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Thema: [SGA] Rückkehr nach Athos Creek (AU) [NC-17]

  1. #41
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Puh, da bin ich aber froh, dass Dave seinem Bruder nicht an die Gurgel gegangen ist- ich bin nämlich von dem Schlimmsten ausgegangen.

    Trotzdem glaube ich nicht, dass die Sache für John jetzt gegessen ist und er sich darauf konzentrieren kann, seine Familie- bzw. Teyla- zurückzugewinnen.

    Ich schließe mich Jolinars Meinung an; Johns Vater wird bestimmt auch noch ein Wörtchen mitzureden haben und ich glaube auch, dass er nach Athos Creek kommen wird, um seinen Sohn "umzustimmen". Ich hoffe nur nicht, dass er ihm den Geldhahn zudreht, schließlich muss John noch Teyla helfen, die Taverne vor Sumner zu retten. Ich frage mich, wann und wie er wohl von ihren finanziellen Schwierigkeiten erfährt...

    Maras Aktion fand ich ziemlich krass... aber keineswegs übertrieben. War ja klar, dass sie alle Register trägt, um John für sich zu gewinnen. Ich bin froh, dass er sich nicht darauf eingelassen hat... bin aber ehrlich gesagt ein paar Sekunden lang davon ausgegangen, dass er schwach wird. Aber nein, er liebt Teyla, er muss es sich nur noch eingestehen, damit sie endlich eine glückliche Familie werden. Und Teyla muss natürlich auch merken, dass sie ihn (noch immer) liebt.

    Jetzt sind die drei erst einmal wieder (glücklich) zusammen. Torrens Reaktion war herrlich! Er ist einfach nur froh, seinen Papa wiederzuhaben, und Teyla und John werden recht schnell merken, dass sie als Familie funktionieren können.

    Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, befürchte aber auch, dass du kleine Dramaqueen noch einiges in petto für die drei hast. Johns Eltern, Sumner... und irgendwie glaube ich, dass das Thema Michael auch noch mal zur Sprache kommen wird. Oh Mann! *seufz*

    Wie immer vielen Dank fürs Lesen lassen und viele liebe Grüße
    Deine Ally

  2. Danke sagten:


  3. #42
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Oh man, Dave möchte ich am liebsten an die Gurgel gehen. Brüder sollten zusammenhalten. Aber gut, dass es endlich raus ist.
    Ich habe so die Ahnung, dass es mit Mara noch Ärger geben wird und auch mit Johns Eltern. Sagt mir zumindest mein siebter Dramaqueen-Sinn.

    Es war so süß, wie sehr sich Torren gefreut hat seinen Vater zu sehen, genau wie Teyla. Hoffentlich können sie jetzt endlich glücklich zusammen sein. Aber wie gesagt - da gibt es ja noch die Dramaqueen. Bin so neugierig, wie es weitergeht!
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  4. Danke sagten:


  5. #43
    Major Avatar von claudi70
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    Standard

    Es läuft ja richtig gut bei John. Die Unterredung mit seinem Bruder verlief wider erwarten doch sehr harmlos ab.
    Das Mara nicht ganz so kampflos aufgibt war mir schon klar und ich dachte auch schon fast, dass John ihren weiblichen Reizen erliegen wird , aber super das er da stark geblieben ist.
    Teyla ist ihm wie es scheint, auch gut gesinnt und lässt ihn bei sich wohnen, was für klein Torren natürlich super ist. Wie der sich gefreut hat
    Aber wie gesagt, es läuft gut, fast schon zu gut...ich kenn dich da eigentlich anders und ich befürchte das da noch ein großes Donnerwetter kommen wird.

    Ich bin gespannt wie es weiter geht.
    Lg Claudi

  6. Danke sagten:


  7. #44
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    Standard Kapitel Neun

    A/N: Heute gibt es endlich ein neues (extra langes) Kapitel für euch. Ich hatte ja angekündigt, dass Teylas Vergangenheit noch eine Rolle in dieser Geschichte spielen wird, weshalb es in diesem Kapitel eine Szene gibt, die ich vorsichtshalber in einen Spoiler gepackt habe.

    Die Szene beginnt vielleicht nicht schön, endet dafür aber gut- das kann ich euch garantieren.

    Achtet des Weiteren bitte auf das Rating der Geschichte!

    Mir gefällt dieses Kapitel sehr und ich hoffe, dass es euch auch gefällt.

    Liebe Grüße
    eure Moni



    -------------



    Kapitel Neun



    „Und Sie sind sich sicher, ich meine wirklich sicher, dass Sie das machen wollen?“, vergewisserte Jack O’Neill sich noch einmal, als John ihm ein paar Tage später in seinem Arbeitszimmer ein Scheckschreiben in Höhe von eintausend Dollar überreichte. Der Minenbesitzer richtete seine dankbaren Augen auf John, zögerte aber, den Briefumschlag entgegenzunehmen. Als er bemerkte, dass sich sein Gegenüber immer noch zierte, nickte John zusichernd.

    „Das ist das Mindeste, was ich tun kann, nachdem ich Ihnen so viele Unannehmlichkeiten bereitet habe“, meinte er und fühlte sich erleichtert und von der Last der Schuld befreit, als O’Neill endlich nach dem Umschlag griff. Er erhob sich und strich seinen Gehrock glatt. „Ich bin Ihnen zu Dank verpflichtet.“

    „Sie sind mir keinen Dank schuldig“, winkte O’Neill ab, „vielmehr sollte ich Ihnen danken.“ Er lächelte, verstaute den Briefumschlag in einer Schublade seines Schreibtisches, stand dann ebenfalls auf und streckte John die Hand entgegen. „Es war mir eine Ehre, mit Ihnen Geschäfte gemacht zu haben.“ Die Fältchen in seinen Augenwinkeln kräuselten sich bei seinem Lächeln. Sie schüttelten einander die Hand, und O’Neill begleitete seinen Gast zur Tür.

    „Es tut mir wirklich sehr leid, was in den letzten Tagen passiert ist“, entschuldigte sich John noch einmal, als sie das Arbeitszimmer verließen und den Flur entlanggingen. „Ich hatte mir den Beginn unserer Zusammenarbeit weniger problematisch vorgestellt.“

    „Im Leben kommt es immer anders, als man denkt“, gab O’Neill zurück und fügte mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen hinzu: „Aber das bedeutet noch lange nicht, dass alles schlecht ist.“

    John schmunzelte, erwiderte jedoch nichts. Schweigend gingen sie die Treppe hinunter in die Eingangshalle des Hauses, wo der Hausbutler der O’Neills, Mister Teal’c, sie bereits erwartete, eine leichte Verbeugung andeutete und ihnen die Tür aufhielt.

    „Ihre Kutsche steht bereit, Sir“, verkündete er.

    „Recht herzlichen Dank, Mister Teal’c“, erwiderte John freundlich und nickte ihm zum Abschied kurz zu. Mister Teal’c neigte erneut seinen Oberkörper nach vorne und verschwand wieder im Haus.

    „Wissen Sie schon, wie lange Sie in der Stadt bleiben möchten?“, erkundigte sich O’Neill, als er seinen Gast, der nun auch sein Geschäftspartner war, persönlich bis zu seiner wartenden Kutsche begleitete.

    „Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht“, antwortete John, blieb stehen und setzte seinen Hut auf. „Es sind erst ein paar Tage vergangen und es wird gewiss noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis gewisse… Dinge geklärt sind.“

    Stirnrunzelnd öffnete O’Neill die Tür der Kutsche und wartete, bis John eingestiegen war und Platz genommen hatte, dann räusperte er sich und senkte die Stimme.

    „Erlauben Sie mir eine kurze Anmerkung?“

    John nickte. „Aber natürlich. Reden Sie.“

    O’Neills Stimme war nun so leise, dass John Mühe hatte ihn zu verstehen. „John, Sie müssen mir bitte glauben, ich bin nicht da, um über Sie zu urteilen oder Sie gar zu verurteilen, weder Sie noch Mrs. Kenmore, aber da Sie beide mir sehr sympathisch sind, möchte ich Sie wissen lassen, dass man in der Stadt über Sie beide spricht.“

    John seufzte.

    „Dieses Gerede ist mir nicht entgangen“, meinte er und lächelte betrübt. „Ich bekomme tagtäglich von allen Seiten zu spüren, dass ich nicht willkommen bin, und nach allem, was in der Vergangenheit vorgefallen ist, kann ich es den Leuten in der Stadt nicht einmal verdenken.“

    „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, John, ich möchte Ihnen kein schlechtes Gewissen einreden“, beteuerte O’Neill, „aber sollten Sie wirklich aufrichtiges Interesse an Mrs. Kenmore haben, sollten Sie dieses offen an den Tag legen. Ich war noch nie in Boston, daher weiß ich nicht, wie man solche Dinge dort handhabt, aber hier im Westen halten wir noch immer sehr viel von Tradition und Wertmaßstäben…“

    John lächelte verlegen und schüttelte den Kopf.

    „Bei allem nötigen Respekt, Jack, ich denke nicht, dass die Art meiner Beziehung zu Mrs. Kenmore Sie oder irgendjemand anderen etwas angeht.“

    Für eine Sekunde glaubte er den Anflug eines Lächelns um O’Neills Mundwinkel huschen zu sehen, doch schon im nächsten Moment wurde dessen Gesichtsausdruck wieder ernst und zwischen seinen Augenbrauen bildete sich eine nachdenkliche Falte.

    „Ich weiß, was sie Ihnen bedeutet“, sagte er leise, „und ich gehe davon aus, dass Sie ihr ebenfalls viel bedeuten, aber ich rate Ihnen, die Dinge mit Bedacht anzugehen. Es ist… kompliziert.“

    „Kompliziert?“, wiederholte John. „Inwiefern ist es kompliziert?“, hakte er nach, doch sein Gegenüber schüttelte den Kopf und hob abwehrend die Hände.

    „Nein, ich habe Ihnen schon zu viel gesagt“, meinte er und machte einen Schritt zurück. „Wir sollten es dabei belassen.“

    „Oh, nein… bitte“, rief John und winkte ihn wieder zu sich heran. „Bitte, wenn es da etwas gibt, das ich wissen muss, sagen Sie es mir.“

    Das Unbehagen stand Jack O’Neill deutlich ins Gesicht geschrieben und er schaute sich in alle Richtungen um, so als wollte er sichergehen, dass nur John und niemand sonst seine Worte hörte. Schließlich trat er dicht an das Fenster der Kutsche und sah John an.

    „Wie Sie wissen ist Mrs. Kenmores Ehemann, Michael, vor etwas mehr als einem Jahr während eines Jagdtrips ums Leben gekommen.“

    Obwohl es keine Frage gewesen war, nickte John.

    „Sie erzählten mir, dass er eines Nachts einen Abhang hinuntergestürzt ist und dass man seine Leiche erst Tage später auf der anderen Seite des Sees gefunden hat.“

    „Nun“, entgegnete O’Neill mit gedämpfter Stimme, „das ist zumindest die offizielle Geschichte.“

    John lupfte die Augenbrauen.

    „Die… offizielle Geschichte?“, echote er. „Sie meinen, es ist in Wirklichkeit anders abgelaufen?!“

    Sein Gegenüber zögerte kurz, schaute wieder nach links und nach rechts, dann nickte er.

    „Hören Sie“, sagte er, „eigentlich habe ich Ihnen schon viel zu viel verraten. Wie ich Ihnen schon damals sagte, steht es mir nicht zu, mit Ihnen darüber zu sprechen. Ich tue es nur, weil ich der Meinung bin, dass Sie es erfahren sollten, und weil ich nicht davon ausgehe, dass Mrs. Kenmore es Ihnen erzählen wird.“

    John schluckte und nickte. Er wusste nicht genau, was er von dieser Situation halten sollte, noch was folgen würde, aber er ahnte Schlimmes. Ein ungutes Gefühl setzte sich irgendwo tief in seiner Magengrube fest, und er spürte, wie sich seine Nackenhaare aufstellten. Er wusste, dass das, was O’Neill ihm gleich erzählen würde, nicht für seine Ohren bestimmt war und dass er besser weghören sollte, aber er vermochte es nicht zu tun und lauschte gebannt, während O’Neill berichtete, was damals, in jener verhängnisvollen Nacht auf dem Steilhang am See, wirklich geschehen war.

    Im Nachhinein bereite er es, darauf bestanden zu haben, dass O’Neill es ihm erzählte, denn die Wahrheit zu kennen, bedeutete eine neue, ungeheure Last für ihn, von der er nicht wusste, ob er mit ihr fertig werden konnte.
    Als die Kutsche wenige Minuten später durch den schmiedeeisernen Torbogen fuhr und auf die staubige Straße Richtung Norden abbog, sackte John seufzend auf der Sitzbank zusammen, rieb sich die Stirn und atmete tief durch. Von allen Dingen, die er sich ausgemalt hatte, war das Schlimmste eingetreten, und er ihm wurde schmerzlich bewusst, dass von nun an nichts mehr so sein würde wie zuvor. Er konnte nicht einfach ignorieren, was O’Neill ihm gesagt hatte, nein, er musste der Sache weiter auf den Grund gehen und mit der Person sprechen, die ihm als einzige sagen konnte, was damals wirklich geschehen war.

    Seufzend setzte er sich auf und klopfte gegen das Dach der Kutsche. Kurz darauf ertönte die Stimme des Kutschers.

    „Ja, Sir?“

    „Ich weiß, es war anders geplant“, rief John, „aber fahren Sie mich bitte direkt zurück nach Athos Creek.“

    „Ist alles in Ordnung, Sir?“, erkundigte sich der Kutscher besorgt.

    „Ja“, antwortete John, „aber fahren Sie so schnell wie möglich dorthin.“

    „Gewiss doch, Sir.“

    Das scharfe Schnalzen der Peitsche spaltete die Luft, und die von zwei Pferden gezogene Kutsche ruckte und gewann dann an Tempo. John lehnte sich in den Sitz zurück und atmete erneut ein paar Mal tief durch, in der Hoffnung, dass dies ihm half, sich zu beruhigen. Leider erreichte er dadurch nur das Gegenteil und anstatt sich zu beruhigen, fühlte sich noch aufgewühlter als zuvor, schlimmer noch, er merkte plötzlich, wie er wütend wurde. Je näher sie der Stadt kamen, desto schlimmer wurde es, und als sie Athos Creek eine Stunde später erreichten, kochte sein Blut.

    Vor der Taverne angekommen, stürzte John aus der Kutsche, die erst wenige Augenblicke zuvor zum Stehen gekommen war, und stolperte Richtung Eingang. Es war spät, aber im Wirtsraum des Hauses brannte noch Licht, also klopfte John an die Tür und wartete ungeduldig von einem Fuß auf den anderen tretend darauf, dass ihm geöffnet wurde.


    ooOOoo


    „He, ist alles in Ordnung?“ Teyla wusste nicht, wie lange sie vor dem Fenster gestanden und gedankenverloren hinausgesehen hatte, und als sie plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter spürte, schreckte sie zusammen, drehte sich um und blickte in Valas besorgtes Antlitz.

    „Muss ja ziemlich spannend sein, was auch immer Du Dir da anschaust- Du starrst jetzt schon seit über zehn Minuten aus dem Fenster und so langsam frage ich mich, was es da draußen großartiges zu sehen gibt“, meinte ihre Freundin, musterte sie vom Kopf bis zu den Füßen und fragte dann noch einmal: „Ist alles in Ordnung?“

    Teyla seufzte lang und tief.

    „Ja… ja, natürlich“, antwortete sie und hoffte, dass ihr Gegenüber nicht merkte, dass sie flunkerte. Vala zog die Stirn kraus, und erneut glitt ihr Blick über Teylas Gesicht.

    „Komm“, sagte sie dann und nahm Teyla bei der Hand, führte sie zu einem Tisch in der Ecke und bedeutete ihr, sich hinzusetzen. Es war kurz nach acht und die Sonne war bereits untergegangen. Der letzte Gast hatte die Taverne vor über einer Stunde verlassen, weshalb Teyla nicht protestierte, als Vala die Tür zusperrte, zum Tresen ging und einen Augenblick später mit einer Flasche von Mister Zelenkas Selbstgebranntem und zwei Gläsern an den Tisch zurückkehrte.

    „Du weißt, ich trinke nicht“, rief Teyla Vala in den Sinn, als diese die beiden Schnapsgläser bis zum Rand mit der rotgoldenen, übel riechenden Flüssigkeit auffüllte.

    „Heute schon“, entgegnete Vala und hielt ihr eines der kleinen Gläser direkt unter die Nase. „Trink. Ich habe das Gefühl, dass Du das heute vertragen könntest.“

    Widerwillig nahm Teyla das Glas entgegen und führte es hoch zu ihrem Lippen. Der beißende Geruch des Alkohols brannte in ihrer Nase, und sie zögerte.

    „Trink jetzt“, drängte Vala sie. Seufzend tat Teyla, wie ihr geheißen, setzte das Glas an, kniff die Augen zusammen und leerte es in einem Zug.

    „Braves Mädchen“, lobte Vala, während Teyla eine angewiderte Grimasse schnitt.

    „Du weißt, ich trinke nicht“, wiederholte sie, völlig heiser, und räusperte sich. „Vala, nein…“ Sie schüttelte den Kopf, als ihre Freundin ihr Glas erneut mit Schnaps füllte. „Bitte.“

    „Ich höre erst auf, Dir nachzuschenken, wenn Du mir sagst, was los mit Dir ist“, verkündete Vala und deutete mit ihrem Glas auf das von Teyla. „Und jetzt runter damit. Das gute Zeug soll schließlich nicht verkommen.“

    Teyla seufzte und beteuerte noch einmal, dass alles in Ordnung sei.

    „Du weiß, dass lügen eine Todsünde ist“, tadelte Vala sie, „und in der Hölle ist kein Platz für so gute Menschen wie Dich, also trink jetzt!“

    Ein erschöpftes Lächeln stahl sich auf Teylas Lippen und ohne groß darüber nachzudenken, kippte sie sich den Schnaps in den Schlund und schüttelte sich, als die Flüssigkeit ihre Kehle hinablief und ein warmes Kribbeln hinterließ.

    „Ich kann mir denken, was Dir durch den Kopf geht“, meinte Vala einige Gläser später und taxierte Teyla über den Tisch hinweg mit strengem Blick. „Wo sagtest Du befindet sich unser werter Mister Sheppard zurzeit?“

    „Du weiß, dass ich es nicht mag, wenn Du so abfällig über ihn sprichst“, gab Teyla zurück und bedachte ihr Gegenüber mit einem finsteren Blick.

    „Und Du weißt, dass ich ihn nicht mag“, erwiderte Vala. „Also, wo steckt unser Herzensbrecher heute?“

    „Vala…“, warnte Teyla, verlor sich dann aber in einem langgezogenen Seufzen und fuhr mit dem Finger über den Rand ihres Glases. „Er ist für ein paar Tage geschäftlich in der Gegend unterwegs und besichtigt O’Neills Minen. Er kommt morgen früh zurück.“

    „Du vermisst ihn“, stellte Vala spitzfindig fest. „Er fehlt Dir.“

    „Er sollte hier sein“, meinte Teyla nur. „Er ist gerade erst zurückgekehrt und es verwirrt Torren, dass er nun schon wieder für eine solange Zeit fort ist.“

    Vala seufzte.

    „Du weiß, wie ich über ihn denke.“

    „Ja, das weiß ich“, entgegnete Teyla und verdrehte ganz leicht die Augen. „Du machst keinen Hehl daraus, dass Du ihn nicht leiden kannst.“

    „Teyla…“ Vala griff über den Tisch hinweg nach ihren Händen und hielt sie fest. „Ich kann natürlich verstehen, dass Du froh bist, dass er hier ist und Dir mit Torren hilft, aber bitte vergiss nicht, dass er derselbe Mann, der Dich damals allein gelassen hat. Bitte, ich flehe dich, als Deine beste Freundin, pass auf, wie weit Du Dich auf ihn einlässt. Ich traue ihm nicht!“

    Nun war es an Teyla, ein Seufzen auszustoßen. Sie wusste, dass Vala nur das Beste für sie wollte. All die Jahre war sie ihr Fels in der Brandung gewesen. Sie war immer für sie da gewesen und hatte sie in harten Zeiten immer unterstützt. Ihre Meinung bedeutete Teyla viel, weshalb es ihr nun in der Seele wehtat, Vala so herablassend über John sprechen zu hören. Denn auch er bedeutete ihr etwas. Er war jetzt ein Teil ihrer Familie und es schmerzte, dass ihre beste Freundin ihn nicht akzeptierte und es immer noch für wichtig erachtete, sie vor ihm zu beschützen.
    Seit er vor einige Tagen zu ihnen in die Taverne gezogen war, tat John wirklich alles, um sie und ihre Freunde von seinen guten Absichten zu überzeugen, und Teyla hatte sich inzwischen so sehr an seine Gegenwart gewöhnt, dass er ihr jetzt, wo er für ein paar Tage geschäftlich auf Reisen war, sogar fehlte. Es war schön, ihn um sich zu haben, ihn bei Torren zu wissen, wenn sie nachmittags in der Taverne alle Hände voll zu tun und keine Zeit für den Jungen hatte. Hin und wieder tauchten die beiden im Wirtsraum auf und wenn sie etwas Luft nach oben hatte, beobachtete Teyla Vater und Sohn. Es war, als wären sie nie getrennt gewesen; Torren liebte seinen Vater abgöttisch und John… nun ja, John gab sein Bestes, um die neue, ungewohnte Situation zu meistern.
    Es war eine Freude, die beiden so glücklich miteinander zu sehen, und zu Teylas Überraschung gestaltete sich auch ihr und Johns Miteinander sehr harmonisch. Ganz zu Anfang hatte sie befürchtet, dass es schwer werden würde, mit ihm unter einem Dach zu leben, aber genau das Gegenteil war der Fall. John machte es ihr leicht, gab ihr Raum, behandelte sie stets höflich und mit Respekt. Seit dem abendlichen Vorfall, der nun bereits einige Tage zurücklag, hatte er nicht mehr versucht, sich ihr zu nähern, und bis auf einen keuschen Abschiedskuss auf die Wange hatte es keinen weiteren Kontakt zwischen ihnen gegeben.

    Unterm Strich war Teyla zufrieden mit der momentanen Situation, obschon sie natürlich wusste, dass es nicht immer so bleiben würde. Kurz vor seiner Abreise hatte John ihr mitgeteilt, dass er ein Telegramm aus Boston erhalten hatte. Sie wusste weder, wer ihm die Nachricht geschickt hatte, noch was in dem Telegramm geschrieben stand, sie konnte sich jedoch nicht vorstellen, dass seine Entscheidung, bei ihr und Torren in Athos Creek zu bleiben, für Begeisterung bei seiner Familie gesorgt hatte.
    Mach Dir keine Gedanken, waren Johns Worte gewesen, und sie erinnerte sich an das Lächeln, welches seine Mundwinkel umspielt hatte. Ich kümmere mich darum, wenn ich zurückkomme. Keine Sorge, es wird alles gut.

    Teyla konnte nur hoffen, dass er Recht behielt.

    Begleitet von einem tiefen Seufzer nahm sie Abschied von ihren sorgenvollen Gedanken und kehrte in das Hier und Jetzt zurück. Vala hatte ihnen in der Zwischenzeit wieder nachgeschenkt, und Teyla trank, ohne groß über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Der Alkohol kribbelte auf ihrer Zunge, und ein angenehm warmes Gefühl machte sich in ihrer Magengegend breit. Seit einigen Jahren schon hatte sie kaum ein Glas Alkohol getrunken, weshalb sie die berauschende Wirkung des Schnaps sofort spürte. Als sie sich erhob- sie wusste im Nachhinein nicht einmal mehr, warum sie aufgestanden war- begann sich die Welt vor ihren Augen zu drehen. Teyla schwankte und plötzlich wurde ihr schwindelig. Sie blieb stehen, hielt sich an der Stuhlkante fest und schloss die Augen.

    Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich das Schwindelgefühl wieder legte und Teyla neben dem Pfeifen in ihrem Ohr plötzlich noch ein ganz anderes Geräusch wahrnahm. Zuerst glaubte sie es sich nur eingebildet zu haben, doch dann hörte sie es erneut, das energische Klopfen an der Tür.

    „Wer mag das sein?“, wunderte Vala sich, stand auf und ging zur Tür. „Wer ist da?“

    „Ich bin es… John“, ertönte es auf der anderen Seite, woraufhin Vala Teyla einen fragenden Blick zuwarf.

    „Sagtest Du nicht, er kommt erst morgen zurück?“

    Teyla zuckte verblüfft mit den Achseln und machte ein paar wackelige Schritte in ihre Richtung.

    „Öffne die Tür“, wies sie Vala an, die daraufhin tat, wie ihr geheißen, und die Tür entriegelte.

    „John!“, rief Teyla aus, als er den Wirtsraum betrat, und war zuerst einmal erleichtert, dass es ihm scheinbar gut ging. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte sie sich Sorgen gemacht, dass ihm vielleicht etwas zugestoßen sein könnte, was seine verfrühte Rückkehr erklären würde, aber er wirkte auf den ersten Blick unversehrt. „Wir haben erst morgen mit Dir gerechnet!“

    „Ich konnte es früher einrichten“, erklärte er und sah nervös zu Vala hinüber, die ihn mit Argusaugen beobachtete.

    „Ist alles in Ordnung?“, fragte Teyla und musterte ihn nun ebenfalls. Er wirkte unruhig und presste die Lippen aufeinander, eine dicke Vene an seiner Schläfe war deutlich sichtbar hervorgetreten und pochte unregelmäßig.

    „Vala“, wandte sich Teyla an ihre Freundin, „ich denke, es wäre besser, wenn Du jetzt gehst.“

    „Bist Du sicher?“, fragte sie und warf John einen abschätzenden Blick zu.

    Teyla nickte.

    „In Ordnung“, erwiderte Vala, holte ihren Umhang und küsste Teyla zum Abschied auf die Wange. „Denk daran, unsere Tür steht euch immer offen“, flüsterte sie ihr ins Ohr und drückte ihre Hand. „Bis morgen früh.“

    „Bis morgen“, echote Teyla und stand John schließlich, nachdem Vala gegangen war, allein gegenüber. Sie konnte spüren, dass etwas nicht stimmte, konnte aber nicht mit dem Finger darauf zeigen, was es war.

    „Wo ist Torren?“, erkundigte John sich.

    „Er schläft schon“, antwortete Teyla und machte langsam einen Schritt auf ihn zu. Für einen Augenblick konnte John nicht sprechen. Sie sah, dass er es versuchte, aber er schien zu spüren, dass er seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten konnte, also senkte er den Kopf und ballte seine Hände zu Fäusten. Als Teyla näher kam, bemerkte sie, dass seine Schultern bebten. Er zitterte. Erst als er langsam die Fassung zurückgewann, schaute er wieder auf und blickte ihr direkt in die Augen. Teyla schluckte. Das, was sie in seinen Augen sah, beunruhigte sie.

    „John…“, flüsterte sie und wagte sich noch einen Schritt näher an ihn heran. „Was hast Du?“

    Ihr Gegenüber öffnete den Mund, schloss ihn aber sogleich wieder und presste die Lippen so fest zusammen, dass alles Blut aus ihnen wich. Dann, plötzlich, setzte er sich in Bewegung, marschierte auf sie zu und packte sie am Handgelenk, so fest, dass der Schmerz ihren ganzen Arm durchfuhr, wirbelte sie herum und zog sie hinter sich her.

    „Was… John!“ Teyla sträubte sich, versuchte, seine Finger von ihrem Arm zu lösen, während sie hinter ihm her stolperte, doch je mehr sie versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien, desto fester packte er zu. „Lass mich los, John. Du tust mir weh“, schimpfte sie, doch er schien sie nicht zu hören. Ein nicht erkennbares Ziel vor Augen, zerrte er sie die Treppe hinauf und den Flur im Obergeschoss des Hauses entlang, bis sie ihr Schlafzimmer erreichten. Ohne ein Wort mit ihr zu wechseln, drängte er sie in das Zimmer, schloss die Tür und schubste sie in Richtung Bett.

    Spoiler 
    Teylas Herz klopfte wie wild in ihrer Brust.

    „Was um alles in der Welt ist in Dich gefahren?“, verlangte sie von John zu wissen und schlug seine Hände weg, als er versuchte, sie auf das Bett zu drücken. „Wag es ja nicht, mich anzufassen!“, zischte sie und wehrte sich gegen sein ungewohnt grobes Vorgehen. Schließlich gab John auf, ließ von ihr ab, und begann vor ihr auf und ab zu marschieren und ballte dabei immer wieder die Hände zu Fäusten. Irritiert beobachtete Teyla ihn. Sie hatte ihn noch nie zuvor so ruhelos erlebt. Irgendetwas schien ihn zutiefst verstört zu haben, dass er sich so eigenartig verhielt.

    „John“, rief sie ihn, versuchte zu ihm durchzudringen. „John, was ist denn los?“

    Sie rief noch ein weiteres Mal seinen Namen, und plötzlich verharrte er, blieb stehen und sah sie mit flackernden Augen an. Schon im nächsten Moment war er bei ihr und langte nach ihr. Dieses Mal waren seine Berührungen sanfter, doch in seinen haselgrünen Augen brodelten die Emotionen. Sein Atem ging schnell und angestrengt, Schweiß stand ihm auf der Stirn.

    Behutsam berührte Teyla seine Wange. Sie war glühend heiß. „John, bitte rede mit mir! Was ist passiert? Du bist ja völlig außer Dir.“

    „Ich… ich weiß es“, flüsterte er plötzlich. „Ich weiß es, Teyla.“

    „Was weiß Du?“, fragte sie und blinzelte verwirrt, doch John schüttelte nur den Kopf und rang nach Worten.

    „Ich… ich kann nicht…“ Mitten im Satz versagte ihm die Stimme und er starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an. Seine Nasenflügel bebten, sein Kiefer war vor Wut verkrampft.

    „John…“ Als sie ihn erneut sanft an der Wange berührte, zuckte er zusammen und sein Blick glitt über ihr Gesicht und dann weiter nach unten, über ihren Körper.

    „Zieh die Bluse aus“, raunte er leise, und Teyla erstarrte.

    „Wie…wie war das bitte?“, echote sie.

    „Ich sagte, zieh Deine Bluse aus“, wiederholte John. Nun war es Teyla, die zusammenzuckte, und ihr bis eben flatterndes Herz setzte einige Schläge lang aus.

    „Du bist doch verrückt“, flüsterte sie atemlos und wich zurück, als John einen Schritt auf sie zumachte.

    „Tu Du es oder ich werde es machen“, meinte er und griff nach ihrer Hand und hielt sie fest. „Es ist Deine Entscheidung, Teyla.“

    „Wie kannst Du es wagen? Was ist nur in Dich gefahren!?“, fauchte sie, holte aus und verpasste ihm mit der freien Hand eine kräftige Ohrfeige, die ihn leicht ins Taumeln brachte, ließ sein Kinn bis zur Schulter herumschnellen. Überrascht ließ John von ihr ab und berührte mit den Fingern seine Wange, auf der sich deutlich ihr Handabdruck abzeichnete. Plötzlich verfinsterte sich sein Blick und er presste grimmig die Lippen aufeinander.

    „Wie du willst“, knurrte er, und ehe Teyla wusste, wie ihr geschah, schlang er die Arme um ihren Körper, hob sie mit Leichtigkeit hoch und warf sie auf ihr Bett, wobei ihr Kopf gegen den Holzrahmen knallte. Ächzend berührte Teyla die schmerzende Stelle an ihrem Hinterkopf und verzog das Gesicht. Von Entsetzen ergriffen versuchte sie wieder aus dem Bett zu springen und zu fliehen, doch John hielt sie fest.

    „Halt still“, zischte er und packte ihren Arm, schmetterte ihn auf die Matratze und verdrehte ihn so weit, dass es sich anfühlte, als bräche er ihr das Handgelenk. Teyla stöhnte auf, und Tränen stiegen ihr in die Augen. John schnaubte angestrengt. „Halt still, verdammt!“ Mit kräftigem Griff umklammerte er ihre Handgelenke und presste sie über ihrem Kopf fest auf die Matratze. Mit der Kraft einer Hand schnürte er sie zu einem Bündel, während er sein ganzes Körpergewicht nutzte, um sie in Schach zu halten; mit seiner anderen Hand griff er in ihren Ausschnitt und zerrte an ihrer Bluse. Panisch versuchte Teyla, ihm zu entkommen, wand sich unter ihm, trat und schlug nach ihm, doch nichts nützte, er war zu stark. Tränen liefen über ihre Wangen, als sie hörte, wie der Stoff ihrer Bluse riss. Knöpfe sprangen ab, und Teyla spürte, wie John ihr das zerrissene Kleidungsstück vom Körper zerrte. Mit wenigen Handgriffen entledigte er sich ihres Mieders, warf es auf den Boden.

    Ein leises Schluchzen brach über ihre Lippen, als sie die kühle Abendluft, die durch das geöffnete Schlafzimmerfenster hineinströmte, auf ihrer nackten Haut spürte. Johns erhitztes Gesicht schwebte direkt über ihrem, und sie spürte seinen heißen, schnellen Atem auf ihren Lippen. Sein Blick glitt über sie, wanderte weiter hinunter und blieb schließlich an ihren Brüsten hängen. Teyla erschauderte, jedoch nicht vor Erregung. Erneut versuche sie sich zu befreien, was nur dazu führte, dass John sie tiefer in die Kissen drückte. Ächzend vor Anstrengung schob er sein Knie zwischen ihre Beine, und seine Augen verdunkelten sich gefährlich.

    „Ich will Dir nicht wehtun“, sagte er mit so leiser, tiefer Stimme, dass Teyla die Vibration in der Magengrube zu spüren glaubte. Tatsächlich verharrte er danach still und unternahm keinen weiteren Versuch, sie in die Defensive zu drängen. Stattdessen beobachtete er sie, und Teyla erschauderte, als sie spürte, wie ihre Brustwarzen sich unter seinem durchdringenden Blick aufstellten. Ihr Körper verriet sie, und sie wimmerte leise, als John sich zu ihr hinunterbeugte und seine Stirn an ihre legte.

    „Ich werde Dir nicht wehtun“, versprach er ihr, setzte sich dann unvermittelt auf und fasste sie sanft bei den Schultern. Teyla erstarrte, als er sie vorsichtig auf den Bauch drehte, und vergoss still ein paar Tränen, als sie ihn laut aufkeuchen hörte.

    „Um Gottes Willen“, flüsterte John erschrocken und berührte mit den Fingerspitzen ihre Schultern. Teyla erschauderte und vergrub ihr Gesicht in den Kissen. Sie musste ihm nicht ins Gesicht sehen, um zu wissen, dass der Anblick ihres vernarbten Rückens ihn schockierte. Sie selbst hatte gelernt, damit zu leben, und verspürte schon seit langer Zeit weder physischen, noch seelischen Schmerz, wenn sie daran dachte, wie sie zu diesen Narben gekommen war. Sie hatte die Erinnerungen an diese schreckliche Zeit verdrängt.

    „Oh, Teyla…“ Aus Johns Stimme war ein schmerzliches Mitleid herauszuhören. Ganz zärtlich berührte er ihren Rücken mit den Fingerspitzen, trotzdem zuckte Teyla zusammen. „Sscht, alles wird gut“, flüsterte er. „Ich werde Dir nicht wehtun.“

    „Ich weiß“, murmelte Teyla und versuchte, sich nicht vorzustellen, was John in diesem Moment empfand. Die Narben bedeckten ihren ganzen Rücken von den Schultern bis zu ihrer Taille. Die meisten von ihnen waren zu dünnen hellen Streifen verblasst. Teyla seufzte, doch bewegte sich nicht, während John ganz sanft, fast schon liebevoll, die Narben nachzeichnete, eine nach der anderen, wie um ihr das Ausmaß der Zerstörung zu zeigen, die sie selbst nicht sehen konnte. Schließlich stützte er seine Hände zu beiden Seiten ihres Kopfes auf, beugte sich über ihren Rücken und küsste eine der verheerendsten Narben auf ihrer Schulter.
    Ein Schaudern durchzuckte Teylas Körper, aber sie entspannte sich gleich wieder, als John ihr Haar beiseiteschob und ihren Nacken erst streichelte, dann küsste.

    „Dieses Schwein hat nichts anderes als den Tod verdient“, raunte er und zog sich auf die andere, freie Seite ihres Bettes zurück. Teyla drehte den Kopf und sah ihn an.

    „Wer hat es Dir erzählt?“, fragte sie.

    „Das spielt keine Rolle“, erwiderte John kopfschüttelnd, streckte die Hand aus und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Ich verurteile Dich nicht dafür.“

    Teylas Blick wurde leer.

    „Es war ein Unfall“, flüsterte sie. „Er ist gestürzt und ich… ich…“

    „Ssch“, Johns Finger streifte ihre Lippen, „es war ein Unfall“, wiederholte er.

    Teyla schaute ihn durch einen Schleier aus Tränen hinweg an.

    „Ich wollte nicht, dass er stirbt“, meinte sie und holte tief Luft. „Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.“

    John nickte, berührte ihre Schulter und strich über ihren Arm. Wortlos zog er zu sich, und sie schmiegte sich an ihn, als wäre es das das selbstverständlichste auf der Welt, legte ihren Kopf an seine Schulter und schloss die Augen. John seufzte und vergrub seine Nase in ihrem Haar.
    Einen Moment lang schwiegen sie beide. Eine tiefe Ruhe überkam Teyla, und sie genoss es, von John gehalten zu werden, genoss es, dass er über ihr Haar streichelte. Sie hörte seinen kräftigen Herzschlag, roch seinen angenehmen Duft, und seine starken Arme gaben ihr Sicherheit und ließen sie eine Geborgenheit spüren, wie sie sie seit Jahren nicht mehr empfunden hatte.

    „Es tut mir leid, wenn ich Dir Angst gemacht habe“, hörte sie ihn nach einer Weile flüstern. Seine Lippen berührten zärtlich ihre Stirn. „Ich wollte nur mit eignen Augen sehen, was er Dir angetan hat. Es tut mir so leid, Teyla.“

    „Ist schon gut“, entgegnete sie schläfrig, auch wenn sie gestehen musste, dass er ihr tatsächlich etwas Angst eingejagt hatte.

    „Es tut mir so leid, Teyla“, murmelte John wieder und zog sie noch fester an sich. „Ich hätte niemals gehen dürfen. Das ist alles meine Schuld. Es tut mir leid.“

    Teyla nahm den Kopf von seiner Schulter und sah ihn an.

    „Hör auf, Dich zu entschuldigen“, sagte sie leise und streichelte seine Wange. „Was geschehen ist, lässt sich nicht mehr rückgängig machen.“

    Seufzend schmiegte John seinen Kopf in ihre Hand, die sanft über seine Wange glitt. Seine Haut war warm, und Teyla spürte seine kratzigen Bartstoppeln unter ihrer Handfläche, berührte die klare Linie seines Mundes mit den Fingerspitzen, woraufhin Johns haselgrüne Augen ihren Blick fingen.
    Alle Bedenken beiseite schiebend und ihren ganzen Mut zusammen nehmend, beugte Teyla sich über ihn und legte ihren Mund auf den seinen. Sie spürte, wie John kurz erschauderte, sich dann aber auf den Kuss einließ und ihn erwiderte. Seine Hand glitt in ihr Haar und umfasste ihren Hinterkopf, während er den Kuss vertiefte. Teyla seufzte, und John nutzte die Gunst des Augenblicks und ließ seine Zunge zwischen ihre Lippen gleiten.
    Bereitwillig öffnete Teyla ihren Mund und gab ihrer Sehnsucht nach, berührte seine Zunge einladend mit der ihren. Sofort wurde sein Kuss leidenschaftlicher und fordernder, und erst die Notwendigkeit zu atmen brachte sie auseinander.

    Keuchend lehnte John seine Stirn an ihre. „Ich sollte gehen.“

    „Ja, das solltest Du“, erwiderte Teyla atemlos und küsste seinen Mundwinkel. Erneut fanden sich ihre Lippen zu einem langen, leidenschaftlichen Kuss, und John umfasste ihre Taille und rollte sich in einer geschmeidigen Bewegung mit ihr herum, bis sie unter ihn lag, küsste sie nun langsamer, aber begehrlich.
    Teyla schlang die Arme um seine Schultern. All ihre Sinne waren auf John ausgerichtet, und als er sich sanft von ihr löste, seufzte sie protestierend.

    „Bist Du Dir sicher?“, fragte er, und als Antwort zog Teyla seinen Kopf erneut zu sich herunter, woraufhin sie in einen weiteren endlosen Kuss versanken. „Ich denke, ich habe verstanden“, murmelte John, und Teyla spürte, wie sich sein Mund zu einem Lächeln verformte. Schwer atmend löste er seine Lippen von ihren und ließ sie über ihr Kinn zu ihrem Hals wandern.
    Ein Seufzen entrang sich Teylas Kehle, und sie streifte ihm das Jackett von den Schultern, zupfte sein Hemd aus der Hose und knöpfte es mit fliegenden Fingern auf. Ihre Brust hob und senkte sich heftig, als ihre Hände zum ersten Mal seit sechs Jahren über seinen nackten Oberkörper glitten. Er hatte sich kaum verändert, nur seine Muskeln waren nicht mehr so stark ausgeprägt wie früher, aber das störte sie nicht weiter.
    Langsam strich sie über seine dunkel behaarte Brust, fuhr mit den Fingern über seinen flachen, harten Bauch. Ein dunkler, männlicher Laut drang tief aus Johns Brust, und er griff in ihr Haar und bog sanft ihren Kopf nach hinten, drückte seinen Mund saugend auf die Stelle, wo ihr Hals in die Schulter überging. Eine Woge des Verlangens fuhr durch Teylas Körper, und sie sog scharf die Luft ein, als John seine Lippen von ihrem Hals löste.

    „John…“, seufzte sie und erschauderte wohlig, als er sein Gesicht an ihrer Halsbeuge vergrub und sie in den schmalen Muskeln biss, der von ihrem Ohr zum Schlüsselbein führte.

    „Sag mir, wenn ich aufhören soll“, raunte er heiser und ließ seinen Mund gleichzeitig tiefer gleiten.

    Teyla schüttelte den Kopf, schloss die Augen.

    „Ich will nicht, dass Du aufhörst“, seufzte sie und verkrallte die Finger in seinem Haar. „Du sollst nie mehr damit aufhören.“

    John lachte leise und küsste ihre Brüste.

    „Gut, das hatte ich nämlich auch nicht vor.“


    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (19.06.2016 um 19:53 Uhr) Grund: Hinweis fehlte

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  9. #45
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Es war gut, dass Jack John die Wahrheit gesagt hat. Es war klar, dass John jetzt das Richtige tun musste, auch wenn er nicht ganz so grob hätte sein müssen. Aber ich denke, da sind die Emotionen mit ihm durchgegangen, denn er wollte Teyla bestimmt auf keinem Fall weh tun. Aber er musste mit eigenen Augen sehen, was dieses Schwein von Kenmore ihr angetan hatte.
    Du hattest ja angekündigt, dass es in dem Spoiler wieder einen Rückblick in Teylas Vergangenheit mit Kenmore gibt. Somit war ich vorgewarnt. Es hat mich also nicht unvorbereitet getroffen, aber getroffen hat es mich doch. Da nützt alles Vorwarnen nichts. Aber was danach kam, hat mich dann genug abgelenkt und wieder ein schönes Kopfkino hervorgerufen. Ab da hätte ich wieder sehr gerne mit Teyla getauscht. Bin gespannt, wie du die Geschichte weiterspinnst. Bei weiteren Rückblenden bitte wieder vorwarnen, vor allem wenn sie noch ausführlicher werden.
    Ich wünsche mir für Torren und Teyla, dass jetzt endlich alles gut wird. Und das John Teyla all das Schlimme, was sie erlebt hat, vergessen lässt. Auch wenn das normaler Weise leider nicht möglich ist. Aber in Geschichten ist ja alles möglich. Papier ist geduldig, wie man so schön sagt.
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  10. Danke sagten:


  11. #46
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Jack hat bestimmt Recht mit seiner Vermutung, daß Teyla sich nie freiwillig geöffnet hätte. Allerdings... spätestens bei der ersten romantischen Zusammenkunft zwischen John und Teyla hätte er doch eh die Narben gesehen, oder wenigstens gespürt. Nun ja, jetzt weiß John Bescheid (soweit jedenfalls Jack von den Vorkommnissen in Kenntnis gesetzt war). Doch alles weiß er bestimmt immer noch nicht. Zumal ja ein gewisser Sumner noch immer auf sein Geld wartet...

  12. Danke sagten:


  13. #47
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    Standard Kapitel Zehn

    A/N: Eigentlich sollte es dieses Kapitel in dieser Form nicht geben, aber ich wurde überredet- die verantwortliche Userin fühle sich hiermit gern angesprochen- es doch zu posten. Ich habe erst überlegt, es als Zusatz zum gestrigen 9. Kapitel zu posten- weshalb euch der erste Teil des Kapitels sicher bekannt vorkommen dürfte- habe mich dann aber dagegen entschieden und noch einige Veränderungen vorgenommen, die die Geschichte hoffentlich noch etwas spannender machen.

    Das alles ist relativ schnell gegangen, weshalb ich euchd as Ergebnis meiner Arbeit heute schon präsentieren kann. Es ist ein kurzes Kapitel und ich musste das Rating anheben- die dafür verantwortliche Userin fühle sich bitte erneut angesprochen- aber ich hoffe trotzdem, dass es euch gefällt. Vor allem auf eure Reaktion auf das Ende dieses Kapitels bin ich sehr gespannt.

    Liebe Grüße,
    eure Moni

    PS: Bitte vergesst nicht, dass das Rating für dieses Kapitel angehoben wurde! Es erwartet euch eine "Spoilerszene".




    -------------



    Kapitel Zehn




    Eine tiefe Ruhe überkam Teyla, und sie genoss es, von John gehalten zu werden, genoss es, dass er über ihr Haar streichelte. Sie hörte seinen kräftigen Herzschlag, roch seinen angenehmen Duft, und seine starken Arme gaben ihr Sicherheit und ließen sie eine Geborgenheit spüren, wie sie sie seit Jahren nicht mehr empfunden hatte.

    „Es tut mir leid, wenn ich Dir Angst gemacht habe“, hörte sie ihn nach einer Weile flüstern. Seine Lippen berührten zärtlich ihre Stirn. „Ich wollte nur mit eignen Augen sehen, was er Dir angetan hat. Es tut mir so leid, Teyla.“

    „Ist schon gut“, entgegnete sie schläfrig, auch wenn sie gestehen musste, dass er ihr tatsächlich etwas Angst eingejagt hatte.

    „Es tut mir so leid, Teyla“, murmelte John wieder und zog sie noch fester an sich. „Ich hätte niemals gehen dürfen. Das ist alles meine Schuld. Es tut mir leid.“

    Teyla nahm den Kopf von seiner Schulter und sah ihn an.

    „Hör auf, Dich zu entschuldigen“, sagte sie leise und streichelte seine Wange. „Was geschehen ist, lässt sich nicht mehr rückgängig machen.“

    Seufzend schmiegte John seinen Kopf in ihre Hand, die sanft über seine Wange glitt. Seine Haut war warm, und Teyla spürte seine kratzigen Bartstoppeln unter ihrer Handfläche, berührte die klare Linie seines Mundes mit den Fingerspitzen, woraufhin Johns haselgrüne Augen ihren Blick fingen.
    Alle Bedenken beiseite schiebend und ihren ganzen Mut zusammen nehmend, beugte Teyla sich über ihn und legte ihren Mund auf den seinen. Sie spürte, wie John kurz erschauderte, sich dann aber auf den Kuss einließ und ihn erwiderte. Seine Hand glitt in ihr Haar und umfasste ihren Hinterkopf, während er den Kuss vertiefte. Teyla seufzte, und John nutzte die Gunst des Augenblicks und ließ seine Zunge zwischen ihre Lippen gleiten.

    Bereitwillig öffnete Teyla ihren Mund und gab ihrer Sehnsucht nach, berührte seine Zunge einladend mit der ihren. Sofort wurde sein Kuss leidenschaftlicher und fordernder, und erst die Notwendigkeit zu atmen brachte sie auseinander.

    Spoiler 
    Keuchend lehnte John seine Stirn an ihre. „Ich sollte gehen.“

    „Ja, das solltest Du“, erwiderte Teyla atemlos und küsste seinen Mundwinkel. Erneut fanden sich ihre Lippen zu einem langen, leidenschaftlichen Kuss, und John umfasste ihre Taille und rollte sich in einer geschmeidigen Bewegung mit ihr herum, bis sie unter ihn lag, küsste sie nun langsamer, aber begehrlich.

    Teyla schlang die Arme um seine Schultern. All ihre Sinne waren auf John ausgerichtet, und als er sich sanft von ihr löste, seufzte sie protestierend.

    „Bist Du Dir sicher?“, fragte er, und als Antwort zog Teyla seinen Kopf erneut zu sich herunter, woraufhin sie in einen weiteren endlosen Kuss versanken. „Ich denke, ich habe verstanden“, murmelte John, und Teyla spürte, wie sich sein Mund zu einem Lächeln verformte. Schwer atmend löste er seine Lippen von ihren und ließ sie über ihr Kinn zu ihrem Hals wandern.
    Ein Seufzen entrang sich Teylas Kehle, und sie streifte ihm das Jackett von den Schultern, zupfte sein Hemd aus der Hose und knöpfte es mit fliegenden Fingern auf. Ihre Brust hob und senkte sich heftig, als ihre Hände zum ersten Mal seit sechs Jahren über seinen nackten Oberkörper glitten. Er hatte sich kaum verändert, nur seine Muskeln waren nicht mehr so stark ausgeprägt wie früher, aber das störte sie nicht weiter.
    Langsam strich sie über seine dunkel behaarte Brust, fuhr mit den Fingern über seinen flachen, harten Bauch. Ein dunkler, männlicher Laut drang tief aus Johns Brust, und er griff in ihr Haar und bog sanft ihren Kopf nach hinten, drückte seinen Mund saugend auf die Stelle, wo ihr Hals in die Schulter überging. Eine Woge des Verlangens fuhr durch Teylas Körper, und sie sog scharf die Luft ein, als John seine Lippen von ihrem Hals löste.

    „John…“, seufzte sie und erschauderte wohlig, als er sein Gesicht an ihrer Halsbeuge vergrub und sie in den schmalen Muskeln biss, der von ihrem Ohr zum Schlüsselbein führte.

    „Sag mir, wenn ich aufhören soll“, raunte er heiser und ließ seinen Mund gleichzeitig tiefer gleiten.

    Teyla schüttelte den Kopf, schloss die Augen.

    „Ich will nicht, dass Du aufhörst“, seufzte sie und verkrallte die Finger in seinem Haar. „Du sollst nie mehr damit aufhören.“

    John lachte leise und küsste ihre Brüste.

    „Gut, das hatte ich nämlich auch nicht vor“, flüsterte er, küsste sie und fuhr mit einem Finger zärtlich die Konturen ihrer Brüste nach, liebkoste die weichen Rundungen. Teyla seufzte, als er ihre Brust mit der Hand umschloss und leicht zudrückte, und stöhnte in seinen Mund, als er mit dem Daumen ihren Nippel rieb. Das heiße Pulsieren zwischen ihren Schenkeln wurde immer stärker, und ihr Herzschlag beschleunigte sich.
    John lächelte, küsste ihre Lippen, ihren Hals und ihre Brüste und schließlich ihre pochenden Nippel. Teyla wimmerte leise, drückte den Rücken durch und wölbte sich ihm entgegen. Sein Name lag auf ihren Lippen, und sie schlang die Arme um seine Schultern, während er an ihren Brustspitzen saugte und mit der Zunge umkreiste, bis sie vor Wonne keuchte und am ganzen Körper zitterte.

    „John…“, seufzte sie, zerrte ihm das Hemd von den Schultern und begann ungeduldig an seiner Hose zu nesteln, doch John schüttelte den Kopf, nahm ihre Hände, verwob ihre Finger mit seinen und drückte sie auf die Matratze.

    „Nicht so schnell, Liebes“, lachte er, beugte seinen Kopf zu ihr hinunter und küsste sie so zärtlich auf den Mund, dass Teyla der Atem stockte. Dann sah er sie an, und seine Augen bohrten sich in ihre Seele und schlugen sie in einen Bann, bis die Welt nur noch aus ihnen beiden bestand.

    „Vertrau mir“, flüsterte er, und Teyla nickte und blieb ganz ruhig liegen, als er sich aufrichtete, den Verschluss ihres Rocks öffnete und ihn über ihre Hüften langsam nach unten zog. Ein heiseres Seufzen entrang sich seiner Kehle, als er sah, dass sie darunter vollkommen nackt war. Behutsam drückte er ihre Beine ein wenig auseinander, beugte er sich vor und küsste ihren flachen Bauch, tauchte seine Zunge in ihren Bauchnabel und liebkoste die verblassten silbrigen Linien, die ihre Schwangerschaft hinterlassen hatte. Dann wanderten seine Lippen tiefer, bahnten sich den Weg durch die feuchten Löckchen zwischen ihren Schenkeln, und Teyla schnappte nach Luft und erbebte vor Erregung, als er das Zentrum ihrer Lust erreichte, und umklammerte seine Schultern, als er mit seiner Zunge in sie eindrang. Geschickt begann er sie mit der Zunge zu verwöhnen, ließ sie abwechselnd sanft kreisen, dann fester zustoßen, bis Teyla sich stöhnend auf der Matratze wand.

    „Bitte...John…“, keuchte sie und hob ihm ihr Becken entgegen, krallte ihre rechte Hand in die Bettdecke, ihre Linke fasste in sein Haar und hielt ihn fest. Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn, und ihre Lust schwoll unerträglich an, bis sie es nicht länger auszuhalten glaubte.

    Die erste Welle brach mit erstaunlicher Kraft über ihr zusammen, und sie spürte, wie sich alles in ihr fest zusammenzog. Ihre Muskeln begannen zu kontraktieren, sie fing an am ganzen Leib zu zittern und unkontrolliert zu zucken und keuchte laut auf, als sich ihre Ekstase in einem überwältigenden Orgasmus entlud, der ihr die Tränen in die Augen trieb.
    Nach dem Abebben der Lustschauer sank Teyla erschöpft in die Kissen zurück und rang nach Luft. John richtete sich auf, und sie hörte, dass seine Atemzüge ebenso tief waren wie ihre eigenen. Langsam schob er sich wieder über sie, küsste ihren Bauch, ihre Brüste, ihre Schultern, ihren Hals und schließlich ihren Mund, und Teyla seufzte, als sie das feuchte Resultat ihrer Leidenschaft auf seinen Lippen schmeckte.

    „Alles in Ordnung?“, fragte John besorgt und wischte ihre Tränen fort. „Warum weinst Du?“

    Teyla nickte, und ein seliges Lächeln trat auf ihre Lippen.

    „Es ist alles in bester Ordnung, John“, versicherte sie ihm, legte die Hände an sein Gesicht und zog seinen Kopf erneut zu sich hinunter. Seufzend presste sie ihren Mund auf seinen, fuhr mit der Zunge über seine Lippen und knabberte zärtlich an ihnen.

    John stöhnte.

    „Ich habe das Gefühl, wir sind hier noch nicht fertig“, seufzte er, woraufhin Teyla sich von ihm löste und ihm tief in die Augen sah.

    „Oh nein“, säuselte sie und bedachte ihn mit einem verführerischen Lächeln, „wir sind hier noch lange nicht fertig.“ Johns Lippen verzogen sich zu einem Grinsen, und er umfing ihre Taille mit seinen Armen und ließ sich zur Seite wegfallen. Sie rollten herum, bis Teyla über ihm war und sich rittlings auf seinem Schoß niederließ. Sofort lagen seine Hände auf ihrem Po und drückten sie gegen seine Erektion, woraufhin ihnen beiden ein sehnsuchtsvoller Seufzer entfuhr.

    Mit funkelnden Augen blickte John zu ihr empor und betrachtete sie, wobei sein Blick etwas länger bei ihren Brüsten verweilte. Teyla schüttelte schmunzelnd den Kopf und richtete ihr Augenmerk nun ebenfalls auf seine Brust. Ihre Hände strichen über seine Bauchmuskeln und schoben sich langsam hinauf. Sie spürte, wie sich seine Muskeln unter ihrer Berührung anspannten, und auch sein Schwanz zuckte unter ihr. Mit dem Fingernagel umkreiste sie Johns Brustwarze, bis sie sich aufgerichtet hatte, erst dann lehnte sie sich nach vorne und saugte daran, was John mit einem kehligen Stöhnen quittierte, und seine Hände krallten sich förmlich in ihre Hüften.

    Den Blick nicht von ihm abwendend, rutschte Teyla von seinem Schoß hinunter, knöpfte seinen Hosenschlitz auf und zog ihm die Hose bis in die Kniekehlen hinunter. Sich aufsetzend und sie erneut küssend, entledigte John sich seiner restlichen Kleidung und zog sie dann wieder auf seinen Schoß. Stöhnend presste Teyla sich an ihn und rieb ihre vor Verlangen schmerzenden Brüste an seiner Brust. Ihre Hände lagen auf seinen Schultern, und ihr Schoß wiegte langsam gegen seinen. Ihre Bauchmuskeln begannen sich erneut vor Erregung zusammenzuziehen, und sie biss sanft in seine Unterlippe, als sie sich küssten. Er belohnte sie mit einem sinnlichen Knurren, packte sie bei den Hüften und zog sie noch enger an sich.

    Als seine Hände ihren Rücken berührten, erstarrten sie beiden für einen Moment, und Johns Augen weiteten sich.

    „Ich… Es… es tut mir leid“, stammelte er und ließ die Hände wieder zu ihren Hüften hinabgleiten, doch Teyla schüttelte den Kopf, griff hinter sich, nahm seine Hände und legte sie wieder an ihren Rücken. Vorsichtig, ja fast schon ehrfürchtig, berührten Johns Finger die vernarbten Striemen in der Mitte ihres Rückens.

    „Tut es weh?“, fragte er leise.

    Teyla verneinte und genoss seine zärtlichen streichelnden Bewegungen.

    „Das hat es einmal“, erwiderte sie, beugte sich vor und streifte seinen Mund mit ihrem, hauchte winzige Küsse von einer Seite seiner Lippen zur anderen, als wäre sein Mund eine Spur, der sie folgte. „Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an“, flüsterte sie, als sie sich wieder von ihm löste, und setzte sich auf, stützte sich mit der rechten Hand auf Johns Brustkorb ab, legte die Finger ihrer Linken um seinen harten Schaft, dirigierte ihn zwischen ihre Beine, ließ ihn in ihre Nässe eintauchen.
    John sog scharf den Atem ein und verfestigte krampfartig seinen Griff um ihre Hüften, dann sah er sie an, während sie mit beinahe verstörender Langsamkeit auf sein pochendes Glied niedersank. Als er sie endlich bis zum Anschlag ausfüllte, entkam ein tiefes Stöhnen seinen Lippen, und Teyla sank mit den Ellenbogen auf seine Brust, wartete, bis sie beide sich an das Gefühl ihrer Vereinigung gewöhnt hatten, dann richtete sie sich auf, legte die Hände an Johns Schultern und begann, ihr Becken zu bewegen. Erst langsam, dann etwas schneller, bis sie den richtigen Rhythmus fand.

    Die Augen fest zusammengekniffen und den Mund leicht geöffnet, hielt John ihre Hüfte, aber schon bald reichte ihm das nicht mehr und er legte die Hände um ihre Taille und strich mit den Handflächen hinauf zu ihren Brüsten, umfasste sie, fuhr mit den Daumen über die aufgerichteten empfindlichen Spitzen und rieb sie, was Teyla ein heiseres Stöhnen entlockte. Sie öffnete den Mund zu einem stummen Schrei und warf den Kopf in den Nacken, bohrte die Finger in seine Schultern, presste ihre Knie fest gegen seine Hüften und beschleunigte das Tempo.

    Schnell wurden sie energischer in ihren Bewegungen und John setzte sich auf und kam ihr mit kräftigen Stößen entgegen. Jeder neue Stoß kam schneller und fester und sandte neue Hitzewellen durch jede Faser ihres Körpers. Eine seiner Hände umfasste immer noch ihre Brust, mit der anderen glitt er zwischen ihre Beine. Wimmernd lehnte sie sich nach hinten, um seinen forschenden Fingern noch besseren Zugang zu ermöglichen, und stützte sich mit den Händen auf seinen Oberschenkeln ab. Als er die Stelle berührte, an der sie vereint waren, und ihren empfindsamsten Punkt mit kreisenden Bewegungen stimulierte, fühlte Teyla plötzlich, wie sich ihre Muskeln anzuspannen begannen, und in ihrer Körpermitte breite sich eine wohlige Wärme aus, die ihren Verstand gänzlich aussetzen ließ.

    Von den Vorboten ihres Orgasmus geschüttelt, rief sie seinen Namen, sank ein letztes Mal auf ihn nieder und nahm ihn in die Mangel. Einmal noch stieß er kraftvoll in sie, dann spürte sie, wie er in ihr explodierte. Stöhnend warf Teyla den Kopf in den Nacken und keuchte noch einmal lustvoll seinen Namen, dann sackte sie in seine Arme und küsste ihn in dem Moment, als sie beide den höchsten Gipfel der Lust erreichten und John sich zuckend in sie ergoss.

    Vom Feuer der Leidenschaft erfüllt, klammerten sie sich aneinander, bis die Wellen der Lust langsam verebbten und lehnten nach Atem ringend Stirn an Stirn. Minute um Minute verging, und es war John, der als erstes seine Stimme wiederfand.

    „Wahnsinn“, keuchte er, und sein heißer Atem strich über Teylas Wange. Ein zufriedenes Seufzen entrang sich ihrer Kehle, und sie verlagerte ihr Gewicht, rutschte an ihm hinunter, bis ihr Kopf auf Johns schweißnasser Brust lag. Ungeniert vergrub sie ihre Nase in seinem weichen Brusthaar und atmete mit geschlossenen Augen den Duft seines Körpers ein. Wohlige Erschöpfung ermächtigte sich ihres Körpers, und sie fiel in einen leichten Schlummer, in dem sie Johns sanftes Streicheln weiter wahrnahm. In einem beruhigenden monotonen Rhythmus strich er über ihren Rücken und schmiegte seine Wange an ihre.

    Ein Lächeln stahl sich auf Teylas Lippen, als sie spürte, wie er ihren Mundwinkel küsste.

    „Teyla?“, hörte sie ihn plötzlich ihren Namen flüstern. Sie schlug die Augen auf, hob ihren Kopf ein Stück an und fing seinen sorgenvollen Blick auf. Sie ahnte, was ihn bedrückte, doch wollte nicht, dass er sich jetzt Sorgen darum machte, wie es weitergehen würde, daher presste sie ihre Lippen auf seine und küsste ihn.

    Seufzend schob John seine Hand in ihren Nacken, während sie sich küssten, dann lehnte er seine Stirn gegen ihre. Sein warmer Atem streifte ihre Wange, und ihre Blicke trafen sich.

    „Teyla, ich… ich bin nicht gut in so etwas“, sagte er leise und klang auf einmal sehr verunsichert, „und ich habe Angst, dass… das ich wieder alles falsch mache. Ich will Dir nicht schon wieder wehtun. Nicht nachdem-“ Mitten im Satz brach er ab, und seine Hand geisterte über ihre vernarbte Schulter. Er atmete tief durch und schaute ihr dann direkt in die Augen. „Teyla“, begann er, „Du… Du bedeutest mir wirklich sehr viel und… und ich weiß nicht, ob ich-“

    „Ssch. Sag nichts mehr.“ Teyla legte ihm einen Finger auf die Lippen und lächelte. „Du bedeutest mir auch sehr viel, John.“

    Johns Augen begannen zu leuchten.

    „Tatsächlich?“

    „Tatsächlich“, bestätigte Teyla, woraufhin Johns rechter Mundwinkel sich zu einem schiefen Lächeln aufbog.

    „Genug, um mich als Teil Deiner Familie zu akzeptieren?“, fragte er.

    Teyla seufzte.

    „Ach, John“, entgegnete sie, nahm sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn, erst auf die Stirn, dann auf den Mund, „Du bist ein Teil meiner Familie! Du bist immer ein Teil der Familie gewesen.“

    „Gut zu wissen“, raunte John, runzelte die Stirn und senkte plötzlich wieder den Blick.

    „John…“ Liebevoll legte Teyla einen Finger unter sein Kinn und drückte es nach oben, sodass er gezwungen war, sie anzusehen. „Was möchtest Du von mir hören? Wenn Dir die letzten Minuten nicht gezeigt haben, wie viel Du mir bedeutest, dann weiß ich auch nicht, was ich tun kann, um Dich zu überzeugen!“

    „Es gibt etwas, das Du tun kannst“, meinte John leise und strich ihr übers Haar.

    „Und was? Was ist es? Was kann ich tun?“, fragte Teyla. Ihr Gegenüber antwortete nicht sogleich, und sie sah, wie er zögerte. Er ließ die Finger durch ihr langes Haar gleiten, zog sie dann zu sich, bis sie seinen warmen Atem auf ihren Lippen spüren und seinen betörenden männlichen Duft riechen konnte, sah sie aus seinen haselgrünen Augen voller inniger Zuneigung an und flüsterte zwei kleine Worte, die Teyla einen eiskalten Schauer über den Rücken jagten.

    „Heirate mich.“

    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (20.06.2016 um 15:25 Uhr)

  14. Danke sagten:


  15. #48
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Standard

    die verantwortliche Userin fühle sich hiermit gern angesprochen

    ich musste das Rating anheben- die dafür verantwortliche Userin fühle sich bitte erneut angesprochen


    Eine tiefe Ruhe überkam Teyla, und sie genoss es, von John gehalten zu werden, genoss es, dass er über ihr Haar streichelte. Sie hörte seinen kräftigen Herzschlag, roch seinen angenehmen Duft, und seine starken Arme gaben ihr Sicherheit und ließen sie eine Geborgenheit spüren, wie sie sie seit Jahren nicht mehr empfunden hatte.
    *seufz* Dieses Gefühl ist nicht mit Gold aufzuwiegen, schön wenn man es genießen darf. Auch haben will ...

    Oh wie schön *seufz*, Dankeschön für diesen wunderschönen, erotischen Spoiler. Du hast ihn wirklich super schön geschrieben. Da wäre ich sooo... gerne Teyla gewesen. Ich glaube, ich werde mich nachher mal wieder ganz intensiv John widmen. Er müsste bald von seiner Mission mit Rodney zurück sein.
    „Es gibt etwas, das Du tun kannst“, meinte John leise und strich ihr übers Haar. ... flüsterte zwei kleine Worte, die Teyla einen eiskalten Schauer über den Rücken jagten.
    „Heirate mich.“
    Irgendwo habe ich doch tatsächlich einen ähnlichen Satz gelesen, wo war das nur?


    Oh man, ich habe gerade Gänsehaut pur bekommen. Was für ein schöner, passender Moment, endlich! Wenn ich nicht schon mit ihm verheiratet wäre ... Was für ein schönes Kapitel! Es hat mir super schön gefallen! Dankeschön!
    Geändert von John's Chaya (20.06.2016 um 19:23 Uhr)
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  16. Danke sagten:


  17. #49
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Hui, was für schöner Lesestoff! *freu*

    Vielen, vielen Dank für diese beiden wunderschönen Kapitel, die mein Shipper-Herz ein paar Takte höher haben schlagen lassen.

    Es gab wieder so viele schönen Szenen, dass ich eigentlich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Es war alles sooo schön! *seufz*

    Das Unbehagen stand Jack O’Neill deutlich ins Gesicht geschrieben und er schaute sich in alle Richtungen um, so als wollte er sichergehen, dass nur John und niemand sonst seine Worte hörte.
    Ich kann Jack gut verstehen, aber ich glaube auch nicht, dass Teyla John erzählt hätte, was wirklich passiert ist.

    „Nun“, entgegnete O’Neill mit gedämpfter Stimme, „das ist zumindest die offizielle Geschichte.“
    „Es war ein Unfall“, flüsterte sie. „Er ist gestürzt und ich… ich…“
    So langsam glaube ich mir vorstellen zu können, was damals passiert ist. Auch wenn Teyla so darauf pocht, ich befürchte, dass Michaels Tod kein Unfall war. Natürlich ist das nicht gut, aber etwas anderes hat dieses Schwein nicht verdient.

    Die Narben bedeckten ihren ganzen Rücken von den Schultern bis zu ihrer Taille. Die meisten von ihnen waren zu dünnen hellen Streifen verblasst. Teyla seufzte, doch bewegte sich nicht, während John ganz sanft, fast schon liebevoll, die Narben nachzeichnete, eine nach der anderen, wie um ihr das Ausmaß der Zerstörung zu zeigen, die sie selbst nicht sehen konnte. Schließlich stützte er seine Hände zu beiden Seiten ihres Kopfes auf, beugte sich über ihren Rücken und küsste eine der verheerendsten Narben auf ihrer Schulter.
    Ich hatte beim Lesen ein wirklich schreckliches Bild vor Augen. Die arme Teyla! So etwas sollte keine Frau durchmachen müssen. Kein Wunder, dass John schockiert war, auch wenn ich persönlich finde, dass das nicht seine grobe Vorgehensweise rechtfertigt. Das hätte auch nach hinten losgehen können, er weiß schließlich nicht, was Michael Teyla noch alles angetan hat.

    Weiter möchte ich darauf auch nicht eingehen, denn bei dem Gedanken daran stellen sich meine Nackenhaare auf.

    Ich denke, dass diese "Offenbarung" John und Teyla noch enger zusammenschweißen wird, und ich finde, dass sie ihm jetzt auch endlich von ihren anderen (finanziellen) Problemen erzählen sollte. Noch scheint Papa Sheppard den Geldhahn nicht zugedreht zu haben und es ist natürlich Ehrensache, dass John ihr helfen wird, die Schulden bei Sumner zu begleichen. Denn wenn eines aus diesen beiden Kapiteln hervorgestochen ist, dann ist es die Tatsache, dass er sie immer noch liebt.

    Anderenfalls wäre es ja wohl nicht zu der wunderschönen Spoilerszene gekommen. *seufz* Ich kann mich John's Chaya nur anschließen- ich wäre sooo gern an Teylas Stelle gewesen. Meiner Meinung nach war das deine bisher beste Spoilerszene. Man konnte die überwältigenden Gefühle der beiden füreinander geradezu spüren. *seufz*

    Als seine Hände ihren Rücken berührten, erstarrten sie beiden für einen Moment, und Johns Augen weiteten sich.

    „Ich… Es… es tut mir leid“, stammelte er und ließ die Hände wieder zu ihren Hüften hinabgleiten, doch Teyla schüttelte den Kopf, griff hinter sich, nahm seine Hände und legte sie wieder an ihren Rücken. Vorsichtig, ja fast schon ehrfürchtig, berührten Johns Finger die vernarbten Striemen in der Mitte ihres Rückens.
    An dieser Stelle hatte ich Gänsehaut. Ich konnte mir diese Szene richtig gut vorstellen. So kennen wir John- zuerst vorsichtig, dann fürsorglich. Er wird dafür sorgen, dass niemand Teyla etwas antun wird, nie wieder.

    Und dann das Ende...

    „Heirate mich.“
    *seufz* Darauf habe ich gewartet, aber so wie ich dich kenne, werden nicht so bald die Hochzeitsglocken in Athos Creek läuten. Dabei wünsche ich den beiden alles nur erdenklich Gute und dass sie endlich glücklich miteinander werden. Obwohl ich es nicht glaube, hoffe ich, dass Teyla seinen Antrag annimmt und dass sie, John und Torren endlich eine richtige Familie werden.

    Vielen Dank für diese beiden tollen Kapitel. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und auf Teylas (hoffentlich positive) Antwort.

    LG deine Ally

  18. Danke sagten:


  19. #50
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    Standard Kapitel Elf

    A/N: Hallo, meine Lieben, da bin ich wieder! *wink* Es tut mir leid, dass ihr wieder so lange auf die Fortsetzung warten musstest, aber nachdem mich meine Beta-Leserin freundlicherweise daraufhin hingewiesen hat, dass ich mich in dem neuen Kapitel etwas zu sehr in der Sprache des 19. Jahrhunderts verloren habe, musste ich den Text einer Generalüberholung unterziehen und die Dialoge etwas überarbeiten.

    Ich hoffe, euch gefällt das Ergebnis. Viel Spaß beim Lesen!

    Liebe Grüße
    eure Moni



    -------------



    Kapitel Elf


    „Und was? Was ist es? Was kann ich tun?“, fragte Teyla. Ihr Gegenüber antwortete nicht sogleich, und sie sah, wie er zögerte. Er ließ die Finger durch ihr langes Haar gleiten, zog sie dann zu sich, bis sie seinen warmen Atem auf ihren Lippen spüren und seinen betörenden männlichen Duft riechen konnte, sah sie aus seinen haselgrünen Augen voller inniger Zuneigung an und flüsterte zwei kleine Worte, die Teyla einen eiskalten Schauer über den Rücken jagten.

    „Heirate mich.“



    --------



    Die Kirchturmuhr von Athos Creek hätte längst Mitternacht geschlagen, und obwohl die Müdigkeit unnachgiebig an Teylas Augenlidern zerrte, saß sie allein vor dem bollernden Holzofen in der Kaminecke des Schankraums, eine warme Wolldecke um die Schultern gelegt, trank einen Becher Tee und wälzte ihre Gedanken.

    Heirate mich.

    Seufzend stellte Teyla den Becher beiseite, nahm den Schürhaken und wühlte die Glut auf. Der Luftzug fachte das Feuer wieder an, und das Holz begann zu knistern. Sofort verbreitete sich wohlige Wärme und würziger Kiefernduft im ganzen Raum, und Teyla griff wieder nach ihrem Becher, führte ihn an ihre Lippen und trank einen Schluck des wohltuend heißen Tees.
    Für gewöhnlich half ihr dies, zur Ruhe zu kommen, heute jedoch ließ die ersehnte Entspannung auf sich warten. Tausend Gedanken sausten durch ihren Kopf, und es fiel ihr schwer, auch nur einen davon einzufangen und näher zu beleuchten. Ihre Gedanken waren ein einziges Durcheinander. Angestrengt versuchte sie, diese in die richtigen Bahnen zu lenken und zu verstehen, aber es waren jedes Mal lediglich Johns Worte, die sie klar und deutlich herauszufiltern vermochte.

    Heirate mich.

    Nachdenklich betrachtete Teyla den goldenen Ring, den sie an ihrer linken Hand trug. Er war schlicht, ohne einen eingearbeiteten Stein und ohne jegliche Verzierung, aber seine Schlichtheit machte ihn nicht weniger wertvoll. Obschon er sie fortwährend an die vielen dunklen Momente ihrer Ehe erinnerte, hatte sie in den elf Monaten, die seit Michaels Tod vergangen waren, nicht ein einziges Mal daran gedacht, ihn abzulegen.

    Bis heute.

    Heirate mich.

    Teyla drehte an ihrem Ehering, holte tief Luft und stieß sie zittrig wieder aus. Sie hätte kommen sehen müssen, dass dieser Augenblick nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, und obwohl sie wusste, dass John es nur gut mit ihr meinte und sie und Torren vor dem Gerede schützen wollte, welches in der Stadt die Runde machte, zögerte sie. Natürlich war es ihr nicht entgangen, dass die Leute sich ihre Münder über sie zerrissen, und auch wenn sie es leid war, das Gespött der Einwohner von Athos Creek zu sein, so war sie es doch traurigerweise gewohnt, hatte aber gelernt, dass nicht jedes Gerücht es wert war, mit Aufmerksamkeit bedacht zu werden. Manche Dinge, pflegte sie sich Tag für Tag in den Sinn zu rufen, änderten sich nie, und sie war sich bewusst, dass das Gespött vermutlich niemals verstummen würde- wahrscheinlich nicht einmal dann, wenn sie auf Johns Bitte einging und einwilligte, seine Frau zu werden. Nichts, was sie tat, würde ihr ihre in den Augen der Menschen von Athos Creek verloren gegangene Ehre zurückbringen…

    Heirate mich.

    Erneut entrang sich ein Seufzen ihrer trockenen Kehle. Andererseits… Teyla runzelte die Stirn. Wie oft hatte sie sich ausgemalt, endlich mit der Vergangenheit abzuschließen? Wie viele Nächte hatte sie davon geträumt, jemanden zu finden, der sich um ihre Familie kümmerte, ein Mann, der ihrem Sohn ein guter Vater sein würde? Mehr als nur einmal war es John Sheppard gewesen, der diesen Platz in ihrer Vorstellung eingenommen hatte, und auf einmal eröffnete sich ihr die Möglichkeit, diese Wunschvorstellung Wirklichkeit werden zu lassen.
    Teyla erkannte, dass seinen Antrag anzunehmen, das einzig Richtige war, und wenn sie es schon nicht für sich tat, dann wenigstens für Torren. Ihr Sohn brauchte einen Vater, der für ihn sorgte und ihn die wichtigsten Dinge des Lebens lehrte, und sie wusste, dass John ihm all das und noch weitaus mehr bieten konnte und vor allem bieten wollte. Er war vernarrt in den Jungen, der ein kleineres Abbild seiner selbst war, und verbrachte gern jede freie Minute mit ihm. Die beiden zu trennen, schien unmöglich, denn auch Torren hing sehr an seinem Vater und sah bewundernd zu ihm auf. Teyla befand sich in einer emotionalen Zwickmühle. Ganz egal, wie sie es drehte und wendete, eine Lösung zu finden, mit der sie alle leben konnten, schien unumgänglich zu sein.

    Heirate mich.

    Erschöpft legte Teyla ihr Kinn auf ihre Knie, schlang die Arme um ihre Beine und starrte in die niedrig lodernden Flammen. Eine ganze Weile verharrte sie in dieser Position, bis sie hörte, wie die Tür geöffnet wurde, und sie spürte den Luftzug, der ihren Rücken streifte. Auch ohne dass sie sich umdrehte, wusste sie, dass John den Raum betreten hatte. Sie lächelte, als er sich zu ihr setzte und seinen Arm um ihre Schulter legte.

    „Du bist noch wach?“

    „Ich konnte nicht schlafen“, antwortete John und zog sie zu sich.

    „Ich auch nicht“, erwiderte Teyla und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.

    Seufzend vergrub John seine Nase in ihrem Haar.

    „Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass Du meinetwegen mitten in der Nacht allein hier unten vor Dich hinkauerst?“

    Teyla lächelte.

    „Ich bin nicht allein“, sagte sie und legte eine Hand auf seinen Brustkorb. Zu fühlen, wie sein Herz unter ihrer Handfläche kräftig und gleichmäßig schlug, beruhigte sie. Lächelnd schmiegte sie sich in die Kuhle zwischen seinem Arm und seiner Schulter und meinte leise: „Du bist jetzt hier.“

    Johns Lippen berührten ihre Stirn, wanderten zu ihren geschlossenen Augenlidern, ihrer Nase, über ihre Wangen zu ihrem Mund. Der Kuss war so zart und leicht wie das Flattern von Schmetterlingsflügeln, und Teyla seufzte verzückt, doch genau in dem Augenblick, als sie ihm einladend die Lippen öffnete, zog John sich zurück und lehnte seine Stirn an ihre. Unausgesprochene Worte hingen zwischen ihnen in der Luft und ließen sie vor Spannung knistern, aber keiner schien der Erste sein zu wollen, der die Worte laut aussprach.

    „Also, wegen… vorhin-“ Es war schließlich John, der das Schweigen brach. Er setzte sich etwas aufrechter hin und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, um sie ansehen zu können. „Es tut mir leid, dass ich so… direkt gewesen bin. Ich hätte wissen müssen, dass es noch zu früh ist, Dir eine solche Entscheidung abzuverlangen.“ Beschämt senkte er den Blick. „Bitte verzeih mir.“

    „Es gibt nichts, was ich Dir verzeihen müsste“, entgegnete Teyla, legte einen Finger unter sein Kinn und drückte es sachte nach oben. „Du hast nichts Falsches getan.“

    „Außer, dass ich Dich gebeten habe, meine Frau zu werden“, brummte John missmutig.

    „Du lässt es so klingen, als wäre das etwas Schlimmes“, wunderte Teyla sich.

    „Offensichtlich ist es schlimm genug, dass Du es oben bei mir nicht mehr ausgehalten hast und Dich hier unten versteckst“, sagte ihr Gegenüber und verzog das Gesicht.

    Teyla seufzte.

    „Ich habe mich nicht vor Dir versteckt, John“, stellte sie richtig. „Ich brauchte nur etwas Zeit zum Nachdenken, das ist alles. Wir können gern wieder nach oben gehen, wenn Du das willst.“

    Ein schiefes Grinsen bog Johns Mundwinkel nach oben, und er legte einen Arm um ihre Taille und zog sie an sich. „Du kannst mir glauben“, sagte er, „es gibt nichts, was ich lieber täte, als mit Dir jetzt sofort wieder nach oben zu gehen, aber wir sollten vorher unsere Möglichkeiten durchgehen.“

    „Unsere… Möglichkeiten?“, echote Teyla. John nickte.

    „Wie wir weiter in dieser Sache vorgehen wollen“, präzisierte er. „Wir müssen uns überlegen, wie es weitergehen soll, Teyla. Ich sehe große Schwierigkeiten auf uns zukommen, wenn ich trotz der aktuellen Entwicklungen zwischen uns hier wohnen bleibe. Ich werde einen Platz finden müssen, wo ich bleiben kann.“

    „Der Platz eines Mannes ist bei seiner Familie“, entgegnete Teyla. „Dein Platz ist hier bei uns.“

    „Ich denke nicht, dass das möglich sein wird“, widersprach John und schüttelte den Kopf. „Die Leute, sie… sie reden, Teyla.“

    „Dann lass sie reden“, meinte sie und legte eine Hand an seine von dunklen Bartstoppeln bedeckte Wange. „Ich mache mir nichts aus Gespött, und solange die Leute nur reden, ist alles gut.“

    John seufzte schwer.

    „Bist Du dir wirklich sicher, dass Du das willst, Teyla?“, fragte er skeptisch. „Du könntest ein so viel besseres, einfacheres Leben haben.“

    „Mein Leben war noch nie einfach, John“, erklärte Teyla traurig und dachte an die Narben auf ihren Schultern und ihrem Rücken. Ein kurzer Blick in Johns Gesicht verriet ihr, dass er dasselbe tat. Mit nachdenklich gerunzelter Stirn fuhr sie fort. „Das Gerede der Leute ist das Resultat der Dinge, die ich getan habe. Und ich habe schlimme Dinge getan, John. Ich bin verantwortlich für den Tod meines Mannes. Wenn irgendwo tatsächlich ein besseres Leben auf mich wartet, dann habe ich es nicht verdient.“

    „Ach, Unsinn“, rief John empört aus, nahm ihre Hand und drückte sie. „Wenn jemand so eine Chance verdient hat, dann Du, Teyla. Du hast nichts Falsches getan“, wiederholte er die Worte, die sie erst vor ein paar Minuten zu ihm gesagt hatte. „Und was Michael betrifft…“, presste er heiser hervor, und seine Augen verdunkelten sich, von der Wut überschwemmt, die bei der Erwähnung Michaels in ihm aufloderte wie ein Feuer. „Er ist derjenige, der die schlimmen Dinge getan hat- nicht Du.“

    Teylas Mund verzog sich zu einem gequälten Lächeln. „Leider denken nicht alle so wie Du, John“, klagte sie. „Sie sehen nur, was sie sehen wollen, und für sie bin ich eine Frau, die verantwortlich für den Tod ihres Mannes ist.“

    „Es ist nicht Deine Schuld, Teyla“, rief John ihr in den Sinn. „Es war ein Unfall. Er ist gestürzt.“

    „Nachdem ich ihn zur Rede gestellt habe. Wäre ich nicht gewesen, wäre es nie zu diesem Sturz gekommen und Michael würde noch leben.“ Beschämt wandte Teyla ihr Gesicht ab und starrte mit leeren Augen in die Flammen des Holzofens, bis sie spürte, wie John sie sanft an den Schultern berührte und sie langsam zu sich umdrehte.

    „Er hat versucht, Dich anzugreifen, Teyla.“ Er sprach mit leiser, aber eindringlicher Stimme. „Wer weiß, was er noch getan hätte, wenn Du Dich nicht zur Wehr gesetzt hättest.“

    Allein die Vorstellung, was noch alles an diesem schicksalshaften Abend am Lake Athos hätte geschehen können, jagte Teyla einen eiskalten Schauer über den Rücken. Sie erbebte am ganzen Körper und rang nach Luft, verdrängte rasch jegliche Gedanken daran.

    „Komm her“, flüsterte John und breitete die Arme aus, sodass er sie umarmen und gleichzeitig die Wolldecke über sie legen konnte. Zitternd schmiegte Teyla sich eng an ihn, spürte seine Wärme und die Muskeln unter seinem Hemd. Wie selbstverständlich blieb ihre Hand auf seiner Brust liegen, und sie fühlte seinen kräftigen Herzschlag. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder beruhigt hatte und endlich zu zittern aufhörte. Schwer wie ein Stein sank ihr Kopf auf Johns Schulter, und sie schloss die Augen, während er ihr sanft übers Haar strich.

    Als sie ihre Augen wieder öffnete, war das Feuer im Ofen beinahe ganz heruntergebrannt. Die Flammen zuckten nur noch spärlich über die letzten Holzscheite und schafften es kaum, den Raum auszuleuchten, und Teyla spürte, wie sie allmählich zu frieren begann.

    „Vielleicht sollten wir ins Bett gehen“, schlug John vor, als er ihr Zittern bemerkte, und erhob sich.

    „Das ist eine gute Idee“, erwiderte Teyla, während sie seine Hand ergriff, die sich ihr entgegenstreckte, und ließ sich auf die Beine helfen. „Einen Augenblick noch…“, meinte sie zu John und sah auf ihre Hand hinab. Tief durchatmend trat sie vor den Kaminofen, zog langsam den Ring von ihrem Finger und warf ihn in die Glut, die im Ofen noch vor sich hin glomm, spürte, wie John seinen Arm um ihre Taille legte. Sanft zog er sie zu sich heran und küsste ihre Wange.

    „Lass uns ins Bett gehen“, flüsterte er, und Teyla nickte. Einander fest umschlungen verließen sie den Schankraum und gingen die Treppe hinauf. Vor der Tür ihres Schlafzimmers angekommen, ergriff Teyla Johns Hand und zwang ihn zum Stehenbleiben.

    „Ist alles in Ordnung?“, fragte er sie daraufhin gleichsam besorgt und verunsichert. „Soll ich etwa nicht bei Dir schlafen? Ich kann in meinem Zimmer schlafen, wenn Du das willst.“

    Teyla schüttelte den Kopf.

    „Nein, das ist es nicht“, erwiderte sie und überlegte, wie sie ihm am besten sagen sollte, was ihr auf dem Herzen lag. „John, ich…“ Teyla seufzte. Sie hatte nicht gedacht, dass es so schwer werden würde. Ihr stockte der Atem, und das Blut stieg ihr in die Wangen. „Ich… ich habe nachgedacht“, fuhr sie fort, und ihr Herz schlug plötzlich so laut, dass sie fürchtete, John müsse das stürmische Klopfen hören. „Über Deine Bitte.“

    „Ist schon gut“, gab John zurück. „Ich respektiere Deine Entscheidung. Du bist mir keine Erklärung schuldig.“

    Teyla holte tief Luft.

    „Und was würdest Du tun, wenn ich meine Meinung ändern würde?“

    Ihr Gegenüber runzelte die Stirn.

    „Ich glaube, ich verstehe nicht ganz, was Du-“ Er beendete den Satz nicht, und es dauerte einen Moment, bis er begriff, was sie gesagt hatte und was das für ihn bedeutete. Teyla könnte hören, wie er den Atem anhielt, dann trat ein vorsichtiges Lächeln auf sein Gesicht, und als er sie in seine Arme zog, spürte Teyla, wie sein Brustkorb sich zu einem tiefen Aufatmen hob.

    „Bitte sag mir, dass das bedeutet, was ich denke, was es bedeutet.“

    Teyla lachte leise und schlang die Arme um seinen Hals.

    „In Anbetracht der Umstände bedeutet das wohl, dass Du mir einen neuen wundervollen Ring kaufen musst.“

    „Nichts lieber als das“, erwiderte John und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Überglücklich schloss er sie fest in seine Arme und küsste sie. Von Leidenschaft erfüllt, erwiderte Teyla seinen feurigen Kuss und biss ihn zart in die Unterlippe, woraufhin John ein sinnliches Knurren von sich gab und sie mit dem Rücken an gegen die Schlafzimmertür drückte.
    Atemlos sah Teyla auf und blickte tief in seine haselgrünen Augen. Sie spürte seinen heißen Atem auf ihren Lippen und ein Schauer kroch ihren Rücken hinab, als Johns Blick von ihrem Gesicht über ihren Hals zu ihrem Dekolletee und wieder hinauf wanderte. Eine Welle puren Verlangens durchzuckte sie und sie griff hinter sich, tastete nach dem Türknauf, doch John war schneller, stieß die Tür auf und drängte sie in ihr Schlafzimmer.

    „Schlaf heute Nacht mit mir“, flüsterte Teyla, als sie sich wieder küssten.

    John stöhnte leise, und seine Pupillen weiteten sich zu zwei schwarzen Seen.

    „Von nun an jede Nacht, Mrs. Sheppard“, versprach er ihr und zog sie in Richtung Bett.


    ooOOoo



    Die nächsten Tage erlebte Teyla wie im Trance und bewegte sich in einer Art glücklichen Schwebezustand durch den Alltag, und es dauerte nicht lange, bis ihre Freunde die Veränderungen in ihrem Verhalten zu bemerken begannen.

    „So langsam macht sie mir Angst“, meinte Vala leise an Jennifer McKay gewandt, als sie und Teyla am darauffolgenden Freitag in Mr. Zelenkas Gemischtwarenladen einige Besorgungen erledigten.

    „Wieso mache ich Dir Angst?“, wunderte Teyla sich und schaute ihre Freundin verblüfft an.

    „Irgendetwas ist hier doch im Busch“, murmelte Vala, kniff die Augen zusammen und musterte sie prüfend. „Du lächelst die ganze Zeit.“

    „Darf ich jetzt etwa nicht einmal mehr fröhlich sein?“, entgegnete Teyla, und Jennifer, die die ganze Szene amüsiert verfolgte, schmunzelte.

    „Ich glaube ja, dass ein gewisser dunkelhaariger Gentleman aus Boston für dieses Lächeln verantwortlich ist“, erklärte sie und rempelte Teyla leicht mit den Ellenbogen an, „oder irre ich mich?“

    „Ich weiß nicht, wovon ihr beide überhaupt redet“, erwiderte Teyla, nahm ein Glas mit eingelegten Pflaumen aus dem Regal und packte es in ihren Korb, den sie in der Armbeuge trug. „Vala, Du siehst Gespenster. Ich lächele nicht mehr als sonst auch“, sagte sie und ging weiter. Ihre Freundinnen folgten ihr tuschelnd.

    „Verkauf mich nicht für blöd, Teyla“, ermahnte Vala sie, fasste sie am Arm und drehte sie herum. Mit erhobenem Zeigefinger erklärte sie: „Wir sind seit mehr als zwanzig Jahren miteinander befreundet und da denkst Du immer noch, ich würde es nicht bemerken, wenn Du mich anflunkerst?“

    Teyla errötete.

    „Raus mit der Sprache“, verlangte Vala. „Was ist los?“

    „In Ordnung.“ Teyla seufzte. Es hatte keinen Zweck, den beiden länger etwas vorzumachen, aber sie wollte nicht, dass gleich der ganze Laden etwas davon mitbekam. „Kommt mir“, sagte sie daher zu Vala und Jennifer und bedeutete ihnen, ihr in eine etwas ruhigere Ecke des Geschäfts zu folgen. Vor dem Regal mit den Kurzwaren hielten sie an, und Teyla schaute sich in alle Richtungen um, bevor sie sich mit gesenkter Stimme an ihre Freundinnen wandte. „Versprecht mir zuerst, niemanden davon zu erzählen.“ Vala und Jennifer nickten, also holte Teyla tief Luft und fuhr fort. „John hat mich gebeten, seine Frau zu werden.“

    „Ach Du meine Güte!“, flüsterte Jennifer aufgeregt und schlug die Hände vor den Mund. „Das ist ja wundervoll! Was hast Du geantwortet?“

    Ein Lächeln legte sich auf Teylas Lippen.

    „Ich habe zugestimmt.“

    „Du hast was getan?!“, entfuhr es Vala so laut, dass sich einige der anderen Kunden verwundert zu ihnen umdrehten.

    „Könntest Du bitte etwas leiser sein“, warnte Teyla, „oder willst Du, dass die ganze Stadt davon erfährt?“

    „Du hast zugestimmt?“, wiederholte Vala etwas leiser, aber nicht weniger ungläubig. „Sag mir, was ist bloß in Dich gefahren?“

    Überrascht sah Teyla ihre Freundin an. Zugegeben, sie war davon ausgegangen, dass Vala nicht allzu begeistern sein würde, aber dass sie so ablehnend reagierte, verletzte sie.

    „Teyla-“ Als sie merkte, was sie mit ihrer überzogenen Reaktion angerichtet hatte, atmete Vala tief durch und berührte sie sanft am Ellenbogen- „es tut mir leid. Das gerade eben kam ziemlich überraschend für mich. Bitte verzeih mir.“

    „Schon gut“, winkte Teyla ab und schenkte Vala ein Lächeln. „Glaub mir, es kam nicht nur für Dich überraschend.“

    „Du hast also ‚ja‘ gesagt?“, hakte Vala nach.

    Teyla nickte.

    „Ja, John und ich werden heiraten“, bestätigte sie.

    „Oh, Teyla, das ist so wundervoll!“, wiederholte Jennifer und schloss sie in eine feste Umarmung. „Meinen Glückwunsch, ich freue mich für euch beide.“

    „Danke“, sagte Teyla. „Es kam wirklich sehr überraschend für mich, aber in Anbetracht der Umstände ist es wirklich das Beste.“

    „In Anbetracht der Umstände?“, echote Vala und zog die Augenbrauen nach oben. „Gibt es da vielleicht noch etwas, das Du uns sagen möchtest?“, fragte sie und schielte argwöhnisch auf ihren Bauch.

    Teyla rollte mit den Augen.

    „Himmel, nein“, lachte sie dann, und Valas Gesichtszüge entspannten sich wieder. „Eins nach dem anderen.“

    „Wann ist es denn soweit?“, erkundigte Jennifer sich neugierig.

    „Wir haben noch keinen Termin festgelegt“, antwortete Teyla, „aber ich dachte an Ende Mai, Anfang Juni.“

    Jennifer klatschte begeistert in die Hände.

    „Oh, Teyla, das klingt wunderbar- eine Sommerhochzeit“, trällerte sie, und ihre grünen Augen begannen zu leuchten. „Ich kenne eine wirklich sehr talentierte junge Schneiderin in Abydos City. Sie wird sich sicher bereit erklären, ein Kleid für Dich zu nähen, wenn ich sie darum bitte.“

    „Eigentlich dachte ich daran, eines meiner alten Kleider für den Sonntagsgottesdienst zu tragen“, meinte Teyla.

    „Oh nein!“, protestierte Jennifer augenblicklich und schüttelte den Kopf. „Es kommt überhaupt nicht in Frage, das Du bei Deiner Hochzeit ein altes Kleid trägst.“

    „Jennifer…“

    „Ich werde ihr gleich ein Telegramm schicken und fragen, ob sie in der nächsten Woche noch einen Termin frei hat“, verkündete Jennifer eifrig, raffte ihre Röcke und lief in Richtung Tresen. „Ich bin gleich wieder zurück.“

    Seufzend sah Teyla ihr nach und drehte sich dann zu Vala um.

    „Vala, ich habe kein Geld für ein neues Kleid“, klagte sie. „Ich drehe zurzeit jeden Penny fünfmal um und das, was übrig bleibt benötige ich, um Sumners die Schulden zurückzuzahlen.“

    Ihre Freundin runzelte nachdenklich die Stirn.

    „Mir ist zu Ohren gekommen, dass Mr. O’Neill einen sehr großzügigen Scheck von Deinem Verlobten bekommen hat. Hast Du mal darüber nachgedacht, ihn zu frag-“

    „Das kommt nicht in Frage!“, fiel Teyla ihr ins Wort und schüttelte energisch den Kopf. „Das geht John nichts an. Die Taverne ist meine Angelegenheit.“

    „Denkst Du nicht, er sollte es wissen?“, gab Vala zu Bedenken. „Immerhin heiratet ihr bald.“

    „Vala, die Taverne hat nichts mit John zu tun“, wiederholte Teyla. „Ich werde Sumner die Schulden schon noch zurückzahlen- ohne Johns Hilfe.“

    Vala zuckte mit den Achseln.

    „Wenn Du meinst“, meinte sie. „Ich finde trotzdem, dass Du es ihm sagen solltest. Oder willst Du, dass er es wieder auf anderem Wege herausfindet?“

    Teyla seufzte.

    „Ich möchte John da nicht mit reinziehen“, erklärte sie. „Michaels Schatten lastet schon viel zu sehr auf uns.“

    „Und er wird es auch weiterhin tun, wenn Du nicht endlich damit anfängst, John die Wahrheit zu sagen“, warnte Vala und legte ihr eine Hand auf den Arm. „Teyla, der Mann hat es nicht verdient, dass Du ihm etwas vormachst. Wünschst Du Dir nicht auch eine Ehe, die nicht auf Lügen aufgebaut ist?“

    „Ja, das tue ich“, antwortete Teyla leise.

    „Dann sag ihm die Wahrheit. Er wird es verstehen und Dir helfen. Er liebt Dich wirklich sehr, Teyla.“

    „Ich weiß.“ Teyla seufzte und betrachtete nachdenklich die Einkäufe in ihrem Korb.

    „Oh, da kommen Jennifer und Mr. Zelenka“, hörte sie Vala sagen und sah auf.

    „Meine Damen.“ Radek Zelenka, ein kleiner bebrillter Mann mit dünnem, zerzaustem Haar, lächelte freundlich, als er sich zu ihnen gesellte. „Ich hoffe, Sie haben alles gefunden, weswegen Sie hergekommen sind.“

    „Ja, das haben wir“, erwiderte Vala.

    „Sehr schön.“ Mr. Zelenka nickte, wobei ihm seine Brille fast von der Nase rutschte. Rasch schob er sie wieder nach oben und wandte sich an Teyla.

    „Ah, Mrs. Kenmore, bevor ich es vergesse, heute Morgen ist wieder ein Telegramm aus Boston gekommen“, sagte er und reichte ihr das sorgfältig gefaltete Schreiben.

    „Vielen Dank, Mr. Zelenka, ich werde es weiterleiten“, versprach sie und verstaute das Telegramm in ihrer Schürze, doch ihr Gegenüber schüttelte den Kopf.

    „Oh, das wird nicht nötig sein“, meinte der Ladeninhaber freundlich. „Das Telegramm ist nämlich nicht für Mr. Sheppard, sondern für Sie.“

    „Für… mich?“, echote Teyla überrascht, fischte das Schreiben aus ihrer Schürze und öffnete es. Wie merkwürdig, dachte sie und begann zu lesen.

    „Was steht drin?“, fragte Vala. „Und von wem ist es?“

    Nachdem sie das Telegramm gelesen hatte, überflog Teyla die wenigen Zeilen noch einmal.

    „Es… es ist von Johns Mutter“, verkündete sie schließlich, schüttelte den Kopf und las den Text ein drittes Mal. „Sie will, dass John und ich nach Boston kommen.“

    Jennifers Augen weiteten sich.

    „Und wann?“, wollte sie wissen.

    Teyla schluckte und hielt das Telegramm in ihren zitternden Händen.

    „Schon nächste Woche.“

    Fortsetzung folgt…

  20. Danke sagten:


  21. #51
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Teyla macht sich viel zu viele unnütze Gedanken. John liebt sie und Torren von ganzem Herzen, alles andere ist unwichtig. Und Torren und sie lieben John, was überlegt sie also noch?

    Und ich habe schlimme Dinge getan, John. Ich bin verantwortlich für den Tod meines Mannes.
    Nein, ist sie nicht. Dieses A... ist selbst Schuld und hat es nicht anders verdient, bzw. war sein Tod noch viel zu Milde für ihn, er hätte mehr leiden müssen, sehr viel mehr.

    „Komm her“, flüsterte John und breitete die Arme aus, sodass er sie umarmen und gleichzeitig die Wolldecke über sie legen konnte. Zitternd schmiegte Teyla sich eng an ihn, spürte seine Wärme und die Muskeln unter seinem Hemd. Wie selbstverständlich blieb ihre Hand auf seiner Brust liegen, und sie fühlte seinen kräftigen Herzschlag. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder beruhigt hatte und endlich zu zittern aufhörte. Schwer wie ein Stein sank ihr Kopf auf Johns Schulter, und sie schloss die Augen, während er ihr sanft übers Haar strich.
    Oh man, so einen Mann hätte ich mir an Teylas Stelle auch gewünscht. *seufz* Er wird ihr helfen, all das Leid, was ihr wiederfahren ist, zu verarbeiten und vielleicht eines Tages alles nur als bösen Albtraum, der vorbei ist, zu betrachten. Ich wünsche es ihr von Herzen. Denn sonst wird sie daran zugrunde gehen und krank werden und nie mehr glücklich. Sie kann John vertrauen, er wird ihr niemals etwas tun. Er wird ihr die bösen Erinnerungen wegküssen und sie und Torren tief und innig von ganzem Herzen lieben. Und wer weiß, vielleicht bekommt Torren ja noch ganz viele Geschwisterchen ...

    „In Anbetracht der Umstände bedeutet das wohl, dass Du mir einen neuen wundervollen Ring kaufen musst.“
    Endlich ...! *seufz* Wurde aber auch Zeit!

    „Von nun an jede Nacht, Mrs. Sheppard“, versprach er ihr und zog sie in Richtung Bett.
    Nicht nur jede Nacht ... John ist in der Beziehung so süß unersättlich und leidenschaftlich. Wenn er liebt, dann mit allem was er zu bieten hat und das ist weiß Gott nicht wenig. Und am liebsten so oft wie möglich ...

    „Teyla, der Mann hat es nicht verdient, dass Du ihm etwas vormachst. Wünschst Du Dir nicht auch eine Ehe, die nicht auf Lügen aufgebaut ist?“
    Lügen sind sch... Darauf kann man keine dauerhafte Beziehung aufbauen. Die Lügen würden Teyla immer wieder einholen. Sie sollte John alles erzählen. Ich weiß, dass er Verständnis für sie hätte und alles tun würde um ihr zu helfen. Teyla darf ruhig mal schwach sein und sich von ihm helfen lassen.

    „Es… es ist von Johns Mutter“, verkündete sie schließlich, schüttelte den Kopf und las den Text ein drittes Mal. „Sie will, dass John und ich nach Boston kommen.“
    Das kann eigentlich nur Gutes bedeuten. Johns Mom möchte bestimmt einfach nur die Frau kennenlernen, die das Herz ihres geliebten Sohnes im Sturm erobert hat.

    Tja, wenn da nicht unsere Dramaqueen wieder ihre Finger im Spiel hat und ihnen noch so allerhand Ärger einbrockt.

    Möchte ganz schnell wissen, wie alles weitergeht! Das war ein schönes Kapitel!
    Geändert von John's Chaya (06.07.2016 um 22:35 Uhr)
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  22. Danke sagten:


  23. #52
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Schön, daß Teyla nach reiflicher Überlegung Johns Antrag angenommen hat. Vala hat aber Recht, in dem sie sagt, sie solle John gegenüber keine Geheimnisse haben. Da sollte sie so schnell wie möglich ein Gespräch mit John führen.

    Ohoh, eine Einladung nach Boston... das kann gut oder schlecht sein, je nachdem, was Dave den Eltern erzählt hat. Ich denke, Vater wird toben und Mutter will die Auserwählte zunächst begutachten Und auch deswegen sollte Teyla John reinen Wein einschenken, denn die Sheppards haben sicherlich Mittel, um sehr schnell eigene Nachforschungen anzustellen.

    Also, wann geht es weiter?

  24. Danke sagten:


  25. #53
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Standard

    Hallo,

    schön dass es hier weitergeht!

    „In Anbetracht der Umstände bedeutet das wohl, dass Du mir einen neuen wundervollen Ring kaufen musst.“
    Na endlich! Das wurde aber auch Zeit! Ehrlich gesagt habe ich vor dem neuen Kapitel ganz schön Muffensausen gehabt, denn ich hatte ziemliche Angst, dass Teyla Johns Antrag ablehnt. Jetzt bin ich erleichtert und hoffe, dass du die beiden ihr Glück erst einmal genießen lässt- sie hätten es verdient.

    So sehr ich mich freue, dass die beiden nun doch heiraten, kann ich Teylas Zweifel gut nachvollziehen. Sie hat keine guten Erfahrungen mit Männern und John jetzt so sehr zu vertrauen hat sie bestimmt Überwindung gekostet. Aber für Torren ist es das Beste. Er braucht seinen Vater vor Ort, damit er von ihm lernen kann. Die beiden wieder zu trennen, hätte ihnen das Herz gebrochen. Wie schön, dass sie jetzt für immer zusammenbleiben dürfen.

    „Teyla, der Mann hat es nicht verdient, dass Du ihm etwas vormachst. Wünschst Du Dir nicht auch eine Ehe, die nicht auf Lügen aufgebaut ist?“
    Ich finde auch, dass Teyla ihm die Wahrheit sagen sollte. Er wird ihr bestimmt helfen und all ihre Schulden bei Sumner bezahlen. Es wird Zeit, dass sie beide das Kapitel "Michael" endgültig abschließen, die Vergangenheit hinter sich lassen und sich auf ihre gemeinsame Zukunft als Familie konzentrieren. Ich schließe mich John's Chaya an und plädiere auch mindestens noch zwei Geschwister für Torren.

    „Es… es ist von Johns Mutter“, verkündete sie schließlich, schüttelte den Kopf und las den Text ein drittes Mal. „Sie will, dass John und ich nach Boston kommen.“
    Hhm... ich habe ein eher ungutes Gefühl, was den Besuch in Boston angeht. Ich befürchte irgendwie, dass Johns Eltern versuchen werden, ihm die Heirat auszureden, und es würde mich nicht wundern, wenn wir von Mara auch noch etwas hören werden.

    Also schreib bitte ganz schnell weiter! *ganz lieb guck und dir ein Stück Kuchen hinstell*

    LG deine Ally

  26. #54
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    Standard Kapitel Zwölf

    A/N: Heute mal ohne viele Worte; der Serienneustart von "Stargate Atlantis" gestern auf Tele5 hat mich irgendwie beflügelt und daher habe ich heute ein brandneues Kapitel für euch. Ich hoffe, es gefällt euch.

    Viel Spaß beim Lesen!

    Liebe Grüße
    eure Moni



    -------------



    Kapitel Zwölf




    In der darauffolgenden Nacht schlief Teyla unruhig. Obwohl sie nach einem anstrengenden Tag erschöpft zu Bett gegangen war, schreckte sie in regelmäßigen Abständen hoch, und jedes Mal war ihr Nachthemd von Schweiß durchtränkt, und ihr Herz hämmerte dumpf gegen die Rippen. Instinktiv streckte sie ihre Hand nach John aus, bis ihr einfiel, dass er die Nacht auf Pegasus‘ Hill verbrachte, nachdem ein von einem Unwetter ausgelöster Erdrutsch die Straße, die vom Anwesen der O‘Neills nach Athos Creek führte, unpassierbar gemacht hatte.

    Eine Zeitlang stierte Teyla in die Dunkelheit und wälzte sich ruhelos von einer Seite auf die andere. Die Luft in ihrem Zimmer war nach dem Regen feucht und stickig, wogegen auch das weit geöffnete Fenster nichts auszurichten vermochte. Ihre sonst so kühle, angenehme Bettdecke hatte sich zu einem einengenden Seil verwickelt, und das mit weichen Daunenfedern gefüllte Kissen erschien ihr auf einmal so hart und heiß, dass sie es ständig ausschütteln und umdrehen musste, um wieder bequem darauf liegen zu können.
    Den Drang, das Bett zu verlassen und im Zimmer umherzugehen, konnte sie kaum noch unterdrücken, doch sie versuchte noch eine Weile in den Schlaf zurückzufinden. Erst als sie auf ihrem Kissen keine kühle Stelle mehr fand, gab sie auf, rappelte sich hoch und schwang die Beine über die Bettkante.

    Ein Gähnen unterdrückend, verließ Teyla das Schlafzimmer, tapste barfuß den Flur entlang, stieg die Treppe hinab, ging in die Küche, heizte den Herd an und setzte einen Kessel mit Teewasser auf. Während sie darauf wartete, dass das Wasser zu kochen begann, setzte sie sich an den Tisch und schaute sich in ihrer Küche um, die zwar klein war, aber ihren Ansprüchen bisher gerecht geworden war. Jetzt, da sie zu dritt waren, reichte der Platz jedoch nicht mehr aus, und Teyla ahnte, dass sie sich schon bald eine Alternative überlegen mussten. Johns Vorschlag, in ein größeres Haus umzuziehen, hatte sie jedoch entschieden zurückgewiesen. Hier zu wohnen bedeutete ihr mehr, als er je verstehen würde. Das Haus und Taverne waren das Einzige, was ihr von ihrem Vater geblieben war, und sie hatte ihm auf dem Sterbebett geschworen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Fortbestand der Taverne zu sichern. Sie hatte John unmissverständlich klargemacht, dass ein Verkauf des Hauses nicht zur Debatte stand, und schließlich hatte er eingelenkt und das Thema nicht wieder angeschnitten.

    Der pfeifende Wasserkessel riss sie kurz darauf aus ihren Gedanken, und Teyla erhob sich, nahm den Kessel vom Herd und goss den Tee auf. Behutsam den Becher tragend, kehrte sie auf ihren Platz zurück und setzte sich. Dabei streifte ihr Blick ihre Schürze, die an einem Haken an der Tür hing.

    Nachdenklich führte Teyla den Becher an ihre Lippen und trank einen Schluck heißen Tee, dann noch einen, stand schließlich auf und ging zur Tür.

    Das sorgsam gefaltete Telegramm befand sich noch immer dort, wo sie es am Vortag versteckt hatte, in der linken Tasche ihrer Schürze. Teyla zog es hervor und begann zu lesen, obwohl sie inzwischen jede Zeile so gut wie auswendig kannte. Sie hatte das Schreiben mehr als nur einmal gelesen, wusste aber immer noch nicht, was sie tun sollte. Auf der einen Seite war ihr klar, dass sie John besser früher als später von dem Telegramm erzählen musste; auf der anderen Seite hatte sie jedoch große Bedenken, wie er auf die Einladung seiner Mutter reagieren würde. Das Thema Boston war nach wie vor ein rotes Tuch für ihn, und er weigerte sich vehement mit ihr über seine Familie zu sprechen. Ein paar Mal hatte Teyla versucht, ihm Informationen zu entlocken, doch anstatt ihr zu antworten, hatte John geradezu störrisch geschwiegen.

    Teyla vermutete, dass er und seine Eltern nicht im Guten auseinandergegangen waren, und das Telegramm von Johns Mutter bestärkte diesen Verdacht nur noch mehr. Es ließ sich schwer sagen, ob es eine wirklich ehrlich gemeinte Einladung war, denn Ausdrücke des Wohlwollens suchte man in dem kurzen Schreiben vergebens, und Teyla verspürte immer wieder leichtes Unbehagen, während sie das Telegramm las.

    Insgeheim hegte sie den Verdacht, dass es bei dieser Einladung nicht darum ging, einander kennenzulernen, sondern vielmehr darum, John davon zu überzeugen, nach Boston zurückzukehren. Dieser Gedanke machte Teyla Angst, denn auch wenn John sich in Athos Creek wohlzufühlen schien und immer wieder beteuerte, wie glücklich und zufrieden er hier war, glaubte sie, dass sich ein Teil von ihm nach Boston zurücksehnte. Die letzten sechseinhalb Jahre waren nicht spurlos an ihm vorübergegangen, und immer wieder stellte sie Verhaltensweisen an ihm fest, die er sich während seiner Zeit in der feinen Bostoner Gesellschaft angeeignet hatte. Von dem einst raubeinigen Cowboy mit dem verwegenen Blick war nicht mehr viel übriggeblieben. Natürlich liebte sie ihn nach wie vor sehr, aber hin und wieder vermisste sie diese Seite an ihm und sie befürchtete, dass er, wenn sie der Einladung seiner Mutter nachkamen, merkte, wie viel ihm an dem bequemen Leben in einem großen, vornehmen Haus mit Garten lag.

    Seufzend faltete Teyla das Telegramm wieder zusammen und steckte es in die Tasche ihrer Schürze zurück. Ihr Tee war inzwischen längst erkaltet und nicht mehr sonderlich schmackhaft, also öffnete sie das Fenster und schüttete ihn hinaus. Es hatte wieder zu regnen begonnen, und begleitet von einem weiteren lauten Seufzer beschloss Teyla, ins Bett zu gehen.

    Doch selbst zwei Stunden später war an Schlaf nicht zu denken, und sie lag wach in ihrem Bett und lauschte dem Klang des Regens, der gegen die Fensterscheibe schlug. Seufzend rollte sie sich vom Rücken auf die Seite und blieb so eine Weile liegen, wandte dann ihren Blick zur Seite und starrte auf den leeren Teil des Bettes neben sich. Sie war selbst überrascht, wie schnell sie sich daran gewöhnt hatte, dass John im Bett neben ihr schlief. Er fehlte ihr entsetzlich, und sie vermisste seine wohlige Wärme, seine starken Arme, die sie umschlangen und sicher festhielten, und die Art, wie er im Schlaf sein Gesicht an ihren Hals schmiegte…

    Niedergeschlagen rutschte Teyla auf Johns Seite des Bettes, nahm sein Kopfkissen und vergrub ihre Nase darin. Es roch nach ihm, männlich, natürlich und herb. Sie atmete seinen Geruch tief ein und während sie sich vorstellte, in seinen Armen zu liegen, spürte sie bereits, wie die Müdigkeit sie endlich übermannte. Ihre Gedanken verstummten, und fast schon erleichtert hieß sie die Dunkelheit willkommen, schmiegte Johns Kissen ganz fest an ihre Brust und fiel in einen tiefen und traumlosen Schlaf, aus dem sie erst wieder am nächsten Morgen erwachte, als die Sonne bereits aufgegangen war.



    ooOOoo


    Das Unwetter hatte die ganze Nacht hindurch angehalten und monsunartig getobt. Die Wassermassen hatten den trockenen Boden aufgeweicht, und so hatte die Fahrt über die vom Regen unterspülte Straße mehr Zeit und Nerven in Anspruch genommen, als gedacht. Es war schon spät und die Sonne längst untergegangen, als John am Samstagabend endlich nach Hause zurückkehrte. Ein erleichtertes Seufzen entrang sich seiner Kehle, als er erschöpft die Verandastufen der Taverne erklomm.
    Obwohl diese bereits vor über einer Stunde geschlossen hatte, war der Schankraum noch immer hell erleuchtet. Ein Feuer schwelte im offenen Kamin, und darüber brodelte ein Kessel Eintopf. Die Tür zum Flur stand offen, und der unwiderstehliche Duft von frisch gebackenem Brot, der aus der Küche zu kommen schien, ließ John das Wasser im Mund zusammenlaufen. Seine Laune besserte sich schlagartig.

    „Teyla, Liebes, ich bin zurück“, rief er ins Haus hinein, streifte sich den durchnässten Mantel ab und hängte ihn an einen Wandhaken neben den Kamin.

    „Eine Sekunde, ich bin sofort bei dir“, erklang Teylas Stimme aus der Küche, und im selben Moment hörte John, wie im Obergeschoss des Hauses eine Tür aufgerissen wurde, und vernahm aufgeregte Laute und hastige Schritte den oberen Flur entlangeilen. Schmunzelnd beobachtete er, wie sein Sohn die geschwungene Treppe hinunterpolterte, und ging in die Hocke, um ihn aufzufangen.

    „Papa!“ Überglücklich schlang Torren seine dünnen Arme um seinen Hals und presste sein Gesicht an seine Schulter. „Ich habe Dich so vermisst!“

    „He, mein Großer“, lachte John, stand auf und wirbelte den vor Freude jauchzenden Jungen im Kreis umher, bis Teyla ihm aus der Küche zurief, er sollte es nicht zu wild treiben. „Ich habe Dich auch vermisst“, sagte er und wuschelte durch Torrens dunkle Haare, bevor er ihn wieder absetzte und vor ihm in die Hocke ging. „Und“, fragte er, als sie auf Augenhöhe waren, „hast Du auch gut auf Deine Mutter aufgepasst, während ich weg war?“

    Torrens schneidezahnloser Mund strahlte stolz von einem Ohr zum anderen aus dem sommersprossigen Gesicht.

    „Ja, das habe ich“, bestätigte sein Sohn nickend, und Teyla wählte diesen Moment, um in der Küchentür zu erscheinen. Entspannt lächelnd lehnte sie sich an den Türrahmen.

    „Ich habe mich in der Tat sehr sicher und gut beschützt gefühlt“, meinte sie, woraufhin Torren vor Stolz rote Wangen bekam.

    John schmunzelte, dann erhob er sich und gab Teyla einen keuschen Kuss auf die Wange.

    „Hallo“, begrüßte er sie leise.

    „Selber hallo“, erwiderte Teyla und schenkte ihm ein Lächeln, das sein Herz sofort schneller schlagen ließ. Liebend gern hätte er sie jetzt in seine Arme gezogen und ihr einen anständigen Kuss gegeben, beherrschte sich aber ihres Sohnes wegen.

    Torren jedoch, der sie aufmerksam beobachtete, schien wenig begeistert von der lieblosen Begrüßung seiner Eltern zu sein, rollte mit den Augen und zupfte kurz am Hemdsärmel seines Vaters.

    „Du kannst sie ruhig richtig küssen“, meinte er, als John sich zu ihm herunterbeugte. „Ich bin alt genug, um zu wissen, dass Eltern das gern tun.“

    John stieß ein erheitertes Lachen aus, während Teyla errötete.

    „Torren!“

    „Ich soll Deiner Mutter also einen richtigen Kuss geben?“ Ein Grinsen umspielte Johns Mundwinkel, und er warf Teyla einen fragenden Blick zu. „Oder noch besser, Deine Mutter soll mich küssen? Was hältst Du davon, Kumpel?“ Amüsiert beobachtete er, wie sich das Rot auf Teylas Wangen vertiefte.

    „Oh ja“, jauchzte Torren. „Mama muss Dir einen Kuss geben.“

    Teyla verdrehte die Augen.

    „Ihr beide seid unmöglich, wisst ihr das?“ Kopfschüttelnd stellte sie sich auf die Zehenspitzen und hauchte John einen sanften Kuss auf die Lippen, der beim Weitem nicht dem entsprach, was er sich unter einem angemessenen Begrüßungskuss vorstellte. Auch Torren schien nicht überzeugt zu sein und runzelte die Stirn.

    „Das war kein richtiger Kuss“, schimpfte er. „Nochmal!“

    Teyla seufzte.

    „Ok, das reicht jetzt aber, junger Mann“, rief sie ihren Sohn zurecht, packte ihn beim Arm und schob ihn in Richtung Treppe. „Du solltest eigentlich schon längst im Bett sein und schlafen.“

    „Aber, Mama“, protestierte Torren und zog einen Flunsch, „ich bin noch gar nicht müde.“ Doch sein Jammern stieß auf taube Ohren.

    „Keine Widerrede“, schalt Teyla ihn und scheuchte ihn die Stufen hoch. „Los jetzt. Marsch ins Bett.“ Seufzend ergab Torren sich seinem Schicksal und stapfte grummelnd die Treppe hinauf. John sah seinem Sohn mitleidig hinterher, doch als er sich rührte, fuhr Teyla herum und deutete mit dem Finger auf ihn.

    „Und nun zu Dir…“

    Sie klang wütend, aber John ahnte, dass sie das nur tat, weil Torren noch in Hörweite war. Kaum hatte sein Sohn die Tür hinter sich zugezogen, spürte John Teylas Mund auf seinem, und sie drängte sich so eng an ihn, dass er fast gestolpert wäre.

    „Ich nehme an, Du hast mich ebenfalls vermisst?“, lachte er leise und zog sie in seine Arme.

    „Ein kleines bisschen vielleicht“, erwiderte Teyla augenzwinkernd und küsste ihn noch einmal, ehe sie sich von ihm löste und in die Küche ging, John folgte ihr. „Wie ist das Treffen mit Jack verlaufen?“, erkundigte sie sich, schenkte ihm einen Becher Kaffee ein und reichte ihn ihm.

    „Ich würde sagen, es ist gut verlaufen“, antwortete John, lehnte sich gegen die Kante des Küchentisch und trank einen Schluck. Das Getränk war frisch aufgebrüht und wärmte ihn von innen. „Die Verträge sind unterzeichnet und die Arbeiten in den Minen können schon nächsten Monat wiederaufgenommen werden.“

    „Das sind großartige Neuigkeiten, John“, freute Teyla sich und sah ihn voller Begeisterung an.

    „Nun ja“, meinte er, stellte seinen Becher beiseite, legte die Arme um ihre Taille und zog sie zwischen seine Beine, „die Zeit wird zeigen, ob sich die Investition wirklich gelohnt hat. Wir dürfen keine Wunder erwarten.“

    „Mach Dir keine Sorgen“, meinte Teyla, streckte die Hand aus und berührte seine Wange. „Ich glaube ganz fest daran, dass das Geschäft ein Erfolg werden wird.“

    John lächelte, beugte sich vor und küsste sie.

    „Das hoffe ich“, sagte er, seufzte tief und zog die Stirn kraus. „Es muss einfach gut gehen. Sollte es das nicht-“

    „Es wird gut gehen“, fiel Teyla ihm ins Wort. „Da bin ich mir ganz sicher.“ Sie lächelte, ließ ihre Hände an seinen Armen hochgleiten, strich über seine breiten Schultern, umfasste sein Gesicht und küsste erst seine Nasenspitze, dann seine Lippen. „Und nun lass uns nicht mehr darüber reden. Hast Du Hunger? Ich habe Dir etwas zu essen gemacht.“

    Johns Mund verzog sich zu einem Grinsen, und er zog sie eng an sich und fuhr ihr mit den Fingern durchs Haar.

    „Ich habe Hunger“, raunte er, senkte den Kopf und streifte leicht ihren Mund mit seinen Lippen, „aber nicht auf etwas Essbares.“ Dann küsste er sie, und jeder rationale Gedanke verschwand. Seine Zunge eroberte ihren Mund, während seine Hände über ihren Rücken glitten und die Kurve ihrer Taille liebkosten. Teyla seufzte wohlig, erwiderte den Kuss jedoch nicht.

    „Was ist denn los?“, fragte John, als er ihr Zögern bemerkte. „Stimmt irgendetwas nicht?“

    „Nein, es ist alles in Ordnung“, versicherte Teyla ihm. „Es ist nur…“ Sie brach und blickte unsicher zur Tür. „Torren ist oben und könnte uns hören.“

    „Dann müssen wir halt ganz leise sein“, meinte John, verteilte sanfte Küsse ihren Hals entlang und liebkoste die Stelle, wo ihr Puls immer schneller schlug. Teyla erschauderte und krallte die Finger in sein Hemd.

    „John…wir können nicht…“

    Schnell erstickte er ihren Einwand mit einem neuerlichen fordernden Kuss auf den Mund und drehte sie, bis sie an die Kante des Küchentischs stieß. Die Lippen nicht von ihren nehmend, hob er sie auf den Tisch, drängte sich zwischen ihre Beine und schob mit der Hand ihren Rock und die Schürze nach oben, bis seine Finger nackte Haut berührten. Erfreut stellte er fest, dass sie keine Unterwäsche trug.

    „Gänzlich mitgedacht“, lobte er sie, und Teyla stöhnte leise in sein Ohr, während seine Finger sie streichelten und aufs Schönste reizten. „Lehn Dich einfach zurück und entspann Dich“, flüsterte er, drückte sie sanft rücklings auf die Tischplatte nieder und raffte ihren Rock bis über ihre Knie nach oben. Im selben Moment bemerkte er aus dem Augenwinkel eine Bewegung und sah, wie etwas aus der Tasche ihrer Schürze auf den Boden fiel, ein gefaltetes Blatt Papier. Sofort bückte er sich, um es aufzuheben, damit es nicht verloren ging, und drehte das Papier um. Es war ein Telegramm, und als er unbewusst die erste Zeile überflog, überkam es ihn wie ein Schreck. Er musste nicht weiterlesen, um zu wissen, von wem das Schreiben stammte, machte einen Schritt zurück und funkelte Teyla aufgebracht an.

    „Was ist das?“, verlangte er von ihr zu wissen und hielt ihr das Telegramm unter die Nase. „Woher hast Du das?“

    Teyla setzte sich auf, und ihre Augen weiteten sich, als sie das Telegramm in seiner Hand erblickte. Dann verzog sie das Gesicht zu einer gequälten Grimasse und seufzte.

    „Ich kann Dir das erklären“, sagte sie. „Es ist nicht das, wonach es aussieht.“

    John rückte noch weiter von ihr ab und starrte sie ungläubig an.

    „Bist Du Dir darüber im Klaren, dass es illegal ist, die Post anderer Leute zu öffnen?“

    „Ja, das bin ich“, antwortete Teyla ruhig, „aber dieses Telegramm ist nicht an Dich adressiert-“ Sie nahm ihm das Schreiben aus der Hand und faltete es auseinander-, „sondern an mich.“

    „An… Dich?“, wiederholte John.

    Teyla nickte.

    „Glaub mir, hätte ich die Gelegenheit gehabt, hätte ich Dir eher davon erzählt“, beteuerte sie und hielt ihm das Telegramm hin. „Es ist von Deiner Mutter.“

    „Von meiner Mutter“, echote John tonlos, nahm ihr das Schreiben aus der Hand und begann zu lesen. Als er fertig war, sank er auf den nächstbesten Stuhl nieder.

    „Ich hatte schon befürchtet, dass es irgendwann so weit kommt“, seufzte er und rieb sich die Nasenwurzel. Teyla setzte sich zu ihm und legte eine Hand auf seine Schulter.

    „Du wirkst nicht sonderlich überrascht“, bemerkte sie.

    John schüttelte den Kopf und seufzte dann erneut. Er wusste, dass er sie nicht länger anlügen konnte, also beschloss er, ihr die Wahrheit zu sagen.

    „Es ist nicht das erste Schreiben dieser Art“, gestand er ihr. „Ich habe in den letzten Wochen mehrere Telegramme aus Boston bekommen, ein paar von meinem Vater und meinem Bruder, aber auch eines von meiner Mutter. Ich habe sie alle ignoriert.“ Beschämt senkte er den Kopf und starrte auf seine fest ineinander verschlungenen Hände.

    „Du wusstest also die ganze Zeit davon und hast mir nichts gesagt?“, fasste Teyla, ohne eine Spur der Anklage in ihrer Stimme, zusammen.

    „Es tut mir leid“, erwiderte John, „das war falsch von mir. Ich hätte Dir davon erzählen müssen. Ich hatte nur Bedenken, dass ein Besuch in Boston alles zwischen uns ändert.“ Er seufzte zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit und nahm ihre weichen Hände in seine. „Meine Eltern hatten große Hoffnungen, dass Miss Glenndenning und ich uns während dieser Reise verloben. Die Feier zur Bekanntgabe unserer Verlobung war bereits geplant.“

    „Und daher befürchtest Du jetzt, dass sie unsere Beziehung nicht billigen werden“, schlussfolgerte Teyla aus seinen Worten.

    „Ich befürchte es nicht nur, ich weiß es, Teyla.“

    Einen Moment lang saßen sie schweigend nebeneinander, und John streichelte mit dem Daumen über ihren Handrücken.

    „Was wirst Du jetzt tun?“, fragte Teyla schließlich, um das Schweigen zwischen ihnen endlich zu brechen.

    John zuckte mit den Achseln.

    „Ich weiß es nicht.“

    „Möchtest Du denn… nach Boston?“, bohrte sie weiter.

    Wieder konnte John nur vage darauf antworten, denn in Wirklichkeit wusste er nicht, was er wollte. Er dachte an die Telegramme, die er zu einem Bündel zusammengeschnürt und im Schuppen in einem leeren Farbeimer versteckt hatte. Er hatte versucht, die Realität zu verdrängen, doch jetzt holte sie ihn wieder ein.
    Das erste Telegramm kam von seinem Bruder, wenige Tage später erreichte ihn eines von seinem Vater. Zu Anfang hatte er sich die Mühe gemacht, jedes Telegramm zu lesen, aber nach einer Weile war er dessen überdrüssig geworden, überflog die Schreiben nur noch flüchtig, bis er sie nicht einmal mehr öffnete. Das letzte Telegramm, welches er bewusst gelesen hatte, war von seiner Mutter gewesen.

    John erinnerte sich, dass das Verhältnis zwischen ihm und seiner Mutter Margaret während seiner Kindheit und Jugendzeit und vor seinem Verschwinden stets ein sehr inniges gewesen war. Dann passierte das Unglück; nachdem er Opfer eines gewaltsamen Raubüberfalls geworden war, verschwand er und lebte ein Jahr in Athos Creek, ohne zu wissen, wer er war und woher er kam. Als er schließlich nach Boston zurückkehrte, hatte ihn seine Mutter resigniert willkommen geheißen, und schon kurz darauf hatte John erschrocken feststellen müssen, dass sie sich während seiner Abwesenheit sehr stark verändert hatte. Er konnte sich bis heute nicht erklären, woran es lag, dass sich seine ehemals so fröhliche, liebenswerte Mutter in eine derart kaltherzige Person verwandelt hatte, die in vielen Dingen sogar seinen narzisstisch veranlagten Vater in den Schatten stellte.
    Es brauchte Monate, bis sich ihr Verhältnis wieder entspannte, aber es wurde nie wieder so wie am Anfang.

    „John?“ Teylas Stimme holte ihn aus seinen Gedanken. „Ist alles in Ordnung?“, fragte sie ihn besorgt und legte eine Hand auf seinen Arm. „Du bist auf einmal so still.“

    Nachdenklich blickte John auf ihre Hand hinunter, nahm sie von seinem Arm, führte sie an seine Lippen und küsste sanft ihre Fingerspitzen.

    „Du weißt, ich liebe Dich.“

    Teyla lächelte und legte ihre Hand an seine Wange.

    „Aber natürlich weiß ich das, John“, sagte sie leise. „Und ich liebe Dich auch.“

    Seufzend lehnte John seine Stirn gegen ihre und legte eine Hand in ihren Nacken.

    „Dann sei mir bitte nicht böse… aber ich denke, ich sollte allein nach Boston gehen.“

    Wie erwartet reagierte Teyla mit Bestürzung und schüttelte den Kopf.

    „Oh nein, John, ich werde selbstverständlich mit Dir kommen“, widersprach sie ihm. „Unter keinen Umständen wirst Du allein nach Boston gehen.“

    John seufzte.

    „Versuch bitte, mich zu verstehen“, sagte er. „Ich bin der Meinung, dass es nicht gut wäre, wenn Du mich begleitest. Meine Eltern… sie…“

    „… haben uns beide eingeladen“, rief Teyla ihm in Erinnerung. „Sie wollen uns beide sehen. Wäre es in diesem Falle nicht unhöflich, wenn nur Du allein erscheinst?“, wollte sie von ihm wissen.

    John kniff die Augen zusammen und musterte sie.

    „Du wirst nicht kleinbeigeben, oder?“

    Teyla schüttelte lächelnd den Kopf, ergriff seine Hand und drückte sie.

    „Keine Chance, Mr. Sheppard“, flüsterte sie und küsste ihn auf die Wange. „Ich werde Dich begleiten, ob Du willst oder nicht.“

    Seufzend zog John sie auf seinen Schoß, vergrub die Nase in ihrem Haar und küsste ihren Hals.

    „So fühlt sich das also an“, murmelte er staunend, woraufhin Teyla ihn fragend ansah.

    „So fühlt sich was an?“

    Johns Mundwinkel bogen sich zu einem schelmischen Lächeln nach oben.

    „Eine Ehefrau zu haben, die ständig Widerworte hat“, antwortete er und wich lachend ihrem Schlag aus. „Na, das werde ich Dir aber noch austreiben müssen, bevor wir heiraten“, meinte er, packte sie an den Hüften und zog sie so eng an seine Brust, dass jede weiche Rundung ihres Körpers gnadenlos an ihn gepresst wurde.

    „Glaub ja nicht, dass das einfach werden wird“, wisperte Teyla und schmiegte sich an ihn, den Mund leicht geöffnet.

    „Oh, ich liebe Herausforderungen“, erwiderte John mit einem vielsagenden Unterton und verschloss ihre Lippen mit einem langen, leidenschaftlichen Kuss, spürte, wie Teylas Widerstand schwand und wie sie sich ihm voll und ganz hingab. Widerstrebend löste er sich von ihr und lehnte seine Stirn gegen ihre.

    „Das heißt also, Du begleitest mich nach Boston.“

    „Genau das heißt es“, bestätigte Teyla und streichelte ihm liebevoll über die Wange. „Mir ist egal, was Deine Eltern über uns denken.“

    John lächelte.

    „Ja, mir auch“, flüsterte er und küsste sie auf die Stirn. „Ich kann mich nicht daran erinnern, je glücklicher gewesen zu sein, und ich soll verdammt sein, wenn ich mir das von irgendjemand anderen kaputt machen lasse.“

    Teyla seufzte gerührt.

    „Oh, John, ich bin auch glücklich.“

    „Es tut mir so leid, dass ich Dich wegen den Telegrammen angelogen habe. Ich verspreche Dir, das so etwas nie wieder vorkommen wird.“ Er nahm ihre Hände und küsste jeden einzelnen Finger. „Ich werde von nun an immer ehrlich zu Dir sein, Teyla. Das schwöre ich bei meinem Leben und unserer Liebe! Ich werde Dich niemals wieder belügen.“

    „John…“ Teylas Stimme zitterte, und ein unbehaglicher Ausdruck huschte über ihr Gesicht. Auch ohne, dass sie etwas sagte, spürte John, dass ihr etwas auf dem Herzen lag.

    „Ist alles in Ordnung?“, fragte er und musterte sie besorgt.

    Teyla seufzte schwer und schüttelte den Kopf.

    „Nein, es ist nichts in Ordnung“, sagte sie, und plötzlich erblickte John Angst und Furcht in ihren braunen Augen. Vorsichtig berührte er ihren Arm und signalisierte ihr, dass er da war und zuhörte.

    „Was ist denn los?“ Er spürte Beunruhigung in sich aufsteigen. „Teyla, rede mit mir!“

    „Du hast gesagt, Du willst von nun an immer ehrlich zu mir sein…“ Teylas Unterlippe erzitterte, und sie hatte Tränen in den Augen, als sie ihn erneut ansah. „Aber John… auch ich habe Dich angelogen.“

    John spürte, wie sein Herz aussetzte- und dann wieder heftig, ja geradezu panisch zu schlagen begann.

    „Du hast mich angelogen?“, wiederholte er und war einen Moment lang selbst überrascht, wie rau und heiser seine Stimme auf einmal klang.

    Teyla nickte und blickte auf ihre Hände hinab.

    „Ich hätte Dir schon viel früher davon erzählen sollen, aber ich habe mich nicht getraut. Ich… ich habe mich geschämt.“

    John wusste nicht, worauf sie genau hinaus wollte, ahnte allerdings, dass nun nichts Angenehmes folgen würde.

    „Du kannst mir alles sagen, Teyla“, versicherte er ihr und nahm erneut ihre Hände in seine. „Wirklich alles.“

    Verunsichert sah Teyla ihn an.

    „Versprich mir, dass Du nicht böse bist“

    John schüttelte den Kopf.

    „Nichts, was Du sagen könntest, kann mich böse machen“, erwiderte er mit sanfter Stimme. „Du kannst mir alles anvertrauen, was Dir auf dem Herzen liegt.“

    „Also gut“, meinte Teyla und holte tief Luft, als müsste sie jetzt alle Kraft der Welt sammeln, um überhaupt weiterreden zu können. Mit belegter Stimme für sie fort: „Es geht um die Taverne…“

    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (04.10.2016 um 12:54 Uhr)

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  28. #55
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Auf den Besuch in Bosten bei den Sheppards bin ich nun sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird. Wird Torren auch mitgenommen? Er könnte derjenige sein, der Johns Eltern (nun, zumindestens Johns Mutter) besänftigen könnte

    Wenn Teyla John von Sumner erzählt, befürchte ich, daß John gleich zu ihm rennen wird. Fragt sich bloß, mit welcher Absicht.

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  30. #56
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Ich hoffe, dass John sich irrt und seine Mutter auf seiner Seite ist, muss sie einfach. Weil seine Mutter einfach nicht böse sein darf. Ich weiß, ziemlich blauäugig, denn wo hat John seinen wunderbaren Charakter sonst hier?

    Hoffentlich geht bei dem Besuch alles gut. Vielleicht sollten sie Torren mitnehmen. In dessen Gegenwart werden sich seine Großeltern doch hoffentlich am Riemen reißen und mit seinem Charm, den er von seinem Vater geerbt hat, wird er sie bestimmt sofort um seine kleinen Fingern wickeln.

    Es ist wirklich süß von John, dass er Teyla schützen möchte und sich lieber alleine seinen Eltern stellt. Aber sie gehören zusammen und zusammen sind sie stark!

    Es ist so niedlich, wie sehr Torren sich auf seinen Vater gefreut hat, Herzerwährmend.

    Ich finde es auch gut, dass Teyla endlich alle Karten offen legen will. Es wird Zeit. Sie sind ein Paar, eine Familie. Da teilt man Freud und Leid, so sollte es zumindest sein.
    John wird ihr helfen, so gut er kann. Viel Geld hat er ja auch nicht, aber gemeinsam werden sie es schaffen.

    Ich bin gespannt, was du Dramaqueen dir noch so alles für Quälereien ausgedacht hast.
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

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  32. #57
    Major Avatar von claudi70
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    Auf den Besuch in Boston bin ich gespannt. Torren würde ich auf jeden Fall mitnehmen damit seine Mutter gleich sieht warum er sich auf jeden Fall für Teyla entschieden hat. Der kleine sollte sich mit seiner Art sicher in Johns Mutters Herz schleichen...

    [QUOTE„Also gut“, meinte Teyla und holte tief Luft, als müsste sie jetzt alle Kraft der Welt sammeln, um überhaupt weiterreden zu können. Mit belegter Stimme für sie fort: „Es geht um die Taverne…“
    ][/QUOTE] Hier bin ich ja auch sehr gespannt wie John reagieren wird. Aber eine gute Sache, dass sie beide nun alle Sorgen auf den Tisch gelegt haben und nun keine Geheimnisse mehr voreinander haben.

    Freue mich auf das nächste Kaoitel
    lg

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  34. #58
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    Standard Kapitel Dreizehn

    A/N: Hallo liebe Leute, tut mir leid, dass ich mich in den letzten Wochen wieder einmal rar gemacht habe, aber wie jedes Mal war wieder das RL Schuld- bzw. eine defekte Heizungsanlage, die sich einfach nicht reparieren lassen will. Okay, der Heizung an sich trauere ich wenig hinterher (auch wenn der Sommer dieses Jahr wieder etwas zu wünschen übrig lässt), aber kalt duschen zu müssen, ist echt eine Qual.

    Aber genug gejault... es gibt neuen Lesestoff!

    Kleine Hintergrundinformation zu dem neuen Kapitel: Es wurde nicht in einem geschrieben, sondern ist aus vielen kleinen Szenen entstanden, die ich immer mal wieder zwischendurch geschrieben habe. Ich hoffe, es gefällt euch.

    Viel Spaß beim Lesen!

    Liebe Grüße
    eure Moni

    PS: Ich wurde in einer PN in einem anderen Forum darauf hingewiesen, dass unklar ist, wie lange sich John jetzt bereits in Athos Creek befindet. Falls es euch interessiert (Und das wird es im weiteren Verlauf dieser Geschichte ganz bestimmt *räusper*) er befindet sich jetzt seit knapp sieben Wochen in der Stadt.

    PPS: Es ist wieder einmal mit mir durchgegangen, also seid gewarnt; es wird kitschig.




    -------------



    Kapitel Dreizehn





    Ungeduldig wanderte Teyla auf der Veranda ihres Haus auf und ab und wischte sich immer wieder ihre feuchten Hände an der Schürze ab. Am anderen Ende der Stadt schlug die Kirchturmuhr schallend ein Uhr mittags, und Teyla blieb an der obersten Verandastufe stehen und blickte die Straße hinauf. Es war ein schöner, klarer Spätfrühlingstag, die Sonne schien hell und warm vom fast wolkenlosen Himmel, und die Einwohner von Athos Creek nutzten das herrliche Wetter, um ihre Wocheneinkäufe auf dem Markt zu erledigen. Auf den Straßen herrschte geschäftiges Treiben, Männer und Frauen, die zum Marktplatz der Stadt strebten oder von dort kamen, bevölkerten die Wege, Pferdewagen rumpelten vorbei, manche leer, andere voll beladen, Kinder tobten lachend die Straße entlang. Die ganze Stadt schien auf den Beinen zu sein, um diesen sonnigen Tag zu genießen, und die gute Laune spiegelte sich in den freundlichen, lachenden Gesichtern der Leute wider.

    Nur Teyla wollte sich von dieser Stimmung nicht so recht anstecken lassen und blies Trübsal. Die Lippen zu einem dünnen Strich zusammengepresst, lehnte sie sich an die Verandabrüstung und schaute weiter die Straße hinauf, bis ihr Blick an dem zweistöckigen Gebäude aus rotem Backstein hängenblieb, das am Ende der Straße an einem kopfsteingepflasterten Rondell lag. Sofort verfinsterte sich ihre Miene, und ihre Gesichtszüge verhärteten sich.

    Das erst vor wenigen Jahren errichtete Bankgebäude war definitiv das prächtigste Haus der ganzen Stadt, mit weißgestrichenen Fensterläden und Blumenkästen am Verandageländer, in denen rote Geranien blühten. Über dem Eingang wehte die Staatsflagge im Wind, und vor dem Haus erhob sich in der Mitte des gepflasterten Rondells eine Bronzestatue des Gründervaters von Athos Creek in die Höhe.
    Die meisten Einwohner der Stadt waren stolz auf ihr Bankgebäude, das zugleich von Zeit zu Zeit als Versammlungsort für den Stadtrat diente, aber nur ein Bruchteil der Leute wusste, dass der Bau durch die erzwungen Geldabgaben verzweifelter Familienväter finanziert worden war, die vom Bankdirektor und seinen Schergen über den Tisch gezogen worden waren. Die Baumaßnahmen hatten viele von ihnen in den endgültigen Ruin getrieben, und die wenigen, denen trotz allem noch ein kleines finanzielles Polster geblieben war, hatten die Stadt so schnell wie möglich verlassen.
    Die Korruption war in Athos Creek war allgegenwärtig, und es war ein offenes Geheimnis, dass der Bankdirektor Marshall Sumner Geschäfte mit zwielichtigen Gestalten trieb und gerne in den Kreisen der gefährlichsten Verbrecher der Gegend verkehrte. Es kursierten die verschiedensten Gerüchte, doch niemand sprach öffentlich darüber. In den Straßen von Athos Creek lastete eine unausgesprochene Angst, denn Sumner hatte seine Augen und Ohren überall.

    Genau aus diesem Grund blieb Teyla von Zeit zu Zeit stehen und schaute sich um, konnte zum Glück aber keinen von Sumners Schergen in unmittelbarer Nähe entdecken, was dem mulmigen Gefühl jedoch keinen Abbruch tat. Sie warf einen raschen Blick hinauf zur Uhr, die über dem Eingang von Mister Zelenkas Gemischtwarenladen auf der gegenüberliegenden Straßenseite hing, und runzelte besorgt die Stirn. Mehr als eine Stunde war vergangen, seit John sich auf den Weg zur Bank gemacht hatte, und dass sie noch immer nichts von ihm gehört hatte, war sicherlich kein gutes Zeichen.

    Zugegeben, sie war von Anfang an nicht begeistert von der Idee gewesen, dass John sich allein mit Sumner zum Gespräch traf, aber nachdem sie ihm von der Hypothek, den Schulden, die sie bei Sumner hatte, und dessen Drohung, ihr die Taverne wegzunehmen, berichtet hatte, hatte John sich nicht mehr davon abbringen lassen. Zu ihrer großen Überraschung war er nicht wütend geworden, sondern hatte darauf bestanden, ihr zu helfen. Noch in derselben Nacht waren sie gemeinsam die Vertragsunterlagen durchgegangen und hatten überlegt, was sie tun konnten. Seinen Vorschlag, ihre Schulden zu übernehmen, hatte Teyla jedoch gleich von vornherein abgelehnt, und so hatte John zähneknirschend einen Plan ausgearbeitet, wie sie aus eigener Kraft möglichst schnell und möglichst glimpflich aus der Sache herauskam.

    Mit diesem Rückzahlungsvorschlag im Gepäck hatte er sich schließlich auf den Weg gemacht, und Teyla konnte nur erahnen, was in diesem Moment in der Bank geschah. Je mehr Zeit verging, desto nervöser und unruhiger wurde sie und sie verspürte das dringende Bedürfnis, ihm zu Hilfe zu eilen, doch immer, wenn sie kurz davor war, es zu tun, rief sie sich Johns Worte in den Sinn. Er hatte ihr klar zu verstehen gegeben, dass sie nicht der Lage war, ausreichend emotionalen Abstand aufzubauen, um mit einem klaren Kopf an die Sache heranzugehen, und dass es das Beste wäre, wenn eine unbeteiligte Person Sumner im Gespräch gegenübertrat. Zuerst hatte sie diesen Gedanken kategorisch abgelehnt, aber dann hatte sie nachgedacht und begriffen, dass John Recht hatte. Wie oft waren Gespräche mit Sumner oder seinem Stellvertreter, Mister Kavanagh, aus dem Ruder gelaufen, nur weil sie sich von ihren Emotionen hatte mitreißen lassen?

    Sich mit den Händen auf die Verandabrüstung abstützend, atmete Teyla einige Male tief ein und wieder aus. Vielleicht würde es John ja dieses Mal gelingen, Sumner zu überzeugen. Die Rückzahlungsfrist der, die man ihr gesetzt hatte, lief in dieser Woche aus, und so sehr sie sich in den letzten vier Wochen auch angestrengt hatte, das Geld, welches sie Sumner für die überfälligen Raten schuldete, hatte sie gerade einmal zur Hälfte zusammen. Ihre ganze Hoffnung ruhte jetzt auf John und seinem Verhandlungsgeschick. Sollte es ihm nicht gelingen, Sumner dazu zu bringen, die Frist ein weiteres Mal zu verlängern, würde das ein für alle Mal das Ende bedeuten.

    Teyla schluckte und versuchte mit einem Kopfschütteln die trüben Gedanken zu vertreiben. Sie vertraute John und sie war sich ganz sicher, dass er nichts unversucht lassen würde, um die Taverne zu retten. Er wusste, wie viel sie ihr bedeutete. Die Taverne war alles, was ihr von ihrem verstorbenen Vater geblieben war, und sie aufgeben zu müssen wäre, als würde sie ihn ein weiteres Mal verlieren.

    Die Arme um ihren Leib geschlungen, begann Teyla wieder die Veranda auf- und abzuschreiten. Er hätte längst zurück sein müssen, dachte sie und sah noch einmal die Straße hinauf, doch als sie hörte, wie die Haustür geöffnet wurde, hielt sie inne und drehte sich um.

    „Ich dachte mir, dass Du hier draußen vielleicht etwas Gesellschaft vertragen könntest“, sagte Vala, zog die Tür hinter sich zu und reichte ihr einen dampfenden Becher Tee.

    „Danke“, erwiderte Teyla leise und schenkte ihrer Freundin ein Lächeln.

    „Alles in Ordnung?“, fragte Vala vorsichtig.

    Teyla seufzte und spielte für einen kurzen Moment mit dem Gedanken, Vala einfach anzulügen, um ihr keinen Grund zur Sorge zu geben, doch sie verwarf diesen Gedanken sogleich wieder, wohl wissend, dass ihre Freundin sich nicht täuschen ließ. Also seufzte sie erneut und setzte sich auf die Bank neben der Tür.

    „Er ist jetzt schon seit über einer Stunde weg“, meinte sie und trank einen Schluck Tee aus ihrem Becher.

    „Es wird schon alles gut gehen, glaube mir“, versuchte Vala, ihr die Bedenken zu nehmen, und setzte sich neben sie. „John weiß, was er tut.“

    Teyla lächelte, aber es war ein trauriges, verunsichertes Lächeln.

    „Das hoffe ich.“

    „He“, sagte Vala sanft und ergriff ihre Hand, „jetzt zieh‘ nicht so ein miesepetriges Gesicht. Er wird das schon schaffen. Er kann sehr überzeugend sein. Mach Dir keine Sorgen, ja?“

    „Wenn Du das sagst…“, erwiderte Teyla und hätte ihrer Freundin nur zu gern geglaubt, aber das mulmige Gefühl ließ sich nicht vertreiben. Um sich zu beruhigen, atmete sie mehrmals tief durch und setzte sich etwas aufrechter hin. Einen Augenblick später fiel ihr plötzlich etwas ein und sie schaute fragend zu Vala hinüber. „Wo ist Torren?“

    „Er ist bei Daniel“, antwortete Vala. „Ich hoffe, das ist in Ordnung.“

    Ihre Antwort beruhigte Teyla.

    „Aber ja, natürlich“, sagte sie und seufzte resigniert. „Ich glaube, er ist bei euch zurzeit besser aufgehoben als hier bei uns. Ich möchte nicht, dass er etwas mitbekommt. Er ist noch zu jung, um das Ganze zu verstehen.“

    Vala nickte, erwiderte jedoch nichts. Sie wusste, wann es an der Zeit war, zu schweigen, und Teyla schätzte das. Sie verharrten einige Minuten lang in Schweigen, und Teyla trank einen Schluck von ihrem Tee, spürte die warme Flüssigkeit durch ihre Kehle rinnen. Es schmeckte ein wenig bitter, doch es fühlte sich gut an. Sie hatte gar nicht gemerkt, wie ausgedörrt sie gewesen war. Rasch leerte sie den Becher, als Vala sich plötzlich neben ihr regte du den Finger austreckte und auf etwas in der Ferne deutete.

    „Da kommt John!“, rief sie, und noch bevor sie den Satz ausgesprochen hatte, war Teyla aufgesprungen und eilte zur Verandatreppe. Auf der obersten Stufe angekommen, blieb sie stehen und hielt Ausschau nach John und es dauerte nicht lange, da erspähte sie den vertrauten dunklen, verstrubbelten Haarschopf in der Menge. Er schien es nicht eilig zu haben und schlenderte gemächlich die Straße entlang, und Teyla deutete das als ein gutes Zeichen. Sie musste sich förmlich dazu zwingen, vor dem Haus auf ihn zu warten, doch als er die Straße überquerte, hielt sie es nicht länger aus, raffte die Röcke und lief ihm entgegen.
    Wenige Schritte vor ihm blieb sie stehen und sah ihn an. Plötzlich verspürte sie Angst, und ihr Herz begann zu rasen. Sie musterten sich einige Sekunden lang, ohne etwas zu sagen, dann erschien auf einmal ein Lächeln auf Johns Lippen und er nickte, woraufhin Teyla einen erstickt klingenden Freudenschrei ausstieß und ihm überglücklich um den Hals fiel. Ihr kamen die Tränen, doch sie biss sich auf die Lippen. John schlang die Arme um sie, hob sie hoch und wirbelte sie im Kreis herum, drückte sie so fest an sich, dass ihr die Rippen wehtaten. Ihr war schwindelig, und sie lachte atemlos, als er sie schließlich wieder absetzte und küsste, und sie erwiderte den Kuss für einen langen Augenblick, bis die Notwendigkeit, Luft zu holen, sie auseinanderbrachte.

    „Oh, John!“, rief sie und legte ihre Hände sanft um sein Gesicht, woraufhin er den Kopf senkte und seine Stirn an ihre lehnte. „Danke, danke, danke!“

    Statt etwas zu erwidern, küsste er sie erneut und ließ seine Lippen zärtlich über ihre Lider streifen, danach glitt sein Mund langsam über ihre Wangen zu ihren Lippen, die sehnsüchtig erbebten, als er sie berührte. Innerhalb eines Augenblicks lösten sich all ihre Ängste in Luft auf, und es war, als käme die Welt um sie herum für einen Moment zum Stillstand.

    Viel zu schnell löste John sich wieder von ihr, vermutlich weil ihm gewahr wurde, wo sie sich befanden und wer sie alles sehen konnte. Einige Passanten waren bereits stehengeblieben und starrten zu ihnen herüber, doch das alles war Teyla in dieser Sekunde egal und sie schlang die Arme um seinen Hals und schmiegte sich ganz eng an ihn.

    „Und Mister Sumner ist wirklich einverstanden?“, fragte sie.

    „Nun“, sagte John, „er hat sich zu Anfang etwas geziert, aber nachdem ich ihm und diesem Mister Kavanagh versichert habe, dass sie das Geld bekommen werden, hat er eingelenkt. Er gewährt Dir einen weiteren Zahlungsaufschub von vier Wochen.“

    Teyla juchzte erfreut auf und schlug sich im gleichen Moment die Hand vor den Mund.

    „Weitere vier Wochen?“, echote sie.

    „Weitere vier Wochen“, bestätigte John. „Natürlich könnten wir die Sache auch sofort aus der Welt schaffen, wenn Du mir erlauben würdest, Dir zu-“

    „Oh nein!“, fiel Teyla ihm ins Wort, denn sie wusste ganz genau, worauf er hinauswollte. „Wir haben darüber gesprochen, John. Du wirst das nicht für mich übernehmen. Ich werde keinen einzigen Penny von Dir annehmen, ist das klar?“

    „Aber ja doch, Ma’am“, erwiderte ihr Gegenüber und deutete mit der Hand einen flapsigen Salut an. „Glasklar.“

    Teyla schüttelte den Kopf.

    „Das ist nicht witzig, John“, wies sie ihn zurecht. „Mir ist klar, dass Du aus einer reichen Familie stammst, aber ich will nicht, dass Du denkst, ich will Dich nur Deines Geldes wegen. Alles, was mit der Taverne zu tun hat, erledige ich selbst. Das ist meine Angelegenheit. Bitte versuch‘ das zu respektieren.“

    „Natürlich respektiere ich das“, entgegnete John, „aber wenn ich Dir irgendwie helfen kann-“

    „Du hast mir bereits geholfen“, unterbrach Teyla ihn erneut. „Wärst Du nicht gewesen, hätte Sumner mir nicht einen erneuten Aufschub gewährt. Ich bin Dir so unendlich dankbar, John. Ohne Dich hätte ich vermutlich alles verloren.“

    „Jetzt mal den Teufel nicht an die Wand“, sagte John. „So weit wird es nicht kommen.“

    „Ja… Dank Dir“, flüsterte Teyla und blinzelte, um die Tränen zurückzuhalten.

    „Oh he, nicht doch“, murmelte John, als er das verräterische Glitzern in ihren Augen bemerkte, streckte die Hand aus und wischte ihre Tränen fort. Dann nahm er ihr Gesicht in seine Hände und ließ seine Daumen über ihre Wangen gleiten. „Bitte weine nicht.“

    Teyla nickte und rieb sich lächelnd die Augen.

    „Entschuldigung, ich bin nur so erleichtert“, sagte sie und blickte tief in seine warmen haselgrünen Augen, welche sie sanftmütig ansahen.

    „Jetzt wird alles gut“, versprach er und strich ihr eine Haarsträhne hinters Ohr. Seine Hand umfasste ihren Kopf, und er zog sie sanft zu sich heran. Mit einem Mal schien es auch ihn nicht mehr zu interessieren, wo sie sich befanden, und er küsste sie mit solch einer Hingabe direkt auf den Mund, dass Teyla schwindelig wurde. Seufzend schlang sie die Arme um seinen Hals und erwiderte hingebungsvoll seinen Kuss.

    „Ich liebe Dich“, hauchte sie an seinen Lippen und spürte, wie John daraufhin zu lächeln begann.

    „Ich liebe Dich auch“, flüsterte er, ergriff ihre Hand und verwob seine Finger mit ihren. „Ich würde Dir gern einen Vorschlag unterbreiten.“ Wieder streiften seine Lippen ihren Mund, und Teyla lächelte, als er seine Nasenspitze sanft an ihrer rieb.

    „Aha“, machte sie und streichelte seine Wange. „Und der wäre?“

    John zögerte die Antwort hinaus, seine Lippen hauchzart auf ihre gepresst.

    „Lass uns nicht warten“, sagte er dann, legte die Arme um ihre Taille und zog sie an sich, sodass sie seine festen, starken Muskeln unter seinem Hemd spüren konnte. „Lass uns gleich morgen heiraten.“

    „Gleich morgen?!“, rief Teyla überrascht und rückte ein Stück von ihm weg. „Aber wir reisen morgen nach Boston“, rief sie ihm in Erinnerung. „Wir können morgen nicht heiraten!“

    „Und wie wir das können“, meinte John. „Wir tun es einfach vor unserer Abreise.“

    Teyla öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, dann schloss sie ihn wieder und überlegte noch eine Weile, bevor sie den Mund erneut öffnete, um schließlich ein weiteres Mal innezuhalten. Johns Vorschlag hatte sie gänzlich unerwartet getroffen und ihr die Sprache verschlagen, und es dauerte einen Moment, bevor sie sie wiederfand.

    „Du willst, dass wir morgen heiraten?“, wiederholte sie. „Ist das Dein Ernst?“

    John nickte und schaute sie erwartungsvoll an.

    „Das ist mein voller Ernst“, antwortete er. „Warum sollten wir damit noch länger warten? Findest Du nicht auch, dass genug Zeit vergeudet wurde?“

    Teyla schüttelte den Kopf.

    „John…“, begann sie, doch er fiel ihr ins Wort.

    „Teyla, ich möchte nicht länger darauf warten müssen, Dich meine Frau nennen zu dürfen“, sagte er, führte ihre Hand an seine Lippen und küsste sie zärtlich. „Du bedeutest mir alles. Ich liebe Dich mehr als alles andere, und mit Dir zusammen zu sein und eine Familie zu gründen, ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Bitte heirate mich morgen! Ich versichere Dir, dass Du es nicht bereuen wirst.“

    Seine herzergreifenden Worte rührten Teyla, und sie biss sich auf die Lippe, um die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken.

    „John…“ Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie waren zwar verlobt, aber wegen des Hochzeitstermins und der Zeremonie an sich hatte sie sich noch keine weiteren Gedanken gemacht. Herrje, sie hatte ja noch nicht einmal ein passendes Kleid und jetzt sollte sie ihm schon morgen das Jawort geben, nur ein paar Stunden vor ihrer Abreise nach Boston?

    Teylas Gedanken begannen in ihrem Kopf zu kreisen wie ein immer schneller drehendes Karussell, und sie merkte, wie ihr die Knie weich wurden, und musste sich an John festhalten, um aufrecht stehen bleiben zu können.

    „Teyla?“ Besorgt sah er sie an und legte schnell den Arm um sie, um sie zu stützen. „Ist alles in Ordnung?“

    „Ich… ich habe kein Kleid“, war alles, was sie hervorbrachte und zu ihrer Verwunderung, begann John daraufhin herzlich zu lachen.

    „Dann kaufen wir Dir halt ein Kleid“, meinte er. „Daran soll es nun nicht scheitern.“

    „Aber was ist mit den anderen?“, gab Teyla zu bedenken. „Mit Vala, Daniel, Jennifer und Rodney… Was ist mit unseren Freunden?“

    „Wenn Du möchtest, dass sie dabei sind, werden wir ihnen selbstverständlich vorher Bescheid geben“, antwortete John und strich ihr liebevoll übers Haar. „Mir ist nur wichtig, dass Du glücklich bist, und wenn Du das alles nicht willst, warten wir.“

    „Nein… nein.“ Teyla schüttelte den Kopf und holte tief Luft. „Wir sollten es tun.“

    John hob fragend die Augenbrauen und runzelte die Stirn.

    „Wirklich?“

    Teyla nickte.

    „Du hast Recht“, meinte sie und sah ihn an. „Warum sollten wir noch länger warten?“

    „Bist Du Dir auch wirklich ganz sicher, dass Du das so willst?“, hakte John zur Sicherheit noch einmal nach.

    „Ja, das bin ich“, bestätigte Teyla und war selbst überrascht über ihre mutige Entschlossenheit. Für gewöhnlich ließ sie sich mehr Zeit und durchdachte die Dinge erst einmal gründlich, bevor sie eine Entscheidung traf, aus Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Doch damit sollte von nun an Schluss sein! Sie hatte genügend Zeit mit Denken vergeudet und genützt hatte es ihr am Ende auch nichts. Sie hatte trotzdem falsche Entscheidungen getroffen, die sie nur Kraft, Nerven, Tränen und Geld gekostet hatten. Es war an der Zeit, etwas zu wagen. Zeit, endlich im Hier und Jetzt zu leben. Zeit, die dunklen Geister ein für alle Mal gehen zu lassen, mit der Vergangenheit abzuschließen und ein neues, glücklicheres Leben zu beginnen.

    Ein Leben an Johns Seite.

    Lächelnd schlang Teyla beide Arme um seinen Hals und stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihn zu küssen.

    „Lass uns morgen heiraten“, sagte sie, und das Strahlen, das daraufhin in Johns Gesicht trat, bestärkte sie in der Überzeugung, eine Entscheidung getroffen zu haben, die sie nie wieder bereuen würde.


    ooOOoo



    „Oh, Verehrteste, Sie sehen bezaubernd aus!“, schwärmte die Verkäuferin, ein junges Mädchen von vielleicht gerade einmal achtzehn oder neunzehn Jahren, und wuselte geschäftig um Teyla herum. „Wirklich herzallerliebst! Ich liebe dieses Kleid an Ihnen. Es ist erst gestern aus Abydos City eingetroffen, und sehen Sie, wie perfekt es für Sie ist!“, flötete sie und zupfte den bauschigen Rock des weinroten Tournürenkleides in Form, in das sie ihre Kundin gesteckt hatte. „Einfach perfekt!“

    „Sind Sie sicher?“, fragte Teyla, drehte sich hin und her und betrachtete ihr Spiegelbild von allen Seiten. Obwohl das Kleid ihr durchaus zusagte, zögerte sie, denn es fühlte sich fremd und ungewohnt an. Es war lange her, dass sie etwas derart Hübsches getragen hatte, und schon gar nicht so etwas Teures wie dieses Kleid. Anders als die Kleider, die sie sonst trug, war dieses aus einem edlen, leicht glänzenden Seidenstoff gefertigt, und in den Unterröcken war so viel Taft verarbeitet worden, dass sie, selbst wenn sie in einer schwachen Brise still dastand, raschelten. Die rote Seide war gerüscht und so drapiert und festgenäht, dass das Kleid jede ihrer Kurven zu betonen schien, und die Verkäuferin hatte das Korsett so eng geschnürt, dass Teyla kaum noch Luft bekam. Zugleich zauberte es eine unglaublich weibliche Silhouette mit vollen Brüsten, perfekt geformten Hüften und einer Wespentaille, so schlank wie das schmale Mittelstück einer Sanduhr.

    Allmählich verwandelte sich Teylas anfängliches Unbehagen in Erstaunen darüber, was für einen gewaltigen Unterschied kostspielige Kleidung machen konnte, und sie drehte sich vor dem Spiegel wie die Tänzerin auf einer Spieluhr.

    „Ich denke, ich werde es nehmen“, sagte sie schließlich zu der Verkäuferin, betrachtete sich noch einmal prüfend in dem halblinden Spiegel und setzte als Krönung das farblich zum Kleid passende, mit Blumen und Seidenschleifen verzierte Hütchen auf, das mit dem Braun ihrer Haare perfekt harmonierte.

    „Sie sehen wirklich umwerfend aus, Miss“, betonte die junge Verkäuferin noch einmal, und auch Vala, die sich bisher dezent im Hintergrund gehalten hatte, nickte zustimmend und kam zu ihnen herüber.

    „Du siehst toll aus, Teyla“, erklärte sie und nahm sie in Augenschein, musterte sie von Kopf bis Fuß. „John wird Augen machen, wenn er Dich so zum Altar schreiten sieht.“

    Teyla lächelte verlegen und machte eine wegwerfende Handbewegung, auch wenn sie es insgeheim kaum noch erwarten konnte, ihrem Verlobten und zukünftigen Ehemann in diesem Kleid gegenüberzutreten.

    Bei diesem Gedanken huschte ein Lächeln über ihr Gesicht, und das klamme Gefühl in ihrem Inneren wich unbändiger Vorfreude. In weniger als zwei Stunden würde sie verheiratet sein! Verheiratet mit dem Mann, den sie über alles liebte und der der Vater ihres Sohnes war.

    „Woran denkst Du gerade?“, fragte Vala schmunzelnd, als sie ihr träumerisches Lächeln bemerkte.

    „Daran, wie glücklich in zwei Stunden sein werde“, antwortete Teyla und stieg vorsichtig von dem kleinen Podest hinunter, welches vor dem Spiegel stand.

    „Und Du bist Dir wirklich sicher, dass es das ist, was Du willst?“, hakte Vala nach und nahm sie bei den Händen.

    „Aber natürlich ist es das, was ich will“, versicherte Teyla ihr. „Ich liebe John, Vala. Er hat so viel für mich getan; er hat alles aufgegeben, nur um mit mir zusammen sein zu können, und jetzt will er mich heiraten.“

    Vala runzelte die Stirn, und Teyla konnte spüren, dass ihrer Freundin etwas auf der Seele lag.

    „Was ist denn los?“, fragte sie und versuchte Vala durch einen sanften Händedruck zum Reden zu ermuntern. „Stimmt irgendetwas nicht?“

    „Nein, es ist alles in Ordnung“, winkte ihr Gegenüber ab.

    „Vala, lüg‘ mich ja nicht an“, warnte Teyla sie. „Ich sehe Dir an, dass da etwas im Busch ist, also raus mit der Sprache. Was ist los? Was bedrückt Dich?“

    Seufzend ergab sich Vala ihrem Schicksal, wartete, bis die Verkäuferin außer Hör- und Sichtweite war, und führte Teyla zu einer samtbezogenen Chaiseloungue herüber, die vor dem Ladenfenster stand. Sie holte tief Luft, und Teyla ahnte, dass es sie große Überwindung kosten musste. Sie konnte Valas Unbehagen förmlich spüren, und dass sich ihre sonst so offene und direkte Freundin dermaßen zierte, beunruhigte sie. Etwas schien sie schwer zu belasten.

    „Vala, Du kannst mit mir über alles sprechen“, sagte Teyla.

    „Ich weiß“, erwiderte Vala. „Ich bin mir nur nicht sicher, ob Du das, was ich zu sagen habe, hören willst.“

    Teyla lächelte.

    „Lass es uns herausfinden“, meinte sie und bedeutete ihrer Freundin, fortzufahren, und dieses Mal kam Vala ohne weitere Umschweife zum Punkt.

    „Wie sicher bist Du Dir, dass John es ernst mit Dir meint?“

    Ihre Frage überraschte Teyla so sehr, dass es ihr für einen Moment die Sprache verschlug. Verblüfft starrte sie Vala mit großen Augen an und schüttelte den Kopf.

    „Wieso sollte er es nicht ernst meinen?“, fragte sie verwundert.

    Vala zuckte mit den Achseln.

    „Findest Du es nicht auch komisch, dass er Dich unbedingt noch vor eurer Abreise nach Boston heiraten will?“

    Teyla sah sie abschätzend an.

    „Worauf willst Du hinaus, Vala?“

    „Nun ja“, meinte Vala, „soweit ich die Geschichte mitverfolgt habe, waren er und Miss Glendenning bereits so gut wie verlobt. Seine Familie dürfte nicht allzu begeistert gewesen sein, als sie erfuhr, was vorgefallen ist, und ich bin mir sicher, dass John das auch weiß. Von dieser Verlobung hing viel ab und nun, da er sie nicht heiraten wird, sieht John sich in seiner Stellung innerhalb seiner Familie und der Gesellschaft gefährdet. Wenn er nun auch noch mit einem unehelichen Kind nach Boston zurückehrt-“

    „Stopp!“, rief Teyla und schnitt ihr mit einer Handbewegung das Wort ab. „Ist Dir eigentlich klar, was Du da behauptest? Das ist eine ziemlich heftige Unterstellung, für die Du nicht den geringsten Beweis hast!“

    „Denk doch nur einmal darüber nach, Teyla“, entgegnete Vala. „Ihr habt euch erst vor einer Woche verlobt und bis vor ein paar Tagen war die Hochzeit kein Thema. Dann kommt ein Telegramm von seiner Mutter, indem sie euch zu sich nach Boston einlädt, und jetzt auf einmal möchte er Dich aus heiterem Himmel heiraten!? Entschuldige bitte, wenn ich ihm da etwas unterstelle, aber ich finde das alles mehr als suspekt.“

    Teyla schüttelte ungläubig den Kopf. Sie verstand, worauf ihre Freundin hinaus wollte, konnte zugleich aber nicht glauben, was Vala da gerade von sich gegeben hatte.

    „Das ist doch absurd“, sagte sie. „So etwas würde John niemals tun! Er hat alles aufgegeben, um mit mir zusammen zu sein, und ich war diejenige, die ihn überreden musste, mit mir nach Boston zu gehen. Das, was Du da andeutest, ist absoluter Schwachsinn!“, rief sie und sprang auf.

    „Bitte, Teyla, Du musst mich verstehen“, meinte Vala und folgte ihr durch das Geschäft in das kleine Umkleidezimmer. „Ich wünsche Dir und John alles nur erdenklich Gute und alles Glück auf dieser Erde, aber ich will auch verhindern, dass Du wieder verletzt wirst. Ich mache mir Sorgen um Dich, Teyla. Du bist meine beste Freundin.“ In ihrer Stimme schwang nun eine Spur Verzweiflung mit, nur ganz schwach, aber trotzdem nicht zu überhören.

    Teyla, die vor dem Fenster stehengeblieben war und hinausgeblickt hatte, während Vala ihr Herz ausgeschüttet hatte, drehte sich nun um und sah ihre Freundin an.

    „Es tut mir leid, wenn Du den Eindruck hattest, dass ich ihm etwas unterstellen wollte“, fuhr Vala fort und kam zu ihr hinüber gelaufen, „aber ich konnte Dich nicht gehen lassen, ohne es Dir zu sagen. Bitte verzeih mir!“

    Teyla spürte, wie Tränen ihren Blick verschleierten, und sie wischte sie rasch weg, trat an Vala heran und umarmte sie.

    „Ich danke Gott dafür, dass er mir eine so gute Freundin geschenkt hat, die sich immerzu Sorgen um mich macht und auf die ich mich immer verlassen kann“, flüsterte sie und merkte, wie ein Lachen in Vala hochstieg.

    „Jetzt hör auf mit diesen schmeichelnden Worten, sonst weinen wir beide noch“, grinste Vala, schob sie sanft auf Armlänge von sich weg und blickte auf Teylas Kleid hinunter. „Wir wollen doch nicht, dass Du John in einem fleckigen Kleid gegenübertrittst.“

    „Oh nein, bloß nicht“, lachte Teyla und erschauderte bei dem Gedanken daran.

    „Und Du bist wirklich bereit, das heute zu tun?“, wollte Vala wissen, nahm ihre Hände und drückte sie fest.

    Teyla nickte.

    „Ja, das bin“, sagte sie. „Und außerdem“, meinte sie mit einem geheimnisvollen Lächeln auf den Lippen, ließ Valas Hände los, sah an sich hinunter und legte vorsichtig ihre Hand auf ihren noch flachen Bauch, „denke ich, dass John und ich einen guten Grund haben, lieber früher als später zu heiraten.“

    Valas Blick folgte der Bewegung ihrer Hand, und ihre blauen Augen weiteten sich, als sie begriff, was Teyla ihr mitzuteilen versuchte.

    „Nein!“ Ein Ausdruck freudigen Erschreckens huschte über ihr Gesicht, und ihr Mund verzog sich langsam zu einem breiten Grinsen. „Du bist schwanger?!“

    Teyla zuckte zusammen, legte einen Finger an ihre Finger und bedeutete ihr, etwas leiser zu sein. Dann nickte sie, und Vala schlug die Hände vor den Mund, um einen freudigen Aufschrei zu unterdrücken.

    „Wie lange weißt Du es schon?“, fragte sie, nachdem sie sich beruhigt hatte.

    „Erst seit heute Morgen“, antwortete Teyla. „Ich habe die Übelkeit und den Schwindel auf den Stress geschoben, den ich in der letzten Zeit hatte, aber offensichtlich gibt es dafür einen anderen Grund.“

    „Du meine Güte“, meinte Vala, nahm ihre Hand von ihrem Bauch und betrachtete ihn. „Und Du bist Dir sicher, dass Du schwanger bist? Ich meine, ist es nicht etwas früh, um sicher zu sein?“

    „Ich weiß, dass es sehr früh ist“, erwiderte Teyla, „aber ich spüre es, Vala, genauso wie damals, als ich mit Torren schwanger war.“

    „Hast Du es John schon gesagt?“

    Teyla schüttelte den Kopf.

    „Nein, ich habe es ihm noch nicht gesagt. Ich möchte den richtigen Moment abpassen...“

    Wie aufs Stichwort ertönte in diesem Augenblick die kleine Glocke, die über der Ladentür hing, und als Teyla durch die geöffnete Umkleidetür zum Eingang schaute, erblickte sie John und Torren, die Hand in Hand das Geschäft betreten hatten, stehengeblieben waren und sich suchend umschauten.

    „Vielleicht wäre jetzt der richtige Moment…“, murmelte Vala hinter ihr.

    „Sei bloß still“, warnte Teyla sie, während sie zu den beiden hinüber ging. Als John sie entdeckte, erhellte sich seine Miene, und er kam ihr freudestrahlend entgegen, legte einen Arm um ihre Schulter und drückte sie kurz an sich, um sie zu küssen.

    „Du siehst umwerfend aus“, sagte er leise, und sein Blick glitt bewundernd über ihre Erscheinung.

    „Gefällt es Dir?“, fragte Teyla und trat einen Schritt zurück und drehte sich, damit er sie ganz betrachten konnte.

    John nickte und musterte sie mit einer Mischung aus Stolz und Bewunderung.

    „Oh ja, es gefällt mir sogar sehr“, entgegnete er und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Du bist ganz zweifellos die schönste Braut, die ich je gesehen habe.“

    „Mir gefällt Dein Kleid auch, Mama“, meldete sich Torren zu Wort und berührte vorsichtig die feinen Perlenstickereien auf den bauschigen Rock des Kleides. „Du siehst aus wie eine wunderhübsche Prinzessin.“

    Teyla lächelte gerührt und ging vor ihrem Sohn in die Hocke.

    „Du siehst aber auch sehr fein aus“, bemerkte sie und strich den Kragen seiner schwarzen Samtanzugsjacke glatt. „Wie ein vornehmer Gentleman“, meinte sie, und Torren kicherte vergnügt.

    „Das hat Papa auch gesagt“, freute er sich, und John wuschelte ihm mit der Hand liebevoll durch die Haare, bevor er sich an Vala wandte.

    „Könnten Sie mit ihm vielleicht schon einmal vorgehen? Ich würde gern nochmal mit Teyla unter vier Augen sprechen.“

    Vala nickte.

    „Aber natürlich“, sagte sie und nahm Torren bei der Hand. An der Tür angekommen, blieb sie kurz stehen und warf Teyla hinter Johns Rücken einen vielsagenden Blick zu. Dann verschwand sie, und kurz darauf ertönte erneut die Türglocke.

    „Sollten wir nicht auch lieber losgehen?“, fragte Teyla und warf einen Blick auf die Uhr. „Ich möchte nicht drängeln, aber ich will nicht zu spät zu meiner eigenen Hochzeit kommen.“

    „Keine Sorge“, beruhigte John sie, „die werden nicht ohne uns anfangen.“ Lächelnd zwinkerte er ihr zu und begann gleichzeitig in der linken Innentasche seines Jacketts zu kramen. „Ich wollte Dir bevor wir gehen noch etwas geben.“

    „Du möchtest mir etwas geben?“, wiederholte Teyla neugierig. John nickte und zog eine kleine samtbezogene Schachtel aus seiner Jacketttasche.

    „Ich hoffe, er gefällt Dir“, sagte er und reichte ihr die Schachtel. Vorsichtig, ganz so, als sei der Inhalt in höchstem Maße zerbrechlich, nahm Teyla sie entgegen und öffnete sie gespannt.

    „Oh… John!“, entfuhr es ihr, und sie schnappte laut nach Luft und schlug sich die Hand vor den Mund. „Du meine Güte!“ Bewegt betrachtete sie den auf schwarzen Samt gebetteten Ring mit dem in Gold eingefassten, tropfenförmigen Rubin, der von winzigen Diamanten umgeben war, die im Sonnenlicht funkelten und glitzerten. Noch nie hatte Teyla ein derart schönes Schmuckstück gesehen, geschweige denn besessen.

    „Du meine Güte“, flüsterte sie noch einmal, während die Tränen begannen, über ihre Wangen zu rinnen.

    „Ich hatte bis jetzt keine Gelegenheit, Dir einen richtigen Verlobungsring zu kaufen“, meinte John und musterte sie aufmerksam. „Er gefällt Dir doch, oder? Wir können jederzeit einen anderen aussuchen gehen, wenn Du das möchtest.“

    Teyla schüttelte den Kopf und wischte sich die Tränen aus den Augen.

    „Oh nein, er gefällt mir sehr“, erwiderte sie, runzelte dann aber nachdenklich die Stirn. „Er ist wunderschön, aber er muss Dich ein Vermögen gekostet haben. Können wir uns das überhaupt leisten?“

    John lächelte, nahm den Ring aus seinem Samtbett und steckte ihn ihr behutsam an den Finger.

    „Mach‘ Dir mal darüber keine Gedanken“, sagte er, führte ihre Hand an seine Lippen und küsste ihre Finger. „Dich so glücklich zu sehen, ist mir jeden Penny wert.“

    „Oh, John.“ Teyla seufzte gerührt und umarmte ihn. „Ich danke Dir so sehr“, flüsterte sie und wischte sich erneut die Tränen ab. „Entschuldige bitte“, schniefte sie, lächelte aber gleich darauf wieder und schüttelte über sich selbst den Kopf.

    „Solange es Freudentränen sind“, meinte John, nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie, „kannst Du von mir aus so viel und so lange weinen, wie Du willst.“

    Lachend schlang Teyla die Arme um seinen Hals und strahlte ihn an. Für einen Moment überlegte sie, ob sie ihm von ihrem kleinen süßen Geheimnis erzählen sollte, entschied sich dann aber dagegen, denn hier war nicht der richtige Ort, an dem sie ihm offenbaren wollte, dass er Vater werden würde.

    Also beließ sie es bei einem Kuss und hakte sich bei ihm unter.

    „Bist Du bereit?“, fragte John mit sanfter Stimme und legte seine Hand über ihre.

    Teyla holte tief Luft und nickte.

    „Ja, das bin ich. Lass uns heiraten.“


    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (16.09.2016 um 09:12 Uhr)

  35. Danke sagten:


  36. #59
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    *seufz* Wie schön... Endlich heiraten sie, obwohl - du bist die Dramaqueen und noch sind sie nicht verheiratet. Wer weiß, was du dir noch einfallen lässt. Ich wusste, dass Teyla Johns Geld nicht annimmt, hätte ich auch nicht. Aber wenigstens hat sie sich von ihm mit Sumner helfen lassen. Ich hoffe, in vier Wochen ist sie ihre Geldprobleme los.
    John schenkt ihr einen wunderschönen Ring, wie süß. Aber Teyla hat ein viel, viel schöneres Geschenk, es sei denn ... ich sag bloß Dramaqueen. Denn der traue ich so ziemlich alles fiese zu. Zwillinge wären super süß ... Was Torren wohl dazu sagt?
    Ich finde es zwar lieb von Vala, dass sie sich Sorgen macht, aber erstens würde John das niemals tun und zweitens heiraten sie in zwei Stunden, da musste das nun wirklich nicht sein, dass sie für schlechte Stimmung sorgt.
    Ich bin fürchterlich neugierig, wie es weitergeht, ob du sie heiraten lässt und wie es in Boston abläuft.
    Das war ein schönes Kapitel!
    Geändert von John's Chaya (08.08.2016 um 00:37 Uhr)
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  37. #60
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Juhu, es geht weiter!

    „Wir haben darüber gesprochen, John. Du wirst das nicht für mich übernehmen. Ich werde keinen einzigen Penny von Dir annehmen, ist das klar?“
    Ja, das habe ich mir schon gedacht. Teyla ist eine starke, unabhängige Frau und sie ist viel zu stolz, um Geld von John anzunehmen. Trotzdem ist es schön, dass er sie trotzdem nicht im Stich gelassen und das Gespräch mit Sumner geführt hat.
    Irgendwie befürchte ich ja, dass das dicke Ende noch kommt. Immerhin sind John und Sumner sich bei ihrem letzten Aufeinandertreffen beinahe an die Gurgel gegangen. Nein, nein, ich glaube nicht, dass das Thema damit erledigt ist. Ich hoffe es natürlich, aber ich befürchte, dass du Dramaqueen noch etwas anderes geplant hast...

    Ansonsten hat mir das Kapitel wieder sehr gut gefallen. Ich freue mich, dass John und Teyla beschlossen haben, zu heiraten, bevor sie nach Boston fahren. Vielleicht besänftigt das ja seine Eltern ein wenig. Und wenn nicht, dann wenigstens die wunderschöne Nachricht, dass ein weiteres Enkelkind unterwegs ist.

    „Und außerdem“, meinte sie mit einem geheimnisvollen Lächeln auf den Lippen, ließ Valas Hände los, sah an sich hinunter und legte vorsichtig ihre Hand auf ihren noch flachen Bauch, „denke ich, dass John und ich einen guten Grund haben, lieber früher als später zu heiraten.“
    Hach, wie schön! Torren bekommt ein Geschwisterchen. Ich muss mich John's Chaya anschließen- Zwillinge wären wirklich das Tüpfelchen auf dem i.

    Jetzt bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass der Besuch in Boston bei Johns Eltern ruhig vonstatten laufen wird und dass die drei (bald vier oder vielleicht sogar fünf?) ihr Familienglück genießen können.

    Vielen Dank fürs Lesen lassen
    deine Ally

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