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Thema: [SG/Multi-Crossover] Odyssee

  1. #61
    General im Vorruhestand Avatar von Jonathan J. O´Neill
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    Laut meinem Kalender ist es heute wieder soweit.
    Ein großes Danke gilt allen stillen und treuen Lesern sowie Ehre_Sei_den_Ori & John‘s Chaya, die den Button gedrückt haben

    Viel Spaß mit dem dritten und letzten Teil, ehe das nächste Kapitel dann die Staffel abschließen wird.
    Doch zunächst einmal wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen


    Odyssee
    Folge 2.19 Vagabunden des Alls, Teil 3


    Milchstraße
    Mars
    SGCB - Zellentrakt

    Für viele unerwartet ertönte der schrille Alarm durch die Korridore der Basis. Man war davon so sehr überrascht worden, dass man es zunächst für einen Fehlalarm hielt, ehe einige der dann doch herbeigeeilten Wachen mehrere ihrer bewusstlosen Kameradinnen und Kameraden vorfanden.

    “Es ist Kira Miller!”, hustete einer von ihnen. “Sie hat sich irgendwie aus ihrer Zelle befreien können. Verflixt noch eins - tut das vielleicht weh!”

    Die Suchtrupps kamen aber zu spät, denn die Ringe, die nach oben zur Hangarebene führten waren schon bereits vor einigen Minuten genutzt worden.

    Marsoberfläche
    Goa’uld-Tel’tak

    Nach einer sehr nervenaufreibenden Flucht, die etwa eine halbe Stunde nach dem mehr als nur geglücktem Ausbruch dauerte, befand sich die entflohene Goa’uld-Spionin bei ihrer Auftraggeberin wieder.

    “Hat alles gut geklappt. Wobei ich erst annahm, dass ich von einer Zweiereskorte zu einem weiteren… sinnlosen Verhör gebracht werden würde… stattdessen bekam ich eine Waffe und eine Code-Karte ausgehändigt”, murmelte die Goa’uld an die Adresse von Athene gerichtet.
    Diese nickte lächelnd und erklärte: “Diese beiden gehören zu uns. Es handelte sich dabei um Nike und Bastet, die unten auf der Erde für unsere Herrschaft über die Tau’ri alles vorbereiten werden. Und Du wirst weiterhin für uns die Luzianische Allianz aushorchen und alle wichtigen Informationen an uns weiterleiten!”
    “In Ordnung! Zwei Polizistinnen für diese Aufgabe zu erwählen ist ein sehr guter Plan.”
    “Das wissen und hoffen wir sehr Morrigan. Denn uns dürfen absolut keine Fehler mehr unterlaufen, sonst ist die Rasse der Goa’uld möglicherweise dem endgültigen Untergang geweiht!”, mahnte Selene eindringlich, die das Frachtschiff in den Hyperraum steuerte.

    Erde
    Deutschland - Hamburg

    “Ich hasse es!”
    “Was meinst Du damit - Bastet?”
    “Befehle befolgen zu müssen, Nike.”
    “Ach, aber…”
    “Nein! Verstehe mich bitte nicht falsch. Der Job hier, den meine Wirtin hat, stellt keinerlei Probleme dar. Gefällt mir sogar. Aber ich meinte damit nach der Pfeife von Athene tanzen zu müssen - dies missfällt mir, meine liebste Freundin!”
    “Tja, so ist es…”
    “Blödsinn. Abgesehen davon, dass wir an der vordersten Linie stehen und somit unser beider Leben riskieren müssen, während sich obendrein Athene und Selene in eine andere Galaxie verkrümeln, könnten wir auch die Erde alleine beherrschen. Obwohl ich mich frage, wie das gehen soll, wenn wir nicht Millionen oder Milliarden dieser Menschen hier umbringen… Hm, vielleicht sollten wir es doch mal besser mit der Tok’ra-Philosphie versuchen…”
    “Was? Habe ich mich da gerade verhört? Bist Du krank oder was?”
    “Nein. Anders haben wir beide wohl keine Überlebenschance, vermute ich mal”, antwortete Bastet mit einem nachdenklichen Gesicht, während Nike sie nur wortlos für einige Minuten perplex anstarrte.

    “Wie sollen wir das anstellen? Uns als Goa’uld zu erkennen geben, etwa? Dann wären wir in nur wenigen Minuten in einer Zelle - im besten Fall… oder aber auch tot.”
    “Nun ja, wir könnten vorgeben schon seit unserer Jugend Goa’uld zu sein. Wir müssten dafür aber noch unsere Wirtinnen überzeugen.”
    “Ha!”, machte Nike. “Du hast echt einen Knall Bastet. Also wirklich…”

    “Jeanne! Jasmin! Seid ihr noch da, oder macht ihr zwei etwa schon Feierabend?”, fragte eine leicht verärgerte Stimme aus dem Lautsprecher ihres Funkgerätes.

    USA - Los Angeles

    Schon seit geraumer Zeit ging MacGyver in seiner Wohnung systematisch vor. Nachdem er im Arbeits- und Wohnzimmer fertig war, nahm er sich nun seinen Kleiderschrank im Schlafzimmer vor, daraus entnahm er immer wieder einige Sachen um diese in einer der drei großen Reisetaschen zu verstauen.

    “Oh! Wie ich sehe packst Du bereits. Das ist wirklich hervorragend Mac, denn ich habe da…”, erzählte Jack Dalton gutgelaunt, der einfach keine Lust mehr gehabt hatte zu warten, und einfach die Wohnung seines alten Freundes betreten hatte. Er wollte gerade von seiner neuesten Geschäftsidee erzählen, als er stoppen musste, weil Angus ihn böse ansah.
    “Tut mir Leid Jack! Aber ich muss Dich enttäuschen… ich packe für die Destiny-Mission!”

    “Das würde ich mir an Deiner Stelle noch einmal gut überlegen, denn es könnte mit großer Sicherheit eine Reise ohne Rückkehr zur Erde werden”, warf Peter Thornton mit einem schweren Seufzer ein, der es sich in einem Sessel bequem gemacht hatte, ehe Jack Dalton etwas erwidern konnte.
    Dieser Umstand brachte ihm einen gehörigen Schrecken ein, da er angenommen hatte MacGyver alleine in dessen Wohnung anzutreffen.


    Andromeda-Galaxie
    Cyrannus Star System
    Armada der Zylonen - Flaggschiff

    Die gewaltige Angriffsarmada der Zylonen hatte sich schon seit geraumer Zeit aufgeteilt. Eine Armada jagte der von der Galactica begleiteten Flüchtlingsflotte hinterher, einige andere suchten ebenfalls nach weiteren Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet waren, und eine andere hielt sich immer noch als Besatzungsmacht in den Sonnensystemen der Zwölf Kolonien von Kobol als Besatzungsmacht auf.
    Und in der Letztgenannten hielt sich eine bekannte Figur auf. Es war Sharon Satterfield, die eher rein zufällig mitbekommen hatte, dass geplant war sie zur Heimatkolonie der Zylonen zu transferieren um so besser für ihre Sicherheit sorgen zu können. Denn ihr Wissen und ihr Körper waren für das Volk der Zylonen einfach zu wertvoll. Vor allem hatte eine Erkenntnis alle erschreckt: Es gab noch weitere Menschen in einigen anderen Galaxien. Deswegen hatten einige Einser bestürzt geäußert: “Das artet ja in Arbeit aus, um das Universum von dieser Plage zu befreien!”

    Doch Sharon Satterfield hatte den Beweis, dass es ihr Team immer noch da draußen irgendwo gab, weswegen in ihr der Wunsch wuchs die Zylonen so bald es ihr nur möglich war zu verlassen und um ihre alten Freunde vor deren Pläne zu warnen.


    Milchstraße
    Erde
    USA - Homeworld Command

    Erneut klopfte es mehrere Male an die Tür, die von Jack O’Neills privatem Quartier auf dem Stützpunkt. Um gar nicht in seiner notwendigen Ruhe gestört zu werden hatte er extra ein Schild mit der Aufschrift: “NICHT STÖREN!!!” außen angebracht.

    Als dann aber auch noch zusätzlich das Telefon neben seinem Bett zum Leben erwachte, war es endgültig vorbei mit der Ruhe für den General.

    “General O‘Neill! Was soll das? Kann man nicht einmal ein paar Stunden pennen ohne gestört zu werden?”, grunzte er grob in den Hörer, ohne zu wissen wer sich überhaupt am anderen Ende der Leitung befand.
    “Was? Maybourne?… Wie bitte?… Oh, Mann!… Aha. Okay. Wenn es denn sein muss… Richten Sie ihrer Majestät aus, dass ich unterwegs bin Lieutenant!”, brummte der General, dann legte er auf.
    “Auch das noch. Was zur Hölle will denn der jetzt schon wieder von mir und hier?”, murmelte Jack immer noch schläfrig.


    Pegasus-Galaxie
    Atlantis

    Mit den neueingestellten Tiefraumsensoren und einem Apparat, den vor vielen Monaten Todd der Wraith John Sheppard ausgehändigt hatte, konnten die Bewohner von Atlantis beinahe alle Schiffe der Wraith in einem Großteil der Galaxis im Blick behalten. Dies war natürlich vom großen Nutzen für die bevorstehende Destiny-Mission.

    Aber die aktuellen Bewegungen sämtlicher Wraith-Flotten sorgten bei allen im Raum für großes Unbehagen. Denn die Wraith schienen sich nicht mehr nur auf ihre eigenen Territorien zu konzentrieren und diese zu verteidigen, sondern damit beschäftigt zu sein die Pegasus systematisch zu durchstreifen.

    “Sie haben Recht, Doktor Zelenka. Das könnte ein großes Problem für uns alle werden”, stellte Richard Woolsey fest, der gerufen worden war um die aktuelle Entwicklung selber in Augenschein zu nehmen.
    Der Tscheche nickte und bestätigte die Annahme des Leiters: “Dadurch das bereits über die Hälfte der Wraith die Pegasus verlassen hat und in die Milchstraße gezogen ist, verteilen sich die hiergebliebenen neu.”
    “Ja. Aber es gibt auch Zusammenschlüsse. Neue Allianzen”, stellte Colonel Sheppard fest.
    Darauf reagierte Ronon mit der Bemerkung, dass es dadurch auch zu Spannungen unter den verschiedenen Wraith-Stämmen kommen wird, was wieder gut für alle Menschen in der Pegasus-Galaxie wäre.
    Es war ihm und auch Teyla sofort aufgefallen, dass es etwa 5 große und etwa 3 kleine solcher Zusammenschlüsse der Wraith gab, die ihre Flotten neu formierten.


    Milchstraße
    Erde
    USA - Homeworld Command

    “König Arkhan I. hier auf der Erde - welche Ehre!”, erklärte General O’Neill, als er das noble und komfortable VIP-Quartier betrat, wo sein Gast schon seit einer guten Stunde auf ihn wartete.
    “Hallo Jack! Schön Sie wiederzusehen.”
    “Gleichfalls. Ah ja, was gibt es dieses Mal?”
    “Die Wraith waren, wie auf der Tafel beschrieben, bei uns gewesen. Doch Dank meiner Erkenntnisse, die immer noch sehr viele meiner treuen Untertanen nach wie vor als seherische Gaben betrachten, kam niemand direkt zu schaden. Die Angreifer sind seit etwa einem halben Tag weg. Aber bevor sie uns verließen, haben sie wohl aus Wut darüber keine Beute gemacht zu haben, sehr viel verwüstet oder unwiederbringlich zerstört”, antwortete Harry betrübt, womit seinem Gesprächspartner schnell klar wurde, worum es in dem Gespräch gehen würde - nämlich um humanitäre Hilfe.

    Los Angeles - MacGyvers Wohnung

    So einige Stunden waren vergangen, da erklärte auch Pete seine Absicht Mac bei seiner Reise zumindest bis auf dem Mars zu begleiten.
    “…und wenn ich die Tests bestehen sollte, komme ich natürlich mit auf die Destiny”, legte Thornton für sich den weiteren Ablauf fest.

    “Dann wäre das ja beinahe wie in alten Zeiten Freunde”, stellte Jack fest, “denn ich werde auch mitkommen. Ihr glaubt doch nicht etwa, dass ich euch beide alleine lasse. Ohne mich seit ihr da draußen im All doch aufgeschmissen!”
    Diese Ankündigung brachte dem Mann mit dem markanten Schnauzer fragende Blicke ein. Weswegen er mit den Worten: “He! Die brauchen bestimmt noch ein paar gute Piloten da draußen.“ - reagierte.

    “Na, das kann ja heiter werden”, flüsterte daraufhin Pete leise Mac zu.
    “Ja. Ich erinnere mich auch daran, dass es immer andersherum war”, raunte jener ebenso leise zurück.


    Andromeda-Galaxie
    Battlestar Minas

    In der letzten Zeit hielt sich der Kampfstern immer des Öfteren außerhalb des Cyrannus Star Systems auf. Auch wagte er sich weiter hinaus um die Lage zu erkunden und nach schutzlosen zivilen Flüchtlingsschiffen zu suchen, die man kapern und ausplündern konnte. Doch diese wurden weniger, da sie entweder schon von den Zylonen aufgebracht worden sind, oder sich einer Flotte von mehreren Kampfsternen als Geleit angeschlossen hatten, von denen es einige gab um eine neue Heimat zu suchen.

    “Unsere Lager sind beinahe alle voll. Aber wir benötigen noch einige weitere Vorräte…”, eröffnete Joana Edwards die tägliche Lagebesprechung, die dann auch laut das Thema ansprach sich eine neue Heimat zu suchen.
    Am Ende ihres Vortrags meinte ihr XO: “Klingt alles sehr vernünftig. Doch wie schon bereits erwähnt wurde, brauchen wir noch einige Thyliumvorräte, da diese Reise sehr lange dauern könnte - vermutlich zwei bis drei Jahre. Wofür ein Kampfstern dieser Klasse ausgelegt ist.”

    Kurz darauf gingen beide mit dem übrigen Führungsstab in die Beratungen für das weitere Vorgehen mit den kleineren Details weiter.
    Mittendrin wurde dann aber unerwartet der Alarm ausgelöst. Hastig sprangen alle auf um zusammen die Offiziersmesse zu verlassen und in das CIC zu eilen.

    “Commander. Es sind 3 Basisschiffe der Zylonen!”
    “Verflucht! Koloniale Flüchtlinge wären mir lieber gewesen… Sprung vorbereiten und dann zu den Notfallkoordinaten!”, befahl Joana Edwards.
    “Sir. Der FTL-Antrieb ist Offline! Ist gerade eben passiert…”
    “Was?”
    “Der ist defekt! Da muss beim letzten kleinen Gefecht mit dem einen Basisschiff irgendein Schaden auftreten sein, der…”, meldete die neue Kommunikationsoffizierin rasch.
    “Gefechtsbereitschaft für das gesamte Schiff!”, befahl daher Derek, der seit der Meuterei zum XO wurde, verärgert.

    Somit machte sich auf diese Weise das schlechte und kriminelle Vorgehen der Crew von der Minas bemerkbar. Denn hätte man auf Zusammenarbeit mit anderen Schiffen, egal ob militärisch oder zivil gesetzt, hätte man bessere Verteidigungsoptionen gehabt.
    Aber so sah es schlecht bestellt um die Zukunft aller Menschen an Bord aus.

    Auf den DRADIS-Monitoren im Combat Information Center konnten alle mit ansehen, wie schnell die drei Schiffe der Zylonen damit begonnen hatten sie in die Zanke und unter Beschuss zu nehmen.
    Diese machten sich als heftige Erschütterungen bemerkbar, die die gesamte Minas beinahe ohne Unterbrechungen erzittern ließen.

    An Bord der Minas arbeiteten die Mechaniker und Techniker fieberhaft am FTL-Antrieb, wobei sie sämtliche Energie - und Steuerungsleitungen abtrennten um das Schiff nicht zu gefährden.

    Im Maschinenraum wandte sich einer der Mechaniker an einen der Sträflinge, der die Arbeitenden überwachen sollte, und schrie laut über den Lärm hinweg: “Melden Sie unserer Befehlshaberin das wir noch mehr Zeit benötigen - etwa noch 15 bis 20 Minuten!”

    Währenddessen ging der Beschuss der Zylonen pausenlos weiter, die vollkommen unerwartet auf die Minas gestoßen waren. Diese nahmen bereits seit einiger Zeit bewusst sämtliche Geschütztürme des Kampfsterns unter Beschuss, um diese auszuschalten. Doch wunderten sie sich sehr darüber dass bislang noch keine Viper und Raptor gestartet worden waren, obwohl die Abwehrgeschütze schon eine Schutzzone aufgebaut hatten, die dies ermöglichten.

    Die Besatzung an Bord der Minas hatte zudem wegen dem pausenlosen Dauerbeschuss durch die Basisschiffe der Zylonen mit immer mehr Bränden zu kämpfen, die teilweise zusätzlich auch noch von Explosionen begleitet wurden.

    “Commander! Wir haben erneut einige unserer wichtigsten Geschütztürme verloren! Wenn wir nicht bald von hier verschwinden können, dann sind wir erledigt!”, schrie Derek, der XO über den Tumult hinweg, in dessen Blick bereits die blanke Panik zu erkennen war.
    Kurz darauf rannte einer der Mechaniker vollkommen aus der Puste, so schnell ihn seine Füßen hatten dorthin bringen können, in das CIC.
    “Sir! Wenn wir springen wollen, dann sollten wir es jetzt tun. Der FTL-Antrieb ist unter größten Anstrengungen notdürftig repariert”, sprach er endlich die erlösenden Worte, bevor er kollabierte.
    “Den Göttern sei Dank! Sofort den Sprung durchführen! Und Sprung! Sprung!”, befahl Joana Edwards sofort panisch.

    Die Battlestar Minas verschwand in einem grellen Überlichtblitz gerade noch rechtzeitig, da etliche Atomwaffen der Zylonen sonst für ihre Vernichtung gesorgt hätten.

    Einige Lichtjahre weiter von ihrer alten Position entfernt tauchte der Kampfstern wieder auf. Und nach der Überprüfung sämtlicher Schadensberichte wurde eines klar, die Minas würde keinen Kampf mehr überstehen.

    “Wir müssen evakuieren, Derek!”, flüsterte Joana leise ihrem XO ins Ohr.
    Dieser nickte kaum bemerkbar und raunte ruhig und leise zurück: “Das ist leider wahr. Leider haben wir nicht genug Viper, Raptor und Shuttles für alle hier an Bord…”
    “Ich weiß. Vorschläge?”
    “Bringen wir uns in Sicherheit. Es können nicht alle überleben…”

    “Hm. Lieutenant. Wie viele Überlichtsprünge haben wir noch?”, fragte die Kommandantin dann nach kurzer Überlegung laut.
    “Laut unserer Anzeigen… maximal 3, Sir!”, lautete die Antwort der Offizierin.

    “Was hast Du vor Joana?”, erkundigte sich der XO.
    “Die Leonis finden. Und damit meinen Cousin Jonas. Er hält sich mit großer Sicherheit noch in der Nähe unseres Heimatsystems auf…”
    “Die werden uns nicht gerade auf die Schultern klopfen, sondern wohl die meisten von euch Militärs durch die Luftschleuse werfen, oder gleich erschießen lassen!”, warnte sofort Derek daraufhin leise zischend.
    “Aber nicht mein Cousin. Er wird mich nur in eine Zelle sperren”, hoffte die junge Frau.


    Battlestar Leonis - CIC

    “Ist der Kontakt auf dem DRADIS immer noch auf derselben Position, Colonel Hale?”
    “Ja, Commander. Und wenn die Daten hier stimmen, dann handelt es sich dabei um die Minas. Geben Sie Befehl zum Angriff, Sir?”
    “Noch nicht! Waffen noch ruhen lassen! Gab es bislang irgendwelche Versuche von der Minas uns zu kontaktieren?”, fragte Jonas Edwards an seinen Kommunikationsoffizier gerichtet.
    Dieser schüttelte den Kopf, und sagte: “Noch kein Mucks Sir.”
    Dafür meldete sich dafür der Taktikoffizier zu Wort, welcher vermeldete: “Von der Minas wurden soeben Viper, Raptor und Shuttles gestartet.”
    “Commander?”, fragte der XO, der seinem Kommandanten daran in Erinnerung rief eine Entscheidung zu treffen.
    “Gut. Die CAP soll sie abfangen! Startet all unsere Viper! Und schickt einen Raptor zu der Position der Hyperion um Admiral Korfu zu informieren dass wir die Minas haben! Lasst die Flugzeuge der Minas nur einzeln, im Gefangenendrill, an Bord des Backbordhangars bringen! Wer sich von der Minas meinen Anordnungen widersetzt wird abgeschossen!”
    “Jawohl, Sir. Ihr habt den Commander gehört - an die Arbeit!”, ordnete Colonel Hale an, der prüfend zu Edwards schaute, welcher während er auf den DRADIS-Monitor blickte auf einen Kontaktversuch von den sich nahenden Fluggeräten wartete.

    Backbordhangar

    Wie von Commander Jonas Edwards angeordnet, wurden zuerst die verbliebenen 13 Viper, danach die 6 Raptor der Battlestar Minas, und zum Schluss die 4 zivilen Shuttles an Bord geholt. Die jeweiligen Besatzungen mussten sofort nach ihrer Ankunft aussteigen, ihre Waffen und Ausrüstung ablegen, sowie sich niederknien. Danach wurden ihnen sofort die Handschellen oder andere verfügbare Fesseln angelegt.

    Von einem Geländer aus verfolgte Jonas Edwards, der das CIC schnell verlassen hatte den gesamten Ablauf. Sein Blick erhellte sich aber nur kurz als er seine Cousine unter den Ankömmlingen ausgemacht hatte.


    2 Tage später
    Battlestar Hyperion

    Es hatte eine gewisse Zeit in Anspruch genommen alle noch lebenden übrigen Personen, sowie die geplünderten Vorräte von der Minas zu bergen. Dabei wurde offensichtlich, wie brutal die Meuterer bei ihrer Flucht von der Minas vorgegangen waren. Die Überlebenden berichteten daher von spontanen Hinrichtungen, sowie Verhaftungen, die Joana Edwards, Derek und den den anderen Verantwortlichen der Meuterei die Flucht erleichtern sollten.

    In seinem persönlichen Quartier führte Admiral Alexander Korfu all diese gewonnen Erkenntnisse in einem Gespräch mit seinem Führungsstab auf, und zog Bilanz: “…wir haben beinahe 300 Personen von der Minas innerhalb unserer Flotte, haben unsere Schlagkraft etwas erhöhen können, wegen der Viper und Raptor. Doch ich muss ihnen allen diese Frage stellen: Was soll nur mit allen geschehen? Es sind unter diesen Personen, bis auf nur einige wenige Ausnahmen, alles Vagabunden, Piraten, Meuterer, Kriminelle - kurz gesagt die schlimmsten Verbrecher mit den abscheulichsten Taten in allergrößter Not, keine Leute für die Sonntagsschule.”

    Alle im Raum nickten wortlos. Ehe man über die bereits ersten gefällten Urteile diskutierte.
    Die meisten davon waren Todesurteile. Einige Offiziere sprachen sich aber dafür aus nur körperliche Bestrafungen wie Schläge vorzunehmen und zur Abschreckung nur wenige Todesurteile wirklich zu vollstrecken.
    “Was? Die gehören doch allesamt exekutiert!”, erklärte der XO von der Hyperion empört auf den Vorschlag seines Kameraden von der Leonis.
    “Nun ja. Wir wissen nicht wie viele von unseren Volk überlebt haben, und da…”, versuchte jemand vorzubringen.
    Darauf reagierte der XO der Hyperion erneut ungehalten mit einem: “Blödsinn!”

    Der Einzige, der nur selten etwas sagte, war Commander Jonas Edwards, der mit immer mehr schwitzenden Händen das gefällte Urteil für seine Cousine Major Joana Edwards in den Händen hielt. Es war ein Todesurteil.

    Nach einem mühsamen Gespräch unter vier Augen mit seinem Vorgesetzten Admiral Korfu, hatte sich Commander Edwards in Begleitung von einigen Marines auf den Weg zum Zellentrakt an Bord der Hyperion gemacht.

    Sofort als Joana Jonas erblickt hatte, sprang sie von ihrem Bett auf und sah in flehentlich an. Doch der Mann schüttelte nur traurig den Kopf als er vor ihr stand, und fragte: “Was hast Du unserer Familie damit, mit deinen Taten nur angetan? Wieso? Sag es mir!”
    “Du bist doch hier um mich auf die Leonis zu holen und dort in einer Zelle für einige Zeit einzusperren…”
    “Nein. Ich bin hier um Dir zu sagen, dass es das Todesurteil ist, was in zwei Stunden vollstreckt werden soll. Ich hatte mich dabei enthalten. Aber bleibt Dir zumindest die Wahl: Entweder die Luftschleuse oder der Tod durch Erschießen?”
    “Was? Das kannst Du doch nicht erlauben! Ich… ich will leben. Unter deinem Kommando. Bitte Jonas. Ich habe das Recht auf eine Anhörung. Bitte. Bitte vergib mir”, flehte Joana verzweifelt, als mehrere Marines zu ihr in die Zelle traten, um ihr erneut Handschellen anzulegen und dann fortzuführen.

    Mit Tränen in den Augen sahen sich beide an, ehe sich dann schließlich Commander Jonas Edwards traurig von Captain Joana Edwards abwandte und sagte: “Das habe nicht ich zu entscheiden. Du hattest Deine Chance. Ich vergebe Dir, und die Götter hoffentlich auch!”


  2. #62
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    An alle stillen und treuen Lesern sowie an Ehre_Sei_den_Ori & John's Chaya, die den Button betätigt haben ein großer Dank

    Bevor das Staffelfinale folgt zunächst noch eine kleine Info vorab:
    Es steht eine Pause bevor, die 10 Wochen dauern wird. Geplanter Starttermin für die 3. Staffel wäre somit der 09. August .

    Jetzt ist es aber soweit, viel Lesevergnügen

    Odyssee
    Folge 2.20 Die Electra, Teil 1

    Andromeda-Galaxie
    Helios Delta System
    Orbit des Gasgiganten Hestia
    Battlestar Heracles - Quartier des Admirals

    Schon seit geraumer Zeit ging Diana McBride beinahe pausenlos mit meist langsamen Schritten auf und ab, wobei sie sich nebenbei die Stirn massierte.
    Doch dann hielt sie unvermittelt inne und wandte sich dann den einzigen Menschen zu, der sich ebenfalls in ihrem Quartier aufhielt und an ihrem Arbeitstisch saß.

    “So David! Wie sieht es denn jetzt nun aus? Die Zeit drängt allmählich und Du hattest auch mehr als genug davon von mir bekommen um die Electra wiederzufinden. Und das möglichst auch noch vor diesen Toastern! Auch befinden sich einige Schiffe unserer Flotte in einen sehr miserablen Zustand…”
    “Das weiß ich leider auch. Du hast mir selber die Berichte unter die Nase gehalten Diana. Auch mir bereitet es große Sorgen, was die Zustände der Heracles, der Icarus und der Dionysos…”
    “Ja. Und? Das Überleben unserer kleinen Flotte und vielleicht auch noch die Zukunft der gesamten Menschheit hängt an einem sehr dünnen seidenen Faden! Also mach endlich! Lösen Sie endlich diesen Algorithmus auf und finden somit mein Schiff wieder, Captain!”, brummte Admiral McBride zum Ende hin dann doch wütend und gestresst.
    “Verstanden. Ich bleibe natürlich dran, Sir”, schluckte David McBride, der Angst vor seiner älteren Schwester bekam, die ihn immer noch mit einem außerordentlich sehr bösen Blick anfunkelte.

    Wenige Sekunden später setzte er sich mit seinem Rollstuhl in Bewegung um sich in sein eigenes Quartier zu begeben und seine Aufgabe endlich zu beenden.


    Milchstraße
    Mars - SGCB

    Es war nur wenige Minuten her als sich das Stargate geschlossen hatte und die letzten Mitglieder, die zur Verstärkung für die Destiny zum Sammelpunkt aufgebrochen waren, den Ereignishorizont durchschritten hatten.
    Deswegen atmete auch General Ming erleichtert mehrmals durch, dann hatte er sich umgewandt und sich auf den Rückweg in sein Büro gemacht.
    ´Viel Glück Brigadier General Carter´, dachte der Chinese, der aber auch wusste dass die Teilnahme der Mission von Colonel Telford ein gewisses Risiko barg, doch lag dies nicht in seiner Verantwortung, denn diese lag bei General O’Neill höchstpersönlich, der sein Einverständnis dafür gegeben hatte.


    Pegasus-Galaxie
    Icarus III

    Nach und nach trafen immer mehr Personen auf dem Planeten ein, die von den vielen Schlachtschiffen der Erde hinunter auf die Oberfläche auf einen der vielen Sammelpunkte gebeamt wurden.
    An einer mobilen kleinen Kommandozentrale, wo sich eigentlich das DHD befand, wurde schon seit Tagen fieberhaft gearbeitet um den reibungslosen Ablauf durch das Sternentor zu ermöglichen.

    Orbit Icarus III

    Mittlerweile hatten sich im Orbit des Planeten zehn Schlachtschiffe der Erde eingefunden, welche man für die Absicherung dieses wichtigen Einsatzes abkommandiert hatte. Sie hatten bereits ihre Positionen eingenommen.

    U.S.S. George Hammond - Brücke

    An Bord des Flaggschiffes, das hin und wieder zwischen der Pegasus-Galaxie und der Milchstraße pendelte, wurde alles bereits schon seit einer guten Woche überwacht, kontrolliert und koordiniert.

    Schließlich nickte Samantha zufrieden: “Achtung! An alle Schiffe und an das Personal auf Icarus III - hier spricht Brigadier General Carter: Die Anwahlsequenz für die Verbindung zur Destiny beginnt von jetzt an in 30 Minuten! Halten Sie daher sich selber und auch das gesamte Equipment wie besprochen bereit! U.S.S. George Hammond, Ende!”

    “Ma’am, tut mir leid Sie stören zu müssen”, unterbrach jemand aus ihrer Crew, “doch leider habe ich hier etwas sehr Wichtiges: Die Tiefraumsensoren haben eine ziemlich große Flotte der Wraith entdeckt. Bei aktuellen Kurs und Geschwindigkeit werden die Banditen in einer knappen halben Stunde hier eintreffen.”
    “So ein Mist! Genau zu dem Zeitpunkt wo unsere Leute das Tor auf Icarus III zur Destiny passieren… Danke für die Warnung und behalten Sie die Kerle im Auge, Lieutenant!”, seufzte Sam und nickte einen der Kommunikationsoffiziere zu, mit dem Auftrag alle anderen 9 Kommandeure Verbindung aufzunehmen. Parallel dazu widmete sich Carter selber ihrer Arbeit an einen der Bordcomputer.


    Andromeda-Galaxie
    Rand des Cyrannus Star Systems
    Battlestar Thetis

    Schon seit einiger Zeit liefen Commander Liam Aberdeen und der Commander des Battlestar Hephaistos, Arthur Tigris, gemeinsam durch die Korridore und Decks des Kampfsternes.
    Man war aus rein höflicher Sicht froh, aber auch im Innern alarmiert darüber gewesen als man genau auf dieses Kommando der Hephaistos getroffen war. Dies lag an der nur als zu sehr bekannten und traurigen Akte, die das Verhalten von Commander Tigris bis ins kleinste Detail beschrieb.
    Auf Grund dieser Tatsache und seines guten Gespürs hatte Aberdeen seinen Leuten den klaren Auftrag erteilt, jeden kleinen Schritt genau zu beobachten und notfalls auch mit Gewalt einzugreifen.

    Als seine persönliche Rund-um-die-Uhr-Begleitung hatte der Befehlshaber der Thetis nur zwei Soldatinnen bestimmt, nämlich Private Sandra Kieras und überraschenderweise für alle in seiner übrigen Crew: Lieutenant Tessa de Vaux, die beide nur wenige Meter hinter den beiden herliefen.

    Während sich zahlreiche andere Crewmitglieder aus der Mannschaft von Commander Aberdeen und auch einigen wenigen ausgewählten Mitgliedern der Andromeda-Expedition immer wieder Abschnittsweise abwechselten.

    Als sie sich beide dann auf dem Rückweg zum CIC befanden, registrierte die Koloniale Soldatin mit ihren stets wachsamen Blicken wie sich Commander Arthur Tigris etwas, ungefähr einen guten halben Meter nach hinten fallen ließ, während seine linke Hand ganz langsam die Pistole aus dem Holster zog. Doch bevor der Befehlshaber der Hephaistos seine Waffe auf den Commander der Thetis richten konnte, krachte ein Schuss.

    Voller Schrecken zuckte Aberdeen kurz zusammen und ließ sich auch schon zu Boden fallen, während er sich nach hinten umwandte.
    “Danke, Private Kieras.”
    “Gern geschehen, Sir. Sie haben wohl den richtigen Riecher gehabt was diesen Kerl hier anging. Commander Tigris hat wohl den Plan gehabt Sie zu ermorden um dann selber das Kommando hier an Bord zu übernehmen…”
    “Apropos… Ist Tigris tot?”, erkundigte sich Aberdeen, der sich vorsichtig wieder erhoben hatte bei den herbeigeeilten Sanitätern, die de Vaux, die bereits Erste Hilfe geleistet hatte, beiseite geschoben hatten.

    Einige Sekunden vergingen, ehe einer der Sanitäter nach einer kurzen Untersuchung die Frage beantworten konnte: “Noch nicht, Sir. Doch wenn wir ihn so schnell wie möglich in den OP bringen, könnte er es überleben.”
    “Dann mal los! Eigentlich hat der Dreckskerl es nicht verdient weiterzuleben…”, brummte Liam angewidert.
    “Ich kann Commander Tigris noch eine Kugel verpassen, Boss”, seufzte Private Kieras.
    “Nein, Private! Warten wir erst einmal ab… Aber sorgen Sie für eine ausreichende Bewachung dieses Abschaums der Kolonialen Flotte! Und Sie Lieutenant de Vaux informieren ihre Miss Shen über diesen Vorfall hier! Sergeant Morgan, ich will das die Crew der Hephaistos sofort und alle ohne jede Ausnahme isoliert, überprüft und vernommen wird!”
    “Jawohl, Commander”, nickte der Marine, der einigen seiner Kameraden nur ein paar Zeichen gab, worauf jene ihm folgten.


    Helios Gamma System
    Gasgigant Ophion
    Battlestar Heracles - CIC

    Von der Schönheit des Planeten und seiner Ringe bekam so gut wie niemand aus der Crew etwas mit, denn zuviel Arbeit wartete auf alle.

    Die ganze Zeit über hatte Colonel Lot Hebridan als XO die Wache an Bord gehabt. Doch der Mann war froh, dass sich Admiral Diana McBride dazu entschlossen hatte wieder bei ihm im CIC vorbeizuschauen. Seit wenigen Minuten schon blätterte die Befehlshaberin des Kampfsterns in dem neuesten Bericht, der ihr den Zustand ihrer kleinen Flotte verriet.

    “Oh nein! Bei den Göttern von Kobol, warum muss dies wirklich der Fall sein?”, fragte sie halblaut. “Also… Alle mal herhören: Laut des Berichtes hier, müssen wir wohlmöglich in den nächsten beiden Wochen die Icarus und die Dionysos evakuieren, da ihre Schäden zu gravierend sind, und deswegen die dortigen Besatzungen und Zivilisten auf die anderen Schiffe unserer Flotte umverteilen…”
    “Das bedeutet wir rücken noch enger zusammen!”, bemerkte Colonel Hebridan sogleich.

    Dieser Satz rief bei Admiral McBride einen kurzen Seufzer hervor, die dann sofort zu ihren jüngeren Bruder schritt.
    “So, Captain McBride”, wisperte die Frau, “Sie müssen den Algorithmus endlich lösen, sonst sind wir erledigt!”
    “Ich bemühe mich. Es sollte bald soweit sein. Spätestens morgen”, versprach David, der für einen kurzen Moment nur in die strengen und düster dreinblickenden Augen seiner Schwester und Vorgesetzten schaute.
    “Gut. Hoffentlich.”


    Pegasus-Galaxie
    Icarus III
    U.S.S. George Hammond - Brücke

    Glücklicherweise hatte man den Umstand registriert dass die Wraith in einiger Entfernung den Hyperraum bereits einmal kurz verlassen hatten. Dies brachte für alle eine gewisse Gnadenfrist.

    “General Carter. Die Bodencrew auf Icarus III meldet dass die Wurmlochverbindung zur Destiny stabil ist.”
    “Sehr gut. Das sind gute Nachrichten, Lieutenant. Sie sollen sofort mit dem Transfer zur Destiny beginnen…!”, begann Samantha, die gerade einige Befehle aussprechen wollte, als der Annährungsalarm ausgelöst wurde.

    Alle an Bord der George Hammond und auch die Besatzungen der anderen Schiffe der Erde, sowie das Personal unten auf dem Planeten wussten es jetzt, die Wraith hatten wir befürchtet diese eigentlich bevölkerungsreiche Welt erreicht.
    Aber man war darauf vorbereitet gewesen, die Bevölkerung war mit Hilfe der Reisenden um Larrin evakuiert und umgesiedelt worden und aktuell befanden sich zehn Schiffe der Erde im Orbit, die bereits eine Verteidigungsformation eingenommen hatten.

    Icarus III

    Sofort nach dem Auftauchen der Wraith wurde auf der Oberfläche des Planeten ein Schutzschild aktiviert. Dieser war dazu bestimmt das Gelände um das Stargate und das gesamte Personal zusätzlich zu schützen. Außerdem standen noch einige modifizierte Puddle-Jumper für eine Evakuierung des technischen Personals bereit, welches nicht mit zur Destiny reisen würde.


    Andromeda-Galaxie
    17 Lichtjahre vom Cyrannus Star System entfernt
    Epsilon-Sektor - Ephigenie-Nebel

    Nur für einige wenige Sekunden waren die gut ein Dutzend leuchtenden Lichtpunkte zu sehen, die von den Überlichtblitzen der beiden Kampfsterne Thetis und Hephaistos, sowie je einem Thyliumraffinerie-, Botaniker-, Minenbergbauschiff und den zwei verbliebenen zivilen Passagierschiffen stammten.
    Die von Commander Aberdeen geführte Flotte hatte somit nach dem verhinderten Attentat einen sicheren Hafen erreicht.

    Battlestar Thetis - Steuerbordhangardeck

    “Verflucht noch mal! Was bei den Göttern soll dieses Geräusch seitdem wir hier sind? Ist ja nicht mehr auszuhalten!”, murrte der Chief total gestresst, während er schon damit begonnen hatte sich nach der Ursache dafür umzusehen.
    Doch einer seiner Mechaniker war schneller gewesen und hatte die Quelle dafür bereits aufgespürt, rief seinen Vorgesetzten zu sich und sagte: “Das Geräusch kommt aus einen dieser Jumper unserer neuen Alliierten, die Private Kieras aufgegabelt hatte…”

    Combat Information Center

    “…es handelt sich um den Jumper, an welchen First Lieutenant Jin einige Kalibrierungen vorgenommen hatte. Somit wurde ein Impuls aufgefangen, den wir ohne jeden Zweifel absolut übersehen hätten. Der Größe nach könnte es sich dabei im schlimmsten Fall um ein Basisschiff der Zylonen handeln”, fasste Commander Aberdeen die gesammelten Fakten zusammen.
    Danach ergriff sein XO das Wort und ergänzte: “Aber es gibt auch noch eine andere Möglichkeit: Es könnte sich um die Battlestar Electra einen bauneuen Kampfstern der Mercury-Klasse handeln, die einige Tage vor dem Ausbruch des zweiten Krieges gegen die Zylonen spurlos, ohne Crew an Bord, während eines Testlaufes verschwunden ist.”
    “Das ist wahr. Ich kenne den Bericht Colonel Iden. Und daher möchte ich, dass wir einige getarnte Jumper auf eine Aufklärungsmission genau zu diesen Koordinaten schicken, woher dieser Signalimpuls herkommt! Natürlich nur, wenn Sie damit einverstanden sind, Miss Shen.”
    “Kein Problem. Wir werden drei Jumper dorthin entsenden um die Lage zu erkunden”, willigte Xiaoyi ohne lange zu zögern ein, da sie selber neugierig war.


    30 Minuten später
    Jumper #1

    Allen an Bord war es sofort aufgefallen, First Lieutenant Jin war überglücklich darüber gewesen die Zelle mal wieder verlassen zu dürfen.
    “Hier Lieutenant de Vaux. Wir haben Sichtkontakt zum Zielobjekt, welches ohne jeden Zweifel ein Kolonialer Kampfstern sein muss. Einer von den ganz großen Pötten. Fliegen für eine sichere Identifizierung noch näher ran. Jumper #1, Ende.”

    Battlestar Thetis - CIC

    Nur ein paar wenige weitere Minuten waren verstrichen, dann aber herrschte auch schon Gewissheit: Es war tatsächlich die verschollene Electra.
    Ohne lange zu überlegen, befahl Commander Aberdeen seiner gesamten Flotte sofort dorthin aufzuschließen, aber dennoch einen Sicherheitsabstand beizubehalten, sowie auch weiteres Personal an Bord des Kampfsterns des Mercury-Typs zu entsenden.

    Battlestar Electra - Steuerbordgondel, obere Landebucht

    “Hier Jumper #1. Commander Aberdeen, wie sind soeben in der Steuerbordgondel auf der oberen Landebucht gelandet, und werden sofort damit beginnen die Lage an Bord der Electra zu erkunden und den Kampfstern zu sichern”, meldete Private Sandra Kieras, die noch auf die Bestätigung der Thetis wartete genau dies auch zu tun.


    Battlestar Heracles - CIC

    “Sir. Der Sprung wurde erfolgreich durchgeführt… unsere Flotte ist… vollzählig… He, was sind das alles für Kontakte! Etwa ein gutes Dutzend! Alarm! Admiral wir sind nicht allein!”, meldete ein sich beinahe überschlagender angespannter Taktikoffizier.
    “Bei den Herren von Kobol! Diese anderen Schiffe sollen sich sofort ausnahmslos identifizieren! Gefechtsbereitschaft für die gesamte Flotte! Alarmviper starten! Und all die anderen Geschwader sofort kampfbereit machen!”, verlangte Admiral Diana McBride.


  3. #63
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    Es sind 10 Wochen vergangen, doch bevor die 3. Staffel beginnt: Danke, an all die stillen und treuen Lesern sowie Ehre_Sei_den_Ori, John's Chaya & Joschi, die den den Button gedrückt haben

    Für die ersten Folgen von Staffel 3 gibt es erst einmal einen 4-Wochen-Rhythmus.

    Jetzt will aber niemanden mehr warten lassen und wünsche viel Spaß mit dem Start der neuen Staffel

    Odyssee
    Folge 3.01 Die Electra, Teil 2


    Andromeda-Galaxie
    Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
    Battlestar Thetis - CIC

    “Ich kann es Ihnen wirklich versichern: Hier ist wirklich die Battlestar Thetis, Admiral McBride. Und wir müssen zugeben dass wir sehr überrascht - aber auch natürlich absolut glücklich darüber sind, Sie hier draußen zu treffen”, bestätigte und erklärte Commander Aberdeen, dem nach wie vor jede Menge Schweiß auf der Stirn stand.
    Doch die Unterhaltung mit Diana McBride war dennoch nicht vorüber, denn es gab sofort wichtige Punkte abzuklären.
    “…ja. Ja, Sir… Wir haben bereits einige Leute an Bord der Electra entsandt. …Natürlich. Gut. Wenn Sie es so wollen… In Ordnung Admiral McBride. Ich werde mich umgehend darum kümmern”, versicherte Liam Aberdeen, der kurz darauf aber endlich wieder ruhiger und auch sichtbar entspannter wirkte.

    Schließlich war das Gespräch mit Diana McBride beendet und er hängte den Hörer wieder ein. Kurz darauf wandte er sich an die diensthabende Kommunikationsoffizierin: “Sie sagen Folgendes unseren Leuten, die sich bereits auf der Electra aufhalten, nämlich das wir die Unterstützung von der Battlestar Heracles und einigen weiteren Kolonialen Schiffen haben, und somit weiteres Personal unterwegs ist um die Electra zu sichern, womit wir auch ab sofort unter dem Befehl von Admiral Diana McBride stehen!”
    “Verstanden Commander.”

    Battlestar Electra - Steuerbordgondel, Hangardeck

    Nachdem wir die Funknachricht von der Thetis erhalten hatten, wartete unser Team auf das weitere Personal von der Heracles. Diese betraten über einige Luftschleusen und den Frachtaufzug das Hangardeck den Kampfstern, welchen wir schon zu einem kleinen Teil gesichert hatten.

    Unter den Neuankömmlingen befanden sich nicht nur weitere Mechaniker, Techniker und Koloniale Marines, sondern natürlich auch Offiziere und Piloten.

    Eine der jungen Frauen nahm schließlich ihren Helm ebenfalls ab, worauf Private Kieras nicht mehr zu halten war: “Oh! Bei den Göttern von Kobol! Du bist es! Du lebst Susan!”
    “Das gleiche wollte ich selber sagen Sandra! Oh, meine liebe Schwester!”, stieß die Soldatin erleichtert hervor, während sich die beiden bereits herzlich umarmten.

    “Hm! Ich unterbreche ja nur ungern eure Familienzusammenführung, aber wir haben einen klaren Auftrag: So schnell es uns möglich ist die Electra zu sichern und in Betrieb zu nehmen!”, meldete sich eine männliche Stimme räuspernd.
    “Ja, Sir. Natürlich machen wir, Captain McBride”, nickte Private Susan Kieras verlegen dem Offizier im Rollstuhl zu.

    Nach einer kurzen Lagebesprechung fuhren wir damit fort die Electra Deck für Deck und Sektion für Sektion zu überprüfen, während zeitgleich immer wieder weitere Personen an Bord eintrafen, weil Admiral McBride keine unnötige Zeit verlieren wollte.


    Pegasus-Galaxie
    Icarus III

    Seitdem die Wraith in Waffenreichweite gelangt waren, war eine heftige Weltraumschlacht im Orbit des Planeten entbrannt. Wobei sich die zehn Schlachtschiffe der Erde bei diesen Einsatz nur darauf beschränkten einen gewissen Teil der Oberfläche zu schützen, fiel diese Aufgabe trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit, gegen die über einen Dutzend angreifenden Wraith-Raumschiffe leichter aus als zunächst befürchtet.

    Aber schnell bemerkten die Wraith allerdings leider genau dies, weshalb sie sich darauf konzentrierten den Verteidigungsring zu umgehen und immer wieder aufs Neue gezielte gefährliche Scheinangriffe zu starten, die die zehn Schlachtschiffe der Menschen unter Druck setzen sollten.

    Doch unten am Boden des Planeten aber stießen die Angreifer auf ein weiteres Hindernis, nämlich auf ein starkes Energiefeld das den Sektor am Boden umgab und schützte.

    U.S.S. George Hammond - Brücke

    Abwechselnd schaute Samantha Carter immer wieder auf die zahlreichen Monitore, die ihr die aktuelle Lage verrieten. Mit großer Sorge und großen Unbehagen registrierte sie aber auch die vehementen Versuche der Wraith das Kraftfeld auf Icarus III zu überwinden. Während Sam insbesondere den Ablauf der neuen Destiny-Mission im Auge behielt, kam ihr eine aber eine gute Idee.

    Ihre Kommunikationsoffizierin holte die Kommandantin in die Realität zurück: “General Carter. Soeben kam die Meldung rein, das sich alles an Ausrüstung und Vorräten, sowie bereits ein Viertel des zusätzlichen Personals bisher durch das Sternentor auf die Destiny transferiert worden sind. Doch nach den aktuellen Zahlen benötigen wir noch eine weitere dreiviertel Stunde um das übrige Personal durchzuschicken, sowie dann im Anschluss den Abzug von Icarus III durchzuführen.”
    “Danke, Lieutenant Martinez. Also weniger als eine Stunde noch. Hm”, murmelte Sam nachdenklich daraufhin.

    Nur wenige Minuten waren vergangen, dann hatte sie auch schon erste Anweisungen an die anderen Schiffskommandeure ihres Kampfverbandes, sowie an das Personal auf den Planeten weiterleiten lassen.


    Unbekannte Galaxie
    Destiny - Tor- und Kontrollraum

    Die vor dem immer noch laufenden Manöver besprochene Organisation klappte auf beiden Seiten der Sternenverbindung hervorragend. Denn die meisten der vielen Paletten und verschiedenen Transportkisten, die die Ausrüstung und Vorräte beinhalteten waren bereits durchgeschleust, in nahe umliegende Korridore weitergeleitet und so positioniert worden dass sie niemanden behinderten.

    Argwöhnisch überwachte Colonel Young dennoch das gesamte Treiben von oben. Er war auch nicht der einzige, dem auffiel das sehr viele Mitglieder der Luzianischen Allianz und auch zahlreiche Zivilisten von der Erde unter den Neuankömmlingen waren.


    Andromeda-Galaxie
    Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
    Battlestar Electra - CIC

    Obwohl erst nur wenige Stunden vergangen waren seitdem man auf den lange verschollenen Kampfstern gestoßen war, hielten sich schon mittlerweile mehrere hunderte Personen dort auf. Unter ihnen war auch Admiral Diana McBride, die ihren gewohnten Platz bei der DRADIS-Konsole im Combat Information Center eingenommen hatte, um von dort aus das weitere Vorgehen an Bord zu koordinieren und zu überwachen.

    “Also. Was ist denn jetzt mit der Energieversorgung?”
    “Einen Moment Geduld bitte noch Admiral. Wir werden gleich von der Notversorgung auf die reguläre Energieversorgung umschalten. Das Licht und die Monitore könnten daher für einen kurzen Moment flackern, oder kurz ausfallen”, antwortete Captain McBride.
    “Danke, David. Das wird dann aber auch höchste Zeit…”


    Pegasus-Galaxie
    Orbit von Icarus III
    U.S.S. George Hammond - Brücke

    “So. Na schön, es sind nur noch 5 Minuten, dann sind endlich alle durch beziehungsweise vom Planeten evakuiert”, fasste Samantha Carter noch einmal kurz für alle zusammen, denn sie wusste wie allen anderen Menschen auch, dass es bereits seit ungefähr einer Viertelstunde kein zurück mehr gab.

    “Alle Evakuierungsjumper werden gleich abheben, General. Ma´am?”
    “Nur keine Panik Captain! Ich mache das nicht zum ersten Mal. Gut. Nachricht an die gesamte Flotte: Bereitmachen für den Rückzug und den Sprung in den Hyperraum, sobald wir die Jumper an Bord genommen haben! Die sollen uns ja nur weiter die Darts der Wraith und die Kreuzer vom Leibe halten, da wir dafür kurz die Schilde senken müssen!”, erwiderte Sam mit ruhiger Stimme, die pausenlos und hochkonzentriert den Monitor im Blick behielt, welcher ihr verriet dass die instabilen Werte des Naquadrias immer kritischer wurden. Sie hoffte inständig dass die Wraith dies nicht zu schnell merken würden, was ihnen da drohte.

    Dann war es endlich soweit ohne große Verluste zogen sich die Schlachtschiffe der Erde schließlich in den Hyperraum zurück.
    Verständlicherweise irritiert davon ließen einige Königinnen der Wraith daraufhin den Angriff abbrechen. Wovon ein kleiner Teil von ihnen sogar, misstrauisch davon geworden, sich ebenfalls in den Hyperraum zurückzogen.

    Somit verblieben von den 15 Hives der Wraith am Ende noch 8 im Planetensystem von Icarus III, da sie unbedingt in Erfahrung bringen wollten was die Menschen dort getrieben hatten.

    Aber sie kamen nicht mehr dazu, denn eine gewaltige Explosion vernichtete die reduzierte Angriffsflotte der Wraith, sowie mehr als ein Sechstel des Planetensystems.


    Milchstraße
    Erde
    USA - Homeworld Command

    Mit großer Erleichterung hatte General Jack O’Neill von Colonel John Sheppard erfahren dass man einen wichtigen Sieg gegen die Wraith in der Pegasus-Galaxie errungen hatte. Doch nachdem sich das Team von Sheppard wieder verabschiedet hatte, hatte sich O’Neill ebenfalls zurückgezogen.

    Total gestresst eilte voller Hast Doktor Daniel Jackson schon seit einiger Zeit durch die Korridore der Basis von Cheyenne Mountain. Der Archäologe musste sehr lange nach seinen ehemaligen Teamgefährten suchen, der sich auf den Stützpunkt so gut auskannte wie sonst kein anderer. Der Leiter des Homeworld Command hatte sich so gut nach der von Sheppard überbrachten Botschaft in die abgelegenste Ecke zurückgezogen, die es auf dem gesamten Stützpunkt gab.

    “Ach. Na endlich. Hier steckst Du also!”, schnaufte Jackson erschöpft als er O’Neill in einen kleinen Abstellraum fand, der spartanisch mit einem Feldbett, einen Campingstuhl und -tisch, sowie einen kleinen Schrank ausgestattet war.
    Für einen Moment lang nur schaute Jack ihn an, sagte dann aber: “Zu niemanden ein Wort! Was gibt es, Daniel?”
    “Ja. Richtig. Also hör mir bitte zu…”

    Deutschland - Hamburg

    Wie schon so oft in der letzten Zeit beratschlagten Nike und Bastet erneut, ob es vielleicht doch besser wäre sich als Goa’uld zu erkennen zu geben.

    “…so mal angenommen wir tun es wirklich: Was hält die Menschen davon ab uns aus unseren Wirtinnen zu entfernen und zu töten?”, fragte Bastet berechtigterweise.
    “Da gebe es ein kleines Mittelchen. Diesen Trank hier, den wir eine ganze Woche lang einnehmen müssen. Dieser bewirkt eine, im wahrsten Sinne des Wortes, Verschmelzung von Goa’uld und Wirt”, antwortete Nike, die eine Flasche mit einer orangefarbenen hellen Flüssigkeit präsentierte, die sie aus einem Geheimfach hervorgeholt hatte.
    “Also eine echte Symbiose, wie eine richtige Tok‘ra”, spottete ihre Freundin daraufhin ein wenig verächtlich, während sie dabei ihren Kopf schief legte und das Medikament richtig misstrauisch beäugte.
    “Die Wirkung hält etwa fünfzig Jahre an.”
    “Puh. Ach ja?! Also gut meine Liebe - ich bin einverstanden. Wir machen es genauso. Aber nun sollten wir uns beeilen, da wir sonst zu spät zum Dienst erscheinen…”


    Andromeda-Galaxie
    Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
    Battlestar Electra - Offiziersmesse

    Noch während der gesamten laufenden Transfers hatte Admiral Diana McBride alle anderen kommandierenden Offiziere, Schiffskapitäne und auch die wichtigsten Vertreter der Andromeda-Expedition zu einem wichtigen Briefing zusammengerufen.

    “…man muss wirklich zugeben, dass dies sehr seltsam klingt was sie uns da gerade eben berichtet haben Commander Aberdeen. Denn laut den alten Schriften ist dies sehr unglaubwürdig… oder es ist im Verlaufe unserer eigenen Geschichte sehr viel Wissen verloren gegangen”, stellte einer der zivilen Schiffskapitäne, der von Gemenon stammte nach einer Weile fest.
    “Aber es ist nun einmal wahr. Wir kommen in der Tat aus einer anderen Galaxie, und sind zu dieser Expedition aufgebrochen um einer Legende nachzugehen, sowie nach einer Stadt wie Atlantis zu suchen… mit der man durch das Universum reisen kann”, erklärte Miss Shen, worauf sehr viele sie sofort skeptisch anschauten und kurz davor waren sie für verrückt zu erklären.

    “Eine sehr schöne Geschichte… vielleicht einen Film um den langweiligen Abend zu verschönern”, meinte jemand schmunzelnd.
    Dies reichte nicht nur Jennifer Hailey und Cassandra Fraiser, die das Kopfnicken von Xiaoyi Shen und Colonel Chou richtig interpretiert hatten und ein Holo-Projektor auf den Tisch legten, welcher Atlantis im Kampf gegen die Wraith sowie beim Start von der Erde zeigten.

    Obwohl dieser weitere Beweis erbracht worden war, blieben bei einigen dennoch immer noch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschichte, sowie der Absichten der Fremden.

    Doch dass sich die Neuankömmlinge aus der Milchstraße als zuverlässige Verbündete und Freunde erwiesen hatten, konnte niemand von den Anwesenden von der Hand weisen. Deswegen einigte man sich darauf auch weiterhin zusammenzuarbeiten, wobei Admiral McBride und Commander Aberdeen auf Bitten von Miss Shen, Major Hailey und Lieutenant Fraiser die Fähigkeiten von Wolfrino verschwiegen. Was nicht daran lag, eine Panik und Unruhe zu vermeiden, sondern weil McBride und Aberdeen von Rosenthal gehört hatten, dass er Material über die Ursache besäße.

    Spät am Abend versammelten sich die meisten Mitglieder der Andromeda-Expedition unter anderem zusammen mit Admiral McBride, Commander Aberdeen, den beiden Kolchis-Schwestern und den beiden Privates Kieras in der Offiziersmesse.

    “Corporal!”
    “Ja, Admiral.”
    “Das ist ein streng vertrauliches Briefing - wir wollen in den nächsten knapp zwei Stunden nicht gestört werden! Sie und ihre Leute lassen hier niemanden rein, außer wir bekommen wichtigen Besuch!”
    “Verstanden, Sir.”

    Nachdem die Luke geschlossen war, kam ein Nicken von Admiral Diana McBride, welches Doktor Benjamin David Rosenthal das Signal war zu beginnen.

    Doch zunächst sprach Admiral Diana McBride alle an und sah ihre neuen Verbündeten seufzend der Reihe nach an, dann sagte sie schließlich: “Ich könnte ihnen allen natürlich auch anbieten der Kolonialen Flotte beizutreten, falls sie damit einverstanden sein sollten. Aber was ist mit unserem speziellen Freund… denn irgendwie klingt diese Geschichte, die sie mir berichtet haben sehr sonderbar…”

    Nur kurz räusperte sich Doktor Rosenthal, der ebenfalls kurz in die Runde sah: “Vielleicht kann ja ich, Licht in diese Angelegenheit bringen… Das sogenannte Komitee hat bei mir angefragt, und der Geheimdienst meines Landes hat mich darum gebeten… nun ja diese Sache zu überwachen, und dabei habe ich diese Aufzeichnungen sicherstellen können…”

    “Sie haben was?”, zuckte Miss Shen zusammen, die davon zum ersten Male hörte.

    Unbeeindruckt davon fuhr David fort: “Wie dem auch sei… Also ich habe lange Zeit nach dem geleisteten Militärdienst für mein Land sowie dem Studium an der Universität unter anderem für Mossad, den israelischen Geheimdienst gearbeitet. Vor circa vier Jahren bekam ich eine Anfrage von einem Komitee, zu welchen auch unter anderen Miss Shen angehörte, wegen meiner Fähigkeiten angeworben. Doch nach einer aufschlussreichen geheimen Recherche lehnte ich eine Zusammenarbeit ab. Überwachte aber weiterhin, wie von meinen Vorgesetzten angeordnet das Treiben und die Ereignisse in Tibet, da man sich Sorgen über die Folgen machte. Daher besitze ich einige Kopien davon, die zeigen was mit Wolfrino und den anderen sogenannten Objekten geschehen ist…”

    Mit verschränkten Armen vor der Brust stand ich da. Eingerahmt von meinen engsten Teamgefährten und Freunden. Und obwohl mir klar war dass diese Neuigkeiten nicht nur für mich neu waren, rann mir ein kalter Schauer über den Rücken, als sich vor meinen Augen das Bild aufbaute. In mir kamen die erlittenen Qualen wieder auf.

    “Tut mir leid. Ist sicherlich alles sehr interessant… aber ich muss hier raus!”, brummte ich müde, ja fast niedergeschlagen, wobei der Wunsch aufkam dass Xavier oder Jean in der Nähe wären um alle diese furchtbaren und qualvollen Erinnerungen sofort wieder aus meinem Gedächtnis zu löschen.
    Viele aus meinem Team sahen mir mit sorgenvoller Miene hinterher und Leutnant Jessica Schneider sagte: “Ist verständlich. Und obwohl mich der Film und die Aufklärung hier auch sehr interessieren - würde ich Wolfrino nur sehr ungern…”
    “Gehen sie ruhig mit ihm mit!”, bestätigte ihr Major Hailey sofort verstehend.

    Als wir beide die Offiziersmesse durch die Luke verlassen und wieder geschlossen hatten, drängten sich so viele wie nur möglich an Doktor Rosenthal heran, um an dem Bildschirm, der aufgebaut worden war, um das Video sehen zu können…
    Geändert von Jonathan J. O´Neill (22.10.2020 um 19:44 Uhr) Grund: Post-Frequentierung korrigieren


  4. #64
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    Bevor es mit Odyssee weitergeht, wieder ein großer Dank, an alle stillen und treuen Lesern sowie an Ehre_Sei_den_Ori, Joschi & John‘s Chaya fürs Button drücken

    Wieder einmal habe ich mich aus einem anderen Werk von mir bedient, was die beiden nächsten Folgen betrifft Nämlich aus einer meiner User-Fictions
    Mehr verrate ich nicht, oder doch Och, nö - also viel Spaß beim Lesen

    Odyssee
    Folge 3.02 Schmerzhafte Erinnerungen, Teil 1


    Andromeda-Galaxie
    Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
    Battlestar Electra - Offiziersmesse

    Als wir beide die Offiziersmesse durch die Luke verlassen und wieder geschlossen hatten, drängten sich so viele Teammitglieder wie nur möglich war dicht an Doktor Rosenthal heran, um an dem Bildschirm, der aufgebaut worden war das Video sehen zu können.

    Zunächst nur langsam baute sich das Bild auf, während dies geschah erklärte Rosenthal dass es sich um Bilder sämtlicher Überwachungs- und Dokumentationskameras handelte, die er hatte anzapfen können: “…die Bilder hier zeigen einen großen Raum, wie Sie alle sehen können, wo mehrere Dutzende spezielle OP-Tische stehen. Das war nach der Entführung der ausgewählten Personen, mit Hilfe der gestohlenen Gesundheitsdaten, die erste Phase…“

    Alle sahen nun im selben Moment durch das Video, was in diesem Fall mit mir geschah, wo einer dieser Wissenschaftler, Professor Greiner mit dem linken Zeigefinger und einem falschen Lächeln zeigte, wohin ich gebracht werden würde.
    Mit brutaler Gewalt wurde ich auf dem OP-Tisch fixiert, und sich der Professor zuerst an die Soldatin, dann an mich wandte: “Leutnant Greiner, danke für ihre Hilfe. Sie und ihre Männer können sich wieder zurückziehen! Oh. Hervorragende Venen haben sie da, Herr Martin...”
    Man konnte klar erkennen, wie ich versuchte mich mit aller Kraft zu wehren, doch das injizierte Narkosemittel begann bereits zu wirken.

    Nur einige kurze Szenen waren daraufhin zu sehen, in denen zu erkennen war, wie von meinem Körper in der Höhe des Bauches, des linken Schienbeines und am Rücken verschiedene Proben entnommen wurden.


    Als anhand der Uhrzeit- und Datumsangabe zu erkennen war das so einige Stunden vergangen waren, schauten alle für einen Moment zu Leutnant Greiner hinüber, die nun zum zweiten Male im Video auftauchte.

    Wieder einmal mehr zeigten die Bilder von weiteren Verschleppten, die ebenfalls auf Liegen in denselben Saal geschoben wurden. Schließlich stoppten man vor einem der noch wenigen freien Betten, über welches der Schriftzug: OBJEKT 12 angebracht worden war. Man konnte erkennen dass alles wie eine Mischung aus Kranken- und OP-Zimmer aussah.
    “Objekte auf den Liegen positionieren und fest fixieren!”, befahl Leutnant Greiner im militärischen Ton mit lauter Stimme.

    Nachdem alle Verschleppten mit den Gurten fixiert worden waren, öffnete sich eine kleine Tür und Professor Greiner trat in Begleitung von einem Dutzend weiterer Kittelträger aus einem Vorbereitungszimmer ein.
    Man sah aber auch dass sich alle Fixierten nach Kräften verzweifelt versuchten sich zu bewegen und irgendwie freizukommen. Doch die Gurte waren so derartig fest gezogen worden, dass man sich fast gar nicht mehr bewegen konnte.


    Durch die Zeitangabe auf dem Film konnte man erkennen das ungefähr zwei Stunden vergangen waren, und Doktor Rosenthal erklärte: “Ich habe mich auf das Schicksal von Jonathan Martin konzentriert und deswegen alle anderen Filmsequenzen rausgenommen. Sie sehen nun die 2. Phase, die Metamorphose genannt wird…”

    Alle Zuschauer des Films sahen, wie die Gruppe des Professors bei mir ankam.

    “So, und jetzt ist Objekt 12 an der Reihe…”, murmelte Greiner böse lächelnd.
    “Mein Name ist Jonathan”, knurrte ich bissig, und zerrte an den Gurten. Die aber einfach nicht nachgaben
    “Diese Aggressivität. Er ist wirklich hervorragend geeignet für dieses Experiment. Speziell, genau für dieses besondere Experiment. Nicht wahr?”, fragte Greiner grinsend in die Runde seiner versammelten Kollegen und Assistenten, der sich von meinem Zorn nicht aus der Ruhe bringen zu lassen schien. Stattdessen zog er sich mit einem bösen Lächeln ein weiteres neues Paar weißer Untersuchungshandschuhe an, nachdem er seinen Mundschutz wie die anderen auch ebenfalls erneuert hatte.

    Es war klar zu erkennen, dass die Wut in mir immer mehr die Oberhand gewann - doch nutzte es mir in meiner ausweglosen Lage absolut gar nichts. Daher konnte ich nur verbal zum Ausdruck bringen, was ich von dieser Art und Behandlung hielt: “Ihr verfluchten Feiglinge! Bindet mich los! Dann zeige ich euch…”
    “Immer dasselbe”, nuschelte einer der Assistenzärzte wegen des Mundschutzes, worauf er ein bestätigendes Nicken erntete.

    Eine sterile Box wurde geöffnet, auf welcher der Schriftzug: OBJEKT 12, stand. Darin befanden sich einige fertig aufgezogene Spritzen.
    “He, was zur Hölle habt ihr mit mir vor?”, fragte ich benommen geworden beim Anblick der Spritzen, die zu sehen waren.
    “Aber. Aber. Ich tue Ihnen hiermit, mit dieser Behandlung wirklich einen sehr, sehr großen Gefallen. Nie wieder Knochenbrüche und auch keinerlei Krankheiten… womit ihr Leben einen völlig neuen Sinn bekommt - Objekt 12...”
    Als er die letzten Worte immer leiser werdend sprach, wollte ich etwas erwidern - doch dann bemerkte ich, wie eine Assistentin meinen linken Arm für eine venöse Injektion vorbereitete. Diese erfolgte kurz darauf, ohne dass ich mich auch nur Ansatzweise zur Wehr setzen konnte. Deswegen schloss ich die Augen und betete leise - hoffte, dies alles möge sich doch nur als ein schlimmer Traum entpuppen, und ich würde sofort im eigenen Bett wieder erwachen.
    Aber nichts geschah, nur das Eindringen der Nadel in die Vene war zu spüren - es war also kein Traum, sondern bittere Realität.

    Plötzlich und für mich vollkommen unerwartet, verkrampfte sich mein Körper. Der Inhalt der Spritze breitete sich, spürbar rasend schnell durch die Blutzirkulation in meinen gesamten Körper aus.

    Nach dem Setzen der ersten Spritze sah Greiner aufmerksam auf die Uhr, bis eine gewisse Zeit vergangen war und eine zweite Spritze sehr schmerzhaft und brutal mit einem lauten knirschenden Geräusch in das rechte Schienbein gesetzt wurde.

    “Und jetzt ganz locker bleiben!”, murmelte eine weitere Ärztin.
    Kurz darauf folgte auch schon bereits der nächste Stich.

    Diesmal in den Rücken. Und zwar in die Wirbelsäule. Voller Schmerz schrie ich deswegen erneut auf. Nur gut das man mich so fest fixiert hatte.
    Wie auch bei meinen Leidensgenossen zuvor, blieb auch mir dann ebenfalls die Luft weg, und ich verlor das Bewusstsein.


    Voller Entsetzen sahen die Betrachter des von Rosenthal zusammengestellten Films hin und wieder zu Miss Shen und Leutnant Greiner hinüber. Als sie wieder zum Bildschirm schauten, erkannten sie aufs Neue dass wieder mehrere Stunden vergangen waren.

    Ein Schrei ganz in der Nähe holte viele wieder in die Wirklichkeit zurück. Jeder hatte wieder einmal jegliches Zeitgefühl verloren. Nur mühsam ließen sich die Augen wieder öffnen. Mein rechtes Schienbein und auch Rücken schmerzten immer noch akut.
    Immer noch befanden wir uns alle in dieser großen Halle. Aber irgendetwas war anders. Rings um mich herum waren die meisten Vorhänge zugezogen worden, die die Sicht auf die vielen anderen Mitleidenden verhinderte.

    Aus den Lautsprechern, die sich verteilt in dem Raum befanden, meldete sich eine bekannte und verhasst gewordene Stimme: “Meine lieben Objekte, da es ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird, bis sich die Therapie der Metamorphose bemerkbar und sich daher die Wirkung zeigen wird - gönnen ich ihnen allen mindestens einen Tag Ruhe. Bringt sie also alle wieder in ihre mittlerweile vorbereiteten Quartiere zurück!”

    Allen war die Wirkung dieser qualvollen Prozedur anzusehen, da alle sich immer wieder mühsam zu bewegen versuchten und so aussahen, als ob sie gerade eine heftige schwere Grippeerkrankung durchmachen würde.

    Das gesamte Personal dieser Einrichtung trug biochemische Schutzanzüge, Handschuhe und Mundschutz, wenn sie sich in der Nähe der Objekte aufhielten.


    Immer wieder schüttelte Lieutenant Esther Bernstein entsetzt den Kopf. Und schließlich wandte sie sich wispernd fragend an Miss Xiaoyi Shen und Leutnant Vanessa Greiner: “Wie konnten Sie diesen Menschen nur so ein Leid antun?”
    Doch erhielt die israelische Soldatin keine Antwort, stattdessen flüsterte Leutnant Natalia Adamaov: “Pst!”

    Das Bild und die Kameraeinstellung änderten sich nun und zeigten wieder die Bilder des Quartiers, welches eher einer Zelle glich in welchen meine Liege geschoben wurde. Man sah dass immer noch dieses fröstelnde Zittern in meinem Köper erfasst hatte. Kaum war ich wieder aber in meiner Zelle allein, schlief ich vor Erschöpfung ein.

    Wieder gab es einen Sprung in der Zeit nach vorne.

    Etwas unsanft entfernte Leutnant Greiner die Pflaster. Doch dort wo eigentlich Wunden hätten sein sollen - war nichts mehr zu erkennen. Ja, es gab am gesamten Körper nicht einmal Spuren oder Anzeichen irgendeiner Narbe. Und selbst die Überbleibsel aller lang zurückliegender Erkrankungen waren verschwunden, inklusive der Leberflecke.
    Mit Verwunderung registrierte nicht nur ich es. Irritiert und erstaunt sah auch Vanessa Greiner dies und trat instinktiv einige Schritte zurück, während sie ihre rechte Hand auf ihre Dienstwaffe legte und schnell mit der linken zum Funkgerät griff, um darüber sofort Meldung zu machen und auch weitere Befehle abzuwarten.

    Diese kamen dann auch wenige Minuten später, weswegen Greiner diese kurz bestätigte.
    Dann begann die Soldatin auch schon unvermittelt damit zu drohen jeden persönlich aufzusuchen und zu eliminieren, der mir etwas bedeutete, wenn ich nicht dazu bereit wäre mich ihnen anzuschließen. Dies war endgültig genug, und so bekam die bereits in mir aufgestaute Wut immer mehr die Oberhand. Ließ meinen großen Zorn nach weiter anwachsen.
    Ein Umstand den Greiner anscheinend zuerst zu gefallen schien, denn sie grinste etwas zufrieden vor sich hin. Doch tat sie vorsichtig einen Schritt nach hinten.
    Aber als ich mich mit einen ersten wütenden Aufschrei von den Gurten befreien konnte, zuckte sie erschrocken zusammen.

    Davon überrascht und entsetzt wich die junge Frau noch weiter vor mir zurück, und das obwohl sie ja bewaffnet war. Denn sie war von ihrem Onkel, Professor Eduard Greiner, mir zugeteilt worden und hatte von ihm den klaren Auftrag erhalten durch Provokationen die Metamorphose mit den Mutanten-Genen in mir zu erwecken.

    Sie tastete sich vorsichtig weiter zur Tür vor, die allerdings wegen meines aktiven Befreiungsversuchs protokollgemäß verschlossen blieb. Doch gepeinigt von den Erlebnissen schrie ich voller Zorn und Wut auf, während sich meine Hände zu Fäusten ballten.
    Einen der Soldaten, der sich ebenfalls noch im Raum befand, streckte ich mit einem brutalen Schlag nieder, der mir entgegen und zu nahe getreten war, ehe ich mich erneut Greiner zuwandte.
    Irritiert bemerkte ich dann den unerwarteten physiologischen Schmerz in meinen Händen.
    Schockiert sah ich, was mit mir passiert war: Jeweils drei knöcherne Krallen ragten aus meinen zu zwei Fäusten geballten Händen heraus, die dem Soldaten drei fürchterliche Wunden an Kopf und Hals beigebracht hatten.

    Innehaltend starrte ich auf diese Waffen. Klar, ich und viele andere kannten so etwas Ähnliches bei dem Mutanten Wolverine. Doch dessen Skelett und Krallen waren mit der Metalllegierung Adamatium überzogen worden, und so langsam ahnte ich was man mit den anderen Gefangenen, sowie mir hier in dieser Einrichtung wohl wirklich vorhatte.

    Voller Panik begann Vanessa Greiner auf mich zu schießen. Sie hatte das gesamte Magazin verbraucht ehe ihr Ziel, ich, schwer verwundet zusammengebrochen war. Kurz darauf eilten weitere Soldaten herein um mich sofort wieder so schnell wie nur möglich wieder auf der Liege zu fixieren.


    Erneut gab es einen Sprung in der Zeit nach vorne. Alle konnten erkennen dass einige Tage vergangen sein mussten an denen offenbar nur wenig passiert war, was Jonathan Martin betraf. Doch was sie dafür nun zu sehen bekamen, löste in den meisten mit der Ausnahme von Leutnant Vanessa Greiner großes Unbehagen aus als sie das Labor sahen welches im Bild auftauchte.

    …“Dies alles, was sie hier sehen, Objekt 12, wurde für sie her- und eingerichtet”, verkündete Professor Greiner euphorisch, der bereits scheinbar ungeduldig auf diesen Moment gewartet hatte.
    “Ah ja. Ist ein sehr merkwürdiges Badezimmer”, stellte ich fest, nachdem mein Blick umherschweifte.

    Doch nachdem man mich neben die Wanne geschoben hatte, gefror mir regelrecht das Blut in den Adern. Denn jetzt sah ich ein knappes Dutzend merkwürdiger Zylinder, an deren Enden Bohrer oder Spritzen zu hängen schienen, die auf die Wanne gerichtet waren.

    “Oh Gott! Nein!”
    “Doch, Objekt 12. Ich löse mein Versprechen in den nächsten Stunden vollends ein. Bereitet alles für den bevorstehenden chirurgischen Eingriff bei Objekt 12 vor, damit wir endlich bei ihm mit der abschließenden Phase beginnen können!”
    “Jawohl, Professor Greiner.”


    Die Zuschauer sahen in den etwa folgenden 10 Minuten wie sich Professor Eduard Greiner mit mir unterhielt, weswegen Doktor Benjamin David Rosenthal die Lautstärke regulierte so das jeder die Unterhaltung hören konnte…

    …“Tja, Objekt 12 - das hier ist das Labor, wo ich dafür sorgen kann - dich unverwundbar zu machen, …also keine Knochenbrüche, Bänderverletzungen et te cetera mehr…“
    “Ist ja alles ganz nett, nur hole ich mir bestimmt gerade eine böse Erkältung - an der ihr
    Typen hoffentlich alle verrecken werdet…!“
    Greiner lachte für einen kurzen Moment erheitert auf: “Haha. Wir alle hier auf dieser Basis sind gegen alles nur Erdenkliche geimpft. Tut mir also leid, dich enttäuschen zu müssen - außerdem habe ich hier etwas für dich!“
    Bei dem letzten Teil des Satzes zog er eine Kette mit Erkennungsmarken aus einer Tasche seines weißen Kittels. Langsam legte er mir die Kette um den Hals, dann hielt er mir die beiden Marken so vor die Augen, damit ich gerade noch so lesen konnte, was jeweils darauf eingeprägt war:
    WOLFRINO
    JONATHAN MARTIN
    OBJECT-12
    B.-T.: A RH+ (D+)
    REL.: RK
    Dann fuhr der Wissenschaftler fort, und erzählte mir auch noch das, was ich mir bereits schon vorstellen konnte: “…hiermit wird es gelingen. Du hast bestimmt schon davon gehört: Adamantium. Es wird zwar für dich schmerzhaft, und ich meine ziemlich schmerzhaft werden, da wir dich zunächst einmal zerstören müssen - da ja keine Schmerzmittel mehr bei dir eine lang genug andauernde Wirkung zeigen werden… aber es wird sich auf alle Fälle für dich lohnen.“
    Ich atmete tief durch, da ich mich ja doch nicht wehren konnte. Leider. Zumindest hatte man nicht vor mich in dieser gläsernen Wanne ertrinken zu lassen, da man mir eine Art Beatmungsmaske anlegte, wie sie auch von Profi- und Militärtauchern verwendet wurde.
    Dann wurde mir doch ein sehr starkes Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht, und Greiner befahl schließlich: “Na schön. Lasst endlich das Gestell in die Wanne hinein, und startet das Verfahren!“…


  5. #65
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    Es geht wie geplant weiter
    Viel Lesevergnügen wünsche ich

    Odyssee
    Folge 3.03 Schmerzhafte Erinnerungen, Teil 2

    Andromeda-Galaxie
    Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
    Battlestar Electra - Offiziersmesse

    Voller Interesse verfolgten die Zuschauer weiterhin die weitere Prozedur, die auf dem Video über dem Bildschirm zu sehen war…

    Es wurde schließlich nass. Bald war mein ganzer Körper im Wasser untergetaucht. Mein einziger Kontakt nach draußen war der Schlauch, der meine Lungen mit frischer Luft versorgte.
    Schließlich war es soweit und mehr als ein Dutzend Nadeln, die bereits heftig rotierten, begannen sich in meinen Körper zu bohren. Die Wirkung des Anästhesiemittels ließ rapide nach, daher begann ich schon sehr bald, geplagt vor heftigen Schmerzen hin und her zu zucken. Doch die straff gezurrten Gurte an meinem Körper hielten stand, und schränkten diese Reaktion glücklicherweise ein.
    Meine Gedanken und Erinnerungen kreisten, schlossen die Menschen ein, die mir viel, sehr viel bedeuteten: meine Familie, Freunde, und natürlich meine Ehefrau Jeanne, die ich alle unbedingt wiedersehen wollte.


    Die Mitglieder der Andromeda-Expedition und die Kolonialen Offiziere sahen nun wie sich ein knappes Dutzend Nadeln in den Körper ihres jetzigen Teamgefährten, und neuen Verbündenten beziehungsweise Freundes zu bohren begannen. Einige drehten sich schon bereits nach wenigen Minuten von diesen Eindrücken schockiert weg. Deswegen hörten sie nur noch was gesagt wurde, während die anderen wie gebannt das Geschehen noch immer mit ansahen…

    “Puls und Herzschlag sind unglaublich hoch! Lange hält er es nicht mehr aus!“, warnte einer der Ärzte, der das EKG überwachte, instinktiv und eindringlich alle anderen im Labor.
    Die Zylinder mit dem flüssigen Adamantium leerten sich kontinuierlich, und auf einigen weiteren Monitoren konnte man, dank von Sensorenscans erkennen, wie sich dieses Metall auf das Skelett des Körpers von Objekt 12 anlagerte.
    Alle Wissenschaftler schauten gebannt auf die Anzeigen ihrer Monitore, und einer der Techniker vermeldete endlich: “Alle Zylinder sind vollständig entleert!“
    “Objekt 12 hat keinen Herzschlag mehr!“, seufzte einer der Ärzte etwas ernüchtert kurz darauf.
    Ein weiterer murmelte deshalb: “Er ist doch nicht etwa tot?“

    “Wird wohl einen Moment dauern bis er wieder zu sich kommt. Nutzen wir die Zeit. Schreibe endlich das Programm fertig, damit wir sein Gedächtnis löschen können! - Er soll ja möglichst keine Erinnerungen daran haben, was mit ihm hier passiert ist. Und wir wollen ihn schließlich unter Kontrolle haben, um…“, brummte Greiner im barschen Ton an die Adresse eines Mannes, der an einem speziellen Rechner saß, als das Piepen des EKG wieder da war.
    Luftblasen stiegen im Wasser empor, während ich vehement an den Gurten zerrte und die Krallen ausfuhr.
    “Professor! Er… ich denke…, er hat uns gehört…“, stammelte einer der Assistenten voll aufkommender Panik angsterfüllt und machte automatisch einen Schritt nach hinten.
    “LOS! Löscht endlich sein Gedächtnis! Wie lange dauert denn das noch?“, brüllte der Wissenschaftler entsetzt, der hektisch unter seinen Kittel griff, und kurz darauf einen schussbereiten Revolver in den Händen hielt.

    Doch für dieses Computerprogramm war es zu spät.
    Wasser spritzte nach allen Seiten, und die gesamte angebrachte technische Anlage rings um die Wanne, in welcher ich noch stand, flog teilweise zertrümmert davon.

    Mit einem wütenden Aufschrei erhob ich mich schließlich, denn die Gurte, die mich eigentlich festhalten sollten, waren schließlich von mir zerrissen worden, da sie zum Einen von Mystica, einer geflohenen Mutantin zuvor manipuliert worden waren, und zum Anderen weil die Mutation meine Körperkraft erhöht hatte.

    Greiner brüllte voller Schreck auf und befahl in einem barschen Befehlston: “Verdammter Mist! Soldaten - Feuer frei!“

    Viele weitere Soldaten stürmten kurz daraufhin in das Labor.

    Die Ärzte und Techniker versuchten sich derweil panisch und voller Angst schnell in Sicherheit zu bringen. Die ersten Soldaten feuerten währenddessen ihre ersten Magazine leer.
    Aber gegen mich hatten sie nach diesem Eingriff wenige Chancen, denn die Wut und die ausgeschütteten Hormone ließen mich diese Schmerzen vergessen. Zwar wurde mein Körper immer wieder mehrfach von den Kugeln getroffen, doch schlossen sich die Wunden beinahe umgehend wieder.

    Doch nun tauchten auf einigen Bildern immer wieder zwischendurch die echten Mutanten auf, die mittlerweile in die bis dahin geheime Basis auf einem Hochplateau in Tibet eingedrungen waren um dem Treiben dort ein Ende zu setzen.

    Auf ihren Weg nach unten befreiten die X-Men die übrigen Menschen, die in Mutanten verwandelt worden waren, die sich aber sogleich ihnen anschlossen.
    Denn sie wollten nur eines, sich für die Qualen an ihren Peinigern rächen.
    Außerdem wurde der Widerstand immer massiver, denn man kam den Laboratorien immer näher.

    Derweil hatte ich im abgeschotteten Adamantium-Labor ein wahres Blutbad angerichtet, denn mittlerweile lagen sämtliche Soldaten tot auf dem Boden. Auch hatten sich die schweren Stahltore geschlossen - was in Anbetracht der Adamantiumkrallen nutzlos sein würde.
    Schließlich stand mir nur noch Professor Eduard Greiner schwer atmend und blutverschmiert gegenüber. Der Wissenschaftler hatte seinen Revolver, den er bislang noch nicht abgefeuert hatte, noch immer in der Hand und drückte nun voller Angst mehrfach ab. Dabei sprang ich ihm mit einem Satz entgegen, holte mit aller Macht aus, und riss ihm mit den ausgefahrenen Krallen die Brust auf.

    Das Fleisch und die Knochen des Wissenschaftlers wurden mit einem einzigen Hieb durchtrennt, sowie einige der lebenswichtigen inneren Organe schwer verletzt.

    Stöhnend und röchelnd brach der Mann schließlich zusammen, während mich die Kugel, die er im Todeskampf noch abgefeuerte hatte an meinen Kopf streifte. Doch dies genügte, um mich einige Schritte nach hinten taumeln zu lassen.


    Diese Bilder, die zeigten wie Professor Eduard Greiner ums Leben gebracht wurde, ließen in den Augen von Leutnant Vanessa Greiner den puren Hass aufflammen.
    “Du verfluchter Mistkerl!“, zischte die deutsche Soldatin leise vor sich hin.

    So gut es ihm möglich war, versuchte Charles Xavier auf dem telepathischen Wege mit allen in Verbindung zu bleiben. Doch an manchen Stellen war die Abschirmung immer noch immens. Was dem Anführer der X-Men darin hinderte positiven Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können.
    Magneto seinerseits hatte seinen Weg, und diesen bestritt er ohne große Rücksicht, außer es ergaben sich die Soldaten und weiteres stationiertes Personal, ihm und den Mutanten.

    Schließlich erkannte einer der Soldaten erschrocken die unerwünschten Eindringlinge: “Verflucht noch eins! Das sind ja echte Mutanten! Die X-Men!“
    Denn er hatte gesehen, wie Magneto einfach einen seiner Kameraden an die Wand pinnte, und wie Wolverine einen anderen seine Krallen in die Brust stieß.

    In der Basis blieb Storm wie angewurzelt stehen, da Professor Xavier mit ihr telepathisch Kontakt aufgenommen hatte, denn das Energiefeld, welches die mentalen Fähigkeiten eingeschränkt hatte, war nun endgültig zusammen gebrochen.

    “Wir müssen sofort hier raus! Die Selbstzerstörung wurde in Gang gesetzt!“
    “…und wir haben nur eine knappe halbe Stunde für den Rückweg“, ergänzte Scott, den Satz von Jean Grey, während Erik Lehnsherr amüsiert grinste als Logan und ich uns gegenüberstanden und nach wie vor anstarrten.
    “Also, wir sollten uns auf den Weg machen!“, brummte Magneto, der dabei auf die imaginäre Uhr auf seinen linken Handgelenk deutete.
    Ein wenig widerwillig, folgte ich den anderen im schnellen Laufschritt nach oben, weil die Zeit ablief. Dies war letztendlich leichter als zuvor angenommen, da jeder dank seiner Fähigkeiten dies sehr erleichterte.

    Perfekte Teamarbeit führte alle X-Men und uns die von ihnen Befreiten wieder hinaus nach oben auf die Oberfläche des Hochplateaus…


    “So. Das war´ nun kennt ihr einen Teil der Geschichte. Es ist mir nur noch bekannt dass Wolfrino nicht gemeinsam mit den X-Men von dort entkommen ist, obwohl man es ihm angeboten hatte… Na ja. Seine Spur tauchte erst wieder nach über einen Monat später in Indien, in der Hafenstadt Mumbai auf. Dort heuerte er einige Tage später auf einem Frachter der “Diana“ an. Damit ging es zunächst nach Singapur, von dort weiter Richtung Horn von Afrika um dann über den Sueskanal ins Mittelmeer zu gelangen. Wo es dann aber zu einem Angriff von Piraten kam, wo aber Wolfrino der Besatzung und den Passagieren hilfreich zur Seite stand. Leider erlitt er dabei eine temporäre Amnesie, die seiner Frau bei der ersten Begegnung in Hamburg im schlimmsten Falle beinahe das Leben gekostet hätte… Und den Rest der Geschichte kennen ja die meisten von uns“, ergänzte Doktor Rosenthal ein wenig verlegen.

    “Wie konnten Sie ihm das nur antun?“, warf Lieutenant de Vaux ihrer Kameradin vor.
    “Wie bitte? Der Kerl hat meinen Onkel kaltblütig ermordet!“, antwortete Leutnant Greiner daraufhin wütend.
    Aber auch Miss Shen musste sich so einige Vorwürfe von vielen gefallen lassen.

    “Ich werde mir das nicht länger anhören!“, motzte Vanessa Greiner wütend, die aus die Offiziersmesse stürmte.

    In einem ruhigen Korridor hatte sich die gesamte Zeit über Leutnant Jessica Schneider mit mir unterhalten. In dem Gespräch ging es natürlich um die Experimente, die an mir und den anderen durchgeführt worden sind, aber auch um die Zeit danach, weswegen ich von meinen kleinen Hilfsarbeiten berichtete um mir ein wenig Geld zu verdienen, ehe ich in Mumbai ankam und dann dort auf der “Diana” anheuerte, die irgendwann den Hafen von Hamburg ansteuern würde.
    “Wow!”
    “Ja. Ich war froh darüber, dass es nach Hause ging. Auch wenn wir lange brauchen würden. Ein Flugzeug konnte ich ja nicht nehmen, da ich keine Papiere hatte und das mit dem Adamatium zu erklären… tja. Blieb nur der Seeweg.”
    “Aha. Und das mit diesen Somalischen Seeräubern? Da stand sogar in einigen Zeitungen etwas.”
    “Woher wissen Sie davon?”
    “Nun ja, ich habe mich auch mit deiner Frau unterhalten. Am Telefon. Persönlich. Sie hat mich darauf gebracht.”
    “Sieh an. Wie dem auch sei. Die Crew der “Diana” war mehr als nur in Ordnung, auch die ganze Zeit über, bevor wir auf diese Spinner gestoßen waren. Und deren Hilfe danach konnte ich wirklich brauchen. Später halfen mir natürlich Jeanne, Jasmin, Professor Xavier, Wolverine um mit der Situation klar zu kommen. Oh Gott, wenn ich daran denke, was ich beinahe Jeanne angetan hätte… Dann kam es kurz darauf zum Krieg mit der Luzianischen Allianz. Später tauchten die Wraith auf. Es gab einfach zu viele Krisen. Vielleicht hätte ich doch auf der Erde bleiben sollen…”
    “He! Wir kommen wieder nach Hause! Klar?”
    “Ja. Werden wir.”
    “Gut. Das wollte ich hören. Sieh mal an. Da kommt Leutnant Greiner. Verdammt sieht die wütend und stinkig aus… Und noch einige andere. Das muss ja richtig für Gesprächsstoff sorgen. Die debattieren ja ziemlich heftig”, stellte Leutnant Jessica Schneider fest, die kurz nebenbei auf ihre Armbanduhr sah, und kurz darauf ihrer jüngeren Schwester Sarah zuwinkte.

    Aufenthaltsraum

    Da ich Leutnant Schneider versprochen hatte, ihr und einigen anderen Freunden unseres Teams, von meiner Reise auf der “Diana” sowie meine Rückkehr nach Deutschland im Hafen von Hamburg zu erzählen, zumindest an das, woran ich mich noch erinnern konnte, hatten sich einige bekannte Gesichter versammelt.

    Nachdem genügend Ruhe eingekehrt war begann ich zu erzählen…


    Erde, Indien

    Viele Wochen mussten vergangen sein, als ich endlich nach einer langen Reise vom Hochland Tibets eine Hafenstadt Indiens, Mumbai, erreicht hatte. Dort angekommen, gestaltete sich die Suche nach einem Schiff schwierig, welches direkt nach Deutschland fuhr.
    Endlich nach einigen Tagen, fand sich ein Schiff, welches Hamburg ansteuern und mich damit nach Hause bringen würde - wenn auch nur über mehrere Zwischenhalte, in weiteren Häfen in Südostasien, die irgendwie auf der Route lagen.
    Und da ich nichts weiter an Geld besaß, außer einige Rupien, die ich mir unterwegs für so einige Hilfsarbeiten verdient hatte, beschloss ich auf dem Frachter “Diana” anzuheuern.

    Der erste Maat und Stellvertreter des Kapitäns musterte jeden sehr genau, ob man für die schwere Arbeit auf dem Schiff überhaupt geeignet sein würde. Wie nicht anders zu erwarten war, nickte er bereits nach kurzer Zeit und erklärte: “Fit sind sie, wie ich sehe und dass sie nicht das nötige Kleingeld haben, sagten sie ja schon um sich einen Passagierplatz, plus Verpflegung hier an Bord zu leisten - dafür aber ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen wollen. Das Geld wird ihnen aber erst ausgezahlt, wenn sie von Bord gehen. Allerdings werden die Kosten für die Verpflegung und Unterbringung hier an Bord sowie Steuern und so weiter abgezogen - wollen ja keine Probleme mit den Behörden haben... Da wir einige Monate unterwegs sein werden, lohnt es sich durchaus für Sie. Also: Es gibt fünf US-Dollar pro Stunde und eine Schicht dauert 8 bis 12 Stunden. Wenn sie damit einverstanden sind, bekomme ich hier eine Unterschrift von ihnen…”
    Stumm nickte ich und unterschrieb nach kurzer Überprüfung das Formular.
    “Dann sind sie hiermit angeheuert, Mister. Willkommen an Bord. Sergej, zeig ihm mal die Crewunterkunft.”
    “Aye, Sir.”

    Bereits früh am nächsten Morgen, mit dem ersten Zielhafen Singapur, stießen wir ihn See.

    Indischer Ozean, Diana

    Am Horizont konnte man, mit einem guten Fernglas, bereits das Horn von Afrika ein wenig erkennen, denn unser nächstes Ziel war der Suezkanal.
    Während ich mit einigen meiner Kameraden einen Rundgang tätigte, herrschte auf der Brücke des Schiffes eine angespannte Aufregung. Denn man hatte auf dem Radar drei Objekte ausgemacht, die sich unserer Position mit großer Geschwindigkeit näherten.

    “Achtung, hier spricht der Kapitän: Alle Passagiere begeben sich in die sicheren Schutzräume! Alle Crewmitglieder, die eingewiesen wurden an die Wasserkanonen! Ich wiederhole…”
    Alle riss diese Durchsage aus der Lethargie. Genauso, wie vor einigen Wochen als wir uns in den Gewässern von Malaysia aufgehalten hatten, wo wir schon einmal auf Piraten getroffen waren. Die beiden Boote der Piraten, waren allerdings von der Marine Malaysias versengt worden, wobei alle Piraten getötet wurden.
    Jeder, der ein Fernglas zur Hand hatte, suchte sogleich aufmerksam das Wasser ab. Und ja: da draußen näherten sich drei kleine Boote unseren Schiff.
    Schnelle und wendige Schnellboote.
    Die Leute an Bord wurden nervös, denn es würde nicht mehr allzu lange dauern, bis man uns eingeholt haben würde.
    Neben mir stand einer der beiden Brasilianer, der mich fragte: “Wieder keine Angst vor den Piraten, Bruder?”
    “Nicht wirklich. Auch, wenn es somalische Piraten sein sollten.”
    “Sind es aber.”
    “Also wirklich, José.”
    “Na ja. Machen wir die Wasserkanone bereit, Jonathan.”

    Derweil hatte der Kapitän um militärischen Beistand gebeten, welcher ihm ohne lange Umschweife zugesichert wurde.
    “Der Hubschrauber wird aber erst in circa 15 oder 20 Minuten hier sein, Käpt’n. Und solange können wir das Pack nicht aufhalten.”
    Der Herr des Schiffes brummte zurück: “Sofort alle übrigen Crewmitglieder für den Rückzug in den Schutzraum vorbereiten! Und wir begeben uns in die geschützte Behelfsbrücke um die Diana weiter steuern und kontrollieren zu können!”
    “Aye, Käpt’n.”

    Es kam wie es kommen musste. Aufgrund des massiven Angriffes der Piraten mit drei Schnellbooten, auf denen Maschinengewehre montiert waren und unter den beinahe pausenlosen Beschuss, brach der Widerstand schließlich zusammen. Alle Crewmitglieder zogen deshalb in die Schutzräume zurück, um den Piraten keine Möglichkeit zu geben Geiseln zu nehmen.
    Ausgerechnet unterwegs in einen Schutzraum stolperte und stürzte, der arme José, zu Boden. Sofort blieb ich stehen, um meinen Kameraden zu helfen.
    Dies geschah zu dem Zeitpunkt, als die ersten Piraten das Schiff enterten und auf das Deck der Diana stürmten.

    Derzeit war meine sichtbare, einzige Waffe, die knapp einen Meter messende Eisenstange in der linken Hand. Mit der anderen Hand riss ich den Brasilianer unsanft nach oben.
    Doch es war zu spät. Warnschüsse krachten, und einer der Piraten, der aus Somalia stammte, brüllte: “Bleibt sofort stehen ihr Ungläubigen oder wir töten euch!”
    Um das Leben von José nicht zu gefährden, stieß ich diesen durch eine Luke, und wies diesen an, diese zu verriegeln, ehe ich mich der scheinbaren Übermacht zuwandte.
    Wieder krachten Schüsse, und ich spürte das Projektil, das mich traf und am rechten Oberschenkel verwundete. Allerdings nur kurz, denn die Verletzung heilte.
    Irritiert sahen die Piraten sich an. Eine Verwirrung, die ich auszunutzen gedachte, weswegen ich die Krallen ausfuhr und zum Gegenangriff überging.

    Im Verlaufe des Kampfes wurde ein zweites Geschoss aus einem Revolver abgefeuert, das mich links seitlich am Kopf traf, worauf ich das Bewusstsein verlor. Das geschah zu dem Zeitpunkt als die Unterstützung der Deutschen Bundesmarine eintraf.

    Langsam, eine halbe Stunde in etwa war vergangen, kam ich wieder zu mir.
    Der Sanitäter der Bundesmarine japste erschrocken: “Der kommt ja wieder zu sich!”
    Alle schauten mich irritiert an. Aber mein Blick war nicht gerade klar, denn das Projektil war aus Adamantium gewesen, die mir eine leichte Amnesie zugefügt hatte, wie sich später herausstellte.
    “Unmöglich”, stieß ein Marinesoldat erschrocken hervor, während weitere Leute untereinander tuschelten, oder auch nur vor sich hin nuschelten.
    Da ich mich an nichts erinnern konnte, blickte ich mich immer noch ratlos um, bis ich den Arzt, der neben mir kniete am Kragen packte und diesen heiser mit fragend anschrie.

    “Den hat es offenbar richtig heftig erwischt, Käpt’n.”
    “Wundert mich, dass er überhaupt noch da ist - nachdem ihm die Kugel erwischt hat.”

    In den nächsten Stunden versuchten der Kapitän und alle anderen aus der Mannschaft mir mit viel Geduld und Hilfsbereitschaft zu erklären, was sie von mir wussten. Dies sollte mir helfen, mich wieder zu erinnern. Doch vieles blieb nach wie vor hinter einem Nebel, den ich nicht zu durchdringen vermochte verborgen. Einer der Psychologen der Marine, erklärte aber zufrieden, dass dies nur eine Frage der Zeit war, und mein Gedächtnis wieder zurückkehren würde. Früher oder später.
    “…es braucht dafür nur eine bestimmte Situation”, versuchte der Mediziner zu erklären.
    Aber am Ende verdanke ich es Professor Xavier und Jean Grey das meine Erinnerungen wieder hergestellt werden konnten.

    3 Wochen später
    Deutschland, Hamburger Hafen

    Mehrere Schlepper und Lotsen dirigierten die Diana zu ihren Platz. Nachdem der Anker abgelassen worden war sowie die schweren Taue das Schiff schließlich sicherten, lud der Kapitän noch einmal alle Arbeitskräfte an Bord zu einem gemeinsamen Essen, auf seine eigenen Kosten ein, um sich von allen gebührend zu verabschieden.
    Früh am nächsten Morgen gingen alle nach und nach von Bord, entweder in den Urlaub oder weil ihr Vertrag ausgelaufen war. Gemeinsam mit seinem ersten Maat zahlte Kapitän Sievers die Crew aus, indem er jeden einen dicken Umschlag mit Dokumenten und natürlich dem verdienten Geld überreichte.
    Schließlich war auch ich an der Reihe.
    “Nicht alles auf einmal ausgeben, Wolfrino, ja”, mahnte der Kapitän scherzend zu mir, der dabei meinen neuen Rufnamen gebrauchte. Dann fuhr er nach einer kurzen Pause fort: “…melden sie sich bei den Behörden, dass sie wieder da sind! Vielleicht gelten sie ja irgendwie als vermisst. Wenn das der Fall ist, wissen ihre Familie, Angehörigen und Freunde: es geht ihnen gut. Alles Gute für sie, es war mir eine Freude sie an Bord zu haben.”
    Der Kapitän der Diana, und auch der erste Maat ebenfalls drückten mir die Hand, ehe ich das Schiff schließlich verließ.

    “He, wir wollen in eine Bar - kommst du mit?”
    “Klar - wieso nicht”, grinste ich, und schloss mich einigen der anderen Männer an, die seit Monaten zu wahren Freunden geworden waren…


    1 Tag später

    Combat Information Center

    Admiral Diana McBride war immer noch sehr nachdenklich, befand aber dass es aber im Umgang mit Wolfrino keinerlei Bedenken gab.
    “Ich werde zu dem Thema eine kurze Erklärung abgeben, erinnern Sie mich bitte daran!”, sagte die Befehlshaberin der Electra und der Heracles zu ihrem XO.
    Dieser nickte und sagte: “In Ordnung. Die Aufklärungsraptor sind zurück, und die Berichte über die Zustände aller Schiffe unserer Flotte sollten in den nächsten Stunden vorliegen.”
    “Gut. Was ist los?”
    “Äh. Entschuldigung Sir. Aber eine Raptorcrew hat offenbar einen Planeten gefunden, der eventuell für eine Besiedlung in Frage käme”, antwortete ein junger Offizier, der an die beiden herangetreten war.


  6. #66
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    Ausserplanmäßige Aktivierung von Außen!

    Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen , doch Angesichts der bevorstehenden Einführung der Uploadfilter , habe ich mich dafür entschieden den Postmodus zu ändern, um möglichst alle übrigen Episoden bis dahin zu veröffentlichen. Kurz gesagt, das heißt die noch ausstehenden Folgen, die bereits schon fertig oder halbfertig auf meinem PC schlummern, werden alle 1 oder 2 Wochen aller Voraussicht nach immer am Sonntag gepostet.
    Mal schauen, wie weit wir kommen

    Doch bevor es gleich weitergeht ein großes Danke, an alle treuen Leser sowie Ehre_Sei_den_Ori, Joschi & John‘s Chaya. die den Button gedrückt haben

    Wir beginnen mit dem Start eines Drei-Teilers
    Viel Vergnügen beim Lesen Am 01.11.´20 folgt dann die Fortsetzung


    Odyssee
    Folge 3.04 Tödlicher Hass, Teil 1


    Andromeda-Galaxie
    Theta-Sektor

    Die, von Admiral Diana McBride, geführte Flotte von Überlebenden hatte sich aus dem Epsilon-Sektor entfernt. Die Gründe dafür waren die Berichte der zurückgekehrten Raptorpiloten, die über den gefundenen Planeten begeistert erzählt hatten.
    Sowie auch das damit verbundene Interesse von Miss Shen und Major Hailey. Aber auch natürlich die Nachricht über einen potentiellen bewohnbaren Planeten, die sich wie ein Lauffeuer bei allen Menschen in der Flotte verbreitet hatte.

    Battlestar Electra - Besprechungs- und Taktikraum

    Die wichtigsten Leute, von Militär, der Andromeda-Expedition und kolonialen Zivilisten innerhalb der Flotte hatten sich zu einer entscheidenden Konferenz zusammengefunden.

    “…es könnte wirklich mehr als nur vielversprechend sein. Doch sind die meisten dieser gemachten Aufnahmen von dem Festland dieses Planeten ziemlich trostlos”, seufzte Diana nüchtern nachdem sie sich genaurer angeschaut hatte.

    Diese Bilder wurden von vielen, darunter waren auch Personen aus zwei Galaxien, die sich in Geologie und Archäologie sehr gut auskannten begutachtet und beurteilt.

    “…nun ja, Admiral McBride hat Recht damit was diesen Planeten angeht: Er ist trostlos und unseren eigenen ähnlich. Und zwar in Bezug auf die Vergangenheit aber auch im Ausblick auf die Zukunft, wo es einen einzigen Superkontinenten gab und wieder geben wird, weil alle Kontinentalplatten in Bewegung sind”, erzählte Doktor Steven Michaels.
    “Laut der ersten Messungen sind dieser Planet als auch das gesamte Sonnensystem schon sehr alt”, fügte eine Wissenschaftlerin aus den Kolonien hinzu.
    “Major Hailey und Lieutenant Fraiser haben zudem noch etwas herausgefunden, und zwar dass die Koordinaten des Planeten zu denen, die wir aus der Datenbank von den Antikern entschlüsselt haben”, bemerkte Miss Shen, die somit auf das Ziel ihrer Expedition hinwies.

    Eine Pause war entstanden. Kurz darauf bat Miss Shen die neuen Verbündeten um Unterstützung um somit den Planeten mit Bodenteams erforschen zu können.

    Es dauerte nicht lange bis die erlösende Antwort kam. Denn auch die Überlebenden aus den zerstörten zwölf Kolonien von Kobol hatten dann ebenfalls Interesse an diesen Planeten, weil sie neugierig geworden waren. Nach einigen weiteren Minuten hatte man den Beschluss gefasst die schon bereits bestehenden Teams zur Erkundung auf diesen Planeten zu entsenden, sowie weitere zusammenzustellen.
    Unter diesen Personen war auch wieder First Lieutenant Jin, die nach ihrer verbüßten Strafe ab sofort wieder aktiv an allen Einsätzen teilnehmen durfte.

    Steuerbordhangardeck

    Da man es gewohnt war Planeten und anderen Orten Namen zu geben, rätselte jeder welchen diese Welt wohl erhalten würde.
    Langsam gingen Leutnant Jessica Schneider und ich auf dem Jumper zu, während wir uns dabei unterhielten.
    “…ist doch seltsam. Will nur wissen was ausgerechnet wir beide da unten sollen? Denn soviel ich bislang in Erfahrung bringen konnte ist das, das dieser Planet fast am Ende ist. Er ist verlassen, sandig und steinig… beinahe tot - bis auf einige grüne Flecken…”, murmelte die deutsche Soldatin.
    “Hm. Sieh es positiv, endlich mal wieder die Beine vertreten. Normale Luft atmen. Keine Zylonen…”
    “Ha. Und wenn es da unten irgendwelche Ungeheuer gibt, Wolfrino? Hi, Jiao!”
    “Hallo ihr beiden. Geht schon mal an Bord. Doktor Xiao. Ich freue mich Sie hier an Bord begrüßen zu dürfen. Willkommen an Bord.”
    “Danke, First Lieutenant Jin. Ich werde den Platz hinter Ihnen einnehmen”, erklärte die chinesische Archäologin lächelnd.

    Wie auch in allem anderen für den Einsatz bereitgestellten Fluggeräte, war auch unserer Jumper bis auf den Letzten, der 16 verfügbaren Sitzplätze besetzt. Niemand von den Führungskräften unserer Flotte wollte bei dieser Mission auf diesen fremden Planten ein Risiko eingehen.

    Während wir zum Abflug zum Aufzug, der hinauf zum Start- und Landedeck führte gebracht wurden, verkündete uns der irische Geologe und Mineraloge Doktor Steven Michaels: “Wir wissen das viele in der Flotte die Frage umtreibt, wie man diese Welt nennen könnte. Nach kurzer Beratung hatten zumindest wir uns Wissenschaftler auf die Bezeichnung Pangaea geeinigt.”

    Orbit von Pangaea - Jumper #1

    Als wir gestartet waren konnten wir erkennen, dass wie von der Electra von der Thetis ebenfalls zwei Jumper gestartet waren. Zusätzlich wurden wir von etwa drei Dutzend Raptor, sowie beinahe einhundert Viper begleitet, die die Mission zusätzlich unterstützen sollten.

    Da es nur vier Sitzplätze im Cockpitbereich gab, saßen 12 weitere Crewmitglieder, darunter auch ich im hinteren Bereich des Jumpers. Die beiden Pilotinnen, sowie die zwei Doktoren Xiao und Michaels konnten durch das Frontfenster die immer größere Landmasse erkennen auf die unserer Jumper von Jin angesteuert wurde.
    Je näher wir dem Planeten kamen, umso mehr konnten die vier erkennen, darunter auch die wenigen Vegetationsgebiete auf dem Festland, die sich in Küstennähe, sowie an den Hängen der Gebirgszüge befanden.

    Pangaea - Jumper #1

    Die Crew im Cockpit konnte aber auch für wenige Minuten einige der vorgelagerten Inseln sehen, die zum größten Teil noch bewachsen waren. Doch nicht eine davon war unser Ziel, sondern der gewaltige Superkontinent. Dort waren die meisten Flüsse und Seen bereits versiegt, ausgetrocknet oder führten nur temporär, vermutlich nach ausreichenden Regenfällen Wasser.

    Das Zielgebiet der Mission stand schon fest, zu welchen Doktor Xiao die beiden Pilotinnen hindirigierte. Wir steuerten über ein stark zerklüftetes Hochplateau welches sich in viele Canyons aufspaltete. Wir folgten eine dieser wenigen Schluchten in deren geschützten Bett sich ein Fluss wand. Nach vielen Kilometern mündete der gewaltige Strom, der aus dem hohen Bergen gespeist wurde, in einem gewaltigen Süßwassersee, der von einem noch ansehnlichen Vegetationsgürtel umsäumt war.
    Doch war dieser beschauliche Ort nicht unser Landeplatz, denn Jiao landete auf einen Anhöhe in den Felsen von wo aus man die Gegend weitläufig überblicken, und die man im Ernstfall auch gut zu verteidigen wäre.

    “Also schön. Eine von uns beiden Pilotinnen muss hier beim Jumper bleiben.”
    “Ich weiß Tessa. Losen wir?”
    “Nö. Geh ruhig mit. Die beiden Privates Kieras, sowie Curtis bleiben mit mir hier beim Jumper.”
    “Danke.”
    Die Luzianerin Jill Ludien sah sich in der Runde um, fragte und orakelte: “Also, will noch jemand in der Nähe des Jumpers bleiben? Nein. Aha. Vermutlich werden sich unterwegs so einige Expertengruppen bilden…”
    Batos Nanes, der ebenfalls der Luzianischen Allianz angehörte und dem die Frage galt, zog nur die Schultern hoch, schüttelte den Kopf während er sein Gepäck aufnahm.

    Als alle ihre Rucksäcke und Aufrüstung aufgenommen hatten, gab First Lieutenant Jin das Zeichen für den Aufbruch.

    Wie die Soldatin der ehemaligen Todfeinde der Erde bereits vermutet hatte, hatten sich drei Gruppen gebildet, wobei die Wissenschaftler ab und wann Proben vom Wasser und den Boden zu nehmen.

    “Die suchen doch etwas Bestimmtes. Diese Doktor Xiao geht zielstrebig in Richtung von der Wüste, die wir überflogen haben”, bemerkte Leutnant Jessica Schneider flüsternd, die neben mir ging, obwohl sie eigentlich nur den Befehl hatte auf mich zu achten, bewies sie immer wieder was für eine gute Soldatin sie war.
    Erneut deutete sie auf Doktor Xiao, die abermals an den schroffen Felswänden nach etwas Ausschau hielt. Immer wieder musste sie dann aber des Öfteren enttäuscht mit ihren Kopf schütteln, sah sich kurz um und ging zielstrebig weiter.

    “Wir müssen dort hin! Durch die Dünen da! First Lieutenant Jin, ich brauche ein Team”, erklärte Doktor Xiao, die chinesische Archäologin, die abermals auf einen Berg deutete, den wir näher gekommen waren und dessen seltsame Form mehr als nur auffällig war.
    “Ich verstehe”, verstand die angesprochene Soldatin, die dann das Team in zwei Gruppen von je sechs aufteilte.

    “He! Entschuldigung First Lieutenant! Wer hat das Kommando über unsere Gruppe?”, wollte Professor Doktor Elias Orkney von der Universität für Naturwissenschaften von Caprica City erfahren.
    Die Antwort übernahm Lieutenant Fraiser, die sich noch einmal zu ihm umdrehte, ihn ansah und erklärte: “Wir dachten da an Sie, Professor!”
    “Danke. Ich werde Ihr Vertrauen nicht enttäuschen. Gut. Dann wollen wir uns mal das Tal, die Vegetation ansehen, sowie die Qualität des Seewassers überprüfen! Jill Ludien, Batos Nanes, Doktor Steven Michaels, Private Cork und Anise beziehungsweise Freya - mir nach!”

    “So. Und wir gehen durch die hübsche Wüste da. Wird ein netter Fußmarsch”, stellte First Lieutenant Jin fest, die Leutnant Schneider, Leutnant Greiner, Lieutenant Fraiser und mir das Zeichen gab ihr und Doktor Xiao zu folgen.


    Milchstraße
    Erde
    USA - Los Angeles

    Im Hafenbecken der Kalifornischen Großstadt wiegte der Seegang das Hausboot sanft hin und her. Aber es war nicht vollkommen ruhig und still verlassen, denn zielstrebig arbeitete sich ein dunkel gekleideter Mann darauf und darin Stück für Stück vorwärts. Nachdem er die Treppe hinauf gestiegen war, blitzte in seiner rechten Hand die scharfe Klinge eines Kampfmessers auf, als er sich dem Bett genähert hatte.
    Als der finstere Eindringling gerade zustoßen wollte, wurde es unerwartet hell.
    “Was tun Sie hier?”
    “Das geht Dich nichts an, Junge! Und außerdem ist Anonymität sehr wichtig - also…”
    “Nicht so voreilig, Mister Einbrecher! Ich bin Sam MacGyver!”
    “Oh, dann passt es ja doch irgendwie, wenn es auch nicht dasselbe sein wird. Ach ja, unhöflich von mir - ich vergaß mich vorzustellen: Ich bin Murdoc”, erklärte der finstere Eindringling mit einem bösen Lächeln, bevor er das Messer schleuderte.

    Doch Sam wich geschmeidig aus und schleuderte Murdoc den schweren Koffer entgegen, den er bei sich hatte.


  7. #67
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    Danke an alle stillen Leser und an die, die den Danke-Button gedrückt haben Den Abschluss dieses Drei-Teilers kommt dann am 8.11.´20
    Doch folgt zunächst der mittlere Teil davon.

    Odyssee
    Folge 3.05 Tödlicher Hass, Teil 2


    Milchstraße
    Erde
    USA - Los Angeles

    “Ah!”, fluchte Murdoc, sowohl getroffen von der Wucht des auf ihn geschleuderten Koffers, als auch frustriert über seine eigene Unvorsicht. Es passierte ihm selten, ein Opfer zu unterschätzen.
    Eigentlich gar nicht.
    Bis auf MacGyver.
    Und wie es den Anschein hatte, traf es auch auf noch weitere Mitglieder dieser Familie zu.

    “Du bist dann wohl also sein Sohn”, brummte der Profi-Killer genervt. “Eigentlich bin ich ja nicht an Dich interessiert. Wusste bis zu diesen Moment nicht einmal dass er Kinder hatte. Aber nun… werde ich für ihn eine klare Botschaft hinterlassen. Nämlich dass das Spiel noch nicht vorbei ist. Ewige Ruhe, Sam MacGyver!”
    Die letzten gesprochenen Worte erklangen voller Hass und Verachtung mit dem er den Familiennamen seines Erzfeindes bedachte.

    “Schon wieder so vorschnell, Murdoc! Da gibt es ein kleines Problem, denn mein Vater ist spurlos vor einigen Tagen verschwunden, genauso wie seine beiden Freunde Thornton und Dalton.”
    “Oh! Das bricht mir doch glatt das Herz…”
    “Und ich bin nicht wie mein Dad”, seufzte Sam, der eine Glock 17 aus seinen Rucksack zog.
    Verwundert erstarrte Murdoc in seiner Bewegung in der er eigentlich selber nach einer seiner Waffen greifen wollte. Dieser sicher geglaubte Vorteil war somit unerwartet dahin.

    Aber nun sollte Sam besser selber sein Gegenüber nicht unterschätzen. Er hatte zwar von seinen Vater, Pete und Jack von Murdoc gehört - doch hielt man den Profi-Killer schon bereits seit einigen Jahren für tot.
    Bis zur heutigen Nacht.

    Verschlagen grinste der Erzfeind von MacGyver. Doch Murdoc hatte die Hände nicht richtig gehoben, obwohl Sam immer noch die Waffe auf ihn richtete.
    Aus einem unscheinbaren Ring an der linken Hand von Murdoc waberte ein Energiestrahl auf den Sohn von Angus MacGyver zu. Schwer und ohne Vorbereitung wurde er davon gegen die Wand geschleudert. Instinktiv drückte Sam dreimal in kurzer Folge blind auf seinen Gegner ab.

    Von den drei Schüssen wurde Murdoc von zwei Projektilen getroffen. Dabei streifte ihn eines am Kopf und das zweite traf ihn auf Grund der kurzen Entfernung so heftig an der linken Schulter, dass ihn die Wucht aus dem Schlafzimmer und auch noch durch das Fenster beförderte.


    Andromeda-Galaxie
    Theta-Sektor
    Orbit von Pangaea
    Battlestar Thetis - Krankenstation

    Zur gleichen Zeit als der Planet Pangaea von Dutzenden Teams erforscht wurde, hatte es Commander Liam Aberdeen nicht mehr länger ausgehalten, weswegen er die Zeit für gekommen sah. Mit einem steinharten Gesichtsausdruck war er an das Krankenbett von Commander Arthur Tigris herangetreten.

    Der Befehlshaber der Thetis hasste den Mann, der vor ihm lag für das was er getan und vorgehabt hatte.
    ´Schade dass sie ihn nur verwundet haben Private Sandra Kieras. Wirklich schade…´, dachte Commander Liam Aberdeen, der mit der Erlaubnis von Admiral Diana McBride, die von den Vorkommnissen ausführlich unterrichtet worden war, bereits einige harte Strafen hatte vollstrecken lassen.
    Doch um den Hauptverantwortlichen wollte er sich, im absoluten Gegensatz der gesetzten Anordnungen, selber kümmern. Ohne ein Wort zu sagen, klemmte er die Infusionen ab und fuhr mit einem vollkommenen leeren Gesichtsausdruck alle Überwachungsmonitore herunter.

    “Was ist hier los? Oh, Entschuldigung Sir”, stammelte eine der Ärztinnen, die von ihrem Befehlshaber sofort den Befehl erhielt sich von diesen Patienten fernzuhalten, sowie im Falle einer Änderung des Zustandes absolut gar nichts zu unternehmen.


    Milchstraße
    Erde
    USA - Los Angeles

    Voller Zorn im Bauch schwamm der verwundete Murdoc zu einem Steg in der Nähe des Hausbootes von MacGyver. Mühsam zog er sich aus dem Wasser um sich wenige Minuten später triefend vor Nässe an einem Geländer entlang zuhangeln. Für gewöhnlich zog er sich immer nach einer solchen Auseinandersetzung mit MacGyver zurück, um an einen raffinierten Plan zu arbeiten um sich an seine Feinde zu rächen.

    Aber nicht heute. Der langjährige Berufskiller hatte den Beschluss gefasst endlich reinen Tisch zu machen und nicht auf einen anderen Tag zu setzen.

    Doch die beiden ahnten nicht dass sie aufmerksam beobachtet worden sind.

    Voller Grimm in der Brust hatte sich Murdoc zurück ins Hausboot begeben. Doch zuvor hatte er die Kabel durchtrennt.
    Verdutzt musste Sam feststellen dass die Telefonleitung nicht das einzige war was den Geist aufgab, denn es wurde dunkel. Der junge MacGyver wollte sich noch in eine Ecke zurückziehen von wo aus er hätte alles einigermaßen gut überblicken können - doch es war zu spät.

    Die Wucht des Schlages mit dem Eishockeyschläger traf ihn vollkommen unerwartet.

    ´Ist schon ironisch´, dachte Murdoc böse grinsend während er auf sein hilfloses Opfer herabblickte. Dabei entschied er auch kein Spielchen zu spielen, sondern den Sohn seines langjährigen Erzfeindes ganz simpel umzulegen.

    “Wach schon auf - Mac-Gyver!“, forderte er daher, der die Glock 17 aufgehoben hatte und bereits auf ihn zielte.
    Sam kam mit heftigen Kopf- und Rückenschmerzen langsam wieder zu sich. Und gerade als Murdoc abdrücken wollte, meldete sich hinter jenen eine sanfte aber klare fordernde Frauenstimme zu Wort: “Nein! Das darfst Du nicht tun!“
    Der Killer kannte diese Stimme, weswegen er sich überrascht in ihre Richtung umwandte. Er traute seinen Augen nicht, denn vor ihm stand sein einziges Kind und Tochter: Ashton, die er nach seiner zu früh verstorbenen Schwester benannt hatte.


    Andromeda-Galaxie
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    Orbit von Pangaea
    Battlestar Thetis - Krankenstation

    Mit Befriedigung sah Commander Liam Aberdeen seit einer guten Stunde zu, wie der verhinderte Attentäter und der frühere Commander der Hephaistos, Arthur Tigris, von immer heftigeren Krämpfen gequält wurde.
    Und schließlich war es soweit. Ein leiser Ton und die Anzeigen auf dem letzten noch aktiven Monitor kündeten schließlich vom eingetretenen Tode des Patienten.
    “Gut. Das war’. Jetzt gehört er wieder ihnen, Doktor!”, nickte der Befehlshaber der Thetis.


    Milchstraße
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    USA - Los Angeles

    Diese unerwartete Begegnung brachte den sonst so eiskalten Profi-Killer vollkommen aus der Balance. Diesen Umstand nutzte Sam MacGyver aus, um sich voller Entschlossenheit auf seinen Gegner zu werfen. In Folge des Gemenges, während die zwei Männer ins Wasser stürzten, löste sich Schuss.
    “MACGYVER!”, brüllte Murdoc noch, ehe er in den Fluten des Hafens versank.


    Andromeda-Galaxie
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    Pangaea

    Schon bereits seid ungefähr 2 Stunden hatten wir das hügelige Gelände des Canyons und seiner Ausläufer hinter uns gelassen. Seid dem war unsere Gruppe in den Dünen der riesigen Wüste, die ungefähr 90 Prozent der gesamten Landmasse bedeckte, unterwegs.

    Der Sand war extrem weich. Und da wir alle in der Gruppe mit schwerer Ausrüstung ausgestattet waren, versanken wir hin und wieder sogar bis zu den Knien in den Sand.
    Auch löste sich die Formation des Teams auf, weil einige Probleme mit diesen mehr als nur schwierigen Bodenverhältnissen hatten.

    Als einzige ließ sich Leutnant Vanessa Greiner absichtlich bis ans Ende der Gruppe fallen. Mit finsterem Blick marschierte sie hinter uns anderen her. Die Soldatin beobachtete und analysierte konzentriert alle Bewegungsmuster ihrer Teamkollegen.
    Schließlich erkannte sie endlich eine günstige Gelegenheit und zog langsam den Revolver hervor. Ein letztes Mal noch kontrollierte Greiner die Waffe, dann zielte sie sorgfältig und drückte mehrfach und schnell hintereinander ab.

    Blind von Hass hatte Leutnant Greiner die Schüsse abgefeuert, und dabei vollkommen ignoriert möglicherweise andere verletzen zu können. Das Krachen hallte laut zwischen den Sanddünen wieder.
    Das erste Geschoss traf Doktor Xiao. Die Archäologin aus der Volksrepublik China hielt sich ihre Hände stark pressend auf den Bauch und schrie verzweifelt um Hilfe.
    Aber die Adamatiumkugel hatte ihren Körper durchschlagen und schon kurz darauf schmerzhaft Leutnant Jessica Schneider am linken Oberschenkel gestreift, ehe das Projektil in der Sanddüne verschwand. Die leicht verletzte Soldatin ging schimpfend in die Knie, während sie sich bereits in dieser Bewegung instinktiv umwandte.

    Die anderen drei Projektile trafen mich. Wobei zwei von ihnen in meinen Rücken und die dritte in meine rechte Brusthälfte einschlugen, da ich mich alarmiert nach hinten umgedreht hatte. Doch schwer und tödlich von diesen Geschossen getroffen sackte ich in den Sand.

    “Und jetzt: Stirb Wolfrino!”, zischte Vanessa hasserfüllt, die abermals anlegte und dabei sorgfältig zielte. Dann drückte Greiner ein weiteres Mal ab.
    Dieses Mal traf sie mir genau ins Herz. Und da die Geschosse aus Adamatium waren, wurden sie nicht von meinem Körper herausgedrückt.
    Langsam schritt die Soldatin näher heran.

    “Sofort die Waffe weg, Leutnant Greiner!”, schrie First Lieutenant Jin im Befehlston, die von oben aus auf einer Sanddüne mit schussbereiter Waffe kniete, der Schützin zu.
    “Nein! Er muss sterben!”
    “Wirf jetzt endlich die verdammte Knarre weg! Oder ich mache von der Schusswaffe Gebrauch!”, rief dann auch noch Leutnant Schneider, die ihre Handfeuerwaffe gezogen hatte, warnend ihrer Kameradin zu.

    “Nein! Ich muss ihn töten! Ich will Rache! Rache für meinen Onkel Eduard! Noch einen Schuss habe ich… Ich weiß was ich zu tun habe. Diesen verfluchten Bastard schieße ich den Schädel weg…”, murmelte Vanessa, die mit ihrer Waffe abermals anlegte.

    Alle ihre Teamkollegen, die sich bislang um die verwundete Archäologin kümmerten, mit der Ausnahme von Jiao und Jessica, sahen benommen zu, wie sie sich darauf vorbereitete ihren, nun mittlerweile wehrlosen und verteidigungsunfähigen Gegner, mit der letzten Patrone in der Trommel, endgültig den Garaus zu machen.

    Schon kurz darauf fielen erneut Schüsse, die zwischen den Sanddünen in der Wüste widerhallten.


  8. #68
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    Wie versprochen kommt heute der Abschluss des laufenden Drei-Teilers
    Doch bevor es soweit ist, der Dank an alle treuen Leser und an diejenigen, die den Danke-Button betätigt haben
    Es geht dann am 22.11.´20 weiter

    Genug der Worte, fahren wir also fort!

    Odyssee
    Folge 3.06 Tödlicher Hass, Teil 3

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    “Was zur Hölle ist da nur los?!”, stieß Lieutenant Tessa de Vaux, die neben den Jumper stand hervor. Beim ersten fernen Knallen dachte sie zunächst noch, sich geirrt zu haben. Aber als die anderen drei, die mit ihr das Fluggerät sicherten beinahe gleichzeitig:
    “Das waren doch schon wieder Schüsse!” - sagten, war ihr sofort klar geworden dass es wohl ernsthafte Schwierigkeiten gab.
    Ohne zu zögern nahm sie daher sofort Kontakt mit dem übrigen Team auf, das sich auf Erkundung befand.
    “…ja… Richtig, Wir haben uns vor etwa 4 Stunden getrennt, und haben ebenfalls das Knallen gehört, was sich verdächtig nach Schüssen angehört hatte. Ich versichere Ihnen aber, das bei uns ist alles in Ordnung ist. Aber auf Grund dieser Tatsache sind wir ein wenig beunruhigt, Lieutenant”, hörte man Doktor Michaels’ Stimme aus dem Funkgerät sagen.


    Nachdem die Echos der Schüsse in den Dünen verklungen waren, lag Leutnant Greiner nur wenige Meter von mir entfernt im Sand. Die rachsüchtige Soldatin war in Bruchteil weniger Sekunden von zwei Projektilen getroffen worden. Dabei war Leutnant Jessica Schneider nur darauf ausgewesen ihre Kameradin aufzuhalten, wohin hingegen First Lieutenant Jiao Jin weniger zimperlich gewesen ist.

    Die eine Schussverletzung an der rechten Schulter in der ein Pistolenprojektil steckte war nicht ganz so tragisch, im Gegensatz zu der anderen aus dem Sturmgewehr in der Brust, die lebensbedrohlich für die deutsche Soldatin war.
    Der letzte Schuss aus dem Revolver, den Leutnant Greiner krampfhaft abgegeben hatte, war hingegen glücklicherweise für mich ohne weitere Folgen geblieben.

    Von dieser Situation unter akuten Stress stehend, war Lieutenant Fraiser von Doktor Xiao weiter zu Leutnant Greiner geeilt, da Leutnant Schneider abgewinkt und sich schon selber verbunden hatte.

    Alle zuckten kurz darauf zusammen nachdem sie einen Lufthauch gespürt hatten. Doch schnell waren alle wieder entspannt, weil es nur den Jumper mit dem übrigen Team an Bord handelte. Die Insassen strömten um zu helfen sofort hinaus. Aber zunächst starrten sie fassungslos in die Runde, ehe ihre Blicke bei den Verletzten haften blieben.

    “Das verstehe ich nicht? Was ist nur mit Wolfrino los?”, murmelte Private Sandra Kieras irritiert fragend in die Runde.
    “Er hat sich vermutlich einige Kugeln aus Adamatium eingefangen, weswegen sich sein Körper immer noch nicht regeneriert. Diese spezielle Metalllegierung kann von seinem Körper nicht abgestoßen werden… somit ist Wolfrino aus medizinischer Sicht betrachtet: tot!”, versuchte Lieutenant Fraiser zu erklären, die immer noch bemüht war Leutnant Greiner zu stabilisieren.

    Nach einer Pause fuhr Cassie fort: “…ich vermute dass Jonathan damit einverstanden wäre, wenn wir uns zunächst um Vanessa kümmern…”
    In genau diesen Moment erlangte ihre Patientin das Bewusstsein wieder und murmelte leise, kaum hörbar: “Nein! Nein! Lasst diesen verfluchten Bastard von einem Mutanten da liegen und sterben!”
    Kaum hatte sie das gesagt, sackte sie erneut erschöpft vom hohen Blutverlust zusammen.

    In der Zwischenzeit hatte sich die Tok’ra Anise um die ebenfalls übel verletzte Doktor Xiao gekümmert, indem sie die Verwundung größtenteils mit einem Handheilgerät kuriert hatte. Die Behandlung war einigermaßen erfolgreich gewesen, denn es kündete nur noch eine leichte Narbe von der Verletzung.

    In der näheren Umgebung landeten zwei Raptor von der Battlestar Electra, die weiteres Personal, sowie unter anderem auch Miss Shen an Bord hatten. Die Unterstützung sollte Cassandra bei ihrer Arbeit helfen, sowie die Fortführung der Mission gewährleisten.

    “Oh, nein! Lieutenant Fraiser! Wir dürfen niemanden mehr aus unserem Team verlieren! Wir haben bereits schon schwere Verluste hinnehmen müssen: Sub-Lieutenant Meng Sun, Gefreiter Andreas Wagner, Major James McAllister und Ta’mon in weniger als nur 2 Tagen… Jetzt nicht schon wieder! Tun Sie ihr Bestes!”, wünschte die Expeditionsleiterin, die aufmerksam die Rettungsmaßnahmen beobachtete.

    “Danke. So das war’! First Lieutenant Jin! Lieutenant de Vaux! Leutnant Greiner ist jetzt stabil. Wir können sie und Wolfrino somit mit dem Jumper zur weiteren medizinischen Versorgung auf die Electra bringen!”, entschied Lieutenant Fraiser nach etwa einer guten Viertelstunde schließlich.
    “Halt! Stopp! Ich komme auch mit! Autsch!”, rief Leutnant Schneider, die aufgesprungen war und sofort hinterherlaufen wollte, dann aber wegen des Streifschusses an ihrem linken Oberschenkel für einen kurzen Moment zusammenzucken musste.

    Orbit von Pangaea
    Battlestar Electra - Krankenstation

    Allzu gerne hätte Cassandra Fraiser die chinesische Archäologin zur Kontrolle ebenfalls mit an Bord genommen, doch diese hatte lächelnd geweigert, weil sie weiter an den Einsatz teilnehmen wollte. Aus diesen Gründen blieb Anise/Freya ebenfalls unten auf Pangaea zurück.


    Schon seit einigen Stunden dauerte die Operation in der chirurgisch die beiden Projektile aus der rechten Schulter und der Brust von Vanessa Greiner entfernt wurden. Durch die Glasscheibe sah Felix Müller dem Ärzteteam die ganze Zeit über dabei zu. Der deutsche Major machte sich in Gedanken immer wieder aufs Neue starke Vorwürfe wegen der ganzen Angelegenheit.

    Es vergingen noch mehrere Minuten ehe Fraiser und ihr Team mit der Operation fertig war. Als sie den OP-Saal verließ und ihre Handschuhe auszog, bemerkte sie Müller und sagte: “Keine Sorge Sir. Greiner wird wieder gesund werden. Es wird zwar einige Zeit dauern, aber sie ist über dem Berg.”
    Schließlich trat Miss Shen mit sorgenvoller Miene an die beiden heran, und fragte: “Na schön. Und was ist jetzt mit Wolfrino? Ich kenne, wie sie beide und die anderen auch, die Röntgenaufnahmen, die die Positionen der Geschosse in ihm zeigen…”
    “Das wird auf jeden Fall kein Spaziergang”, seufzte Lieutenant Fraiser, “diese Projektile aus Adamantium sind das einzige was Wolfrino in diesem Zustand hält. Es sind vier von ihnen in seinem Torso, davon zwei im Herzen… Sobald diese dann entfernt wurden… wir müssen ihn auf jeden Fall die ganze Zeit über fixieren, sonst gibt es noch weitere Verletzte…”
    “Oh ja natürlich - die Krallen. Das hatte ich beinahe vergessen, Lieutenant.”
    “Ist schon in Ordnung, Miss Shen. Es ist nun einmal Tatsache, dass er vollkommen unerwartet während der OP das Bewusstsein wiedererlangen kann…”

    “Ich bitte um Entschuldigung - aber Admiral McBride und Commander Aberdeen möchten mit Ihnen sprechen! Es gibt erste Ergebnisse und Funde!”, meldete Private Sandra Kieras.
    “Wir kommen sofort”, bestätigte Miss Shen.

    Offiziersmesse

    Während der gesamten Präsentation war für alle anwesenden Teilnehmer zu erkennen wie erschöpft und mitgenommen Cassandra Fraiser war. Ein Umstand, der Xiao dazu veranlasste ihren Vortrag so kurz wie möglich zu halten, wie schon alle anderen vor ihr.

    “…sie erwähnten diesen Kristall - und, dass sie bereits einen solchen in ihrer Ausrüstung dabei haben. Muss sehr wichtig sein.”
    “Ja, Admiral McBride. Wir nennen diese Kristalle Zero Point Module. Oder einfach nur ZPM’. Sie sind eine sehr leistungsfähige Energiequelle. Und wir haben zwei bislang mitgebracht. Doch benötigten wir noch ein drittes, was unsere Mission erleichtern wird”, bestätigte Major Hailey umgehend.
    “Gut. Wir haben sehr nützliche Erkenntnisse gewonnen, sowie wichtige Funde gemacht. Doch jetzt ist es an der Zeit dass wir uns so schnell es geht um Jonathan Wolfrino Martin kümmern! Lieutenant Fraiser!”
    “Ja, Admiral. Natürlich”, seufzte Cassie müde.
    “Sagen sie uns einfach wen und was sie benötigen um unseren Freund zu helfen.”
    “Klingt vielleicht etwas seltsam, aber wir benötigen starke Gurte, Riemen oder Ketten um uns selber abzusichern… und natürlich das beste medizinische Personal, das Sie haben, Admiral.”
    “Wir werden sehen was und wen wir auftreiben können. Wann wollen Sie beginnen?”
    “Nun ja, Admiral McBride. Ich würde mich gerne zunächst etwas ausruhen wollen. Die Einführung für diese OP hatte ich für 8-Hundert geplant, und der eigentliche Eingriff eine Stunde später, um 9-Hundert”, antwortete Lieutenant Fraiser.

    Krankenstation

    Alle Beteiligten, aber auch interessierte Mitglieder aus der Expedition und der Crew waren anwesend als Cassandra Fraiser die wichtigen Informationen weitergab: “…bitte seien Sie nicht irritiert: Narkosemittel, also Anästhesie wirkt bei diesen Patienten wegen seiner Mutation nicht. Deswegen werden wir ihn fixieren damit wir nicht von Schlägen oder den Krallen, die er ohne Vorwarnung vermutlich ausfahren wird verletzt werden. Gibt es noch Fragen?… Nein. Gut, dann machen wir uns an die Arbeit!”

    Wie es besprochen worden war, so wurde auch vom chirurgischen Team vorgegangen. Zuallererst entfernte Cassandra mit dem Chefarzt der Battlestar Electra das Projektil, das in der rechten Brusthälfte saß. Direkt im Anschluss entfernten die beiden dann das zweite Projektil das in der rechten Schulter steckte. Wie zu erwarten war gab es bislang keinerlei Komplikationen. Sorgfältig wurden die Wunden vernäht.

    Nachdem dies geschehen war, wurden die beiden von zwei frischen und ausgeruhten Kollegen ersetzt. Denn jetzt wurde es sehr knifflig und sehr spannend. Nicht nur für das medizinische Personal, sondern auch für diejenigen, die diese Operation durch die Glasscheibe oder den Monitoren mitverfolgten.

    Beide Chirurgen atmeten noch einmal kurz durch. Es waren zum einen Doktor Cong-Min Wang, der aus der Volksrepublik China kam, und zum anderen Doktor Hiroshi Soma aus Japan stammte. Beide hatten so einiges gemeinsam, nämlich sie waren unter anderem im OP Spezialisten und hatten sehr ruhige Hände. Die zwei hatten den Plan die beiden Adamatiumkugeln, die im Herzen steckten möglichst synchron zu entfernen. Ihnen zur Seite standen noch weitere Ärzte und Helfer aus zwei Galaxien zur Seite.

    Bevor sie jedoch mit ihren Part begannen, überprüften sie noch einmal kurz die Fesseln, die ihre eigene Sicherheit garantieren sollten.

    Als sie damit fertig waren, nickten sie zufrieden, schauten dann auf die Uhr. Schließlich gaben sie das vereinbarte Zeichen und begannen mit den ersten kleinen Schnitten.

    Für den, der die Monitore mit den Vitalfunktionen im Blick behalten musste war es am meisten interessant, weil er die kleinste Veränderung festzustellen und zu melden hatte. Doch bislang war nur der Ton zu hören, der davon kündete dass der Patient am Leben war. Ein Umstand, der sich schon sehr bald erwartungsgemäß ändern würde.

    Der Moment war gekommen. Doch wie es die beteiligten Ärzte und ihre Helfer es geschafft hatten, wussten sie nicht später nicht mehr ganz genau - aber sie hatten ihr Ziel erreicht und die beiden Projektile beinahe zeitgleich aus dem Herzen entfernt. Dabei zogen sich immer wieder welche aus dem Team in einer zuvor festgesetzten Reihenfolge aus dem Operationssaal zurück um den Stressfaktor zu reduzieren.
    Doch seltsamerweise war der Zustand in dem ich mich befand so schwerwiegend, dass viele Minuten nichts geschah. Dann hörten die noch Anwesenden das was man erhofft hatte: Die bislang nicht messbaren Vitalfunktionen erwachten langsam wieder. Erst zögerlich und schwankend, bevor sie sich stets langsam immer weiter stabilisierten, steigerten und mein Körper nur kurz zuckte.

    Eine wirkliche Erleichterung machte sich bei Miss Shen, Major Hailey, Lieutenant Fraiser und anderen meiner Freunde erst am späten nächsten Morgen bemerkbar, denn die vier Einschusswunden und das etwa eine Dutzend Operationsschnitte hatten begonnen zu heilen.

    Somit war eigentlich das Schlimmste für mich überstanden. Aber, etwa eine halbe Stunde später blieb Cassandra hart und sagte streng: “Nichts da, Wolfrino - Sie bleiben noch mindestens 2 Tage zur Beobachtung hier! Denn immerhin waren Sie ja… ja tot… gewesen…”
    “Äh…”
    “Keine Widerrede! Zurück ins Bett! Das ist ein klarer Befehl!”, erklärte Lieutenant Fraiser abermals. Dieses Mal zusätzlich noch mit dem erhobenen rechten Zeigefinger.

    Nachdem diese Unterhaltung beendet war, und sie noch ein kurzes klärendes Wort mit Leutnant Jessica Schneider gewechselt hatte, verließ Lieutenant Cassandra Fraiser die Krankenstation.
    Kurz darauf hörte ich das Gemurmel. Es war Leutnant Vanessa Greiner, die wieder zu sich gekommen war und innerlich frustriert darüber war, dass ich nicht tot war.

    Für wenige Minuten dachte ich nach was zu tun wäre. Dann fasste ich den Entschluss diese Angelegenheit zwischen uns beiden aus der Welt zu schaffen. Somit führten mich meine Schritte von meinen eigenen zu ihrem Krankenbett, welches sich nur einige Meter entfernt befand.

    “Na los! Darauf hast Du doch nur die ganze Zeit gewartet, oder? Die Gelegenheit ist sehr günstig für eine solche Tat. Also los, töte mich - genauso wie Du auch meinen Onkel in Tibet umgebracht hast!”, murmelte Vanessa, deren Augen mich kalt und voller Hass anstarrten, während sie mit mir sprach.
    Für die immer noch sehr stark von ihrer Verwundung geschwächte Soldatin sah es zunächst in der Tat so aus, als ob ich dies wohl wirklich vorhatte, weil ich bereits an das Bett zu ihr herangetreten war, nachdem ich die Vorhänge zugezogen hatte.

    “Nein! Da liegen Sie falsch! So etwas tue ich nicht, Leutnant Greiner! Ich will mich nur mit Ihnen in Ruhe unterhalten…”
    “Pah! Sie wollen wohl etwa auch noch dass ich Ihnen diesen kaltblütigen Mord an meinen Onkel vergebe, oder was?”
    “Mal ganz ruhig, Vanessa! Bitte. So viel ich erfahren habe, hatten Sie ebenfalls dieses Video von Doktor Rosenthal geschaut…”
    “Ja, habe ich. Und?”
    “Sie haben sich während einer Mission in Griechenland darüber beschwert, dass ich Jiao, Shen und noch einigen anderen Beteiligten die Geschichte in Tibet hier vergeben habe… Und ich bin auch dazu bereit, Ihnen ebenfalls zu vergeben und somit einen Schlussstrich zu ziehen.”
    “Und als Gegenleistung soll ich Ihnen vergeben?”
    “Ist Ihre Entscheidung. Doch sagen sie mir eins: Sah es im Video wie kaltblütiger Mord aus?”, seufzte ich fragend in einem ruhigen sachlichen Ton.

    Es vergingen mehrere Minuten in denen Stille herrschte. Dabei schauten wir beiden uns wortlos in die Augen.
    Dann hielt es Vanessa Greiner nicht mehr aus, die dann verlegen geworden erst einige Sekunden nach oben an die Decke und dann zur gegenüberliegenden Seite schaute.
    “Nein!”, war alles, was sie sagte und ihre linke Hand in meine Richtung ausstreckte.
    Geändert von Jonathan J. O´Neill (08.11.2020 um 20:43 Uhr)


  9. #69
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    Bevor die nächste Runde startet, erst einmal der Dank an euch treue Leser sowie an diejenigen, die den Danke-Button gedrückt haben
    So bis zum Jahresende gibt es wöchentlich eine neue Folge, und die nächste, ja, ihr ahnt es schon, wird am 29.11.´20 veröffentlicht
    Also viel Spaß beim Lesen des ersten Zwei-Teilers

    Odyssee
    Folge 3.07 Verschleppt, Teil 1


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Capripolia - Hauptstadt Capripolis

    Vor noch nicht allzu langer Zeit waren die Amazonen und die Familie von Adriana im fast dem ganzen Reich verhasst gewesen. Doch war der bedrängte König wegen der aktuellen politischen Entwicklung dazu gezwungen, sich verlässliche Bundesgenossen zu suchen. Dass dies ein guter Entschluss gewesen war, konnte er anhand der Karte sehen, denn der Grund dafür war ein Krieg, welcher schon seit einigen Jahren andauerte, und von Darius in den entfernten Reichen eines weit entfernten Insel-Archipels entfesselt worden war. Dies erfuhr man nahezu täglich von einigen Flüchtigen, die vor der Grausamkeit dieses Eroberers geflohen waren.

    Doch hatte Darius immer noch nicht genug, denn er hatte vor einigen Wochen von den größeren Inselreichen hinüber auf das Festland übergesetzt, mit dem Ziel diese gesamte Welt zu erobern und allen Bewohnern zum Glauben an die Ori und den wahren Pfad des Ursprunges sowie zur göttlichen Orici zu bekehren. Im Verlaufe der letzten Wochen hatte er es geschafft fast alle umliegenden Reiche zu unterwerfen. Nur das Königreich Capripolia, das weitläufige Land der Amazonen, sowie die kleineren Reiche im Norden, die sich wegen Darius bereits zusammengeschlossen hatten, sowie ein Großreich im Osten auf diesen Kontinent hielten seinen Angriffsversuchen immer noch stand.

    Der König Capripolias und seine Untertanen waren froh und dankbar über den Beistand von Adriana und den Amazonen. Doch war die letzte Abwehrschlacht auf dem Meer nicht gut für ihn selber verlaufen, da er schwer verwundet bereits seit Tagen schon das Bett hüten musste.

    Was ihn beunruhigte war das Gerücht der angeblichen Verwandtschaft zwischen Adriana und Darius. Auch Adriana setzte neben der Verhandlungspolitik auf Eroberung und Unterwerfung, doch zwang sie niemanden dazu die Ori, die Orici Adria, also ihre Mutter anzubeten und zu verehren. Somit stand sie zusammen mit den Amazonenprinzessin Veronika seinem weiteren Feldzug erfolgreich im Wege, denen es gelungen war eine mehr als nur ernstzunehmende Allianz, mit allen bislang noch freien Reichen auf diesen Kontinent, zu schmieden.

    Seit vielen Tagen schon überwachte Veronika argwöhnisch den weiteren Ausbau der notwendigen Verteidigungsanlagen der Hauptstadt Capripolis, die immer mehr zu einer Festung ausgebaut wurde.

    “Ah. Hier bist Du. Wie sieht es hier bei Dir aus?”
    “Sehr gut, Adriana. Der Hafen ist mehr als nur gut befestigt, ebenso die drei vorgelagerten Inseln. Und unsere Kriegsflotte befindet sich bereits wieder auf dem Meer, wie Du es angeordnet hast.”
    “Sehr gut. Denn ich habe, bevor ich zu Dir gekommen bin erfahren, dass Darius nun doch vor kurzen mit seiner Hauptstreitmacht in Ecosines eingefallen ist…”
    “Wirklich?! Dann liegt nur noch dieses Niemandsland, die große Einöde zwischen uns und ihm. Und sollte Darius diese Wüste irgendwann durchquert haben, können wir ihn kaum noch aufhalten”, seufzte Veronika, die mit ihrer besten Freundin zu einer großen Karte gegangen war.
    “Das ist leider wahr. Ist nur zu hoffen, dass unsere Verbündeten mit einigen Truppen aus dem Norden und Osten rechtzeitig innerhalb der nächsten Tage eintreffen, sonst wird es für uns alleine mehr als nur ein sehr harter Kampf”, wusste Adriana, die die Karte immer noch gemeinsam mit der Amazonenprinzessin betrachtete, auf welcher unter anderem die aktuellen eigenen Stellungen und die des Feindes vermerkt waren.

    Lambda-Sektor
    Battlestar Electra - CIC

    “Sprung erfolgreich durchgeführt, und die Flotte ist vollzählig!”, meldete Colonel Hebridan nach einem kurzen prüfenden Blick auf das DRADIS. Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: “Nur noch einige wenige Sprünge und wir verlassen auch noch diesen Sektor, sowie den uns bekannten Bereich unserer Heimatgalaxie, womit wir aber dem Planeten näher kommen, den Doktor Xiao in den Aufzeichnungen auf Pangaea gefunden hat…”
    “Doch zunächst muss ich mich um andere wichtige Dinge kümmern!”, seufzte Admiral McBride, die dadurch den Redefluss ihres XO beendete.

    Heraclia
    Königreich Ecosines - Darius’ Feldlager

    Mit großen Erwartungen betrat Hauptmann Silon, der Anführer der Leibgarde von Darius, das große luxuriöse Zelt seines Gebieters. Kaum war er eingetreten, richtete er seine Stabwaffe auf den Gast, welcher neben seinen Herrn stand.
    Doch senkte er jene sofort wieder als er Eremitias, den Prior wiedererkannt hatte.

    “Bitte verzeiht mir, o Prior.”
    “Ist schon gut, Silon. Es ist gut wachsam sowie stets bereit zu sein. Ich bin aus einem sehr wichtigen Grund hier, weswegen der Sohn der göttlichen Orici mit Euch zu sprechen wünscht. Denn die Zeit der großen Zusammenkunft ist nahe.”
    “Jetzt schon? Diese Welt ist noch nicht komplett unterworfen worden.”
    “Dies ist richtig Hauptmann. Doch zwingen die Umstände mich dazu das Geschehen zu beschleunigen. Darius! Ihr seid dran!”
    “Danke, Prior. Hauptmann Silon, ihr erhaltet den wichtigen Auftrag mit der einen Hälfte der Leibgarde aufzubrechen, nach Adriana zu suchen und in meine Gewalt zu bringen, sobald der große Prior Eremitias uns wieder verlassen hat!”
    “Ich verstehe, mein Gebieter. Doch… Sie verbreitet doch ebenfalls den einzigen wahren Glauben. Die Lehre des Pfades des Ursprungs.”
    “Gewiss. Aber leider nicht mit dem feurigen Eifer wie Darius. Adriana scheint zu schwach für diese Aufgabe zu sein, die auf sie wartet”, erklärte der Prior knapp, den man ein wenig die Enttäuschung darüber ansah.

    Silon nickte: “Gut. Ich werde Adriana, die Tochter der göttlichen Orici gefangen nehmen. Doch was tue ich, wenn ich auf meine Brüder und Schwestern treffe?”
    “Vertraue auf Deine List und versuche das Vergießen von Blut zu vermeiden, denn auch diese Krieger der Ori dienen der göttlichen Orici!”, mahnte Eremitias während er sich noch einmal kurz umwandte.


    Theta-Sektor
    Planetarischer Nebel
    Electra-Flotte

    Schon seid Stunden herrschte eine gewisse Unruhe an Bord aller Kampfsterne. Die zivilen Schiffe hatte man aus taktischen Gründen noch nicht informiert, denn auf den Anzeigen der Jumper waren Signale aufgetaucht. Somit entstand der mutmaßliche Anschein dass sich im schlimmsten Fall eine Flotte der Zylonen in der Nähe aufhielt.

    Battlestar Electra - CIC

    “Die halten sich etwas außerhalb dieses Nebels auf, wo wir uns selber verbergen. Was meinen Sie? Sollten wir uns nicht vergewissern, ob es wirklich Zylonen sind, Admiral?”
    “Ja. Es geht schon fast zwei Tage lang so. Wir können keinen sicheren Kurs berechnen solange wir uns in diesem planetarischen Nebel verstecken… Daher schicken wir am Besten einen getarnten Jumper als Aufklärer los. Vier Leute als Besatzung sollten für diesen Einsatz genügen. Darum würde ich Sie bitten das dafür notwendige Team zusammenzustellen Miss Shen”, antwortete Admiral McBride, die immer wieder auf das gestörte DRADIS schaute.

    Kaum war Xiaoyi aus dem Combat Information Center der Electra verschwunden um sich um die Aufstellung des Aufklärungsteam zu kümmern, beugte sich Diana erneut über die Unterlagen. Diese Papiere beinhalteten den aktuellen Statusbericht aller Schiffe der Flotte.
    Eines stimmte sie zuversichtlich, nämlich das sämtliche zivilen Schiffe keinerlei schwere Mängel aufwiesen.
    Als sich die Befehlshaberin der Flotte im direkten Anschluss den Zustandsberichten der Kampfsterne zuwandte, meldete sich über Funk das Backbordhangardeck.
    “Admiral McBride. Hier ist Jumper 1, wir sind startbereit und bitten um die Freigabe der angeordneten Aufklärungsmission!”, hörte man die Stimme von Tessa de Vaux aus dem Lautsprecher des Hörers sagen.
    “Hier ist der Admiral. Sehr gut, Lieutenant. Sie haben Starterlaubnis! Bleibt im Tarnmodus! Keine Heldentaten! Und, gute Jagd Euch da draußen!”, erklärte McBride, die den Hörer sofort wieder einhängte.

    “Was meinst Du?”
    “Was wir da wirklich finden? Hoffentlich keine Zylonen, sonst kriegen wir ernsthafte Probleme Lot!”


    Milchstraße
    Erde
    USA - Homeworld Command

    “General O’Neill, Sir! Da wäre ein Gespräch für Sie auf Leitung 3.”
    “Von wo ist es, Lieutenant?”
    “Aus Deutschland. Hamburg um genau zu sein, Sir”, antwortete seine Adjutantin.
    “Danke. Kann mir schon denken wer da auf der anderen Seite ist”, murmelte Jack O’Neill, der den Hörer abnahm und die Taste 3 drückte um das Gespräch entgegenzunehmen.

    Schon nach wenigen Minuten verdrehte der General irritiert die Augen und verzog eine Miene, die jeden wohl aus seinem Büro vertrieben hätte. Vorausgesetzt es wäre jemand bei ihm gewesen.

    “Ich finde das nicht in geringster Weise komisch!”
    “Das ist kein Scherz, General O’Neill. Es ist wahr - wir sind beide wirklich Goa’uld. Jasmin und ich. Und das schon seit langer Zeit. Nur haben wir gewartet um uns zu offenbaren, da wir den Menschen der Erde misstrauen…”
    “Redet nicht lange um den heißen Brei rum! Was wollt ihr?”
    “Weiterhin in Frieden und Ruhe auf der Erde leben, sowie unserer Arbeit nachgehen…”
    “Ach ja! Das soll ich euch zwei Schlangenköpfen glauben, oder was?!”, knurrte Jack ins Telefon zurück.

    “Hm. Ja.”
    “Ihr bleibt beide wo ihr seid!”
    “Jetzt mal langsam. Wir beiden haben noch niemanden geschadet… ist nicht ganz wahr. Einen Mann habe ich erschossen, damit er nichts erzählt…”
    “Aha. Ich kriege euch beide, denn wir müssen uns mal dringend unterhalten!”, erklärte der General hart, der seiner Adjutantin bereits ein Zeichen gegeben hatte.

    Deutschland - Hamburg < = > Erdorbit - U.S.S. George Hammond

    Irgendwie hatten Nike und Bastet das Gefühl richtig gehandelt zu haben, um den sehr misstrauischen Tau’ri ihre ehrlichen Absichten zu unterstreichen. Beide wollten gerade gemeinsam die Wohnung verlassen um sich auf den Weg zu ihrer Dienststelle zu machen als sie von einem hellen Licht umstrahlt wurden.

    Dies war ein Transportstrahl gewesen, welcher die zwei vollkommen unvorbereitet auf die George Hammond transportierte.

    Wie sie es gelernt hatten, griffen die beiden sofort zu ihren Dienstwaffen. Doch als sie erkannten dass sie sich beide auf einem Schlachtschiff der Erde befanden, erstarrten sie kurz in ihrer Bewegung und hoben ihre Hände empor.
    “Willkommen an Bord ihr Beiden!”, erklärte Samantha Carter säuerlich, die ihre Zat-Waffe auf Jeanne/Nike gerichtet hatte. “Entwaffnet die beiden und legt ihnen sofort Hand- und Fußfesseln an!”, ordnete sie dann nach einer kurzen dramatischen Pause an.

    USA - Homeworld Command

    Es verging nicht einmal eine Viertelstunde und die beiden fanden sich dann auch schon bei General O’Neill wieder, der seine Ankündigung innerhalb von kurzer Zeit die Tat umgesetzt hatte.
    Und da Jack in punkto Goa’uld nie ein Risiko einging, war auch Teal’c anwesend, der ohne zu überlegen Chulak verlassen hatte.

    Einige Minuten lang saßen sich die vier nur schweigend gegenüber. Was dem ehemaligen Primus von Apophis dann aber bereits schon nach den ersten Minuten des Verhörs auffiel, war dass sich Jeanne/Nike und Jasmin/Bastet irgendwie anders verhielten als gewöhnliche Goa’uld, da die beiden auch zuvor schon ohne sich zu sträuben der medizinischen Untersuchung gestellt hatten, wobei sie aber entspannt grinsten und lächelten.

    Die erhaltenen Informationen machten Jack und Teal’c nachdenklich, weswegen sie beschlossen eine kurze Pause einzulegen und über die bisherigen neuen Erkenntnisse zu beraten.

    Als die beiden draußen waren, brummte Jeanne/Nike verdrießlich: “Ist das erniedrigend: Gefesselt mit den eigenen Handschellen in einem Verhörraum zu sitzen.”
    “Zumindest leben wir beide noch. Ist schon mal ein guter Anfang, nachdem wir beide so abrupt verschleppt wurden”, meinte Jasmin/Bastet daraufhin ein wenig zynisch.

    Die beiden “Gäste” durch eine getönte Scheibe beobachtend, berieten sich Jack und Teal’c.
    Schließlich brachte der Jaffa das sonderbare und abweichende Verhalten der beiden Goa’uld zur Sprache: “Wir haben schon viele Goa’uld kennengelernt. Doch scheint es mir so, als ob Jeanne und Jasmin irgendwie in einer gewissen Art und Weise ihre Symbionten beeinflusst haben…”
    “Ah ja. Da fällt mir glatt die Schlange ein, die in der Kelownanerin Kianna gesteckt hat…”
    “…und auch der Symbiont Kanan, der…”, unterbrach Teal’c, der aber sofort von seinem Freund abgewürgt wurde.
    “Stopp! Erinnere mich bloß nicht daran, ja! Doch was mich beunruhigt ist die Aussage von Nike, dass sie und Bastet nicht aus ihren Wirtinnen entfernt werden können. Womit wir mal wieder an der Stelle wären, die mir nicht gefällt. Aber um zu verhindern, dass eines Tages ein wütender Wolfrino hier alles zerlegt… brauchen wir die Hilfe der Tok’ra. Denn ich habe so ein Gefühl, dass wir ohne die nicht in dieser Angelegenheit weiterkommen.”
    “In der Tat.”
    Geändert von Jonathan J. O´Neill (22.11.2020 um 19:37 Uhr)


  10. #70
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    Zuerst wieder ein großer Dank an die treue Leserschaft sowie diejenigen, die den Danke-Button betätigt haben
    Wie angedacht folgt heute der zweite Teil der Doppelfolge, und am 2. Advent geht es dann weiter mit dem Start einer weiteren Doppelfolge
    Doch viel Spaß beim Lesen der Fortsetzung

    Odyssee
    Folge 3.08 Verschleppt, Teil 2


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Capripolia

    Nach einem erfolgten Aufruf hatten sich alle Kriegerinnen und Krieger der Leibgarde um Adriana versammelt. Die Tochter der Orici nahm sich die Zeit, während sie an jeden einzelnen vorbeiging mit jeden von ihnen persönlich kurz zu sprechen.
    Als sie damit fertig war, wählte sie zehn von ihnen aus. Diese Eskorte sollte sie auf einer sehr wichtigen Mission begleiten. Es geschah genau in dem Augenblick, wo Eremitias zurückkehrte.
    “Euer Mentor, Eremitias, ist wieder da, Tochter der göttlichen Orici!”, verkündete einer der Wachposten, der zu ihr geeilt kam.

    Somit wurde zwangsweise alle Aufmerksamkeit auf den Glaubensboten der Ori gelenkt.

    Veronika, die Amazonenprinzessin, trat dem Mann entgegen um ihn für seine sehr lange und vor allem unabgemeldete Abwesenheit zur Rede zu stellen, und fragte daher: “Also! Wo wart ihr die ganzen vergangenen 2 Wochen Prior Eremitias?”
    Der alte Mann schaute sie ruhig und emotionslos an ehe er antwortete: “Ich habe mich in aller Stille zurückgezogen - um in aller Ruhe ungestört zu meditieren und zu beten.”

    Erst nachdem er dies gesagt hatte, versperrte die Amazone dem Prior nicht länger den Weg zu Adriana.
    Die junge Frau, die mittlerweile zu einer sehr guten An- und Heerführerin geworden war, ging ihm entgegen um ihren alten Freund zu begrüßen.
    “Dann scheint die Lage sicher genug zu sein, damit ich aufbrechen kann”, erklärte die Tochter der Orici, die sich kurz darauf auch schon auf ihr Pferd setzte, und somit auch ihrer Eskorte das Zeichen gab es ihr gleich zu tun.

    Das Tor der Festung an der Grenze wurde geöffnet, wodurch Adriana und ihre Eskorte hindurchritten in Richtung des benachbarten und dürren Königreiches Ecosines. Vollkommen regungs- und wortlos sah Eremitias den Reiterinnen und Reitern nach, mit dem Wissen dass der Moment der Zusammenkunft nahe war. Aber auch was er selber in einigen Tagen zu erledigen hatte.

    Allerdings gab es da noch Veronika, die einige ihrer besten Kriegerinnen aufsuchte und ihnen den wichtigen und eindeutigen Auftrag gab: “Hört mal her: Ihr werdet der Spur von Adriana und ihrer Eskorte in einem sicheren Abstand folgen, und somit über meine Blutsschwester wie Schutzengel wachen! Sollte es Schwierigkeiten geben, wird eine Hälfte von euch in der Nähe von Adriana bleiben, und die andere hierher zurückkehren! Ich kann leider nicht selber dieses Mal mitgehen, weil ich immer noch die Ankunft unserer Verbündeten aus dem Norden und Osten abwarten muss. Nun geht!”

    Kaum hatte Veronika ihre Befehle ausgesprochen, brachen sofort sechs ihrer besten Kriegerinnen zu Fuß auf. Was die kleine Gruppe weniger auffällig machte.

    Theta-Sektor
    Aufklärungsjumper

    Mit größter Vorsicht hatte Lieutenant de Vaux den Jumper an die angezeigten Signale herangesteuert, die sich ebenfalls in einem kleinen planetarischen Nebel verbargen. Dieser war nur etwas kleiner als jener in der sich die Flotte der Electra verbarg.

    “Bei den Göttern, seht ihr auch was ich sehe?”, fragte Lieutenant Medea Kolchis die drei anderen Besatzungsmitglieder.
    “Das muss auch eine Flüchtlingsflotte sein!”, ahnte ihre Schwester, Lieutenant Stella Kolchis.

    Ohne zu zögern flog Tessa näher an die knapp über 1 Dutzend Raumschiffe heran, denn sie interessierte wie auch die anderen der große Battlestar der Mercury-Klasse, der sich momentan im Zentrum der Flotte aufhielt.

    “Das ist die Iuno. Wahnsinn! Ich finde wir sollten zurückfliegen und Bericht erstatten”, erinnerte Medea an die gegebene Order von Admiral McBride.
    “Tja… wir könnten ja auch nur den Nebel verlassen, versuchen Kontakt zur Electra oder einen anderen Jumper herzustellen”, schlug Sergeant Carl Grogan vor.

    “So machen wir es, denn sonst verpassen wir wohl eine große Chance, nämlich um die das Überlebens unseres Volkes zu verbessern!”, entschied Lieutenant Stella Kolchis nach nur kurzer Überlegung.


    1 halbe Stunde später
    Battlestar Iuno - Steuerbordhangardeck < = > Offiziersmesse

    Sehr viele Crewmitglieder der Battlestar Iuno hatten sich eingefunden und nahmen auf Befehl, von den als XO agierenden Commander Jonathan Richard Edwards, sofort Haltung an. Denn der Raptor mit Admiral McBride an Bord hatte seine Parkposition endgültig erreicht.

    Es vergingen noch einige wenige Minuten bis sich endlich die Luke öffnete. Diana stieg mit einem erleichterten Gesichtsausdruck aus, und schritt dann langsam auf die Frau zu, die die Iuno befehligte. Auch einige weitere mitgereiste Offiziere aus dem Kommandostab von Admiral McBride bezogen protokollgemäß Aufstellung. Als alle ihre Position eingenommen hatten, salutierte Commander Amanda Carter mit den Worten: “Admiral Diana McBride.”
    “Schön Sie alle zu sehen Commander Carter”, erwiderte die ranghöchste Offizierin ebenfalls den militärischen Gruß tätigend, ehe sie kurz das Protokoll beiseite schob um ihre Cousine kurz zu umarmen.
    “Den Göttern sei es gedankt, dass wir uns noch in dieser Welt wiedersehen nachdem das alles geschehen ist… Doch wir haben viel zu besprechen in der nächsten Zeit! Commander Edwards! Sie haben also wieder den Dienst aufgenommen! Sehr gut! Haben Sie nicht wieder Lust und Interesse an einem eigenen Kommando?”
    “Äh, das sollten wir doch besser woanders besprechen, nicht wahr? Die Offiziersmesse sollte nunmehr dafür ausreichen”, antwortete der XO der Iuno gelassen.

    Noch während die Gruppe unterwegs dorthin war, tauschten sich die Befehlshaber der Electra und der Iuno untereinander über einige Dinge aus.

    Doch erst hinter verschlossenen Türen wurden die Themen detaillierter dargelegt.

    “…wie war das? Habe ich das gerade richtig verstanden?”
    “Ja, Amanda. Es ist wahr! Und mag für unsere Ohren verrückt und fremd klingen, aber es gibt auch noch Menschen in einigen anderen Galaxien. Davon sind einige in meiner Flotte. Sie haben sich als gute Verbündete und Freunde im Kampf gegen die Zylonen erwiesen”, bestätigte Admiral Diana McBride auf Nachfrage von Commander Carter.
    “Das ist einfach unglaublich”, stellte Commander Edwards fest, “besonders wie sie uns gefunden haben. Nämlich mit einer sehr fortschrittlichen Technologie eines Volkes, das nach den bisher gehörten aus den sehr alten mythischen Überlieferungen unsere Urahnen handeln könnte denen man keine Beachtung gibt…”

    Heraclia
    Königreich Ecosines

    Seitdem Adriana mit ihrer zehnköpfigen Eskorte das Königreich Capripolia verlassen hatte, waren schon ein paar Stunden vergangen. Mittlerweile hatten sie die trostlose Landschaft erreicht, in welcher es zunehmend sandiger wurde. Die ersten Ausläufer der Wüste, welcher sich der kleine Tross näherte, wurden mit jedem Schritt immer deutlicher sichtbar. Denn die vereinzelten Büsche, Sträucher und knorrigen alten Bäume, die diesen widrigen Lebensbedingungen trotzten wurden stets seltener.

    Da sie sich quasi schon auf feindlichem Terrain befanden, hielt Adriana bereits einen Pfeil auf der Sehne ihres Bogens parat. Ihr Ziel war es die kleine Oase, die geschützt zwischen einigen Hügeln lag, vor dem Untergang der Sonne zu erreichen.


    Doch was sie und ihre Eskorte nicht wussten, war dass eine kleine Streitmacht auf Geheiß und mit einem klaren Befehl von Darius, Adriana gefangen zu nehmen und ins Lager zu bringen, ihnen langsam entgegenkam.

    Diese war vom Anführer der Leibgarde von Darius in mehrere Abteilungen aufgesplittet worden. Dabei ritt Hauptmann Silon mit einigen weiteren Ori-Kriegern einer anderen Abteilung voraus, die nur auf ein sichtbares Zeichen hin zu der ersten aufschloss. Der größte Teil der Streitmacht hingegen folgte in einem sicheren Abstand.

    Während er und seine Leute sich langsam in der trockenen Wüste vorantasteten, grübelte Silon darüber nach wie er, wie er vom Prior aufgetragen kein Blut unter den Schwester und Brüdern der Ori-Krieger zu vergießen befolgen sollte. Er kam zu der Erkenntnis, dass es schon einmal ein Vorteil war, dass die Vorhut nur von Ori-Kriegern gebildet wurde. Außerdem hatte er angeordnet sämtliche Energiewaffen auf Betäubung zu stellen.

    Endlich tauchte, als es bereits dämmerte, sein Späher wieder bei ihm auf, der eine überraschende Meldung zu machen hatte: “Offenbar kommt Adriana uns entgegen, Herr.”
    “Wie bitte? Das würde uns große Mühen ersparen. Ist sie allein?”
    “Nein. Zehn unserer Brüder und Schwestern begleiten sie. Es muss Adriana sein, denn sie sieht wahrhaftig der göttlichen Orici ähnlich. Sie lagern in einer Oase und haben wohl vor dort auch zu nächtigen, Hauptmann Silon.”

    “Wir werden uns noch in der Dunkelheit ihr nähern, und wenn der Tag anbricht werden wir Adriana und ihre Eskorte überwältigen! Nur wir Ori-Krieger der Leibgarde werden diese Aufgabe bewältigen, damit es nicht zum Blutvergießen kommt! Hört mir daher genau zu, damit ihr meinen Plan versteht! Also…!”


    Die sechs Amazonenkriegerinnen hingegen mussten in einer größeren Entfernung in einer Höhle eines kleinen felsigen Berges ihr Nachtlager aufschlagen, weil Adriana und ihre Eskorte sonst ihre Anwesenheit bemerken würden.


    Früh am nächsten morgen, Adriana hatte gerade erst ihre Rüstung wieder angelegt, bemerkte sie eine kleine Gruppe von vier Reitern, die sich ihrer Gruppe langsam näherte.
    Sofort wurde die Tochter der Orici von drei ihrer Kriegerinnen vorsorglich in die Mitte genommen.
    “Halt! Gebt euch zu… oh, Hauptmann Silon. Was wollt Ihr? Ihr dient doch Darius!”
    “Genau, so ist es Hauptmann Cassius. Bitte wehrt Euch nicht!”, lautete die wohlgemeinte Antwort, als schon die Energiewaffen der Angreifer sprachen um die Eskorte von Adriana auszuschalten.

    “Vorsicht Herrin!”, mahnte eine Kriegerin alarmiert, die ihrer Anführerin noch irgendwie die schnelle und sichere Flucht zu Pferde ermöglichen wollte, aber ebenfalls kurz darauf von einem Betäubungsschuss niedergestreckt wurde.
    Als auch noch fast zeitgleich das Pferd betäubt wurde, schrie Adriana frustriert: “Nein!”

    Einige weitere Schüsse galten dann ihr selbst. Doch hatten sie keinerlei Wirkung, wegen eines Amuletts welches als Kette um ihren Hals hing.

    “Halt! Das hat so keinen Zweck, ihr müsst sie anders überwältigen!”, befahl Hauptmann Silon.
    “Und was machen wir mit unseren Schwestern und Brüdern, Herr?”
    “Die fesselt ihr sofort!”

    “Kommt nur her, ihr Verräter!”, schimpfte die Tochter der Orici, die bereits ihr Schwert gezogen hatte, um sich dadurch ihre Bedränger vom Leib zu halten. Aber jene kamen von allen Seiten.


    Aus sicherer Entfernung verborgen zwischen sandigen Dünen und kargen Sträuchern verfolgten die sechs Amazonen das Geschehen. Die Kriegerinnen hatten beschlossen nicht einzugreifen. Denn zum einen war die Entfernung zu groß, und zum anderen waren sie zu wenige, um gegen eine solche Übermacht bestehen zu können.


    Es verging in etwa eine halbe Stunde, dann geschah es schließlich unweigerlich doch. Ihre Kraft schwand letztendlich immer mehr, so dass sie von hinten gepackt und sofort zu Boden gerissen wurde, wobei man ihr noch den Dolch entwendete und somit komplett entwaffnet hatte.
    Doch noch einmal bäumte sie sich schon nach wenigen Sekunden verzweifelt mit einer weiteren großen Kraftanstrengung wieder auf.

    “Nun lege ihr doch endlich jemand Fesseln an!”, keuchte ein Krieger, der von Adriana einen harten Schlag ins Gesicht abbekommen hatte.

    Zum wiederholten Male wurde sie niedergerungen, wobei jeweils einer der Krieger eines ihrer Körperteile fest umklammerte. Somit konnten ihr endlich Fesseln angelegt werden.

    “Aufwachen mein lieber Bruder Cassius!”
    “Im Namen der göttlichen Orici - was soll das Silon?”
    “Wir hatten vor geraumer Zeit Besuch vom großen Prior Eremitias, der uns etwas aufgetragen hat, nämlich genau dies hier zu tun. Hört gut zu! Alle wieder wach liebe Schwestern und Brüder?… Sehr gut. Es geht um folgendes: Da es nicht anders geht und die Tochter der göttlichen Orici allen Anschein nach zu schwach ist für die bevorstehende Aufgabe, nämlich den Feldzug gegen alle Ungläubigen anzuführen, wird es eine große Zusammenkunft geben! Diese wird in der großen Ebene von Maranta bei den Ruinen, in von heute an in genau sieben Tagen, ausgetragen werden! Da dürfen alle, die zur Leibgarde der Orici gehören sich wieder vollzählig versammeln! Aber merkt euch alle dies: Solltet Ihr zu früh dort erscheinen, sehen wir es als Versuch an den Plan zu vereiteln, und dann wird Adriana sofort von ihren Bruder, dem Sohn der göttlichen Orici enthauptet werden!”

    “Es ist zwar sehr schwer… aber wir werden uns an die Frist halten”, seufzte Cassius matt, der wie seine übrigen Leute gefesselt worden war und dann mit ansehen mussten wie seine Herrin verschleppt wurde.


  11. #71
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    So erst einmal der große Dank an euch treue Leser und die Danke-Button-drücker , ehe zu ungewöhnlicher Stunde der nächste Zwei-Teiler beginnt , und die Fortsetzung dazu folgt dann nächsten Sonntag, den 13. Dezember

    Viel Lesevergnügen

    Odyssee
    Folge 3.09 Das Amulett im Sand, Teil 1

    Andromeda-Galaxie
    FTL-Reichweite von Neu-Caprica
    Battlestar Galactica - Quartier von Saul Tigh

    Man war nun seit über sieben Monaten auf der Flucht und hatte einen neuen Präsidenten wählen müssen. Admiral William Adama hatte seinen XO, Colonel Saul Tigh, aufgesucht um ein ernstes Wort mit ihm zu reden. Der Admiral war auch nicht gerade begeistert davon, dass nun ausgerechnet Doktor Gaius Baltar Präsident werden sollte, aber er fand es nicht richtig die Wahl deswegen zu manipulieren, damit Laura Roslin ihr Amt dadurch behält.

    “Also, was haben Sie sich nur dabei gedacht, Colonel?”, fragte Admiral Adama, und stauchte seinen langjährigen Freund und XO, wie ein Lehrer einen seiner Schüler, zusammen der bei einem Test betrogen hatte.

    “Keiner kann ernsthaft diesen schleimigen Dreckskerl zum Präsidenten haben wollen - und diesen Terroristen Tom Zarek als Vizepräsidenten… Sie wissen genauso gut wie ich, dass es in einem furchtbaren Fiasko enden wird Bill”, rechtfertigte Saul Tigh sein Handeln, der dabei mitgeholfen hatte die Präsidentschaftswahl zu manipulieren.

    “Wir können uns trotzdem nicht so einfach über Recht und Ordnung hinwegsetzen”, erwiderte Adama wiederholt streng.

    “Toll! Unsere Reise endet auf einem Rastplatz, der in ein paar Jahren unbewohnbar und keine ausreichenden Ernten mehr abwerfen wird sowie mit einem unstabilen Klima”, schnaubte Tigh verächtlich. Dieser Aussage musste der Admiral, obwohl es ihm sichtlich schwer fiel, leider zustimmen. Doch änderte es nichts an seiner Meinung. Er verließ das Quartier seines ersten Offiziers und machte sich auf den Weg zu Laura Roslin, um sie ebenfalls damit zu konfrontieren.

    Als William Adama gegangen war, schüttelte Saul Tigh hilflos den Kopf, da er wusste das Gaius Baltar das nicht so leicht auf sich sitzen lassen würde. Der XO der Galactica hoffte dabei inständig auf die Diskretion des Admirals, mit dem ihn schon eine jahrzehntelange Freundschaft verband.


    Milchstraße
    Wraith-Territorium - Hauptbasis

    Wie schon des Öfteren in der letzten Zeit inspizierte die Oberste der Königinnen die Sektion mit den schier scheinbar unzähligen Brutkammern. In diesen wurden wieder einmal ebenso viele neue Wraith-Drohnen und -Offiziere herangezüchtet.

    Diese große Anstrengung wurde von einem erbeuteten ZPM massiv begünstigt, was den Entwicklungs- und Heranwachsungsvorgang beschleunigte.

    Doch eines war dieses Mal anders, denn die Königin hatte niemand anderes als Todd, der von einer ganzen Phalanx von Kriegern bewacht wurde an diesen Rundgang teilhaben lassen.
    Sie zischte und wisperte dem Wraith zu: “Wie Du siehst, wird unser Volk mit jeder weiteren Generation größer, stärker und mächtiger. Dasselbe trifft auch auf unsere Flotte zu, wie Du gleich selber sehen wirst. Und das alles verdanken wir Dir. Nämlich das die Wraith eine neue Galaxie mit vielen reichen Weidegründen in Besitz nehmen können…”

    Mit diesen Worten führte die Königin auch schon Todd nach draußen auf eine Art große Veranda. Von diesen Ort aus konnte man die gesamte Ebene überblicken auf welcher einige Hives im entstehen waren.
    “Sieh ruhig ganz genau hin!”, forderte sie ihren “Gast” auf. Nach einer dramatischen Pause fuhr sie fort: “Diese Basisschiffe sind, wenn sie in etwa 1-3 Jahren fertig sind, das Kernstück unserer neuen und mächtigen Flotte. Ich sehne mich danach mit meinen Schwestern, den anderen Königinnen diese Galaxie zu beherrschen.”

    Die Wraith war merklich sehr euphorisch und siegessicher. Das spürte und erkannte Todd sofort, der im Stillen dachte: ‘Sie ist eitel, arrogant und unterschätzt die Menschen immer noch. Ein Punkt, der ihr den Untergang und mich dadurch um meine persönliche Rache bringen könnte…’


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Ecosines - Darius’ Feldlager

    Mit starken Stricken gefesselt wurde Adriana vor ihren Bruder geführt. Dieser hatte sie bereits aufs Sehnlichste erwartet. Somit war der Tag gekommen, dass die beiden seid fast zwanzig Jahren wieder zusammen waren.

    “Du siehst wahrhaftig der göttlichen Orici, unserer geliebten Mutter, mehr als nur ähnlich. Du ahnst bestimmt schon weshalb ich Dich habe hierher entführen lassen. Und falls doch nicht, werde ich Dir das Schicksal offenbaren: Zunächst wirst Du für nächsten Tage in diesen schönen Käfig dort gesperrt. Bis zu dem Tag der großen Zusammenkunft, den Moment der Entscheidung, wo einer von uns den Tod finden wird… Nämlich Du!”, verkündete Darius kalt, der dabei auf einen stählernen Käfig deutete.
    “Wieso willst Du das tun? Du bist doch mein Bruder! Das muss doch alles nicht sein. Wir finden eine andere Lösung…”
    “Leider muss es doch sein. Denn ich will ja schließlich uneingeschränkt herrschen. Und zwar alleine. Zunächst über diese Welt hier, wobei Du mir im Wege stehst, und später werde ich Rache an den Feinden der Ori und unserer Mutter üben sowie allen anderen Ungläubigen, die sich der Lehre verweigern. Ich werde Dich also in einigen Tagen schon töten.”
    “Nur deswegen?”
    “Ja, Schwester. Und weil ich hörte, was auch dem Prior missfiel, dass Du die, die sich dem einzigwahren Glauben verweigern und ihnen erlaubst bei ihren Irrglauben zu bleiben am Leben lässt”, erklärte Darius, “und jetzt: Sperrt Adriana in den Käfig dort, und nehmt ihr dann die Stricke wieder ab!”

    Als er dann alleine war inspizierte er die Ausrüstung, nämlich die Rüstung und die Waffen, die Adriana im Moment ihrer Verschleppung bei sich getragen hatte.

    Zur selben Zeit tastete seine Schwester an der Stelle, wo sich ihr Amulett befinden sollte. Aber da war nichts. Adriana war sich sofort sicher, dass es ihr bei ihrem Kampf gegen ihre Entführer vom Hals gerissen worden sein muss. Ein bislang unbekanntes Gefühl der Angst überkam sie deswegen, denn dieser magische Gegenstand hatte sie all die Jahre über beschützt und vor vielen Unangenehmen bewahrt.

    Ganz anders sah es bei Darius aus, der zufrieden lächelte, und mit dem Schwert seiner Schwester, welches er in eine Decke gewickelt hatte, zu einem der Waffenschmiede begab.

    Nach einer kurzen Unterhaltung fragte dann der Handwerker: “Ich soll also ein Duplikat von diesen Schwert dort herstellen?”
    “So ist es!”
    “So etwas ist sehr teuer, großer Darius. Aber ich werde es rechtzeitig in den nächsten fünf Tagen vollenden. Ich mache mich sogleich an die Arbeit, Herr.”
    “Sehr gut! Genau dies wünsche ich nämlich. Ich werde Dich für die Leistung gut und reich belohnen, mein Freund”, versicherte ihm der Sohn der Orici, der sich zufrieden umwandte und dann heimtückisch vor sich hingrinste.

    Sigma-Sektor
    Electra-Flotte
    Battlestar Electra - CIC

    Es dauerte eine Weile ehe die Rückmeldungen über den Erhalt der Sprungkoordinaten auf dem Flaggschiff der Flotte eintrafen.
    “…so das letzte zivile Passagierschiff hat den Erhalt bestätigt, Admiral.”
    “Na endlich. Das wurde ja auch Zeit, nicht wahr Lieutenant? Den Sprung, der uns in den nächsten Sektor bringen wird, auf meinen Befehl ausführen! Dieser wird uns sehr weit von unserer alten Heimat wegführen…”, seufzte Diana McBride, die wie alle anderen wusste dass man sich schon lange in bekannte und unerforschte Regionen der eigenen Galaxie vorgewagt hatte.
    Schließlich gab sie das angekündigte Zeichen. Und als dann endlich der FTL-Sprung der Electra erfolgen sollte, und auch noch der Schalter dafür betätigt wurde, kam es zu einem unerwarteten Kurzschluss.
    In diesem Moment konnte Captain David McBride gerade noch: “Nein! Bitte nicht schon wieder!” - hervorstoßen.

    Tau-Sektor
    Electra-Flotte
    Battlestar Iuno - CIC

    Nach einigen Minuten machte sich allmählich eine gewisse Ratlosigkeit breit. Denn immer noch fehlte auf dem DRADIS die Kennung eines Schiffes.
    “Ist immer noch bestätigt, Commander - nach wie vor keine Spur von der Electra!”
    “Danke XO. Das gefällt mir nicht. Ich will erst einmal eine sichere Leitung zum neuen Commander der Heracles, Commander Edwards!”

    Es verging nicht einmal mehr als eine Minute und Commander Amanda Carter konnte den wohl erfahrensten Offizier in dieser Flotte um seinen Rat bitten.
    “Danke Jonathan.”
    “Gern geschehen. Wie macht sich Ihr neuer XO?”
    “Nun ja. Major Patricia James war natürlich sehr erfreut über ihre Beförderung, und tut wie wir alle ihr Bestes. Man hört und sieht sich. So, wo bist du jetzt nur hin Diana?”

    “Commander. Suchen wir jetzt nach der Electra?”, fragte Patricia James, nachdem ihre Vorgesetzte die Verbindung mit dem Commander der Heracles beendet hatte.
    “Das haben wir vor. Doch ist das Suchgebiet verdammt groß… Schon eine Idee, Major?”
    “Ja. Im Notfall springt man zu den Nullkoordinaten zurück. Dies könnte zum Beispiel ein Raptor übernehmen. Außerdem zu allen möglichen Zielpunkten, die in der Reichweite der FTL’ der Electra liegen. Wir werden dafür beinahe alle Raptor in unserer Flotte einsetzen müssen. Dafür würde ich mich mit allen anderen Executive Officers und CAG’ kurz besprechen.”
    “Dann will ich, dass Sie genau das tun! Los ab an die Arbeit!”

    Heraclia-System
    Battlestar Electra - CIC

    “Ich will sofort - eine Meldung! Ich will in Namen aller möglichen Götter von Kobol so schnell wie nur möglich erfahren, was hier gerade passiert ist!”, schnappte Diana McBride wütend. Dabei sah sie jeden der Reihe nach im Combat Information Center an.
    Doch sie blickte nur in ratlose Gesichter. Andere im Bereich der Steuerung und Navigation gingen quasi auf Tauchstation und begannen an der Technik zu arbeiten.
    Nach wenigen Augenblicken blieb der Blick des Admirals an Captain McBride hängen.

    Um sich noch größeren Zorn seiner Vorgesetzten und älteren Schwester zuzuziehen, gab jener sofort Auskunft: “…vor einigen Tagen hatten einige Techniker und Wissenschaftler mit mir zusammen an der Navigation und dem FTL-Antrieb gearbeitet… nach dem Systemchecks war alles funktionsfähig. Die einzige Erklärung dafür aus meiner Sicht ist, dass sich eine Steckverbindung oder etwas Vergleichbares gelockert hat…”

    Trotz seiner Beichte wurde er wütend von Diana angeschaut, die auf eine Bestätigung wartete. Diese und die Bestätigung der fehlerhaften Wiederzusammensetzung folgten auch schon einige Minuten später.

    “Gut. Dann wäre das ja endlich geklärt. Die Verantwortlichen werden da ein paar Aufgaben erledigen müssen - mit fällt da schon noch etwas Passendes ein!”, urteilte Colonel Lot Hebridan der XO trocken. Nach einer Pause fuhr er mit einem Brummen fort: “Aber es wird aber auch Zeit endlich zu erfahren, wo wir hier eigentlich gelandet sind!”
    Die ganze Zeit über, seid ihrem Überlichtsprung, hatte er das DRADIS über seinem Kopf nicht aus den Augen gelassen.

    “Admiral. Colonel. Ich habe hier die ersten Daten, die uns ein Planetensystem anzeigen, das uns vollkommen unbekannt ist”, meldete jemand bei der Navigation.
    “Na gut, wir werden einige Raptor und ein ganzes Vipergeschwader losschicken, die das System erkunden sollen! Vielleicht finden wir ja etwas Brauchbares da draußen”, legte Admiral McBride fest.
    Derweil ließ sich Colonel Hebridan mit Miss Shen verbinden um sie über die aktuelle Lage zu informieren, die nach einer kurzen Unterhaltung erklärte ebenfalls einen Jumper zur gemeinsamen Erkundungsmission auszusenden.

    Backbordhangardeck

    Das Team, welches zum Erkundungsteam für den Jumper zusammengerufen worden war, hatte sich mittlerweile vollzählig versammelt. Neugierig warteten wir auf die letzten Anweisungen von Miss Shen.
    Die Leiterin der Andromeda-Expedition kam auch gleich zur Sache: “Damit es allen klar ist: Major Jennifer Hailey hat während dieser Mission da draußen das Kommando! Nach den neuesten Erkenntnissen befinden wir uns in einem Planetensystem mit 5 Planeten und drei großen Asteroidengürteln. Es gibt hier zwei Welten, die wir als bewohnbar einstufen können. Ihr Auftrag lautet sich diese etwas genauer anzusehen!”

    “Ihr habt es alle gehört, dann mal alle an Bord jetzt!
    “He! Hetze uns nicht Jiao!”
    “O doch Jessica! Macht mal ein bisschen schneller, ja!”

    Orbit Heraclia < = > Planet Heraclia
    Jumper 1

    Es war mehr als nur deutlich so einigen von uns anzumerken, dass wir Lieutenant Tessa de Vaux vermissten, die sich zu einem Flugtraining auf der Battlestar Iuno befand. Als wir gestartet waren, wurden wir nur bis kurz vor dem Eintritt die Atmosphäre eines Planeten, von einer kleinen Eskorte von Viper flankiert. Schon kurz drauf begann der Eintrittsflug.

    Das wir sofort diesen Planeten nahmen lag an Major Hailey, die wie First Lieutenant Jin Lebenszeichen und die Spuren von Zivilisation dort entdeckt hatten.

    Während wir mit dem Jumper über den einen Kontinent auf der nördlichen Halbkugel flogen, blinkte eine Anzeige warnend auf.
    “Gut nur dass wir uns im Tarnmodus befinden”, bemerkte First Lieutenant Jin, die kurz zu Major Hailey blickte.
    Jennifer hatte schnell die Daten ausgewertet, weswegen ihr der Atem stockte, sagte sie vollkommen perplex: “Diese Signaturen deuten auf eine uns sehr bekannte Technologie hin…”
    “Antiker?!”
    “Leider nein, Natalia. Es sind eindeutig welche die von der Technologie der Ori stammen. Ein Signal kommt von dort, in einem Gebirge. Und zwei weitere sind dort, wo sich einige Lebenszeichen und einmal unzählige davon befinden”, seufzte Hailey besorgt.

    Einige Minuten lang herrschte Stille, welche dann Jiao beendete indem sie mitteilte: “Fliegen wir erst einmal zur Signaturspur, die im Gebirge liegt. Denn dort scheint es nur Botanik zu geben.”
    Jennifer und auch wir anderen hatten keinerlei Einwände. Der Fall lag klar auf der Hand, sollten sich tatsächlich auf diesen Planeten noch Anhänger der Ori, einige ihrer Truppen, oder gar noch ein Prior hier befinden, waren wir so ziemlich im Nachteil.

    Der Flug dauerte zum Glück nicht lange. Vorsichtshalber landete First Lieutenant Jin zwischen einigen Felsen, die sich in der Nähe der gemessenen Energiesignatur befanden. Diese Stellung wäre einige Zeit gut zu verteidigen.
    Aber noch gab Major Hailey die Mission nicht frei, denn sie musste noch einige klare Befehle erteilen: “Gut. Doktor Rosenthal, Lieutenant Bernstein, Leutnant Schneider, Private Kieras, Wolfrino und ich werden uns mal etwas näher umsehen! Die anderen bleiben hier beim Jumper und sorgen für einen reibungslosen Rückzug!”

    Es war nicht zu übersehen, dass diejenigen die beim Jumper zurückbleiben mussten uns enttäuscht nachschauten.
    Vorsichtig näherten wir uns dem Objekt, das sich als sehr großes Shuttle offenbarte. Doch es lag verlassen und schon bereits beinahe komplett mit Pflanzenwuchs überwuchert vor uns da.
    Es dauerte einige Zeit ehe wir eine der Einstiegsluken fanden. Weil diese Technologie, die der Antiker sehr ähnlich war, gelang es schließlich Doktor Rosenthal eine Zugangsluke zu öffnen.

    In Zweiergruppen betraten wir mit gebotener Vorsicht das Raumschiff, und begannen drinnen sofort mit unserer Erkundung. Während sich Hailey und Rosenthal, die beide von Bernstein unterstützt wurden sich im Cockpit beschäftigten, inspizierten Kieras, Schneider und ich das übrige Shuttle. Dabei machten wir, wie von unserer Teamleiterin angeordnet auch Videoaufnahmen.

    Schließlich konnte der Zugang zur Datenbank des Schiffes gefunden werden, die auf eine mitgeführte externe Festplatte kopiert werden sollte.
    “Hier Lieutenant Bernstein. Leute! Wir sind hier fertig sagt Major Hailey, und dass wir uns an der Zugangsluke treffen!”
    “Hier Leutnant Schneider, haben die Nachricht erhalten und machen uns auf den Weg zum Treffpunkt. Sandra. Wolfrino. Abmarsch!”

    Wie vereinbart zogen wir uns gemeinsam zu den anderen Teammitgliedern und zum Jumper zurück.

    Kaum befanden wir uns wieder an Bord machten sich Jennifer und Benjamin sofort an die Auswertung der gesammelten Informationen, während Jiao sofort startete und auf eine sichere Entfernung zu gehen.

    “Das war nicht anders zu erwarten: Die meisten der Datenbanksätze sind codiert. Das wird eine gewisse Zeit dauern um das Wissen daraus zu entlocken”, stellte Doktor Rosenthal fest.
    Dies fand Major Hailey nicht besonders tragisch, weil man es schon zumindest geschafft hatte den Zugang zur Navigation zu finden, weshalb sie uns allen sagte: “Da Admiral McBride und wir alle anderen wissen wollen wohin es uns verschlagen hat, kommt jetzt die Auflösung: Nach den Daten hier befinden wir uns in einer kleinen Satellitengalaxie von Andromeda, die wir bei uns zuhause als Messier 110 sowie NGC 205 oder auch Andro-Alpha-Galaxie kennen…”
    “So viele Bezeichnungen? Ganz schön kompliziert bei euch”, stellte daher Private Kieras amüsiert fest.

    Während Rosenthal versuchte weitere Codes der Datensätze zu entschlüsseln, wurden noch nebenbei die gemachten Videoaufnahmen ausgewertet. Auf den Bildern konnte man das innere des Shuttles sehr detailliert sehen. Was aber besonders ins Auge fiel waren die 52 Stasiskammern auf einem Deck, die uns einige Rückschlüsse auf die Stärke der Besatzung des Raumschiffes gaben.

    Als Hailey dazu gerade etwas äußern wollte, machte sich stattdessen Jin bemerkbar.
    “Was ist denn los, Jiao?”
    “Wir haben unser nächstes Ziel erreicht.”
    “Wo denn? Sind wir etwa schon da?”
    “Sind wir, Major. Der Flug hat eine bequeme Stunde gedauert. Ich habe mit Natalia den Punkt angesteuert in dessen Umgebung es nur wenige Lebenszeichen gibt, scheinen am Tage nur Lebensformen unter der Erdoberfläche zu existieren. Befinden uns jetzt in einer Wüstengegend. Wir werden dort auf der kleinen Anhöhe einen Felsen landen”, antwortete First Lieutenant Jin, die sich darüber erheitert zeigte, dass einige im Team anscheinend jegliches Zeitgefühl verloren hatten.

    Da wir uns in einem zum größtenteils übersichtlichen Gelände befanden, erlaubte Jennifer Hailey dieses Mal allen sich vom Jumper zu entfernen.

    An der Seite von Natalia Adamov, die einen Scanner der Antiker in der Hand hielt, schritt Jiao Jin zielgenau auf einen Punkt zu.

    “Das hier gefällt mir nicht!”
    “Was ist denn los, Lieutenant Bernstein?”
    “Ganz einfach, Sergeant Hamovic. Da muss man sich nur kurz umsehen um zu erkennen, dass hier etwas nicht stimmte - der Sand ist hier zu sehr aufgewühlt, dass es allein der Wind oder ein Sturm gewesen sein könnte.”
    Die israelische Soldatin war nicht alleine mit ihrem unguten Gefühl. Denn nach einer kurzen Überprüfung der näheren Umgebung stellte man fest, dass vor einiger Zeit hier ein Kampf stattgefunden haben musste.

    Nach einer kurzen Begutachtung, rief Lieutenant Adamov aufgeregt: “Das hier scheint eine Art Amulett zu sein, Major Hailey! Es lag hier im Sand!”
    Mit einem skeptischen Blick nahm Jennifer den von Natalia gefundenen Gegenstand in die Hände. Sie drehte und wand ihn mehrmals in ihren Händen. Das Amulett und selbst auch die Kette ausführlich zu begutachten.
    Irgendwie kam ihr das bekannt vor. Doch es dauerte, ehe es in ihrem klugen Kopf klick machte, und sie schließlich mit Schrecken ausstieß: “Dieses Amulett hier… und dieser Stein haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem von Adria!”


  12. #72
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    Bevor es mit der nächsten Folge beginnt und das Midseasonfinale abgeschlossen wird, Danke an euch allen treuen Leser und an die Button-Drücker!
    Am 20.12.´20 geht es dann auch schon weiter.
    Doch nun viel Lesevergnügen

    Odyssee
    Folge 3.10 Das Amulett im Sand, Teil 2


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Ecosines - Wüstenregion, Oase

    Kaum hatte Major Jennifer Hailey ihren Satz beendet, der einige in unserem Team hatte in eine Schockstarre fallen lassen, brachen aus ihren vielen Verstecken mehrere Dutzend Angreifer hervor. Es waren Kriegerinnen der Amazonen. Und zwar eines Stammes, der mit Veronika verwandt und somit eng verbündet mit ihr war. Diese Streitmacht hatte unabhängig von den Entscheidungen von Adriana und ihrer Fürstinnen beschlossen, die einzige Oase in der weitläufigen Wüste des Königreiches Ecosines zu sichern.

    “Keine falsche Bewegung Fremde, sonst ist euch allen der Tod gewiss!”, warnte eine Kriegerin, die in vorderster Reihe stand, und wie ihre Gefährtinnen mit schussbereiten Bogen uns gegenüberstand. Schließlich fügte sie auffordernd hinzu: “Dreht euch alle langsam mit den Gesichtern zu mir um! Aber lasst eure Hände dort, wo wir sie gut sehen können!”

    Da die Lage für uns zu unübersichtlich und brenzlig war, gehorchten wir den gegebenen Anweisungen umgehend.
    Doch als die Amazonen bemerkten dass die meisten Mitglieder unseres Teams Frauen waren, entspannten sie sich diese ein wenig.

    Mit immer noch leicht erhobenen Händen trat unsere Teamleiterin vor, und sagte: “Gut. Ich fange an: Ich bin Major Jennifer Hailey und führe diese Gruppe hier an.”
    “Ich bin Terra, eine der Heerführerinnen der Amazonen. Was wollt Ihr hier? Und woher kennt Ihr die göttliche Orici Adria, die die Mutter von Adriana, die Blutsschwester von unserer Prinzessin Veronika ist?”
    “Das würde ich sehr gerne erklären. Ist aber eine etwas längere Geschichte. Doch wäre es nett, wenn Eure Kriegerinnen nicht mehr auf meine Freunde zielen würden.”
    “Gut. Aber unter einer Bedingung: Ihr habt alle ausnahmslos sämtliche Waffen und eure Ausrüstung abzulegen! Wenn das getan ist, werden wir beide reden. Ich gebe Euch mein Wort als Kriegerin, dass Deinen Freunden nichts geschehen wird!”
    Jennifer nickte: “Gut. Es ist ein gewisses Risiko für uns, aber ich bin damit einverstanden.”

    Danach gab Terra einigen ihrer Kriegerinnen ein Zeichen, welche uns die Waffen, die Rucksäcke und Einsatzwesten abnahmen.


    Heimatkolonie der Zylonen

    “Soll ich es noch einmal zusammenfassen? Gut! Das gesamte Geschehen seit unserem Angriff auf die Kolonien der Menschen, in einem Wort zusammengefasst - ist: Inakzeptabel!”, wetterte Cavil zum Ende einer gemeinsamen Sitzung hin heftig.

    Der Grund dafür lag klar auf der Hand, nämlich dass es immer noch Menschen gab, trotz des Genozid-Angriffes auf das System in denen die Zwölf Kolonien von Kobol beheimatet gewesen waren. Das Schlimmste für den Einser sowie viele weitere Zylonen war, dass der Plan so gut vorbereitet wie möglich gewesen war, und dennoch tat er es nun als absoluten Fehlschlag ab.

    Um den Wutausbruch etwas zu drücken, erklärte eine Acht: “Wir haben vor kurzem eine sehr kraftvolle Energiesignatur aufgefangen, die von einer atomaren Explosion stammt.”
    “Davon habe ich Kenntnis erhalten. Und - dass die Signatur zu der Art von Strahlung passt, die nur die Menschen aus den Kolonien für ihre atomaren Waffen verwenden. Wir werden der Sache also demnächst nachgehen. Das Dumme ist nur, dass wir ein ganzes Jahr benötigen um zu diesen Koordinaten zu gelangen”, brummte Cavil daraufhin immer noch ziemlich launisch.


    Milchstraße
    Erde
    USA - Homeworld Command

    Mit einem kurzen besorgtem Seufzen nur hatte General Jack O’Neill die Aussagen der drei Mitglieder der Tok’ra zur Kenntnis genommen. Teal’c hingegen war ganz und gar wortlos geblieben und hatte nur skeptisch geschaut.
    Abermals bestätigte eine Tok’ra: “…es gibt keinerlei Zweifel: Die beiden Goa’uld haben sich, wegen einer Droge, auf eine sehr lange Zeit mit ihren Wirten verbunden. Jede Art von Trennung würde für Jeanne und Jasmin den Tod bedeuten!”
    “Danke. Guten Heimweg. Lieutenant, besorgen Sie ein Shuttle für unsere Gäste!”
    “Jawohl, Sir”, nickte seine Adjutantin, die kurz darauf auch die Tok’ra hinausgeleitete.

    Nachdem Jack und Teal’c wieder alleine in O’Neills Büro waren, brummte der General angesäuert: “Das ist doch wirklich nicht zu fassen - und besonders übel für Jeanne und Jasmin, dass uns diese Schlangen doch tatsächlich die Wahrheit gesagt haben!”
    “Und was nun?”
    “Eine gute Frage, Teal‘c… Die Frage werden wir an die beiden Schlangen weitergeben…”, murmelte Jack, der aufstand um sich gemeinsam mit seinem Freund zu den beiden Frauen zu begeben.

    Zuerst betrat der Jaffa den Verhörraum, der dann wartete bis der General eintrat, und die Tür ins Schloss gleiten ließ.
    Als dies geschehen war, fragte Bastet/Jasmin neugierig: “Nun. Auf welche Art und Weise werdet ihr uns nun töten?”
    “Gar nicht!”, antwortete der ehemalige Primus von Apophis kurz angebunden.
    “Richtig!”, unterstrich der General, der sich den beiden gegenübersetzte. “Würde ein Teil von mir sehr gerne tun, doch müsste ich einigen Leuten so manches erklären… doch habt ihr im Verlaufe unsres Gespräches Ba’al erwähnt. Stammt von diesem Kerl etwa diese Droge, die euch diese Fähigkeit der untrennbaren Verschmelzung verliehen hat?”

    Daraufhin lächelten Nike/Jeanne und Bastet/Jasmin nur.
    Diese Art der Antwort genügte Jack O’Neill bereits, und er erklärte dann: “Ja. Und noch etwas: Wir werden euch gehen lassen, und niemand außer denen, die es bereits wissen werden erfahren, wer oder was ihr seid! Denn es unterliegt nach wie vor höchster Geheimhaltungsstufe!”

    Der General legte eine kurze künstlerische Pause ein, und schaute in zwei vollkommen überraschte Gesichter.

    Es dauerte eine Weile bevor sich die beiden Goa’uld wieder gefangen hatten, und Nike/Jeanne ihre Vermutung: “Ihr werdet uns bestimmt im Auge behalten!” - aussprach.
    “In der Tat! Eine falsche Bewegung oder Handlung - und ihr beiden findet euch hier auf diesen Stützpunkt in einer Zelle wieder!”
    “Also wirklich Teal’c! Also wirklich General O’Neill! Was denken sie beide denn eigentlich von uns, denn wir sind immerhin zwei Hamburger Polizistinnen!”, erwiderte Bastet/Jasmin auf diese Ankündigung mit einem leichten und entspannten Schmunzeln.


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Ecosines - Wüstenregion, Oase

    “Ihr gebt also offen zu Feinde der Ori, ihrer Lehre und somit auch von Adriana zu sein!”, schlussfolgerte Veronika, die Amazonenprinzessin, die vor einiger Zeit eingetroffen war um selber an der Befreiung ihrer Freundin zu helfen.

    Darum sah sich Major Hailey gezwungen zu reagieren und versicherte: “Nein! Wir sind keine Feinde von Adriana…”
    Aber sofort unterbrach Terra sie, und erinnerte mahnend: “Und dennoch habt Ihr gegen die Ori, ihre Gläubigen und sogar auch noch die göttliche Orici gekämpft!”

    Unsere Teamleiterin spürte die Gefahr in der wir alle schwebten, weswegen sie sich gezwungen sah weiterhin aus der Defensive heraus zu agieren um das Vertrauen ihrer Gesprächspartnerinnen zu gewinnen.

    Es fiel Jennifer schwer sofort die richtigen Worte in dieser gefährlichen Lage zu finden, daher blieb sie weiterhin ruhig, und atmete erst einmal noch sehr tief durch, ehe sie entgegnete: “Wir taten dies nur um unsere Welt und die mit uns verbündeten Völker auf anderen Welten zu verteidigen. Ihr habt mir berichtet, dass dies auch hier geschieht. Wobei Adriana vollkommen anders ist, denn im Gegensatz zu diesen Darius, und von den Geschehnissen aus unserer Galaxie löscht sie niemanden aus, der die Lehre nicht annehmen will…”
    “Solange dies wahr ist, klingen Eure Worte gut. Major Jennifer Hailey, ihr sagtet vorhin, dass ihr die Mutter der göttlichen Orici kennen würdet.”
    “Das ist korrekt. Und auch das auf ihre Vermittlungen und auch von Tomin Frieden zwischen uns herrscht…”
    “Das genügt! Geht jetzt zu Euren Freunden, denn wir müssen uns beraten!”, ordnete Veronika an.
    Denn an der Amazonenprinzessin lag es nun zu entscheiden, was mit uns geschehen solle. Dabei gab es viele Möglichkeiten, die sich ihr anboten.


    Triangulum-Galaxie
    Goa’uld-Planet

    Seit geraumer Zeit schon befanden sich alle verbliebenen Goa’uld, bis auf versteckte Agenten, auf der neuen Heimatwelt in einer anderen Galaxie. Es zeigte sich schnell, dass Athene, Selene und Morrigan sehr zufrieden mit den bisherigen Fortschritten waren, die den Wiederaufbau des Goa’uld-Imperiums dienten.
    Ein Vorteil war natürlich, dass es auf dieser Welt eine große Anzahl von primitiven Menschen gab, die versklavt, zu Jaffa oder Wirten gemacht werden konnten, wofür Ba’al gesorgt hatte.

    Doch es gab noch etwas anderes, auf was dieser Systemlord gestoßen war, und allen Indizien nach wohl immer noch auf der Spur war.

    “Gerade habe ich erfahren, dass unsere Streitkräfte von Jaffa- und Klonkriegern um jeweils ein weiteres Battallion vergrößert geworden ist, seitdem wir hier angekommen sind”, verkündete Morrigan gutgelaunt.
    Doch diese erhielt sofort einen kleinen Dämpfer, denn Athene stellte fest: “Das bedeutet, dass von diesen Moment an genau die Hälfte unserer Flotte noch ohne Besatzung ist. Und es noch einige Jahrzehnte dauern wird, bevor wir uns an den Tau’ri rächen können! Ich hoffe daher nur dass Nike und Bastet in ihrem Eifer nichts überstürzen werden, weil es noch dauern wird bevor wir wieder mächtig genug sind…”
    “Das ist wahr! Aber eine andere Sache: Es kann nur einer der vielen Klone von Lord Ba’al gewesen sein, der das hier alles in die Wege geleitet hat. Die Frage ist nur: Wo ist er abgeblieben?”, murmelte Selene nachdenklich.

    Unerwartet meldete sich eine Stimme, die in den Zelteingang getreten war zu Wort: “Vielleicht kann ich ja da weiterhelfen, den Durst der Rache ein wenig zu beschleunigen.”

    Auf Grund dieses unerwarteten Besuches wandten sich die drei Goa’uld um. Nur Athene erkannte den Gast schnell, weswegen sie kurz milde lächelte, und schließlich darauf reagierte: “Hallo Bob! Schön einen so klugen Bruder hier in unserer Runde begrüßen zu können. Doch nun sage uns: Wie willst Du es beschleunigen?”

    “Es wäre schön mich nicht mehr Bob zu nennen, denn mein Wirt in welchen ich wohne heißt schon so! Nun zu meiner Hilfestellung. Ich verfüge wie auch Athene über gewisse Kenntnisse von den Tau’ri und ihren Tätigkeiten. Insbesondere des Stargate-Programms. Um unsere Anzahl zu erhöhen, könnten oder sollten wir es wie die Wraith machen, wofür wir ein ZPM oder eine vergleichbare Energiequelle benötigen…”, schlug der Goa’uld vor, der im ehemaligen US-Vicepresident Robert Kinsey steckte.
    Sofort hellte sich das Gesicht von Athene auf, da sie ganz genau wusste, was gemeint war, und sagte: “Sehr gut. Somit hätten wir genug Energie, womit wir innerhalb von ein bis zwei Jahren genug Goa’uld-Symbionten erschaffen hätten, und Rache an den Tau’ri nehmen und ihre Welt übernehmen könnten.”


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Ecosines - Wüstenregion, Oase

    Von den wachsamen Wachposten der Amazonen wurden die sich nahenden Kriegerinnen und Krieger der Ori schon lange bemerkt, die sich der Oase genähert hatten.
    Doch wegen des Vorfalles, der Verschleppung von Adriana, die von Mitgliedern ihrer eigenen Leibgarde nicht verhindern konnten, wurden diese Neuankömmlinge kritisch und sehr genau kontrolliert. Erst nachdem dies geschehen war, wurden die Männer und Frauen in die Oase eingelassen.

    In der Zwischenzeit hatte Veronika nach langer Beratung mit ihren wichtigsten Getreuen das Urteil über die Fremden gefällt. Sie erhob sich und machte sich auf den Weg zu unserer Gruppe.
    “Die Prinzessin ist mit einer Eskorte unterwegs zu uns. Ich glaube es ist soweit”, ahnte First Lieutenant Jin, die nicht als einzige mir kurz zunickte. Darauf blinzelte ich kurz als Zeichen das ich verstanden hatte.

    Doch da wir uns alle zusammen auf Veronika, Terra und die zahlreichen anderen Amazonen konzentrierten, bemerkten wir die Ankunft der 24 Ori-Kriegerinnen und -Krieger nicht.

    Von etwa einem Dutzend ihrer besten Kriegerinnen eingerahmt, traten die Prinzessin und eine ihrer Heerführerinnen zu uns heran. Langsam erhoben wir uns.
    Veronika senkte kurz den Kopf, nickte dann und verkündete: “Ihr seid ja eigentlich keine wirklichen Fremden mehr für mich und Terra, weil Major Jennifer Hailey alles über euch berichtet hat. Mein Urteil für euch lautet wie gefolgt: Ihr seid wieder frei, und…”

    Doch weiter kam die Amazonenprinzessin nicht mehr, denn einer der angekommenen Ori-Krieger schrie lauthals: “Das sind Feinde des wahren Glaubens! Sie stammen von der Erde! Wir müssen sie allesamt auf der Stelle für ihre Frevel hinrichten!”

    “Oh! Auch das noch”, schluckte Jennifer Hailey, die einen Schritt nach hinten tat und mir ihre linke Hand auf den Arm legte, um mich daran zu hindern die Krallen auszufahren.
    “Das sind zu viele, Wolfrino!”

    Doch die Kriegerinnen der Amazonen und auch die mit ihnen alliierten Truppen aus den Norden und Osten versperrten ihren eigentlichen Verbündeten den Weg zu uns.

    Die Folge war eine hitzige Debatte, die Veronika von da an mit Hauptmann Cassius ausfocht. Der Anführer der Leibgarde Adrianas revidierte dann die Forderung ein wenig nach unten: “Na gut, wenn es so ist, werden eben nur die acht Krieger der Erde sterben. Und die beiden, die das Zeichen des Phoenix tragen, übergebe ich in Eure Obhut!”
    “Ich habe mich mit ihrer Anführerin sehr genau unterhalten, Hauptmann Cassius. Und meine Entscheidung steht fest: Ich lasse alle frei, damit sie uns dabei helfen können Eure Herrin, meine Blutsschwester Adriana zu befreien!”
    “Aber! Sie sind Feinde von uns, Prinzessin Veronika!”

    Eine der Ori-Kriegerinnen, die die Adjutantin von Hauptmann Cassius war, hielt es nicht mehr länger aus und ergriff überraschenderweise für uns Partei: “Herr! Sie, die Menschen der Erde und ihre Verbündeten mögen unsere Feinde, oder wenn es in der Tat wahr ist das Frieden vereinbart wurde, gewesen sein. Aber handeln wir wirklich in Sinne unserer großen Herrin Adriana, wenn wir diese dort töten Hauptmann Cassius?”

    Mit einem festen, aber auch sehr nachdenklichen Blick sah der Mann die junge Frau an, die scheinbar die richtigen Worte gewählt hatte. Daher wandte sich der Anführer der Leibgarde von Adriana mit klaren Worten seiner Adjutantin zu: “Du weißt sicherlich, dass früher solche Worte gefährlich waren. Aber Du hast Recht! Doch muss ich euch dennoch eine Frage stellen Kriegerin der Ori, Larissa, und auch ebenso euch Prinzessin der Amazonen, Veronika: Wie können diese uns wirklich von Nutzen sein? Denn Ihr wisst was geschieht für den Fall, wenn wir zu früh dort in der Ebene von Maranta bei den Ruinen eintreffen wird unsere Herrin gerichtet werden!”

    Alle, außer natürlich unserem Team, verstanden diese Warnung die Hauptmann Silon als Botschaft ausgesprochen hatte. Deswegen drehte sich dann Veronika zu uns mit den Worten: “Das ist eine berechtigte Frage, Hauptmann Cassius. Sie haben mir von einer fliegenden Maschine berichtet, die sie einen Jumper nennen und mit dem sie hier hierher gereist sind. Und zwar von einem großen Schiff aus, welches sich Electra nennt. Dieser Jumper besitzt außerdem die Fähigkeit sich zu tarnen, also man sieht ihn nicht, obwohl er sich neben einen befinden könnte.”

    Der Anführer der Ori-Krieger sah uns alle ein wenig überrascht an, als er diese Worte von der Amazone vernommen hatte. Dies sah unsere Teamleiterin als Anlass einen Schritt vorzutreten.
    “Was ist los, Major Jennifer Hailey?”, erkundigte sich Veronika.
    “Ich habe Euch noch etwas verschwiegen…”
    “Und denen sollen wir trauen!”, brummte Cassius kopfschüttelnd.
    “…wir haben alle unsere Waffen wie vereinbart abgegeben… doch… Wolfrino komm doch bitte mal her. Wolfrino konnte leider dieser Bedingung nicht ganz nachkommen. Los zeig es ihnen! Aber sachte!”, forderte mich Jennifer dadurch dazu auf die Krallen auszufahren.
    Mit einem leichten Seufzen kam ich wortgenau ihren gegebenen Befehlen nach, während ich dabei leise murmelte: “Wenn es denn unbedingt sein muss…”

    Als ich dies tat, waren natürlich entsprechende Rufe zu vernehmen, die hoffentlich von unseren neuen Freunden und Verbündeten stammten, wie - “Bei den Ori!” - “Bei allen Göttern!” - “Große göttliche Orici Adria!”

    Doch einige, die um uns herumstanden traten neugierig näher an Major Hailey und mich heran. Unter ihnen waren natürlich unter anderen Veronika, Terra, Cassius und Larissa, die sich das ganze aus der Nähe ansehen wollten. Doch was sie am meisten faszinierte war die Wundheilung nachdem ich die Krallen wieder eingezogen hatte.

    “Tja. Das mit dem Hinrichten der Krieger der Erde wäre wohl fehlgeschlagen”, bemerkte Larissa, die davon immer noch sehr beeindruckt war, wie auch Veronika und viele andere.

    Sofort verbreitete sich die Kunde davon in der gesamten Oase, worauf mich viele für eine Gottheit hielten und verehren wollten. Sofort unterbanden Major Hailey und auch Doktor Rosenthal aber auch ich selbst diese Versuche indem wir unverzüglich Aufklärung betrieben.
    Dazu diente einmal mehr das Video, von welchem Benjamin kurze Ausschnitte zeigte.
    Daraufhin urteilte Veronika: “Wie kann man nur so grausam sein!?”

    Derweil händigte First Lieutenant Jin der Adjutantin Larissa das Amulett von Adriana aus, die es sofort in sehr sorgfältige Verwahrung nahm.

    Es gab aber keine Einwände mehr, weshalb unsere Gruppen sich nicht gemeinsam auf den Weg machen sollten, wodurch die Amazonenprinzessin entschied: “Somit ist es beschlossen: Wir werden alle zusammen denn nun aufbrechen um Adriana zu suchen, und wenn uns all unsere Götter sowie die Ori und die göttliche Orici Adria gewogen sind, auch aus der Gewalt von Darius befreien!”


  13. #73
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    So, bevor die zwote Hälfte der dritten Staffel beginnt, erst einmal der Dank an Euch ihr treuen Leser sowie an die Buttondrücker

    Wir beginnen, genau, mit einem Zweiteiler
    Die Fortsetzung gibt es dann am 27.12.´20

    Viel Spaß mit dem Ersten Teil


    Odyssee
    Folge 3.11 - Die Zusammenkunft, Teil 1


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Ecosines - Darius’ Feldlager

    Sie betete, wie gewohnt, aber seit dem Tag ihrer gewaltsamen Verschleppung noch verstärkter zu den Ori, und nicht mehr nur allein zu den Göttern ihrer Pflegefamilie.

    Sie war so tief ins Gebet versunken, dass sie Hauptmann Silon, den Anführer der Krieger der Ori sowie der Leibgarde von Darius nicht bemerkte, der ihr etwas zu Essen und zu Trinken an den Käfig stellte. Oder ignorierte die junge Frau den Mann nur?

    Schließlich brach Silon schließlich die andächtige Stille der Inhaftierten: “Adriana! Tochter der göttlichen Orici Adria, Ihr müsst dringend etwas Essen und auch Wasser trinken. Es ist nichts vergiftet! Seht her, ich probiere es sogar… es ist alles in Ordnung…!”

    Mit einem finsteren Blick im Antlitz sah die junge Frau nach oben, der den Krieger fürs Erste zunächst einen Schritt zurückweichen ließ. Immer noch taxierte Adriana ihn, sagte jedoch nichts, stattdessen wiederholte und fügte Silon hinzu: “Ich bitte euch, ihr müsst essen, sonst habt ihr für den Zweikampf, der schon bereits morgen stattfinden wird nicht genügend oder gar keine Kraft. Und es wird niemand hierherkommen um Euch zu retten. Denn dies würde euren vorzeitigen Tod bedeuten!”

    Der Anführer der Leibgarde des Darius war hin- und hergerissen, da er nicht wusste, ob er auf der richtigen Seite stand. Doch er hatte keine andere Wahl. Noch einmal warf er einen letzten besorgten Blick auf die Gefangene, bevor er sich umdrehte und schon den Vorhang des Zeltes zurückschlug um rauszugehen. Doch dann blieb er stehen, wandte sich noch einmal zu Adriana um, und versicherte seufzend: “Nun gut. Der Teller und der Krug stehen parat, Tochter der Orici. Außerdem werde ich Wachen abstellen, die dafür sorgen werden, dass Ihr ungestört seid bis zu der Stunde, wo wir in die Ebene von Maranta aufbrechen werden. Den Ort der Zusammenkunft.”
    Nachdem Silon dies gesagt hatte, verschwand er aus dem Zelt, um dafür zu sorgen, dass Adriana ungestört blieb.


    Im selben Moment überflogen in einem Jumper im Tarnmodus, First Lieutenant Jin, Lieutenant Adamov, Private Kieras, Sergeant Avon, die Amazonenprinzessin Veronika und Hauptmann Cassius das Feldlager von Darius. Man hatte damit vor sich einen Überblick über die Lage und Stärke des Gegners zu verschaffen sowie eventuell doch auch Adriana zu befreien, falls es eine Chance dafür geben sollte.

    “Ich sehe unsere Gebieterin nirgends!”, sagte Cassius bedrückt, der wie alle mit der Ausnahme von Jiao und Natalia, Ausschau nach Adriana hielten. Als der Ori-Krieger in Richtung der Amazone schaute, fing er sich sofort einen giftigen Blick von ihr ein, weil er unfähig gewesen war diese Verschleppung zu verhindern, obwohl er von den besten Kriegerinnen und Kriegern der Leibgarde begleitet worden war.

    “Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich meine Schwester Adriana in irgendeinem der Zelte befinden muss”, schlussfolgerte Veronika schließlich.
    Daraufhin fragte Natalia: “Wo sind denn diese Ebene von Maranta und deren Ruinen eigentlich?”
    “Der Ort wo die Zusammenkunft stattfinden soll, befindet sich in diese Richtung! Dort wo diese 5 Hügel emporragen”, antwortete die Amazone, die auf eine Region in nördlicher Richtung deutete.

    “Hm”, machte Private Kieras. “Äh, Hauptmann Cassius. Spricht etwas dagegen, wenn wir dort am Ort der Zusammenkunft auf diesen Darius und seine Anhänger warten?”
    Der Angesprochene drehte sich zu der Kolonialen Soldatin um, und antwortete ohne lange zu überlegen: “Nein. Es spricht nichts dagegen. Nur müssen wir leider dann solange ausharren bis die Entscheidung gefallen ist.”
    “Gut. Wenn das so ist, werden wir genau das tun. Ich werde zwar einige Male hin- und herfliegen müssen. Aber wir würden auf jeden Fall als Erste am Ort des Geschehens sein”, erklärte Jiao, die mit ihrer Aussage Veronika zuvorkam, welche genau dasselbe sagen wollte.


    In der gleichen Zeit suchte Darius den Waffenschmied auf, weil jener mit einer Nachricht nach ihm geschickt hatte.
    Als beide wieder alleine waren, begutachtete er sorgfältig das Werk des Meisters. Der Sohn der Orici schaute sehr genau hin. Auf die Klinge und den Griff. Alles untersuchte er akribisch, denn alles musste perfekt sein.

    “Oh ja. Ja. Sehr gut.”
    “Ist es so wie Ihr es erwartet habt, mein Gebieter?”
    “So ist es. Es ist für wahr eine detailgenaue Nachbildung des Schwertes meiner geliebten Schwester. Doch die Hauptsache ist, dass es einen Kampf standhält ohne nach ein paar wenigen Hieben zu zerbrechen!”
    “Ihr werdet sehen und zufrieden sein. Ich habe mich sehr genau an eure Anweisungen gehalten, o großer Darius”, versicherte der Waffenschmied sich demütig verneigend.

    “So. Dann kommt doch mal heran!”
    “Ja.”

    Im Glauben nun die Belohnung für seine erfüllten Dienste von seinem Herrn zu erhalten, trat der alte Waffenschmied heran. Doch anstelle von einem Beutel von Gold oder anderen Kostbarkeiten wurde er betrogen, denn Darius, der sich kurz umsah, stach ohne Vorwarnung zu, und sagte dabei als er seinem Opfer den Mund zuhielt: “Tut mir sehr leid. Aber ich kann in dieser Sache nun einmal keinerlei Zeugen gebrauchen…”
    Kurz darauf schon zerrte er den Toten zu dem Kohlebecken, um jenen dort verbrennen zu lassen, damit es wie ein Unfall aussah.

    Er hüllte das Schwert in ein Tuch, um im Anschluss sofort in sein Zelt zurückzukehren. Dort angekommen zog er das Echte aus der Scheide um es durch das Falsche zu ersetzen.
    “Du kommst in meine Sammlung, wo ich die besten Waffen aller meiner besiegten Feinde aufbewahre. Und dann später in meinem kaiserlichen Hof bekommst du einen Ehrenplatz. Versprochen!”

    Einige Stunden später befahl er einen Teil seines Heeres mit den Vorbereitungen zu beginnen, damit man zur Ebene von Maranta aufbrechen könne.
    Um diesen Befehl auszuführen, benötigten seine Anhänger ein paar Stunden.

    “Wir sind bereit, mein Gebieter”, meldete Hauptmann Silon schließlich.
    “Dann auf zur Ebene und den Ruinen von Maranta!”, befahl Darius, als er auf seinem Pferd Platz genommen hatte.

    Ebene von Maranta

    Seit einen halben Tag schon harrten viele von uns in den Ruinen aus, die von Lieutenant Adamov und First Lieutenant Jin zum Zielgebiet geflogen worden waren. Doch der Hauptteil der Streitmacht machte sich zu Fuß oder zu Pferde auf den Weg. Bei ihrer letzten Runde dann, hatte der Jumper einen Umweg zu dem Feldlager von Darius gemacht.
    Nachdem Jiao gelandet war, stürmte Natalia heraus und verkündete uns allen: “Sie sind auf den Weg hierher, und werden in etwa 2 Stunden hier eintreffen.”


    Die ganze Zeit über ritt Darius mit gezogenem Schwert neben Adriana. Dazu bereit sofort seine eigene Schwester zu töten, für den Fall falls jemand auftauchen sollte um sie zu befreien.
    Aber es erschien niemand, der einen Befreiungsversuch unternahm.
    “Ah, da wären wir - die Ebene von Maranta und die Ruinen, liebste Schwester. Ist doch eine grandiose Stätte, nicht wahr?”
    “Du bist ein verfluchter Heuchler - Bruder. Du kannst es wohl kaum abwarten, nicht wahr Darius?”
    “So ist es. Ich kann es kaum erwarten meine rechtmäßige Stellung des Herrschers über diese gesamte Welt einzunehmen. Oh, was sehe ich denn da noch? Da sind ja bereits deine zahlreichen Anhänger, die schon auf uns warten. Und in schon nur wenigen Stunden werden sie dann alle mir allein folgen…, oder auch wie Du sterben!”
    “Korrigiere mich Darius: Aber zuerst müssen wir ja gegeneinander kämpfen. Eine Angelegenheit auf die ich nur zu gerne verzichtet hätte.”
    “Ah ja, stimmt. Da war ja noch etwas. Gut mich daran zu erinnern. Du könntest dich ja auch einfach niederknien, dann mache ich es kurz und schmerzlos. Ein einfacher und sauberer Streich mit meinem Schwert…”

    Während sie miteinander sprachen kamen sie dem Treffpunkt näher, wo Veronika, Terra und die anderen Amazonen, sowie Hauptmann Cassius und der andere Teil der Leibgarde, die unter seinem Kommando stand sowie auch einige verbündete Völker aus dem Norden und Osten bereits warteten.

    Unser Team hielt sich noch zum größten Teil im getarnten Jumper auf, so wie es mit Veronika vereinbart worden war. Somit blieben wir im Hintergrund bis wir alle weniger auffällige Kleidung bekommen würden, womit wir uns unter unseren neuen Verbündeten mischen konnten.

    Schließlich zuckte Major Jennifer Hailey ungewollt zusammen, denn sie sah den Prior Eremitias, welcher endlich ebenfalls eingetroffen war.

    Zunächst ließ sich der Glaubensbote der Ori noch ein wenig Zeit, dann nickte er und rief jeweils Adriana und Darius mitsamt den Führungsspitzen aller ihrer Getreuen zu sich. Denn er hatte allen die Regeln dieser Zusammenkunft mitzuteilen, die eingehalten werden mussten: “…keinen der beiden Kontrahenten ist es erlaubt zu fliehen! Erlaubt für die Zusammenkunft als Waffe ist allein das Schwert, welches Adriana und Darius jeweils aus dem Stein gezogen haben! Zum Schutze sind nur das Kettenhemd und die Rüstung erlaubt, die in den jeweiligen Grotten gefunden worden sind! Demnach sind also jede andere Waffe, der Schutzschild aber auch das Amulett mit dem Fragment aus der heiligen Stadt Celestis abzulegen, sobald ich die beiden Kinder der göttlichen Orici Adria, Adriana und Darius, dazu auffordere! Der Kampf wird in einen Kreis beginnen, der allein nur von den 48 Kriegerinnen und Kriegern der Leibgarde gebildet wird, welcher nach dem Ablauf einer Frist von 10 Minuten aufgelöst wird…”

    Es folgten noch viele weitere Regeln zu beachten waren, sowie den entsprechenden Erklärungen dazu, die Eremitias allen verkündete.

    Überraschenderweise nutzte die Adjutantin des Hauptmanns Cassius, Larissa diese Zeit mich noch einmal schnell aufzusuchen. Etwas schüchtern trat die Ori-Kriegerin an mich heran, denn sie hatte ein Bitte: “Wolfrino.”
    “Ja. Das ist mein Rufname oder Kampfname, den man mir damals…”
    “Ich weiß. Ich ersuche Dich um Hilfe - für meine Gebieterin Adriana. Mir ist bekannt, dass sich das magische Metall in Eurem Körper befindet…”
    “Na, so toll ist es nun auch wieder nicht, da es das Leben von zwei sehr guten Freunden von mir bedroht, die davon langsam vergiftet werden…”
    “…tut mir leid, das wusste ich nicht. Bitte verzeiht mir.”
    “Ist schon in Ordnung. Um was geht es denn konkret?”
    “Wie ich schon sagte, es geht um meine Herrin. Ich ersuche Dich auf sie zu achten, denn ihr Bruder und Rivale Darius ist sich seiner Sache sehr sicher. Zu sicher. Ganz so, als ob der Kampf schon zu seinem Gunsten entschieden wäre. Mein Gefühl und mein Instinkt als Kriegerin sagen mir, dass da etwas nicht stimmen kann. Daher flehe ich Euch an, bitte helft mir.”
    “Und wie?”
    “Es ist nun einmal so, dass ich nicht so einfach meine Waffen gegen eines der beiden Kinder der göttlichen Orici erheben darf. Dies hätte sofort meinen als auch der Tod von meiner Herrin zur Folge…”
    “Ich soll also Darius töten?”, hakte ich irritiert nach.
    Doch Larissa schüttelte sofort daraufhin nur ihren Kopf, und entgegnete beinahe schon in einem Befehlston, wobei sie aber ruhig und sachlich blieb: “Nein! Das darfst Du nicht tun! Sondern ihn nur aufhalten! Mehr nicht! Ich darf nur einschreiten und meine Waffen erheben, wenn es der Prior Eremitias anordnet.”

    Prüfend sah mir dabei Larissa tief in die Augen, während sie mit mir sprach als ob sie sich ihrer Sache nicht ganz sicher war mir in dieser Angelegenheit vollkommen vertrauen zu können.
    “Na schön. Ich helfe Adriana und Dir. Als einzige Gegenleistung will ich, dass Du meinen Freunden hilfst, nämlich denen, die hier bei mir sind - und die von diesem Metall, das wir auf der Erde Adamatium nennen schleichend vergiftet werden.”
    “Gut. Ich werde tun, was in meiner Macht steht”, versicherte die junge Frau, die dann auch schon zu den anderen der Leibgarde zu eilen, da Cassius schon mehrmals laut nach ihr gerufen hatte.

    Schließlich schien der große Moment der eigentlichen Zusammenkunft gekommen zu sein, denn der Prior Eremitias ließ Adriana und Darius zu sich rufen. Er erkundigte sich noch einmal ob sie die Regeln verstanden hätten, was beide ohne zu überlegen bejahten.
    Danach folgte noch ein langes gemeinsames Gebet zu den Ori, welches mit einem lauten: “…Ehre sei den Ori!” - endete.
    Direkt im Anschluss forderte er die beiden miteinander rivalisierenden Geschwister dazu auf ihre Amulette bei ihm abzugeben, ehe sie dann endlich ihre Rüstungen anlegen durften. Währenddessen standen sich die beiden Abteilungen der Leibgarde gegenüber.

    Als Adriana und Darius fertig waren, schritt Eremitias voran und befahl den beiden sowie der Leibgarde ihm in einer Prozession zu der Stelle zu folgen, wo der Kampf beginnen sollte. Der Kreis formierte sich um Adriana, Darius und Eremitias.
    Der Prior wartete noch einen Moment, ehe er den Kreis verließ und dann ausrief: “Möge denn nun das Kind der göttlichen Orici siegen, welches die Ori dazu erwählt haben alle Gläubigen auf dem Pfad der Erleuchtung zu führen! Ehre sei den Ori!”
    “Ehre sei den Ori!”, riefen viele dann, bevor Eremitias den Kampf beginnen ließ, indem er seinen Stab zurück in seine Hand fliegen ließ.

    Während Darius sein Schwert zog, sagte er zu Adriana: “Ich werde hier, genau hier an dieser Stelle ein prunkvolles Heiligtum errichten! Und zwar zu Ehren der Ori, unserer Mutter, der göttlichen Orici… und zu deinem Gedenken Schwester!”
    Die arme Adriana, die das alles nicht wollte und auch mögliche Auswege vorgeschlagen hatte, entgegnete ihm mit ruhiger Stimme: “Du bist in meinen Augen für jemanden, der zu selten in der vordersten Reihe kämpft, zu sehr siegessicher.”
    “Ach ja, meine tapfere Schwester, die immer mit ihren Truppen Seite an Seite in jede Schlacht zieht. Mach es uns doch nicht so schwer…”
    “Oh nein, Bruder! Mach Dich auf etwas gefasst - und wehr Dich!”
    “Ganz schön prahlerisch für Eine, die schon sehr bald tot sein wird”, lachte Darius, während dann auch Adriana ihr Schwert aus der Scheide zog und dann diese weglegte, um davon nicht beim Kampf behindert zu werden.

    Kaum hatte die junge Frau ihr Schwert in den Händen, griff der junge Mann an. Dabei musste er aber auf der Hut sein, damit sein Plan nicht fehlschlug, denn sie war in der Tat um einiges mehr erfahrener als er selbst. Für Darius galt es darauf zu achten, den Kampf so zu beenden wie er es wollte, und nicht blind in eine Attacke von Adriana zu geraten, was seine Zukunftsträume zunichte machen würde.
    Also versuchte er es mit einer Vielzahl von Variationen von Finten, wobei er auch stets darauf aus war sie zu verwunden. Doch nach wie vor parierte Adriana jeden dieser Angriffe ohne jegliche Mühe.

    Die von Eremitias gesetzte Frist war verstrichen und der Kreis, den die Leibgarde um beide geschlossen hatte, löste sich auf. Von dem Moment an durfte der Kampf der beiden Geschwister bis zur Entscheidung überall fortgeführt werden.

    Mit sorgenvoller Miene verfolgten viele Anhänger Adrianas das weitere Geschehen, wobei sich immer wieder die Ori-Kriegerin Larissa nach mir umschaute. Doch verbarg ich mich meist im Schatten oder suchte Deckung in den zahlreichen Stellen, wie uneinsehbare Spalten und Nischen welche diese Ruinen von Maranta mir boten.

    Mittlerweile dauerte das Duell zwischen Adriana und Darius ungefähr eine halbe Stunde. Die einwöchige Gefangenschaft machte sich bemerkbar, denn die junge Frau wurde langsamer. Ihr Bruder bemerkte diese Situation und nutzte jene rücksichtslos aus.

    Die Tochter der Orici erhielt von ihren Bruder einen schmerzhaften Streich mit dem Schwert quer über den linken Oberschenkel, der sofort böse zu bluten begann. Es war der traurige Beginn eines Martyriums. Denn mit jeder weiteren Wunde, die Adriana erlitt, wurde sie durch den einsetzenden Blutverlust zusehends schwächer und schwächer. Doch sie gab immer noch nicht auf.

    Aber Darius sah die Zeit für als gekommen an, endlich die Entscheidung zu suchen, wobei seine Angriffe immer härter wurden, die allesamt nun aber nur auf das Schwert von Adriana zielten. Viele vermuteten, dass er sie zunächst schwächen und dann entwaffnen wollte, bevor er zum tödlichen Schlag ausholen würde.

    Geschwächt vom Blutverlust sank Adriana in die Knie, die es aber erneut schaffte einen weiteren Schlag abzuwehren. Aber dabei hatte Darius mit aller Kraft ausgeholt und zugehauen, und scheinbar dies mit einer solchen Wucht, dass das Schwert seiner Gegnerin schließlich entzweibrach.

    Erschrocken davon wisperte Larissa daher: “Das ist doch einfach nicht möglich…”
    Doch anstatt sich geschlagen zu geben, hielt Adriana immer noch dagegen und wehrte sich weiterhin tapfer. Zunächst stieß sie ihren Bruder zurück, bevor sie in einen Bezirk eilte, wo wohl einst ein Tempel oder prächtiger Palast gestanden haben musste.
    “Das nützt Dir nichts! Du zögerst Deinen Tod nur um einige Minuten hinaus! Es ist nur eine Frage der Zeit Adriana!”, schrie Darius wütend auf, der seiner Schwester hinterher eilte.
    Derweil besah sich die Adjutantin des Cassius die abgebrochene Schwertspitze ihrer Herrin etwas genauer. Dann rannte Larissa zunächst schnell zu Eremitias, den sie um eine Anhörung bat: “Ich habe hier etwas Prior!“
    “Jetzt nicht! Die Entscheidung ist nahe!“
    “Aber meine Gebieterin wird betrogen! Ich bitte Euch daher, seht.“
    “Später!“, wiegelte der Glaubensbote der Ori die Kriegerin der Leibgarde ab, die dann sofort so schnell sie konnte weiter zu Jennifer rannte, um sie ebenfalls um Hilfe zu bitten.

    Kaum hatte Larissa dies getan, rannte sie auch schon wieder los. Den Schreien und dem Kampfgetümmel zu, wohin sie Adriana hatte rennen sehen.
    Dort schlug Darius wie ein Besessener auf seine Schwester ein, die sich immer noch so es ihr möglich war vor den Angriffen mit der verbliebenen Hälfte ihres Schwertes schützte. Leider waren diese Bemühungen, sowie ihr Mut vergebens, denn immer wieder wurden weitere Bruchstücke ihres Schwertes abgehauen.

    “Und nun liebste Schwester - lebe wohl! Ich empfehle Dich den Ori, zu denen ich Dich denn nun schicken werde!” kündigte Darius an, der zum finalen Schlag ausholte.
    “Los, knie nieder Adriana!”
    “Niemals Bruder! Du musst mir dabei schon in die Augen sehen!”
    “Wenn Du darauf bestehst… Das Resultat ist dasselbe!”

    Adriana schaute mit ihren dunklen und sanften Augen in die hellen und kalten von Darius. Dabei suchte sie nach Positiven und Guten, aber fand darin zu ihren Schrecken nur das abgrundtiefe Böse in dessen Blicken.

    Ihr Bruder holte noch ein wenig weiter aus, und schrie dabei: “Und jetzt: Stirb!”

    In derselben Sekunde hatte Larissa den Ort des Geschehens erreicht, die erleichtert eine Bewegung ganz in der Nähe der beiden kämpfenden Geschwister registriert hatte. Denn wie die Ori-Kriegerin auch, hatte ich ebenfalls aufmerksam im Verborgenen den gesamten Kampf verfolgt.

    Dazu bereit mein Versprechen einzulösen, sprang ich aus meiner Deckung hervor. Das Schwert von Darius prahlte ungebremst auf alle meine sechs ausgefahrenen Krallen.

    Davon überrascht brüllte mich der Sohn der Orici empört an: “Du wagst es!? Dann stirbst halt Du zuerst!”
    Abermals schwang er das Schwert. Und erneut hielt ich dagegen, haute sogar selber zu. Aber das Schwert blieb heil. Nur Funken waren zu sehen.
    ‘Es ist also aus Adamatium’, dachte ich, als es voll um uns vier herum wurde. Denn die anderen hatten ebenfalls den Ort des Geschehens erreicht.
    Voller Wut und Zorn schlug der Machthungrige erneut auf mich ein. Doch die wenigen Wunden, die er mir zufügte, verheilten zu seinem Entsetzen sofort wieder. Aber auch mir wurde die Sache zu bunt, weshalb ich auch aktiver wurde.
    Solange, bis eine Stimme laut: “HALT!”, befahl.


  14. #74
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    Danke an euch treue Leser sowie die Button-Drücker
    Heute folgt die letzte Folge in diesem Jahr
    Am 10.01.´21 geht es dann mit der 3. Staffel weiter
    Doch jetzt viel Vergnügen beim Lesen


    Odyssee
    Folge 3.12 - Die Zusammenkunft, Teil 2


    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Königreich Ecosines - Ebene und Ruinen von Maranta

    “Die göttliche Orici Adria!”, flüsterte Larissa ehrfürchtig, die ihren Kampfstab zu Boden sinken ließ und sich sofort anbetend zu Boden warf. Auch alle anderen Mitglieder der Leibgarde, der Prior Eremitias sowie alle anderen, die ebenfalls an die Ori, die Orici und somit der Lehre des Ursprungs glaubten, taten es der jungen Ori-Soldatin gleich.

    “O Mutter, Ihr seid hier! Es ist wirklich war! Ihr kommt gerade zur rechten Zeit um mit…”
    “Schweig - und tue nichts!”, gebot Adria ihrem Sohn, weil sie eine Bewegung bemerkt hatte. Die Orici wandte sich dann jener Person zu. Es war Larissa, die sich schnell wieder erhoben hatte, mit dem Ziel Darius wegen eines schlimmen Verrates anzuklagen. Dabei kniete sich die junge Frau sofort nieder, als sie einige Meter vor ihrem Ziel stehenblieb, da sie den Zorn von Adria fürchtete.

    Geduldig hörte die Orici dann aber dem Vorwurf zu, und als die Ori-Soldatin mit dem Vorbringen ihrer Anklage und den klaren Beweisen fertig war, schaute die Mutter ihren Sohn mit grimmiger Miene an.
    “Du Missetäter! Entwaffnet und ergreift ihn! Darius steht fortan unter Arrest!”, verfügte Adria, die dabei auf ihren Sohn deutete.
    Da sich die Soldaten der Leibgarde nur zögerlich näherten, zuckte ich nur kurz mit den Schultern, ehe ich mit der Faust zuschlug, worauf Darius schwer getroffen ausgeknockt zu Boden ging. Die Orici sah es genau, unternahm allerdings nichts, sondern wandte sich ihrer schwer verwundeten Tochter zu.

    Adriana hatte, wegen der jüngsten Erfahrungen und der akuten Schmerzen, Tränen in den Augen.
    “Die Zusammenkunft wird bald erneut beginnen mein liebes Kind! Der Gerechtigkeit halber wird dies geschehen, und zwar ohne Mogeleien!”, teilte sie allen mit, dabei berührte sie ihre Tochter ganz leicht um durch ihre Kraft deren Wunden zu heilen.
    Als sie dies getan hatte, erhob sie sich wieder und sagte erstaunt: “Es befinden sich Krieger und Menschen von der Erde unter euch! Wieso leben sie noch?”
    “Das würde ich gerne auch allzu gerne erfahren, meine erhabene und göttliche Gebieterin. Hauptmann Cassius, würdet Ihr es uns allen erklären”, murmelte Hauptmann Silon, der davon total überrumpelt sich prüfend umschaute.

    Die Adjutantin Larissa, die neben Adriana und mich getreten war, antwortete: “Sie sind, es mag seltsam klingen, unsere Freunde, die dabei mitgeholfen haben das Leben Eurer Tochter zu retten, sowie den heimtückischen Schwindel von Darius aufzudecken.”
    Als die junge Ori-Soldatin von der Leibgarde dies aussagte, kamen gerade Major Hailey, Lieutenant Bernstein und noch einige Amazonen herbeigeeilt, weil sie endlich gerade noch im rechten Moment das echte Schwert von Adriana im Zelt von Darius aufgespürt hatten.

    Besorgt schauten Adriana und ihre Soldatin drein, als Adria mit verschränkten Armen vor der Brust auf uns drei zuschritt. Etwa anderthalb Meter vor uns dreien blieb die Orici dann stehen, und fragte mich: “Warum hast Du es getan?”
    “Eine Eurer Ori-Soldatinnen, nämlich Larissa hat mich um meine Hilfe ersucht. Aus gutem Grund, wie wir alle erfahren haben.”
    “Ja, das weiß ich Wolfrino. Somit wirst auch Du als einziger verschont werden! Tötet die anderen sieben Menschen von der Erde!”, verkündete Adria hasserfüllt, die dabei den Soldatinnen und Soldaten ihrer Leibgarde ein Zeichen gab.
    Sofort wandte sich daher Veronika erschrocken und hilfesuchend an Adriana: “Bitte Schwester, das darf nicht sein. Egal was in der Vergangenheit vorgefallen ist, das musst Du verhindern!”

    Mit einer Geste unterband die Orici die Ausführung ihres Urteils, die sich mit ihrer Tochter, der Prinzessin der Amazonen und Hauptmann Cassius absonderte.


    1 Tag zuvor
    Ebene der ewigen Auseinandersetzung

    Sie konnte es immer deutlicher spüren. Es war ein ziemlich starker Zustrom von Energie, der sie in dieser Ebene der Existenz erreichte. Dieser durchströmte Adria immer mehr, was ihr eine enorme Macht und Kraft verlieh. Dabei war auch eine Kraft, die von einem Gebet stammte. Diese Präsenz war so stark, dass sich Adria darauf konzentrierte - und war ganz erstaunt, dass es sich dabei tatsächlich um ihre Tochter Adriana handelte.
    Dann geschah das bislang noch nie dagewesene und die Verbindung mit Ganos Lal alias Morgan La Fay war gebrochen. Weil dies geschah wurden beide genau in diesem Moment aus dieser Existenzebene herauskatapultiert.


    Pegasus-Galaxie
    Atlantis - Kontrollraum

    Für alle anwesenden und diensthabenden Personen kam es vollkommen unerwartet, als das Stargate zum Leben erwachte.
    “Was zur Hölle?!”, schimpfte Captain Laura Cadman erschrocken, die schnell den Schutzschild aktivierte. Doch da war es auch schon wieder vorbei.
    “Ich lasse eine System-Analyse laufen… vielleicht kommen wir dahinter, wer uns da angewählt hatte”, erklärte Doktor Radek Zelenka, der sofort einige Tasten am Computer betätigte um das von ihm angesprochene Programm zu starten.

    Dieser Vorgang dauerte nur wenige Minuten, so dass er: “Bestellen Sie Colonel Sheppard hier her!”
    “Wieso? Was ist denn los?”
    “Wir wurden von Proculis aus angewählt, Captain”, antwortete der Tscheche.


    Milchstraße

    Wohin es die beiden verschlagen hatte, konnten sie nicht sofort ermitteln. Aber eines war sofort offensichtlich: Ganos Lal alias Morgan La Fay war keine Aufgestiegene mehr, die sich ratlos umsah, und Adria hatte immer noch ihre flammende Gestalt. Etwas reduziert, aber sie war immer noch mächtig genug. Aber sie konnte die Nähe ihrer Rivalin nicht mehr spüren. In den Glauben sie ausgelöscht zu haben, begann die Orici zu erkunden, wo es sie selber hinverschlagen hatte.

    Mit Erstaunen stellte sie fest, dass sie sich in der Milchstraße, und zu ihrer großen Überraschung noch dazu im Planetensystem der Erde befand.

    Auf der Erde angelangt strebte sie sofort danach ihre Neugier zu stillen, und drang daher in Einrichtungen und Netzwerke, sowie in viele Bewusstseine ein. Adria war im Glauben unentdeckt zu sein. Doch dann spürte sie es: da waren ein paar gewaltige Präsenzen, die zu stark waren als es normale sterbliche Menschen hätte sein können, die ihre Gegenwart wahrgenommen hatten. Aus jenem Grund zog sie sich zurück, aber auch da sie genug Informationen hatte sammeln können.
    Daher beschloss sie sich so schnell es ging zu der Welt zu reisen, wo sie ihre engsten Vertrauten entsandt hatte, und um zu erfahren was aus ihren Plänen geworden war.


    Andromeda-Galaxie
    Orbit von Heraclia

    Als sie in dieser Galaxie angekommen war, spürte sie die Energie der vielen Menschen, die sie verehrten noch um einiges stärker. Aber da war noch etwas anderes, was sie entdeckte ein gewaltiges Schiff befand sich im Orbit des Planeten, wo sich ihre Getreuen aufhielten. Von solch einer Bauart war ihr noch keines untergekommen.
    Und da ihr Potential beinahe grenzenlos war, konnte sie auch die dortigen Informationen in nur wenigen Sekunden in sich aufnehmen.
    Doch wurde sie mehr als nur zornig als sie dadurch erfuhr dass sich ihre alten Erzfeinde, nämlich viele Menschen von der Erde tatsächlich hier in diesem Teil des Universums und sogar auf jenem Kriegsschiff aufhielten.

    Heraclia
    Ebene von Maranta

    Sie tauchte gerade in dem Moment auf als die Zusammenkunft zwischen ihren beiden Kindern begann. Doch hielt sich die Orici Adria noch im Verborgenen, bis sie dann doch einschritt, weil sich zu ihrer Verwunderung ein Krieger der Erde in das Duell zu Gunsten ihrer Tochter eingemischt hatte.


    Gegenwart

    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Ebene von Maranta

    Nur mit viel Mühe konnte sich die Orici beherrschen, da sie aus ihrer Sicht und Erfahrung aus guten Gründen die Erde und ihrer rebellischen Bewohner hasste. Diese tiefe Form der Abneigung brachte sie auch sehr deutlich verbal zum Ausdruck.
    Wegen dieser heftigen Reaktion ihrer Mutter, wandte sich Adriana erneut nun aber unter Tränen an sie, um sie zu überzeugen: “Das dürfen wir nicht tun. Bitte. Bitte Mutter. Als die Göttliche muss man doch auch gegenüber seinen Feinden barmherzig sein. Wir sollten auch die Leben der Begleiter von Jonathan Martin, den man Wolfrino nennt, verschonen. Außerdem sollten wir nicht den Pfad einschlagen, den Darius genommen hat und die Lehre des Ursprungs mit Gewalt bei den Menschen verbreiten und durchsetzen… denn… denn der wahre Glaube kommt… kommt doch nur… aus dem tiefsten Innern der Menschen. Bitte Mutter.”

    Erstaunt schaute die Orici Adria ihre Tochter an, deren Rede und Wortwahl sie zutiefst beeindruckte. Aber auch der Prior Eremitias schaute überrascht drein, dem so langsam klar wurde dass er diese junge Frau falsch eingeschätzt hatte, und vollkommen sprachlos sich umschaute.
    Ganz im Gegensatz zu Adria, die deswegen letztendlich entschied und allen verkündete: “Nun gut. Es soll so sein! Vorerst zumindest, denn die Zusammenkunft wird in 3 Tagen erneut beginnen! Dann wird sich alles entscheiden, mit der Voraussetzung, dass Du aus der Zusammenkunft als Siegerin hervorgehst. Wenn dem so ist, werde ich der Bitte meiner Tochter Adriana stattgeben, aber nur unter der Bedingung, dass fortan die Lehre des Ursprungs überall verbreitet werden darf, auch auf der Erde! Sowie unter der Voraussetzung, dass ich von allen Gläubigen als Göttin angebetet und verehrt werde! Doch bis dahin sind die Krieger von der Erde und auch ihre Verbündeten zunächst einmal fürs Erste unsere Gäste!”


    Milchstraße
    Erde
    USA, New York - Westchester

    Zum ersten Mal überhaupt, das war Jack O’Neill bewusst, war er in der Schule von Professor Charles Xavier zu Gast. Interessiert sah er sich um. Er verließ nur selten das Homeworld Command, das seit geraumer Zeit schon im Cheyenne Mountain Complex beheimatet war.
    Im Eingangsbereich wurde er von Storm und Jean empfangen, die ihn zu Charles bringen sollten. Jack stellte fest dass er als Militär von den meisten in diesem Gebäude kritisch beäugt wurde.
    “General O’Neill. Ich freue mich, dass Sie so kurzfristig kommen konnten. Bitte nehmen Sie doch Platz. Danke Storm, du darfst natürlich wieder gehen.”
    “Danke für die Einladung. Gab mir die günstige Gelegenheit aus dem Berg mal wieder herauszukommen und dem Papierkram zu entfliehen”, sagte Jack, der sich in einen der Stühle, vor dem Schreibtisch im Arbeitszimmer des Professors, niederließ.

    Als Storm den Raum verlassen hatte, berichteten Jean Grey und Charles Xavier von ihrer Beobachtung.
    Nachdem beide dann damit fertig waren, bekam Jack O’Neill deswegen mehr als nur ein ungutes Gefühl bei der Geschichte.
    “Puh. Also… hört sich ziemlich bedrohlich an”, murmelte der General, “dann sind wohl vermutlich unsere schlimmsten Befürchtungen doch wahr geworden.”
    “Es geht um eine Mission…”, begann Jack, der aber unterbrochen wurde.
    “Ist schon gut, General O’Neill. Ich erinnere mich daran. Es geht um den Einsatz in der Galaxie der Ori, beziehungsweise der Alteraner, wo man es geschafft hat die Bedrohung durch die Ori erfolgreich zu beenden, indem man die Lade der Wahrheit einsetzen konnte, um damit die Macht der Orici Adria soweit zu schwächen, das eine andere Macht aus einer höheren Ebene der Existenz eingreifen konnte. Dadurch wurden diese beiden dann auf eine andere Ebene gezogen.”
    “Genauso war es, Professor Xavier”, nickte O’Neill.

    Kurz darauf läutete das Mobiltelefon des Leiters des Homeworld Command.
    “O bitte um Verzeihung. Ich dachte, ich hätte den Störenfried auf lautlos gestellt… Mist die SGCB. Hier ist O’Neill! Was ist los, Hank?”
    “Ich weiß, Du willst es nicht hören… aber wir haben schlechte Neuigkeiten Jack. Colonel Sheppard ist um einer Spur nachzugehen auf den Planeten Proculis gereist. Dort traf er sich mit dieser Chaya Sar, die man dort auch als Athar kennt. Diese Antikerin hatte dann eine böse Nachricht für ihn, nämlich das Adria wieder frei ist…”
    “Dann geht also das Theater wieder von vorne los?!”
    “…aber noch etwas. Mönche von Proculis haben in einem Wald eine weitere Bekannte gefunden. Raten Sie mal, Jack.”
    “Keinen Schimmer.”
    “Morgan La Fay. Aber sie ist keine Aufgestiegene mehr.”


    3 Tage später
    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Ebene von Maranta

    Wie es angekündigt worden war, geschah es dann auch: Unter der persönlichen Aufsicht von der Orici Adria wurde die Zusammenkunft der beiden Kinder von ihr erneut eröffnet.

    Zu Beginn, wie auch bei der ersten Begegnung 3 Tage zuvor, war das Duell zwischen Adriana und Darius ausgeglichen.

    Was aber der junge Mann nicht wusste, dass es dieses Mal seine einige Minuten ältere Schwester war, die mit ihm spielte. Doch dabei blieb sie stets auf der Hut, und es schien so als hätte Darius aus der letzten Begegnung etwas an Kampferfahrung dazugelernt.

    Doch am heutigen Tage waren alle Chancen gleichermaßen verteilt, denn Adriana führte ihr eigenes und somit echtes Schwert sowie auch Darius es nicht geschafft hatte sich wieder heimlich seines Amulettes zu bemächtigen, um jenes erneut verborgen unter seiner Rüstung zu tragen.

    So kam es, wie es zu vermuten war. Im Verlaufe des Kampfes blieben gegenseitige leicht gesetzte Stiche und Schnitte nicht aus, doch waren die von Adriana im Vergleich was sie Darius zufügte nur leichte Kratzer.
    Langsam aber sicher übernahm die junge Frau die Kontrolle bei diesem Duell, wobei sie aber letztendlich auf ihre Erfahrung bauen konnte. Bei dem jungen Mann hingegen machten sich immer mehr große Nervosität, Angst und Wut breit einem Gegner gegenüberzustehen, welcher ihm mehr als nur klar überlegen war. Diese Kombination war für Darius nicht von Vorteil, denn er verlor immer mehr an Boden und seine Vorgehensweise offenbarte Adriana klare Schwächen.

    Seine Wut und sein Zorn brachten ihn aus dem Gleichgewicht und raubten ihm den Stand. Das Gelände auf dem sie aktuell gerade miteinander fochten war steil und steinig. Bei einer weiteren Attacke sah sich Darius im Vorteil, da er oben stand. Aber er unterschätzte vollkommen seine Stosskraft. Ein tödlicher Fehler, denn Adriana wich geschmeidig aus und schlug mit voller Kraft auf die Armschienen ihres Bruders. Darius schrie erschrocken auf, und er ließ sein Schwert zu Boden fallen. Somit war der junge Mann entwaffnet und tödlich verwundbar. Es wieder aufheben konnte er nicht, weil ihm seine Schwester die Klinge ihres Schwertes an die Kehle drückte.
    “Na los, Schwester!”, verlangte er.
    “Nein! Ich bin nicht wie Du!”, zischte die junge Frau angewidert, die ihre angestaute Wut gut im Zaum hielt.

    Keiner wusste mehr genau wie viel Zeit eigentlich vergangen war, und wie lange die beiden in dieser Position verharrten ohne das etwas geschah.

    Es war Adria, die der vermeidlichen Siegerin ins Gedächtnis rief, worum es eigentlich ging: “Wie lange wartest Du noch? Töte ihn, Tochter Adriana!”
    Die junge Frau drehte ihren Kopf etwas, nur so weit dass sie die Orici ein wenig sehen konnte, und erwiderte: “Ich kann es nicht tun, Mutter. Er mag ein Verbrecher sein, aber er ist immer noch mein Bruder. Ich kann ihn nicht töten. Ich kann es nicht. Mein Wunsch ist es, dass er dorthin verbannt wird von wo es keinerlei Rückkehr gibt.”

    “Wenn das Dein Wunsch ist, soll es so sein! Ergreift ihn und legt ihn in schwere Ketten!”, befahl Adria, die damit einverstanden schien.

    “Ich… ich werde mich an Dir rächen. Hörst du mir zu, Schwester? Eines Tages werde ich… He! Ihr verdammten Verräter!”, fluchte, schimpfte und schwor Darius, als er von einigen Kriegern der Leibgarde hart gepackt und gefesselt wurde, bevor man ihn dann fortführte.

    “Hauptmann Cassius und Hauptmann Silon! Ihr untersteht nun wieder beide, sowohl meinem und auch dem Kommando meiner Tochter Adriana!”
    “Jawohl, o göttliche Orici”, bestätigten die beiden Anführer der Leibgarde zusammen.

    Später trat Adria an die Ori-Soldatin Larissa heran.
    “Ist alles in Ordnung, Kind?”
    “Göttliche Orici”, sagte die junge Frau, die sofort ehrfürchtig niederkniete.
    “Erhebe dich wieder. Bitte. Ich will mit Dir reden. Du hältst nicht viel von dem Wunsch meiner Tochter Darius zu verbannen und somit sein Leben zu schonen, nicht wahr?”
    “Nein, meine Göttin. Aber ich respektiere ihn.”
    “Die Sache ist nur die: Ich nicht. Denn er ist eine Gefahr für den Frieden, den ich möchte sowie die Ziele meiner Pläne. Vor allem wenn er es schaffen könnte wieder vom Ort seiner Verbannung zurückzukehren. Darum will ich, dass Du, ihn, meinen Sohn Darius tötest!”
    “Was?”
    “Ich weiß sehr genau, dass Du ihn wegen seiner heimtückischen Tat hasst”, wusste Adria.
    “Aber, wie kann ich da nur meiner Herrin noch in die Augen sehen, wenn ich es getan habe?”
    “Du wirst mir und somit dem Pfad des Ursprungs woanders dienen! Also wirst Du meinen Sohn Darius töten, es ist ein Befehl Deiner Göttin! Führe ihn also aus!”

    Gehorchend nickte Larissa, da sie wusste dass sie sich ihrer Göttin nicht widersetzen durfte, musste sie ihren Befehl Folgeleisten und auf ihren Schutz vertrauen.

    In der folgenden Nacht war die Gelegenheit da, und die junge Ori-Soldatin schlich sich in das Zelt wo Darius gefangen gehalten wurde. Damit der Verdacht nicht auf jemanden von der Leibgarde fallen konnte, hatte sich Larissa dazu entschieden ihr Schwert für die Tat zu verwenden.
    “Sohn der Orici, ich will mit euch sprechen”, flüsterte Larissa leise.
    “Ihr habt alle euren Gebieter verraten”, brummte Darius, “aber ja. Worum geht es?”
    Die Ori-Soldatin stand etwa einen halben Meter vor dem Käfig, dabei hielt sie ihr bereits gezogenes Schwert hinter ihren Körper verborgen, und wartete bis der Gefangene, der an Händen und Füßen mit Ketten gefesselt war, vor ihr stand.

    “Also. Was ist nun? Worüber will eine Verräterin mit mir schon reden?”
    “Darüber”, zischte Larissa, die mit dem Schwert kraftvoll ausholte und es Darius genau in die Brust stieß, wo sich das Herz befand, “nämlich, dass ihr von eurer Mutter, der göttlichen Orici zum Tode durch meine Hand verurteilt worden seid!”


  15. #75
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    Danke an alle stillen und treuen Leser sowie an die Buttodrücker
    Heute gibt es das erste Kapitel im Jahre 2021.
    Viel Lesevergnügen

    Odyssee
    Folge 3.13 Die neue Weltreligion

    Andromeda-Galaxie
    Heraclia
    Ebene von Maranta

    Der Moment war also gekommen und die Orici musste das Versprechen, welches sie ihrer Tochter gegeben hatte, einlösen. Sie musste es tun, obwohl ihr der Gedanke daran absolut missfiel, denn nur allzu gerne hätte sie den ersten großen Schritt der Rache an ihren absoluten Erzfeind neben den Antikern vollzogen. Aber sie konnte es nicht, da sie es vor Zeugen zugesichert hatte zu verhandeln.

    “Gut, dass ihr gekommen seid. Ihr seid zwar meine ehemaligen Feinde, doch werden wir nun miteinander verhandeln. Aber seid gewiss, dass es Dinge gibt, die ich haben will! Bekomme ich sie nicht, gibt es keine Vereinbarung! Keine Vereinbarung und Ihr werdet die ersten Opfer sein, die es im erneuten Kreuzzug gegen Euch Ungläubige geben wird!”, erklärte und warnte Adria sogleich zu Beginn, als man die wartenden Delegationen von der Andromeda-Expedition und den Überlebenden der Zwölf Kolonien von Kobol sowie den Abgesandten der Luzianischen Allianz zu ihr geführt hatte.

    Während des ersten Sondierungsgespräches lächelte die Orici kurz in die versammelte Runde, denn sie hatte die Ankunft der Electra-Flotte wahrgenommen. Die Menschen von der Erde und die Tok’ra Anise/Freya waren natürlich von der klaren Forderung von welcher alles abhing, insbesondere von der wieder aufgetauchten und erneut mächtig gewordenen Adria ziemlich geschockt. Die Delegation der Kolonien von Kobol sahen die Dinge etwas anders, da sie nicht unmittelbar von dem Konflikt bedroht waren. Auch der Vertreter der Luzianischen Allianz, Batos Nanes, wirkte entspannt, weil er somit ein Druckmittel gegen die Menschen von der Erde sowie die ebenfalls konkurriende Freie-Jaffa-Nation hatte.

    Doch schließlich war sich Miss Shen sicher die Last der Entscheidung war zu groß, denn sie sagte: “Ich… ich kann es nicht alleine entscheiden! Denn die Bedeutung davon ist für die Erde zu groß und die Folgen für alle Menschen dort sind dafür nicht absehbar. Darum wäre es von Vorteil, dies den beiden wichtigsten Gremien, nämlich der UN und dem IOA vorzutragen.”
    “Sie sind ja ganz blass, meine Teuerste. Aber ja doch, dann tun Sie das bitte”, wünschte Adria.
    “Und wie stellen Sie sich das vor? Wir benötigen ein Stargate um dies zu ermöglichen”, erinnerte Major Hailey mit ruhiger Stimme.
    “Dann ist es sehr gut für Euch, dass ich, die große und mächtige Göttin hier ist, um den Weg dorthin zu weisen. Denn ich weiß, wo das nächste Sternenportal ist”, antwortete Adria sofort.

    Nach einigen weiteren Minuten vertagte man sich auf später, da auch die Vertretung von den Kolonien Kobols sich Bedenkzeit in dieser Thematik erbat. Voller Großmut gestand die Orici ihnen allen diese zu.

    Mit sehr schnellen Schritten verließ Miss Shen das Zelt. Draußen angelangt erhielt auch sie die Neuigkeit, dass nach langer und mühsamer Suche die Flotte der Electra wieder zu dem Flaggschiff gefunden hatte.

    Orbit von Heraclia
    Battlestar Electra

    Sofort kurz nach ihrer Rückkehr auf den Kolonialen Kampfstern suchte die Leiterin der Andromeda-Expedition die Unterstützung von Admiral Diana McBride. Da diese ebenfalls bei den Verhandlungen dabei gewesen war, reagierte sie ein wenig überrascht und fragte ein wenig bedrückt: “Wollen Sie uns etwa alle wieder verlassen?”
    “Nein! Nicht für immer. Nur kurz, denn ich muss die Führung meiner Heimatwelt von diesem Treffen mit der Orici Adria berichten. Tue ich es nicht, werden alle außer Wolfrino und ein paar wenige weitere Mitglieder aus meinem Team getötet werden.”
    “Ich verstehe ihr Dilemma, da ich dabei war. Und weil es für Sie und die anderen wichtig ist, werde ich soviel zur Unterstützung tun, wie es nur irgendwie geht. Außerdem möchte ich mir dieses Artefakt mal in natura ansehen”, erklärte Diana McBride, in der der gute Gedanke gekommen war eine weitere diplomatische Gesandtschaft zusammenzustellen, die Beziehungen zur Erde aufnehmen sollte.


    Milchstraße
    Mars
    Stargate Command Base

    Verständlicherweise herrschte auf dem gesamten Stützpunkt etwas Verunsicherung, da man niemand anderes, als die Orici Adria für einen wichtigen Gipfel erwartete.
    Doch General Hank Landry wusste sich sofort zu helfen und bat Vala und Tomin sowie weitere Vertreter aus der alten Heimatgalaxie der Ori um Hilfe, natürlich auch zum Beweis, dass wirklich Frieden eingekehrt war. Alle angefragten Personen sagten sofort zu, da allen bewusst war, was vielleicht im gesamten Universum auf dem Spiel stand.

    Stargate-Raum

    Direkt vor dem Sternentor wartete das Empfangskomitee auf die zu erwartenden Gäste sowie auf die Rückkehrer. Man spürte dort unten regelrecht die Blicke, die von oben aus dem Kontrollraum auf alle lasteten, wo Chief Master Sergeant Walter Harriman stets die Uhr und den Zeitplan im Blick behielt.
    Schließlich war der Augenblick gekommen und aus den Lautsprechern war seine Stimme zu vernehmen, die vermeldete: “Achtung! Achtung! Alle sofort auf ihre Posten! Ankunft am Sternentor!”
    Kaum war die Ansage ausgesprochen, begann sich der innere Ring des Sternentores zu drehen.
    Es dauerte ein paar Minuten bis acht der neun Klammern eingerastet waren, sich das Wurmloch geöffnet und sich der blau schimmernde Ereignishorizont gebildet hatte.

    Abermals verstrich etwas Zeit, die vielen wie Stunden vorkommen musste, bevor in der zuvor von Adria gewünschten Reihenfolge die Leute durch das Stargate auf dem Mars eintrafen.

    Nicht nur Miss Shen, sondern auch alle anderen hofften so schnell und sauber, wie nur irgendwie möglich eine Übereinkunft zu erzielen und somit einen erneuten Konflikt mit Adria zu vermeiden und die vielen Leben der Andromeda-Expedition zu retten.

    Großer Konferenzsaal

    “Mutter. Tomin. Wie schön euch beide wiederzusehen”, versicherte Adria als sie den Saal in Begleitung betreten hatte. Sofort fiel einer der Vertreter, der neben Vala stand der Orici anbetend zu Füßen: “Ich habe es gewusst! Anbetung und Ehre sind Euch immer gewiss, o große Orici!”
    “Steht wieder auf, mein Freund!”, gebot sie dem Mann, der die Fraktion vertrat, die nach wie vor dem Pfad des Ursprungs folgte und die die Orici Adria weiterhin als Göttin anerkannte sowie anbetete. Deren Blick fiel nicht rein zufällig auf Doktor Daniel Jackson, aber sie registrierte vollkommen zufrieden, dass sehr viele zu diesem wichtigen Gipfel erschienen waren, die entscheidenden Einfluss haben würden.

    Zudem wurde Adria von Hauptmann Cassius, seiner Adjutantin Larissa und noch vier weiteren Angehörigen ihrer Leibgarde begleitet.

    Als alle ihre Plätze eingenommen hatten, wurden zunächst noch einmal die aktuellen Themenpunkte vorgestellt, wobei es aber nur bei der Forderung der Orici, und auch über die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen der Überlebenden von den Kolonien von Kobol blieb.

    “…von dieser Variante Nutzen zu ziehen, haben mich meine Tochter Adriana und die
    Kriegerin Larissa überzeugt. Aber auch Doktor Daniel Jackson hat einen gewissen Anteil daran, diesen Weg einzuschlagen”, erklärte Adria, die ihre Forderung und die mögliche Lösung des drohenden Konfliktes vorgetragen hatte.

    “Na schön. Ich will das noch einmal kurz zusammenfassen. Äh, Sie wollen also von uns, dass wir es gestatten ihren Prioren auf der Erde herumzulaufen und hier ihre Lehre zu verbreiten? Dabei ausgestattet mit diesen außernatürlichen Fähigkeiten?”, fragte General Jack O’Neill irritiert nach.

    Daraufhin lächelte kurz Adria, ehe sie antwortete: “Irgendwie muss ja schließlich der Glaube bei den Unwissenden verkündet werden.”
    “Andernfalls, werden viele aus unserem Team in der Andromeda-Galaxie getötet, nicht wahr?”, hakte der russische IOA-Delegierte nach, der sich Sorgen um seine gefährdeten Landsleute machte.
    Dieses Mal übernahm Larissa die Antwort und erklärte: “Nach großen Flehen und Bitten von der Tochter der Orici, der Amazonenprinzessin Veronika und auch von mir, konnten wir dieses drohende Schicksal für etwa die Hälfte dieser Leute abwenden.”
    “Wie es für den Rest ausgeht, hängt allein von eurer weisen Wahl ab”, erinnerte Adria abermals.

    Eine lange Pause entstand, und schließlich brach Daniel Jackson die eingetretene Stille und schlussfolgerte säuerlich: “Dann sieht es wohl leider so aus, als ob wir uns darauf einlassen müssen… Adria! Es gibt aber Länder auf dieser Welt, die es ablehnen werden überhaupt einen Prior zu gestatten den Boden ihres Landes zu betreten, und dort deine Lehre zu verbreiten.”
    Als er dies sagte, schien sich die Angesprochene an seiner Aussage nicht zu stören, denn er blickte ein triumphierendes Gesicht.
    Schnell ergänzte daher das langjährige SG-1-Mitglied: “Doch auch wir selber haben einige wichtige Bedingungen. Also Vertragspunkte, die als Säulen für diese Vereinbarung dienen sollen, damit unsere eigene Sicherheit sowie die unserer Freunde und Verbündeten weiterhin gewährleistet ist.”
    “Selbstverständlich”, ließ die Orici vernehmen, die dabei nach wie vor gütig lächelte, “aber ich muss nach Celestis zurückkehren, um meinen immer noch treuen Gläubigen zu beweisen, dass ihre große und einzigwahre Göttin sie nie verlassen hat und immer noch da ist.”

    Während sie dies verlauten ließ, schaute sie in die besorgten Gesichter, weswegen sie nur kurz beherzt auflachte und sofort alle dann doch beruhigte: “Keine Sorge. Ich werde mich daran halten, was ich zusichere. Es sei denn, meine Gläubigen oder die Priore werden verfolgt, misshandelt und ermordet! In diesen Fällen würde ich ohne zu zögern umgehend aktiv werden! Aber ich gehe davon aus, dass dies nicht nötig sein wird - denn soviel ich weiß, gibt es in vielen Ländern auf der Erde so etwas wie Religionsfreiheit, die größtenteils auch gesetzlich verankert worden ist…”

    Beinahe von allen unbemerkt hatte es an der verschlossenen Tür geklopft. Diese wurde nur kurz geöffnet, damit eine wichtige Akte hereingereicht werden konnte. Nachdem dies geschehen war, wurde die Tür wieder verschlossen.

    Dieses darin enthaltene Dokument wurde an Miss Shen weitergereicht, die den Inhalt schnell überflog, ehe sie darum bat sprechen zu dürfen, um es allen mitzuteilen, was darin enthalten war: “Verehrte Ladies and Gentlemen, soeben kam diese Botschaft über die neuesten Entwicklungen herein. Der erste Punkt betrifft die Freie-Jaffa-Nation, die wie nicht anders zu erwarten skeptisch ist, was die Orici betrifft - es aber ihren Volk freistellt, ob es den Pfad des Ursprungs und Adria als Göttin folgen möchte. Und auch die Luzianische Allianz ist nach den ersten Erkenntnissen derselben Meinung. Zumindest die Fraktionen zu denen wir Kontakt haben. Und… ganz zum Schluss ist hier der erste Beschluss der Vereinten Nationen, die eine erste Abstimmung abgehalten haben…”

    Die Leiterin der Andromeda-Expedition hielt inne, das Dokument zitterte nicht nur in ihren Händen, sondern auch die Frau schien zu beben. Daniel Jackson, der dies nicht als einziger bemerkte, bat im ruhigen Ton: “Aha. Los sagen sie es uns und spannen sie uns bitte nicht länger auf die Folter. Xiaoyi?”
    “O ja. Ich bitte alle Anwesenden vielmals um Entschuldigung. Laut diesen Zeilen hier, hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschlossen den Antrag mit dem vorgelegten Entwurf der Vereinbarung anzunehmen. Aber nur die Länder, in denen das Recht auf Religionsfreiheit gilt sowie von denen welche Staatsangehörige haben, deren Leben bedroht sind, wird dies umgesetzt werden. Es werden, wie schon von Doktor Jackson angesprochen, weitreichende Garantien für alle Nationen der Erde verlangt.”

    “Wenn das so ist, möchte ich vor diesen Rat der Vereinten Nationen und dem des IOA sprechen”, erklärte Adria sofort, kurz nachdem Xiaoyi das Papier auf den Tisch abgelegt hatte.
    Jack sah sich kurz um, und fragte nur: “Sind Sie irre?”
    “Ihr solltet froh darüber sein, dass ich euch frage, und es nicht einfach tue. Wer oder was sollte mich schon daran hindern können, dies einfach durchzuführen”, antwortete die Orici, die mehr als nur gutgelaunt über die Entwicklung der Ereignisse war. “Als Gegenleistung könnte ich Euch natürlich ab und an helfen. Natürlich nur, wenn ihr meine Gläubigen in all Eure Unternehmungen mit einbezieht und nicht intoleranterweise davon ausgrenzt.”

    “Wir müssten dafür zunächst einmal einen Antrag bei den Vereinten Nationen stellen, nicht wahr?”, fragte Daniel Jackson an den anwesenden Vertreter der UN, der nur kurz nickte.
    “Vielleicht wäre es auch eine Lösung das IOA einzuladen, dann könnte die Orici simultan vor beiden Institutionen sprechen”, schlug Miss Shen vor, die das schmerzhafte Thema endlich beenden wollte.


    Milchstraße
    Mars
    Stargate Command Base - Freizeitraum 4

    Seit dem Beschluss und der damit erzielten Vereinbarung, die Adria angestrebt hatte, war bereits über eine Woche vergangen. In diesem Zeitraum hatte ich nur für etwa drei Tage Zeit gehabt, Familie und Freunde auf der Erde aufzusuchen. Die große Auswahl an den Tageszeitungen hatte ich kopfschüttelnd beiseite gelegt, die nun wieder auf den Tisch ihren Platz gefunden hatten.

    Es stand seit zwei Tagen immer noch auf den Titelseiten jeder Zeitung auf der Erde, egal ob sie klein oder groß war. Es drehte sich nur noch überwiegend um die neue Weltreligion, die allen seitdem als die ,,Lehre des Pfades des Ursprungs’’ bekannt geworden war. Die neuesten Zahlen waren für viele sehr erschreckend, denn viele wandten sich dieser neuen Lehre bereits zu. Wobei es natürlich viele aus Trotz und Unzufriedenheit gegenüber der etablierten Systeme und anderen Religionen taten, von welchen sie massiv enttäuscht worden waren.

    Aber auch in den Medien und den sozialen Netzwerken gab es viele Diskussionen über die Orici und ihre Anhänger, was auch die Ankunft der ersten Priore auf der Erde, die von Adria beauftragt worden waren die Botschaft zu verkünden, betraf. Der Ansturm zu den ersten sogenannten Verkündigungen und Offenbarungen waren dennoch für die meisten Menschen der Erde beängstigend. Doch waren sehr viele einfach nur neugierig geworden und wollten sich in aller erster Linie nur über diese neue Weltreligion informieren.
    Doch der Drang etwas Neues auszuprobieren, war dennoch für viele immer noch groß genug. So groß, dass die ersten kleinen Gemeinden in einigen wenigen Ländern auf der Erde schon nach wenigen Tagen gegründet worden waren.

    Um mich zu zerstreuen und abzulenken, spielte ich schon seit etwa einer Stunde Dart mit mir selber.
    “Och, so ein verfluchter Mist! Das darf doch nicht wahr sein. Drei Würfe und alle nicht dahin, wo sie eigentlich hin sollten.”
    “Ach, hier bist Du! Hm, was tust Du hier?”
    “Hallo Larissa. Ich spiele ein wenig Dart - mit mir selber. Was ist denn los?”
    “Meine Göttin - Adria - schickt mich, sie will mit Dir sprechen.”
    “Ist ja sehr interessant. Und, um was will sie mit mir sprechen?”
    “Wurde mir nicht offenbart. Ich weiß nur, dass an diesem Gespräch noch einige weitere Personen teilnehmen werden.”
    “Gut. Aber konvertieren werde ich nicht, damit das schon einmal klar ist!”
    “Nicht so bissig, bitte. Das verlangt ja auch niemand. Jeden das Seine. Bis zu diesem Gespräch dauert es noch eine gewisse Zeit… Darf ich es auch mal versuchen?”
    “Okay. Wenn Du magst”, nickte ich, worauf ich der jungen Frau drei Dartpfeile reichte und ihr die Regeln erklärte.
    “…das sind also die Regeln. Habe alles verstanden, womit einem Spiel nichts mehr im Wege steht, Wolfrino.”
    “Von mir aus. Wie lange noch?”
    “Ich schau mal kurz auf die Uhr dort. Moment. Etwa eine Stunde.”

    “Gut. Dann fang mal an Larissa.”
    Mit einem entspannten Lächeln im Gesicht trat die Frau an die Linie heran um die Partie zu eröffnen.

    Wir beiden merkten gar nicht wie schnell die Zeit verging, aber schließlich war das Spiel vorbei.

    “Das gibt es doch gar nicht!”
    “Tja, mein Freund. Nicht schlecht, oder?”
    “Kann man wirklich so sagen. Du hast immer das getroffen, was die meisten Punkte oder vonnöten war, um letztendlich zu gewinnen. Hast wirklich ein gutes Händchen.”
    “So bezeichnet man es also hier auf der Erde, wenn jemand sehr geschickt ist?”
    “Ganz genau. Und der Blick auf die Uhr sagt, dass es an der Zeit ist sich auf den Weg zu machen. Also los!”
    “He! Warte doch auf mich Wolfrino!”


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