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Thema: Voyager meets Stargate

  1. #1
    First Lieutenant Avatar von Col. Carter
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    Standard Voyager meets Stargate

    Titel: Voyager meets Stargate
    Autor: Col.Carter
    Fandom: Star Trek Voyager / Stargate SG-1
    Genre: Allgemein
    Charakter(e)/Pairing(s): Janeway, Chakotay / Jack, Sam
    Rating/Warnings: P -16
    Beta: Xella Sky

    Kurzinhalt: Die Voyager landet im Stargate-Universum. Das klingt jetzt wieder so wissenschaftlich, aber dieses Mal betrachten wir das ganze aus der Paaring-Perspektive. Würden es Kathryn und Chakotay in diesem Universum besser schaffen, ein Paar zu werden oder scheitern sie wie immer an ihren Regeln? Lest selbst!

    Disclaimer: Paramount / MGM gehören die Serie und alle Charaktere, ich leihe sie mir nur aus.

    Kapitel 1 - Was machen wir hier bloß?

    SG-1 materialisierte sich auf der Brücke der Voyager. Das Team war bewaffnet, hielt diese jedoch nicht in der Hand, sondern hatte sie umgehängt. Die Brückencrew der Voyager reagierte auf die Eindringlinge, indem sie diese mit fünf Mann umstellten und die Phaser auf sie richteten. Das SG-1-Team nahm daraufhin ebenfalls seine Waffen in die Hand und zielte auf die Bewaffneten.
    Dies war eine sehr gefährliche Situation, denn die Waffen von SG-1 waren bei Gebrauch tödlich, sie hatten nämlich nicht dieselbe Möglichkeit wie die Phaser, die auf Betäubung eingestellt werden konnten.

    Der Erste Offizier der Voyager, Chakotay, versuchte die Situation zu entspannen, indem er alle smart anlächelte.
    “Ich bin Commander Chakotay. Willkommen an Bord. Nehmen Sie ihre Waffen herunter, wir wollen Ihnen nichts tun.“ Dies deutete er auch den Sicherheitsoffizieren der Voyager an, die dem sofort Folge leisteten und die Phaser senkten.
    “Ich bin Colonel Cameron Mitchell, Ihre Schiffsklasse ist uns unbekannt und vor allem sehen die meisten hier aus wie Menschen, bis auf den Kerl da mit den spitzen Ohren. Nun, wir wurden hierher geschickt, um zu erfragen, was für Absichten Sie gegenüber unserem Planeten haben.“
    Harry schaute zu Chakotay. “Sir, Sie scannen uns.“, sagte der junge Asiate.
    Der erste Offizier drehte sich zu seinem Operating Officer. “Behalten Sie das im Auge. Mal sehen, wie unsere neuen Freunde reagieren.“
    “Die schießen erst, wenn wir Ihnen einen Grund dafür nennen.“, gab Mitchell Auskunft und lächelte.
    Kathryn saß in ihrem Stuhl und überließ ihrer rechten Hand das Reden, denn sie konnte diesen Kerl schon jetzt nicht leiden. Alleine sein Auftreten verriet ihr, dass dies noch ein langer Tag werden würde.

    ***

    Kathryn stand im Konferenzraum des Stargate-Centers und wartete auf den Kommandanten, der sich gleich für sie Zeit nehmen wollte. Sie schaute sich im Raum um, doch alles was sie sah, war eine graue Wand, die für sie eher wie ein Sichtschutz aussah, anstatt einer gewöhnlichen Wand.
    Jack betrat den Konferenzraum, schaute sich um und entdeckte sie.
    “Sie müssen Captain Janeway sein. Ich bin General O´Neill. Willkommen auf der Erde.“
    Kathryn drehte sich um und musterte den Mann, der sie angesprochen hatte.
    “Ja, die bin ich. Freut mich, Sie kennenzulernen, aber diesen Komplex hier wollen sie doch nicht wirklich Erde nennen?! Sieht eher aus, als wäre die Welt untergegangen und Sie müssten hier ausharren.“, nannte sie dem General offen ihren ersten Eindruck. O´Neill schmunzelte.
    „Nein, das hier ist eine Militäranlage. Wir arbeiten hier alle, aber natürlich können Sie auch an die Oberfläche gebracht werden, sobald Sie die Sicherheitsbestimmungen akzeptieren.“
    Er steckte seine Hände in die Hosentaschen, wie er es immer tat. Eigentlich mochte er diesen Job ja nicht, wegen zu viel Verantwortung, aber immerhin war jetzt sein Gehalt besser. Letztens erst hatte er dies seinen Freunden gegenüber im Scherz erwähnt.

    “Von welchen Bestimmungen reden Sie? Verhaltensregeln, grundsätzliche Regeln oder Geheimhaltungsregeln?“, fragte sie in ihrem typischen forschen Tonfall.
    “Moment. Was haben Sie gesagt? Wo ist Carter, wenn man sie mal braucht!“, murrte Jack.
    O´Neill ging die Treppe runter zu Walter. „Sergeant, rufen Sie Carter aus. Ich brauche sie sofort im Besprechungsraum.“
    “Aye, Sir.“, antwortete Harriman.

    Durch das Stargate-Center dröhnte die Durchsage: „Colonel Carter, melden Sie sich sofort im Besprechungsraum. Colonel Carter, melden Sie sich sofort im Besprechungsraum.“ Danach gingen die Lautsprecher wieder aus.
    Samantha Carter, die gerade in der Kantine saß und ihren Lieblingswackelpudding löffelte, hörte die Durchsage und fragte sich, was nun wieder passiert war. So stand sie auf und ging in schnellen Schritten Richtung Konferenzraum.

    Carter kam die Treppe hoch, schaute sich um und sah die Frau, die sie schon vorher auf dem Schiff gesehen hatte.
    “Haben Sie den General gesehen?“, fragte Carter Janeway freundlich.
    “Hier ist einer, Carter.“, kam er, ihre Frage beantwortend, hinter ihr die Treppe hoch.
    “Sir, Sie haben mich ausrufen lassen?“
    “Ja, ich hab ein Problem, die Frau zu verstehen.“
    Carter konnte daraufhin nur schmunzeln und ging zu ihm.
    “Was genau hat Sie gesagt, Sir?“
    “Was wegen unseren Sicherheitsbestimmungen. Fragen Sie mich nicht, Sie wissen doch, wie schlecht ich in Diplomatie bin.“

    Kathryn schaute amüsiert diesem Schauspiel zu. Sie fand dieses Jahrhundert mehr als kurios. Seit wann hatten die Menschen schon Raumschiffe in dieser Periode und vor allem, warum musste sie, Kathryn, was unterschreiben? Janeway hoffte einfach, die junge Frau, die der General Carter genannt hatte, würde sie aufklären können, was der General wohl nicht selbst vermochte.

    “Also, Sie müssen ein Dokument unterschrieben, das Sie dazu verpflichtet, nichts über diesen Komplex in der Öffentlichkeit zu erzählen. Am besten, es wissen so wenige, wie möglich von ihrer Crew.“, sagte Sam zu Kathryn.
    “Also ist es doch so eine Art Geheimhaltungsabkommen?“, fragte Kathryn direkt nach.
    “Ja, das ist es.“, antwortete Carter.
    “Mhm, ich werde mich mit meinen Führungsoffizieren drüber unterhalten.“, gab die Kommandantin zurück.
    Ein blaues Licht hüllte sie ein und weg war sie. Carter konnte nur schmunzelnd den Kopf schütteln.
    O´Neill schaut sie daraufhin an. “Glauben Sie, sie hat Sie verstanden?“
    „Ich hoffe es doch sehr, sonst müssen wir einen Diplomaten engagieren.“, schmunzelte Carter.
    “Carter, wollen Sie mich umbringen?! Die Kerle mag ich ja noch weniger.“, meinte er sarkastisch.
    „Ich weiß, Sir.“, sagte sie mit ihrem speziellen Lächeln im Gesicht.
    "Warum schlagen Sie dann diesen Mist erst vor?", wollte Jack nun von der blonden Frau wissen und sah sie abwartend an.
    “Nun, das ist doch die normale Vorgehensweise. Wenn wir was nicht können, fragen wir einen andern.“, gab sie ihm zur Antwort.

    Auf der Voyager

    Kathryn betrat die Brücke und ging erstmal die drei kleinen Stufen hinunter und dann zu ihrem Bereitschaftsraum, um sich einen Kaffee zu holen. Sie hatte ja heute noch keinen bekommen.
    Chakotay sah ihr nach und konnte nur innerlich den Kopf schütteln. Sein Captain hatte sicherlich mal wieder Koffeinentzug. Wieso wunderte er sich eigentlich noch, dass die Frau überhaupt schlafen konnte?
    Mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht vertiefte er sich wieder in seine Arbeit, er musste schließlich noch den Dienstplan fertig bekommen.
    Kathryn saß auf ihrem Sofa, dachte nach und nippte an ihrem Kaffee.

    ***

    Es waren einige Tage vergangen, in denen sich die Führungsoffiziere der Voyager über dieses Abkommen beraten hatten.
    Sie kamen nach endlosen Diskussionen zu dem Entschluss, dass es nur eine Möglichkeit gab. Sie mussten es wohl annehmen, wenn sie überhaupt mal wieder die Erde besuchen wollten.

    Kathryn war mit Chakotay ins Stargate-Center eingeladen worden, um diesen Vertrag zu unterschreiben. Sie folgten nun dieser Einladung und wurden ins Center gebeamt.
    Carter und O´Neill warteten bereits auf die beiden, als diese in dem Raum erschienen.
    “Da sind Sie ja, dann können wir beginnen!“, sagte der General.
    “Darf ich Ihnen vorstellen, mein erster Offizier, Commander Chakotay.“
    „Freut mich, Sie kennenzulernen.“, ging Carter auf ihn zu und reichte ihm die Hand.
    “Ich bin Colonel Samantha Carter.“
    Er schüttelte lächelnd ihre Hand, was Kathryn natürlich leicht misstrauisch beobachtete, ohne dass jemand was bemerkte.
    Jack grummelte und sagte dann: “Können wir endlich anfangen? Das Papier auf meinem Schreibtisch unterschreibt sich nicht von allein.“
    Die drei setzten sich und Kathryn öffnet die Mappe, die vor ihr lag und las das Papier durch.
    Chakotay saß ruhig in dem Stuhl neben ihr und schaute sich um.

    Es verging eine Ewigkeit, in der keiner etwas sagte. Dann hört man das Krickeln eines Stiftes auf Papier und einen Seufzer.
    “Ich lade Sie auf ein Bier ein und zeige Ihnen ein wenig die Stadt. Carter, Sie können ja Ihr Gespräch mit dem Captain fortsetzen.“, merkte der ältere Mann an.
    Carter nickte. “Können wir sehr gerne machen. Ziehen Sie sich aber etwas Ziviles an. Sonst denken die Menschen noch, Sie sind im Auftrag der Regierung unterwegs.“
    “Gut, werden wir tun. Wir sind dann in einer Stunde zurück.“, entgegnete Janeway.
    Geändert von Col. Carter (14.03.2014 um 18:54 Uhr)


  2. #2
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    Kapitel 2 - Andere Zeiten, andere Sitten

    Eine knappe Stunde später beamten sich Kathryn und Chakotay, in Zivilkleidung gekleidet, wieder in den Besprechungsraum, natürlich waren sie zu früh. Die beiden Führungsoffiziere der Voyager standen also da und wurden von einer Menschenmenge betrachtet, die den Raum füllte. Der General gab seinen Leuten den Befehl zum Wegtreten und alle Soldaten leisteten dem Folge.
    "Haben Sie keine Uhr da oben?", murrte er Kathryn und Chakotay an.
    "Wir haben einen Schiffschronometer.", konterte Janeway.
    Carter kam hoch und schmunzelte. "Sir, haben Sie mal wieder überzogen?", fragte sie den General. Sie war schon umgezogen und kam auf die kleine Gruppe zu. O‘Neill sah Sam nur böse an und verschwand dann in sein Büro.

    ***

    Alle vier saßen in Sams Wagen, weil Jacks Jeep zu klein für sie alle war.
    „Wieso bleiben wir stehen?“, fragte Chakotay neugierig. „Tja, die Ampel ist rot!“, gab Jack Auskunft. „Aber ich sehe keine Fahrzeuge, also wieso stehen wir?“
    „Ganz einfach, bei rot weiterzufahren ist eine Straftat.“, versuchte es nun Carter.
    „Mhm. Verstehe.“, gab Chakotay zur Antwort und machte ein nachdenkliches Gesicht.
    Die Ampel wurde grün und Sam fuhr weiter, bis kurz darauf die nächste Kuriosität auftauchen musste: ein Stoppschild.
    Leider war der Verkehr gerade mörderisch, so dass sie ein paar Minuten warten mussten.
    "Auf was warten wir jetzt?", fragte er nun, wohl noch mehr verwirrt von diesem Verkehrssystem.
    "Wir haben hier ein Stoppschild und warten darauf, dass keine anderen Autos mehr kommen und wir weiter fahren können."
    "Das soll sich ein Mensch alles merken, da wird man ja verrückt."
    "Nicht unbedingt. Wir sind ja daran gewöhnt, da wird es schon als Kinder lernen.", antwortete Carter.
    Chakotay sagte dazu nichts mehr, das war eindeutig viel zu kompliziert. Kathryn machte sich darüber keine Gedanken, weil ihr Gehirn sowieso schon voller Regeln und Bestimmungen war und keinen Platz mehr für neue hatte.

    ***

    Sie saßen inzwischen in einem Restaurant. Chakotay betrachtete die Leute um sie herum. Kathryn schaute in die Speisekarte, um sich für ein Gericht zu entscheiden.
    "Mhm. Können wir uns auch was davon leisten?", fragte sie leise, da ihr irgendwie die Preise Angst machten. Sie wollte ja keinen Krieg auslösen, nur weil sie ihren Gastgeber arm machte.
    Jetzt konnte immerhin Chakotay mal innerlich schmunzeln über diese Frage.

    "Kommt drauf an, ob Sie von meinem oder Carters Gehalt ausgehen.", schmunzelte Jack.
    Kathryn grübelte kurz und antwortete: "Wenn man beide Gehälter zusammennimmt?"
    Sam erlöste sie aus ihrer Unsicherheit: "Sie können sich aussuchen, was sie wollen."
    Daraufhin nickte die ältere Frau. Der restliche Abend verlief noch sehr amüsant, da Jack immer wieder Dinge fand, um Kathryn zu necken.

    ***

    Nach dem Essen war es bereits dunkel draußen und auch ein wenig kälter. Nachdem sie das Lokal verlassen hatten, löste die Kälte bei Kathryn sofort ein Zittern aus. Chakotay bekam Gänsehaut, konnte sich das Zittern aber gerade noch verkneifen.
    "War es vorher nicht wärmer?", fragte die zierliche Frau.
    "Ja, war es. Aber abends wird es immer kälter." Jack legte ihr seine Jacke über und sie zuckte kurz zusammen. Trotzdem nahm sie die Jacke an, da sie Wärme versprach.
    "Wo haben wir das Auto?", fragte der dunkelhäutige Indianer.
    Jack ging vor, direkt zum Wagen, und die anderen folgten ihm. Carter entriegelte das Auto und alle stiegen ein. "Es wird gleich warm, sobald ich den Wagen gestartet habe.", versprach Sam.
    "Ich hoffe es, sonst bin ich gleich erfroren."
    "Ihr seid einfach nicht mehr abgehärtet gegen unser Klima."
    "Da könnten Sie sogar Recht haben.", stimmte Chakotay zu.

    Sam fuhr los und nach einigen Minuten wurde es warm. Kathryn hörte auf zu zittern, ihr wurde langsam wieder warm. Irgendwie war sie froh, dass sie bald wieder auf der Voyager sein würde. Der Indianer konnte sich denken, dass Kathryn sich nach ihrer Badewanne sehnte. Bei dem Gedanken begann er zu schmunzeln, was seine Grübchen hervorbrachte.
    Nach einer halben Stunde kamen sie wieder am Cheyenne Mountain an. Kathryn und Chakotay verabschiedeten sich und verschwanden im blauen Licht des Transporterstrahls.


  3. #3
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    Kapitel 3 - Langweile!

    Kathryn saß, wie so oft, in ihrem Büro und schaute sich die Sterne an. Zurzeit veränderten sie sich nicht, da sie im Orbit der Erde waren. Die Erde selbst war von ihrer Position aus auch zu sehen und ergab einen wunderschönen Anblick. Kathryn beschloss, dass sie hier sitzen bleiben würde, bis ihre Schicht vorbei war.
    Zur selben Zeit saß Chakotay gelangweilt auf der Brücke und versuchte, seine Gedanken nicht zu ihr gleiten zu lassen, was ihm nur schwer gelang. Irgendetwas schien sie schon wieder von ihm fernzuhalten, ohne dass Chakotay wusste, was es dieses Mal war.
    Je länger der Erste Offizier darüber nachgrübelte, desto klarer manifestierte sich in ihm die Idee, nach seiner Schicht mit Jack O’Neill darüber zu reden. Vielleicht verstand ihn dieser Mann besser, als die Männer auf der Voyager!

    Das Problem war, dass er nicht wusste, wie er Jack unauffällig fragen konnte, ob er Zeit hatte. Wenn er nicht wollte, dass die Voyagercrew es mitbekam, dann müsste er sich persönlich ins Stargate-Center beamen und ihn suchen. Aber was wäre, wenn er ihn wieder bei der Arbeit störte, so wie beim letzten Mal als sie runter gebeamt waren?
    Der Indianer fuhr sich durchs Gesicht und fragte den Computer nach der Bordzeit. Die Antwort kam prompt: "Es ist 13.05 Uhr, Bordzeit."
    Seine Gedanken begannen, sich doch wieder um seinen Captain zu drehen. Er hatte sie selten gesehen, seit sie im Orbit der Erde waren. Nach dem Abendessen mit dem General und Carter vor einigen Tagen, war sie immer öfter die gesamte Arbeitszeit in ihrem Bereitschaftsraum gewesen, erst nach ihrer Schicht herausgekommen und sofort in ihr Quartier verschwunden. Keiner hatte sie in den letzten Tagen im Casino oder sonst wo auf dem Schiff gesehen.

    Der Grund, warum der Captain sich so zurückzog, war, dass sie sich wieder die Schuld daran gab, dass sie noch immer nicht Zuhause waren. Sie waren jetzt zwar auf der Erde, aber dies war nicht ihre Erde, nicht ihre Zeit. Hinzu kam, dass da auch noch diese Gefühle waren, die sie für Chakotay hatte. In letzter Zeit waren sie zutage getreten und ließen sich nicht so einfach unterdrücken. Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte, deshalb versteckte sie sich vor allem und jedem. Sie seufzte und griff nach ihrer Kaffeetasse, die bei näherer Betrachtung schon wieder leer war.

    Chakotay hielt es auf der Brücke nicht mehr aus. Er ging zum Turbolift und fuhr in den Maschinenraum, um sich mit B´Elanna zu unterhalten. Er wusste nicht wieso, aber er konnte einfach nicht mehr. Seine Hoffnung ging ihm langsam aus, je länger sie im Orbit der Erde waren. Es kam ihm vor, als würde der Planet ihm die Frau nehmen, die er über alles liebte.
    Gedankenverloren ging er in den Maschinenraum und suchte nach seiner besten Freundin, die er auch bald fand. Sie sah genauso gelangweilt aus, wie er sich fühlte.

    "Hey, Lanna." Die Frau schaute auf und sah ihrem alten Freund entgegen.
    "Du siehst schlecht aus! Obwohl, wir sind alle nicht besser, es passiert gar nichts und jeder spekuliert nur, wieso sich der Captain in ihrem Büro einschließt."
    Chakotay seufzte und schaute sie an: "Ich fürchte ja, sie macht sich wieder Sorgen und lässt niemanden an sich heran. Ich hoffe sehr, dass es mal eine Person gibt, die diese Frau versteht." Torres zog eine Braue hoch.
    "Ich glaube, es gibt keinen auf diesem Schiff, der sie versteht. Höchstens einer von der Erde könnte es probieren, wenn sie denn mal ihr Büro verlassen würde."

    Nach einer Ewigkeit bemühte sich der Captain der Voyager dann doch, aufzustehen und sich am Replikator einen neuen Kaffee zu holen. Sie wusste einfach nicht, warum sie so niedergeschlagen war. Vielleicht könnte ihr diese Frau helfen, die sie neulich kennengelernt hatte; Colonel Carter hieß sie, wenn sie sich recht erinnerte. Sie schien ihr wirklich intelligent zu sein und Regeln zu verstehen. Möglicherweise half es einfach mal, mit einer Frau zu reden, die nicht unter ihrem Kommando stand.

    Stunden später war die quälende Schicht endlich vorüber. Kathryn ging zum Turbolift, fuhr zu dem Deck, wo ihr Quartier lag und stellte sich ausnahmsweise mal unter die Schalldusche. Danach suchte sie in ihrem Kleiderschrank ein ziviles Outfit heraus. Als sie das entsprechende gefunden hatte, betrachtete sie sich im Spiegel und befand sich für gut.
    Chakotay war indessen ebenfalls in seinem Quartier, um sich umzuziehen, hatte er doch dasselbe vor wie Kathryn, nur wussten beide nichts vom Plan des anderen.

    General O´Neill saß in seinem Büro und wälzte mal wieder langweilige Akten, als es an seiner Bürotür klopfte. Er sah hoch, es war Colonel Carter.
    "Was gibt es, Carter?"
    "Wussten Sie, dass der Captain und der Commander der Voyager im Besprechungsraum stehen und sich bloß ansehen?"
    "Nein, wusste ich nicht. Haben wir ein Termin mit ihnen oder was suchen die hier?"
    Carter zuckte ratlos mit den Schultern, was Jack mit einem Kopfschütteln quittierte und an ihr vorbeiging.
    Geändert von Col. Carter (27.02.2014 um 20:10 Uhr)

  4. Danke sagten:


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    Kapitel 4 - Jack und Chakotay on Tour

    Jack saß zusammen mit Chakotay im Mc Murphys an der Bar. Sie hatten beide eine Bierflasche in der Hand, woraus sie tranken. O´Neill hatte ihn mitgenommen, weil alle anderen keine Zeit hatten, ihn zu begleiten, wegen irgendwelchen Dingen, die ihnen wichtiger erschienen waren.

    “Ihr habt echt hübsche Frauen hier, wobei es bei euch in der Base auch interessante gibt.“, meinte der Indianer, der schon von einem halben Bier leicht angetrunken war.

    Jack betrachtete ihn und klopfte ihm auf die Schulter. “Die Frage ist eher, wie du an sie rankommst, das ist bei uns gar nicht so einfach.“, seufzte er leise und trank einen weiteren Schluck.

    “Das ist es bei uns auch nicht. Kathryn zum Beispiel ist ein totaler Eisklotz. Sie lässt niemanden an sich heran. Warum müssen Frauen eigentlich immer Regeln im Kopf haben?! Es ist so furchtbar anstrengend, wenn ihr Körper und ihre Mimik was vollkommen unterschiedliches sagen.“, beschwerte er sich halb betrunken bei Jack.

    “Kumpel, wir sollten nach Hause fahren, du bist schon betrunken.“, meinte der ältere Mann, stand auf und legte Geld auf den Tresen.

    Chakotay schüttelte den Kopf, aber stand dennoch auf, denn er sah gerade, wie ein Kerl eine hübsche junge Frau belästigte, die ihn an Kathryn erinnerte. Er ging auf die beiden los, entriss dem Kerl die junge Frau und schlug ihm dann mit aller Kraft auf die Nase, so dass der Mann durch das Lokal, über Stühle und Tische hinweg, flog und in einer Ecke landete. Seine Nase blutete.

    Die Frau nutzte die Gelegenheit und verschwand einfach leise aus der Bar, als wäre sie nie da gewesen. Der nun sehr wütende Mann stand, wie konnte es anders sein, sich das Blut abwischend, schnell wieder auf. Er ging auf den groß gewachsenen Ersten Offizier zu und wollte ihm eine reinhauen, nur blockte Chakotay den Schlag gekonnt ab, obwohl sein Zustand schon bedenklich war. Er hatte anscheinend wirklich gute Reflexe. Jack ging dazwischen und konnte die Streithähne trennen. Gewaltsam schob er den Indianer nach draußen und verfrachtete ihn ins Auto.

    Der grauhaarige Mann stieg auf der Fahrerseite ein und fuhr los, Richtung Cheyenne Mountain. Dies schien ihm der einzige Ort zu sein, wo er den Commander abliefern konnte, da Chakotay ausnahmsweise kein Metallteil bei sich trug, das sonst die Sternenflottenoffiziere immer an ihrer Kleidung befestigt hatten.
    Genau in der Sekunde, in der O‘Neill nicht aufpasste, rannte ihm ein Reh vor das Auto und er versuchte auszuweichen. Durch den Alkoholspiegel in seinem Blut waren jedoch seine Reflexe verlangsamt, so dass das Ausweichmanöver nicht die gewünschte Wirkung erzielte und sie mit dem Wagen im Graben landeten. Jack schlug mit seinem Kopf auf dem Lenkrad auf und fluchte.

    Als er wieder klar denken konnte, kam ihm der Gedanke, dass er Carter anrufen sollte. Wenn er sich nicht täuschte, dann war sie noch immer mit dem Captain der Voyager im Stargate-Center. Er nahm an, dass die wissenschaftliche Diskussion, die sie vor seinem Aufbruch geführt hatten, noch immer in Gang war.

    Der General nahm sein Handy aus der Hosentasche und wählte ihre Nummer. Der Commander der Voyager saß regungslos auf dem Beifahrersitz und war ein wenig verwirrt, warum sie überhaupt stehen geblieben waren. Er fühlte sich desorientiert, aufgrund des Alkohols, den er nicht gewöhnt war.

    Sam hörte das Klingeln des Telefon, stand auf und ging ran: “Carter?“
    “Carter, ich hoffe, ich störe nicht?“
    “Nein, Sir. Was kann ich für Sie tun?“
    “Sie könnten mich abholen. Ich bin gerade in einen Graben gefahren und unser Freund Chakotay verträgt keinen Alkohol.“
    “Verstanden, Sir. Ich komme vorbei.“ Sie schrieb sich die Adresse auf und legte dann auf. In Richtung Kathryn gewandt, meinte sie: „Begleiten Sie mich. Unsere Jungs sind in den Graben gefahren und sind offensichtlich betrunken.“
    Kathryn schaute sie erstaunt an. Was hatte Carter da gerade über ‚ihre Jungs‘ gesagt? Sie hoffte nicht, dass sie gerade Chakotay und O´Neill gemeint hatte. Obwohl das ‚Sir‘ ja verdächtig danach klang. So schnell es ging, zog sich Sam an, schnappte sich ihre Schlüssel und ging mit Kathryn zum Auto, um zu der angegebenen Adresse zu fahren.

    Dort angekommen, parkte Sam am Straßenrand und stieg aus. Kathryn tat das gleiche und beide gingen auf das Auto der beiden Männer zu. Jack sah sie im Rückspiegel und stieg aus. Er war noch mehr bei Sinnen als Chakotay, der irgendwie nichts mitbekam.

    “Wie haben sie das bloß angestellt, Sir?“, fragte die blonde Frau schmunzelnd.
    Jack sah sie ratlos an und zuckte mit den Schultern. Carter schüttelte daraufhin amüsiert den Kopf.
    Chakotay stieg nun ebenfalls aus, da er inzwischen bemerkt hatte, dass das Auto stand. Er ging einige Schritte, stolperte und landete in Kathryns Armen, die sie ihm entgegengestreckt hatte, um ihn zu stützen. Aufgrund seines Körpergewichts brachte er sie beide zu Fall und landete direkt auf ihr.

    Janeway erstarrte förmlich, als sie auf dem Boden aufschlug und ihr Erster Offizier auf ihr zu liegen kam, mit dem Kopf auf ihrer Brust, und sich nicht zu rühren schien. Sie konnte nicht atmen, sich nicht bewegen, gar nichts. Sie war wie gelähmt und brachte nicht mal einen Ton heraus, um einen der beiden Stargate-Offiziere zu rufen.

    Chakotay öffnete seine Augen und schaute sie mit glasigem Blick an, den Mund zu einem Schmunzeln verzogen. Der Blick erschreckte Kathryn für einen Moment.
    “Ist aber wirklich nett von dir, dass du mich auffängst.“, lallte ihr Erster Offizier.
    Als ob dies nicht schlimm genug gewesen wäre, entdeckte Kathryn noch ein weiteres Problem. Ihr Körper fing an, extrem auf seine Gegenwart zu reagieren und sie konnte absolut nichts dagegen tun, weil er zu schwer war. Jack und Sam bemerkten davon nichts, weil die beiden sich gegenseitig neckten, wie sie es meistens taten, wenn sie sich sahen.

  6. Danke sagten:


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    Kapitel 5 - Der nächste Morgen

    Am nächsten Morgen

    Die Sonne schien in das Schlafzimmer der im Bett liegenden Person, man hörte nichts außer einem ruhigen Atmen. Oder war da noch mehr? Wenn man genau hinhörte, konnte man sogar zwei verschiedene Atmungen hören, die sich gegenseitig zu ergänzen schienen.

    Eine der Gestalten rührte sich, da ihr die Sonne ins Gesicht schien. Sie drehte sich um und ertastete etwas Warmes, das am Abend sicherlich noch nicht dort gewesen war. Sie fühlte weiter und es war offensichtlich ein anderer Körper, der muskulös war. Sie dachte, dass sich vielleicht die Person, die sie niemals haben konnte, in ihr Bett verirrt hatte und nahm verschlafen die Gelegenheit wahr und kuschelte sich an den warmen, gut riechenden Körper neben ihr.

    In einem anderen Schlafzimmer in demselben Haus passierte etwas ähnliches. Allerdings wundert sich dort der männliche Körper über etwas Warmes, Zierliches in seinem Bett. Da er dachte, dass er nie mehr die Chance haben würde, ihr so nahe zu kommen, nahm er sie, noch dösend, in seine Arme und schlief einfach weiter.

    Die zierliche Frau öffnete ihre Augen und war noch etwas verschlafen, als sie seine Brust betrachtete und sich fragte, wieso Chakotay auf einmal so weiß war. Sie schaute hoch in das Gesicht des Mannes und bekam einen Schock, der mit einem lauten Schrei einherging. Plötzlich war sie vollkommen wach und sprang aus dem Bett. Natürlich hatte sie nur Unterwäsche an.

    Der Schrei hallte rüber zum anderen Schlafzimmer, wodurch diese beiden Körper aus dem Schlaf gerissen wurden. Der Mann dort öffnete seine Augen und streckte sich, schaute die Frau an, als ob sie wüsste, was los wäre… dabei erstarrte er, als er sah, wen er da im Arm hatte. Sie drehte sich zu ihm und schaute ihn ebenfalls an. Beide blieben sie regungslos liegen und schauten sich nur in die Augen. Sie waren zu geschockt, um ein Wort zu sagen.

    Der ältere Mann sah die zierliche Frau an und fuhr sich mit den Händen über das Gesicht, dann stand er auf und ging in Shorts zu dem anderen Schlafzimmer. Er fuhr sich durch die Haare und klopfte an. Als er keine Antwort bekam, trat er einfach ein und blieb erstarrt in der Tür stehen. Was er sah, verschlug ihm regelrecht die Sprache.

    Sam hörte die Türe über den Teppich schleifen und sah auf. Sie erblickte Jack, der in Shorts im Eingang stand. Er schien erstarrt zu sein und sie konnte sich den Grund dafür denken. Es wäre ihr an seiner Stelle vermutlich ähnlich gegangen, bei dem Bild, das sie gerade mit Chakotay abgab.

    Kathryn wurde es zur gleichen Zeit zu dumm, nur in einem leeren Raum herumzustehen, deshalb ging sie Jack nach und sah ihn im Türrahmen eines anderen Zimmers stehen. Sie fragte sich, wieso er nur dastand und sich nicht regte, deshalb schlüpfte sie unter seinem Arm durch und schaute dann zum Bett. Was sie sah, ließ sie förmlich erstarren. Das Bild brannte sich in ihr Gehirn ein, so dass sie es nicht mehr vergessen würde.

    Chakotays Schädel hämmerte, er bekam von dem ganzen Trubel nichts mit. Er legte sich auf den Rücken und hielt sich den Kopf. Wie konnte das bloß ein Mensch aushalten, fragte er sich. Mit dröhnendem Kopf stand er auf und ging auf die Türe zu. Er bemerkte erst, dass jemand mitten in dieser stand, als es bereits zu spät und er gegen Jack gerannt war. Dieser erwachte aus seiner Starre und schubste den Commander zurück.

    Der jüngere Mann realisierte dies nur so halb, deshalb versuchte er, ein weiteres Mal an ihm vorbei zu kommen, aber auch dieses Mal rannte er gegen ihn.

    Langsam wurde der General wütend und verpasste ihm einen Schlag auf die Nase. Da dieser nicht so sehr von den Nachwirkungen des Alkohols beeinträchtigt war, hatte er natürlich auch entsprechende Kraft und es machte ‚Knock‘ bei dem Indianer.

    Chakotay taumelte zurück und schüttelte den Kopf. Versuchte dadurch, wieder klar im Kopf zu werden, wobei er sich bewusst wurde, dass er diesen Angriff nicht unerwidert lassen konnte, Kopfdröhnen hin oder her. Also ging er auf Jack los und schlug mit beiden Fäusten zu.

    Jack konnte dem ersten Schlag noch ausweichen, aber der zweite verpasste ihm ein blaues Auge. Der General ging sofort in den Angriff über und deckte Chakotay mit Schlägen ein, wovon dieser nur die Hälfte abwehren konnte. Daraufhin ging der Commander wieder in den Angriff überging und deckte O´Neill mit Schlägen ein, dabei stolperte er allerdings über etwas auf dem Boden und landete auf der Nase, was den älteren Mann zum schmunzeln brachte.

    Kathryn erwachte aus ihrer Starre, als sie ihren Ersten Offizier auf dem Boden liegen sah. Sie rannte zu ihm und fühlte seinen Puls, der jedoch regelmäßig schlug. Der schwarzhaarige Mann schnaufte allerdings etwas angestrengt. Chakotay bemerkte erst jetzt ihre Gegenwart und versuchte, sich langsam umzudrehen, wobei sie ihm half.

    Sam, die bisher alles nur beobachtet hatte, erwachte aus ihrer Starre und sah von Jack zu Kathryn und Chakotay. Daraufhin sprang die junge Frau aus dem Bett und ging auf ihren Vorgesetzten zu. Sie stellte sich vor ihn und nahm seine Hände in ihre. Sie hoffte, ihn so aufhalten zu können. Sie konnte sich denken, wieso er so ausgerastet war. Aber was sollte sie tun? Sie war selbst geschockt von den Ereignissen. Als sie ihn näher betrachtete und in seine Augen schaute, erkannte sie, dass er ungefähr das gleiche durchgemacht haben musste wie sie: pure Überraschung.

    Was war hier bloß passiert? Sie mussten beide unbedingt auf die Krankenstation. Die Männer konnten sich ja wirklich etwas getan haben, zudem sahen sie nicht gut aus. "Kathryn, wir müssen die Jungs auf die Krankenstation bringen. Sie könnten ernsthaft verletzt sein.", sagte Sam, immer noch ein wenig geschockt.
    "Wir transportieren sie am besten auf die Voyager. Wir haben dort Technik, um die Kampfspuren sofort zu heilen. Ich muss nur meinen Kommunikator holen.", sagte der Captain der Voyager, nahm dabei aber nicht den Blick von Chakotay.

    "Gut, gehen Sie. Ich passe auf die beiden auf."
    Kathryn nickte, stand auf und ging zu dem anderen Schlafzimmer. Dort suchte sie wie eine Verrückte nach dem kleinen Metallteil, das sich ja irgendwo an ihrer Kleidung befinden musste.

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  9. #6
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    Kapitel 6 - Krankenstation

    Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Kathryn ihren Kommunikator gefunden und lief zurück zu den anderen. Sam stand immer noch an derselben Stelle wie vorher, aber auch Jack hatte sich keinen Millimeter bewegt. Chakotay lag, noch immer stöhnend vor Schmerz, auf dem Boden.

    Die Kommandantin aktivierte das kleine Metallgerät und gab ihre Anweisung: "Janeway an Voyager. Vier Personen sofort auf die Krankenstation beamen."
    Kurz darauf erfasste sie ein bläuliches Licht und sie materialisierten in einem großen Raum mit Betten, Geräten und Konsolen. "Doktor?", rief der Captain und sah sich suchend um. "Nennen Sie die Art des medizinischen Notfalls.", sagt das Hologramm, als er aus seinem Büro kam und dadurch das Unglück selbst sah. Er nahm den Tricorder, scannte zuerst Chakotay gründlich und ging dann zu dem anderen Mann, um auch ihn zu scannen. Dieser stand noch unter Schock und wehrte sich deshalb nicht dagegen.

    “Helfen Sie mir, den Commander auf ein Biobett zu heben.“, wies der Doc den Captain an. Diese half ihm sofort und gemeinsam legten sie Chakotay auf das Bett, dann scannte er ihn erneut. “Er hat eine gebrochene Nase, drei gebrochene Rippen, Schürfwunden an seinen Händen und einen Alkoholspiegel von einer Promille.“, stellte der Doc die Diagnose. Dann drehte er sich fragend zu seiner Vorgesetzten um: “Wie ist das passiert?“
    “Darüber möchte ich keine Auskunft geben. Verarzten Sie die beiden einfach nur und ich muss sie ja wohl nicht an ihre ärztliche Schweigepflicht erinnern.“, meinte sie in ihrem besten Kommandoton. Gerade bei diesem Satz betrat Tom Paris die Krankenstation, da seine Schicht dort begann.

    “Mister Paris, kümmern Sie sich um den Mann dort.“ Der Doktor zeigte auf Jack. Paris nickte nur und führte den General zu einem Biobett, wo er ihn bat, sich darauf zu legen. Der junge Pilot war ein wenig perplex, dass hier alle Patienten und sogar sein Captain nur in Unterwäsche herumstanden, aber er verkniff sich jeden Kommentar, denn er wollte weder eine Rüge kassieren noch eine Strafe erhalten.
    Tom scannte O‘ Neill und zog eine Braue hoch. “Sie haben geprellte Rippen, ein blaues Auge, Schürfwunden an den Händen und einen Alkoholspiegel von nullkommafünf Promille.“
    Als nächstes ging Paris in den Nebenraum, um einige Instrumente zu holen. Sam schaute ihm nach und schüttelte den Kopf.

    “Ich werde nie verstehen, wie die hier arbeiten.“, meinte sie. Er kam wieder und injizierte Jack etwas.
    „Was haben sie da getan?“ Bei ihrem Tonfall zuckte Tom leicht zusammen.
    „Ich habe ihm ein Mittel gegeben, das die Wirkung des Alkohols aufhebt. Es müsste ihm gleich besser gehen.“, sagte er ungewohnt schüchtern.
    “Das hoffe ich auch für Sie. Sonst müssten wir ihn von unseren eigenen Ärzten noch einmal durchchecken lassen.“, meinte sie zu Tom und grinste Jack an, der das gar nicht witzig fand. O‘ Neill mochte die Krankenstation nicht besonders. “Carter, machen Sie dem Jungen keine Angst, sonst machen Sie noch seinem Captain Konkurrenz.“
    Sam sah zu Kathryn rüber. “Bin ich so furchteinflößend?“
    “Sie sind Offizier, da ist es normal, dass Sie so etwas ausstrahlen und bei ihrer Hierarchie sogar ein ziemlich hoher, wenn ich mich nicht irre.“
    “Sie haben Recht, aber bisher hatte noch keiner Angst vor mir. Man merkt, dass unsere Welten unterschiedlich sind.“, kommentierte Sam.

    Tom schloss die Behandlung von O´Neill ab und brachte die Instrumente weg. Sam schaute ihn erstaunt an. “Sie sehen aus, wie neu.“, meinte sie.
    “So, so, Sie wollen mich neu haben.“, konterte er und sie wusste genau, worauf er sich bezogen hatte, was ihr einen Stich ins Herz versetzte.
    Sam war wie gelähmt, sie konnte auf den Kommentar nicht antworten. Was hatte sie nur getan? Sie hatte ihn verletzt! Das war zu offensichtlich, als dass sie es abstreiten konnte.
    Carter begann unentschlossen auf dem blauen Teppich hin und her zu laufen und dachte nach.
    Jack setzte sich auf, hüpfte vom Bett und sah ihr dabei zu. “Carter, bleiben Sie stehen. Sie machen mich wahnsinnig.“, befahl Jack.
    Die blonde Frau blieb abrupt stehen und dachte nun eben still stehend nach, ohne einen weiteren Kommentar abzugeben.
    Kathryn betrachtete die Szene und war beeindruckt von diesem Gehorchen ohne zu widersprechen, sie schaute den beiden weiter zu. Vielleicht war dieses Jahrhundert doch nicht so schlimm, wie es in ihren Geschichtsbüchern stand.

    “Ich bin wirklich erstaunt. Hört jeder so schnell auf Sie?“, fragend schaute sie Jack an. Kurioserweise hatten sie alle vergessen, dass sie nur Unterwäsche trugen. Dies konnte aber auch eine Nachwirkung des Schocks am Morgen sein.

    Jack schaute Kathryn an und lächelte. “Nein, denn wir haben auch Zivilisten. Die rauben einem den letzten Nerv. Aber die Soldaten sind im Grunde alle sehr gut erzogen!“
    Janeway musste auf seine Antwort hin schmunzeln. “Das könnten Sie mir tatsächlich mal zeigen, wie man es hin bekommt, dass man keine Widerrede erhält.“
    Sam schaute auf, als sie diesen Satz vernahm. Machte sich da etwa diese Frau an “ihren“ Jack ran? Sie schaute zwischen den beiden hin und her und beobachtete sie kurze Zeit.
    Dann entschied die Soldatin, dass sie einfach dasselbe tun und sich mit der anderen Seite unterhalten sollte Sie ging zu Chakotay rüber und schaute nach ihm. Dieser hatte sich inzwischen aufgesetzt und lächelte ihr entgegen.

    “Was machen die beiden da?“, fragte er interessiert.
    “Die diskutieren, wer seine Leute besser unter Kontrolle hat und welche am wenigsten gegen ihre Anordnungen protestieren.“, erklärte sie ihm.
    “Was halten Sie davon, wenn ich uns was zum anziehen besorge?“, fragte Chakotay zuvorkommend.
    “Klingt nach einem sehr guten Plan.“, lächelte Carter.
    Der erste Offizier ging zum Replikator und orderte jeweils eine Jogginghose und ein T-Shirt, Socken und zwei Paar Schuhe. Sam schaute ihm neugierig dabei zu und staunte, wie aus dem Nichts Sachen erschienen. Sie war so fasziniert davon, dass sie den Ruf von Jack überhörte.

    “Keine Sorge, das ist nur ein Nahrungsverteiler. Man kann aber auch Kleidung damit replizieren. Die sollten sie jetzt anziehen“, lächelte er schelmisch, da sie ihn etwas seltsam ansah, “oder wollten Sie noch länger in Shorts hier rumstehen?“ Ein Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Es war offensichtlich, dass sich die beiden gut miteinander verstanden.

    Sam nahm die Sachen und zog sie an, als in diesem Moment gut hörbar ihr Magen zu knurren begann. Chakotay zog sich ebenfalls an und lachte über das Geräusch.
    “Wollen wir was essen gehen? Ihr Magen ruft ja geradezu danach!“, sagte Chakotay und schmunzelte. “Wir haben eine ausgezeichnete Leolawurzelsuppe.“
    “Das klingt durchaus interessant. Ich würde die gerne probieren.“, antwortete Sam.
    Chakotay wies sie zur Türe und beide gingen los zum Casino.

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  11. #7
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    Kapitel 7 - Einkauf mit Hindernissen

    Chakotay und Sam betraten das Casino. Der flippige Talaxianer kam auf sie zu. Sam begann zu lächeln und zog gleichzeitig eine Braue hoch. “Er sieht knuffig aus, wie ein Teddy auf zwei Beinen.“
    Der Indianer begann zu lachen. Der Moraloffizier sah die beiden an und stellte klar: “Ich bin Neelix, ein Talaxianer. Kein Teddy!“ Er sah beleidigt aus und widmete sich wieder seinen Töpfen und Pfannen.
    “Nun gut, da unser Koch nun beleidigt ist, gehen wir wohl besser an den Replikator, um uns was zum Essen zu holen.“, meinte er immer noch lachend und ging weiter.

    Carter nahm die Erwiderung nicht so gelassen. Sie blieb erstarrt auf ihrer Position stehen und schaute sich vorsichtig im Raum um. Sie tastete sich ab und fluchte innerlich, da sie keine Waffe dabei hatte. Leise, wie im Gefecht, ging sie dem Commander nach und sah sich dabei immer wieder um. Der Erste Offizier runzelte die Stirn, als er ihr Benehmen wahrnahm. „Colonel, haben Sie was?“
    „Ja, ich will nicht von dem Replikator angefallen werden.“

    Er runzelte die Stirn und fragte sich, was sie hatte, bis ihm bewusst wurde, dass der Begriff in ihrer Welt eine andere Bedeutung haben könnte. Er ging auf Sam zu und nahm sie in den Arm, weil er sie ja nicht erschrecken wollte. Sam versteifte sich nicht, sie schaute ihn nur an. „Ich wollte dich nicht erschrecken, so heißen unsere Nahrungsverteiler. Aber ich glaube, wir gehen besser bei dir essen. Das ist ungefährlicher. Ich hatte ja nicht vor, dass ihr uns wegen eines missverständlichen Begriffs den Krieg erklärt.“

    Sam bemerkte etwas sehr seltsames, seine Ruhe ging auf sie über. So ein Gefühl hatte sie noch nie gehabt.
    “Gute Idee. Dann sollten wir zu eurer Transporterstation gehen, damit wir auf die Erde kommen. Aber ich glaube, ich muss noch einkaufen.“, merkte Sam an.

    Die beiden gingen also wieder aus dem Casino. Während die beiden sich auf den Weg zu einem Transporterraum machten, begann unter den zurückgebliebenen Offizieren die Gerüchteküche zu köcheln.

    Kathryn und Jack hatten sich schon vor Chakotay und Sam wieder auf die Erde gebeamt und zogen sich dort die alten Sachen an, die sie am Abend zuvor zurückgelassen hatten. Jack hatte für Kathryn ihren geliebten Kaffee gekocht und jetzt hatten die beiden Hunger. Da sich im Kühlschrank nichts Brauchbares befand, mussten sie wohl oder übel einkaufen gehen.

    Jack war fertig, nahm seine Geldbörse und die Autoschlüssel. „Kathryn, sind Sie nun endlich fertig? Sonst bekommen wir keine Bagels mehr.“, rief er nach oben.

    “Ja, ich komme ja schon. Nur keine Hektik.“, rief sie zurück und kam dann die Treppe runter.
    “Keine Geduld haben Sie.“ - “Nein, wozu auch!“, grinste Jack.

    “Um darauf warten zu können, dass ich fertig werde und mich nicht hundertmal rufen must.“, konterte sie.
    Jack grinste sie bei der Antwort nur an und ging dann aus der Tür zu seinem Jeep. Kathryn folgte ihm zum Auto und stieg auf der Beifahrerseite ein.

    Sam und Chakotay standen gerade in ihrer Küche und inspizierten den Kühlschrank, der sehr leer aussah.
    “Mhm. Wir sollten eine Einkaufsliste schreiben. Hast du irgendwo was zum aufschreiben?“, fragte der dunkelhäutige Mann.

    “Klar, aber kannst du überhaupt mit einem Stift schreiben? Ich denke, ich mach es besser selbst.“, schmunzelte die junge Frau, holte Stift und ein Blatt Papier und schrieb den Zettel.

    Jack stieg aus dem Jeep, ging zielstrebig auf die Einkaufswägen zu, nahm sich einen und ging zum Eingang. Davor wartete er, dass seine Begleitung zu ihm kam, aber diese saß noch immer im Auto. Er begann zu murren und fragte sich, was sie da so lange trieb. Er ging zum Wagen zurück und machte die Beifahrertür auf.

    „Ein Schiff kommandieren können, aber mit einen simplen Anschnallgurt überfordert sein, das haben wir ja gerne.“, meinte er kopfschüttelnd, befreite sie davon und grinste dann, bevor er wieder losging.
    Kathryn war so überrascht davon, dass sie nichts erwidern konnte. Sie stieg aus, schlug die Autotür zu und lief ihm nach, da er schon vorgegangen war.

    “Hey, warte.“, rief sie ihm zu. Jack drehte sich um und sah nach ihr und im selben Moment rammte er mit dem Einkaufswagen gegen einen anderen.

    Samantha Carter begann zu meckern: “Können Sie nicht aufpassen, wo Sie hinlaufen, bevor sie ihrer Freundin nachgaffen?“
    Sie war sogleich in Rage, da sie in der letzten Nacht schlecht geschlafen hatte. Ihr Begleiter Chakotay allerdings musste schmunzeln. Er fand es äußerst amüsant, wie sich Menschen bloß so, eigentlich wegen gar nichts, aufregen konnten. Jack drehte sich um und schaute Carter an.

    “Haben wir etwa schlecht geschlafen, Carter? Oder hat sie dieser Casanova die ganze Nacht wach gehalten?!“
    Bevor Chakotay etwas dazu sagen konnte, kam auch Kathryn zu der Truppe. “Was ist denn hier los?“
    “Jack ist gerade in Sams Einkaufswagen reingefahren und sie ist heute mit dem falschen Fuß aufgestanden.“, kommentierte der Indianer die Situation.

    „Das wäre nicht passiert, wenn Ihr Captain einen Anschnallgurt öffnen könnte!“, pflaumte O‘Neill den groß gewachsenen Mann an.

    “Ich kann ihr nichts beibringen, dafür ist sie leider zu stur. Viel Glück beim Versuchen.“, sagte er ungerührt und ging einfach weiter.

    Janeway stand sprachlos daneben. Was war bloß heute los, dass alle so aggressiv reagierten? Musste am Mond liegen, dachte sie bei sich. Carter schaute zwischen den Kontrahenten sprachlos hin und her und ging dann einfach Chakotay nach, da er den Einkaufszettel hatte.

    Inzwischen waren alle mit Einkaufen fertig und standen an der Kasse. Kathryn beobachtete schon die ganze Zeit die Menschen beim Einkaufen, weil sie es interessant fand, aber sich ja nichts anmerken lassen durfte. Jack und sie kamen an die Reihe und die Kassiererin scannte die Sachen ein, eine andere Angestellte packte die Sachen in Tüten und stellte diese wieder in den Wagen.
    "Es macht dann 33 Dollar 34 Cent.", sagte die Verkäuferin.
    Jack schaute in seine Geldbörse. Er hatte nicht genug Bargeld und seine Kreditkarte schien er wohl vergessen zu haben. Er fluchte innerlich.

    Sam kam hinter den beiden an die Kasse, sah den Gesichtsausdruck ihres Vorgesetzten und reichte deshalb schnell der Kassiererin ihre Kreditkarte. Diese nahm sie lächelnd an und steckte sie in den Kartenscanner. "Geben Sie bitte ihre Geheimzahl ein.", bat die Frau Sam.
    Die schlängelte sich lächelnd an den drei vorbei, gab ihre Pin ein und drückte auf den grünen Knopf. Die Angestellte händigte ihr die Karte mit dem Kassenzettel aus. "Wünsche Ihnen noch einen schönen Tag."
    Carter lächelte, gab Jack den Kassenzettel und wartete an der Stelle, da nun ihr Einkaufswagen dran war. Chakotay betrachtete das alles schmunzelnd und als sie fertig waren, wünschten sie der Kassiererin noch einen wunderschönen Tag.

    "Carter, ich befürchte langsam, Sie kennen mich zu gut."
    "Schon möglich, Sir."
    Chakotay grinste, was seine Grübchen deutlich zum Vorschein brachte. "Irgendwie kommt mir der Dialog ja bekannt vor."
    Die ältere Frau schaute ihren Ersten Offizier an. "Woher denn?!"
    "Diese Diskussion hatten wir auch schon.", entgegnete dieser.
    Die Gruppe ging auf den Ausgang zu. Keiner sagte etwas, sie hingen alle in gewisser Weise ihren Gedanken nach und gingen zu ihren Autos, um die Einkäufe einzuladen.

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  13. #8
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    Kapitel 8 - Das neue alte Problem

    "Wann musst du eigentlich wieder arbeiten?", fragte Sam Chakotay, als sie an einer Ampel stoppten.
    "Morgen früh. Obwohl wir eigentlich nichts anderes zu tun haben, als uns den Orbit der Erde anzusehen.", gab er Auskunft.
    "Das klingt wirklich verdammt langweilig.", meinte Sam, fuhr weiter und parkte kurz darauf auf der Straße vor ihrem Haus.
    Chakotay stieg aus und ging nach hinten zum Kofferraum, um dort auf Sam zu warten. Gemeinsam trugen sie die Einkäufe zum Haus. Sam öffnete die Tür und lotste Chakotay in die Küche. Dort angekommen, stellten sie die Sachen ab und Sam räumte sie weg.
    Kathryn war derweil wieder auf der Voyager angekommen. Sie verließ den Transporterraum und fuhr mit dem Turbolift zu dem Deck, auf dem ihr Quartier lag. Dort wollte sie sich dienstfertig machen. Unterwegs begegneten ihr einige Untergebene, die sehr beschäftigt wirkten. Sie fragte sich, was diese so dringendes zu tun hatten, aber das würde sie sicherlich noch herausfinden.

    Einen Tag später war auch Chakotay wieder auf dem Schiff. Er ging, noch immer in Zivilkleidung, in den Maschinenraum zu B´Elanna. Ihm war eine Idee gekommen, wie man die Langweile auf dem Schiff minimieren konnte.
    "Lanna, gut, dass du da bist. Die Crew soll mit allen Mittel herausfinden, was uns hierher verschlagen hat. Du kannst dir so viele Leute nehmen, wie du willst. Das hat absolute Priorität." Torres lächelte ihn an. "Dieses Feuer habe ich in letzter Zeit vermisst."
    "So hoffnungslos bin ich nun auch wieder nicht.", schmunzelte er. "Manchmal muss man nur die Vergangenheit hinter sich lassen und in die Zukunft schauen."
    "Das soll heißen? Vergisst du deinen Traum, SIE zu bekommen und versuchst es bei einer anderen?"
    "Ja! Ich denke, ich habe lange genug gewartet. Nun ist es an der Zeit, mal an mich zu denken.", meinte er schlicht.
    Die Halbklingonin war sehr verblüfft über diese Ansage. Sie hatte keine weitere Möglichkeit, darauf zu reagieren, denn schon war er wieder verschwunden. Sie schüttelte amüsiert den Kopf und instruierte anschließend ihre Leute, sich an die Arbeit zu machen. So schnell und so eifrig waren die Techniker in den letzten Wochen nach einer Anweisung selten gerannt.

    Chakotay hatte Dienst auf der Brücke, aber offensichtlich war ihm entgangen, dass er noch immer Zivilkleidung trug. So betrat er zum Schichtbeginn in Jeans und T-Shirt die Brücke, ging auf seinen Platz zu und tat so, als wäre es normal. Er begann seine Arbeit und tippte auf der Konsole zwischen den Stühlen herum.
    Tuvok zog eine Augenbraue hoch, als der Commander an ihm vorbei ging, Harry Kim konnte seinen Augen nicht trauen und Tom musste sich mit aller Kraft einen Kommentar verkneifen. Kathryn betrat die Brücke kurz nach ihm, wie gewohnt in Uniform, und Harry Kim meldete ihre Anwesenheit. Ihr Erster Offizier war jedoch so in seine Konsole vertieft, dass er es nicht bemerkte. Erst als ihr Duft in seine Nase stieg, bekam er mit, dass sie sich neben ihn gesetzt hatte.
    Sie schaute zur Seite, weil ihr das Verhalten ihrer Offiziere doch seltsamer als gewöhnlich vorkam, und nun verstand sie auch wieso. Ihr Chakotay saß dort seelenruhig in einem viel zu engen T-Shirt und einer Jeans. Ihre Gedanken begannen zu kreisen und sie konnte sich nicht von diesem Bild losreißen.
    "Haben Sie Ihre Uniform nicht gefunden, Commander?!", erkundigte sich Janeway. Sie klang jedoch weitaus weniger trocken als üblich und auch den Blick konnte sie nicht von seinem Anblick abwenden.
    Chakotay hob den Kopf und schaute geradewegs in ihre blauen Augen, wovon wiederum er nun den Blick nicht abwenden konnte.
    Er brauchte nicht mehr zu antworten, da sie bereits alles in seinen Augen sehen konnte. Es verletzte sie tief, dass es den Anschein hatte, er hätte sie aufgegeben. Sie riss sich von seinem Blick los und ging ohne ein weiteres Wort in ihren Bereitschaftsraum.
    Der Indianer seufzte. Das war es nun. Das Ende. Er hatte sie verloren.
    Er stand auf, ging zum Turbolift und fuhr zu seinem Quartier. Dort angekommen, sah er, dass er wirklich noch seine Erdensachen trug.

    Nachdem er duschen war und sich umgezogen hatte, ging er wieder auf die Brücke. Ohne Umschweife suchte er ihren Bereitschaftsraum auf und trat ein, nachdem sie ihn hereingebeten hatte.
    Wie fast immer saß sie oben unter dem Panoramafenster und trank Kaffee, wie sollte es auch anders sein. Er ging auf sie zu und sie bemerkte seine Gegenwart, wollte aber ihren Blick nicht wirklich von den Sternen abwenden.
    Er setzte sich aufs Sofa neben sie und wartete, bis sie sich zu ihm umdrehen würde, obwohl er im Gefühl hatte, dass es nach ihrem abrupten Abgang von vorhin ein wenig dauern könnte. Er wartete und machte sich seine eigenen Gedanken über die Zukunft. Hatte er überhaupt noch eine Chance, sie zu bekommen, oder sollte er es wirklich aufgeben, so wie er es zu seiner alten Freundin gesagt hatte? Er seufzte kurz und merkte nicht, dass es hörbar war.
    Sie schaute ihn nun an, da sie ihn seufzen gehört hatte. Er saß da wie immer, aber irgendetwas schien ihn zu bedrücken, das verriet die in Falten gelegte Stirn. Sollte sie es ignorieren oder darauf eingehen? Jede Variante barg so ihre Risiken, sie konnte ihn verlieren oder ihre eigene Grenze überschreiten. Sie seufzte innerlich. Beides wollte sie nicht wirklich.

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  15. #9
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    Kapitel 9 - Innere Zerrissenheit

    "Also, was ist es, dass die Crew so arbeitswütig macht?", fragte Kathryn ihn, da sie darüber noch keine Berichte bekommen hatte und er garantiert deswegen bei ihr war.
    Chakotay schaute sie an und reichte ihr ein Pad. Dieses nahm sie nickend an und begann es zu lesen. Dabei beobachtete er sie, wie sie es aufnahm, dass er den Auftrag ohne ihre Zustimmung veranlasst hatte. Nach einer Weile senkte sie das Pad und schaute ihn an.
    "Wie kamst du auf die Idee, unsere Crew damit zu beschäftigen?", wollte sie nun wissen und ihre Augen funkelten neugierig.
    "Ich hab mich mit Samantha unterhalten. Sie fragte mich, ob wir nicht herausfinden wollten, wie wir hierher gekommen sind. Also habe ich B´Elanna die Aufgabe erteilt, es herauszufinden.", erklärte er ihr. Dabei achtete er extra darauf, den Vornamen des Colonels zu betonen und gleichzeitig sanft auszusprechen. Irgendwie musste Kathryn doch aus ihrem Schneckenhäuschen zu bekommen sein.
    Die zierliche Frau fühlte auch tatsächlich, wie sie ein Gefühl der Eifersucht übermannte. Alles in ihr schrie: Das ist mein Mann, Finger weg!
    Diese innere Zerrissenheit brachte sie kurzzeitig um den Verstand, weshalb sie die Augen schloss und tief durchatmen musste. Es war ihr bewusst, dass er sie ansah, aber nur so konnte sie ihre Fassung wahren. Sie konnte ja schlecht aus ihrem eigenen Büro flüchten.
    Chakotay nahm ihre Hand in seine und schaute sie an.

    "Kathryn, ich bin bei Ihnen. Wir schaffen das zusammen, da bin ich mir sicher." Kathryn durchzuckte eine Art Stromschlag, als er ihre Hand nahm. Sie war kurz davor, ihre Kontrolle zu verlieren. Wirklich sehr kurz davor. Sie wollte, dass er sie in seine Arme nahm und einfach nur festhielt. Sie wollte sich in dieser Welt einmal geborgen und sicher fühlen, aber, sie seufzte innerlich, sie konnte es sich nicht erlauben. Sie musste stark bleiben, jetzt wo ihre Crew daran war, das Geheimnis ihres Hierseins herauszufinden.
    Sie zog ihre Hand zurück und schaute zu den Sternen. "War es das Commander?"
    Sie blickte ihn bei dieser Frage nicht an. Dies war das Zeichen für ihn, dass sie sich wieder von ihm entfernte. Er fühlte, dass seine Hoffnung wieder einmal zerstört wurde, deshalb stand er auf und ging. Wieso tat er sich das auch nur wieder an? Er sollte wirklich in die Zukunft blicken und sich eine andere Frau suchen, die ihn wirklich liebte und das auch zeigte. Er würde sonst nur noch verzweifeln.

    Der Indianer schaute auf die Uhr. Seine Schicht war eh gerade beendet und er überlegte, wieviel Uhr es gerade auf der Erde war. Vielleicht konnte er sich ja noch etwas mit Sam unterhalten und sich ablenken.
    Kurzentschlossen, nachdem er sich in seinem Quartier umgezogen hatte, beamte Chakotay wieder zurück auf die Erde. Er hatte sich erkundigt, es war später Abend, aber noch nicht so spät, dass Sam schon schlafen würde. Hoffe er zumindest. Er brauchte jetzt dringend jemanden zum Reden.
    So fand er sich wenige Minuten später vor der Haustür von Samantha Carter wieder. Einen Herzschlag lang zögerte er, doch dann ging er die Einfahrt hoch und klingelte an ihrer Haustüre. Samantha öffnete. Sie trug einen Bademantel und wickelte sich gerade ein Handtuch um die Haare.
    "Oh, hoher Besuch!", lächelte sie, wurde aber schlagartig wieder ernst, als sie Chakotays Gesichtsausdruck sah.
    "Komm rein... hol dir was zu trinken. Ich zieh mir noch schnell etwas an und dann erzählst du mir, welche Laus dir über die Leber gelaufen ist." Mit diesen Worten machte sie ihm Platz zum eintreten.
    Der großgewachsene Mann trat ein und ging in die Küche. Er kannte den Weg inzwischen und nahm sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Dann ging er zum Wohnzimmer und setzte sich aufs Sofa. Er nahm einen Schluck aus der Flasche und verzog das Gesicht. Das Zeug schmeckte immer noch widerlich, aber es half irgendwie gegen die seelischen Schmerzen.

    Sam kam wenig später zu ihm ins Wohnzimmer. Sie hatte sich einen Jogginganzug angezogen und ihre Haare waren immer noch nass. So wie sie war, setzte sie sich neben ihn. "Also, was ist passiert? Sag jetzt ja nicht nichts! So wie du aussiehst, muss es was wirklich gravierendes sein."
    Er nippte am Bier und verzog das Gesicht, weil es seiner Meinung nach immer noch grausam schmeckte.
    "Nun ja, die Frau, die ich liebe, will mich nicht und ich versuche gerade in die Zukunft zu sehen und meine Gefühle für sie zu vergessen, damit ich eine andere finden kann, die mich liebt.", gab er offen zu, da er durch das Bier, welches er nicht vertrug, schon leicht angetrunken war. Carter nahm ihm die Flasche ab und stellte sie auf den Tisch.
    "Ich denke, du hast genug getrunken. Das wird dir auch nicht bei deinem Liebeskummer helfen. Vom Alkohol hast du morgen früh höchstens Kopfschmerzen, aber dann gehst du einfach zu eurem Doc und lässt dir das Heilmittel dagegen verabreichen. Das macht es dir zu einfach. Das Problem ist, dass du sie von Herzen liebst. So etwas wirst du nie wieder für eine Frau empfinden, auch wenn du eine andere findest, die dich liebt. Du wirst sie immer lieben, auch wenn du solche Qualen wegen ihr erleiden musst.", erklärte ihm Sam und nahm auch ein Schluck aus der Flasche.
    "Wenn sie doch nur ein einziges mal über die Regeln und Bestimmungen, die sie sich auferlegt hat, hinweg sehen könnte. Dann wäre ich schon ein glücklicher Mensch und könnte ihr endlich ohne Angst sagen, was ich für sie empfinde."
    "Dann solltest du das tun, bevor du dir eine neue suchst. Dich vergewissern, dass sie dich wirklich nicht liebt. Mit der Ungewissheit zu leben ist nicht wirklich lebenswert.", konterte die junge Frau souverän.
    "Gut. Ich werde sie sofort fragen gehen." Chakotay stand auf und schwankte kurz, konnte sich aber auf den Beinen halten.
    "Bist du dir sicher, dass du das in diesem Zustand tun solltest?", fragte Sam, nun leicht besorgt.
    "Ja, bin ich. Wenn ich nüchtern bin, habe ich nicht den Mut dazu.", sagte er, obwohl er leicht lallte.
    Sam fand es nun doch erstaunlich, was er alles riskieren wollte, aber sie würde vermutlich dasselbe tun. Ihr Verhältnis zu ihrem Traummann war auch nicht wirklich einfacher. Sie tröstete sich jedoch damit, dass ihres zumindest entspannter war, im Vergleich zu dem, was Chakotay ihr erzählt hatte.
    Während sie kurz in Gedanken gewesen war, war er verschwunden. In Gedanken wünschte sie ihm Glück, denn etwas anderes konnte sie im Moment nicht tun.

    Der Commander materialisierte auf der Voyager und machte sich auf den Weg zum Quartier des Captains, auch wenn er immer noch ein wenig schwankte. Er hatte sich diesen Schritt in den Kopf gesetzt und würde ihn auch durchziehen.
    Kathryn saß auf ihrem Sofa und trank ausnahmsweise einen Tee, denn der Tag war schon aufwühlend genug gewesen, da konnte sie keinen Kaffee mehr vertragen. Zudem hatte sie vor, heute Nacht ein wenig Schlaf zu bekommen. Dem sollte nur nicht so sein, aber das konnte sie noch nicht erahnen. Es klingelte an der Tür und sie wunderte sich, wer denn jetzt noch etwas von ihr wollte. Trotz der späten Stunde bat sie den überraschenden Besucher herein.

    Ihr erster Offizier betrat den Raum und sie sog, beim Anblick seines Outfits, leicht die Luft ein. Es war beinahe dasselbe wie bei ihrer letzten Begegnung auf der Brücke, nur hatte er diesmal einen schwarzen, engen Pullover an.
    "Was kann ich für Sie tun, Commander?", fragte sie mit so fester Stimme, wie sie gerade aufbringen konnte. Zu ihrem Glück klang sie für Chakotay vollkommen normal, obwohl sich in seinem Zustand wohl jede Tonlage normal anhören musste.
    Chakotay setzte sich auf einen Sessel, da es sich leicht bei ihm drehte. Er musste sich erstmal wieder sammeln, so dass er sich besinnen konnte, was er überhaupt von ihr wollte. Um vergessen zu können, war das Zeug wirklich gut geeignet.
    Kathryn schaute ihn an und wusste nicht, was sie denken sollte. Sie betrachtete ihn und erkannte ihn fast nicht wieder. Er hatte sich verändert, seitdem sie hier waren. Es war nicht direkt seine Aura, die sich veränderte, aber etwas, das sie besorgt machte.
    Sein Gehirn durchzog nur ein Gedanke, den er sofort aussprach, bevor er ihn wieder vergessen konnte.
    "Ich liebe dich Kathryn. Ich wollte nur wissen, ob du für mich genauso empfindest. Sag es mir, damit ich weiß, ob ich mein Leben der Suche nach einer neuen Frau widmen muss.“
    "Sie sind betrunken, Commander!", herrschte sie ihn im besten Kommandoton, den sie gerade zustande brachte, an, obwohl es ihr das Herz brach, ihn wegzustoßen. Wenn die Crew jedoch tatsächlich demnächst herausfinden würde, wie sie hierher gelangt waren, konnten sie auch bald wieder zurück in ihre Zeit und alles würde so sein wie früher.
    Sie konnte ihm außerdem nicht ihre Liebe gestehen, wenn er betrunken war. Er war nicht Herr seiner Sinne, er wusste nicht, was er da sagte. Außerdem hatte er morgen sowieso vergessen, was hier passiert war.
    "Ja und? Sie lassen mir auch keine Wahl. Sie treten meine Gefühle mit Füßen!"
    Damit stand er auf, wankte ein wenig und ging dann zielstrebig auf die Türe zu. Dabei rammte er mit seiner Schulter den Türrahmen, ignorierte das jedoch und ging einfach weiter.
    Kathryn sank in ihrem Sofa ein. Er hatte ja Recht und sie fühlte sich gerade grausam, aber sie musste auch ihren Ruf als Captain wahren, selbst wenn sie hier momentan nichts zu tun hatten.
    Sie seufzte und schaute raus zu den Sternen. Sie fühlte sich absolut miserabel. Was würde sie tun, wenn sie keinen Weg nach Hause finden würden? Sie konnte nicht ewig alleine bleiben, das merkte sie jeden Tag mehr, seit er sich von ihr entfernte.

    Chakotay lief derzeit durchs Schiff und landete im Casino. Er setzte sich auf einen der Stühle und betrachtete die Sterne. Leise seufzte er auf. Nun war es wirklich das Ende der Ära, er musste sich anders orientieren. Wenn sein Herz nur nicht so sehr schmerzen würde.
    Die Stunden verstrichen und Chakotay hing seinen Gedanken nach.

    Am nächsten Morgen, pünktlich um 0800, standen Captain Janeway und Commander Chakotay im Besprechungsraum des Stargate-Centers und warteten auf den Beginn der Unterredung.

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  17. #10
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    Kapitel 10 - Überraschungen


    Nach der Besprechung stand Jack auf, ging in sein Büro, um die Akte abzulegen und kam dann wieder heraus.
    "Carter, kommen Sie mit in die Kantine?", fragte er seine blonde Untergebene. Diese nickte und lächelte: "Gerne, Sir."
    "Habt ihr dort auch Kaffee?" fragte Kathryn sofort, da sie heute noch keine Gelegenheit dafür gefunden hatte, weil der Besprechungstermin so früh angesetzt worden war. Sie hatte ihn deshalb dringend nötig, auch weil sie kaum geschlafen hatte.
    "Natürlich haben wir den dort, unter anderem, aber nur, wenn Sie auch was essen.", meinte er mit einem Lächeln auf den Lippen.
    Chakotay dachte bei sich: Wenn sie nur was essen würde, dann würde ich einen Freudensprung machen! Er sah sie so selten essen, dass er manchmal dachte, sie würde sich wirklich nur von Kaffee ernähren.

    Nachdem geklärt war, dass alle mit in die Kantine gehen würden, ging O´Neill vor. Sam folgte ihm, was auch Kathryn und Chakotay in Bewegung setzte.
    Während sich die Stargate-Offiziere munter unterhielten, schwiegen sich Kathryn und Chakotay standhaft an. So erreichten sie die Kantine und Jack stellte sich in der Schlange an. Carter und die beiden andern, die immer noch kein Wort gesagt hatten, taten es ihm gleich.
    Jack nahm sich das Tagesgericht und einen Kaffee. Sam nahm sich dasselbe und ergänzte sich zum Nachtisch noch ihren geliebten blauen Wackelpudding.
    Der Captain der Voyager nahm einfach den General als Vorbild, da sie seine Drohung ernst nahm, dass sie sonst kein Kaffee bekommen würde. Chakotay war so verblüfft, dass er sich nur einen Salat und einen Tee holte und den andern zum Tisch folgte. Dort saß bereits ein junger Mann mit braunen Haaren.
    Daniel sah zu den Offizieren hoch. „Ihr wart auch schon mal höflicher.“, meinte er grinsend zu Sam und Jack. „Stellt ihr uns auch mal vor?“
    Immerhin hatte Daniel Jackson noch nichts mit den Voyager-Offizieren zu tun gehabt.
    Jack räusperte sich. „Das ist Captain Kathryn Janeway…“ Er deutete entsprechend auf Kathryn, doch bevor er Chakotay vorstellen konnte, fiel ihm Sam ins Wort. „Und das ist ihr Erster Offizier und engster Vertrauter, Commander Chakotay.“
    Sam spürte, wie sich alle Blicke auf sie richteten, vor allem Chakotays und Kathryns, doch sie ließ sich nichts anmerken. Nachdem Daniel brav genickt und sich ebenfalls vorgestellt hatte, setzte sie sich und begann zu essen. Nach einer Weile sah sie hoch zu den anderen dreien.
    „Wollt ihr Wurzeln schlagen oder essen?“

    Torres stand im Maschinenraum und wertete die bisherigen Ergebnisse aus. Sie seufzte kurz, denn es war noch nicht so viel dabei heraus gekommen. Sie mussten erst die Sensoren richtig einstellen, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm, aber es wurde rund um die Uhr in allen Schichten an dem Problem gearbeitet, denn es war das einzige, was momentan zu tun war. Dieser Auftrag linderte die allgemeine Langeweile ungemein.
    Tuvok war indes der kommandierende Offizier auf dem Schiff, solange sich das Kommandoduo auf der Erde mit den Besprechungen beschäftigte.
    Es war Thema Nummer eins auf dem gesamten Schiff, wie sie es schneller schaffen konnten, an brauchbare Resultate zu kommen. Sie beschäftigen sich hierbei mit der Frage, wie die Leistungsfähigkeit der Astrometrie gesteigert werden konnte und weiteren kleinen Details. Die Crew war froh, dass sie eine Aufgabe hatte, die sie zur bestmöglichen Zufriedenheit erfüllen wollte.

    Jack und Kathryn kamen einige Stunden später bei ihm zu Hause an und er musste immer noch darüber schmunzeln, dass sie so starr in ihrer Uniform verharrte, als würde sie sich niemals entspannen. Er ging zur Haustür hinein, zog seine Jacke und die Schuhe aus und ging in die Küche, um nachzusehen, was er noch im Kühlschrank hatte. Sie kam auch in die Küche, zog ihre Jacke aus und schaute ihm zu.
    "Mhm, also der Kühlschrank ist leer, aber ich kenne ein sehr gutes Restaurant, wo wir hingehen könnten.", merkte der General an.
    "Dann bräuchte ich aber etwas anderes zum anziehen, ich kann ja so nicht ausgehen.", gab Kathryn zu bedenken.
    "Wir könnten vorher einkaufen gehen.", schmunzelte Jack.
    Kathryn stand mit halb offenem Mund da. Sie hatte vorschlagen wollen, wenn überhaupt, etwas vom Schiff zu holen, aber mit so etwas hatte sie nicht gerechnet.
    Wie sich ihr Mund öffnete und schloss, musste für Jack aussehen, wie ein Fisch mit Schnappatmung.
    „Ich nehme das als Ja.“, grinste er und nahm sie bei der Hand. Er überlegte kurz, ging die Treppe zu seinem Schlafzimmer hoch und kam mit einem T-Shirt wieder. Standard-Grau, aber besser als ein Unterhemd der Sternenflotte.
    „Hier, das kannst du für den Einkauf anziehen.“, sagte er zur immer noch recht verwirrten Janeway.
    Sie nahm das T-Shirt entgegen, sagte und machte aber erstmal nichts, sondern stand nur konsterniert da.
    „Ist das... du meinst das...ernst, oder?“, fragte sie nach einer Weile. Seine auffordernde Geste war aufschlussreich genug und sie zog das Shirt über.

    Chakotay saß auf dem Sofa und hatte es sich bequem gemacht. Sam war in der Küche und wollte für beide Tee kochen. Sie kam nach wenigen Minuten zu ihm und stellte die Tassen auf den Tisch.
    Sam setzt sich aufs Sofa und schaute ihn an. "Ist sie persönlich immer so?"
    "Ja, ist sie. Immer im Dienst.", seufzte er leicht. „Aber lass uns von etwas anderem reden. Außer du magst jetzt wirklich etwas über sie erfahren?!"
    "Ja, vielleicht kann ich dir mit weiblicher Denkweise helfen, hinter ihre Fassade zu schauen... wenn du mir mehr von ihr erzählst."
    “Wo soll ich da anfangen?”, fragte sich Chakotay selber. “Ich finde es faszinierend, dass sie sich über einen Kaffee mehr freuen kann, als über eine überstandene Gefahr. Sie wirkt stark und zuversichtlich in ausweglos erscheinenden Situationen. Obwohl ich ihr diese Stärke nicht immer abkaufe, ist sie doch ziemlich überzeugend. Sie geht immer aufs Ganze, wenn sie davon überzeugt ist, dass die getroffene Entscheidung richtig ist. Ihr Haar ist so wunderbar, obwohl es mir besser gefiel, als sie es noch lang trug. Ihre Augen spiegeln alles wieder, was sie nicht zu sagen vermag. Ihr einmaliger Todesblick bringt ihr mehr Respekt ein, als es meine ehemaligen Maquis jemals könnten. Und wenn sie ihre Hand auf meine Brust legt, um mir zu verdeutlichen, dass sie ihre Entscheidung unter allen Umständen durchsetzt, dann habe ich keine Chance. Sie ist ehrgeizig. Fürsorglich wie eine Mutter, wenn es um ihre Crew geht. Und sie hat, ohne lange zu zögern, meine Crew in ihre integriert. Das hätten wohl nicht viele Captains getan. Aber am meisten fasziniert mich, dass sie aus Paris einen neuen, einen besseren Menschen gemacht hat, ebenso wie aus mir.”
    "Du liebst sie?", fragte Samantha Carter und schaute ihn mit ihren blauen Augen an, die denen von Kathryn leicht ähnelten.
    Chakotay erwiderte den Blick und versank kurzzeitig in ihren Augen, da diese auf ähnliche Weise wie Kathryns funkelten. Sie zogen ihn jedoch nicht so sehr in seinen Bann, wie die von seiner Kommandantin, obwohl sie dieselbe Farbe hatten.

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  19. #11
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    Kapitel 11 - Wie die Zeit vergeht

    Sam nahm Chakotay in den Arm. Sie kannte das Gefühl, das er hatte, nur war es bei ihr doch ein klein wenig anders. Trotzdem wusste sie, wie belastend solche Emotionen sein konnten und dass sie sich auf ein Arbeitsverhältnis negativ auswirken konnten.
    Die Soldatin sah den Indianer an und betrachtete seine traurigen braunen Augen, die so viel Mitgefühl und Ruhe ausstrahlten. Sie fand es faszinierend und zugleich schade, dass er leiden musste.
    Sie entschied sich, ihn zu küssen. Vielleicht würde der Moment sie beide ihre Sorgen vergessen lassen.
    Er war so erstaunt darüber, dass er zuerst gar nicht registrierte, was gerade passierte.
    Sie löste den Kuss und schaute ihn an. Er schmunzelte, zog sie zu sich und küsste sie nun von sich aus, was die Astrophysikerin überraschte, da wohl doch ein wenig Feuer in ihm steckte.
    Carter legte ihre Hand auf seine Wange. "Liebe ist eben auch immer mit Verzweiflung verbunden.", sagte sie einfühlsam.
    "Kennst du dich da etwa aus?", fragte er lächelnd und seine unwiderstehlichen Grübchen kamen zum Vorschein.
    "Leider. Ich habe ein ähnliches Problem, auch wenn unsere Regeln anders sind als eure."
    "Kathryn legt sich diese Regeln selbst auf, da wir ja zur Zeit nicht einmal in unserem eigenen Universum, geschweige denn in unserer eigenen Zeit sind. Aber sie will immer den knallharten Captain spielen, der keinerlei Privatleben besitzt."
    Sam griff nach seiner Hand und lächelte ihn aufmunternd an. "Du machst dir zu viele Gedanken."
    "Zu viele Gedanken? Was soll ich denn sonst machen? Ich habe jahrelang mit der Frau zusammengearbeitet und ihr mehrfach zu verstehen gegeben, was ich denke und fühle. Aber sie ist einfach so stur..."
    "Manche brauchen eben Zeit... oder einen Anstoß dafür, ihre Gefühle zu gestehen."
    Nun war sie es, die in Gedanken zu sein schien.
    "Und was soll ich da machen?", fragte Chakotay.
    "Zeig ihr weiter, dass du interessiert bist.", sagte sie nach einer Weile des Nachdenkens.
    "Oder aber du machst sie ein wenig eifersüchtig. Das könnte vielleicht auch mir bei meinem
    Problem etwas helfen.", grinste sie schelmisch.
    “Wie soll es dir helfen, wenn ich sie eifersüchtig mache?” Er sah sie interessiert an und dabei schenkte er sich neuen Tee ein.
    “Weil du damit auch meinen Traumpartner eifersüchtig machen würdest.“, lächelte sie smart.
    “Mhm. Dann klingt es durchaus nach einem Plan, dass wir so tun könnten, als wären wir ein Paar und sie merken müssen, was sie an uns haben!”, kommentierte Chakotay.
    “Irgendwie bist du ganz schön raffiniert.”, stellte Sam vergnügt fest.
    Er setzte sein unschuldiges Gesicht auf, als könnte ihn kein Wässerchen trüben. Dabei musste die junge Frau anfangen zu lachen.
    “Du bist auch zu süß! Ich weiß gar nicht, was die Frau für Probleme hat.”
    “Ich sage ja, ihre eigene Denkweise.”
    “Sie macht sich selbst ihr Leben schwer. Ich schlage vor, wir machen es uns einfach und ärgeren die beiden ein wenig.”
    “Womit beginnen wir am besten?”, fragte nun der dunkelhäutige Mann.
    “Wir müssen dich ein wenig lockerer machen, damit du glaubwürdig als mein Partner durchgehst.”, überlegte sie lächelnd.


    Einige Wochen später...

    Jack saß auf seinem Sofa und schaute sich im Fernsehen die Serie Simpsons an. Kathryn wollte sich währenddessen ein Bad gönnen, so hatte er Zeit für seine Lieblingsserie.
    Als diese vorbei war, und es waren heute sogar mehrere Folgen am Stück gesendet worden, fragte er sich, wo sie so lange blieb. Man konnte doch unmöglich so lange in der Badewanne liegen bleiben, oder war sie doch gegangen, ohne es ihm zu sagen? Bei der Frau erschien ihm alles möglich.
    Jack ging nach oben ins Badezimmer und klopfte an. Er wartete, doch es kam keine Reaktion. Er machte die Türe auf, die interessanterweise nicht verschlossen war und betrat das Badezimmer. Der ältere Mann sah sich um und erblickte sie in der Badewanne liegend, sie hatte ihn aber nicht gehört.
    Er ging näher heran und sah dann, dass sie eingeschlafen war. Was sollte er nun tun?
    O’Neill holte sich ein Handtuch, hob sie aus der Wanne, packte sie in das Handtuch und trug sie dann ins Schlafzimmer.
    Dort angekommen, legte er sie aufs Bett und deckte sie mit ein paar Decken zu, damit sie auch nicht fror.
    Dann legte er sich daneben und betrachtete sie. Wenn sie schlief, sah sie so harmlos und wunderschön aus. Sie hatte dann nicht dieses Ego, das sie immer präsentierte, wenn sie wach war. Vielleicht konnte er jetzt ja die wahre Kathryn Janeway betrachten.
    Die zierliche Frau drehte sich im Schlaf. Sie schien zu träumen und wälzte sich im Bett herum.

    Inzwischen war es spät geworden und Jack war ebenfalls eingeschlafen. Irgendwann merkte Kathryn im Schlaf, dass jemand neben ihr lag. Ihre Gedanken wollten so sehr, dass sie einer festhielt und beschützte, dass sie sich unbewusst an ihn kuschelte. Jack strahlte auch im Schlaf Wärme und Stärke aus und so schlief sie ruhig weiter.

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  21. #12
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    Kapitel 12 - Diskussionen

    Inzwischen saßen Kathryn und Jack an dem gedeckten Frühstückstisch. Während sie grummelnd ihren ersten Kaffee des Tages inhalierte, aß er in Ruhe sein Brötchen und sah sie immer mal wieder lächelnd an. Er konnte nicht so ganz verstehen, wie man so schlecht gelaunt sein konnte. Er selbst war ein Morgenmensch.
    Die zierliche Frau stellte ihre Tasse ab, weil diese schon leer war und hing ihren Gedanken nach. Sie griff nach der Kaffeekanne, da sie gesehen hatte, dass Jack dort ihr Lieblingsgetränk reingefüllt hatte.
    Sie hob die Kanne an, aber es kam nichts raus. Sie sah verwirrt das Gefäß an, da es sich voll anfühlte.
    O´ Neill betrachtete das Schauspiel, nahm ihr die Thermoskanne ab, drehte den Deckel und füllte ihre Tasse erneut. Dabei grinste er nur schelmisch.
    "Das ist pure Schikane!", grummelte sie.
    "Ich schenke dir demnächst das Buch «Wie funktionieren die Gegenstände des Haushalts?»" Er konnte sich nicht zurückhalten, er musste sie necken.
    "Wenn du das wagst, hau ich es dir um die Ohren.", konterte sie leicht gereizt.
    Er begann zu lachen und sah sie an. "Das will ich erleben, da ich viel größer bin als du!"
    "Du bist dir deiner ja sehr sicher.", stellte sie fest und er blickte in ein Gesicht, welches zwischen
    Missbilligung und Amüsement dem Mann ihr gegenüber schwankte.

    Sie sank ein wenig in sich zusammen. Eine unübliche Geste für Kathryn Janeway, aber irgendwie
    merkte sie, dass der General ihr das nachsehen würde. Außerdem war ihr gerade danach.
    "Das solltest du öfters tun.", hörte sie O'Neills Stimme.
    "Wie bitte?" Sie wirkte irritiert.
    "Dich fallen lassen und seufzen – und zwar hörbar!" Er nickte ihr bekräftigend zu. "Das ist ein
    prima Ventil."
    Er lehnte sich zurück. "Außerdem macht man damit auf sich aufmerksam."
    "Jack, ich habe ein Schiff zu führen.", setzte sie an, doch er unterbrach sie, in dem er die Hand
    hob.
    "Ich bin mir sicher, dass jeder aus der Crew weiß, dass du auch nur ein Mensch bist."
    Er stockte, als würde er sich überlegen, was er sagen wollte. Doch diesmal unterbrach sie ihn
    mit einem Seufzer.
    "Außer mir selbst. Bin ich so schlimm?" Jack nickte, wenn auch etwas zaghaft. Dann lächelte er.
    "Du verlangst zu viel von dir selbst."
    "Mag sein, aber ich bin es seit Jahren nicht anders gewohnt."
    "Dann solltest du vielleicht jetzt damit anfangen, was für dich selbst zu tun. Ewig alleine zu bleiben ist keine Option, obwohl ich da selbst mit meinem Schicksal hadere.", seufzte nun er.
    Sie sah ihn an. "Das fällt mir irgendwie schwer zu glauben..."
    "Kennst du das Gefühl, wenn man einen Menschen so sehr liebt, dass man ohne zu zögern für ihn sterben würde, aber genau diese Person unerreichbar ist? Trotzdem geht es einem bei jedem Lächeln von diesem Menschen besser?", fragte er mit Enthusiasmus.
    Kathryn sah ihn an und ihr Blick verriet viel mehr Unsicherheit als sie eigentlich wollte. "Ich glaube, ich verstehe, was du meinst." Ihr lagen die Worte: "Ich kenne das Gefühl nur zu gut" auf den Lippen, doch sie brachte sie nicht heraus.
    Er sah sie nun musternd an und zog eine Braue empor. "Du glaubst? Du denkst wohl, dass man wahre Liebe in Regeln pressen kann!"
    Sie merkte kaum, wie sie immer weiter in sich hinein sank. "Es gibt eben Situationen, die erlauben weder Liebe noch enger gehende Freundschaft. Wenn man zum Beispiel für eine Mannschaft da sein sollte, die Führung und eine starke Persönlichkeit braucht.“
    Langsam wurde der grauhaarige Mann fassungslos. Wie konnte man nur so verdammt stur sein? Er stand auf, ging zum Kühlschrank und nahm sich eine Flasche Bier heraus. Dann kam er zurück und nippte daran.
    "Weißt du eigentlich, was du da von dir gibst?"
    Sie sah ihn wieder missbilligend an. "Ist das Alkohol?" Sie wich seiner Frage ganz offensichtlich aus.
    "Ja, das ist Bier.", erwiderte er und nippte erneut an der Flasche. "Aber du hast meine Frage noch nicht beantwortet!"
    "Ist es nicht ein bisschen früh für Bier?" Sie hatte immer noch nicht vor zu antworten.
    "Na ja, ein wenig. Aber harte Zeiten erfordern besondere Maßnahmen." Er schaute sie ernst an und wartete immer noch auf eine Antwort.
    "Harte Zeiten? Hast du dein Gemächt nicht unter Kontrolle?" Sie versuchte es weiterhin, aber irgendwas sagte ihr, dass es ihr nicht lange gelingen würde. "Das was ich von mir gebe, sollte jeder kommandierende Offizier in meiner Lage beachten!" Sie sprach es aus, klang dabei aber weniger überzeugt, als sie früher gewesen war.
    "Hey, du bist ein harter Brocken. Da brauch ich was zum entspannen. Zudem wird man von einem Bier nicht betrunken. Meinem Gemächt geht es bestens, magst du einen Beweis haben?", grinste er. Ich würde sie sofort nehmen, wenn sie nicht so sehr an ihrem Job hängen würde, grübelte er kurz. „Ich könnte ihr auch vorschlagen, dass ich in Rente gehe, damit wir zusammen sein können.“, sagte er eher nachdenklich und mehr zu sich selbst.
    Die nicht mehr ganz so resolut wirkende Kathryn hatte in dem Moment an ihrem Kaffee genippt als er sprach. Den Schluck, den sie hatte trinken wollen, prustete sie direkt wieder aus und stand wütend auf. "Also so was derart Unverschämtes..." Ihr fehlten wirklich die Worte.
    "Willkommen im 21. Jahrhundert.", lachte er. "Hast du etwa kein Gesetz gegen solche Sprüche? Oder hörst du nur nie welche?"

    Kathryn stand immer noch fassungslos da. Sie wusste nicht, wie sie auf solch eine Unverschämtheit angemessen reagieren sollte und stand nur erstarrt da. Ihr Kopf wollte flüchten, doch ihre Beine versagten ihr den Dienst.
    Er sah zu ihr, wie sie da stand und betrachtete sie. Er konnte das Entsetzen in ihren Augen erkennen. Wie er vermutet hatte, steckte ein einsamer und schwacher Mensch hinter dieser eisernen Maske.
    Man konnte ihren inneren Kampf regelrecht beobachten, doch ihr Verstand und ihre Logik schienen zu gewinnen und ließen die Beinumklammerung los. Sie rannte aus dem Raum und suchte die Haustüre, landete aber in der Gästetoilette. Sie fluchte lautstark.
    "Wäre es nicht einfacher, wenn du dich auf dein Schiff beamen lässt?", rief er.
    "Halt doch die Klappe!", grummelte sie. Es klang, als wäre sie am Boden zusammen gekauert.
    "Na gut. ich geh dann mal arbeiten." Er räumte den Tisch ab und man hörte das Geschirr klappern.

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  23. #13
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    Kapitel 13 - Unvorhersehbare Ereignisse

    Der Stargate-Alarm schallte durch die Gänge und Daniel lief in den Kontrollraum. Er wusste, dass Sam und Jack nicht anwesend waren also fragte er Walter: "Haben wir schon einen Iriscode?"
    "Wir haben einen. Es sind die Tok´ra."
    "Öffnen Sie die Iris, ich bin unten im Gateraum."
    Der Sprachforscher stand also kurz darauf vor der Rampe und wartete, welcher ihrer Verbündeten sie heute besuchen würde.
    Jakob Carter trat aus dem Ereignishorizont und ging die Rampe herunter auf Daniel Jackson zu.
    "Hallo, Jakob. Was verschafft uns die Ehre deines Besuches?", fragte der junge Mann freundlich.
    "Ich wollte mal wieder meine Tochter sehen. Wo steckt sie denn?"
    Der Linguist hatte keine Ahnung, wo Sam sich momentan aufhielt. Er wusste nur, dass sie nicht im Berg war. Er sah nachdenklich aus, was dem ehemaligen General nicht entging.
    "Du weißt nicht wo Sam ist? Ist sie vielleicht mal ausnahmsweise zu hause?", schmunzelte der ältere Mann.
    Jakob Carter setzte sich in Bewegung Richtung Türe, die aus dem Gateraum führte. Daniel lief ihm nach. "Ich ruf sie an und sag ihr, dass du hier bist."
    "Nein, ich werde sie überraschen. Du musst mir nur einen Fahrer ordern.", meinte der glatzköpfige Mann lächelnd.
    Wie gewünscht organisierte Doktor Jackson alles. Während der Wartezeit zog Jakob sich um und unterhielt sich mit seinem Symbionten Selmak.

    Es hatte angefangen zu regnen, während Sam und Chakotay auf dem Rückweg ihres Spaziergangs waren, deshalb waren sie froh, als sie wieder ins trockene Haus kamen, denn sie waren von oben bis unten nass geworden.
    Sie waren ohne Wagen einfach spontan spazieren gegangen und leider hatte der Wetterbericht, den sie zuvor angesehen hatten, den Schauer nicht angekündigt.
    "Ich gebe dir ein Handtuch, da ich leider keine Sachen in deiner Größe habe. Wirf deine nassen Sachen einfach in den Trockner, damit du sie später wieder anziehen kannst.", sprudelte es aus Sam heraus.
    "Trockner?"
    Da war es wieder. Seine Unwissenheit über dieses Jahrhundert und er sah die Frau vor sich frierend und fragend an.
    "Ein Gerät, das deine Sachen trocken macht.", erklärte sie ihm lächelnd und ging den Flur entlang zum Schlafzimmer. Er folgte ihr.
    Die junge Frau warf ihm ein Handtuch zu, damit er sich trockenreiben konnte. Chakotay fing es auf Anhieb auf und trocknete sich damit zumindest das Gesicht und den Kopf. Dann begann er, sich die nassen Kleidungsstücke auszuziehen und auf einen Haufen zu werfen.

    Jack O’Neill wollte gerade aus dem Aufzug steigen, als ihm Jakob entgegen kam.
    "Hallo, Jakob.", begrüßte er ihn freudig überrascht.
    "Hey, Jack.", erwiderte der Angesprochene den Gruß, während er zu Jack in den Aufzug stieg.
    "Was machst du hier?", fragte der General.
    "Ich wollte meine Tochter besuchen, aber diese scheint nicht hier im Berg zu sein, von daher wollte ich jetzt zu ihr nach hause fahren."
    "Soll ich dich dort hinbringen?"
    "Dafür wäre ich dir dankbar, dann muss ich keinen Fahrdienst in Anspruch nehmen!", antwortete der ältere Mann.

    Kathryn saß derweil noch immer in Jacks Badezimmer und verzweifelte, da sie weder Kraft hatte aufzustehen, noch ihren Kommunikator zu bedienen, denn sie wollte nicht, dass jemand mitbekam, dass sie wieder aufs Schiff zurückgekehrt war. Sie war nicht in der Stimmung, sich mit ihren Leuten zu beschäftigen.
    Es blieb ihr also nichts anderes übrig, als auf ihrem Platz zu verweilen und zu hoffen, dass Jack irgendwann einmal zurückkehren würde.

    Samantha gönnte sich eine Dusche, damit ihr wieder warm wurde. Chakotay saß auf dem Sofa in seine kuschelige Wolldecke gehüllt und wartete, dass Sam zurückkehrte. Seine Kleidung befand sich im Trockner und er wartete auch hier, dass diese fertig wurde.
    Im Haus vernahm er ein seltsames Piepen, das er nicht zuordnen konnte.
    Genau wie Kathryn verspürte auch er momentan wenig Lust aufs Schiff zurückzukehren, denn er wollte ihr in seinem momentanen Aufzug nicht begegnen. Dies wäre für ihre empfindliche Freundschaft nicht gerade das Beste. Sie würde sich dann wahrscheinlich weiter von ihm zurückziehen.

    Jack O´Neill parkte seinen Jeep vor dem Haus seines Colonels. Sams Vater stieg aus dem Auto aus, ging auf die Haustüre zu und betätige die Klingel.
    Der Indianer wunderte sich, wo das neue Geräusch herkam. Dieses mal ging er dem Geräusch nach, es schien von der Türe zu kommen.
    "Sam!", rief er nach der Hausbesitzerin, aber bekam keine Antwort. Sie konnte ihn wegen der Lautstärke des Föhns nicht hören.
    Kurzerhand übernahm er die Initiative und öffnete die Türe selbst und sah sich den beiden Männer gegenüber.
    O´Neill brachte kein Wort heraus, deshalb übernahm der ältere von beiden das Reden.
    "Hallo. Mein Name ist Jakob Carter. Ist meine Tochter auch da?", fragte er freundlich.
    "Ja... sie... ist oben... duschen.", gab Chakotay Auskunft, leicht überrascht über den Besuch.
    "Dürfen wir reinkommen?", fragte der Tok´ra freundlich und lächelte immer noch.
    Chakotay ließ die beiden herein und ging ihnen ins Wohnzimmer voraus.

  24. Danke sagten:


  25. #14
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    Kapitel 14 - Hoher Besuch

    Jack ging nach oben ins Badezimmer, wo Sam laut Chakotay sein sollte.
    "Hast du wirklich diesen Kerl als Freund?", fragte er mit Zynismus in der Stimme.
    Sam schaute ihren Vorgesetzten an und hatte gerade den Föhn in die Hand genommen.
    "Ja, Sir!", gab sie zur Antwort und ihre blauen Augen funkelten ihn an.
    "Was ist mit uns? Du hast es also aufgegeben? Dann kann ich auch in den Ruhestand gehen. Wird sowieso Zeit." Er drehte sich ab zum Gehen.
    "Nein, Jack. Aber die Regeln...", sie brach ab und seufzte tief.
    "Jetzt sind die Regeln daran schuld, dass du mit ihm rumflirtest? Sie sind auch schuld daran, dass sein Captain sich bei mir im Haus versteckt, weil sie sich wegen ihres Egos nicht aufs Schiff beamen kann."
    "Warum kann sie das nicht?" Sie sah ihn fragend an, sah hierin keine Logik.
    "Ich habe mit ihr diskutiert und na ja… ich habe wohl ihr Ego kaputt gemacht.", druckste er herum. Mehr wollte er ihr nicht sagen, denn er fand Carters missbilligende Blicke viel schlimmer als Kathryns.
    "Wieso hat er eigentlich nur ein Handtuch an?", fragte er stattdessen, um sie abzulenken.
    "Wir waren spazieren und es hat angefangen zu regnen. Er wollte genauso wenig auf sein Schiff zurück wie sein Captain, also hab ich seine Sachen in den Trockner geworfen.", erklärte sie bereitwillig.
    "Aha. Nun, dann will ich dich nicht länger bei deinen Aktivitäten stören. Ich geh mal wieder runter zu den Jungs.", sagt er und ging zu den beiden ins Wohnzimmer.
    Samantha schüttelte kurz den Kopf und schaltete dann den Föhn an.
    "Ich gehe gerade mal nachsehen, ob Ihre Sachen im Wäschetrockner fertig sind.", meinte Jack kurz darauf zu Chakotay. Dieser nickte freundlich und sah ihm nach. Sams Vater Jakob betrachtete das Schauspiel erstmal nur, denn er wollte warten, bis seine Tochter wieder kam.

    "Sind Sie der neue Freund meiner Tochter?", fragte er schließlich doch neugierig und genau wie aufs Stichwort kam Sam in diesem Moment nach unten und hörte ihren Vater.
    "Dad, was machst du denn hier?" Sie umarmte ihn und wartete gespannt auf die Antwort.
    "Ich wollte dich besuchen, aber du warst ja nicht im Berg. Dabei dachte ich immer, du arbeitest."
    "Nun Dad, wir haben Gäste, die unsere Welt bestaunen wollen. Die halten mich vom arbeiten ab."
    "Ah, genau so wie der junge Mann da, für den Jack gerade nachsieht, ob seine Kleidung trocken ist?"
    "Ja. Wir wurden vom Regen überrascht, als wir Spazieren waren."

    Jack kam wieder und drückte dem Jüngeren die Anziehsachen in die Hand.
    "Du kannst dich sicherlich oben im Bad umziehen gehen.", meinte er ein wenig sarkastisch.
    Chakotay erwiderte darauf nichts, wegen des Besuchs, und ging nach oben sich umziehen.

    ***

    Irgendwie hatten sie es geschafft, dass sie einigermaßen friedlich am Tisch zusammen saßen.
    Chakotay war inzwischen wieder getrocknet – genauso wie seine Klamotten, die er auch wieder angezogen hatte, nachdem Jack ihm die Sachen wiedergegeben hatte.
    Samantha hatte in den Tiefen ihrer Küche Donuts gefunden und die vier tranken Kaffee.
    Jack warf immer wieder skeptische Blicke zu Chakotay rüber. Er wusste nicht, was er von dieser Situation halten sollte. Irgendwie konnte er ihn ja sogar verstehen. Kathryn war eine sture Ziege. Hübsch, clever, smart, aber eben in ihrem eigenen Korsett gefangen. Genauso wie er... wie sie beide... ach Mensch, das war doch zum Mäuse melken. Nun musste er zusehen, wie sich Sam mit diesem Mann vergnügte.
    „Sam, erzähl doch mal, was es mit euren Gästen auf sich hat“, ermunterte Jakob seine Tochter und unterbrach damit die doch etwas angespannte Stille. Samantha blickte von den beiden anderen Männern zu ihrem Vater und stockte etwas.
    „Nun... das ist eine wohl etwas komplizierte Geschichte.“ Sie blickte zu Chakotay und dann wieder zu Jakob.
    „Ihr Schiff...und die Besatzung scheinen aus einer Paralleldimension und aus einer anderen Zeit zu sein... aus dem 24. Jahrhundert.“ Sie sah fragend Chakotay an. Dieser nippte an seinem Kaffee und nickte leicht.
    „Bei uns wäre nach eurer Zeitrechnung das Jahr 2372...“
    Jakob sah erstaunt aus.
    „Was meint sie mit Paralleldimension?“, fragte er neugierig. Chakotay kratzte sich am Kinn.
    „Sie sollten sich mal wieder rasieren, Commander“, witzelte Jack in sarkastischem Unterton, was diesem einen bösen Blick von Sam einbrachte. Chakotay beachtete ihn nicht und sah zu Sams Vater.
    „Nun, Sie müssen wissen, um diese Zeit“, er machte eine ausschweifende Geste, die klar machen sollte, dass er die aktuelle Zeit meinte, „hatten wir noch mit den Nachwirkungen der Eugenischen Kriege zu tun, bei denen circa 30 Millionen Menschen das Leben verloren.“ Er nippte am Kaffee. „Und bei uns würden in circa 10 bis 15 Jahren der dritte Weltkrieg ausbrechen... aber so weit ich weiß, scheint das auf der Erde ja mit dem … Stargate noch das geringste Problem zu sein.“ Chakotay versuchte ein Lächeln in Richtung Sam. Diese kicherte leicht. Aber es klang nicht ganz echt.
    „Na ja, das Stargate verlegt die Konflikte nur nach außen.“, seufzte sie.
    "Selbst bei einem erneuten Weltkrieg würde uns das Stargate nicht helfen. Man würde nur die wichtigsten Menschen evakuieren, weil man den Krieg dann eh nicht aufhalten kann.", kommentierte Jakob.
    "Aber wie kamen Sie genau in unsere Zeit, beziehungsweise unser Universum?", fragte er weiter und schaute den Indianer direkt an.
    "Wir kamen wohl durch eine Subraumanomalie, die mit einem Zeitriss kollidierte, hier her. Nach unseren Berechnungen wird das hier in der Galaxie erst in einem Jahr wieder geschehen.", erklärte Chakotay.
    "Sie klingen fast wie Sam, wenn sie über ihre Arbeit redet.", lächelte der ältere Mann.
    "Im Grunde sind wir ein Schiff voller Wissenschaftler. In unserer Zeit werden keine wirklichen Soldaten mehr ausgebildet. In unserem Jahrhundert haben wir alle Probleme, wie Hunger, Krieg oder Armut gelöst."
    "Aber schaffen es nicht, ihre Beziehungsprobleme zu lösen!", meinte Jack bissig.
    Daraufhin sah der ältere Herr in die Runde und irgendwie sahen alle ein wenig betreten drein.

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  27. #15
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    Kapitel 15 - Zusammentreffen der Vier

    Es klingelte an der Tür. Das durchbrach die unheimliche Stille, die entstanden war. Samantha stand auf, ging an die Haustür und öffnete diese. Sie erkannte Daniel und bat ihn, herein zu kommen. Zusammen gingen sie in die Küche, wo alle beieinander saßen.
    "Jakob, ich soll dich abholen. Die Tok'ra verlangen nach dir. Allerdings sagten sie uns nicht, warum.", erklärte Daniel die Lage.
    Der ältere Mann schaute ihn lächelnd an. Im Grunde war sein Symbiont froh, aus diesem Schlamassel wegzukommen.
    "Nun gut. Die Arbeit ruft.“ Er stand auf und umarmte seine Tochter. "Wir sehen uns, Kleines. Und lass die Jungs am Leben!", neckte er sie zum Abschied und ging dann mit Daniel, den er einfach mitschleifte, zur Haustür.
    So verließen der Vater von Sam und der Sprachforscher das Haus und fuhren zum Cheyenne Mountain zurück.
    Chakotay sah Carter an und bemerkte die Spannung zwischen ihr und Jack.
    "Sam, meinst du nicht, wir sollten ihn aufklären?"
    Bevor die junge Frau antworten konnte, hatte Jack schon eine sarkastische Antwort parat: "Sie müssen gar nichts. Ich habe wohl mehr Erfahrung, als Sie jemals haben werden."
    Samantha Carter sah ihren Vorgesetzten aus ihren blauen Augen traurig an. "Das meint er nicht…" Sie seufzte.
    "Was meint er dann?", fragte Jack ein wenig schroff.
    "Wir dachten, wir könnten seinen Captain mit unserem Flirt eifersüchtig machen. Sie sollte erkennen, dass sie Chakotay durch ihr Verhalten verliert. Seiner Ansicht nach würde sie das nicht verkraften."
    "Hey, ICH habe sie kaputt gemacht! Sie hat nicht mal mehr genug Elan, um sich hochbeamen zu lassen. Darum sitzt sie wohl noch immer in meinem Haus."
    "Was haben Sie mit ihr gemacht? Wir müssen zu ihr!" Chakotay war von dem, was er hier hörte, entsetzt und flüchtete schon fast zu Tür.
    Jack erwiderte daraufhin nichts mehr, sondern ging dem Jüngeren nach.
    Sam blieb alleine und verlassen in der Küche zurück. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Folgen oder stehen bleiben?

    Jack und Chakotay saßen im Auto und redeten die ganze Fahrt hindurch nichts miteinander. Das Schweigen dauerte zwanzig Minuten, bis kurz vor dem Ziel.
    "Warum haben Sie Kathryn kaputt gemacht?", platzte es dann doch aus dem Indianer heraus.
    "Nun ja, wir haben diskutiert und ich bin wohl nicht so ein Schoßhund wie Sie. Diese Frau verkraftet eben keinen richtigen Widerstand.", konterte der General.
    Der Jüngere sah ihn daraufhin nur perplex an. Er fragte sich ernsthaft, was Sam an ihm fand. Als Jack anhielt, stieg Chakotay aus dem Auto und lief zur Haustür, wo er ungeduldig auf O´Neill wartete.
    Der Ältere ließ sich Zeit damit, an die Türe zu gehen und diese zu öffnen. Für den Ersten Offizier der Voyager fühlte es sich an wie eine halbe Ewigkeit.

    Jack ging sofort in die Küche und schaute sich dort um, ob sie etwas angestellt hatte in den Stunden, die er weg war.
    Kathryn hörte, dass jemand die Türe hereinkam und versuchte aufzustehen, nur waren ihre Beine nach der langen Zeit eingeschlafen. Nach einigen Sekunden Wartezeit gelang es ihr jedoch aufzustehen.
    "Jack, bist du das?", rief sie und klang dabei noch ein wenig angeschlagen.
    "Küche", rief er zurück. Ihm war es im Moment egal, ob Chakotay sie zuerst sah oder nicht.
    Chakotay erstarrte, als er seine Kathy aus einem Raum kommen sah und sie Richtung Jack ging. Sie sah so verletzlich und zerbrechlich aus, dass er sich in dem Moment gar nicht bewegen konnte und seine Stimme versagte.
    Sie kam zu Jack und musterte diesen. "Du siehst so schlimm aus, wie ich mich fühle!"
    "Sam und Chakotay hatten ein Komplott gegen uns geplant und durchgeführt. Es ist ihnen auch wirklich gelungen, uns hereinzulegen.", erklärte er seinen Zustand und nahm sich gleichzeitig eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank.
    Die rothaarige Frau sah ihn verständnislos an. "Was für ein Komplott?"
    "Nun ja, die beiden wollten uns eifersüchtig machen, so dass wir denken sollten, wir hätten sie verloren. Das habe ich heute wirklich geglaubt, deswegen sehe ich vermutlich so aus. … Ach ja, dein Schoßhund hat Sehnsucht nach dir." Das Letzte fügte er sarkastisch an und nippte dann an der Flasche.
    "Mein Schoßhund?! Ich besitze gar keinen Hund.", sagte sie verwundert.
    Chakotay nutzte den Moment, um in die Küche zu den beiden zu kommen, da er sich endlich aus seiner Starre hatte lösen können.
    "Er meint mich damit.", gab der Indianer Auskunft.

    Kathryn ließ das Letzte unkommentiert und ging stattdessen zum Kühlschrank, um sich ebenfalls eine Bierflasche zu nehmen.
    Damit stand sie allerdings vor einem neuen Problem. Die Flasche war verschlossen und sie wusste nicht, wie man diese öffnen konnte. Sie dachte kurz nach und versuchte sich zu erinnern, wie Jack das bewerkstelligt hatte. Ihr fiel wieder ein, dass er dafür ein kleines Gerät benützt hatte. Sie ging an eine der Schubladen und suchte danach.
    Chakotay sah ihr zu. "Kathryn, du solltest das wirklich nicht versuchen! Das schmeckt grausam und macht dich womöglich betrunken.", versuchte er, sie zur Vernunft zu bringen.
    Jack schüttelte nur den Kopf. "So schaffen Sie es nie, sie zu überzeugen. Die Frau ist nicht mit Logik zu überzeugen.", kommentierte der Ältere. Er nahm Kathryn die Flasche aus der Hand, öffnete sie geschickt mit dem Flaschenöffner und reichte sie ihr zurück. Sollte sie doch selbst erkennen, dass er Recht hatte.
    Chakotay schaute geschockt zu Kathryn, als diese wirklich die Flasche ansetzte und etwas daraus trank. Wie schon erwartet verzog sie kurz darauf das Gesicht.
    Jack konnte beim Anblick dieser Grimasse nur schmunzeln. "Das ist doch nicht schlimm! Es gibt durchaus noch härteren Alkohol.“, meinte er launig.

    In dem Moment klingelte es an der Haustür und Jack rief: "Komm rein, es ist offen."
    Samantha Carter trat in den Hausflur und musste erkennen, dass niemand sie in Empfang nahm. Stattdessen hörte sie Stimmen aus der Küche. Sie folgte diesen und entdeckte die drei in der Nähe des Kühlschranks.
    „Jack, du lässt Kathryn wirklich Bier trinken?!", fragte sie ihren Vorgesetzten erschrocken.
    Dieser hob abwehrend die Hände. "Hey, sie ist erwachsen. Zudem konnte dieser Kerl hier sie ebenfalls nicht vom Trinken abhalten." Er deutete auf Chakotay und schob ihm damit wenig elegant den schwarzen Peter zu.
    Sam schaute zu dem Indianer und schmunzelte nur. "Er ist ja auch nicht du! Ich nehme an, er würde sich nie trauen, seinem Captain die Flasche wegzunehmen. Das hättest ruhig du übernehmen können."
    Sie warf Jack einen strengen Blick zu. Dann nahm sie selbst die Sache in die Hand und nahm Kathryn die Flasche ab. Dies was einfacher, als sie erwartet hatte.
    "So was nennt sich Männer!", konnte sich die blonde Frau einen Kommentar nicht verkneifen und schüttelte den Kopf.
    Die Kommandantin sah Sam undurchdringlich an und ging dann provokant auf Jack zu. Man merkte ihrem Gang an, dass das bisschen Bier schon seine Wirkung hatte entfalten können.
    "Jack, du hast was von Whisky erzählt. Wo hast du das Zeug?", fragte nun, zum Erstaunen aller, Chakotay.
    "Ich hab nichts hier, ich müsste erst einkaufen gehen."
    "Gut, dann lass uns einkaufen gehen!"
    Chakotay verließ die Küche und ging aus dem Haus. Der verdutzte Jack ging ihm nach. Ihm blieb auch nichts anderes übrig, schließlich hatte er damit angefangen.

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  29. #16
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    Kapitel 16 - Nachwirkungen

    Anmerkung: Im spoiler tag befindet sich ein kleiner NC, also nur anklicken wenn ihr ihn Lesen wollt.

    Kathryn ließ sich wieder auf die Voyager beamen. Dort angekommen, befahl sie dem Turbolift, sie zu Deck drei zu fahren.
    Sie lief den Korridor entlang und rannte fast gegen die Türe ihres Quartiers, weil sich diese nicht von selbst öffnete. Ihr ging durch den Kopf, dass sie die Tür wohl gesperrt hatte, bevor sie gegangen war.
    Der müde Captain gab den Überbrückungscode ein, ging in das Quartier und zog sich aus, was nicht ganz ohne Probleme ablief, da sie leicht schwankte, dadurch das Gleichgewicht verlor und in einem Sessel landete. Ein Gedanke durchzog ihren wirren Geist. Seit wann stand der Sessel an der Position? Bevor sie darüber nachdenken konnte, war der Gedanke schon wieder verschwunden.
    Kurz darauf ging sie mit Pants bekleidet ins Bett. Sie merkte nicht mal mehr, dass es ist nicht ihr eigenes war, denn in diesem lag schon ein Körper, der tief und fest schlief und nichts von dem Unheil merkte, das auf ihn zukam, wenn er erwachen würde.

    ***

    Der Morgen kam viel zu schnell über die beiden Körper, denn der Weckalarm riss sie aus dem Schlaf.
    “Computer, Weckalarm deaktivieren!“, nuschelte eine verzerrte männliche Stimme. Es klang, als wollte die Person gar nicht aufstehen. Er tat es auch nicht, sondern schlief wieder ein. Das Dröhnen in seinem Kopf war einfach zu groß.
    Erst nach einigen Stunden rührte sich wieder etwas in dem Quartier. Diesmal aber etwas Kleineres, Zierlicheres. Die Frau erwachte mit pochendem Kopf und ihr erster Gedanke drehte sich um die Frage, auf was sie wohl lag, das so viel Wärme ausstrahlte und sich regelmäßig hob und senkte. Sie spürte Atem auf ihrer Haut. Sie lag wohl offensichtlich auf jemanden drauf! Weitere Fragen bildeten sich in ihr.
    Auf wem lag sie? Und, wie war sie in diese Lage geraten?
    Die rothaarige Frau versuchte sich zu erheben, bis sie Widerstand bemerkte. Sie wurde scheinbar festgehalten. Kurzentschlossen nahm sie den Arm, der sie umfasst hielt und legte ihn beiseite, was der Person hinter ihr ein Murmeln entlockte. Schnell setzte sie sich auf, doch ihr Bettgefährte war hartnäckig. Der Arm folgt ihr und er zog sie einfach in eine neue Umarmung. Die Person, der der Arm gehörte, hielt sie diesmal fester als vorher, doch durch ein leichtes Schnarchen war zu erkennen, dass sie nicht einmal richtig wach geworden war.
    Kathryn war also gefangen in den Armen und wusste immer noch nicht, bei wem sie hier gelandet war. Ihr Kopf dröhnte schrecklich. Durch eine Kopfdrehung versuchte sie, einen Blick auf das Gesicht hinter ihr zu werfen, konnte aber nicht allzu viel erkennen, weil es im Raum zu dunkel war. Das Licht der Sterne reichte nicht aus. Sie gab sich also geschlagen und versuchte noch ein wenig zu schlafen. Vielleicht würde das ihrem Schädel auch gut tun.
    So legte sie ihren Kopf zurück auf den warmen Untergrund unter sich, lauschte dem Herzschlag und schlief davon ein.

    ***

    Jack lag quer in seinem Bett und schlief tief und fest, aber etwas im Bett rührte sich doch. Es klang nach einer Frau, die vor Schmerz stöhnte.
    Die Frau hielt sich den Kopf und konnte nicht mehr schlafen, weil die Sonne inzwischen aufgegangen war und sie ihr nicht mehr entfliehen konnte.
    Sie schaute zu ihrem Gegenüber, der noch seelenruhig schlief und dachte sich mürrisch, wie gut er es hatte, da er noch schlafen konnte. So beschloss sie, verzweifelt wie sie war, sich an ihn zu kuscheln und ihren Kopf vor der Sonne zu verstecken, was ihr auch nach einigen Minuten gelang. Sie hatte eine neue gemütliche Position gefunden.

    ***

    Er erwachte, weil ihn etwas in der Nase kitzelte. Er rieb sich über diese und zu seiner Verwunderung hatte er Haare in der Hand. Seit wann hatte er so lange Haare, fragte er sich, und das führte zu einer Überlastung seines schon hämmernden Kopfes.
    Er tastete nach dem Ursprung und bemerkte einen weiteren Körper, der auf seinem lag. Der Körper fühlte sich schmal an.
    "Computer, 20 Prozent Licht."
    Sofort nach dem Befehl wurde es heller im Raum, aber er konnte immer noch nicht ausmachen, wer da auf ihm lag, weil die Haare ihr Gesicht verdeckten.

    ***

    Der grauhaarige Mann öffnet die Augen und fasst sich an den Kopf. Nächstes Mal sollten sie wirklich kein Wetttrinken machen, um die Frauen zu beeindrucken.
    Irgendetwas lastete schwer auf seinem Rücken. Er konnte nicht aufstehen, also versuchte er es mit herumdrehen, was er von seinem Ballast mit einem Grummeln quittiert bekam.
    Nun lag er auf dem Rücken und sah auf den Ballast herunter. Da lag doch tatsächlich ein blonder Haarschopf auf ihm und er hielt sich erneut den Kopf.
    Wie bin ich bloß mit Sam im Bett gelandet, fragte er sich und hob die Decke hoch, um zu sehen, was sie an hatten. Er atmete auf, Sam hatte etwas an.
    Seine Körperreaktion und die Enge in seinem Unterleib verrieten ihm allerdings erstens, dass er Shorts an hatte und zweitens, dass sie genau auf der falschen Stelle lag und anscheinend seelenruhig schlief.
    Jack schob sie vorsichtig von sich herunter und legte ihr ein Kissen unter, dann stand er auf. Er torkelte ins Bad, wo er sich auszog und schnell unter die Dusche ging. Er stellte das kalte Wasser an und ließ es auf sich niederprasseln.
    Jack hatte die Hoffnung, dass seine Erektion dadurch abgemildert wurde und vor allem, dass das Hämmern in seinem Kopf aufhörte. Er stand eine ganze Weile unter dem kalten Strahl, aber es schien nicht zu helfen. Sein Kopf konnte trotz des Hämmerns an nichts anderes denken, als an diese Frau, die auf ihm gelegen hatte. Er hatte tatsächlich zusammen mit Sam in einem Bett gelegen! Er konnte es nicht fassen.

    Sam tastete im Bett herum, ihre Wärmequelle war verschwunden. Sie stand auf und schaute erst einmal aus dem Fenster. Die Aussicht verriet ihr, dass sie sich nicht in ihrem eigenen Haus aufhielt. Ihr Kopf schmerzte und sie beschloss, Kaffee zu kochen. Als sie auf den Flur trat, hörte sie ein Stöhnen. Sie änderte ihre Pläne, ging dem Geräusch nach und landete im Badezimmer.

    Spoiler 
    Jack stand noch immer unter der Dusche und wollte irgendwie anders sein Problem lösen, weil das kalte Wasser ihm offensichtlich nicht half. Aber was sollte er sich vorstellen, damit es funktionierte? Sein Geist wusste ganz genau, was er erträumte und so formten sich in ihm Bilder von Sam, die ihn mit Küssen bedeckte und ihm bei dem Problem half. Mit geschlossenen Augen fing er an, seine Hand an seinem Schaft auf und ab zu bewegen.
    Sam schaute unbemerkt dem Treiben ihres Vorgesetzten zu und das, obwohl ihr Kopf keinen klaren Gedanken zuließ.
    Als Jack ihren Namen stöhnte, war es um sie geschehen.
    “Es ist nicht nett, andere zu benutzen, wenn sie nicht dabei sind!“, sagte sie und er zuckte zusammen.
    "Carter, verdammt, müssen Sie mich so erschrecken?“
    Kurzentschlossen stieg sie zu ihm unter die Dusche und grinste ihn an.
    “Sie haben mich doch benutzt, also darf ich Sie auch erschrecken“, neckte sie ihn.
    Was sollte er darauf erwidern? Sein Gehirn gab ihm keine Antwort, da es wegen der Nachwirkungen des Alkohols noch immer nicht voll funktionsfähig war.
    Sam fuhr mit einer Hand über seinen Oberkörper, zeichnete seine Muskelpartie nach und er konnte nicht anders, als leise zu seufzen. Dies brachte sie zum Schmunzeln.
    Unter dem kalten Wasser begannen sich ihre Brustwarzen unter dem Shirt emporzuheben.
    Jack konnte ihre Konturen darunter erahnen und sein Körper reagierte sogleich. Das was er hatte reduzieren wollen, wurde nun wieder schlimmer.
    Carter bemerkte die Veränderung bei ihm natürlich, was ihr ein anzügliches Grinsen entlockte.
    “Ich glaube, Sie haben ihn vorhin nicht voll ausgelastet“, merkte sie an.
    “Sie sind daran Schuld! In Ihrer Nähe reagiert mein Körper immer so.“
    Er wusste nicht, wieso er das sagte. Er sollte niemals wieder zu viel trinken, das führte nur zu solchen Gesprächen unter der Dusche. Jack stellte das Wasser ab, da es eh nichts brachte.
    Samantha grinste schelmisch, nahm seinen Schaft in die Hand und streichelte auf und ab. Mit der anderen Hand massierte sie seinen Hoden. Vor lauter Überraschung war er wie erstarrt, konnte seinerseits nicht reagieren, nur ein lustvolles Aufstöhnen entrang seiner Kehle.
    “Carter, was tun Sie da?“, fragte er mit heiserer Stimme.
    “Ich schaffe Ihnen mal richtige Abhilfe! Warum fragen Sie?“, entgegnete sie.
    “Weil Sie mich wahnsinnig machen!“, entfuhr es ihm.
    “Soll ich etwa aufhören?“, schaute sie grinsend nach oben.
    “Nein, bloß nicht.“ Er wuschelte durch ihre nassen Haare.
    Die junge Frau führte Ihre Arbeit fort, langsam und sorgsam und trieb ihn wirklich in den Wahnsinn, was sie an der Menge merkte, die sie ihm aussaugte, als er seinen Orgasmus bekam. Er hielt sich an den Wänden der Dusche fest.

    Als er sich erholt hatte, zog er Sam auf die Beine und zog ihr das nasse Shirt und die Pants aus, wobei sie ihm half. Dann nahm er sie auf den Arm und schritt Richtung Schlafzimmer.
    "Brauchen wir keine Handtücher, oder willst du das Bett nass machen?“
    Er nickte und ließ sie vor dem Bett herunter, ging zurück ins Bad und holte dort ein Badehandtuch.
    Damit trat er vor sie und begann ihren Körper trocken zu rubbeln, danach trocknete er sich selbst ab und ließ das Handtuch auf den Boden fallen.


    Sam fasste sich an den Kopf. “Ich brauche unbedingt ein Aspirin, sonst drehe ich durch!“, sagte sie gequält.
    Jack nickte verstehend, ihm erging es auch nicht besser. Noch einmal ging er zurück ins Bad, holte die Aspirin-Packung und ein Glas Wasser.
    Als er wieder kam, reichte er Sam die Packung. Diese entnahm zwei Tabletten und reichte ihm eine zurück.
    Jack spülte sie mit einem Schluck Wasser herunter, dann gab er das Glas an sie weiter.
    Kurz darauf legte Carter sich auf das Bett und hoffte, dass die Tablette alsbald wirken würde. Jack legte sich neben sie und auch er hoffte inständig dasselbe. Sobald es ihm möglich war, wollte er Sam das zurückgeben, was sie für ihn getan hatte, doch im Moment hinderte ihn noch das Hämmern in seinem Kopf daran.

  30. Danke sagten:


  31. #17
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    Kapitel 17 - Zurückweisung

    Wünsche euch allen Frohe Ostern

    Der schwarzhaarige Mann schob die fremden Haare beiseite und bekam beinahe einen Herzstillstand als er sah, wer sich darunter verborgen hatte. Es war Kathryn!
    Das Hämmern in seinem Schädel wurde noch größer nach dieser Erkenntnis. Er löste seine Arme von ihr, um die Decke anheben zu können. Er wollte sicher gehen, dass sie sich nur im Quartier geirrt hatte und sonst nichts passiert war. Ein Blick zeigte ihm, dass sie beide noch Shorts anhatten. Er war erleichtert, aber hauptsächlich überforderte die Situation seinen Kopf.
    Chakotay seufzte, schob seinen Captain vorsichtig von sich runter und legte ihr ein Kissen unter. Nach kurzem Grübeln ging er ins Badezimmer und betrachtete sich im Spiegel. Er gab kein erfreuliches Bild ab, daher zog er die Shorts aus und trat unter die Dusche. Vielleicht würde ihm das ja helfen.
    Kathryn hatte das natürlich alles mitbekommen, da sie schon eine Weile wach gewesen war und nur darauf gewartet hatte, dass er sie losließ. Sie nahm also die Gelegenheit wahr und stand auf, ging leise in den Wohnraum und zog sich an. Dann verschwand sie aus dem Quartier und ging Richtung Turbolift.
    Diesem befahl sie, nach Deck fünf zu fahren, wo sie wenige Minuten später ankam. Die dort liegende Krankenstation suchte sie zwar nicht ganz freiwillig auf, aber das Hämmern in ihrem Kopf brachte sie noch um.
    Der Captain der Voyager betrat die Station und schaute sich nach dem Doktor um, dieser war jedoch nicht anwesend. "Computer, medizinisch-holografisches Notfallprogramm aktivieren!"
    Dieses erschien auf ihren Befehl hin sofort und sah Janeway interessiert an. "Was kann ich für Sie tun, Captain?"
    "Mir ein Schmerzmittel geben, dieses Dröhnen in meinem Kopf bringt mich um", gab sie mürrisch Auskunft.
    "Setzen Sie sich, ich werde mir das mal ansehen", wies das Hologramm sie daraufhin an.
    Die Kommandantin setzte sich widerwillig auf eines der Biobetten und wartete. Das MHN kam sofort zu ihr und scannte sie mit einem medizinischen Tricorder.
    "Mhm... Sie haben einen sogenannten Kater. Ich werde Ihnen etwas dagegen verabreichen", sagte er, lud ein Hypospray und injizierte ihr den Inhalt in den Hals.
    "Die Symptome dürften in Kürze nachlassen", meinte er.
    Die Kommandantin der Voyager stand auf und rieb sich die Stelle, dann verließ sie die Krankenstation ohne ein weiteres Wort, was das Hologramm nicht verwunderte. Sie war schon immer eine schwierige Patientin gewesen.

    Tom Paris stieg in den Turbolift, um zu seiner Schicht auf die Brücke zu fahren, aber er ahnte, dass heute noch etwas Ungewöhnliches passieren würde. Manchmal hatte er solche Vorahnungen aus heiterem Himmel und seine Kollegen zogen ihn gelegentlich damit auf, obwohl er oftmals Recht behielt.

    Chakotay kam aus dem Bad zurück und hatte ein Handtuch um die Hüften geschlungen. Mit einem zweiten Tuch trocknete er sich die Haare ab, als er sah, dass sein Bett inzwischen leer war. Hatte er etwa nur von ihrer Anwesenheit geträumt?!
    Der erste Offizier ging, so verwirrt wie er gerade war, aus seinem Quartier zum Turbolift. Die irritierten Blicke der Crewmitglieder, die er dabei auf sich zog, entgingen ihm vollkommen.
    Er drückte den Knopf, um den Lift herbei zu rufen. Wenig später traf dieser ein, mit Lieutenant Paris an Bord, und Chakotay stieg zu, ohne den Untergebenen richtig wahrzunehmen. Der Lift setzte sich in Bewegung und hielt kurze Zeit später erneut an. Kathryn stieg gedankenverloren ein und nickte kurz Paris zu. Tom, der nicht glauben konnte, was für ein Bild sich ihm hier bot, konnte nur denken: Immerhin hat sie eine Uniform an, die hat wohl unser Commander heute nicht gefunden!
    Auf einmal erwachte der Indianer aus seinen wirren Gedanken und er fragte sich, wieso der Turbolift so lange brauchte. Er drehte seinen Kopf und schaute an sich hinunter. War er wirklich gerade nur mit einem Handtuch bekleidet in den Lift zu Paris und Kathryn gestiegen? Er schluckte und fragte sich erneut, wieso der Aufzug ausgerechnet heute so langsam war. Die Türen öffneten sich und gaben einen Blick auf die Brücke preis. Paris und Kathryn stiegen aus, dabei fiel ihr erst auf, in welch unpassendem Aufzug ihr Erster Offizier gekleidet war. Bevor sie jedoch reagieren konnte, kam von Harry ein „Captain auf der Brücke!" und in dieser Zeit schlossen sich die Türen des Lifts wieder.

    Als Chakotay endlich auf der Krankenstation angekommen war, ging er sogleich auf den Doc zu. Dieser konnte nur den Kopf schütteln, scannte ihn und verabreichte ihm ein Hypospray.
    "Es wird Ihnen in Kürze besser gehen, aber in dem Aufzug sollten Sie wirklich nicht durch das Schiff laufen!", tadelte ihn das Hologramm.
    "Melden Sie mich bitte für heute krank, ich werde wieder in mein Bett verschwinden", erwiderte der Indianer.
    Nach dieser Aussage war der Commander auch schon verschwunden. Der Doktor runzelte die Stirn, aber gab wie gewünscht die Krankmeldung dem Captain sofort weiter. Diese war über die Nachricht auf ihrer Konsole leicht überrascht, sie konnte sich jedoch denken, weshalb er sich hatte krankschreiben lassen.
    Ihr eigenes Schädelbrummen war inzwischen abgeklungen, aber sie erinnerte sich dennoch nicht daran, wie sie in sein Bett gekommen war. Hatte sie sich gestern, alkoholisiert wie sie war, bloß verlaufen oder war da mehr gewesen?!
    Sie stand auf und übergab Tuvok die Brücke, überquerte diese und stieg in den Turbolift. Tom bekam einen Lachanfall, den sie aber nicht mehr mitbekam, da sich die Lifttüren bereits geschlossen hatten.

    Auf Deck drei angekommen ging sie zu seinem Quartier, war sich jedoch unsicher, was sie zu ihm sagen sollte. Einige Minuten lang stand sie unentschlossen vor der Tür, bevor sie den Summer betätigte.
    Von drinnen hörte man ein "Herein!". Sie zögerte kurz, trat dann aber in das hell erleuchtete Quartier und schaute sich um. Dort saß er auf seinem Sofa und hatte immer noch nur das Handtuch an. Damit hatte sie nicht gerechnet und musste nun versuchen, den Kloß, der sich in ihrem Hals bildete, loszuwerden.
    Chakotay schaute auf, wer ihn denn besuchen kam und erblickte Kathryn. Er erstarrte bei ihrem Anblick. Also war es doch kein Traum gewesen. Er seufzte innerlich. Jetzt kamen die unvermeidlichen Prinzipien. Vielleicht sollte er sich das gar nicht anhören, sondern sofort aufgeben.
    Kathryn musterte ihn gründlich. Er hatte ganz anders gewirkt als er geschlafen hatte, viel stärker als jetzt. Im Schlaf hatte er sie gar nicht loslassen wollen. Ihr wurde klar, dass sein Bewusstsein wohl mehr Angst vor ihr hatte, als sein Unterbewusstsein. Wie sollte sie an ihn herankommen, da er so verloren aussah?
    "Chakotay?", fragte sie sanft.
    "Sag nichts, ich weiß bereits, was du mir sagen willst", meinte er traurig.

    Was will sie bloß von mir? Will sie mich noch mehr niedermachen? Mir diese Nacht vorhalten? Sie wird mir garantiert vorhalten, dass ich sie festgehalten habe. Wird mir auch die letzte Hoffnung rauben.

    Die zierliche Frau stockte kurz, dieses Mal erreichten seine Worte tatsächlich ihr Herz und es fühlte sich wie ein Stich an. Umgekehrt musste er dies wahrscheinlich schon oft bei ihr gefühlt haben, als sie ihn wiederholt zurückgestoßen hatte. Sie wusste nicht ob sie das Gefühl aushalten konnte, es gefiel ihr gar nicht und sie entschied sich, jetzt in diesem Moment, darum zu kämpfen, dass er sie nicht aufgab.
    Sie ging auf ihn zu, hockte sich vor ihn hin und schaute ihn an. Er sah wirklich nicht gut aus, aber was sollte sie tun? Sie hatte ihn noch nie so abweisend erlebt. Er war eindeutig zu oft mit Jack unterwegs gewesen, denn dieser konnte das ebenfalls ausstrahlen, wenn er wollte.
    Chakotay sah sie nicht an, auch wenn sie direkt vor ihm hockte. Sein Körper allerdings reagierte auf sie. Sein Blick traf den ihren und keiner von beiden konnte sich diesem entziehen. Es lag so viel Schmerz, Trauer, Verzweiflung und Liebe in diesem Blick, dass keiner wirklich die Kraft hatte, sich abzuwenden.

    Eine halbe Ewigkeit später...

    Kathryns Beine gaben nach, sie kippte aus der Hocke um und landet auf ihrem Hintern, was den Blickkontakt zwischen ihnen kappte. Chakotay dachte nach. Sollte er jetzt aufstehen und ihr helfen? Oder sollte er auch einmal den Unnahbaren spielen? Er wusste nicht, was er tun sollte. Hatte er sich nicht schon immer solch eine Situation gewünscht?!
    Bevor er zu einem Entschluss gekommen war, war sie schon wieder aufgestanden und schaute ihn an.
    "Nun gut, ich werde dann gehen. Ich weiß, wann ich vorerst verloren habe.", sagte sie leise und verließ das Quartier.

  32. Danke sagten:


  33. #18
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    Kapitel 17 - Zurückweisung

    Wünsche euch allen Frohe Ostern

    Der schwarzhaarige Mann schob die fremden Haare beiseite und bekam beinahe einen Herzstillstand als er sah, wer sich darunter verborgen hatte. Es war Kathryn!
    Das Hämmern in seinem Schädel wurde noch größer nach dieser Erkenntnis. Er löste seine Arme von ihr, um die Decke anheben zu können. Er wollte sicher gehen, dass sie sich nur im Quartier geirrt hatte und sonst nichts passiert war. Ein Blick zeigte ihm, dass sie beide noch Shorts anhatten. Er war erleichtert, aber hauptsächlich überforderte die Situation seinen Kopf.
    Chakotay seufzte, schob seinen Captain vorsichtig von sich runter und legte ihr ein Kissen unter. Nach kurzem Grübeln ging er ins Badezimmer und betrachtete sich im Spiegel. Er gab kein erfreuliches Bild ab, daher zog er die Shorts aus und trat unter die Dusche. Vielleicht würde ihm das ja helfen.
    Kathryn hatte das natürlich alles mitbekommen, da sie schon eine Weile wach gewesen war und nur darauf gewartet hatte, dass er sie losließ. Sie nahm also die Gelegenheit wahr und stand auf, ging leise in den Wohnraum und zog sich an. Dann verschwand sie aus dem Quartier und ging Richtung Turbolift.
    Diesem befahl sie, nach Deck fünf zu fahren, wo sie wenige Minuten später ankam. Die dort liegende Krankenstation suchte sie zwar nicht ganz freiwillig auf, aber das Hämmern in ihrem Kopf brachte sie noch um.
    Der Captain der Voyager betrat die Station und schaute sich nach dem Doktor um, dieser war jedoch nicht anwesend. "Computer, medizinisch-holografisches Notfallprogramm aktivieren!"
    Dieses erschien auf ihren Befehl hin sofort und sah Janeway interessiert an. "Was kann ich für Sie tun, Captain?"
    "Mir ein Schmerzmittel geben, dieses Dröhnen in meinem Kopf bringt mich um", gab sie mürrisch Auskunft.
    "Setzen Sie sich, ich werde mir das mal ansehen", wies das Hologramm sie daraufhin an.
    Die Kommandantin setzte sich widerwillig auf eines der Biobetten und wartete. Das MHN kam sofort zu ihr und scannte sie mit einem medizinischen Tricorder.
    "Mhm... Sie haben einen sogenannten Kater. Ich werde Ihnen etwas dagegen verabreichen", sagte er, lud ein Hypospray und injizierte ihr den Inhalt in den Hals.
    "Die Symptome dürften in Kürze nachlassen", meinte er.
    Die Kommandantin der Voyager stand auf und rieb sich die Stelle, dann verließ sie die Krankenstation ohne ein weiteres Wort, was das Hologramm nicht verwunderte. Sie war schon immer eine schwierige Patientin gewesen.

    Tom Paris stieg in den Turbolift, um zu seiner Schicht auf die Brücke zu fahren, aber er ahnte, dass heute noch etwas Ungewöhnliches passieren würde. Manchmal hatte er solche Vorahnungen aus heiterem Himmel und seine Kollegen zogen ihn gelegentlich damit auf, obwohl er oftmals Recht behielt.

    Chakotay kam aus dem Bad zurück und hatte ein Handtuch um die Hüften geschlungen. Mit einem zweiten Tuch trocknete er sich die Haare ab, als er sah, dass sein Bett inzwischen leer war. Hatte er etwa nur von ihrer Anwesenheit geträumt?!
    Der erste Offizier ging, so verwirrt wie er gerade war, aus seinem Quartier zum Turbolift. Die irritierten Blicke der Crewmitglieder, die er dabei auf sich zog, entgingen ihm vollkommen.
    Er drückte den Knopf, um den Lift herbei zu rufen. Wenig später traf dieser ein, mit Lieutenant Paris an Bord, und Chakotay stieg zu, ohne den Untergebenen richtig wahrzunehmen. Der Lift setzte sich in Bewegung und hielt kurze Zeit später erneut an. Kathryn stieg gedankenverloren ein und nickte kurz Paris zu. Tom, der nicht glauben konnte, was für ein Bild sich ihm hier bot, konnte nur denken: Immerhin hat sie eine Uniform an, die hat wohl unser Commander heute nicht gefunden!
    Auf einmal erwachte der Indianer aus seinen wirren Gedanken und er fragte sich, wieso der Turbolift so lange brauchte. Er drehte seinen Kopf und schaute an sich hinunter. War er wirklich gerade nur mit einem Handtuch bekleidet in den Lift zu Paris und Kathryn gestiegen? Er schluckte und fragte sich erneut, wieso der Aufzug ausgerechnet heute so langsam war. Die Türen öffneten sich und gaben einen Blick auf die Brücke preis. Paris und Kathryn stiegen aus, dabei fiel ihr erst auf, in welch unpassendem Aufzug ihr Erster Offizier gekleidet war. Bevor sie jedoch reagieren konnte, kam von Harry ein „Captain auf der Brücke!" und in dieser Zeit schlossen sich die Türen des Lifts wieder.

    Als Chakotay endlich auf der Krankenstation angekommen war, ging er sogleich auf den Doc zu. Dieser konnte nur den Kopf schütteln, scannte ihn und verabreichte ihm ein Hypospray.
    "Es wird Ihnen in Kürze besser gehen, aber in dem Aufzug sollten Sie wirklich nicht durch das Schiff laufen!", tadelte ihn das Hologramm.
    "Melden Sie mich bitte für heute krank, ich werde wieder in mein Bett verschwinden", erwiderte der Indianer.
    Nach dieser Aussage war der Commander auch schon verschwunden. Der Doktor runzelte die Stirn, aber gab wie gewünscht die Krankmeldung dem Captain sofort weiter. Diese war über die Nachricht auf ihrer Konsole leicht überrascht, sie konnte sich jedoch denken, weshalb er sich hatte krankschreiben lassen.
    Ihr eigenes Schädelbrummen war inzwischen abgeklungen, aber sie erinnerte sich dennoch nicht daran, wie sie in sein Bett gekommen war. Hatte sie sich gestern, alkoholisiert wie sie war, bloß verlaufen oder war da mehr gewesen?!
    Sie stand auf und übergab Tuvok die Brücke, überquerte diese und stieg in den Turbolift. Tom bekam einen Lachanfall, den sie aber nicht mehr mitbekam, da sich die Lifttüren bereits geschlossen hatten.

    Auf Deck drei angekommen ging sie zu seinem Quartier, war sich jedoch unsicher, was sie zu ihm sagen sollte. Einige Minuten lang stand sie unentschlossen vor der Tür, bevor sie den Summer betätigte.
    Von drinnen hörte man ein "Herein!". Sie zögerte kurz, trat dann aber in das hell erleuchtete Quartier und schaute sich um. Dort saß er auf seinem Sofa und hatte immer noch nur das Handtuch an. Damit hatte sie nicht gerechnet und musste nun versuchen, den Kloß, der sich in ihrem Hals bildete, loszuwerden.
    Chakotay schaute auf, wer ihn denn besuchen kam und erblickte Kathryn. Er erstarrte bei ihrem Anblick. Also war es doch kein Traum gewesen. Er seufzte innerlich. Jetzt kamen die unvermeidlichen Prinzipien. Vielleicht sollte er sich das gar nicht anhören, sondern sofort aufgeben.
    Kathryn musterte ihn gründlich. Er hatte ganz anders gewirkt als er geschlafen hatte, viel stärker als jetzt. Im Schlaf hatte er sie gar nicht loslassen wollen. Ihr wurde klar, dass sein Bewusstsein wohl mehr Angst vor ihr hatte, als sein Unterbewusstsein. Wie sollte sie an ihn herankommen, da er so verloren aussah?
    "Chakotay?", fragte sie sanft.
    "Sag nichts, ich weiß bereits, was du mir sagen willst", meinte er traurig.

    Was will sie bloß von mir? Will sie mich noch mehr niedermachen? Mir diese Nacht vorhalten? Sie wird mir garantiert vorhalten, dass ich sie festgehalten habe. Wird mir auch die letzte Hoffnung rauben.

    Die zierliche Frau stockte kurz, dieses Mal erreichten seine Worte tatsächlich ihr Herz und es fühlte sich wie ein Stich an. Umgekehrt musste er dies wahrscheinlich schon oft bei ihr gefühlt haben, als sie ihn wiederholt zurückgestoßen hatte. Sie wusste nicht ob sie das Gefühl aushalten konnte, es gefiel ihr gar nicht und sie entschied sich, jetzt in diesem Moment, darum zu kämpfen, dass er sie nicht aufgab.
    Sie ging auf ihn zu, hockte sich vor ihn hin und schaute ihn an. Er sah wirklich nicht gut aus, aber was sollte sie tun? Sie hatte ihn noch nie so abweisend erlebt. Er war eindeutig zu oft mit Jack unterwegs gewesen, denn dieser konnte das ebenfalls ausstrahlen, wenn er wollte.
    Chakotay sah sie nicht an, auch wenn sie direkt vor ihm hockte. Sein Körper allerdings reagierte auf sie. Sein Blick traf den ihren und keiner von beiden konnte sich diesem entziehen. Es lag so viel Schmerz, Trauer, Verzweiflung und Liebe in diesem Blick, dass keiner wirklich die Kraft hatte, sich abzuwenden.

    Eine halbe Ewigkeit später...

    Kathryns Beine gaben nach, sie kippte aus der Hocke um und landet auf ihrem Hintern, was den Blickkontakt zwischen ihnen kappte. Chakotay dachte nach. Sollte er jetzt aufstehen und ihr helfen? Oder sollte er auch einmal den Unnahbaren spielen? Er wusste nicht, was er tun sollte. Hatte er sich nicht schon immer solch eine Situation gewünscht?!
    Bevor er zu einem Entschluss gekommen war, war sie schon wieder aufgestanden und schaute ihn an.
    "Nun gut, ich werde dann gehen. Ich weiß, wann ich vorerst verloren habe.", sagte sie leise und verließ das Quartier.

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  35. #19
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    Kapitel 18 - Wie geht es weiter?!

    Nun brauchte Chakotay wirklich Schlaf. Er stand auf, ging an seinen Schrank und holte sich eine Shorts. Er zog diese an und legte sich ins Bett. Dort musste er allerdings feststellen, dass die Bettwäsche noch immer nach ihr roch. An Schlaf war dadurch für ihn nicht zu denken. Kurzentschlossen zog er das Bett ab und recycelte die Bettwäsche im Replikator. Erst als das Bett neu bezogen war, gelang es ihm, zur Ruhe zu kommen. Doch diese währte wiederum nicht lange, denn Kathryn suchte ihn im Traum heim. Dieses Mal konnte er sie jedoch nicht festhalten.

    Kathryn hatte sich umgezogen, nachdem sie ein Bad genommen hatte. Dann schlüpfte sie unter ihre Decke und schloss die Augen. Ihre Gedanken kreisten allerdings um Chakotay, genauer gesagt darum, was er zu ihr gesagt hatte. Es hatte sie mitten ins Herz getroffen. Der Schmerz war so unaufhaltsam, dass sie davon fast keine Luft mehr bekam. Es überforderte sie, dass sie dieses Gefühl nicht beherrschen konnte.
    Da sie nicht einschlafen konnte, stand sie irgendwann wieder auf, zog sich ihren Bademantel über und holte am Replikator einen Kamillentee. Es war ein Getränk, das sie selten wählte, sie hatte jedoch das Bedürfnis, etwas zu sich zu nehmen, das sie beruhigte.

    Die Kommandantin stand am Fenster und nippte am Tee, schaute raus zu den Sternen und überlegte. Sollte sie es etwa noch einmal bei ihm probieren? Aber vielleicht schlief er schon, oder er wollte sie nicht mehr sehen! Sie fühlte Verzweiflung in sich aufsteigen und fragte sich, wie er das bloß ausgehalten hatte mit ihr, Tag für Tag, monate- und jahrelang. Sie selbst war eindeutig schon von einem halben Tag überfordert. Wie sollte sie so schlafen können? Und vor allem, wie sollte sie in diesem Zustand das Schiff kommandieren? Es schien ihr unmöglich.

    Die Zeit verging wie im Flug und ihre Beine gaben langsam nach, also setzte sie sich aufs Sofa mit dem inzwischen kalt gewordenen Tee. Kathryn seufzte und wusste sich noch immer keinen Rat. Sie wollte nur, dass dieser Schmerz aufhörte. Langsam entwickelte sich in ihr die Frage, wieso es überhaupt so höllisch wehtat.
    In der Ruhe und Dunkelheit der Nacht fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie liebte ihn und deswegen tat ihr seine Reaktion von heute Mittag so sehr weh.
    Doch würde er ihr jemals verzeihen können? Würde er seinen Widerstand aufgeben, wenn sie ihre Liebe zu ihm zugab? Oder würde er sie auslachen und seine eigenen Regeln aufstellen? Hatte sie ihn endgültig verloren oder bestand noch eine winzige Chance, dass sie ihn überzeugen konnte? Sie würde seinen Blick nie vergessen, als sie sich angesehen hatten. Er war voller Schmerz und Traurigkeit gewesen. Wäre alles anders gekommen, wenn sie heute Morgen im Bett geblieben wäre? Es waren so viele Fragen, die ihr Hirn zermarterten und es gab keine Antworten.

    Kathryn stellte die Tasse auf dem kleinen Tisch ab, zog die Beine an und betrachtet weiter die Sterne. Nach einer Weile war sie vor lauter Gedanken in einen leichten Schlaf geglitten, doch ihr Erster Offizier beschäftige sie auch weiterhin.
    Irgendwann mitten in der Nacht wachte sie auf, weil ihr der Nacken schmerzte. Sie schlurfte in ihr Bett und dort ging der traumlose Schlaf weiter.

    Der Weckalarm ertönte, doch die Gestalt im Bett schien sich nicht bewegen zu wollen. Eine leise Stimme sagte: "Computer, Weckalarm deaktivieren!", was auch sofort geschah.
    Der Körper blieb jedoch weiterhin unbeeindruckt der Tatsache liegen, dass der Wecker geklingelt hatte. Es schien die Gestalt momentan nicht im Geringsten zu interessieren, dass sie arbeiten musste oder sonstige Verpflichtungen hatte. Die Gestalt war zu deprimiert.

    Auf der Brücke machte man sich langsam Gedanken, weil der Captain schon eine Stunde überfällig war und sich laut Computer noch immer in ihrem Quartier befand.
    Tuvok entschied sich daher, zu ihrem Quartier zu gehen und ein Sicherheitsteam mitzunehmen. Dort angekommen betätige er erst einmal den Türsummer. Als darauf keiner reagierte, ging er alleine hinein und ließ seine Leute draußen Wache halten.
    Der Vulkanier schaute sich im Wohnraum um, aber dort war niemand zu sehen. Daraufhin ging er weiter zum Schlafzimmer und aktivierte das Licht. Nun konnte er erkennen, dass seine alte Freundin im Bett lag. Er ging auf sie zu und kniete sich neben das Bett, nahm ihr Handgelenk und fühlte den Puls. Dieser war ruhig, aber vorhanden. Sie schlief offensichtlich.

    Kathryn reagierte unbewusst auf Tuvoks Anwesenheit, ergriff im Schlaf dessen Hand und murmelte: "Chakotay, bleib bei mir!"
    Tuvok zog eine Braue hoch. Seine Hand konnte er nicht befreien, denn Kathryn hatte fest zugegriffen. Der Vulkanier hatte nicht geahnt, dass sein Captain solche Kräfte hatte.
    Was sollte er nun tun? Er könnte sie wecken. Dies wäre wohl die leichteste Option.

    Chakotay war zu der Zeit auf der Brücke und fragte sich so langsam, wo Tuvok eigentlich blieb. Er konnte doch nicht so lange brauchen, um dem Captain zu sagen, dass sie ihren Dienstanfang verpasst hatte. Kurzentschlossen ließ er den Sicherheitschef lokalisieren. Dieser war tatsächlich noch immer in ihrem Quartier. Langsam wurde der Indianer unruhig, deshalb übergab er Tom das Kommando und ging in den Turbolift.

    Der taktische Offizier hatte sich derweil dafür entschieden, dass es wohl klüger wäre, sie schlafen zu lassen und machte es sich auf dem Boden bequem.
    Chakotay kam am Quartier an und befahl den wartenden Offizieren, sich wieder an ihre Arbeit zu machen, dann betätigte er den Türsummer. Von drinnen kam ein "Herein", was nur von Tuvok stammen konnte. Er trat ein und schaute sich um. Er sah Licht im Schlafbereich und ging drauf zu, aber was er dort sah, traf ihn unvorbereitet.
    Genau in diesem Moment wachte Kathryn auf. Sie sah Tuvok neben sich auf dem Boden und aus dem Augenwinkel konnte sie eine weitere Person erkennen, die im Türrahmen stand. Sie wandte ihr Gesicht der zweiten Person zu und ließ dabei Tuvoks Hand los.
    Chakotay war sprachlos. Kathryn blickte nun ihren Ersten Offizier direkt an. Ihre Augen waren gerötet, was sie selbst aber noch nicht bemerkt hatte. "Chakotay!" war das Einzige, das sie gerade zustande brachte. Dieser stand immer noch an derselben Stelle und schaute sich die Szene an.

    Der spitzohrige Vulkanier hielt es für das Beste, die beiden erst einmal allein zu lassen. Daher stand auf, nickte beiden wortlos zu und verließ den Raum. Man hörte nur noch das Zischen der Türe, als er das Quartier verlassen hatte. Die beiden Führungsoffiziere schauten sich eine halbe Ewigkeit lang an, ohne dass einer etwas sagte.
    Kathryn hielt es irgendwann nicht mehr aus und setzte zum Reden an: "Chakotay, ich wollte mit dir reden."
    Chakotay blockte sie mit einer Handbewegung ab. "Tut mir leid, Captain. Ich muss zurück auf die Brücke. Da es Ihnen offensichtlich gut geht, wird es Zeit für mich, meine Arbeit wieder aufzunehmen.", sagte er und verschwand. Zurück blieb eine verzweifelte Frau.

    Der Erste Offizier betrat wenig später die Brücke und setzte sich auf seinen Platz. Dort rief er Berichte auf seiner Konsole ab. Nachdem er diese gelesen hatte, wandte er sich Harry zu.
    "Mister Kim, rufen Sie das Stargate-Center. Ich muss mit General O´Neill reden und legen Sie die Verbindung in den Bereitschaftsraum des Captains."
    Kurz darauf verließ Chakotay die Brücke, ging in das angrenzende Büro und setzte sich vor das Terminal.

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  37. #20
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    Sorry, für die Verspätung, die Arbeit vereinnahmt meinen Beta zusehends.

    Kapitel 19 - Chakotay trifft eine Entscheidung.


    Jack war überrascht, als er Chakotay auf dem Bildschirm hatte.
    "Was kann ich für dich tun?", fragte er sogleich den Commander.
    "Du wolltest mir doch mal dein Haus an diesem See zeigen. Du hattest gemeint, dass man dort gut fischen kann."
    "Ja, das wollten wir machen!", erwidert der grauhaarige Mann.
    "Hast du ab morgen Zeit?", fragte der Erste Offizier direkt heraus.
    "Klar! Soll ich Sam überzeugen, dass sie mitkommt?"
    "Gerne. Vielleicht kann sie mir ja bei einem Problem helfen."
    "Gut, ich frage sie. Wir sehen uns dann morgen."
    Der Bildschirm wurde schwarz.

    Der Erste Offizier hatte seine Schicht beendet, übergab noch an die nächste Schicht und ging in sein Quartier, seine Tasche packen. Als dies erledigt war, rief er an seinem privaten Terminal den Wetterbericht von Minnesota ab.

    Der General lief, noch immer vollkommen überrascht von Chakotays Vorschlag, durch das Stargate-Center, hin zu den Laboren, wovon eines das von Carter war. Er kam in ihr Labor und setzte sich auf einen Stuhl, da er Sam nirgends entdecken konnte. Wenig später kam sie zur Tür herein und traf ihren Vorgesetzten dort an.
    "Kann ich Ihnen helfen, Sir?", fragte sie.
    "Natürlich! Sie können morgen mit mir fischen kommen", meinte er. Sein Tonfall war dabei allerdings nicht so überzeugend und fest, wie er es sich eigentlich vorgenommen hatte.
    "Weswegen sollte ich? Sie klingen ja selbst nicht gerade begeistert von dieser Idee.“
    „Ich hab es gerade Chakotay versprochen und gesagt, ich überzeuge Sie, mitzukommen. Allerdings war ich bisher ja noch nie in der Lage, Sie in dem Punkt zu überzeugen.", gab er offen Auskunft.
    “Sie haben es noch nie geschafft, weil ich dann mit Ihnen alleine gewesen wäre, aber jetzt ist das ja was anderes, denn wir haben ja Chakotay als Aufpasser!“, neckte sie ihn. „Also, wann fahren wir los?“, wollte die blonde Frau voller Tatendrang wissen.
    Jack sah sie erstaunt an, bevor er ihr antwortete: “Morgen früh wäre passend. Wenn er bis dahin bei uns ist!“

    Chakotay war zur Abreise bereit. Er hatte sich zivile Kleidung angezogen und war mit seinem Gepäck auf dem Weg in den Transporterraum. Seinen Kommunikator hatte er sich in die Hosentasche gesteckt. Die Lifttüren öffneten sich und er nickte dem Doktor zu, der bereits drinnen stand. Dieser schaute ihm neugierig entgegen.
    "Wollen Sie verreisen, Commander?"
    "Ja, ich gehe mit Freunden fischen. Und was machen Sie gerade Doc? Sieht ja nach einen Notfall aus!"
    Das MHN nickte. "Der Captain ist krank."
    Der Erste Offizier schmunzelte. "Da ruft sie Sie? Ausgerechnet! Das ist ja eine Premiere."
    Es klang ein wenig sarkastisch, aber der Doktor ignorierte es und stieg aus dem Lift aus, als dieser anhielt.
    Als der Lift das nächste Mal stoppte, stieg Chakotay aus und ging auf direktem Weg zum Transporterraum. Von dort aus ließ er sich ins Stargate-Center beamen.

    Der Morgen war noch jung und O’Neill gerade erst angekommen, als ihn bereits vor seinem Büro der wartende Chakotay empfing. Jack bat den Jüngeren herein und schloss sorgfältig die Tür hinter sich. Dann musterte er den Commander.
    "Was ist der Grund dafür, dass du wegrennst?", fragte O’Neill gerade heraus, direkt das Problem angehend.
    "Ich renne doch nicht weg! Ich mache Urlaub mit meinen Freunden.", wehrte Chakotay ab.
    Als würde er jemals vor Kathryn Janeway wegrennen! Nein, er hatte nur eine Entscheidung getroffen. Wie sie, schon Hunderte Male zuvor. Nur hatte er momentan die einmalige Gelegenheit, sich Urlaub vor ihrer Nähe nehmen zu können, um in Ruhe über alles nachzudenken.
    "Du rennst wohl weg! Aber ich kann dich sogar ein wenig verstehen. Die Frau ist manchmal echt anstrengend."
    Carter kam in dem Moment zur Tür herein und fragte: "Welche Frau ist anstrengend?"
    "Seine!", schmunzelte Jack. "Sie sind nur anstrengend, wenn Sie über irgendwelche Phänomene reden, von denen ich noch niemals gehört habe."
    "Das liegt daran, dass Sie mir niemals zuhören, wenn ich sie erkläre.", konterte Sam und lächelte ihn an.
    "Ich gebe mich geschlagen."
    Chakotay schaute von einem zum anderen und zog eine Augenbraue hoch. "Sam, das du musst mir beibringen, wie man einen Löwen bändigt."
    “Mhm… ich kann es probieren!“, sagte sie und schenkte auch ihm ein Lächeln.
    “Wenn ihr dann alles geklärt habt, können wir dann losfahren, bevor Walter wieder ankommt und will, dass ich dich Welt rette?!“
    Sam schaute auf den Schreibtisch und grinste. “Aber General, Sie haben die Urlaubsanträge gar nicht bearbeitet.“
    “Carter“, murrte er, “wollen Sie lieber hierbleiben und an dem Reaktordings weiterarbeiten? Dann fahren wir beiden eben alleine.“ Ohne sich nochmals umzusehen stiefelte er aus seinem Büro Richtung Aufzug.
    Sam seufzte und ging ihm nach. Chakotay war ein wenig perplex, folgte den beiden dann aber und holte sie am Aufzug ein.

    Die beiden standen da und sagten nichts, warteten nur auf den Aufzug. Als dieser sich öffnete, stand Daniel darin.
    "Jack."
    "Daniel."
    Alle drei stiegen ein und O‘Neill drückte den Knopf für die Oberfläche.
    "Willst du etwa schon wieder nach Hause gehen, Jack?", fragte Daniel.
    "Ja, denn ich habe gestern schon die Simpsons verpasst."
    Der Archäologe begann zu schmunzeln. "Und was machst du Sam?" Mit fragendem Blick drehte er sich zu ihr um.
    "Ich zeige unserem Gast ein wenig die Umgebung, er wollte die Natur bewundern."
    "Dafür nimmt er ausgerechnet dich?!" Jackson konnte nur grinsen. "Das willst ausgerechnet du tun?"
    "Ja. Du hast doch gehört, dass unser General unbedingt die gelben Monster sehen muss.", grinste Carter zurück.
    Daniel schüttelte nur den Kopf und sagte dazu nichts mehr.

    Als sich die Türen des Fahrstuhles öffneten, stiegen die drei aus und ließen den Linguisten alleine zurück.
    "Was meintest du mit gelben Monstern?", fragte der Indianer nun.
    "Die Simpsons. Das sind so gelbe Zeichentrickfiguren. Du kannst sie nachher mit Jack anschauen. Danach ist er nicht mehr so mürrisch, hoffe ich", antwortete Carter.
    "Samantha, ich bin nicht mürrisch, nur Daniel muss nicht alles wissen. Er ist immer viel zu neugierig“, konterte Jack, "und überhaupt, Daniel kennt uns einfach zu gut. Er schöpft noch irgendwann Verdacht."
    "Das tut er doch ständig, aber er sagt nie was", meinte Sam.
    "Was soll er auch sagen, seine Vermutungen sind ja auch meistens richtig. Das ist das Schlimmste an dem Kerl", kommentierte Jack und ging zu seinem Jeep.
    "Ich nehme meinen Wagen, sonst sieht das wirklich ein wenig verdächtig aus", überlegte Sam laut.
    "Okay, dann fahre ich mit ihm und du alleine", leistete Chakotay seinen Beitrag zur Diskussion.
    Sam schüttelte den Kopf und ging zu ihrem.

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