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Thema: Stargate Atlantis Raven Folge 2 Entscheidung

  1. #1
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    Standard Stargate Atlantis Raven Folge 2 Entscheidung

    Ihr Lieben, nun folgt meine zweite Folge, und ich hoffe einfach, dass sie euch auch gefällt.

    Titel: Stargate Atlantis Raven
    Autor: Miranda
    Serie: SG-A, SG-1
    Rating: PG13/FSK12
    Genre: Science Fiction
    Staffel: Dritte Staffel
    Charaktere: John Sheppard, Rodney McKay, Elizabeth Weir, Carson Beckett, Teyla, Ronon, General Landry, Colonel Carter, Dr. Lam, "Nancy" Miranda Blake und Darren Blake

    Inhalt: Langsam kommen Nancys Erinnerungen zurück. DOch sie weiß nicht, dass sich ab diesen Punkt, ihr Leben gravierend ändern wird.

    Anmerkung: Ich möchte hier nur Anmerken, dass mir mein Bruder, bei manchen Ideen unter die Arme gegriffen hat und ich ihn hier als meinen Creativ Consultatn kurz erwähnen möchte.

    Disclaimer:Alles was mit Stargate Atlantis zu tun hat, gehört MGM. es ist eine reine Arbeit von einem Fan für Fans und ich verdiene damit kein Geld usw. Trotz allem gehört die Idee mir, wobei ich bemerken muss das mein Bruder mir ab und zu unter die Arme greift.

    Stargate Atlantis Raven

    Folge 2 Entscheidung

    Prolog

    Spät in der Nacht fiel Nancy müde, aber glücklich in ihr Bett und schlief wenige Minuten später mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen ein. Und träumte …

    „Houston an Black Raven. Sie müssten das Ziel in zwei Minuten sehen können“, meldete sich die Basis über Funk.
    „Verstanden Houston.“ Sie schaute aus dem Fenster ihres Cockpits und konnte nach zwei Minuten, versteckt in einem kleinen Tal, die Basis erkennen.
    „Houston, hier Black Raven. Ich sehe es.“
    „Verstanden. Sie haben Feuererlaubnis.“
    „Verstanden. Hawk, Shark und Tiger, zielt auf das große Hauptgebäude. Auf mein Zeichen feuern.“ Damit nahm sie die passende Position ein und hob den kleinen Deckel an ihrem Steuerknüppel hoch und hielt ihren Daumen über den roten Knopf.
    „Feuer!“ und schon rasten vier Raketen auf das Hauptgebäude zu, doch im selben Moment meldete sich ihr Annäherungsalarm. Eine Rakete steuerte auf sie, sie versuchte noch, auszuweichen, doch es war zu spät. Die Rakete traf ihren Flügel und so auch ihren Tank. Sie konnte nicht landen, nicht mal eine Bruchlandung hinlegen, weil ihre Maschine einfach explodieren würde …
    Sie aktivierte den Schleudersitz und konnte sich herausschießen.
    Ihr Fallschirm wurde geöffnet.
    Im selben Moment hörte sie, wie es über ihr explodierte.
    Sie schaute hinauf.
    Feuer. Brennende Wrackteile schossen auf sie hernieder.
    Sie konnte die Wärme spüren. Spürte, wie kleine Teile ihrer Uniform verbrannten.
    Und dann …
    Ein Wrackteil traf ihren Fallschirm. Er verbrannte.
    Sie fiel.
    Immer schneller und schneller.
    Dann …
    Schmerz. Unerträglicher Schmerz. Hitze. Feuer. Wie kleine Nadelstiche bohrte es sich in ihre Haut …
    Und sie tat nichts anderes als zu schreien …
    Dann Dunkelheit…


    Nancy wachte schreiend und schweißgebadet auf. Und wusste es. Wusste alles. Wusste, wer sie war …


    To be continued…

    Kapitel 1


    Den Rest der Nacht lag sie wach da und starrte an die Decke. Auf der einen Seite war sie froh, dass sie sich wieder erinnerte. Wusste, wer sie war. Endlich wieder ein Leben hatte. Aber auf der anderen Seite …?
    Was würden die anderen sagen? Was für Auswirkungen hatte das Ganze auf ihr Leben? Was würde John sagen? Dass sie langsam angefangen hatte, sich in John zu verlieben, machte die ganze Situation auch nicht gerade einfacher, sondern eher noch komplizierter. Sie fuhr sich mit den Händen übers Gesicht und schloss dann ihre Augen. Versuchte, wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf zu finden.

    Am nächsten Morgen saß Beckett an seinem Schreibtisch und las einen Bericht von Dr. Lam aus dem Stargatecenter. Und was er da las, ließ ihm den Atem stocken. Wenn das stimmte, was da stand, dann … Ob sie es wusste? Aber wie sehr hatte er sich doch geirrt. Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück und ließ diese Nachricht erst einmal auf sich wirken. Doch eine Frage ließ ihn nicht los: Wie kam sie hierher? Das Stargate war ja schließlich nicht aktiviert worden … Carson wurde aus seinen Gedanken gerissen, als sich ihm jemand näherte. Es war Nancy und sie sah furchtbar aus.
    „Nancy, guten Morgen“, sprach er sie freundlich an.
    „Guten Morgen, Carson.“
    „Du siehst blass aus.“
    „Mir geht’s auch nicht so gut“, gab sie nach einem kurzen Zögern zu.
    „Setz dich doch. Ich untersuche dich erst mal“, sagte er zu ihr und versuchte, sich nicht zu sehr anmerken zu lassen, dass er mehr über sie wusste, als sie über sich selbst. Sie blieb aber stehen und schüttelte den Kopf.
    „Nein, so schlecht geht es mir auch nicht. Ich hab nur die Nacht wenig geschlafen.“
    „Warum bist du dann hier?“
    „Ich …“, sie zögerte. Sollte sie es jetzt einfach so sagen? Oder wäre es besser, es allen zusammen zu sagen? „Ich … brauche einen Ort, an dem ich mit dir, Dr. Weir und John in Ruhe reden kann“, meinte sie dann einfach. Carson musterte sie kurz. Was hatte das zu bedeuten? Erinnerte sie sich wieder?
    „Aber natürlich. Komm mit“, stimmte er ihr zu und ging mit ihr zusammen zu Elizabeth.

    Kurze Zeit später saßen sie alle im Konferenzraum. Alle, bis auf Nancy. Diese stand kerzengerade da, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, die Haare nach hinten zu einem Zopf gebunden und starrte gerade heraus. Nachdem auch Sheppard eingetroffen war, hatten sich die Türen des Raumes geschlossen und sie waren unter sich, von dem restlichen Geschehen abgeschottet. Beckett ahnte, was jetzt auf sie zukommen würde und als er Weir und Sheppard beobachtete, vermutete er, dass Weir es ebenso wusste, Sheppard jedoch völlig im Dunkeln tappte.
    Und er hatte Recht. Weir wusste es. Sie hatte den gleichen Bericht wie Carson gelesen und war schon den ganzen Tag nachdenklich und verstimmt. Sie konnte sich einfach keinen Reim darauf machen. Warum hatten sie das nicht eher erkannt? Weshalb hatten sie aufgrund des Ergebnisses des Bluttests einfach angenommen, dass sie eine Antikerin sei? Sheppards Wert war auch ziemlich hoch, was ihn aber noch lange nicht zum Antiker machte. Und wie war sie nach Atlantis gelangt? Die Daedalus befand sich auf dem Weg zur Erde, das Gate wurde nicht von der Erde aktiviert. War sie vielleicht ein Spion? Sie hoffte, dass ihre Fragen beantwortet würden und nicht noch mehr hinzukämen.
    John lehnte sich in seinem Stuhl zurück und machte es sich bequem. Beobachtete Nancy unauffällig. Irgendwie wirkte sie anders. Angespannter, konzentrierter, wacher. Ob es damit zu hatte, dass sie sie alle sehen wollte? Warum eigentlich?
    Als hätte sie seine Gedanken gelesen, sah sie jeden im Raum der Reihe nach an.
    „Ihr wundert euch bestimmt, warum ich mit euch reden wollte. Nun, man könnte meinen, aus einem erfreulichen Grund, denn ich erinnere mich wieder an alles“, erklärte sie.
    „Das ist ja wunderbar“, lächelte John und freute sich, doch Nancy hob ihre Hand und bedeutete ihm, still zu sein. Was er verwundert befolgte.
    „Man könnte meinen, es ist erfreulich, aber ob es das für alle ist, kann jeder nur für sich selber beantworten. Ich muss euch leider enttäuschen. Ich bin keine Antikerin, sondern ein ganz normaler Mensch, wie ihr.“
    „Was?!“, Sheppard war entsetzt. Warum? Wieso? Weir nickte leicht. Man konnte nicht erkennen, was in ihr vorging, ihre Mine, ihre ganze Körperhaltung waren nicht zu deuten. Leicht nervös spielte sie mit einem Stift herum.
    Carson hatte mittlerweile den ersten Schock verdaut, trotzdem wusste er nicht, was er davon halten sollte. Es gab noch zu viele Ungereimtheiten.
    „Vor euch steht Lieutenant Commander Miranda Blake, Offizier der US Navy.“
    Die Worte hingen eine Zeitlang in der Luft und Miranda hatte das Gefühl, als könnte sie die Luft mit einem Messer schneiden. Ihr kam es wie eine Ewigkeit vor und sie beobachtete die anderen.
    Was Weir davon hielt, konnte sie nicht deuten, Carson wirkte halbwegs gefasst und John … Sie sah, dass sich seine Kiefermuskeln spannten, er wirkte überrascht und entsetzt. Doch dann brach Elizabeth das Schweigen.
    „Colonel, bringen Sie den Commander in ihr Quartier. Dort bleiben Sie bis auf weiteres.“ Miranda nickte. Sheppard erhob sich steif und schon öffneten sich die Türen des Konferenzraumes wieder.
    „Lieutenant Commander“, sagte er nur und schaute sie an. Sie seufzte und ließ sich dann schweigend von John zu ihrem Quartier führen. Als sie die Tür öffnete, wandte er sich einfach um, doch sie hielt ihn zurück.
    „John, warte bitte!“ Er blieb stehen und drehte sich mit einem düsteren Gesichtsausdruck zu ihr um.
    „Für Sie Lieutenant Colonel, Lieutenant Commander“, antwortete er streng, wobei er deutlich ihren Rang betonte.
    „Bitte glaube mir, wenn ich dir sage, dass der gestrige Abend ernst gemeint war. Ich …“ Abrupt hob er seine Hand und brachte sie zum Schweigen. Wie konnte sie nur.
    „Das Thema ist hiermit beendet“, mit diesen Worten verschwand er. Miranda ging niedergeschlagen in ihr Quartier und schaute durch das Fenster auf die Stadt.

    ***

    „Sheppard, hier steckst du also“, ertönte von hinten Rodneys Stimme. John blieb genervt stehen. Rodney war der letzte, den er jetzt sehen wollte. Er wollte im Moment niemanden sehen, sondern lieber allein sein. Nachdenken.
    „Was gibt’s?“, fragte er deshalb etwas genervt. McKay blieb neben ihm stehen und musterte ihn verwirrt.
    „Ich war zufälligerweise in der Nähe des Kontrollraums und habe gesehen, wie du, die Antikerin, Beckett und Dr. Weir heraus kamen. Was war los? Und warum war ich nicht mit dabei?“
    „Frag sie selber“, kam es nur von Sheppard.
    „Wen?“
    „Deine Antikerin“, knurrte John.
    „Moment, sie ist nicht meine Antikerin. Wenn ich mich recht erinnere, dann hast du …“, er kam nicht weiter, weil Sheppard ihm dazwischen funkte.
    „Verdammt, McKay! Halt den Mund und lass mich in Ruhe!“, fuhr er ihn an und stapfte wütend davon. Rodney blieb dort stehen, wo er war und schaute ihm noch verwirrter hinter her. Hatte er wieder irgendetwas nicht mitbekommen?

    ***

    Zur gleichen Zeit ließ sich Weir seufzend in den Stuhl hinter ihrem Schreibtisch fallen und stützte ihren Kopf in den Händen ab. Beckett folgte ihr und setzte sich in den Stuhl ihr gegenüber, direkt vor ihrem Schreibtisch.
    „Was machen Sie jetzt mit ihr?“, fragte er dann.
    „Ich weiß es nicht, Carson“, meinte sie verzweifelt. „Ich muss erst einmal einen klaren Kopf bekommen.“
    „Natürlich, aber denken Sie an eins. Sie ist nicht der Sündenbock“, damit stand Carson auf und ging wieder auf die Krankenstation. Elizabeth hob ihren Kopf und starrte auf den Stuhl, auf dem Carson bis gerade gesessen hatte.
    Nein, sie war nicht der Sündenbock. Aber trotz allem … Sie hatte so viele Hoffnungen in diese Frau gesetzt und dann entpuppte sie sich als einfacher Mensch. Weir war enttäuscht. Darauf folgten nun noch mehr Fragen, ganz andere Fragen. Unendliche viele Fragen, über die sie sich den Kopf zerbrach. Was wäre, wenn sie ein Spion wäre? Was, wenn sie dem Trust angehörte? Wie hatte sie es geschafft, von den Replikatoren unentdeckt zu bleiben? Aber wo kamen dann ihre Verletzungen her? Vielleicht davon, dass sie den Kontrollraum gesprengt hatten? Aber das hätte sie doch nie und nimmer überlebt. Außer sie hätte irgendeine Art eines persönlichen Schutzschildes bei sich gehabt. Rodney hatte ja einst einen persönlichen Schutzschild der Antiker gefunden, vielleicht war ihrer so ähnlich?
    Aber Sheppards Team hatte nichts Außergewöhnliches bei ihr gefunden. Es sei denn … Elizabeth hatte doch mal bei ihr ein Amulett gesehen, vielleicht ist das … Aber so ein kleines Ding? Es hatte schon sehr nach dem Design der Antiker ausgesehen. Wie also sollte der Trust an diese Technologie heran gekommen sein? Oder es war kein Schutzschild, sondern ein einfaches Schmuckstück und sie war … ein Goa´uld. Nein, jetzt ging ihre Fantasie mit ihr durch. Sie konnte gar kein Goa’uld sein, weil Beckett sie geröntgt hatte und die Aufnahme keine Hinweise darauf gegeben, kein schlangenähnliches Wesen rund um ihre Wirbelsäule angezeigt hatte.
    Vielleicht sollte sie mal mit dem Commander reden. In Ruhe und allein. Es wäre ja möglich, dass sie für alles eine plausible Erklärung hatte. Und sie alle erst einmal Zeit gebraucht hatten, diese Nachricht zu verdauen.

    Am Abend machte sich Weir auf dem Weg zu Mirandas Quartier und betätigte den Türmelder. Von drinnen hörte sie ein kurzes und knappes: „Herein.“ Daraufhin betätigte sie den Türmelder noch einmal und schon glitten die zwei Hälften auseinander.
    In dem Zimmer herrschte nur schwaches Licht und Elizabeth entdeckte den Commander, wie sie am Fenster stand und hinaus schaute.
    „Störe ich?“, fragte Weir dann vorsichtig.
    „Nein“, antwortete Miranda und drehte sich zu ihr um. „Bitte, setzen Sie sich“, fügte sie hinzu und deutete auf einen freien Sessel. Als Weir sich gesetzt hatte, setzte sie sich ebenfalls in den zweiten Sessel.
    „Was wollen Sie?“, fragte sie dann ohne Umschweife.
    „Mit ihnen reden, Commander. Antworten auf meine Fragen finden“, erklärte Weir gelassen. Miranda nickte.
    „Dann schießen Sie los.“
    „Wie kamen Sie hier her?“
    „Nun, da tappe ich genauso im Dunkeln wie Sie. Ich bin Kampfpilotin und befand mich mit meinem Team auf einer Mission. Wir hatten ein größeres Waffenlager der Al-Qaida in Nevada ausfindig gemacht und sollten es zerstören. Ob wir es geschafft haben, weiß ich nicht, denn in dem Moment, als wir unsere Raketen abfeuerten, wurden wir beschossen. Mein Flügel, in dem sich auch der Tank befand, wurde getroffen. Ich hatte keine Zeit mehr, schoss mich mit dem Schleudersitz hinaus und nur kurz darauf explodierte meine Maschine. Brennende Wrackteile regneten auf mich hinunter, dann wurde ich bewusstlos und bin hier wieder aufgewacht“, erklärte sie, äußerlich ruhig, innerlich jedoch völlig aufgewühlt. Die Erinnerungen, die kompletten Erinnerungen daran, waren zu grausam. Weir runzelte nachdenklich die Stirn. Das ergab für sie irgendwie keinen Sinn, sie war ja nicht mal in der Nähe eines Gates oder irgendetwas anderes in der Art gewesen.
    „Wussten Sie schon vorher vom Stargate?“
    „Nein.“ Weir nickte. Das Beste wäre, wenn sie sich am nächsten Morgen sofort mit der Erde in Verbindung setzen würde und ihr weiteres Vorgehen abstimmen würde. Doch eine drängende Frage spukte schon den ganzen Tag in ihrem Kopf herum und leider hatte sie darauf keine Antwort erhalten: Wie war Miranda nach Atlantis gekommen?
    „Das wäre erst einmal alles. Sie können sich in Atlantis frei bewegen, bis auf den Kontrollraum und die Jumperbucht. Außerdem wird einer der Marines immer in Ihrer Nähe sein“, erklärte sie und stand auf. Miranda erhob sich ebenfalls.
    „Verstehe.“ Elizabeth lächelte leicht und ging dann zur Tür, öffnete sie und bevor sie hinausging, drehte sie sich noch mal zu dem Commander um.
    „Gute Nacht, Commander.“
    „Gute Nacht Dr. Weir.“ Dann ging Elizabeth und Miranda stellte sich wieder ans Fenster und schaute hinunter auf die Stadt.
    Geändert von Miranda (08.11.2013 um 16:17 Uhr)
    A new gate will open. A lost city will rise again.

  2. Danke sagten:


  3. #2
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Ich finde es eigentlich schade, dass Nancy keine Antikerin ist. Da waren ja alle ganz geschockt, als sie das erfahren haben. Möchte echt mal wissen, wie sie denn nun nach Atlantis gekommen ist. Und John ist jetzt wieder ganz Militär, denn Beziehungen untereinander werden nun mal nicht gerne gesehen. Tja, dann ist er halt wieder öfter bei mir.
    Geändert von John's Chaya (08.11.2013 um 19:50 Uhr)

    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  4. #3
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    Glück gehabt was Chaya? Und ja, John ist sofort auf Distanz gegangen. Wirkt vielleicht etwas krass, ist aber so beabsichtigt. Eine Erklärung kommt später. Und natürlich löse ich noch auf, wie sie nach Atlantis gekommen ist.
    Hoffe auch, dass die Reaktionen so halbwegs zu den Charakteren auch passen...
    A new gate will open. A lost city will rise again.

  5. #4
    Denkende Leseratte mit Kampfkatze Avatar von Tamara
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    Das war für alle ein Schock, dass sie nun doch keine Antikerin ist, sie hatten sich doch so viel von ihr versprochen.
    Nun gibt es Rätsel über Rätsel, wo kommt sie her, was führte sie nach Atlantis und vor allem, wie geht es mit ihr weiter?
    Die Reaktion von John fand ich tatsächlich ziemlich krass, ich hatte schon das Gefühl, dass ihm etwas an ihr liegt, und das definierte sich doch nicht nur darin, dass er annahm, sie sei eine Antikerin.
    Auch wenn Beziehungen zwischen Militärs vielleicht nicht gerne gesehen sind, so ist sie doch nicht in seiner Kommandokette und dass er da so - wie auf Knopfdruck - so eine unpersönliche Seite hervorholte ... uffff, das hat mich schon irgendwie geschockt, ich bin da mal gespannt, ob und was für eine Erklärung er dafür hat.

    Ich werde dann mal meine Phantasie anwerfen, mal sehen, was sie mir so für Ideen liefert und ob sie Deinen vielleicht nahe kommen .
    Nicht, was die Dinge objektiv und wirklich sind, sondern was sie für uns,
    in unserer Auffassung, sind, macht uns glücklich oder unglücklich.
    (Arthur Schopenhauer)

  6. #5
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    So ihr lieben, mein nächstes Kapitel ist fertig und ich hoffe, es gefällt euch.

    Kapitel 2

    Am nächsten Morgen machte sich Miranda auf den Weg zur Cafeteria. Obwohl sie von einem Marine begleitet wurde, würde sie trotzdem in Ruhe frühstücken und dann versuchen, mit Sheppard zu reden. Sein Verhalten ihr gegenüber ließ ihr einfach keine Ruhe. Sie hatte doch nichts falsch gemacht, sich nur wieder erinnert. Sie verstand einfach nicht, warum er auf einmal so abweisend ihr gegenüber war. Es tat sogar ein klein wenig weh, immerhin hatten sie sich geküsst …
    Als sie sich nach einem Platz umschaute, entdeckte sie ihn, wie er an einem der Tische saß und frühstückte. Miranda atmete tief durch und ging auf ihn zu.
    „Guten Morgen“, sprach sie ihn freundlich an. Er schaute auf und seine Mine versteinerte sofort.
    „Guten Morgen“, entgegnete er neutral.
    „Darf ich mich setzen?“, fragte sie der Form halber.
    „Ja, ich bin sowieso fertig“, damit erhob er sich, schnappte sich sein Tablett und ging. Miranda schaute ihm hinterher, setzte sich dann seufzend und machte sich ohne großen Elan über ihr Frühstück her.
    „Hallo. Dürfen wir uns setzten?“, fragte dann nach einer Weile Teyla, die zusammen mit Ronon aufgetaucht war.
    „Ja, natürlich“, antwortete Miranda leicht lächelnd. Die Athosianerin lächelte ebenfalls und so setzten sich die beiden ihr gegenüber.
    „Miranda, nicht wahr?“
    „Woher wissen Sie das?“, schaute sie sie etwas überrascht an.
    „Der Colonel hat es uns erzählt“, erklärte Teyla.
    „Ach so.“
    „Stimmt irgendetwas nicht zwischen Ihnen und dem Colonel?“, fragte Teyla vorsichtig und bedachte Miranda mit einem milden Lächeln. Sie hatte gemerkt, dass sich die beiden gut verstanden hatten, doch sich jetzt anscheinend aus dem Weg gingen.
    „Nein, nicht wirklich.“
    „Möchten Sie darüber reden?“
    „Nein. Nicht hier und auch nicht jetzt.“ Teyla nickte.

    Im Laufe des Tages versuchte Miranda öfters, das Gespräch mit Sheppard zu suchen. Doch dieser wandte sich entweder sofort um, wenn er sie entdeckte oder beendete das Gespräch, bevor es angefangen hatte.
    Am Nachmittag lief sie ziellos durch die Gänge, um sich die Füße zu vertreten und um einen freien Kopf zu bekommen. Sie verstand Sheppards Verhalten absolut nicht. Sie zerbrach sich den Kopf darüber, woran es liegen könnte, fand aber keine Lösung. Konnte es wirklich nur daran liegen, dass es sich herausgestellt hatte, dass sie ein gewöhnlicher Mensch war statt einer Antikerin? Aber war das Grund genug, ihr so weh zu tun? Sich so abweisend zu verhalten? Hing irgendetwas so Wichtiges daran, dass sie sich als Antikerin hätte entpuppen sollen?
    Als Miranda dann um eine Ecke bog, entdeckte sie Sheppard zusammen mit Teyla. Beide trugen Sporttaschen, anscheinend wollten sie trainieren.
    „Teyla, Colonel. Einen Moment bitte!“, rief sie den beiden hinter. Sie blieben stehen und drehten sich zu ihr um, wobei Sheppard wieder eine grimmige Mine aufsetzte.
    „Lieutenant Commander, ich habe es langsam satt, dass Sie mir ständig hinterher laufen“, fuhr John sie sofort genervt an.
    „Tut mir Leid, Colonel, dass ich so beharrlich bin, aber Sie geben mir ja keine Gelegenheit, mit Ihnen zu reden.“
    „Ich hatte doch gesagt, dass das Thema abgeschlossen ist und dabei bleibt es, Lieutenant Commander“, mit diesen Worten ließ er sie stehen und ging. Teyla hatte das Ganze beobachtet und schaute Miranda mitleidsvoll an. Diese vergrub ihre Hände in den Taschen ihrer Hose, zuckte mit den Schultern und ging zurück zu ihrem Quartier. Wenn er nicht reden wollte, dann sollte er es bleiben lassen.

    ***

    „Warum bist du auf einmal so abweisend zu ihr?“, wandte sich Teyla an Sheppard, als sie ihr Bantutraining beendet hatten. Sie hatte es im Gang mitbekommen und auch während des Trainings. Sheppard wirkte geladen, wütend und irgendwo auch verletzt.
    „Sie hat es nicht anders verdient“, knurrte John. Teyla hob fragend eine Augenbraue. So hatte sie ihn bisher selten erlebt.
    „Ich bin sicher, es gibt eine plausible Erklärung für das, was sie dir auch immer angetan haben mag. John, sie versucht doch, sich zu entschuldigen. Wenn du ihr wenigstens zuhören würdest, dann …“
    „Nein. Ich will nicht mit ihr reden. Außerdem ist das Thema beendet!“ Damit schnappte er sich seine Sporttasche und verschwand, bevor Teyla noch etwas sagen konnte. Sie schaute ihm verwirrt hinterher. Sie hatte den Eindruck gewonnen, dass sich die beiden ziemlich gut verstanden hatten, dass sie sogar Freunde waren. Aber jetzt? Sheppard schien stark verletzt worden zu sein, aber es konnte doch nichts damit zu tun haben, dass sie sich als normaler Mensch entpuppt hatte. Sie schüttelte den Kopf, nein, daran konnte es nicht liegen. Da war noch etwas anderes, etwas, was sie nicht wusste. Aber es hatte keinen Sinn mit ihm zu reden, wenn er so aufgebracht war und ihre Versuche, ihm zu helfen, abblockte.

    ***

    Zum Abendessen saß Miranda allein an ihrem Tisch, was aber nicht allzu lange so blieb, da sich Weir zu ihr gesellte.
    „Ich darf doch, Commander?“, fragte sie, als sie sich setzte.
    „Natürlich.“ Dann trat Schweigen ein, was Weir jedoch wieder brach:
    „Ich habe mich mit der Erde in Verbindung gesetzt.“ Miranda horchte auf und wartete ab.
    „Es wurde beschlossen, dass Sie zur Erde reisen. Dort wird man Ihnen alles Weitere erklären.“
    „Verstanden. Wann breche ich auf?“
    „Morgen früh. Finden Sie sich einfach um 0900 im Kontrollraum ein. Sie werden mit dem Gate zurückreisen.“ Wieder nickte Miranda. Sie durfte endlich nach Hause. Sie freute sich, doch wollte sie andererseits auch diesen faszinierenden Ort nur ungern verlassen. Es gab bestimmt noch viel zu entdecken, noch viel mehr zu verstehen. Doch am meisten bereitete es ihr Kopfschmerzen, dass die Sache mit John nicht geklärt war. Würde sie wissen, dass sie hierher zurückkehren würde, wäre es ihr noch halbwegs egal, aber da sie es nicht wusste und der Colonel nicht mit ihr reden wollte, musste sie die Sache wohl oder übel auf sich beruhen lassen, obwohl ihr das nicht gefiel. Sie hasste es, wenn etwas nicht geklärt war, vor allem dann, wenn es ihre eigene Person betraf.
    Den restlichen Abend unterhielt sie sich mit Weir über belanglose Sachen. Irgendwann kamen dann noch Teyla und Carson hinzu. Und als Miranda ins Bett ging, lächelte sie. Es war wirklich ein schöner Abend gewesen und eigentlich auch ein schöner Abschluss, bevor sie Atlantis verließ. Sie hätte es noch schöner gefunden, wenn John mit dabei gewesen wäre, aber es sollte nicht so sein. Aber wer weiß, vielleicht würde sie doch eines Tages an diesen faszinierenden Ort zurückkehren. Sie hatte da so ein komisches Gefühl. Ihr Leben würde sich wahrscheinlich nach diesem Ereignis grundlegend ändern. Dann schlief sie ein.

    Am nächsten Morgen, Punkt 0900 fand sich Miranda im Kontrollraum ein. Sie sah, dass Weir, Beckett und Teyla unten am Gate standen und ging auf sie zu. Da sie kein Gepäck hatte, reiste sie nur mit den Sachen, die sie am Leib trug, zurück zur Erde. Als sie dann vor den Dreien stand, nickte Weir Chuck zu, der sofort begann, die Erde anzuwählen. Umgehend setzte sich das Stargate in Bewegung und das erste Chevron rastete auch schon ein. Dann trat Carson auf sie zu und lächelte. Miranda erwiderte sein Lächeln.
    „Danke Doc, dass Sie mich wieder so gut hinbekommen haben.“
    „Ich habe nur meine Pflicht als Arzt erfüllt.“
    „Dann werde ich Ihnen jetzt wohl Lebewohl sagen müssen“, meinte sie und streckte ihm die Hand hin. Sie würde Carson sogar ein klein wenig vermissen. Er war wirklich ein freundlicher und ehrlicher Mensch, der sich anscheinend nicht allzu sehr daran störte, dass sie ebenso nur ein Mensch war.
    „Leben Sie Wohl, Miranda“, antwortete er und schüttelte ihr die Hand. Legte dann noch seine zweite über ihre. „Und passen Sie gut auf sich auf.“
    „Das werde ich“, versprach sie. Carson ließ sie los und stellte sich dann zu den beiden Frauen wieder in die Reihe. Dann wandte sich Miranda an Teyla.
    „Es war mir eine Freude, Sie kennen gelernt zu haben, Teyla.“ Die Athosianerin lächelte.
    „Die Freude ist ganz meinerseits. Leben Sie wohl, Miranda.“ Sie neigte leicht den Kopf und Miranda tat es ihr gleich. Doch bevor sie sich abwenden konnte, wurde sie von Teyla mit einem mitleidigen und wissenden Blick bedacht. Da wusste sie es. Teyla wusste also Bescheid. Doch es blieb ihr keine Zeit, sie zu fragen, ob sie mit Sheppard geredet hatte oder ob sie einfach nur etwas ahnte. Oder ob sie wirklich alles wusste. Das würde sie wahrscheinlich nie erfahren.
    Leise seufzend drehte sie sich zu Weir und dem Gate um. In dem Moment rastete das siebte Chevron ein und das Wurmloch wurde aufgebaut. Miranda zuckte automatisch zurück, als sich der Vortex bildete und auf sie zuraste. Dann betrachtete sie das Gate erstaunt und fasziniert.
    „Erde an Atlantis. Hier General Landry.“
    Weir tippte an ihr Funkgerät und meldete sich: „Erde, hier Weir. Wir verstehen Sie laut und deutlich.“
    „Ist der Commander bereit?“
    Weir schaute zu Miranda, diese nickte. Sie war bereit. „Ja, ist sie. Sie wird jeden Moment durch das Gate gehen. Atlantis, Ende.“
    „Verstanden, Atlantis. Erde, Ende.“
    Nun trat Miranda dicht an den Ereignishorizont heran und stupste mit ihrer Hand dagegen. Es sah aus wie Wasser, fühlte sich vielleicht auch in etwa so an und es war kalt.
    „Man wird Sie auf der anderen Seite erwarten“, sagte Elizabeth. Miranda drehte sich zu ihr um.
    „Dr. Weir, ich möchte Ihnen trotz allem danken für die Zeit, die ich hier in Atlantis war. Auch wenn es anders ausgegangen ist, als vielleicht erhofft. Leben Sie wohl.“ Weir lächelte leicht.
    „Leben Sie wohl, Commander.“ Miranda nickte und schaute aus einem Gefühl heraus zur Seite. Hinauf zum Kontrollzentrum. Und dort sah sie ihn. John stand auf dem kleinen Balkon und hatte sich auf das Geländer abgestützt und schaute zu ihr hinunter. Rodney und Ronon waren ebenso bei ihm, standen aber etwas hinter ihm. Als er sah, dass sie zu ihm hoch schaute, richtete er sich kerzengerade auf. Sie wollte die Hand heben, um sich zu verabschieden. Wenigstens das. Doch John verschränkte, als sie ihren Arm hob, sofort die Arme vor der Brust. Miranda verstand die Geste und ließ ihren Arm sinken. Selbst das wollte er nicht … Sie straffte sich und atmete tief ein und aus.
    Was würde nun auf der anderen Seite auf sie warten? Was würde mit ihr passieren? Wie würde es in ihrem Leben weitergehen? Was würden ihre Freunde sagen, die vermutlich glaubten, sie sei tot, wenn sie plötzlich wieder vor ihnen stand? Auf diese und noch mehr Fragen würde sie ihre Antworten erst auf der anderen Seite finden. Dann trat sie durch den Ereignishorizont. Und ihr Leben nahm seinen Lauf …
    A new gate will open. A lost city will rise again.

  7. Danke sagten:


  8. #6
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Jetzt darf Miranda/ du also zur Erde zurück - nach Hause. Schade nur, dass sie sich nicht mit John aussprechen konnte, aber wenigstens scheint sie sich mit Teyla angefreundet zu haben. Ich bin gespannt wie es weitergeht, ob sie auf der Erde bleibt.
    Geändert von John's Chaya (19.11.2013 um 23:25 Uhr)

    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  9. #7
    Denkende Leseratte mit Kampfkatze Avatar von Tamara
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    Da hältst Du den Spannungsbogen aber weiterhin hoch und den geneigten Leser weiterhin hin .
    Ich bin schon sehr gespannt, was in John vorgeht, warum er Miranda so abweisend behandelt, er wird seine Gründe haben, über die nun fleißig phantasiert werden darf.
    Ich bin sehr interessiert, was Miranda auf der Erde erwartet, wie ihre Familie und Freunde reagieren, die sie ja tot wähnen und was überhaupt dazu führte, dass sie nach Atlantis kam.
    Nicht, was die Dinge objektiv und wirklich sind, sondern was sie für uns,
    in unserer Auffassung, sind, macht uns glücklich oder unglücklich.
    (Arthur Schopenhauer)

  10. #8
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    So, nun folgt mein drittes Kapitel und ich hoffe es gefällt. Viel Spaß beim lesen

    Kapitel 3


    Als Miranda auf der anderen Seite durch das Gate trat, brauchte sie erst einmal ein paar Momente, um sich zu orientieren. Es war ein seltsames Gefühl gewesen. Und sie wollte sich eigentlich gar nicht vorstellen, was mit ihr geschah, wenn sie durch das Gate ging.
    Als sie die Rampe langsam hinunterlief, schaute sie sich um. Sie befand sich in einem sehr großen, vor allem aber relativ hohen Raum. Hinter ihr lag das Stargate. Mit einer Rampe gelangte man hinauf. Rechts und links an den Wänden befand sich jeweils eine Tür, aus feuerbeständigem und schusssicherem Material. Links und rechts am Ende der Rampe, standen je zwei Soldaten mit Waffen. Wahrscheinlich als Abwehr, wenn mal ein ungebetener Gast durch das Gate kommen würde.
    Und am Ende der Rampe entdeckte Miranda dann zwei Personen. Einen Mann und eine Frau. Der Mann war schon etwas älter, die Frau könnte etwa in ihrem Alter sein. Sie vermutete anhand ihrer Kleidung – die Frau trug einen Kittel, der Mann Rangabzeichen an den Schultern –, dass sie Ärztin war und er höchstwahrscheinlich der kommandierende Offizier.
    „Willkommen auf der Erde, Commander. Ich bin General Hank Landry, Leiter dieser Einrichtung und das ist Dr. Lam, Leiterin der Krankenstation.“
    „Ich danke Ihnen. Sir, Doktor“, begrüßte sie die beiden freundlich und mit einem Kopfnicken.
    „Bevor wir alles weitere besprechen, Commander, wird Dr. Lam Sie untersuchen.“
    „Verstanden, Sir.“
    „Danach finden Sie sich bitte in meinem Büro ein“, damit nickte Hank den beiden Frauen zu und verschwand in selbigem.
    „Commander, folgen Sie mir bitte“, meldete sich nun Lam zu Wort und setzte sich auch schon in Bewegung. Miranda ging ihr nach und schaute sich auf ihrem Weg neugierig um.
    Als sie in der Krankenstation ankamen, herrschte dort wenig Betrieb. Die Betten waren leer, bis auf eines. In diesem lag, vielmehr saß eine junge hübsche Frau. Blonde, kurze Haare, auf dem Schoß einen Laptop und ganz darin vertieft. Sie schien sie gar nicht mitzubekommen. Miranda setzte sich auf eins der freien Betten, damit Lam sie untersuchen konnte. Es waren allgemeine Untersuchungen, wie Abhören der Lunge oder Abtasten der Organe. Hinzu kam noch ein Bluttest, worauf Lam kurz verschwand.
    Miranda saß auf der Bettkante und ließ die Beine baumeln. Dann kam auf einmal ein attraktiver junger Mann herein. Er trug die Uniform der Air Force und wenn sie sich recht erinnerte, deuteten seine Rangabzeichen daraufhin, dass er ein Lieutenant Colonel war. Er hatte eine Tüte in der Hand und ging zu der jungen Frau. Miranda konnte nicht ganz verstehen, was sie sagten, beobachtete das Ganze aber neugierig.
    Der Mann hielt der Frau die Tüte hin. Sie nahm sie und schaute rein und nickte. Dann schnappte sich der Colonel wieder die Tüte und schien darin etwas zu suchen, bis er ein kleines, rundes, recht verkohltes Etwas herausholte und es ihr hinhielt. Miranda hatte den Eindruck, dass sie es nur widerstrebend nahm und auch davon abbiss. Sie versuchte ein glückliches Gesicht zu machen, was ihr aber nicht gelang.
    „Du hasst es“, meinte daraufhin der Mann. Die blonde Frau nickte.
    „Es schmeckt scheußlich. Tut mir leid.“ Das war das einzige, was Miranda verstehen konnte, was sie aber schmunzeln ließ. Und letzten Endes ging der junge Mann wieder und die beiden Frauen waren allein. Dr. Lam war immer noch nicht wieder aufgetaucht. Und da es Miranda langweilig war, meinte sie dann belanglos:
    „War das Ihr Freund?“ Die blonde Frau schaute erschrocken auf, dass sich noch jemand mit ihr im Raum befand und schaute Miranda erst überrascht und leicht geschockt an, bevor sie sich wieder fing.
    „Nein. Wir sind nur Freunde. Und Sie sind?“
    „Lieutenant Commander Miranda Blake.“
    „Lieutenant Commander? Das ist doch …“
    „Navy“, bestätigte sie. Doch bevor sich die beiden weiter unterhalten konnten, trat Lam zu ihnen.
    „Wie ich sehe, haben meine beiden Patientinnen sich schon kennen gelernt. Commander, folgen Sie mir bitte.“ Miranda nickte und folgte dann Dr. Lam, die sie, wie befohlen, zu Landrys Büro brachte.

    ***

    Zur selben Zeit, in einer anderen Galaxie …

    Sheppard beobachtete den Commander, wie sie durch das Gate ging und es sich nur kurz darauf schloss. Seine Kiefermuskeln spannten sich. Wie hatte sie das nur tun können? Wie hatte sie ihn so verraten können? Aber eigentlich konnte sie doch nichts dafür. Ihr hatten jegliche Erinnerungen gefehlt. Und schließlich waren sie es ja gewesen, die ihr eingeredet hatten, dass sie eine Antikerin sei. Trotzdem. Er fühlte sich betrogen und belogen. War innerlich zerrissen. Sein Verstand sagte ihm, dass sie gar nicht dafür konnte. Es war nicht ihre Schuld. Es war die Wahrheit, nur dass diese vielleicht etwas anders war als erhofft. Aber sein Herz sagte etwas ganz anders. Sie war schuld. Sie hatte ihn angelogen, enttäuscht.
    „Sheppard“, hörte er auf einmal hinter sich Ronons Stimme.
    „Was ist?“, fragte er tonlos.
    „Lust auf einen Kampf?“, fragte er ohne Umschweife. Er hatte bemerkt, dass John angespannt war und dagegen half nur ein guter Kampf. Sheppard drehte sich zu ihm um und schaute ihn an.
    „Sehr gern.“ Damit gingen die beiden in die Sporthalle und kämpften mit den Bantustäben. John nahm zwei, Ronon einen. Und schon fingen sie an, zu kämpfen. Nahmen vielleicht weniger Rücksicht auf den anderen als sonst. So geschah es, dass Sheppard am Ende eine aufgeplatzte Augenbraue hatte und vielleicht hier und da ein paar blaue Flecke. Ebenso wie Ronon, der jedoch nicht ganz so schlimm aussah wie der Colonel.
    Am Ende machte sich Sheppard auf dem Weg zur Krankenstation, um sich versorgen zu lassen. Er fühlte sich jedoch deutlich besser. Nicht mehr so wütend, nicht mehr so geladen und wer weiß, vielleicht würde er das Ganze ja irgendwie vergessen können, denn er glaubte kaum, dass der Commander je wieder in Atlantis auftauchen würde.

    Nachdem sich das Gate hinter Miranda geschlossen hatte, blieb Weir noch einen Moment stehen und ging dann wieder zurück in ihr Büro. Alles Weitere würde nun die Erde regeln, sie ging es nichts mehr an. Obwohl sie ziemlich neugierig war. Sie wusste, dass sie ein Offizier der US Navy war und durch den Absturz ihres Flugzeuges anscheinend hier gelandet war. Aber warum? Was würde die Navy auf der Erde dazu sagen? Hatten sie überhaupt nach ihr gesucht? Immerhin war sie zwei Wochen in Atlantis gewesen. Oder hatten sie sie für tot gehalten? Wenn ja, wie würde Miranda darauf reagieren? Zurück von den Toten … Weir wusste nicht genau wieso, aber sie hatte das Gefühl, dass sie Miranda wiedersehen würde und irgendwie freute sie sich darauf. Denn egal, ob Antikerin oder Mensch, egal wie sie nach Atlantis gekommen war, Miranda war eine besondere Person. Und sie hätte Lust, sie besser kennen zu lernen.
    Doch genug darüber spekuliert, ermahnte sie sich selber. Es wartete noch Arbeit auf sie.

    ***

    „Bitte setzen Sie sich“, forderte Landry sie auf, deutete auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch.
    „Danke, Sir.“ Landry nickte und Miranda setzte sich in den Stuhl. Dann schob er ihre mehrere Papiere hin und sie musterte sie interessiert.
    „Reine Formalität, Commander. Mit diesem Schreiben erklären Sie, über das Stargate-Programm und alles andere, was damit zu tun hat, Stillschweigen zu bewahren.“
    „Natürlich“, antwortete sie und unterschrieb das Formular, ohne zu zögern. „Ich bin Navy Offizier, da weiß ich durchaus, was es zu bedeuten hat, über manche Dinge zu schweigen, Sir“, erklärte sie und lehnte sich zurück.
    „Selbstverständlich“, stimmte Landry ihr zu und legte die Formulare in eine Akte zurück, höchstwahrscheinlich ihre eigene. „Nun …“, fuhr er dann fort und stützte sich mit seinen Unterarmen auf seinem Schreibtisch ab und faltete die Hände zusammen, „… erzählen Sie mir Ihre Geschichte.“
    „Sir?“
    „Ich bin neugierig, wie sind Sie nach Atlantis gekommen?“
    „Ach das, also gut. Ich …“ Also fing Miranda an zu erzählen. Von ihrem Auftrag, das Waffenlager der Al-Qaida zu zerstören, wie sie abgeschossen wurde und wie sie ohne Erinnerungen in Atlantis aufgewacht ist. Landry nickte.
    „Von Ihrem Absturz wissen wir. Es kam in den Nachrichten. Immerhin waren Sie etwas über zwei Wochen spurlos verschwunden. Einige hielten Sie sogar für tot.“
    „Hat man nicht nach mir gesucht?“, fragte sie etwas geschockt darüber.
    „Doch, aber von Ihrer Maschine war so gut wie nichts mehr übrig. Nur noch verkohlte Wrackteile. Und obwohl man keine Leiche gefunden hat, war die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den Absturz hätten überleben können, doch sehr gering“, erklärte er ruhig, merkte aber, wie bestürzt sie über diese Nachricht war.
    „Durchaus verständlich“, gab sie zurück, allerdings mit einem bitteren Beigeschmack. Es war seltsam, zu wissen, dass Freunde und Familie sie für tot hielten.
    „Ich hoffe, Sie verstehen, dass Sie noch ein paar Tage hier bleiben müssen, bis wir herausgefunden haben, wie Sie nach Atlantis kamen.“
    „Selbstverständlich. Sir, was mein Verschwinden und meinen vermuteten Tod angeht …“
    „Keine Sorge, Commander, darum kümmern wir uns.“
    „Danke.“
    „Kein Problem.“
    „Und noch etwas“, fügte sie hinzu, bevor sie ging. „Ist es möglich, dass ich den Bericht über meinen Unfall und meinen „Tod“ sehen könnte?“
    „Ich kann nichts versprechen, aber ich werde sehen, was sich machen lässt“, versprach er und beobachtete sie, wie sie dann von einem Sergeant zu einem der Gästequartiere gebracht wurde.

    ***

    „Bitte Lieutenant Colonel, kommen Sie rein“, begrüßte Landry seinen Besucher und schaute von der Akte auf, die er sich gerade durchlas. Der junge Mann nickte und schloss die Tür hinter sich, auf ein Zeichen vom General setzte er sich in den Stuhl vor dem Schreibtisch.
    „Haben Sie schon unseren Gast kennengelernt?“, fragte Landry, schlug die Akte zu und sah ihn an. Er hatte eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Commander. Die gleichen Haare, die gleichen Gesichtszüge, nur war er bedeutend größer als sie und hatte graue Augen.
    „Gast, Sir?“, fragte der Colonel etwas unsicher. Landry schob ihm dann einfach die Akte zu und lehnte sich in seinen Stuhl zurück.
    „Sie können sie ruhig öffnen.“ Etwas unsicher nahm er die Akte. Als er sie dann aufschlug und er das Bild einer jungen Frau sah, traf es ihn wie der Schlag.
    „Sir … das ist … unmöglich. Sie weiß eigentlich gar nichts vom Stargateprogramm.“
    „Bis vor kurzem.“
    „Aber warum?“
    „Immer mit der Ruhe, Colonel Blake. Ich werde es Ihnen erklären. Der Commander ist mehr durch Zufall auf das Stargateprogramm gestoßen. Sie haben doch sicherlich die Nachrichten gesehen, mit dem Beitrag über den Absturz einer F/A 18 Hornet in Nevada?“
    „Natürlich, Sir. Ich habe wirklich befürchtet, dass sie tot ist“, antwortete er und konnte sich noch gut an den Bericht erinnern. Er war an dem Abend zu Hause gewesen und hatte sich auf einen gemütlichen Abend mit seiner Familie gefreut. Und dann sah er diese Nachricht …
    „Sie war in Atlantis.“
    „Atlantis?“, fragte er noch verwirrter. „Aber wie kam sie dort hin?“
    „Das wissen wir nicht, deshalb möchte ich Sie bitten, Colonel, dass Sie mit ihr reden. Sie sind Ihr Bruder, zu Ihnen hat sie Vertrauen und ich denke, es schadet nicht, wenn Sie ein bekanntes Gesicht hier sieht“, erklärte Landry sein Vorhaben und beugte sich wieder nach vorn, um sich auf seinem Schreibtisch abstützen zu können.
    „Ist das ein Befehl, Sir?“, fragte Blake.
    „Nein, ist es nicht. Aber wenn Sie einen Befehl brauchen, dann ist es einer.“
    „Nein, den brauche ich nicht. Danke, Sir“, damit klappte er die Akte seiner Schwester wieder zu und legte sie auf den Schreibtisch.

    ***

    Es war Abend geworden, und Miranda lag in ihrem Bett in dem Quartier, was man ihr zugeteilt hatte. Es war relativ groß. Bot Platz für ein Bett, eine Kommode, ein paar kleine Regale und einen Tisch, an dem man sitzen konnte. Das einzige, was ihr fehlte, war ein Fenster. Aus dem sie hinaus schauen konnte, irgendwohin, aber am liebsten wäre ihr die Aussicht auf Atlantis gewesen. Atlantis … Zwei faszinierende Wochen, mit ebenso faszinierenden Menschen. Sie spielte unbewusst mit ihrem Anhänger herum und starrte an die Decke. Dann klopfte es auf einmal an ihre Tür. Sie setzte sich auf und rief: „Herein!“
    Die Tür wurde daraufhin sofort geöffnet und ein junger Mann kam herein, den sie nur zu gut kannte.
    „Darren!?“, rief sie überrascht und starrte ihren Bruder an. Dieser schloss in aller Ruhe die Tür und schaute zu ihr.
    „Hallo Schwesterherz“, begrüßte er sie breit lächelnd. Miranda stand auf und schaute ihn immer noch ungläubig an. Umarmte ihn dann aber stürmisch. Es tat gut, jemand Vertrautes zu sehen. Darren drückte seine kleine Schwester fest an sich, hatte er doch gedacht, sie nie wiederzusehen.
    „Lass dich ansehen!“ Er löste sich von ihr und legte ihr seine Hände auf die Schultern, um sie mit etwas Abstand besser anschauen zu können. „Ich dachte ich hätte dich verloren …“
    „Die Nachrichten …“, schlussfolgerte Miranda.
    „Ja.“
    „Was ist mit Mum?“, fiel ihr plötzlich ein, wenn ihr Bruder sie schon gesehen hatte, dann …
    „Sie macht sich unendliche Sorgen um dich und weigert sich, daran zu glauben, dass du tot bist.“
    „Wo sie ja Recht hat. Ich lebe.“
    „Ja, du lebst“, wiederholte er glücklich und drückte ihre Schultern.
    „Himmel, ich muss mit Mum reden. Ihr erklären, dass es mir gut geht, dass ich lebe …“
    „Immer ruhig, kleine Schwester. Ich bin sicher, du kannst mir ihr reden. Oder ich statte ihr mal einen Besuch ab.“
    „Ich verstehe. Ich darf dann nichts verraten, was mit dem Stargate zu tun hat und da die ganze Welt eh‘ glaubt, ich wäre tot, würde ich dadurch wahrscheinlich irgendeine Regel in diesem Geheimhaltungsvertrag verletzen.“
    „So in etwa. Tut mir Leid“, gab er zu und konnte sie verstehen. Ihre Mutter war ziemlich niedergeschlagen. Vor Jahren erst hatte sie den Ehemann verloren. Ihre beiden Kinder übten einen Beruf aus, in dem sie jeden Tag das Risiko eingingen, zu sterben. Und dann starb ihre Tochter …
    „Was machst du eigentlich hier?“, fragte Miranda und holte ihn damit aus seinen Gedanken zurück in die Gegenwart. „Das hier ist doch eine geheime Einrichtung.“
    „Ich arbeite hier“, erklärte er schulterzuckend.
    „Was? Du arbeitest hier? Seit wann?“
    „Ich bin zwei Jahre nach meinem Abschluss hier im Stargatecenter gelandet.“
    „Also bist du all die Jahre durch dieses runde Ding, das Stargate gegangen.“
    „So sieht es aus, Schwesterchen“, grinste er. „Aber nun zu dir“, fügte er hinzu und setzte sich mit ihr auf das Bett. „Ich habe gehört, du warst in Atlantis.“
    „Unfreiwillig, aber ich war dort.“
    „Warum unfreiwillig?“, fragte er etwas verwirrt. Miranda seufzte leise, lächelte ihren Bruder an und fing erneut an, ihre Geschichte zu erzählen.
    „Da bin ich ja beruhigt, dass du dein Gedächtnis wieder hast“, lächelte er und tätschelte ihr die Hand.
    „Ja, ich auch. Es ist ziemlich zermürbend, wenn man einfach nicht weiß, wer man ist. Doch so toll, wie es auch war, mich wieder erinnern zu können, so kamen auch die traurigen Dinge zurück, konnte ich mich auch an diese wieder erinnern …“, murmelte sie leise und schaute ihren Bruder an. Dieser nickte und wusste, was sie meinte. Er schlang einen Arm um sie und drückte sie an sich. Sie hatte so viel durchmachen müssen in ihrem Leben. Schöne, wie auch traurige Dinge und manche würden sie ihr ganzes Leben lang verfolgen. Sie konnte nur lernen, damit zu leben, vergessen würde sie es nicht können.
    „Es ist schön, dass du da bist, Darren“, sagte sie und lehnte sich gegen ihn. Die beiden Geschwister saßen noch ein paar Minuten schweigend da.
    „Ich werde dich jetzt allein lassen müssen. Schließlich werde ich zu Hause erwartet“, meinte er leicht lächelnd.
    „Ja. Natürlich. Sag deinen beiden Frauen einen schönen Gruß von mir. Vielleicht komme ich euch bald mal besuchen.“
    „Das wäre schön!“ Sie umarmten sich zum Abschied und dann ging Darren. Nun war Miranda wieder allein. Sie legte sich wieder aufs Bett. Was sollte sie auch anderes tun? Außer nachdenken. Nachdenken darüber, dass sie manch eine Erinnerung am liebsten wieder vergessen wollte. Aber wäre sie dann die Frau, die sie heute war? Schicksalsschläge prägen die Menschen, formen sie, machen den einen stärker, den anderen schwächer. Was wäre gewesen, wenn sie nicht nach Atlantis gekommen wäre? Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, schlief sie ein.

    ***

    Auch in einer anderen Galaxie war Ruhe eingekehrt. Nur noch die Notbesatzung passte in Atlantis auf, dass auch alles ruhig blieb. Der größte Teil war in die Betten verschwunden und schlief. Bis auf Colonel Sheppard. Dieser lag wach in seinem Bett und starrte an die Decke. Ihm ging der Commander einfach nicht mehr aus dem Kopf. Er sah immer wieder die Bilder vor sich, wie sie sich küssten, wie sie die Wahrheit offenbarte und wie sie schließlich durch das Gate ging. Wenn er ehrlich war, so wusste er gar nicht so genau, was er für sie empfand. Er mochte sie, hatte den Abend mit ihr genossen. Sie war eine erstaunliche Frau und ein kleines, schelmisches Lächeln umspielte kurz seine Lippen, als er daran dachte, wie sie sich geküsst hatten. Doch es verschwand sofort wieder, als er an den nächsten Tag dachte.
    Sie stand kerzengerade da, sogar irgendwie auch ein wenig Autorität versprühend. Wirkte stolz, beherrscht. Der komplette Gegensatz zu der leicht verwirrten, verzweifelten und dennoch fröhlichen Frau, die er kennengelernt hatte. Oder hatte er sich das alles nur eingebildet? Hatte sie vielleicht gar nicht ihr Gedächtnis verloren und ihnen allen das nur vorgespielt, um Informationen über Atlantis zu bekommen? Nein, das verwarf er sofort. Das glaubte er einfach nicht. Er schätzte sie trotz allem nicht als Verräterin ein. Trotz allem war die Nachricht wie ein Fausthieb ins Gesicht gewesen. Aber war seine Reaktion nicht doch ein wenig extrem gewesen? Hätte er sich vielleicht doch etwas zügeln sollen?
    Er könnte jetzt noch die ganze Nacht spekulieren, was wäre, wenn. Noch die ganze Nacht darüber nachdenken, was der Commander wirklich für eine Person war, ob er hätte anders reagieren sollen und können. Fakt war, dass er es nicht mehr rückgängig machen konnte, außerdem war sie nicht mehr hier. Er wollte einfach nicht mehr daran denken.
    John seufzte, fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. Er würde sich lieber mit einer Horde Wraiths herum schlagen, als über seine Gefühle und über diese Frau nachzudenken. Vielleicht würde er das Ganze ja einfach irgendwann vergessen.
    A new gate will open. A lost city will rise again.


  11. #9
    Second Lieutenant Avatar von Tinkabell
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    Hallo Miranda,

    nach langer Auszeit vom Stargate-Project habe ich mal wieder etwas hier herumgestöbert und bin auf deine Geschichte gestoßen. Mir gefällt deine Idee und ich bin gespannt wie Nancy/Miranda nach Atlantis gelangen konnte. Oder warum John sich so dermaßen aufführt. War Nancy nicht der Name von Sheppards Ex-Frau? Das finde ich sehr verdächtig^^

    Besonders schön fand ich auch, dass du die Szene mit Sam, Mitchell und den Makronenbeschrieben hast *freu*

    Gruß

    Tinkabell

  12. #10
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    Danke für dein FB Tinkerbell. Und ja, Nancy war der Name von Johns Ex-Frau. Habe den Namen genommen, einfach als kleinen Geck.
    Und die stellen mit den Makronen, ja, auf die Idee ist mein Bruder gekommen, den ich ja oben als meinen Creativ Consultant angeben haben.

    Ich hoffe auch und würde mich freuen, dich als aktiven Leser mit begrüßen zu dürfen.
    A new gate will open. A lost city will rise again.

  13. #11
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Gott, was war das für Mirandas Bruder Blake für eine tolle Überraschung seine Schwester am Leben zu wissen.
    Auch wenn das wohl erst ein kleiner Schock war. Es ist schon besser die Mutter langsam drauf vorzubereiten.
    John und seine Gefühlswelt - gut, dass er seine Wut oder was auch immer, bei einem Training mit Ronon abreagieren konnte.
    Die Szene mit Mitchel und Sam hatte ich auch gleich wieder vor Augen.

    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  14. #12
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    Hallo ihr Lieben, das warten hat ein Ende und nun folgt ein weiteres Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch. Viel Spaß beim lesen

    Kapitel 4

    Am nächsten Tag saß Darren in seinem eigenen kleinen Labor. Obwohl im Hauptberuf Soldat, war er nebenbei, und wenn es seine Zeit zuließ, noch als Wissenschaftler tätig, was ihm einen gewissen Ausgleich brachte. Es machte ihm Spaß, zu entdecken, zu forschen, Lösungen für Probleme zu finden. Als Soldat war er eher dafür da, zu beschützen, aufzupassen, anzuführen. Als Wissenschaftler konnte er seiner Fantasie freien Lauf lassen.
    Wobei seine Frau manchmal der Ansicht, dass er es ab und zu übertreibe. Doch darüber lächelte er nur, denn er wusste genau, dass sie diese Seite an ihm mochte. Und seine kleine vierjährige Tochter freute sich, wenn ihr Vater mit ihr herum alberte.
    In Gedanken versunken, übersah er fast, dass seine Geräte eine geringe Energiesignatur aufgespürt hatten. Stirnrunzelnd beugte er sich über die Anzeigen. Solche Werte hatte er noch nie gesehen. Sie kamen ihm nicht einmal bekannt vor. Vielleicht sollte er Colonel Carter fragen, aber sie war bestimmt noch nicht wirklich wieder auf den Beinen, nachdem sie von einem Prior angeschossen worden war. Dann würde er sie eben auf der Krankenstation besuchen. Und schon klappte er seinen Laptop zu und klemmte ihn sich unter den Arm.

    ***

    In der Krankenstation saß Samantha wieder in ihrem Bett, diesmal hatte sie aber keinen Laptop auf den Schoß, sondern ein Tablett aus der Kantine. Als Darren in der Krankenstation eintraf, aß sie gerade eine Schüssel blauen Wackelpuddings. Ihren Lieblingspudding.
    „Störe ich, Colonel?“, fragte er und blieb vor ihrem Bett stehen. Carter schaute auf und schluckte ihren Pudding hinunter.
    „Nein“, antwortete sie und stellte die Schüssel zur Seite. „Wie kann ich Ihnen helfen, Colonel?“ Er stellte sich an die Seite ihres Bettes und klappte seinen Laptop auf. Sofort erschien der Desktop und er tippte kurz etwas auf der Tastatur ein, bevor die Daten mit den Energiewerten aufgerufen wurden. Dann gab er ihr den Laptop.
    „Haben Sie so etwas schon einmal gesehen?“
    „Hmm …“, sie runzelte die Stirn. „Nein, leider nicht“, und schaute weiter nachdenklich auf die Anzeigen. „Aber …“, fügte sie dann nach einer Weile des Schweigens hinzu.
    „Aber was?“, hakte er nach.
    „Die Signatur hat gewisse Ähnlichkeit mit der eines ZPMs.“
    „Eines ZPMs?“, fragte Darren verwundert nach und schaute sich die Anzeigen erneut an. Wenn man genau hinschaute und eventuell wusste, wonach man suchte, stimmten ein paar Parameter mit der eines ZPM überein.
    „Aber wie ist das möglich?“
    „Ich weiß es nicht. Wenn ich in mein Labor könnte, dann könnte ich …“
    „Dann könnten Sie was, Colonel?“, erklang von hinten auf einmal Dr. Lams Stimme und dann stand sie auch schon vor Sams Bett, die Hände in den Taschen ihres Arztkittels verborgen.
    „Nur etwas überprüfen“, beendete Sam ihren Satz und schaute dabei die Ärztin an.
    „Colonel, ich habe Sie noch nicht wieder für den aktiven Dienst freigegeben.“
    „Ich gehe auch nicht auf Gatemission, sondern will nur in mein Labor.“
    „Ich habe sie darum gebeten, Doktor“, meldete sich nun Darren zu Wort. „Ich bräuchte ihre Kompetenz, sie soll mir bei einem meiner Projekte helfen.“
    „Hat das nicht Zeit, bis sie wieder gesund ist?“
    „Nein, leider nicht. Ich übernehme auch die volle Verantwortung und werde mit Argusaugen über sie wachen. Versprochen!“, beharrte Darren und setzte ein leichtes liebevolles Grinsen auf. Da konnte keiner widerstehen, nicht einmal seine Frau, auch wenn er noch so großen Mist angestellt hatte. Lam seufzte.
    „In Ordnung. Aber Sam setzt sich in einen Rollstuhl und es wird auch nicht länger als drei Stunden gearbeitet. Sie muss sich noch ausruhen.“
    „Keine Sorge, Doc, ich passe auf sie auf und nach drei Stunden ist sie pünktlich wieder auf der Krankenstation“, versicherte Darren Dr. Lam charmant.
    „Sehen Sie, Doc? Ich hab einen Aufpasser und bin auch ganz brav“, grinste Sam die Ärztin an.

    ***

    Kurze Zeit später schob er Samantha im Rollstuhl durch die Gänge zu ihrem Labor. Währenddessen tippte sie etwas in seinen Laptop, überprüfte etwas.
    „Ich muss sagen, Sie haben das ganz gut hinbekommen, Dr. Lam umzustimmen.“
    „Ich habe nur meinen Charme spielen lassen“, gab er grinsend zu. „Dem können selbst meine Frau und meine Schwester nicht widerstehen“, ergänzte er.
    „Sie haben eine Schwester? Das wusste ich gar nicht“, meinte Sam.
    „Sie müssten ihr eigentlich schon begegnet sein. Ich weiß, dass sie neulich auf der Krankenstation war.“ Sam überlegte. Sie hatte da ja kurz eine Frau kennengelernt.
    „Stimmt. Gestern war das, glaube ich. Commander Blake?“ Darren nickte.
    „Stimmt. Miranda Blake, das ist meine kleine Schwester. Und da wären wir schon“, sagte er, während er ihr Labor öffnete, und sie hinein schob bis zu ihren Computern. Samantha startete diese sofort, gab einige Daten ein und erhielt dann kurze Zeit später dieselben Werte wie zuvor Darren.
    „Ich muss jetzt nur ein paar Parameter ändern, dann müssten wir die Signatur zu ihrem Ausgangspunkt zurückverfolgen können“, und schon tippte sie flink auf den Tasten ihres Computers herum. Und tatsächlich, nach zwanzig Minuten hatten sie den Ausgangspunkt ermittelt. Er befand sich im SGC …
    „Das ist doch das Quartier meiner Schwerster“, Darren runzelte die Stirn.

    ***

    Um die Mittagszeit klopfte er an die Tür des Quartiers seiner Schwester und auf ihre Aufforderung hin trat er ein. Miranda saß am Tisch und aß ihre Mittagsmahlzeit.
    „Störe ich?“, fragte er grinsend und setzte sich dann einfach zu ihr. Sie schluckte noch schnell ihren Bissen herunter und antwortete dann:
    „Nein, tust du nicht. Ich finde es faszinierend, dass ich dich in den letzten beiden Tagen öfters gesehen habe als in den letzten paar Monaten.“
    „Ja, das stimmt. Aber du musst verstehen, hier habe ich immer viel zu tun.“
    „Das glaube ich dir sogar“, stimmte sie ihm zu und fing an, ihren Nachtisch zu löffeln. Blauer Wackelpudding. Sie liebte ihn. Darren beobachtete sie dabei. Sie trug nichts Außergewöhnliches bei sich. Wie auch? Sie besaß nur das, was sie am Leib trug. Dabei fiel sein Blick unwillkürlich auf ihren Anhänger. Er wusste, sie hatte ihn von ihrer Großmutter bekommen und für ihn war es nichts weiter gewesen als ein schönes, etwas anderes Schmuckstück. Aber wenn er ihn sich genau anschaute …
    „Was starrst du so?“, holte Miranda ihn in die Realität zurück. „Habe ich irgendetwas an mir?“
    „Im Prinzip schon“, murmelte er. Sie runzelte die Stirn und stellte ihre Schüssel Wackelpudding zur Seite.
    „Und was?“
    „Deinen Anhänger.“
    „Mein Anhänger? Was ist damit?“, fragte sie und umschloss ihn automatisch mit ihrer Hand.
    „Er sendet eine Art Energiesignatur aus.“ Miranda schaute ihn nur fragend an.
    „Das kann gar nicht sein. Es ist ein Schmuckstück, Darren. Die senden keine Energiesignaturen aus.“
    „Pass auf. Ich habe heute Morgen in meinem Labor eine schwache Energiesignatur aufgenommen, zusammen mit Colonel Carter haben wir sie verfolgt und sind bei dir gelandet. Und ich sehe hier nichts, was solch eine Energie aussenden könnte.“
    „Und da denkst du, es ist mein Anhänger?“, schaute sie ihn ungläubig an und verstand nicht, was er auf einmal hatte.
    „Hast du ihn dir schon mal genauer angeschaut?“
    „Ich trage ihn 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, vier Wochen im Monat, zwölf Monate im Jahre, genauer gesagt, seitdem ich zwölf war, trage ich ihn ständig bei mir. Wie sollte ich ihn mir da nie einmal genauer angeschaut haben?“
    „Aber du musst zugeben, dass er anders ist als anderer Schmuck.“
    „Ja … schon. Er ist eben einzigartig.“
    „Das stimmt. Und trotz allem strahlt er eine schwache Energie aus. Ich würde dich nicht fragen, wenn es nicht wichtig wäre, aber ich bitte dich, gib mir den Anhänger. Colonel Carter und ich werden ihn untersuchen. Vielleicht hat er etwas damit zu tun, wie du nach Atlantis gekommen bist.“ Miranda lehnte sich in ihren Stuhl zurück.
    „Moment, immer langsam. Das ist doch nur ein Schmuckstück. Das sendet keine Energie aus“, sie schüttelte verwirrt den Kopf.
    „Pass auf, Schwesterherz. Ich war heute Vormittag in meinem Labor und da haben meine Geräte eine schwache Energiesignatur registriert. Zusammen mit Colonel Carter habe ich dann heraus gefunden, dass sie aus diesem Zimmer hier kommt. Und siehst du hier irgendetwas, was fähig wäre, Energie auszusenden?“ Miranda schaute sich in dem Zimmer um und schüttelte dann den Kopf.
    „Nein“, gab sie zögernd zu und umfasste dann ihren Anhänger. „Aber das hier?“ Darren nickte. Miranda überlegte. Dieses kleine Ding … sollte etwas anderes sein als ein Schmuckstück? Aber … das konnte doch nicht sein. Warum wurde das erst jetzt festgestellt? War das erst seit ein paar Tagen so oder schon all die Jahre über so gewesen … Wenn ja, dann wäre womöglich …
    „Darren … ist … ist diese Energie gefährlich?“, fragte sie mit ungutem Bauchgefühl.
    „Nein“, beruhigte er sie. Sie atmete hörbar aus und legte unwillkürlich ihre Hände auf ihren Bauch und nickte.
    „Alles in Ordnung?“
    „Ja, mir geht’s gut.“ Darren tat das mit einem Kopfnicken ab, wusste aber nur zu gut, was in ihr vorging. Sie hatte anscheinend den Verlust von damals noch nicht überwunden. Aber, würde man so etwas je überwinden können? Man würde wahrscheinlich nur versuchen können, damit zu leben. Er ließ ihr kurz ein paar Minuten Ruhe.
    „Miranda, kannst du mich wenigstens irgendwie verstehen?“, fragte er dann.
    „Ich denke schon. Glaubst du denn, dass das wirklich etwas damit zu tun haben könnte, wie ich nach Atlantis gekommen bin?“
    „Möglich wäre es.“ Sie dachte nach. Was war, wenn er Recht hatte? Wenn der Anhänger wirklich etwas damit zu haben könnte. Sie konnte sich zwar nicht vorstellen, wie, aber vor zwei Wochen konnte sie sich auch nicht vorstellen zu anderen Planeten, geschweige denn in eine andere Galaxie, zu reisen.
    „Und du glaubst wirklich, es könnte etwas damit zu tun haben?“, wiederholte sie ihre Frage.
    „Ja“, antwortete Darren und lehnte sich ein Stück nach vorn. „Miranda, das da ist mehr als ein einfaches Schmuckstück. Bitte, lass es mich untersuchen.“
    „Werdet ihr es kaputt machen müssen?“, fragte sie vorsichtig.
    „Ich hoffe nicht.“
    „Du weißt, wie viel es mir bedeutet, Darren.“ Er seufzte.
    „Ja, ich weiß, Schwesterherz. Ich verspreche dir, wir werden ganz vorsichtig sein. Versprochen“, wiederholte er und streckte dann langsam seine Hand aus. Miranda nickte. Öffnete den Verschluss im Nacken und zog die Kette durch den Anhänger, legte ihn dann vorsichtig in die Hand ihres Bruders.
    „Sei ja vorsichtig, sonst …“, drohte sie ihm halb spielerisch, halb ernst gemeint.
    „Das werde ich. Versprochen und danke, Schwesterherz“, damit stand er auf, ging um den Tisch herum und küsste sie brüderlich auf die Stirn. „Vielleicht bekommen wir dadurch ein paar Antworten auf unsere Fragen.“
    „Ja, vielleicht.“ Dann ging er. Miranda starrte mit gerunzelter Stirn auf die Tür. War es wirklich richtig, was sie getan hatte? Sie verband damit eine der wichtigsten Personen in ihrem Leben und eine lange Tradition ihrer Familie. Ihr kamen wieder die Worte ihrer Großmutter in den Sinn:
    „Pass gut darauf auf, meine Kleine. Er ist schon lange in unserer Familie und etwas ganz Besonderes …“

    Vor zwanzig Jahren …

    Die zwölfjährige Miranda besuchte mit ihrem Vater ihre Großmutter im örtlichen Krankenhaus. Sie war schwer krank. Man hatte ihr erklärt, sie habe eine Krankheit, die sich Alzheimer nenne und bei der sie ihr Gedächtnis verliere. Und nach und nach nicht mehr wisse, wer ihre Familie sei und auch alltägliche Dinge vergäße, wie z.B. zu essen oder zu trinken. Doch Miranda verstand das nicht. Immer, wenn sie bisher zu ihr kamen, sie besuchten, war sie, wie sie immer war.
    „Hallo Grandma“, begrüßte Miranda wie gewohnt ihre Großmutter, als sie in ihr Zimmer traten. Diesmal jedoch saß sie nicht in ihrem Sessel, hatte nicht ihre Brille auf und die Zeitung in der Hand, während der Fernseher lief. Nein, der Fernseher war ausgeschaltet, die Zeitung lag ordentlich auf einem Tisch und ihre Brille lag daneben. Und ihre Großmutter lag in ihrem Bett und schlief. Auf leisen Sohlen ging Miranda zu ihr hin und setzte sich auf die Bettkante.
    „Grandma schläft, Dad“, sagte sie dann zu ihrem Vater. Dieser trat an das Bett seiner Mutter und schaute auf sie hinab. Sie sah schlecht aus, sehr schlecht. Wahrscheinlich würde es nicht mehr allzu lange dauern.
    „Ja, anscheinend. Sei schön leise und weck sie nicht“, flüsterte er.
    „Keine Sorge, Dad, das werde ich nicht“, antwortete Miranda und beugte sich dann zu ihr hinunter.
    „Hallo Grandma, ich bin’s, Miranda“, wisperte sie in ihr Ohr. Anscheinend hatte sie sie gehört, denn sie schlug langsam ihre Augen auf. In dem Moment trat eine Frau des Pflegepersonals ins Zimmer.
    „Mister Blake. Einen Moment bitte“, winkte sie ihren Vater hinaus auf den Flur.
    „Bleib du ruhig bei ihr, Schatz.“
    „In Ordnung, Dad.“
    „Hallo meine Kleine“, flüsterte ihre Großmutter mit heiserer Stimme.
    „Willst du was trinken, Grandma?“, fragte Miranda und sprang auch schon vom Bett, um ihr ein Glas Wasser zu holen. Dann half sie ihr, sich aufzurichten und hielt ihr das Glas an die Lippen, damit sie trinken konnte.
    „Danke, Miranda“, und schaute sie an.
    „Kein Problem“, lächelte diese und setzte sich wieder auf die Bettkante. Beobachtete ihre Großmutter. „Du siehst krank aus“, bemerkte sie dann besorgt.
    „Mir geht es auch nicht so gut, Liebes.“
    „Du wirst doch wieder gesund.“
    „Natürlich werde ich das“, lächelte sie leicht aufmunternd. Obwohl sie wusste, das dem nicht so war. Trotz Alzheimer sah sie in diesem Moment so klar wie noch nie. Und das war das größte Geschenk, das man ihr geben konnte.
    „Sei doch so lieb und öffne mal bitte die erste Schublade von dem Schrank dort.“ Miranda tat, was sie ihr gesagt hatte und öffnete die oberste Schublade der Kommode.
    „Dort drin müsste ein schwarzes Kästchen sein.“ Miranda suchte etwas herum und fand es dann. Es war nicht sehr groß, flach und schwarz.
    „Bring es bitte her“, forderte ihre Großmutter sie auf. Sie nahm das Kästchen heraus, versetzte der Schublade einen kleinen Schubser und schon war sie zu. Dann setzte sie sich wieder zu ihrer Grandma.
    „Mach es auf“, lächelte sie ihre Enkelin an und als Miranda das Kästchen öffnete, leuchteten ihre Augen. Eine silberne Kette mit einem runden, leuchtend roten und orangefarbenen Anhänger.
    „Der ist wunderschön.“
    „Du darfst ihn behalten, er ist für dich“, lächelte ihre Großmutter erschöpft und müde. Sie wollte im Moment einfach nur schlafen, doch ihrer Enkelin zuliebe blieb sie wach.
    „Wirklich?“, strahlte sie.
    „Ja wirklich. Weißt du, den Anhänger habe ich auch von meiner Großmutter bekommen und diese wiederum von ihrer und diese dann ebenfalls von ihrer Großmutter. Pass gut darauf auf, meine Kleine. Er ist so schon lang in unserer Familie und etwas ganz Besonderes …“
    „Das werde ich, Grandma!“, versprach Miranda mit leuchtenden Augen und umarmte sie. Sie lächelte glücklich und schlief dann ein.
    Kurz darauf kam ihr Vater mit der Pflegerin wieder herein und erklärte ihr, dass sie gehen müssten, da ihre Großmutter Ruhe bräuchte. Miranda erzählte ihrem Vater stolz, was sie geschenkt bekommen hatte, doch dieser wirkte etwas abgelenkt. Ja, sogar ein klein wenig traurig. Sie wusste nicht, warum, würde es aber bald erfahren.
    Denn noch in derselben Nacht starb ihre Großmutter. Sie erfuhr nie, ob es eine Geschichte zu diesem Anhänger gab, der in zwanzig Jahren ihr Leben für immer verändern würde …

    Zurück in der Gegenwart …

    Miranda starrte immer noch auf die Tür. Wusste nicht, wie lange sie so da saß, spürte nur, wie heiße Tränen ihre Wangen hinunter liefen und dann auf ihre Hände tropften. Zwanzig Jahre war es her und es tat immer noch so weh, als wäre es erst gestern gewesen. Und nun hatte sie dieses Erbe aus der Hand gegeben. Würde sie es je wieder sehen? Und ob! Sie musste sich zusammenreißen, sie sollte nicht so panisch reagieren. Wenn ihr Bruder versprach, darauf aufzupassen, dann tat er das auch. Sie musste nur Geduld haben. Aber Geduld war etwas, was sie absolut nicht hatte.
    Geändert von Miranda (15.12.2013 um 16:30 Uhr)
    A new gate will open. A lost city will rise again.

  15. Danke sagten:


  16. #13
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Der Danke-Button ist weg.
    Ich denke mir mal, Mirandas Oma war eine Antikerin oder ähnliches. Aber es könnte auch ein Anhänger sein, wie Teyla ihn hatte.
    Bin gespannt wie es weitergeht.

    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  17. #14
    Denkende Leseratte mit Kampfkatze Avatar von Tamara
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    Die Spannung bleibt hoch, ich frage mich, was es mit dem Anhänger wohl auf sich haben mag. Was für ein Geheimnis birgt er, welche Geschichte steckt dahinter? Vielleicht hat John's Chaya Recht und ihre Großmutter war tatsächlich eine Antikerin. Ich freue mich auf den weiteren Verlauf der Geschichte.

    @Chaya: Der Danke-Button ist nicht weg, aber man scheint ihn nur noch ganz limitiert benutzen zu dürfen ...
    Nicht, was die Dinge objektiv und wirklich sind, sondern was sie für uns,
    in unserer Auffassung, sind, macht uns glücklich oder unglücklich.
    (Arthur Schopenhauer)

  18. #15
    Second Lieutenant Avatar von Tinkabell
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    Okay, jetzt bin ich neugierig. Ich gehe mit meinen Vorrednern mit und tippe auch auf Antikerin oder ihre Vorfahren hatten etwas mit Antikern zu tun. Dann warte ich nun gespannt auf die Fortsetzung

  19. #16
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    Danke für Eure FB´s. Und ich werde mich einfach mal nicht dazu äußer, was es mit den Anhänger auf sich habt. Wartet einfach ab

    Und wegen dem Danke Button, stimme ich Tamara zu. Manchmal ist er da, manchmal aber auch nicht. Komisch...
    A new gate will open. A lost city will rise again.

  20. #17
    Senior Master Sergeant Avatar von Miranda
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    Hallo ihr Lieben.
    Nur als kurze Rückmeldung, keine Sorge, ich habe mein Projekt nicht aufgegeben. Nur leider häng ich gerade sehr stark an einer Stelle und komme nicht weiter. Zudem, geht es jetzt bei mir straff auf die Prüfungen zu und da ist es verständlich, das ich fürs schreiben (leider, leider) weniger Zeit habe. Aber sobald mich die Muse wieder ma küsste, versuche ich natürlich mein neues Kapitel zu posten. Schließlich seid ihr betsimmt gespannt, wie es weiter geht.

    Liebe Grüße
    Miranda
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