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Thema: Eure Meinungen zum Suizid

  1. #81
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Sterbehilfe ist ein schwieriges Thema und wird es wohl immer bleiben. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sie missbraucht würde. Auf der anderen Seite sollte sie für schwerwiegende Erkrankungen, wo es aufs Ende zugeht und der Patient wirklich leidet und er es möchte, durchaus zugelassen werden. Dennoch täte ich mich mit der Entscheidung schwer, aber ich denke, das kann man einfach nicht beurteilen, wenn man nicht in der Situation ist und hoffentlich müssen wir das auch niemals.

    In erster Linie sollte jeder von uns insoweit vorsorgen, dass die nahen Angehörigen eine Patientenverfügung in den Unterlagen haben!
    Da haben wir jetzt 2 Fälle in der Familie (gehabt), wo diese eine Rolle gespielt hat.

    1. Meine Oma war seit 7 Jahren schwerst dement und ich habe immer gesagt, dass das kein Leben mehr ist. Man drehte sich um und sie hatte im selben Moment vergessen, dass man da war. Nie im Leben würde ich hier Sterbehilfe verlangen, auch wenn die Kosten natürlich horrend sind, die auf die Angehörigen zukommen und auch auf den Staat.

    Nun begann Mitte September die Leber zu versagen und das Altenheim rief an, dass sie für den Transport ins Krankenhaus vorbereitet würde, mit 91 Jahren!! Meine Mutter und Tante konnten es im letzten Moment aufhalten, da die Patientenverfügung vorlag und das Altenheim wusste das auch.
    Sie hat sich seit über 10 Jahren geweigert, ins Krankenhaus zu gehen. Das hat sie also noch bei klarerem Verstand immer wieder gesagt, sollte mal was sein!

    In der Nacht zum 03.10. ist sie dann friedlich eingeschlafen. Im Krankenhaus wäre sie an die Maschinen gekommen und wäre womöglich nochmal ein paar Wochen aufgepäppelt worden.

    (Die Tante meines Opas hat übrigens mit 95 Jahren einen Herzschrittmacher erhalten und wurde stolze 103 Jahre alt. Kann man auch den Kopf drüber schütteln, aber Ärzte müssen halt Leben retten und wenn man noch so alt ist)


    2. Der Bruder meines Opas ist ebenfalls schwerst dement. Er müsste so Mitte 80 Jahre sein. Die haben es verpasst, die Patientenverfügung aufzusetzen. Nun wird der arme Kerl, weil er dem Altenheim zu lästig ist (meine Oma war GsD nicht in diesem Laden) regelmäßig einmal im Monat ins Krankenhaus zur Behandlung gesteckt. Er erkennt seine eigene Frau nicht mehr und auch hier ist es kein Leben mehr. Man liegt nur noch in der Gegend rum und wartet auf Tag X.

    Dennoch sind diese Fälle kein Grund zur Sterbehilfe! Die Patientenverfügung sorgt nur vor, wenn es wirklich auf's Ende zugeht und man nicht an lebenserhaltene Maschinen angeschlossen werden möchte, wie nun bei meiner Oma.


    Es gibt ohne Frage Situationen, wo man Sterbehilfe anwenden sollte, wenn der Patient es möchte, aber ich befürchte wirklich, dass sie eher missbraucht würde. Nicht nur von den Angehörigen sondern auch von gewissenlosen Ärzten (die es sicher auch geben wird), Thema Organspende/Organhandel.

    Also ja, ich bin gegen legale Sterbehilfe!
    Geändert von stargatefan74 (10.11.2014 um 07:32 Uhr)

  2. #82
    Leitung: Forum Avatar von Redlum49
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    Zitat Zitat von stargatefan74 Beitrag anzeigen
    (Die Tante meines Opas hat übrigens mit 95 Jahren einen Herzschrittmacher erhalten und wurde stolze 103 Jahre alt. Kann man auch den Kopf drüber schütteln, aber Ärzte müssen halt Leben retten und wenn man noch so alt ist)
    Wieso? Was spricht grundsätzlich dagegen jemanden einen Herzschrittmacher zu geben nur weil er alt ist?


    Was Selbstmord angeht, muss man auf jeden Fall differenzieren. Aber zumindest wenn sich jemand bewusst, im Vollbesitz seiner/ihrer geistigen Kräfte dafür entscheidet, um einem krankheitsbedingten vorgezeichneten schmerzhaften Tod abzukürzen, sollte man diese Entscheidung auch zulassen und respektieren und nicht willkürlich von Politikern festgelegte Gesetze/Verbote darüber entscheiden lassen.

  3. #83
    Just a Lizard Wizard in a Blizzard Avatar von Woodstock
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    Zitat Zitat von Redlum49 Beitrag anzeigen
    Wieso? Was spricht grundsätzlich dagegen jemanden einen Herzschrittmacher zu geben nur weil er alt ist?


    Was Selbstmord angeht, muss man auf jeden Fall differenzieren. Aber zumindest wenn sich jemand bewusst, im Vollbesitz seiner/ihrer geistigen Kräfte dafür entscheidet, um einem krankheitsbedingten vorgezeichneten schmerzhaften Tod abzukürzen, sollte man diese Entscheidung auch zulassen und respektieren und nicht willkürlich von Politikern festgelegte Gesetze/Verbote darüber entscheiden lassen.
    Was ist aber wenn der Patient nicht stirbt, sondern nur starke Schmerzen hat. Ab wann ist es erträglich und wann nicht?

    Zitat Zitat von stargatefan74 Beitrag anzeigen
    (Die Tante meines Opas hat übrigens mit 95 Jahren einen Herzschrittmacher erhalten und wurde stolze 103 Jahre alt. Kann man auch den Kopf drüber schütteln, aber Ärzte müssen halt Leben retten und wenn man noch so alt ist)
    Wieso Kopf schütteln? Sie hat die Jahre vielleicht noch genoßen. Immerhin 8 Jahre mehr in der man die Enkel aufwachsen sehen kann. Acht mal mehr Weihnachten usw. Es gibt auch schöne Seiten.
    Geändert von Woodstock (10.11.2014 um 18:46 Uhr)
    "This is the kind of conversation that can only end in a gunshot."
    Administrative Postings meiner Person im Zuge meiner Betätigung auf Stargate-Project.de als Moderrator sind in roter Schrift verfasst. Andersfarbige Postings sind als Bekundung meiner eigenen Meinung zu werten.

  4. #84
    Leitung: Forum Avatar von Redlum49
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    Zitat Zitat von Woodstock Beitrag anzeigen
    Was ist aber wenn der Patient nicht stirbt, sondern nur starke Schmerzen hat. Ab wann ist es erträglich und wann nicht?
    Gute Frage, die man wohl nicht so pauschal beantworten kann. Im Zweifelsfalle sollte aber auch hier die Entscheidung bei jedem Mensch selber, statt bei anderen liegen. Beziehungsweise überhaupt die Möglichkeit bestehen, dass man legal über sein eigenes Leben entscheiden darf.

  5. #85
    Just a Lizard Wizard in a Blizzard Avatar von Woodstock
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    Zitat Zitat von Redlum49 Beitrag anzeigen
    Gute Frage, die man wohl nicht so pauschal beantworten kann. Im Zweifelsfalle sollte aber auch hier die Entscheidung bei jedem Mensch selber, statt bei anderen liegen. Beziehungsweise überhaupt die Möglichkeit bestehen, dass man legal über sein eigenes Leben entscheiden darf.
    Nicht unbedingt. Für den einen sind die Schmerzen erträglich, für den anderen nicht aber eigentlich ist es kein Grund einfach aufzugeben. Bietet man Menschen den schnellen Ausweg, neigen sie dazu ihn zu nehmen.
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  6. #86
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Zitat Zitat von Woodstock Beitrag anzeigen
    Was ist aber wenn der Patient nicht stirbt, sondern nur starke Schmerzen hat. Ab wann ist es erträglich und wann nicht?


    Wieso Kopf schütteln? Sie hat die Jahre vielleicht noch genoßen. Immerhin 8 Jahre mehr in der man die Enkel aufwachsen sehen kann. Acht mal mehr Weihnachten usw. Es gibt auch schöne Seiten.
    Ja, es gibt sicher Vor- und Nachteile. In dem Fall war es in der Tat nur lebensverlängernd. Sie lebte zu der Zeit schon seit gefühlten 20 Jahren im Altenheim. Ich kannte sie gar nicht anders. Sie war allerdings, wenn ich mich richtig erinnere, nicht dement. Aber dennoch für so eine OP schon ein sehr stolzes Alter.


    Schmerzen alleine begründen keine Sterbehilfe. Die einen sterben schon förmlich vor Schmerzen, während andere im selben Stadium kaum mit der Wimper zucken.

    Es muss eindeutig feststehen, dass die Lebenserwartung aufgrund einer Krankheit auf wenige Wochen beschränkt ist. Das muss 100% sicher sein. Da kann man durchaus über Sterbehilfe nachdenken, aber es ist einfach sehr schwierig das einzugrenzen. Ich möchte die Entscheidung nicht treffen und ich denke, dass die Mehrheit der Patienten diese Entscheidung mit klarem Verstand gar nicht mehr treffen können und da hilft dann wiederum nur die Patientenverfügung.

  7. #87
    There is good in you... Avatar von Chayiana
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    Zitat Zitat von Woodstock Beitrag anzeigen
    Nicht unbedingt. Für den einen sind die Schmerzen erträglich, für den anderen nicht aber eigentlich ist es kein Grund einfach aufzugeben. Bietet man Menschen den schnellen Ausweg, neigen sie dazu ihn zu nehmen.
    Also meinst du, dass jeder - egal ob er schon Jahre an den schlimmsten Schmerzen leidet - einfach weitermachen soll? Sich und seine Familie weiter quaelen soll? Sorry, aber ich glaube, wir koennen kaum nachempfinden, was Schmerzpatienten zum Teil mitmachen. "Nicht aufgeben" ist da ein bisschen zu einfach gesagt.

    Ich fuer meinen Teil sehe das genau wie Redlum. Ich bin auch dafuer, dass jeder ueber sein eigenes Leben bzw. das Ende davon selbst entscheiden koennen muss, sofern natuerlich eine gerechtfertigte Indikation vorliegt. Und ich bewundere Brittany Maynard dafuer, dass sie es durchgezogen hat und somit die Diskussion wieder neu entfacht hat.

    Einzig problematisch finde ich es bei Personen, die nicht mehr selbst entscheiden koennen, sei es, weil sie z.B. dement sind oder im (Wach-)Koma liegen und sich nicht verstaendlich machen koennen. Und deshalb sollten wir eigentlich alle eine Patientenverfuegung hinterlegen. Ich moechte nicht, wenn es tatsaechlich hoffnungslos ist, noch Monate oder Jahre am Leben erhalten werden und meine Familie damit belasten. Den Gedanken finde ich ganz fuerchterlich.

  8. #88
    Major General Avatar von Kris
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    Es ist jedem Fall anders und immer wieder neu. Meine Mutter hatte keine Patientenverfügung hinterlassen, so dass es an meinem Bruder und mir lag, entscheiden zu müssen, was zu tun ist. Und ja, es hat uns im August ziemlich Alpträume beschert, darüber zu entscheiden, sie sanft einschlafen zu lassen, als absehbar war, dass die Alternative nur noch ein paar Wochen des erzwungenen Dahinsiechens im Krankenhaus und in einem Pflegeheim gewesen wäre.

    Was Suizid angeht - der ist selten geplant, sondern meistens eine Kurzschlusshandlung, wenn ein belastender Zustand durch einen kleinen Auslöser (Streit, Brief vom Amt, etc.) absolut hoffnungslos wird, und man in diesem Moment einfach nichts mehr ertragen kann und will.
    Ein langjähriger Bekannter hat mir erst kürzlich erzählt, wie es bei ihm gewesen ist (er wurde rechtzeitig gefunden), so dass ich jetzt weiß, auf welche Warnsypmtome ich achten muss um gar nicht erst in diese Lage zu geraten - doch ob das dann wirklich im Ernstfall hilft?
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  9. #89
    Just a Lizard Wizard in a Blizzard Avatar von Woodstock
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    Zitat Zitat von Chayiana Beitrag anzeigen
    Also meinst du, dass jeder - egal ob er schon Jahre an den schlimmsten Schmerzen leidet - einfach weitermachen soll? Sich und seine Familie weiter quaelen soll? Sorry, aber ich glaube, wir koennen kaum nachempfinden, was Schmerzpatienten zum Teil mitmachen. "Nicht aufgeben" ist da ein bisschen zu einfach gesagt.
    Finde ich nicht. Alles was ich meine ist, wenn die Option erstmal da ist, gibt es viele die danach greifen die es eigentlich nicht sollten. Bzw. es übertrieben ist.
    Zitat Zitat von Chayiana Beitrag anzeigen
    Ich fuer meinen Teil sehe das genau wie Redlum. Ich bin auch dafuer, dass jeder ueber sein eigenes Leben bzw. das Ende davon selbst entscheiden koennen muss, sofern natuerlich eine gerechtfertigte Indikation vorliegt. Und ich bewundere Brittany Maynard dafuer, dass sie es durchgezogen hat und somit die Diskussion wieder neu entfacht hat.
    Was wäre eine gerechtfertigte Indikation? Da muss doch am Schluss auch wieder jemand anderes darüber entscheiden ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Kurzum, jemand entscheidet über Leben und Tod. Der Patient legt sein Anliegen vor und kann akzeptiert oder abgelehnt werden.
    Zitat Zitat von Chayiana Beitrag anzeigen
    Einzig problematisch finde ich es bei Personen, die nicht mehr selbst entscheiden koennen, sei es, weil sie z.B. dement sind oder im (Wach-)Koma liegen und sich nicht verstaendlich machen koennen. Und deshalb sollten wir eigentlich alle eine Patientenverfuegung hinterlegen. Ich moechte nicht, wenn es tatsaechlich hoffnungslos ist, noch Monate oder Jahre am Leben erhalten werden und meine Familie damit belasten. Den Gedanken finde ich ganz fuerchterlich.
    So geht es mir auch. Daher gehe ich offen mit meiner Meinung um und vertraue meiner Familie und meinen Freunden damit. Sind alle momentanen, wissenschaftlichen Möglichkeiten erschöpft, soll man mich ausschlachten und abschalten.
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