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Thema: [W13] Inventur

  1. #1
    Leitung: Forum Avatar von Redlum49
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    Standard [W13] Inventur

    Titel: Inventur
    Fandom: Warehouse 13
    Rating: G
    Anmerkung: Geschrieben für die zweite Runde des FF.de-Wettbewerbs Wörterwirbel von Panayota in der Gruppe Anspruchsvoll. Vorgabe war einen One-Shot zu schreiben, in welchem folgende vier Oxymora (widersprüchliche Verknüpfung zweier Begriffe) genau einmal unverändert vorkommen:

    • stummer Schrei
    • ehemalige Zukunft
    • bittersüß
    • Friedenskämpfer

    Außerdem war ein Wortlimit von maximal 1550 Wörtern (inklusive Toleranzgrenze) einzuhalten.
    Wörter (laut ausschlaggebendem woerterzaehlen.de): 914




    ~~~<O>~~~



    „Ich verstehe einfach nicht, wieso wir die Buchabteilung abbekommen haben und die anderen die ganzen coolen Dinge inventariere… inventuie… in Listen eintragen dürfen“, meinte Pete, zog ein weiteres Buch aus dem riesigen Bücherregal vor sich, blies den Staub ab, las den Titel drauf und machte ein weiteres Häckchen auf seiner langen Liste.

    Im Warehouse stand die alljährliche Inventur an. Zwar waren alle Artefakte auch fein säuberlich in den Comuterdatenbanken abgespeichert, aber hin und wieder entwickelten ein paar von ihnen ein Eigenleben oder verschwanden auf mysteriöse Weise von ihren Plätzen. Artie bestand deshalb darauf, regelmäßig zu überprüfen, ob alle eingesammelten Artefakte noch an den richtigen Orten, sowie im gewünschten Zustand lagerten.

    „Du meinst so coole Orte wie die Sportabteilung?“, fragte Claudia und kreuzte ihrerseits ein Buch auf ihrer Liste ab.

    „Ja genau“, nickte Pete. „Wieso will Artie, dass Myka da nach dem rechten sieht? Die Buchabteilung ist genau wie für sie geschaffen. Das wäre ihr Element.“

    Claudia drehte sich zu Pete um und zog eine Augenbraue nach oben. „Vielleicht wollte Artie ja nicht unbedingt, dass Myka die Sportabteilung übernimmt, sondern lediglich dass du die Buchabteilung bekommst? Und sie ist dann eben für die Sportabteilung übrig geblieben?“

    „Wieso sollte Artie so etwas wollen?“

    „Weil man mit artefaktischen Büchern vermutlich nicht so viel anstellen kann wie mit artefaktischen Sportutensilien?“ Claudia zog ein weiteres Buch aus dem Bücherregal und verglich es mit ihrer Liste.

    „Oh“, meinte Pete. „Du meinst es geht immer noch um Fritz-Fridolin den Friedenskämpfer, den ich letzte Woche versehentlich heraufbeschworen habe?“

    „Der hat immerhin ganz schön Chaos angerichtet“, erinnerte ihn Claudia.

    „He, ich hatte die Situation nach einer halben Stunde im Griff!“

    „Indem du vier weitere Artefakte eingesetzt hast! Der Zauberinenspiegel ist zerbrochen, die Christopherusmedaille in einen mikroskopisch langsamen, aber nicht aufzuhaltenden Schmelzzustand übergegangen und Eisenhowers Chipstüte ist mit Fritz-Fridolin wahrscheinlich gerade irgendwo zwischen Mars und Jupiter angelangt.“

    „Aber Beckers Tennisschläger ist wieder an seinem Platz“, wandte Pete ein. „Unversehrt.“ Er runzelte die Stirn. „He, wieso bist du eigentlich hier? Was hast du angestellt, dass Artie dich hierher strafversetzt hat?“

    „Ich habe nichts angestellt!“, entgegnete Claudia entschieden. „Ich …“, sie stockte um zu überlegen, wie sie Pete schonend beibringen konnte, dass Artie sie als Aufsichtsperson für ihn eingeteilt hatte. Artefaktische Bücher waren in Kombination mit einem Lesemuffel wie Pete zwar nicht so gefährlich, wie die anderen Dinge, welche im Warehouse gelagert wurden, aber man konnte nie vorsichtig genug sein.
    Als Claudia aufging, dass sie schon bestimmt eine halbe Minute überlegte, wie sie den Satz weiterführen sollte, ohne dass Pete nachgefragt hatte, drehte sie sich mit einem unguten Gefühl zu ihm um.

    Er stand da, ein stummer Schrei auf den Lippen, den Blick starr auf ein Buch gerichtet. Als er Claudias Blick bemerkte musste er grinsen und hielt das Buch so, dass sie den Titel lesen konnte:

    Formbare Realitäten – oder wie Sie der Zeit ein Schnippchen schlagen

    „Pass auf“, er schlug das Buch auf. „Meine Zukunft – meine ehemalige Zukunft – sah so aus, dass ich hier mit dir in der Buchabteilung Inventur mache. Meine neue Zukunft …“

    „… sieht genauso aus!“ Claudia schnappte sich das Buch, schlug es zu und legte es in einen kleinen Karton, in welchen sie zuvor schon drei weitere Bücher verstaut hatte. „Genau deswegen bin ich hier!“

    „Pah.“ Pete setzte einen leichten Schmollmund auf, allerdings nur so lange, bis er das nächste Buch aus dem Regal zog. „He, was ist eine Mary Sue?“

    „Du weißt nicht was eine … ach so ja, du bist ja nicht so der Literaturfanatiker.“ Claudia grinste. „Kurz zusammen gefasst: Eine Mary Sue ist der gebräuchliche Name für erdachte weibliche Personen, die wunderschön sind, alles wissen, alles können, im Grunde einfach perfekt sind. Ihr männliches Gegenstück nennt sich Gary Stu. Wenn du mehr wissen willst, solltest du bei Gelegenheit Myka danach fragen. Die könnte dir wahrscheinlich ganze Romane darüber erzählen.“ Sie streckte sich. „Zeit für eine Pause. Soll ich dir was mitbringen?“

    „Eine große Tasse heiße Schokolade. Bittersüß.“

    „Wie bitte?“

    „Mit bitterer Schokolade und viel Zucker.“

    „OK.“ Claudia nickte und klemmte sich den Karton mit den Büchern unter den Arm.

    „He, wo willst du damit hin?“, wollte Pete wissen.

    „Auftrag von Artie. Wenn ich dich allein lasse, auch wenn es nur kurz ist, soll ich alle potentiell gefährlichen Bücher, die mir bis dahin untergekommen sind, mitnehmen.“

    „Pfff …“ Pete schaute Claudia hinterher, die in Richtung Ausgang verschwand. „Da beschwört man einmal versehentlich einen Fritz-Fridolin herauf …“, murmelte er, lies sich aber schnell von dem Buch ablenken, welches er noch in der Hand hielt. Anscheinend befähigte es den Benutzer, eine mary- oder garyhafte Gestalt herauf zu beschwören. Die intelligenteste, netteste, alleskönnenste Schönheit, die das jeweilige Unterbewusstsein auf Lager hatte. Und das Beschwörungsritual war bei weitem einfacher, als es bei Fritz-Fridolin der Fall gewesen war. Viel einfacher. Obwohl es bei diesem auch schon nicht recht kompliziert gewesen war. Pete fragte sich was sein Unterbewusstsein wohl für eine Schönheit auf Lager hatte. Kurz zögerte er. Bei seiner letzten Beschwörung hatte es mächtig Ärger gegeben. Andererseits … wenn diese Mary wirklich so intelligent und nett war, wie schlimm konnte es da schon werden? Er rieb sich die Hände. „Also Unterbewusstsein, dann zeig mal was du an Superlativen zu bieten hast …“



    ~~~<O>~~~



    „Pete, Claudia, Artie will …“ Leena kam in die Buchabteilung und blieb stocksteif stehen, als sie Pete und die Person neben ihm erblickte. Mit offenem Mund schaute sie zwischen den beiden hin und her, bis sie sich wieder fasste. „Pete … wieso gibt es dich plötzlich doppelt?“
    Geändert von Redlum49 (10.05.2017 um 22:03 Uhr)

  2. Danke sagten:


  3. #2
    Lieutenant General Avatar von Antares
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    Na hoffentlich bekommen die anderen nicht heraus, dass sein Unterbewußtsein das heraufbeschworen hat als Ausdruck für das Klügste, das Schönste, das Tollste und sonstige Superlative, die Pete durch den Kopf gegangen sind.

    Die Begriff sind wieder mal Klasse untergebracht!

  4. #3
    Leitung: Forum Avatar von Redlum49
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    Zitat Zitat von Antares Beitrag anzeigen
    Na hoffentlich bekommen die anderen nicht heraus, dass sein Unterbewußtsein das heraufbeschworen hat als Ausdruck für das Klügste, das Schönste, das Tollste und sonstige Superlative, die Pete durch den Kopf gegangen sind.
    Siehst du das etwa anders?

    Die Begriff sind wieder mal Klasse untergebracht!
    Danke

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