralte Bäume verteilten sich über das Gelände und rahmten es ein. Überall waren Büsche und Rosensträucher gepflanzt, dazwischen standen vereinzelt kleine weiße Bänke. Der Ort war idyllisch und vermittelte einen friedlichen Eindruck. So hatten es sich Sarahs Eltern gewünscht. Keine militärischen Ehren, keine Flaggen, kein Grab, das aussah wie das von hundert anderen gefallenen Soldaten.

    Entsprechend hatte sich Danny gekleidet. Die Uniform der Air Force hatte er im Schrank gelassen. Er trug eine dunkle Jeans, ein schwarzes Hemd und in der gleichen Farbe ein Jackett. Aus dessen Innenseite fischte er einen Brief, dieser trug das Emblem der Air Force.

    Sarah Castle stand da in einer eleganten Handschrift. Es war die Schrift von Colonel Sheppard, dabei war ein kleiner Zettel, mit der Bitte um Niederlegung an ihrem Grab, gelegen. Er enthielt eine Karte mit den Unterschriften von ihren Freunden aus Atlantis. Eine athosianische Kerze hatte sich ebenfalls in dem Paket befunden.

    Ein kleiner Pfad bog vom Hauptweg ab und Danny folgte ihm. Gleich hinter einem Rosenbusch befand sich Sarahs Grab. Kurz blieb Kays stehen, atmete tief durch und ging darauf zu. Ein Strauß weißer Rosen stand auf dem Grab, ein kleiner Engel stand neben der Vase. Er war von Sarahs Schwester. Danny blieb stehen und sah auf den Grabstein. Wir werden dich vermissen stand unter ihrem Namen und ihrem Geburts- und Sterbedatum, sonst war er leer.

    Danny ging in die Knie und legte seinen Strauß ab, dann zog er die Kerze aus der Tasche, zündete sie an und stellte sie auf den kleinen Sims vor dem Grabstein. Danach klemmte er den Brief von Colonel Sheppard unter die Kerze. Er stand auf und blinzelte die Tränen weg, die ihm in die Augen schossen.

    Er war nie ein sehr gläubiger Mensch gewesen. Den Rest seines Glaubens hatte er verloren, als Sarah in seinen Armen gestorben war und doch verspürte er jetzt das Verlangen, für sie zu beten. Doch er konnte nicht.

    Danny beugte sich nach vorne, legte seine Hände auf den Grabstein und hauchte einen Kuß darauf.
    „Ich liebe dich.“
    Kurz verharrte er in dieser Position, dann richtete er sich auf und ging zurück zu seinem Wagen. Während er zurückging, nahm der Wind zu und die Sonne verschwand hinter dickten Wolken, gerade als er sein Auto erreichte, fing es schon an zu regnen. Er schob sich hinter das Lenkrad und starte den Motor.

    Bevor er losfuhr, warf er noch einen Blick auf den Friedhof. Der Gärtner schloss gerade das Tor, das der Wind aufgerissen hatte. Plötzlich hatte er das Gefühl, dass er für eine sehr lange Zeit nicht mehr hierher kommen würde.


    And the clouds above moved closer
    Looking so dissatisfied
    And the ground below grew colder
    As they put you down inside
    But the heartless wind kept blowing, blowing

    So now you're gone
    And I was wrong
    I never knew what it was like
    To be alone....

    On a Valentine's Day...


    ENDE
    Geändert von Teleia (15.04.2008 um 20:35 Uhr)
    Um die Welt in einem Sandkorn zu sehen und den Himmel in einer wilden Blume,
    halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit.
    -William Blake-

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  2. #2
    Auf der Suche Avatar von Kathi90
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    Mir hat ja der erste Teil schon so gut gefallen. Aber die Geschichte jetzt, ist so schön traurig und die ganzen Deteils sind so lebensnah! Ich find sie super und freu mich, das du dich getraut hast sie on zu stellen!

    ~. .~. .~. .~. .~. .~

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  3. #3
    LC "Absolutely Doctored" Avatar von Rijan
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    Wow - sehr stimmige Erzählung! Ich werd schaun, dass ich die andere Geschichte noch lese, weil ich deine Charaktere nicht kenne... Schön, windzerzaust, traurig. Ich hoffe, ich lerne eure Charaktere noch besser kennen. Tolle Liedtexte ausgesucht! MORE please! LG Rijan
    ************************************************** **********
    Ever lived a "Twilight Life"?
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    Die Zeit hat viele Eigenschaften, die man auch Gott nachsagt...
    und wenn die Zeit Gott ähnlich ist, muss die Erinnerung wohl
    der Teufel sein. Outlander Series, Vol. 6 (Doug Watkins / Diana Gabaldon)
    ************************************************** **********

    Fast track to my stories in SGP: Bevin's Dragons
    Watch out for new drabbles in the "Drabbles" section of this forum...

  4. #4
    Immer auf der Jagd nach Mäusen Avatar von Selana
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    Hat mir auch sehr gute gefallen. Wunderbar beschrieben. Man konnte so richtig nachempfinden.
    Würde mich über weitere Geschichten freuen.
    Atlantis forever

  5. #5
    kolonialer Spion Avatar von Scout
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    Das ist wirklich schön geworden Teleia, regt sehr zum Nachdenken an. Wie Danny das alles noch einmal Revue passieren lässt, ich finde, das ist sehr realistisch und einfühlsam geschrieben! Man bleibt ein wenig sprachlos zurück! Wirklich schön!



  6. #6
    Major General Avatar von Kris
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    Ich kann den anderen zustimmen, das war richtig schön - melancholisch und besinnlich - so richtig stimmungsvoll. Das war richtig schön zum Träumen!
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  7. #7
    Brigadier General Avatar von Teleia
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    Hallo ihr Lieben!

    So, besser spät als nie! Vielen, vielen lieben Danke für eure Feedbacks! Freut mich wahnsinnig, dass es euch so gut gefallen hat. Ich war mir nicht sicher, ob es ankommt.

    Heute geht´s noch nicht weiter, aber ich will euch noch schnell antworten.

    Kathi: Danke dir. Du hast mir ja schon gesagt, dass du die Story toll fandest und deshalb hab ich sie dann auch gepostet. Dafür ein extra dickes Danke-Bussi.

    Rijan: Auch dir ein dickes Dankeschön. Du lernst unsere Charaktere noch besser kennen, auch wenn sie ein bisschen unregelmäßig ihre Auftritte haben werden. Freut mich, dass es dir so gut gefallen hat.

    Selana: Dankeschön! Freut mich wahnsinnig, das es dir so gut gefallen hat. Ich finde es toll, dass du weitere Geschichten lesen möchtes. Der Bitte komme ich natürlich sehr gern nach.

    Scout: Danke auch an dich! Ich hab dich also sprachlos zurückgelassen? Wow, das nehme ich mal als riesen Kopliment! Es sollte auch ein bisschen zum Nachdenken anregen. Freut mich, dass es dir gefallen hat.

    Kris: Finde ich schön, dass es dich zum Träumen verleitet hat, freut mich sehr! Danke für dein liebes Feedback!

    Bis dann!
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  8. #8
    Brigadier General Avatar von Teleia
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    Hallo!

    Ausnahmsweiße mal ein Doppelpost, sorry. Ich schwöre, es kommt nie wieder vor.

    Und hier also der nächste Song aus meinem kleinen Textbuch! Mal wieder Linkin Park, wie der Vorherige auch. Hatte ich vergessen dazu zuschreiben.
    Viel Spaß mit dem nächsten Teil!

    Leave Out All The Rest

    Das Gras unter ihm war immer noch leicht nass, doch das störte ihn nicht. Die Wolken, die den ganzen Tag über dem Berg gehangen hatten und den Stützpunkt mit ihren Wassermassen versucht hatten zu ertränken, hatten sich verzogen und gaben jetzt den Blick auf die sternenklare Augustnacht frei. Hauchdünn hing die Sichel des abnehmendes Mondes im Westen und verlieh der tiefblauen Nacht mitten in den USA ein orientalisches Aussehen.

    Eines der wenigen Geräusche, die die Stille zerschnitten war sein eigener Atem, unterbrochen durch das Zirpen und Summen einiger Insekten und die Stimmen der Soldaten, die am Tor wache hielten. Ein plötzlich auftauchendes Licht zerschnitt die samtene Oberfläche des Himmels. Der Punkt leuchtete kurz auf, um dann kurz darauf für immer zu verschwinden.

    Die ersten Vorboten des Sternschnuppenregens kündigten sich an. Viel zu spät, wie Kays mit einem Blick auf seine Uhr feststellte. In einer Stunde musste er sich zur Einsatzbesprechung einfinden, danach sollte eine Mission zu P3X-768 folgen. Er lockerte die Hand, die wie in einem Reflex an seinen Beinhohlster geschossen war, tippte kurz gegen den rauen Griff der Pistole und für sich dann durch die Haare.

    Psychotherapie hin oder her, noch immer spielten ihm seine Nerven einen Streich, wenn er gerade nicht damit rechnete. Im Einsatz hatte er sich voll unter Kontrolle, sobald er jedoch zur Ruhe kam, gab es immer wieder Momente, die ihn zurück schickten nach Atlantis und in die Stimmung in die er sich befand, bevor er die Stadt verließ.


    I dreamed I was missing
    you were so scared
    but no one would listen
    cause no one else care
    after my dreaming
    I walk with this fear
    what am I leaving
    when I'm done here
    so if you're asking me I want you to know...


    Nach seiner Rückkehr zur Erde hatte man ihn nicht aus dem Stargate-Programm aussteigen lassen.

    „Lassen sie sich nicht unterkriegen Lieutenant . Sie sind ein viel zu großer Verlust für dieses Programm und es würde ihnen sicher nicht gut tun irgendwo nur ihren Gedanken nachzuhängen.“

    Kays hatte die Worte von General Landry noch genau im Ohr, wusste noch, wie er ihn angesehen hatte, wie seine Stimme dabei geklungen hatte. Sein Vorgesetzter hatte sanft, fast väterlich mit ihm gesprochen und doch hatten sich diese paar kurzen Sätze angefühlt, als würden sie scharf, wie ein heißes Schwert in ihn schneiden.

    Wochenlang hatte er sich danach noch vor Einsätzen gedrückt, hatte sich geweigert auch nur einen Fuß in die Nähe des Stargates zu setzten. Lieber hatte er seine Zeit damit verbracht die Ausrüstung der einzelnen SG-Teams wieder auf Vordermann zu bringen oder Neuzugängen auf dem Weg nach Atlantis Angst zu machen.

    Bis zu einem Morgen im Mai…

    Völlig überraschend hatte sich Lt. Colonel Peters zu ihm gesetzt und Danny zwischen seinem Frühstücksei und dem halb ausgetrunkenem Kaffee, den er eigentlich nur trank, wenn er mal wieder eine besonders schlaflose Nacht hinter sich hatte, den Vorschlag gemacht, seinem Team beizutreten.

    „Ist das ein Befehl, Sir?“
    „Nur ein Vorschlag. Denken sie darüber nach. Jemanden wie sie könnte ich gut gebrauchen.“


    So schnell, wie der Colonel aufgetaucht war, war er auch wieder verschwunden und hatte ihn mit einer Menge Fragen zurück gelassen. Diesem Frühstückintermezzo folgte drei der merkwürdigsten Tage, die der junge Lieutenant in seiner Dienstzeit je erlebt hatte. Es schien, als hätte jedes Mitglied im SCG, militärisch oder zivil, sich zur Aufgabe gemacht, zu wissen, was das Beste für ihn ist.

    Den Ausschlag hatte schließlich eine Unterhaltung mit Lieutenant Thomas, Mitglied von Peters Team gegeben. Zwei Stunden später hatte er dem Colonel seine Entscheidung mitgeteilt.

    Bis jetzt hatte er es nicht bereut…

    Eine weitere Sternschnuppe verglühte und er sah ihr nach, bis ihr Licht erlosch. Dabei musste er leicht grinsen. Einen ähnlichen Schwarm gab es auf Atlantis jedes halbe Jahr und er hatte sie sich immer angesehen, später zusammen mit Sarah. Diese wenigen Stunden, die sie zusammen auf einem der Piers der Stadt verbrachten würde er nie vergessen. In all dem Chaos, der Hektik und der Angst, vor einem Angriff der Wraith wirkte diese Zeit, wie aus einer anderen Welt.

    Er seufzte kurz, schlug die Beine übereinander und verschränkte die Hände hinter seinem Kopf. Seine Gedanken wanderten kurz zu seinem Bruder, ebenfalls Soldat und auf dem besten Weg dazu in Dannys Fußstapfen zu treten. Kein sehr angenehmer Gedanke. Kays hatte sich fest vorgenommen, ihn zu besuchen, sobald er die Zeit dazu hatte.

    „Ich dachte mir doch, dass ich sie hier finde.“
    Ein paar Beine traten in sein Blickfeld, als er nach oben sah.
    „Es ist kalt, nass und es zieht wie blöd!“

    Krampfhaft versuchte er nicht loszulachen, als die Beine in die Hocke gingen und ihn ein paar grasgrüne Augen scharf musterten.
    „Aber Lt. Danny Kays ist es egal, dass man ihn im ganzen SGC wie verrückt sucht und mit man, meine ich mich!“
    „Ich dachte, ich hätte eine Nachricht hinterlassen?“
    „Ha!“ Ein Schlag traf ihn an der Schulter. „Ein Zettel mit der Aufschrift „Bin Oben!“ ist nicht sehr aussagekräftig.“

    Danny wollte schon ansetzten um sich zu verteidigen, bekam dazu aber keine Gelegenheit.
    „Vor allem nicht, wenn er in der untersten Ebene eines 28. Etagen umfassenden Stützpunktes an einen Spinnt geklebt wird.“
    „Ich…!“
    „Hey, andere unterbrechen ist unhöflich!“ Ein Zeigefinger schoss auf ihn zu. „Zu allem Überfluss noch an meinem Spinnt, in der Umkleidekabine der Frauen, wo sie, werter Lieutenant schon mal gar nichts zu suchen haben!“

    Kay blinzelte die Frau vor sich an. Lieutenant Melinda Thomas blickte mit dem gleichen Gesichtsausdruck zurück. Für ein paar Sekunden hing die Stille zwischen ihnen, dann fing sie an zu lachen. Danny schloss sich ihr an, schnappte kurz nach Luft und räusperte sich dann.
    „Zu meiner Verteidigung. Sie waren nicht da und der Raum leer.“
    Er setzte sich auf, als sie sich auf einem der großen Felsen niederließ und sah sie an.

    Ohne Zweifel war sie einer der schrägsten Personen, die ihm die letzten paar Monate hier untergekommen waren. Die zierliche Soldatin reichte ihm gerade bis an die Nasenspitze und im Traum hätte er nicht daran gedacht, dass hinter diesen unschuldigen Augen ein Verstand tickte, der schon die erfahrendsten Offiziere völlig wort- und fassungslos zurück gelassen hatte. Ihn eingeschlossen.

    „Hätte ich sie suchen sollen?“
    „Dafür hat der liebe Gott Handys und Funkgeräte erfunden.“ Sie griff in ihre Hosentasche, zog etwas Silbernes daraus hervor und warf es ihm entgegen. Kays fing es mit einer Hand auf und stellte verwirrt fest, dass es seines war. „Natürlich unter der Voraussetzung, dass man es nicht mit dem Rest seines Frühstücks entsorgen will.“
    „Mist.“

    „Sie sind doch sonst nicht so verpeilt, das ist eher mein Part.“ Sie lehnte sich ihm entgegen. „Was ist los? Sind sie verliebt?“
    „Nein!“ Kays verzog das Gesicht.
    „Ich meine ja nur.“ Thomas zeigte auf ihn. „Könnte ja sein. Ich hab gesehen, wie sie die Kleine aus der Kantine ansehen…“

    „Melinda!“ Er hob die Hände.
    „Bin schon still.“ Sie legte ein unschuldiges Lächeln auf und sah ihn an. Besonders lange kannte sie ihn noch nicht und doch konnte sie in diesem Moment sehen, wie sein Blick in die Ferne glitt und sich am Nachthimmel verlor. Er wollte alleine sein und sie verstand das.
    „Ich warte drinnen auf sie.“ Mit einem Ruck stand sie auf und ging los.

    „Heute ist es ein Jahr her.“
    Thomas blieb wie angewurzelt stehen. Als sie den Kopf zur Seite drehte, blickte sie direkt in seine Augen.
    „Heute vor einem Jahr ist sie gestorben.“

    Danny konnte sehen, wie Melinda leicht schluckte, dann richtete er seine Augen wieder in den Himmel. Er hatte ihr von Sarahs Tod erzählt. Wie sie durch das Basisschiff gehetzt sind, er sie kurz aus dem Augen verloren hatte, nur um sie dann im Griff eines dieser Monster wieder zu finden.

    Er hatte ihr aber nicht erzählt, dass ihn dieser kurze Augenblick, in dem sie getrennt wurden, noch immer verfolgte. Das diese paar Sekunden in denen er nicht aufgepasst hatte, sie das Leben gekostet hatte. Die Gefühlte aus diesem Moment hatte er noch mehr verdrängt, als die, die damals in ihm hochgeschossen waren, als sie für immer die Augen geschlossen hatte.

    Mit der Trauer konnte er umgehen und sicher irgendwann auch damit fertig werden, doch die Schuldgefühle, die immer noch an ihm nagten, würden ihn sein Leben lang begleiten. Fast hätte Kays gedacht, er wäre über diesen Einsatz hinweg gewesen, doch dann kam die Mission vor zwei Wochen.

    Ein einfacher Planet, nicht der kleinste Hinweis auf die Ori und doch waren die Bewohner ohne Vorwarnung auf SG-18 losgegangen. In der letzten Sekunde hatte Kays Thomas zur Seite gezogen, bevor ihr das Schwert eines Einheimischen den Kopf von den Schultern geschlagen hätte. Eine feine, leicht blutende Schnittwunde war alles, was ihr passiert war, doch Danny hatte gedacht, er würde sterben, als die Gefühle wieder in ihm hochstiegen. Die Gleichen die er so lange, so erfolgreich verdrängt hatte.

    „Das tut mir Leid.“ Thomas klopfte ihm leicht auf die Schulter. „Sie müssen nicht darüber reden, aber vielleicht geht es ihnen dann besser.“

    Danny sah sie nicht an. Konnte er wirklich schon mit jemandem darüber reden? War er schon so weit, bewusst die Narben wieder aufzureisen, von denen er glaubte sie seien schon so fest verschlossen?

    Sie hatte es getan, ohne zu zögern. So schien es ihm jedenfalls. Mit leiser Stimmte hatte sie ihm erzählt, wie einer ihrer Kameraden von einer Stabwaffe getroffen wurden, sie sich mühsam zusammen zurück zur Erde durchgeschlagen hatten, nur damit er auf dem OP-Tisch sterben konnte.

    Don't be afraid
    I've taken my beating
    I've shared what i made
    I'm strong on the surface
    not all the way through
    I've never been perfect
    but neither have you
    so if you're asking me I want you to know...



    Doch so weit war er noch nicht. Er schloss die Augen und atmete tief durch. Selbst durch den Kampfanzug, den er trug konnte er die Wärme ihrer Hand spüren, dann schubste er ihre Finger zur Seite und stand auf.
    „Irgendwann vielleicht mal.“
    „Wann immer sie ein offenes Ohr brauchen.“ Ein Grinsen breitete sich auf Melindas Gesicht aus. „Sie sollten aber ihr Handy mitnehmen, sonst erreichen sie mich nicht.“

    Dannys Blick hätte sie auf der Stelle töten können, allerdings nur solange, bis er selbst anfing zu grinsen.
    „Danke“ Er nickte ihr zu.
    „Immer wieder gern.“ Sie schielte nach oben in den Himmel. „Also im Fernsehen läuft sicher irgendeine Sportsendung oder ein geistreicher Actionfilm und sie sehen sich Sternenstaub und Gesteinsbrösel an, die vom Himmel fallen?“

    Beide setzten sich in Bewegung in gingen zurück zu Zugang in den Stützpunkt.
    „Mir gefällt das hier besser. Kein Krach, keine Hektik, keine bescheuerten Kommentare von nichts wissenden, möchtegern Experten.“
    „Gutes Argument, aber es ist trotzdem kalt, nass und zieht wie verrückt.“
    „Sie sind unmöglich!“
    „Weiß ich. Erzählen sie mir noch was, was ich noch nicht weiß.“
    „Werde ich.“ Danny zog die Türe auf und ließ ihr den Vortritt. „Wo soll´s eigentlich genau hingehen?“

    When my time comes
    forget the wrong that I've done
    help me leave behind some
    reasons to be missed
    don't resent me
    and when you're feeling empty
    keep me in your memory
    leave out all the rest


    - Ende -
    Um die Welt in einem Sandkorn zu sehen und den Himmel in einer wilden Blume,
    halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit.
    -William Blake-

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  9. #9
    Auf der Suche Avatar von Kathi90
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    Tolles Kapitel wieder.

    Aber das hat mir am Besten gefallen:

    Hauchdünn hing die Sichel des abnehmendes Mondes im Westen und verlieh der tiefblauen Nacht mitten in den USA ein orientalisches Aussehen.

    Eines der wenigen Geräusche, die die Stille zerschnitten war sein eigener Atem, unterbrochen durch das Zirpen und Summen einiger Insekten und die Stimmen der Soldaten, die am Tor wache hielten. Ein plötzlich auftauchendes Licht zerschnitt die samtene Oberfläche des Himmels. Der Punkt leuchtete kurz auf, um dann kurz darauf für immer zu verschwinden.
    Echt ich hab gerade gedacht, könnte es nicht draußen dunkel sein, dann würd ich mich noch besser in die Szene hinein versetzen können. Aber man meint wirklich, man sieht es mit den eigenen Augen. Sehr schön!

    ~. .~. .~. .~. .~. .~

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  10. #10
    kolonialer Spion Avatar von Scout
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    mir hat's auch super gefallen. Leider hat es ein bisschen gedauert mit dem Lesen, denn ich musste die letzten Tag irgendwie diesen Berg von 100 Arbeiten wegschaffen Also bei mir ist es draußen jetzt dunkel und ich weiß, was Kathi meint - auch wenn heute die Sterne mir verwehrt bleiben *blödesWetter*.

    Aber wie du die Nacht und die Umgebung beschrieben hast, hat mir wirklich sehr sehr gut gefallen. Ich kann mich richtig gut in Kays hineinversetzen, denn ich liebe nichts mehr, als in einer sternenklaren Nacht einfach nur in den Himmel zu starren.

    Die Atmosphäre hast du wirklich ganz toll getroffen. Das für auch zum Nachdenken! Wieder ein sehr emotionaler Teil! Sehr sehr schön!



  11. #11
    LC "Absolutely Doctored" Avatar von Rijan
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    Hat mir auch sehr gut gefallen (auch dieselbe STelle besonders) - Kays hat da ja eine ganz schöne Last zu tragen! Aber seine Kollegin scheint eine Frohnatur zu sein - vielleicht kann sie ihn ja rausreißen... Auch die Liedauswahl hat mir textlich sehr gut gefallen - ich kenn nur leider die Melodie dazu wahrscheinlich nicht - aber Utube is your friend *G* - Ich bitte um weitere Kapitel! LG Rijan
    ************************************************** **********
    Ever lived a "Twilight Life"?
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    Die Zeit hat viele Eigenschaften, die man auch Gott nachsagt...
    und wenn die Zeit Gott ähnlich ist, muss die Erinnerung wohl
    der Teufel sein. Outlander Series, Vol. 6 (Doug Watkins / Diana Gabaldon)
    ************************************************** **********

    Fast track to my stories in SGP: Bevin's Dragons
    Watch out for new drabbles in the "Drabbles" section of this forum...

  12. #12
    Immer auf der Jagd nach Mäusen Avatar von Selana
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    Hab ganz verpasst, dass es hier was neues gibt. Aber das Lesen kann man ja zum Glück nachholen.

    Hat mir auch wunderbar gefallen. Und die Songtexte passen wunderbar dazu.

    Kann mir vorstellen, dass Kay da zu knabbern hat. Es ist eben nicht einfach jemanden zu verlieren. In der Serie wird ja leider sehr leicht darüber hinweg gesehen. Manchmal wünscht man sich, sie würden noch mal drauf eingehen.

    Hat mir sehr viel Spaß gemacht das zu lesen.
    Atlantis forever

  13. #13
    Brigadier General Avatar von Teleia
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    Hallo zusammen!

    Ach, was bin ich wieder spät dran, aber immerhin! Vielen danke für eure lieben Feedbacks!

    Kathi: Tatsächlich hat es damals geregnet wie aus Eimern, als ich das geschrieben hab und ich saß in der Mittagspause auf der Arbeit fest. Irgendwie muss man sich ja aufheitern.

    Scout: Macht doch nix, ich bin so oft sehr spät dran. Danke für dein Lob! Freut mich, dass es so rüber gekommen ist, wie es gedacht war!

    Rijan: Mmh, ich sollte wohl mehr solcher Stellen schreiben, aber wenn ich mich richtig erinnere kommt fast in jeder Story so ein Teil vor. Ich hoffe, du konntest dir das Lied anhören, wenn nicht, sag bescheid, ich kann sicher weiterhelfen!

    Selana: Ich denke jeder hat an so einem Verlust heftig zu knabbern, egal wie es passiert. Ich finde auch, in Serien, egal in welchen werden solche Sachen oft einfach zu schnell und einfach abgehackt. Aber das lässt uns mehr Spielraum.

    Ich hab sogar etwas Neues mitgebracht.
    Diese Geschichte ist damals und leider auch noch aus heute aktuellem Anlass entstanden und als ich sie geschrieben hab, lief dieser Song von Linkin Park (mal wieder).

    Ich finde, es passt sowohl der Text, als auch die Stimmung. Dieses Mal hab ich ihn ans Ende der Story gesetzt, er wirkt im Ganzen besser als zerstückelt. Das Lied wird kaum einer kennen, deswegen wer mag hier klicken. Ist nur der Song, ohne viel Bilder.


    Hands Held High

    Die Uniformen waren brandneu. Die goldenen Abzeichen bildete einen scharfen Kontrast zu dem tiefem dunkelgrün des Stoffes. Daneben hing die Paradeuniform. Die dunkelblaue Jacke, die etwas helleren Hosen mit dem roten Streifen, die weißen Handschuhe. Sie passten wie angegossen und für einige Monate würde er sie nicht tragen.

    Er knöpfte das olivgrüne Hemd zu, nahm die Jacke vom Bügel und verließ den Raum. Am großen Spiegel im Gang hielt er an, zog sie über, glätte den Stoff und rückte die Abzeichen zurecht. Der Rang war noch neu, erst vor ein paar Tagen war er zum Second Lieutenant befördert worden. Lange genug hatte er dafür geschuftet. Noch mehr als die Anerkennung durch das Corps, hatte ihn der Besuch seinen Bruders Danny zu diesem Anlass gefreut.

    Seit Jahren hatte er seinen Bruder kaum gesehen. Erst war er, weiß Gott wo stationiert und jetzt, da er Dienst in Norad schob, sahen sie sich ebenfalls kaum. Ständig war er auf irgendwelchen strenggeheimen Missionen, von denen Mike noch nicht einmal gehört hatte. Und in nächster Zeit werden diese seltenen Treffen noch rarer werden. Zusammen mit seiner Einheit würde er die nächsten Tage in den Irak versetzt werden. Für mindestens 10 Monate….

    ******

    Danny stand am Ende der Treppe und sah seinem Bruder zu, wie er seine Uniform anzog. Wie er sich bei diesem Anblick fühlen sollte, wusste er nicht. Er wusste, dass das Corps für ihr alles war und doch, trotz Beförderung konnte sich irgendwie kein richtig gutes Gefühl bei ihm einstellen.

    Sie hatten sich ewig nicht gesehen und jetzt, wo er eine feste Stelle im SGC hatte, hatte er gedacht, sie könnte sich wieder öfter treffen. Damit hatte er wohl falsch gelegen, aber klein beigeben wollte er nicht. Er hatte sich an General Landry gewandt um zu klären, ob Mike eventuell für das Stargate-Programm geeignet wäre.

    „Atlantis wäre eine Möglichkeit, dort suchen sie immer Leute.“
    Landrys Antwort hatte ihm nicht gefallen. Lieber hätte er ihn in seinem eigenen Team gehabt. Nun gut, er würde ihn fragen und ihm die Entscheidung selbst überlassen. Er ging die letzten Stufen nach oben, trat hinter seinen Bruder und klopfte ihm auf die Schulter.
    „Kleiner Bruder, es wird nicht besser, wenn du dich länger im Spiegel ansiehst.“ Er grinste ihn an. „Die guten Gene hab ich bekommen.“
    „Dafür hab ich den Grips bekommen.“ Mike schüttelte die Hand ab. „Und die schickere Uniform.“

    Danny schnellste mit der Zunge. Indirekt hatte er mit seinem Beitritt bei den Marines zu tun. Vor ein paar Jahren noch waren Danny und Mike wie Feuer und Wasser gewesen. Beide wollten zum Militär und als er der Air Force beitrat, entschied sich Mike für die Marines. Möglichst weit weg von seinem älteren Bruder, der in so vielen Dingen besser schien als er. Über diesen Punkt waren sie weit hinaus.

    „Hör zu Kleiner.“ Danny verschränkte die Arme. „Ich weiß, dass du das unbedingt tun willst, aber ich hätte eine Alternative zum Irak.“
    „Dan.“ Mike schüttelte den Kopf. „Erst Dad, jetzt du.“
    „Ich will es dir nicht ausreden.“ Danny trat auf ihn zu. „Aber hör dir den Vorschlag wenigstens an.“
    „In Ordnung. Nach dem Essen.“

    ********

    Der Garten hinter dem Haus war ruhig und gepflegt. Es war das Steckenpferd ihrer Mutter und nach dem Tod ihres Mannes, neben ihren Söhnen, ihr ein und alles. Sie hatten sich ihrer Uniformen entledigt und trugen jetzt zivile Kleidung.

    Danny zog ein Formular aus einem Umschlag und reichte es seinem Bruder.
    „Das hier kommt direkt aus dem Büro von General Landry. Meinem direkten Vorgesetzten.“ Er sah ihn an.
    „Was soll ich damit?“ Mike nahm das Papier. „Eine Verschwiegenheitserklärung?“
    „Wenn du wissen willst warum, musst du sie unterschreiben.“
    „Soll das ein Trick sein?“
    „Nein.“

    Zögerlich nahm Mike den Stift, den ihm Danny entgegenhielt und setzte seine Unterschrift unter das Papier.
    „Okay James Bond, was soll dieses ganze Getue?“
    „Was ich dir jetzt erzähle, wird sicher unglaublich, wenn nicht sogar verrückt für dich klingen, aber es ist die Wahrheit.“ Danny setzte sich aufrecht hin. „Seit etwa drei Jahre arbeite ich für das Stargate Programm.“
    „In Ordnung.“
    „Noch nie davon gehört?“
    „Nicht so wirklich.“ Mike schielte seinen Bruder an. „Wie viel von Tante Sharons Likör hast du getrunken?“

    „Nicht ein Glas.“ Danny lächelte kurz. „Ich war für fast ein Jahr in einer anderen Galaxie und seit ich wieder zurück bin, reise ich mit einem Team etwa jede zweite Woche auf einen anderen Planeten. Das geschieht durch das Stargate, gelegentlich mit einem Raumschiff.“ Er stand auf. „Was ich dir jetzt vorschlage ist ein einmaliges Angebot, also denk bitte genau darüber nach, war du antwortest.“
    Mike sagte nichts, sondern starrte seinen Bruder nur an.

    „In einem der SG Team wurde ein Platz frei, General Landry hat mir erlaubt, ihn dir anzubieten, bevor er sich nach jemand anderem umsieht. Ich will dir nichts vormachen. Es ist saugefährlich, da draußen lauern schlimmere Gefahren, als durch geknallte Saddam Anhänger und Selbstmordattentäter, aber es ist eine einmalige Erfahrung.“

    „Du nimmst mich auf den Arm?“
    „Nein Mike, das tue ich nicht.“ Danny ging zu ihm. „Was sagst du?“

    Mike stand ebenfalls auf und wusste nicht so Recht, was er mit sich anfangen soll. Insgeheim hatte er seine Entscheidung schon getroffen.
    „Ich muss morgen Nachmittag zurück.“ Danny verschränkte die Arme. „Bis dahin brauche ich eine Entscheidung.“

    „Dan, ich weiß dein Angebot wirklich zu schätzen.“ Mike sah in den Himmel. „Und ich hoffe, du verstehst das, wenn ich dir sagen, dass ich nicht kann.“
    „Okay.“
    „Meine Leute, meine Einheit, die verlassen sich auf mich.“ Er machte einen Schritt auf ihn zu. „Einige von denen kenne ich seit der Grundausbildung, sie sind meine besten Freunde. Was du mir da erzählst, klingt wie der absolute Traum eines jeden Menschen auf Erden.“ Mike blickte seinem Bruder in die Augen. „Zusammen mit meiner Bruder in einer Einheit, dass wäre schon was.“ Er sah kurz weg. „Aber ich kann nicht.“

    „Semper Fidelis.“ Danny legte ihm eine Hand auf die Schulter.
    „Du sagst es.“ Mike lächelte ihn an. „Aber danke.“


    ******

    Der Wind ließ die Blätter des Baumes leicht Schaukeln und blies Melinda um die Nase. Sie war viel zu lange nicht zu Hause gewesen und genoss die Gegenwart ihrer Familie. Ihre Mutter und ihre Schwester Mariah waren gerade in der Küche beschäftigt und Melinda hatte schnellst möglich die Flucht ergriffen.

    „Bist du Mum entkommen?“
    Melinda richtete ihren Blick auf ihren Bruder. Nicklas kam vor ihr die Treppe nach ob und ließ sich auf der Hollywoodschaukel neben ihr nieder.
    „Die haben noch gar nicht bemerkt, dass ich weg bin.“ Sie grinste ihn an.
    „Du wirst mal keine sehr gute Ehefrau abgeben.“
    „Wer sagt, dass ich das will?“ Melinda knuffte ihn an. „Außerdem musst du gerade ruhig sein.“
    „Es geht hier nicht um mich.“

    „Oh doch und wie es das tut.“ Sie stand auf. „Wie viele Freundinnen hattest du im letzten Jahr? Zehn? Fünfzehn?“
    „Whoa, das ist unfair.“ Nick hob die Hand. „Ich bin nie lange an einem Ort, warum sollte ich ein Mädchen damit belasten, sich ständig Sorgen um mich machen zu müssen.“

    Melinda sah ihn an. Ihr Bruder war Captain bei der Army, genauer gesagt bei den Rangers. Wenn es irgendwo in einem Krisengebiet Ärger gab, war er meistens mitten im Zentrum der Katastrophe. Schon oft hatte er mit seinem Team wichtige Vorarbeit für die Arbeit seiner Kameraden geleistet und fast genauso oft hatte er sich alleine durchgeschlagen. In ein paar Tagen wird er wieder in ein Kriegsgebiet aufbrechen.

    „Okay, ich sag nichts mehr dazu, wenn du versprichst, es auch nicht zu tun.“
    „Abgemacht.“ Nick grinste sie an. „Was macht die Arbeit?“
    „Genau das richtige Thema für uns Zwei.“ Sie stemmte die Hände in die Hüfte. „Du darfst mir nichts über deine Missionen erzählen, ich nichts über meine.“
    „Dann anders, wie geht’s deinem neuen Kollegen?“ Nick kratzte sich am Kopf. „Dan?“
    „Danny.“ Melinda ging in die Knie, griff einen herumliegenden Tennisball und setzte sich wieder zu ihm. „Ich denke, er hat sich ganz gut eingelebt und er ist ein echt netter Kerl. Seine Mutter backt großartigen Kuchen.“

    „Klingt viel versprechend.“
    „Sein Bruder wird diese Woche auch in den Irak aufbrechen.“ Melinda sah in die Sonne. „Danny macht sie wahnsinnige Sorgen um ihn.“ Sie schielte ihren Bruder an. „Und ich mach mir Sorgen um dich.“
    „Ich weiß.“ Nick erwiderte ihren Blick nicht. „Ich hab auch kein gutes Gefühl bei der Sache, aber man hat mich darum gebeten und ich werde es tun.“
    „Weiß Mum es schon?“
    „Welchen Sinn hat dieses Familientreffen wohl sonst?“ Jetzt sah er sie an.
    „Sie hat ein neues Curryrezept entdeckt?“

    „Schön wäre es.“

    Melinda und Nick sahen auf, als ein Wagen durch die Einfahrt zum Landhaus der Thomas einbog und sich neben den Autos von Mariah und ihnen einordnete. Fast gleichzeitig mit dem ersterben des Motors begann ein Hund zu bellen. Mit fröhlich wendelndem Schwanz lief er auf das Auto zu und sprang den Fahrer sofort an, als er die Türe öffnete.
    „Logan ist da.“ Nick winkte dem jüngsten der vier Geschwister zu.
    „Ja und Hamlet wird ihn gleich auffressen.“

    Melinda pfiff und der schwarze Labrador wandte sich sofort in ihre Richtung.
    „Hier Junge, quäl den Ball!“ Kraftvoll schmiss sie ihn Richtung Garten und der Hund schoss wie eine Rakete hinterher.
    „Danke Schwesterherz!“ Logan kam erleichtert auf seine Geschwister zu. „Hamlet wird auch immer größer.“
    „Der Lauf der Dinge Brüderchen.“ Nick klopfte ihm auf die Schulter. „Schön, dass du kommen konntest.“
    „Mein Bruder geht für ein Jahr weg, die letzte Gelegenheit ihn zu sehen, lass ich mir doch nicht entgehen.“
    „Muss ich jetzt beleidigt sein?“ Melinda schob einen Schmollmund.
    „Natürlich nicht Mel!“ Logan umarmte sie. „Ich freu mich immer dich zu sehen.“
    „Klar doch.“

    „Mel hat schon wieder die „Wann-heiratest-du-endlich“ Rede von Mum bekommen.“
    „Und von Mariah, als wäre einmal nicht genug.“ Melinda riss die Hände nach oben. „Nein, jetzt bekomme ich den Vortrag auch schon in Stereo.“
    „Du weißt, dass du warten musst, bis ich dich Trauen kann.“ Logan grinste ihn schief an. Der jüngste der Thomas Geschwister studierte Theologie und hatte nur noch ein Semester vor sich.
    „Ja ich weiß.“ Melinda funkelte böse in seine Richtung. „Ich habe Hunger, ihr auch?“

    Mit diesen Worten lies sie ihre Brüder stehen und ging ins Haus. Aus der Küche kam ein umwerfender Duft und Melinda wollte sich schon zur Türe schleichen, als etwas an ihrer Jeans zupfte.
    „Hab dich!“ Ein blonder Junge mit großen, braunen Augen strahlte sie mit einem frechen Grinsen an, bevor er sich umdrehte und in die andere Richtung davonrannte.
    „Hey stehen bleiben!“ Melinda wartete einen Moment, dann sprang sie ihrem Neffen hinterher. „Patrick bleib stehen!“
    „Nein, werde ich nicht!“ Der Junge sprang auf die Treppe und wollte nach oben renne, doch vorher schnappte Melinda ihn sich und hob ihn in die Luft. „Lass mich los, lass mich los!“

    Lachend schlug das Kind um sich und Melinda gab nach und ließ ihn runter. Kaum auf dem Boden hatte er in Nick schon sein nächstes Opfer erspäht und blies zum Angriff auf ihn.
    Der große Kindskopf, der er nun mal ist, jagte der Soldat dem Jungen durch das Haus hinter, bis Patricks Mutter in der Türe erschien.

    „Hey, Schluss ihr zwei! Es gibt essen!“
    Mariah fing ihren Sohn ab und setzte ihn auf einen der Stühle am schon gedeckten Tisch, dann begrüßte sie ihren Bruder.
    „Du wirst auch immer runder.“ Logan grinste sie an.
    „Ich fürchte es wird mehr als eins.“ Sie setzte sich neben ihren Sohn. „Morgen hab ich den Termin, dann wissen wir es genauer.“

    „Wo ist George?“ Melinda setzte sich ihrer Schwester gegenüber, der Rest verteilte sich auf die restlichen Stühle.
    „Er hatte einen wichtigen OP-Termin, den er nicht absagen konnte.“ Mariah zog ihren Sohn wieder auf den Stuhl. „Es war kein anderer Chirurg mehr frei. Ich soll dir aber alles Gute wünschen, falls er es nicht mehr schafft, dich vor deiner Abreise anzurufen.“
    „Das hat er schon heute Morgen.“ Nick lächelte sie an. „Hat er bisher immer geschafft.“

    „So meine Lieben.“ Melindas Mutter Mary erschien in der Türe und strahlte ihre Kinder an. Sie kam zum Tisch und stellte einen großen Topf auf den Tisch, dort standen schon verschiedene Brotsorten und eine riesige Schüssel Pommes. Sie setzte sich an den Kopf des Tisches und sah sich um.
    „Schön, dass ihr alle kommen konntet.“ Sie lächelte ein wenig gekrampft. „Wer weiß, wann wir alle wieder so beisammen sitzen können.“
    „Mum.“ Nick schielte ihr zu. „Ich komme wieder.“
    „Ich weiß, ich weiß.“ Sie lächelte ihn an, dann jeden von ihnen. „Ich bin so glücklich, dass ihr heute alle hier seid.“ Dann griff sie nach ihrem Glas, der Rest tat es ihr gleich.

    „Ich bin so stolz, auf jeden von euch.“ Sie schniefte ein wenig. „Jeder von euch hat unser Erwartungen übertroffen und ihr seid noch immer jung. Ich kann mich also noch auf einiges gefasst machen.“ Sie warf einen kurzen Blick auf das Foto ihres verstorbenen Ehemanns. „Euer Vater wäre sicher sehr stolz auf euch.“

    Ein Schweigen breitet sich am Tisch auf, bis Mary ihr Glas hob. „Auf Nick.“ Sie sah ihren ältesten Sohn an. „ Komm heil zurück.“

    *******

    Die letzten beiden Tage waren viel zu kurz gewesen. Am Morgen, als er seinen Bruder verabschiedet hatte, hatte es in Strömen geregnet. Er war alleine mit Mike gegangen, seine Mutter hatte sich bereits zu Hause von ihm verabschiedet.

    „Pass auf dich auf.“ Dazu eine Umarmung, mehr hatten sie sich zum Abschied nicht gesagt. Selbst als der Bus schon lange weg war, war Danny noch am Haltepunkt gestanden, bevor ihn das schlimmer werdende Wetter gezwungen hatte, nach drinnen zu gehen.

    Nachdem er den Nachmittag mit seiner Mutter verbracht hatte, war er gegen Abend zurück zum Stargate Kommando gefahren.

    Jetzt stand er vor dem Stargateraum und wartete darauf, dass seine nächste Mission startete. Mike war gut in Kuwait angekommen. Zur Eingewöhnung an das Klima und die Zeitzone verbrachten sie ein paar Tage in der Grenzregion, bevor sie an ihre eigentlichen Einsatzorte versetzt wurden. Danny hatte ihm das Versprechen abgerungen, sich möglichst oft zu melden, mindestens aber einmal in der Woche.

    „Hey Danny! Wie wars bei der Familie?“ Melinda winkte ihm vom Ende des Ganges zu. „Haben sie mir den versprochen Blaubeerkuchen mitgebracht?“
    „Das nicht, aber eine Einladung meiner Mutter, den Kuchen doch mal bei ihr zuhause zu essen.“
    „Schade, hätte ich jetzt gut gebrauchen können.“
    „Haben sie eigentlich keine Angst, dass sich diese ganze ungesunde Esserei eines Tages rächen wird?“
    „Nein, sie etwa?“
    Der Witz schaffte, dass er das erste Mal seit Tagen lachen musste.

    „Wie war es bei ihnen?“
    „Meine Mutter hat geweint.“ Melinda kniff kurz die Lippen zusammen. „Ich auch fast.“
    „Wie bei uns.“
    „Aber es gibt auch gute Nachrichten.“ Sie fing wieder an zu Lächeln. „Mein Bruder ist mit fast mit dem Studium durch und meine Schwester ist wieder schwanger.“
    „Glückwunsch.“
    „Mit Zwillingen.“ Melinda schielte ihm zu. „Ihr Mann ist hellauf begeistert. Endlich hat er einen Grund, den Dachboden auszubauen.“
    „Sicher sehr zu Freude ihrer Schwester.“
    „Worauf sie wetten können.“


    Sie grüßten einen Offizier, der an ihnen vorbei huschte und sie kaum bemerkte.
    „Ihr Bruder hat abgelehnt?“
    „Woher zum Kuckuck wissen sie das schon wieder?“
    „Nun, sie schleichen seit sie wieder hier sind wie ein Geist durch die Gegend und sie hätten ihn mir sicher schon vorstellt, wenn er hier wäre.“ Sie sah ihn an. „Er hat sich also doch für den Einsatz hier entschieden?“
    „Hat er.“
    „Marines.“ Sie fischte in ihrer Hosentasche nach einem Magazin und lud ihre P-90.
    „Sie sagen es.“ Danny sah sich um. „Wo ist Doc Gonzales.“
    „Vielleicht noch bei Peters.“

    „Wie ist das Wetter dort?“
    „Bei unserem Glück Regnet es sicher wie aus Eimern.“ Thomas zog eine Packung Kaugummi aus ihrer Weste und steckte sich einen Streifen in den Mund, dann bot sie Kays einen an.
    „Danke. Die wievielte Mission bei schlechte Wetter ist das jetzt?“
    „Die zehnte.“
    „Haben sie Gonzales davon erzählt?“
    „Neien.“ Melinda erwiderte sein fieses Grinsen. Der Wissenschaftler hasste nichts mehr als Regen und die beiden Soldaten hatten es sich zu einem Art Ritual gemacht, zu Wetten, wie er bei betreten des Planeten reagieren würde.

    „Mein Vorschlag, er flippt total aus, murmelt was von höherer Gewalt und mosert dann den Colonel an.“ Danny steckte sich den Kaugummi in den Mund.
    „Ich sagen, er kramt erst seinen nutzlosen Regenumhang aus, mosert den Colonel und murmelt dann etwas von höherer Gewalt.“
    „Haben sie Beide nichts Sinnvolleres mit ihrer Zeit anzufangen?“ Peters kam die Treppe nach unten und die Lieutenants nahmen Haltung an. „Rühren.“

    „Wir versuchen nur die Wartezeit zu überbrücken, Sir.“ Melinda hielt ihm ebenfalls den Kaugummi unter die Nase.
    „Wollen sie noch einsteigen?“ Danny grinste ihn an.
    „Was steht zum Einsatz?“
    „Haben wir noch nicht ausgemacht.“ Thomas sah zu Kays. „Das Übliche?“
    „Einverstanden.“

    „Und das wäre?“
    „Einmal Frühstück holen, Nachtisch abtreten und Lieblingszeitschrift besorgen.“
    „Okay, ausnahmsweise steig ich mit ein.“ Peters dachte kurz nach. „Er motzt erst mich an, dann kramt er umständlich nach seinem Regenumhange und schmeißt ihn nach ein paar Minuten erfolglos in den Dreck.“
    „Das hatten wir noch nicht.“ Melinda schielte die Männer an. „Irgendwie sehe ich schwarz für mich.“ Sie zog ihre Keykarte durch das Schloß. „Ich besorgen keinen Playboy, dass hat einmal gereicht.“

    Danny klappte die Kinnlade nach unten, dann wandte er sich an seinen Vorgesetzten. „Das ist nicht wahr!“
    Peters grinste ihn an.
    „Wirklich nicht Sir.“ Kays machte, dass er in den Torraum kam. „Melinda, das kriegen sie zurück.“
    „Das müssen sie erst mal fertig bekommen.“

    Nachdem sich die Soldaten vor dem Tor versammelt hatten, öffnete sich die Türe ein weiters Mal und der Wissenschaftler von SG 18 stieß zu ihnen.
    „Warum grinsen sie alle so bescheuert?“
    „Wäre es ihnen lieber, wenn wir sie anstieren würden.“ Peters gab dem Tortechniker das Zeichen zum anwählen.
    „Nein.“
    „Reizend wie immer.“ Melinda überprüfte dem Code des GDO.
    „Wissen sie, irgendwie erinnert er mich an Dr. McKay.“
    „Wenn sie das sagen.“

    Das Wurmloch baute sich auf und Peters gab den Befehl zum Aufbruch.
    „Also, was sagen sie? Kann ich meiner Mutter sagen, dass sie sie besuchen?“ Danny trat durch den Ereignishorizont. Seine Antwort bekam er auf der anderen Seite.
    „Klar, ich freue mich drauf.“

    „Colonel, warum um Himmelswillen bekommen immer wir die Schlechtwettermissionen? Können sie mir das mal sagen.“ Das Geräusch von Klettverschlüssen unterbrach Gonzales Redeschwall. „Diese Caps sind das letzte, ich ab ihnen schon hundertmal gesagt, wir müssen Andere besorgen.“

    „Sieht so aus, als hätten wir verloren.“ Thomas sah zu, wie das Tor sich schloss.
    „Der Tag ist noch lange.“ Danny klopfte ihr auf die Schulter. „Machen wir das Beste draus.“

    -ENDE-


    Turn my mic up louder,
    I got to say somethin.
    Lightweights steppin' aside,
    when we comin.
    Feel it in your chest,
    the syllables get pumpin.
    People on the street,
    they panic and start running.
    Words on loose leaf,
    sheet complete coming.
    I jump on my mind,
    I summon the rhyme of dumping.
    Feeling the blind,
    I promise to let the sun in.
    Sick of the dark ways,
    we march to the drumming.
    Jump when they tell us
    they want to see jumping.
    Fuck that, I want to
    see some fist pumping.
    Risk something.
    Take back what's yours
    Say something that you know
    they might attack you for
    cause I'm sick of being treated
    like I have before.
    Like it;s stupid standing for
    what I'm standing for.
    Like this war is really just
    a different brand of war.
    Like it doesn't cater to the rich
    and an abandoned the poor.
    Like they understand you
    in the back of the jet,
    When you can't put gas in your tank.
    These fuckers are laughing their way
    to the bank and cashing their cheque
    asking you to have compassion and to have some respect.

    For a leader so nervous
    in an obvious way
    Stuttering and mumbling
    for nightly news to replay
    and the rest of the world
    watching at the end of the day
    in the living room laughing
    like what did he say?

    Amen, Amen, Amen, Amen, Amen

    In my living room watching,
    But I am not laughing.
    'Cause when it gets tense,
    I know what might happen.
    The world is cold,
    The bold men take action.
    Have to react,
    To getting blown into fractions.

    10 years old is something to see,
    Another kid my age dragged under a jeep,
    Taken and bound and found later under a tree,
    I wonder if he even thought the next one could be me.
    Do you see?
    The soldiers that are out today.
    That brush the dust with bulletproof vests away.
    It's ironic.
    At times like this you pray,
    But a bomb blew the mosque up yesterday.
    There's bombs in the buses, bikes, roads,
    inside your markets,your shops, your clothes,
    My dad, he's got a lot of fear I know
    but enough pride inside not to let that show.
    My brother had a book he would hold with pride
    A little red cover with a broken spine.
    In the back he hand wrote a quote inside,
    when the rich wage war, it's the poor who die.

    Meanwhile, the leader just talks away
    Stuttering and mumbling
    for nightly news to replay
    and the rest of the world
    watching at the end of the day
    both scared and angry
    like what did he say?

    Amen, Amen, Amen, Amen, Amen.

    With Hands Held High
    into a sky so blue
    as the ocean opens up
    to swallow you.

    With Hands Held High
    into a sky so blue
    as the ocean opens up
    to swallow you...
    Um die Welt in einem Sandkorn zu sehen und den Himmel in einer wilden Blume,
    halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit.
    -William Blake-

    Meine neue FF:
    Willkommen in Atlantis

    Kleine Geschichten aus dem Stargate Universum:
    Atlantis Songbook

    Ich bin nicht verrückt, nur nicht normal. Normalsein ist langweilig!

  14. Danke sagten:


  15. #14
    Auf der Suche Avatar von Kathi90
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    Hallöchen!

    Hab grad neben dem Lesen, das Lied laufen und das macht diesen neuen Teil noch schöner zum lesen. Hat mir wieder super gefallen und auch die kleinen Details wieder wie das hier:

    Melinda und Nick sahen auf, als ein Wagen durch die Einfahrt zum Landhaus der Thomas einbog und sich neben den Autos von Mariah und ihnen einordnete. Fast gleichzeitig mit dem ersterben des Motors begann ein Hund zu bellen. Mit fröhlich wendelndem Schwanz lief er auf das Auto zu und sprang den Fahrer sofort an, als er die Türe öffnete.
    Da könnte ich immer wieder darin versinken

    ~. .~. .~. .~. .~. .~

    Meine Lily-Reihe

  16. #15
    Immer auf der Jagd nach Mäusen Avatar von Selana
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    Das war jetzt echt schön, da kann man so richtig mit träumen, wenn man das Lied dazu hört.

    Auch die Story dazu hat mir ganz super gefallen.
    Atlantis forever

  17. #16
    kolonialer Spion Avatar von Scout
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    Hi

    Ich hatte beim Lesen auch das Lied an. Das hat mir wieder sehr gut gefallen und ist wirklich eine sehr gut gelungene Studie über Menschen und deren Beziehungen zueinander. Passt super zum Text. Haste wirklich toll hingekriegt. Man kann sich die Familienbande richtig gut vorstellen!



  18. #17
    Major General Avatar von Kris
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    Das ist hübsch. Eine wirklich schöne Geschichte, und die Idee mit den eigenen Charakteren bietet dir viel mehr Möglichkeiten als wenn du welche von den durch die Serien bekannten genommen hättest!
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  19. #18
    LC "Absolutely Doctored" Avatar von Rijan
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    Wieder ist dir ein sehr berührender Blick in die Privatsphäre deiner Charaktere gelungen - wobei ich bei den Geschwistern ein bissl den Überblick verloren hab - aber ich bin Geschwister wohl nicht gewöhnt *lächel*. Hat mir sehr gut gefallen und Linkin Park hab ich mir natürlich angehört - Mann, so viele Worte in so wenig Zeit . Berührend! Danke dir!!!! Wunderschöner Abschluss eines Tages LG Rijan
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    Ever lived a "Twilight Life"?
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    Die Zeit hat viele Eigenschaften, die man auch Gott nachsagt...
    und wenn die Zeit Gott ähnlich ist, muss die Erinnerung wohl
    der Teufel sein. Outlander Series, Vol. 6 (Doug Watkins / Diana Gabaldon)
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    Fast track to my stories in SGP: Bevin's Dragons
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