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Thema: The hope never dies - Teil 8

  1. #1
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Standard The hope never dies - Teil 8

    Autor: Cindy
    Kategorie: Action/Drama/Humor
    Rating: PG -14
    Disclaimer: Stargate Atlantis und alle Personen (außer die von mir erfundenen, denn die gehören mir. *g*) gehören MGM/UA, Gekko Produktions und all den anderen, die mit Stargate Atlantis zu tun haben. Die Geschichte habe ich mir selbst ausgedacht und will kein Geld damit verdienen.

    Kurzer Rückblick:
    --------------------------------

    Nachdem Atlantis in die Anziehungskraft eines schwarzen Loches geriet und sie daraufhin in eine völlig fremde Galaxie katapultiert wurden, erreichten sie einen Planeten, der von Antikern bewohnt wurde.
    Kralus, der Oberbefehlshabende Kommandeur der Kastellaner, war jedoch nicht mehr so freundlich und hilfsbereit, nachdem er herausgefunden hatte, wer John wirklich war und wollte von ihm die Baupläne der Achilles, die Sheppard ihm jedoch strikt verweigerte.

    In der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass jeder Atlanter, der das ATA-Gen besaß, an einem gefährlichen Gehirnaneurysma litt, woraufhin ein Wettlauf mit der Zeit begann – doch das war noch nicht alles … Der Trust hatte ein Kopfgeld in Höhe von 1.000.000 Dollar auf John ausgesetzt – was natürlich sehr verlockend klang und Atlantis noch mehr in Gefahr brachte.

    Nun hatten die Atlanter es nicht nur mit einer tödlichen Krankheit und ein paar verrückten Kastellanern zu tun, die John und Jason tagelang durch die Gegend hetzten, sondern auch noch mit dem Trust, der keinerlei Skrupel kannte.

    Nachdem die beiden ein antikisches Kriegsschiff, einen Prototypen, stehlen konnten und somit den kastellanischen Häschern entkamen, sprang man mit Atlantis in den Hyperraum. Alles schien gut zu laufen, bis der Trust wieder zuschlug …

    Bevor John sich endlich der lebensrettenden Operation unterziehen konnte, fiel Atlantis plötzlich aus dem Hyperraum. Unsanft landete sie auf einen Eisplaneten und drohte an einer riesigen Klippe in die Tiefe zu stürzen. In Windeseile evakuierte man die Stadt, doch Sheppard wollte Atlantis nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Vergeblich versuchte er sie, in einem letzten Akt der Verzweiflung zu retten und stürzte stattdessen mit ihr in den Abgrund …

    Und nun die Fortsetzung:


    Kapitel 1

    Totenstille herrschte auf der Brücke der Daedalus, nachdem sie alle mit angesehen hatten, wie Atlantis 25 Kilometer, berstend in die Tiefe gestürzt war. Niemand vermochte etwas zu sagen und fast alle senkten für einen Moment in stiller Trauer den Blick, als auch das letzte Teil, der einst so stolzen und glänzenden Stadt Atlantis, zum liegen kam.

    Kurz warf Caldwell einen Blick über die Schulter. „Marks, irgendein Lebenszeichen?“

    Bedrückt schüttelte dieser den Kopf. „Negativ.“

    Schwer seufzend presste Steven die Lippen aufeinander und richtete sein Augenmerk wieder auf die Stadt. Einige Türme, sowie drei der Piere waren völlig zerstört. Der Hauptturm jedoch, schien als einziges keine äußerlich erkennbaren strukturellen Schäden aufzuweisen, was Steven etwas merkwürdig fand.

    „Wir müssen ihn suchen“, murmelte Rodney plötzlich, wobei sich Caldwells Stirn leicht kräuselte.

    „Die Trümmer erstrecken sich kilometerweit.“

    „Na und? Wir bilden mehrere Teams!“

    „Dr. McKay, ich wünsche mir genauso wie Sie …“ Steven biss sich auf die Lippen. Ja, er wünschte es sich wirklich, doch er war Realist. Allein der Gedanke, dass Sheppard das überlebt haben könnte, war schlicht und einfach unmöglich.

    „Ich werde Sheppard suchen“, knurrte Ronon, „und nicht eher aufgeben, bis ich ihn gefunden habe!“

    Schnaubend rollte Steven die Augen. „Ich brauche jeden verfügbaren Mann an Bord! Wir müssen die Verwundeten versorgen und wenn wir wieder nach Hause wollen, müssen wir zuerst die Daedalus reparieren!“

    „Ich habe gedacht, sie wäre repariert“, mischte sich Finnigan ein.

    „Nein, der Hyperantrieb funktioniert nicht, weil immer noch ein Teil des Triebwerks beschädigt ist!“

    „Haben Sie nicht genug Ingenieure an Bord?“

    „Schon, aber je mehr …“

    „Steven?“ Fröstelnd rieb sich Elizabeth über die Arme. „Wir sind es John schuldig, dass wir ihn suchen.“

    „Es muss ja keiner von Ihrer Crew bei der Rettungsaktion dabei sein“, maulte Rodney, wofür Caldwell ihm einen missbilligenden Blick zuwarf, als in diesem Augenblick, Carson die Brücke betrat.

    „Doktor Beckett? Wie geht es den Verwundeten?“

    Müde rieb Carson sich übers Gesicht. „Einige der Schwerverletzten haben wir versorgt, die Leichteren schieben wir vorerst nach hinten, um Platz für die anderen zu schaffen …“ Suchend schaute er sich um. „Wo ist Colonel Sheppard?“

    Bedrückt hob Elizabeth ihren Kopf. „Carson …?“

    „Ich will keine flüchtigen Ausreden mehr hören, Elizabeth! Der Junge hat ein verdammtes Aneurysma im Kopf und ich möchte ihn endlich auf dem OP-Tisch haben!“

    Schweigend schaute man zu Boden, wobei Carsons Blick zuerst auf Atlantis und anschließend auf Elizabeths verweinte Augen fiel – geschockt hielt er den Atem an. „Oh nein, ist er etwa …“ Erneut fiel sein Blick auf die Stadt. Zögernd ging er einen Schritt nach vorn. „Jetzt sagt nicht … Hat man ihn schon orten können?“

    „Nein.“ Schnaubend winkelte Rodney die Arme ineinander. „Und Caldwell sträubt sich, eine Rettungsaktion zu starten!“

    Abrupt weiteten sich Carsons Augen – hatte er gerade richtig gehört? „Wie bitte?!“

    „Ich habe nie behauptet, dass ich es missbillige“, protestierte Steven.

    „Und warum zögern Sie dann, den Colonel zu suchen?“

    „Weil ich der Meinung bin, dass …“ Für einen Moment, hielt er den Atem an, „… dass Sheppard es unmöglich überlebt haben kann und wir uns im Moment mehr auf das Schiff und auf die Verwundeten konzentrieren sollten, als …“

    „Auf einen vermutlich Toten?“

    Erschrocken zuckte Steven zusammen und bemerkte Jacks eisigen Blick auf sich. „General, Sir! Sie glauben doch nicht tatsächlich …“

    „Colonel, es ist egal was ich glaube oder denke! Fakt ist, Sheppard ist dort draußen und wenn er lebt, braucht er unsere Hilfe! Sie haben genug Leute, die das Schiff reparieren können! Also …“ Über die Schulter blickend, wandte sich Jack an Marks, „… wie kalt ist es da draußen?“

    „Es herrschen Temperaturen von Minus 20 Grad, Sir!“

    „Okay, Major Lorne, Dr. McKay, Ronon? Stellt mehrere Teams zusammen und zieht euch warm an.“

    „Moment!“ Einwendend stoppte Carson die drei, als sie eiligst die Brücke verlassen wollten. „Falls ihr vorhaben solltet, Major Holloman mitzunehmen … er bleibt hier!“

    „Aber …“

    „Nichts da! Ich werde weder ihn noch einen anderen Verletzten, in diese eisige Hölle rausgehen lassen“, protestierte Beckett. „Durch die Verletzungen und der Kälte, kann es zu einer Beeinträchtigung der Blutzirkulation kommen, weshalb gewisse Gliedmaßen absterben könnten.“

    „Darüber wird er aber nicht sehr erfreut sein, Doc?“

    „Mir egal, Major! Er bleibt hier!“

    Nickend akzeptierte Evan es schließlich, auch wenn er jetzt schon wusste, dass Pete absolut nicht damit einverstanden sein würde. „Gut, dann eben ohne Holloman oder irgendeinen anderen, der eine Verletzung aufzuweisen hat.“

    „Marks? Stellen Sie eine Verbindung zu Karim auf dem Prototypen her und sagen Sie ihm, dass wir Sheppard suchen“, wandte sich Jack an den Steuermann, was dieser sofort befolgte. „Aye, Sir!“ Allerdings war der Antiker gar nicht über das begeistert, was er da von Marks zu hören bekam:

    „Wie, John ist nicht auf der Daedalus?“

    „Er blieb auf Atlantis.“

    Schweigen herrschte für einen Augenblick in der anderen Leitung und jeder konnte sich vorstellen, was Karim in diesem Moment dachte. „Dieser Idiot!“ Fluchend stellte er eine Verbindung zum Klon her: „Jason, haben Sie das mitbekommen?“

    „Und ob.“ Kurz kniff dieser seine Augen zusammen und flog mit dem kleinen Rotarschiff über Atlantis, was Karim mit dem Prototypen ebenfalls tat.

    „Jason? Können Sie den Stuhlraum scannen? Ich empfange hier absolut nichts.“

    Seufzend presste der Klon die Lippen aufeinander, nachdem er über die Stelle flog und das Chaos entdeckte. „Würde ich gerne tun, nur … er befindet sich nicht mehr dort, wo er sein sollte.“

    Leicht runzelte Karim die Stirn und schaute auf sein dunkles Display. „Wie meinen Sie das?“

    „Der komplette Abschnitt ist zerstört. Wenn John tatsächlich dort gewesen ist, liegt er jetzt entweder unter einem Berg von Trümmern begraben … oder ganz woanders.“

    Jeder auf der Daedalus konnte hören, wie der Antiker scharf die Luft in seine Lungen sog und langsam ausatmete. „Okay, ich geh runter, kommen Sie auch?“

    „Das fragen Sie noch?“

    °°°°

    Geschockt und zutiefst erschüttert, standen zehn Atlanter, keine zwanzig Minuten später vor den Trümmern der Stadt, während ihnen ein eisiger Wind um die Ohren wehte. „Gott, ist das kalt!“ Bibbernd zog sich Rodney den Klettverschluss an der Kapuze seiner Thermojacke noch fester zusammen.

    Teyla musterte ihn einige Sekunden, ehe sie ihren Blick, über das zum Teil eingeschneite Atlantis schweifen ließ und Carson, der sich auf der Daedalus befand, per Funk kontaktierte. „Dr. Beckett?“

    „Ja, Liebes?“

    „Wie lange könnte John … wie lange könnte ein verletzter Mensch unter solch extremen Wetterbedingungen überleben?“

    „Ohne angemessene Schutzkleidung? Nicht lange.“

    „Wir reden hier doch aber immerhin noch über den Colonel“, mischte sich Wilson in das Gespräch ein.

    „Ich weiß, Sergeant. Deshalb geben wir auch die Hoffnung nicht auf.“

    „Okay Leute“, drängte Evan. „Gehen wir zuerst dorthin, wo sich der Stuhlraum befand, anschließend teilen wir uns auf. Benutzt eure Lebenszeichendetektoren und achtet vor allem darauf, auf was ihr tretet. Auch wenn ihr kein Signal empfangt, der Colonel könnte trotzdem irgendwo liegen.“ Entschlossen bejahten sie es und kletterten in den Eingang des Südpiers.

    Knapp ’ne halbe Stunde brauchten sie, um zum Stuhlraum zu gelangen, der wie Jason schon gesagt hatte – komplett zerstört war. „Oh mein Gott“, nuschelte Rodney und jeder der zehn Anwesenden hielt für eine Schrecksekunde den Atem an.

    „John?“ Verzweifelt fiel Teylas Blick über die Trümmer, doch Sheppard antwortete nicht, noch nicht mal ein Stöhnen konnte sie hören, weshalb sie es erneut versuchte. „John?!“ Vorsichtig schob sie ein Stück, der abgebrochenen Wandbekleidung zur Seite, während die anderen ebenfalls alles durchsuchten, doch vergebens – von Sheppard gab es keine Spur, noch nicht einmal der Stuhl war mehr vorhanden.

    Frustrierend fuhr sich Ronon durch die Dreadlocks, als Karim sich die Verankerung des Stuhls genauer betrachtete und keuchend die Lippen zusammenpresste. „Ähm, Leute? Ich glaube, ich habe hier etwas.“

    Sofort eilte man zu ihm, während Karim auf einen, nicht gerade kleinen, am Boden befindlichen Fleck deutete. Entsetzt riss Rodney die Augen auf. „Ist das Blut?“

    Ronon bückte sich und fuhr mit den Fingern darüber. „Eingetrocknet.“

    „Sheppards Blut?“

    „Sehr wahrscheinlich.“

    Wie auf Kommando, sahen sich alle noch einmal um, wobei ihre Blicke an der Wand haften blieb, wo sich einst die Konsolen befanden und stattdessen nun ein riesiges Loch klaffte.
    Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend, gingen sie zögernd zu dieser besagten Stelle und leuchteten mit ihren Taschenlampen, in den dunklen Gang hinein – konnten aber, außer weitere Trümmerteile nichts erkennen.

    „Okay, ab jetzt teilen wir uns …“, schluckend hielt Evan für den Bruchteil einer Sekunde inne. Der Gedanke daran, dass Sheppard womöglich unter diesem Geröll begraben lag, verursachte ihm eine Gänsehaut, „… wir teilen uns in zweier Teams auf. Wilson mit Fuller! Karim, Teyla! Und McKay mit Jason! Ihr geht links entlang, der Rest kommt mit mir!“

    Panisch warf McKay seine Hände in die Luft. „Oh nein! Nein nein nein, nicht mit dem! Mit dem geh ich auf keinen Fall alleine!“

    Verschmitzt grinste Jason ihn an. „Angst McKay?“

    „Nein, ich habe nur keine Lust, ein Messer im Rücken zu spüren!“

    Schnaubend schüttelte Evan den Kopf. „Okay, dann geht Harrymann mit Ihnen und Jason mit Ronon.“

    „Sie Glückspilz“, stichelte der Klon, worauf David mit den Augen rollte.

    „Major Lorne?“, meldete sich Steven plötzlich über Funk. „Habt ihr schon eine Spur von Colonel Sheppard?“

    „Negativ, Sir! Der Stuhlraum ist, so wie Jason gesagt hat, völlig zerstört. Wir teilen uns jetzt auf!“

    „Okay, sobald ihr etwas entdeckt, meldet euch. Ansonsten jede halbe Stunde, Caldwell Ende!“

    Abfällig verzog Jason die Mundwinkel und konnte Ronons grimmigen Blick auf sich spüren, weshalb er leicht die Augen zusammenkniff. „Sie glauben doch wohl nicht wirklich, dass er sich Sorgen um John macht?“

    „Tun Sie es denn?“

    Flüchtig hob Jason eine Augenbraue, stieg über ein kleines Trümmerteil hinweg und folgte Evan, der ihm nach ungefähr zehn Metern, an einer T-Kreuzung die Anweisung gab, rechts entlang zu laufen.

    „Sie haben meine Frage nicht beantwortet“, brummte Ronon hinter seinem Rücken, als Jason den Lichtstrahl seiner Taschenlampe auf einen Geröllhaufen richtete und sich hinkniete. „Klar tu ich das, schließlich hat er mir das Leben gerettet.“ Kurz warf er einen Blick über die Schulter. „Auch wenn Sie mir nicht glauben.“


    Fortsetzung folgt
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


  2. #2
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Standard

    Ich hatte dir ja bereits geschrieben, wie sehr ich mich über deine Fortsetzung freue. Auch wenn ich, was FFs angeht, mittlerweile das Fandom gewechselt habe, aber der Geschichte bleibe ich treu.

    Nach dem letzten - offenem - Ende muss ich einfach wissen, wie es mit John und allen anderen weitergeht. Nur Atlantis hast du ja nun richtig kaputt gemacht! Wie willst du sie wieder zusammenpuzzeln?

    Na, ob Jason das Vertrauen der anderen gewinnen kann? Ich denke, da liegt noch viel Arbeit vor ihm, sofern man ihm überhaupt vertrauen kann.

    Freue mich auf die Fortsetzung!

  3. Danke sagten:


  4. #3
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Ich hatte schon fast vergessen, daß es diese Geschichte auch noch gibt. Und danke für die Zusammenfassung, das hat mir sehr schnell wieder auf die Sprünge geholfen. Ist ja schon eine Weile her

    Wenn ich ehrlich bin, mache ich mir um Sheppard keine Sorgen. Er ist doch unkaputtbar und unverwüstlich. Ist nur eine Frage der Zeit, bis der Suchtrupp ihn findet... fragt sich bloß, in welchem Zustand er sich befindet....

  5. Danke sagten:


  6. #4
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Hallo alle miteinander

    Antiker91, Evaine, Galaxy, Jolinar, stargatefan74 : Danke, fürs Danke drücken.

    stargatefan:
    Das freut mich, dass du meiner FF treu bleibst. Ich hatte damals zwar gesagt, dass ich sie sehr wahrscheinlich im Sommer posten werde, doch leider spielte das RL nicht so mit.
    Ich hoffe ja, dass ich dich nicht enttäuschen werde – na ja mit dem whumpen und all dem – kann man das eigentlich verlernen? Diesmal habe ich aber vorsichtshalber Drama mit in den Header geschrieben, nur alle Fälle. *g*
    Nur Atlantis hast du ja nun richtig kaputt gemacht! Wie willst du sie wieder zusammenpuzzeln?
    Hier ein Stück und da ein Stück … vielleicht lasse ich sie auch so kaputt wie sie ist.
    Na, ob Jason das Vertrauen der anderen gewinnen kann? Ich denke, da liegt noch viel Arbeit vor ihm, sofern man ihm überhaupt vertrauen kann.
    Er arbeitet daran, auf seine Art. Warts ab, der wird noch richtig Lammfromm.

    Jolinar:
    Yep, zwei Jahre ist es jetzt her. Ich wollte es selbst nicht glauben, als ich das gelesen habe.
    Wenn ich ehrlich bin, mache ich mir um Sheppard keine Sorgen. Er ist doch unkaputtbar und unverwüstlich.
    Hey, er ist doch meine Hauptfigur, den kann ich doch nicht einfach so um die Ecke bringen. Da müssen schon andere für hinhalten.
    Ist nur eine Frage der Zeit, bis der Suchtrupp ihn findet... fragt sich bloß, in welchem Zustand er sich befindet....
    Das erfährst du vielleicht morgen.

    Bis dann
    LG Cindy
    Geändert von Cindy (14.11.2012 um 15:08 Uhr)
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

  7. Danke sagten:


  8. #5
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Kapitel 2

    Müde und mit verschränkten Armen, saß Elizabeth auf dem Stuhl neben Deans Bett und verfolgte das regelmäßige Piepen des Herzmonitors. Fast alle Betten auf der Krankenstation der Daedalus, waren von Schwer- bis hin zum Leichtverletzten belegt. Und so manch einer wäre in einer normalen Krankenstation neidisch geworden, wenn man gesehen hätte, wie oft ein einzelner Patient Besuch erhielt, obwohl dieser überhaupt nichts davon mitbekam.

    O’Neill saß in Begleitung von Finnigan, zwanzig Minuten am Bett des Jungen; auch wenn sie die meiste Zeit schwiegen – denn es gab nicht viel zu reden, außer zu hoffen. Selbst Caldwell hielt sich für ein paar Minuten dort auf, ehe er durch einen Funkspruch zur Brücke beordert wurde.

    Erschöpft schloss Elizabeth für einen Moment die Augen, als sie plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter spürte. „Wie geht es ihm?“, fragte Lydia leise.

    Müde fuhr sich Elizabeth übers Gesicht. „Unverändert. Carson meinte zwar, er hätte die Operation gut überstanden, jedoch ist er immer noch ohne Bewusstsein.“ Fröstelnd zog sie sich den Reißverschluss ihrer Jacke zu. „Ist es nur mir so kalt?“

    „Nein, seitdem wir gelandet sind, ist es auf dem ganzen Schiff so kalt. Ich habe gehört, dass man wegen der Reparaturarbeiten, die Heizung etwas runter drehen musste, um Energie zu sparen. Zelenka meinte, der wärmste Platz in der ganzen Flotte, wären im Moment wohl die Jumper.“ Gemeinsam bemerkten die Frauen, wie plötzlich das Licht flackerte und das Notstromaggregat ansprang.

    „Vielleicht sollten wir dann besser die Krankenstation in die Jumper verlegen“, murmelte Katherine mit einer Decke in der Hand, die sie auf dem Fußende des Bettes legte und Elizabeths Blick bemerkte. „Nur für den Fall, dass er friert, wenn er aufwacht.“

    „Wenn das so weitergeht, werden die Decken wohl nicht mehr ausreichen.“

    Fragend schaute Elizabeth zu Sarah, die den Kopfverband an Colonel Edwards erneuerte. „Wie meinen Sie das?“

    „Nun ja, alle Türen zum Hangar stehen speerangelweit offen und niemand denkt daran sie zu schließen.“

    Erschrocken weiteten sich Katherines Augen. „Sind die verrückt geworden? Es herrschen Minus 20 Grad da draußen!“

    Augenblicklich stand Elizabeth auf und aktivierte ihr Headset: „Colonel Caldwell?“

    „Ja, Dr. Weir?“

    „Gibt es irgendeinen besonderen Grund, weshalb die Türen zum Hangar nicht geschlossen werden und der Notstrom angesprungen ist?“

    „Allerdings.“

    „Und der wäre? Ich weiß nicht, ob Ihnen bewusst ist, wie kalt es hier …“

    „Es ist ein Fehler im Lebenserhaltungssystem aufgetreten“, unterbrach Steven sie. „Und bevor wir alle ersticken, habe ich vorsichtshalber angeordnet die Türen für eine Weile zu öffnen.“

    Schweigend verharrte sie für einen Moment. „Wie schlimm ist es?“

    „Novak, Zelenka und Hermiod arbeiten daran.“

    Kurz ließ Elizabeth ihren Blick über die Krankenstation schweifen. „Ähm, Steven? Ich würde vorschlagen, ein paar Marines in Begleitung einer Pioniereinheit, nach Atlantis zu schicken, die uns Thermokleidung und warme Decken besorgen.“

    „Das wurde schon veranlasst. Morgan und Peterson sind schon unterwegs.“

    Leicht runzelte Liz die Stirn. „Wieso wurde ich nicht darüber informiert?“

    „Ich hielt es nicht für nötig.“

    „Wie bitte? Es sind meine Leute!“

    Genervt rollte er für einen Moment die Augen. „Dr. Weir, sollen wir uns jetzt darüber streiten, wer Ihrer Crew Befehle erteilen darf? Colonel Sheppard ist … Wir befinden uns auf der Daedalus, nicht auf Atlantis! Und nun entschuldigen Sie mich bitte, ich habe zu tun!“

    Tief Luft holend, presste sie die Lippen aufeinander. Sie wusste genau, was Caldwell runterschluckte und eigentlich über John hätte sagen wollen. Noch immer hatten die Außenteams keine Spur von ihm und die Hoffnung, ihn lebend aufzufinden, wurde von Minute zu Minute geringer. Besorgt warf sie einen Blick zu Dean und hoffte, dass wenigstens er aufwachen würde – auch wenn sie sich davor fürchtete, dem Jungen eventuell die Wahrheit sagen zu müssen.

    „Dr. Weir?“ Neugierig und auch gleichzeitig etwas besorgt, schaute Edwards sie an. „Schlechte Nachrichten?“

    Stöhnend rieb sie mit der rechten Hand ihre Schläfe. „Ich weiß nicht, ich hoffe nicht … Wie geht es Ihrem Kopf?“

    „Dröhnt ein bisschen, war aber schon mal schlimmer … Was ist mit der Lebenserhaltung?“

    „Irgendwo ist ein Fehler aufgetreten, aber man arbeitet daran.“

    „Und, äh … Colonel Sheppard?“

    „Immer noch nichts.“

    °°°°

    Frustriert und mit spitzen Lippen, starrte Mayers auf die vor sich befindliche Konsole, drückte zum x-ten Mal ein paar Tasten und kratzte sich anschließend genervt am Kopf. Geschlagene zwanzig Minuten, tauschte er schon Kristalle aus, verschob sie von links nach rechts, nur um sie letztendlich wieder in ihrer ursprünglichen Position versetzen zu dürfen.

    „Glaubst du, du kriegst es heute noch mal zum Laufen?“, fragte Anderson ungeduldig auf seinen Fersen wippend.

    „Ich weiß nicht warum, oder wieso das nicht funktioniert!“ Fluchend kratzte sich Frank am Nacken. „Ich habe alles ausprobiert, was man überhaupt ausprobieren konnte, doch dieses Mistding will einfach nicht anspringen …“ Als ob er plötzlich eine Eingebung hätte, griff er nach Andersons Hand. „Vielleicht ist mein Gen zu schwach, versuch du es!“

    „Hey …“ Protestierend versuchte Tony die Hand zurückzuziehen, „… meins ist auch nicht stärker, als deins!“ Doch Frank hielt sie eisern fest.

    „Aber meins ist künstlich, also hab dich nicht so“, befahl er und schaute seinen Freund mit einem beschwörerischen Blick an. „An irgendetwas muss es doch liegen.“

    Unschlüssig, ob er einwilligen sollte, biss sich Tony auf die Lippen. „Du weißt doch wohl, dass das hier ein Prototyp ist oder? Karim hat extra gesagt, wir sollen nichts anfassen.“

    „Konsolen und Gegenstände in anderen Bereichen, aber das hier ist die Brücke. Und außerdem fummle ich schon seit zwanzig Minuten hier rum, ist irgendwas explodiert?“

    „Nein, aber …“

    „Jetzt komm schon, es wird schon nichts passieren“, bedrängte er seinen Freund erneut, weshalb Tony schließlich nachgab und mit der Hand über die Konsole fuhr.
    Wie durch Geisterhand, ertönte plötzlich ein leises Summen und die Konsole erstrahlte im blauen Licht.

    „Siehst du, es funktioniert.“ Euphorisch grinsend klopfte Frank seinem Freund auf die Schulter, nur um im gleichen Moment inne zu halten. „Ach du Scheiße, was ist das?“

    Mit zusammengekniffenen Augen, starrten beide auf das Display, als es urplötzlich erlosch. „Geh noch mal drüber“, rief Mayers hektisch und Tony tat es.

    Zehn Punkte konnten sie am oberen rechten Rand und fünf weitere, unten links erkennen. „Was ist das?“, fragte Frank erschrocken.

    „Woher soll ich das wissen?“, antwortete Tony. „Scheint auf jeden Fall so etwas wie ein Langstrecksensor zu sein.“

    „Ob Caldwell es auch sieht?“

    „Frag ihn, dann wissen wir’s.“

    Kurz erinnerte Frank sich daran, wie Karim mit Jason Kontakt aufgenommen hatte und drückte die gleiche Taste: „Ähm, Daedalus? Hier Corporal Mayers vom Prototypen, funktionieren eure Langstreckensensoren?“

    Vergeblich warteten die beiden auf eine Antwort, weshalb Tony leicht die Augenbrauen wölbte. „Hast du überhaupt den Funk an?“

    „Für wie blöd hältst du mich eigentlich? Klar habe ich ihn an!“

    „Und warum antworten die dann nicht?“

    „Woher soll ich das wissen? Keine Ahnung!“

    „Vielleicht solltest du es anders formulieren?“

    Nun war es an Frank, der die Augenbrauen wölbte. „Wie denn? Soll ich mich etwa mit Colonel oder General melden?“

    Achselzuckend warf Anderson einen Blick auf das Display. „Vielleicht …“ Nein, schnell schluckte er seine Vermutung hinunter – auch wenn sie niedrigeren Ranges waren, Caldwell würde sie doch deshalb nicht ignorieren, oder etwa doch? Flüchtig huschte ein Gedanke zu seinem CO, von dem es immer noch kein Lebenszeichen gab. Sheppard hätte niemals ein Besatzungsmitglied ignoriert, er hatte stets für jeden ein offenes Ohr, egal ob es ein Corporal oder eine Putzfrau war. „Versuch es noch mal.“

    „Daedalus, hier Corporal Mayers! Bitte meldet euch!“

    „Corporal, hier Daedalus! Einen Moment!“, kam endlich die knappe Antwort. Doch als sie nach zwei Minuten nichts weiter als ein Rauschen hörten, kamen sich beide vor, wie in einer Warteschleife.

    „Wollen die uns verarschen?“

    „Fehlt nur noch die Musik“, brummte Tony ironisch, konnte jedoch den Sarkasmus nicht ganz verbergen.

    „Sehr witzig“, knurrte Frank und biss sich auf seine Unterlippe. „Wie weit sind die Punkte noch entfernt?“

    Nachdenklich runzelte Tony die Stirn. „Also, wenn man sie mit den Langstreckensensoren von Atlantis vergleicht … nicht weniger als zehn Stunden.“

    Erschrocken weiteten sich Mayers Augen. „Stunden?“

    „Ziemlich nah, nicht wahr?“

    „Allerdings!“ Schnaubend betätigte Frank erneut die Funktaste: „Daedalus? Ich hoffe ihr habt einen triftigen Grund, warum ihr uns in einer Warteschleife hängen lasst, aber wir haben hier fünfzehn Punkte auf dem Langstrecken- beziehungsweise Kurzstreckensensor, die ziemlich wild vor sich hinblinken!“

    „Corporal? Hier Daedalus, wir haben hier ein paar Schwierigkeiten!“

    „Noch mehr, als fünfzehn feindliche Schiffe?“, jaulte Tony.

    „Was für Schiffe?“, dröhnte plötzlich Caldwells Stimme durch den Äther.

    „Zehn auf zwei und fünf auf acht Uhr, Sir! Und so wie es aussieht, sind sie nur noch knapp zehn Stunden entfernt!“

    Carson, der hinter Caldwell stand, schaute ihm besorgt über die Schulter. „Können wir uns überhaupt gegen so eine Übermacht wehren?“

    Genervt rollte Steven die Augen. „Müssen Sie sich nicht um Ihre Patienten kümmern?“

    „Sie sind versorgt.“

    „Colonel?“

    Steven wusste, dass Jack ebenfalls auf eine Antwort wartete. „Nein, Sir! Wenn die Schiffe uns feindlich gesonnen sind, haben wir nicht den Hauch einer Chance! Deshalb schlage ich vor, dass wir den Suchtrupp abziehen und uns auf die Reparaturen der Daedalus konzentrieren.“

    „Was“, rief Carson erschrocken. „Sie wollen Sheppard aufgeben?“

    Schnaubend verschränkte Steven die Arme ineinander. „Ich will niemanden aufgeben oder zurücklassen, doch ich habe schon einmal gesagt, wie ich darüber denke!“

    „Das haben Sie allerdings“, giftete Finnigan und erntete von Jack einen warnenden Blick, den Caldwell jedoch übersah und den JAG daraufhin wütend, mit leicht zusammengekniffenen Augen ansah.

    „Ich bin für das Leben aller Leute an Bord der Daedalus, sowie auf dem Prototypen verantwortlich! Und die Reparaturen sind im Moment wichtiger, als die Suche nach einer einzelnen Person!“ Luft holend, wartete Steven einen Moment, ehe er weiter sprach und Finnigan und Carson dabei direkt ansah. „Ich weiß, dass ich keinen guten Stand bei euch habe, doch Colonel Sheppard würde es verstehen wenn er könnte. Also versuchen Sie mir nicht hier irgendetwas zu unterstellen!“

    Tief sog Jack die Luft in seine Lungen – ja, Steven war wirklich nicht sehr beliebt unter den Atlantern und Sheppard würde es verstehen, wenn … verdammt, er würde es sogar wollen, dass man die Suche nach ihm einstellte. Seufzend rieb er sich übers Kinn – welche Optionen hatten sie? Von Sheppard gab es keine Spur und der Daedalus waren die Flügel gestutzt. Halbwegs flugtauglich, waren im Moment nur der Prototyp und die Jumper … Erneut rieb er sich übers Kinn und musterte Caldwell aufmerksam:

    „Niemand will Ihnen hier etwas unterstellen Steven, aber dennoch werden wir die Suche nach Sheppard nicht aufgeben. Es bleiben noch genügend Leute der Atlantis-Crew übrig, die hier helfen können. Ich werde McKay abziehen und ihn mit Radek und ein paar anderen, den Stuhl reparieren lassen, damit wir im Notfall wenigstens ein paar Drohnen von Atlantis abschießen können!“ Sich umdrehend, ignorierte er Caldwells protestierendes Schnauben und wandte sich an Carson: „Dr. Beckett? Ich glaube Ihre Abteilung, wäre dann wohl die Krankenstation.“

    °°°°

    „Bin ich Supermann, oder was?“, schrillte Rodney aufgebracht, nachdem er von Lorne über Funk, die glorreiche Information bekam, den Stuhl zu reparieren. „Noch nicht einmal Conan könnte den Stuhl bewegen! Geschweige denn, ihn dorthin schleppen, wo er hin muss!“

    „Sie werden Hilfe bekommen.“

    „Toll und was ist mit Sheppard?“

    „General O’Neill gab den Befehl, McKay, nicht ich! Wir werden den Colonel weitersuchen. Zelenka ist schon unterwegs und Morgans Team wird Ihnen bei dem Stuhl helfen.“

    „Schön, hoffentlich haben die gefrühstückt, denn ich werde den Stuhl nicht heben! Und sagen Sie Zelenka, er soll einen Naquadah Generator mitbringen, denn ohne Strom läuft hier gar nichts!“ Schnaubend winkte er Harrymann zu sich. „Kommen Sie, wir gehen zurück!“

    Augenverdrehend schüttelte David den Kopf. „Ich bin Marine und kein Wissenschaftler, McKay! Wie soll ich Ihnen bei der Reparatur helfen?“

    „Indem Sie mir Begleitschutz geben?“

    „Begleitschutz? Wofür? Hier ist niemand, der Ihnen gefährlich werden könnte!“

    „Lorne hat gesagt …“

    „Der Major hat Ihnen befohlen zum Stuhlraum zurückzukehren, nicht mich.“

    „Mir.“

    „Ja, Ihnen.“

    „Nein, Sie sagten mich, aber es heißt mir, er hat mir befohlen.“

    „Sag ich doch“, grinste Harrymann verschmitzt und richtete den Strahl seiner Taschenlampe über seine Schulter. „Sie gehen zurück und ich suche weiter nach dem Colonel.“ Noch ehe Rodney etwas darauf erwidern konnte, huschte David auch schon in den dunklen Gang hinein. Er wollte lieber seinen Co suchen, als demnächst McKays ständig genervtes Geschwafel anhören zu müssen.

    Für einen Moment perplex, schaute Rodney ihm hinterher, bevor er sich umdrehte und mit einem mulmigen Gefühl zurück in Richtung Stuhlraum lief.
    Normalerweise machte es ihm nichts aus, alleine durch Atlantis zu laufen, doch diese Totenstille und der Gedanke daran, dass sein Freund womöglich irgendwo tot unter diesen Trümmern … Schluckend hielt er inne, leuchtete in alle Richtungen, als plötzlich das Licht seiner Taschenlampe schwächer wurde. „Uh, jetzt mach bloß nicht schlapp!“

    Ängstlich klopfte und schüttelte er mehrmals die Lampe gegen seine Hand. „Komm schon!“, und atmete erleichtert auf, als sie tatsächlich wieder stärker zu leuchten begann. Schnell beschleunigte er seinen Schritt, bog links um die Ecke und zuckte erschrocken zusammen, als er vor sich eine dunkle Gestalt bemerkte.

    „Sheppard?“ Rodney spürte sein Herz bis zum Halse schlagen. „Sheppard, bist du das?“ Vorsichtig schritt er über ein Trümmerteil hinweg, doch als er wieder aufsah, war die Gestalt verschwunden. „John?“ Schluckend lief er weiter den Gang entlang und entdeckte nach knapp zehn Metern, den auf der Seite liegenden Kontrollstuhl, dem er sich langsam näherte.

    Rodney merkte, wie seine Hand leicht zitterte und er den Atem anhielt. „John?“ Leise rief er nach seinem Freund, wobei das Licht seiner Taschenlampe den Stuhl erfasste. Plötzlich jedoch, blieb er wie erstarrt stehen, denn er spürte eine Hand auf seiner Schulter.

    „Rodney?“


    Fortsetzung folgt
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


  9. #6
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Oh... habe ich schon mal erwähnt, daß ich kein großer Fan von Cliffhangern bin?

    Wer fliegt diese 15 Schiffe und wen hat Rodney gerade gefunden?
    Und ich kann Harryman sehr gut verstehen

    (Wann geht's weiter?)

  10. Danke sagten:


  11. #7
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Ey *erstickt gerade am Spekulatius*... sorry ... duuuuuuu! DAS war Kapitel 2! ZWEI von ich weiß ja, wie viele da mindestens kommen (!!!)... und du kommst mit dem ersten Cliffhanger daher?

    Sollte das tatsächlich John sein?

    Nah, ich mag Caldwell nicht, das wird sich auch nicht mehr ändern. Ich meine, ich kann ihn ja ein wenig verstehen, aber ne, Gott sei Dank ist Jack dabei, der hat doch die besseren Einfälle!

    15 Schiffe kommen da. Bin auch sehr gespannt, um wen es sich dabei handelt.

    War wieder sehr schön geschrieben und ich freue mich auf die Fortsetzung. Bitte schnell.

    edit:
    Zitat Zitat von Cindy
    Diesmal habe ich aber vorsichtshalber Drama mit in den Header geschrieben, nur alle Fälle. *g*
    Darunter zählt aber nicht Charakter-Death, oder? Ich frag nur, weil ich es nicht weiß.
    Geändert von stargatefan74 (15.11.2012 um 19:05 Uhr)

  12. Danke sagten:


  13. #8
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Hallo alle miteinander

    Es freut mich, dass euch dieses Kapitel gefallen hat und danke an: Antiker91, claudi70, Evaine, Galaxy, Jolinar, Kaffeetante, Saffier, stargatefan74 , fürs Danke drücken.

    Jolinar:
    Oh... habe ich schon mal erwähnt, daß ich kein großer Fan von Cliffhangern bin?
    Oh, mir ist gar nicht aufgefallen, dass das einer ist. Ich werde aber demnächst versuchen mich etwas zu bessern und aufpassen, was ich als letztes schreibe. *g*
    McKay scheint aber auch jeden zu vergraulen, sogar den armen Harrymann.
    (Wann geht's weiter?)
    Wie wär’s mit morgen?

    stargatefan:
    Ey *erstickt gerade am Spekulatius*... sorry ... duuuuuuu! DAS war Kapitel 2! ZWEI von ich weiß ja, wie viele da mindestens kommen (!!!)... und du kommst mit dem ersten Cliffhanger daher?
    *fg* Tschuldigung für das… Ich würde dir ja jetzt gerne sagen, ob das nächste Kapitel ebenfalls einer ist, aber dafür müsste ich bis ganz nach oben scrollen … und da habe ich jetzt ehrlich gesagt, keine Lust zu.

    Caldwell hat manchmal auch gute Einfälle, doch leider beziehen die sich nicht immer auf Sheppard, sondern eher auf die Crew… yep, es ist doch gut, dass Jack dabei ist.
    Darunter zählt aber nicht Charakter-Death, oder?
    Ähm … kein Hauptcharakter.

    Bis morgen
    LG Cindy
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

  14. Danke sagten:


  15. #9
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Kapitel 3

    Mit angehaltenem Atem und weit aufgerissenen Augen, schnellte McKay herum. „Herrgott noch mal, Radek! Müssen Sie mich so erschrecken?!“

    „Tschuldigung, ich …“

    „Was schleichen Sie hier überhaupt rum? Ich hätte wegen Ihnen, fast einen Herzinfarkt bekommen!“, motzte Rodney völlig außer Atem und erinnerte sich an die Gestalt, die er gesehen zu haben glaubte. „Ihnen ist nicht zufällig jemand, während Ihres Herumschleichens begegnet?“

    Irritiert schüttelte der Tscheche den Kopf. „Wie, was meinen Sie? Ich schleiche nicht.“

    „Ach, und was war das dahinten im Gang?“

    Nun erst recht verwirrt, schaute Radek in die besagte Richtung. „Da war ich nicht gewesen, ich kam von der anderen Seite mit Morgan.“

    Erst jetzt bemerkte Rodney, Morgans Team und warf schluckend einen Blick zurück.

    „Ist alles in Ordnung, McKay?“

    „Ja, ja mir war nur …“ Schnell griff er nach seinem Lebenszeichendetektor – sechs Punkte. „Sind Sie sicher, dass Sie nicht dort gewesen sind?“

    „Ja, geht es Ihnen gut?“

    „Natürlich geht’s mir gut“, verteidigte er sich und schob den LSD wieder zurück in seine Tasche. „Haben Sie den Naquadah Generator dabei?“ Nickend hob einer der Pioniere ihn hoch. „Gut, dann geben Sie mal her!“

    Johnson entging nicht, dass McKays Taschenlampe etwas flackerte. „Ähm, ich glaube Ihre Batterie gibt gleich den Geist auf.“

    Innerlich zuckte Rodney bei dem Wort ‚Geist’ zusammen und hoffte, dass dies keiner bemerkte. „Das ist mir auch schon aufgefallen, Sie Schlaumeier“, entgegnete er schnippisch, wobei er kurz die Lampe schüttelte und sie daraufhin völlig den Dienst quittierte. „Uh, ähm … Sie haben nicht zufällig ein paar neue Batterien dabei?“

    Mit spitzen Lippen, griff Johnson in eine, von seinen unzähligen Taschen und holte zwei Akkus hervor. „Soll ich Sie zum Stuhlraum begleiten, während Sie die wechseln?“

    „Ähm, klar“, antwortete Rodney schnell, nicht ohne jedoch noch einmal einen flüchtigen Blick in den Gang hinter sich zu werfen. Insgeheim wünschte er sich, dass es John gewesen war, den er dort gesehen hatte – jedoch lebend und nicht als Geist.
    Schnell wechselte er die Akkus, lief hinter Johnson her und rief sich noch einmal im Gedächtnis zurück, woran er gerade gedacht hatte … Wie kam er eigentlich auf den schaurigen Gedanken, dass John ein Geist sei? Nur weil sie ihn noch nicht gefunden hatten? Schnaubend schüttelte er den Kopf. Auch wenn es diesmal wirklich nicht gut für Sheppard aussah, und er den letzten Blick seines Freundes nie vergessen würde – aber … verdammt noch mal, John hatte immer einen Weg gefunden, er war ein Überlebenskünstler! Wie oft sprang er dem Tod schon von der Schippe? Trotzte ihm und spuckte ihm ins Gesicht? … Nein, seine Augen hatten ihm sicher einen Streich gespielt und solange er seinen Leichnam nicht vor sich liegen sah, klammerte er sich weiter an der winzig kleinen Hoffnung, dass er noch leben könnte – auch wenn es selbst für ihn, unrealistisch klang.

    „Stellen Sie den Generator dort auf den Boden“, meinte Radek zu Johnson und riss McKay aus seinen Gedanken, der ihn etwas verwirrt anblinzelte. Rodney hatte gar nicht bemerkt, dass der Tscheche ihnen gefolgt war.

    „Wieso will O’Neill eigentlich, dass wir den Stuhl reparieren? Erwarten wir jemanden?“, fragte McKay und schaute dabei auf den Generator.

    „Haben Sie nichts von den Schiffen gehört, die sich uns nähern?“

    „Schiffe? Was für Schiffe?“

    Unwissend zuckte Radek die Schultern. „Ich war mit der Konfiguration der Antriebsautomatik beschäftigt, als man mich abzog.“ Seufzend lehnte sich Radek an die Wand. „Caldwell war überhaupt nicht begeistert darüber, doch O’Neill schien es egal zu sein. Ich habe sogar Läuten gehört, er wolle Atlantis wieder aufbauen.“

    Abrupt weiteten sich McKays Augen und die Schiffe waren vergessen. Er wäre sofort dafür, dass man Atlantis wieder aufbaute, doch es würde Jahre dauern. Und vor allem, woher sollten sie das Baumaterial bekommen? Dieser Planet bestand, von dem was er bisher sehen konnte, doch nur aus Eis? „Atlantis ist Schrott“, rutschte es ihm heraus, weshalb Radek leicht seinen Kopf zur Seite neigte.

    „Nicht unbedingt. Wenn wir den Sternenantrieb und den Schild wieder hinkriegen …“

    Aufhorchend schaute Rodney ihn an, wobei seine Gehirnzellen auf Hochtouren liefen: Auch mit drei zerstörten Pieren und ein paar kaputten Türmen, wäre Atlantis noch flugtauglich, zumal der Hauptturm noch stand. „Sie haben recht“, schnippte er mit den Fingern. „Wir müssten nur den Sternenantrieb wieder in Gang kriegen, dafür müssten wir aber einen Bypass zu den ZPMs legen.“

    „Wenn sie nicht zu Bruch gegangen sind.“

    Diesen Satz überhörte Rodney gewissendlich und wedelte stattdessen mit der Hand. „Als erstes müssen wir die Stromversorgung wieder herstellen, anschließend …“ Plötzlich vernahmen sie ein lautes Rumpeln und ein anschließendes Fluchen, als Morgan mit seinem Team, den Kontrollstuhl durch die Öffnung schoben.

    Keuchend lehnte sich Johnson gegen die Lehne. „Wieso müssen wir uns eigentlich damit abquälen? Warum hat Caldwell den Stuhl nicht einfach hier rein gebeamt?“

    „Die Beamvorrichtung, wurde durch den Fehler im Lebensherhaltungssystem ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen“, bedauerte Zelenka, während sich Rodney die Handschuhe auszog und die Anschlüsse im Boden überprüfte.

    „Also können wir nichts und niemanden beamen?“

    „Nein, jedenfalls nicht im Moment.“

    Nachdenklich runzelte Morgan die Stirn, fasste sich kurz am Nacken und legte ebenfalls stützend, eine Hand auf die Lehne des Kontrollstuhls. „Wisst ihr, was ich mich gerade frage?“ Neugierig sah man ihn an. „Was ist eigentlich mit den Drohnen? Für den Fall, das wir angegriffen werden, sollt ihr doch diesen Stuhl benutzen. Doch was ist mit dem Drohnenlager? Hat einer von euch schon mal einen Blick darauf geworfen?“ Morgan schaute in überraschte Gesichter. „Ich meine, ihr repariert jetzt den Thron und im Endeffekt spuckt er nur leere Luft, weil die Drohnen beschädigt sind oder sich nicht mehr dort befinden. Laut Sensoren, haben wir noch achteinhalb Stunden Zeit; sollte nicht vorsichtshalber lieber einer mal nachsehen?“

    Kurz gab Rodney ein paar Berechnungen in das Datenpad ein und stöhnte: „Oh nein, ich hab’s gewusst.“

    „Was?“

    „Wir brauchen die Konsolen.“

    Skeptisch sahen sich die Pioniere um. „Welche Konsolen?“

    „Na die, die hier gestanden haben!“

    „Die?“, echoten alle gemeinsam.

    Ungläubig schüttelte Rodney den Kopf. „Wart ihr etwa noch nie hier drin?“

    „Nein.“

    „Na, das erklärt einiges.“

    Leicht kniff Morgan, bei dieser abfälligen Bemerkung die Augen zusammen. McKay war berüchtigt dafür, dass er nie ein Blatt vor dem Mund nahm und äußerst beleidigend sein konnte. „Was meinen Sie damit?“

    „Na, das ihr nichts wisst! Zwei Konsolen brauche ich! Und zwar die, die dort gestanden haben, wo sich jetzt das extrem große Loch befindet. Und bevor ihr noch weitere dumme Fragen stellt – ja, sie sind wichtig, denn ohne die funktioniert der Stuhl nicht!“

    „Und was ist mit den Drohnen?“, wollte Johnson wissen.

    „Darum werde ich mich kümmern, schafft ihr nur die Konsolen hierher!“ Ohne noch auf eine Antwort zu warten, fasste er sich ans Ohr: „Lorne? Hier McKay!“

    °°°°

    Sich bückend, lief Fuller gerade unter einem querstehenden Träger durch, als Lornes Funkruf ihn erreichte: „Lieutenant? Habt ihr schon etwas entdeckt?“

    „Negativ, Sir, nichts! Und Sie?“

    „Ebenfalls nichts!“ Seufzend kniff Evan die Lippen zusammen, warf einen Blick auf die Uhr und anschließend zu Hopper, der ihm leicht zunickte. „Lieutenant? Wie weit seid ihr vom Drohnenlager entfernt?“

    Skeptisch kniff Fuller die Augen zusammen. „Wenn der Weg frei ist, zwanzig Minuten. Warum, Sir?“

    „Jemand muss mal einen Blick auf die Drohnen werfen.“

    Für einen Moment herrschte Schweigen. „Können das nicht die Pioniere übernehmen?“

    „Sie sind gerade mit dem Transportieren einiger Konsolen beschäftigt“, verteidigte Lorne Morgans Team, wobei er Fullers Schnauben nicht überhörte.

    „Sir, Sie wissen, dass dadurch Sheppards Überlebenschance noch mehr sinkt?“

    Evan nahm einen tiefen Atemzug und schaute erneut zu Hopper, der mit aufeinander gepressten Kiefern die Wand anstarrte. Beide wussten es sehr wohl, aber sie wussten auch, dass die fremden Schiffe immer näher kamen. „Ich weiß, Lieutenant und ich würde es nicht von Ihnen verlangen, wenn’s nicht wichtig wäre, doch wir brauchen die Drohnen. Meldet euch, wenn ihr dort seid. Und haltet weiter, eure Augen und Ohren offen.“

    Martin konnte und wollte den Unmut in seiner Stimme nicht verbergen. „Ja, Sir!“ Mürrisch wandte er sich anschließend an Danny. „Kommen Sie, Wilson! Je schneller wir das überprüft haben, desto besser!“

    Schnell und doch immer einen Blick auf den Lebenszeichendetektor gerichtet, liefen sie den Flur entlang. Knapp hundert Meter entfernt, ging es um eine Linkskurve, zweihundert Meter weiter, leicht nach rechts. Anschließend liefen sie die Treppe hinauf und über die erste Ebene.

    Es gab nur zwei Türen in diesem Flur und bei der letzteren, am Ende des Ganges, stoppte Wilson.
    Von außen konnte man keine Beschädigungen erkennen, noch nicht einmal der Rahmen hatte sich verzogen, doch beide wussten, dass es dahinter schon wieder ganz anders aussehen konnte.

    Langsam fuhr Martin mit der Hand über den Türmechanismus und als sie sich nur einen Spalt öffnete, bestätigte sich Wilsons Befürchtung. Fluchend schauten sich beide an und Fuller versuchte es erneut, doch vergeblich – die Tür blieb hartnäckig und rührte sich nicht.

    „Stemmen wir sie auf.“

    Martin nickte, griff in den Spalt und zog, was Danny mit der anderen Hälfte ebenfalls tat. Quietschend öffnete sie sich und gemeinsam gingen sie einen Schritt hinein, während das Licht ihrer Taschenlampen den dunklen Raum erhellte.

    Als Fuller das Ausmaß der Zerstörung sah, fluchte er leise. Kreuz und quer lagen Drohnen herum und die Regale, die normalerweise fest in der Wand verankert waren, befanden sich ebenfalls auf dem Boden.
    Sein Blick wanderte zur Abschussvorrichtung und was er sah, beunruhigte ihn noch mehr:
    Ein Strang verschmorter Kabel war sichtbar und direkt über den Abschussmechanismus, lag ein, fünf Meter langer Träger und darauf ein großes Stück der Wandverkleidung.

    Schweigend sahen sich beide an, wobei Martin sein Headset betätigte. Nur einfach mal nachsehen, war wohl nichts, denn in Anbetracht der Schäden, kamen sie wohl nicht mehr drum herum hier zu bleiben. „Major Lorne? Hier Fuller! Wir haben das Drohnenlager erreicht.“

    „Lorne hier! Wie sieht’s aus?“

    „Als ob hier ein Hurrikan durchgebraust wäre, Sir.“

    „Braucht ihr Hilfe?“

    Für eine Sekunde zögerte Martin mit der Antwort: Wenn er es bejahte und Verstärkung anforderte, würden sie zwar schneller fertig werden, aber Sheppards Überlebenschance würde sich eventuell dadurch noch weiter verringern. „Für die Aufräumarbeiten nicht, Sir! Aber die Abschussvorrichtung hat’s übel erwischt.“

    „Okay, ich werde jemanden zu euch schicken. Lorne Ende!“

    °°°°

    Vor einer Stunde hatten Tony und Frank den Auftrag bekommen, die Schiffe im Auge zu behalten, weil die Daedalus immer noch blind war und unter Lebenserhaltungsproblemen litt. Zuerst hatten sich die beiden nichts dabei gedacht, ab und zu mal einen Blick auf das Display zu werfen, doch nun war das Adrenalin verpufft und durch das lange ruhige Sitzen, machte sich die Müdigkeit und die Anstrengung des Tages bemerkbar.

    „Hast du das gesehen?“, murmelte Mayers.

    „Was?“ Tony hatte mittlerweile Schwierigkeiten seine Augen offen zu halten, wobei er den berühmten Querblick bekam und regelrecht vor sich hinschielte. Kopfschüttelnd zuckte er zusammen und versuchte blinzelnd die Müdigkeit loszuwerden. „Verdammt, ich seh’ schon alles doppelt!“ Schnaubend schob er seinen Stuhl zurück und hörte Frank neben sich jaulen. „Was ist?“

    „Das ist mein Fuß, du Idiot!“

    „Oh, tschuldigung.“ Ehe er sich versah, spürte er einen heftigen Schlag gegen seine Schulter und fand sich im gleichen Atemzug auf dem Boden wieder. „Hey …!“ Leicht benommen, schob er sich auf seinen Allerwertesten und warf einen verwirrten Blick zu Frank, der sich hüpfend im Kreis drehte. „Wird das ein Regentanz?“

    „Das wird ein Donnerhall, wenn ich mit dir fertig bin! Und erst recht, wenn ich dich Kopfüber in die Kloschüssel stecke!“

    „Ich hab mich doch entschuldigt“, verteidigte Tony sich und zog sich hoch.

    „Vielleicht hättest du auch mal daran denken sollen aufzustehen? Oder wie würdest du es finden, wenn sich 90 Kilo auf deinem Zeh befinden?“

    „75“, protestierte Tony und rieb sich seine schmerzende Schulter.

    „Oh, die paar Grämmchen machen auch keinen großen Unterschied mehr! Mein Zeh ist platt!“

    „Jetzt hab dich mal nicht so …“, flüchtig musterte Tony den dicken Verband um Franks Fuß. „Wieso trägst du eigentlich keinen Sicherheitsschuh? Und außerdem, was suchen deine Füße unter meinem Stuhl? Ich habe da unten doch keine Augen.“

    „Irgendwohin, musste ich die Schochen doch legen!“

    „Aber doch nicht unter meinen Stuhl.“ Seufzend rieb sich Tony die Augen. Sein Freund konnte trotz seiner Größe und muskulösen Gestalt, doch manchmal ganz schön wehleidig sein. „Also, was wolltest du mir zeigen?“

    Hinkend kam Frank einen Schritt nach vorn und beugte sich über die Konsole, während er auf der unteren Ecke eines zweiten Displays zeigte. „Da hatte was geblinkt.“

    „Ein weiteres Schiff?“

    „Nein …“ Frank vergrößerte das Bildschema, „… es ist ungefähr fünfzehn Kilometer von hier entfernt. Es war wie … wie ein kurzes Aufblitzen.“


    Fortsetzung folgt
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


  16. #10
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Wow, da wird wohl noch mehr zum Aufräumen sein, nicht nur der Stuhl und die Drohnen. Ich fürchte fast, daß die Mission Atlantis aufgeben muß.
    Was aber nicht für Sheppard gilt. Er (bzw. du) macht es richtig spannend. Wohin hat es ihn verschlagen? Wann wird er gefunden? Oder wann taucht er von selber wieder auf?

  17. Danke sagten:


  18. #11
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Hmh, doch nicht John. Wo ist er nur? Ich hoffe, dass ihn schnell irgendjemand findet. Und nun müssen sie erstmal aufräumen und die Drohnen sowie Abschussrampe auf Vordermann bringen. Nicht gerade viel Zeit für so etwas. Naja, der Stuhl wird schon in letzter Sekunde fertig werden, dafür ist Rodney ja bekannt.

    Was hat da aufgeblitzt und wo?

    Warte gespannt auf die Fortsetzung.

  19. Danke sagten:


  20. #12
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Jolinar, stargatefan: Danke für euer Feedback, und allen anderen, danke fürs Danke drücken.
    Oh ja, in Atlantis gibt es ne Menge zum Aufräumen, und erst recht zum reparieren. Da könnte man sich wirklich fragen, ob das überhaupt noch Sinn macht.
    Was nun mit Sheppard ist, wie es ihm geht oder ob man ihn findet… dazu sage ist nichts *fg* das müsst ihr selbst lesen. *g*


    Kapitel 4

    „Doktor Beckett?“ Leise, aber jedoch mit einer Spur von Dringlichkeit, rief Katherine nach Carson, der seinen Kopf in ihre Richtung drehte und zu ihr eilte.

    „Was ist …?“ Noch ehe er seinen Satz beenden konnte, sah er weshalb sie ihn gerufen hatte – Dean war endlich aufgewacht. „Gott sei Dank“, seufzte er erleichtert.
    Mit einem geschulten Blick, überflog er schnell die Daten und widmete sich anschließend dem Jungen. „Hey, wie fühlst du dich?“ Carson blickte in ein müdes und leicht verängstigtes Gesicht.

    „Dad?“ Verunsichert schaute Dean sich um. „Wo ist Dad?“

    Weder Katherine noch Carson, wussten im ersten Moment, was sie darauf antworten sollten – Sie konnten ihm doch nicht sagen, dass Sheppard vermisst wurde …

    „Er ist mit Ronon und Teyla unterwegs, aber sobald er zurück ist, wird er dich besuchen“, half Pete plötzlich Beckett aus der prekären Situation und stellte sich neben ihn, wofür der Arzt ihm sehr dankbar war. „Tut dir irgendetwas weh?“

    Schluckend presste Dean die Lippen aufeinander. „Ich habe Bauchschmerzen.“

    Sanft tätschelte Carson ihm die Schulter und zog eine Spritze aus seiner Kitteltasche hervor, deren Inhalt er langsam in den Tropf injizierte. „Das wird dir gegen die Schmerzen helfen.“

    „Werde ich … davon schlafen?“

    Für eine Sekunde hielt Beckett in seiner Tätigkeit inne. Trotz der ernsten Situation, huschte ihm ein Lächeln über die Lippen, denn zu sehr erinnerte ihn dieses Verhalten an Sheppard. „Ja, davon wirst du schlafen, aber es wird dir gut tun.“ Müde fielen Dean die Augen zu, wobei ihn mehrere Augenpaare, schweigend dabei beobachteten.

    „Er ist ein tapferer Junge“, flüsterte Pete.

    Seufzend nickte Carson. Keiner von ihnen sprach aus, was sie im Moment wirklich dachten – Dean mochte tapfer sein, doch würde es auch ausreichen, um die Wahrheit zu ertragen? Drei Stunden suchten die Teams schon nach seinem Vater. Und jeder rational denkende Mensch wusste, dass es selbst für einen Colonel Sheppard unter solch extremen Bedingungen, mittlerweile zu spät für eine Rettung sein mochte. Flüchtig warf Carson einen Blick zu Sarah, die sich verstohlen ein paar Tränen aus den Augen wischte, sich umdrehte und ins Büro eilte.

    Vorsichtig deckte Katherine Dean mit einer zweiten Decke zu, während Pete sich räuspernd an seinem verbundenen Arm fasste. „Ich werde Caldwell mal fragen, ob er Arbeit für mich hat.“

    „Aber bitte nur eine leichte Tätigkeit, Major. Und passen Sie auf Ihren Arm auf, ich habe schon genug Patienten zu versorgen.“

    Nickend bejahte er es und grüßte Woolsey beim verlassen der Krankenstation, als der IOA diese betrat. „Major, Dr. Beckett?“

    Aufhorchend hob Carson den Kopf. „Mister Woolsey, kann ich etwas für Sie tun?“ Carson bemerkte, wie der IOA unsicher die Hände hob und sie anschließend verlegen ineinander rieb.

    „Ehrlich gesagt, fühle ich mich im Moment etwas nutzlos und ich wollte fragen, ob Sie eventuell eine helfende Hand brauchen, oder auch zwei? Ich habe mich Colonel Caldwell schon angeboten, doch das Technische liegt mir nicht so.“

    „Ähm … ich könnte tatsächlich etwas Hilfe gebrauchen, jedoch bezweifle ich, dass Sie …“ Carson entging nicht der enttäuschte Blick in den Augen des IOA’s, weshalb er sich anders entschied und Richard etwas anbot. „… Wenn Sie aber ein Auge auf die Patienten haben könnten, oder mit ihnen reden und ihnen etwas zu trinken geben würden, wäre uns damit sehr geholfen.“

    Woolseys Gesicht strahlte förmlich, als er dieses Angebot hörte. „Gerne, ich würde mich glücklich schätzen, dies tun zu dürfen. Meine Tätigkeit beim IOA und dem Stargate-Center, ermöglicht mir in vielerlei Hinsicht einen Umgang mit Menschen, weshalb ich schon mit vielen Rassen und Spezies, verschiedenster Art, zu tun gehabt habe. Einmal musste ich sogar mit einem Jaffa über Stammesrituale diskutieren … Ich denke mal, es ist nicht all zu erwähnenswert, dass er mir anschließend ein Schwert in die Brust stoßen wollte.“ Seufzend blickte er zu Boden. „Woher sollte ich auch wissen, dass er mit Ehebruch seine fünfte Frau meinte und ihr Name Taklah gewesen war? … Wie dem auch sei, ich denke, dass ich dies hier bewältigen kann und Sie mit mir zufrieden sein können.“

    Etwas verunsichert schauten sich die Ärzte untereinander an und Carson hoffte inständig, dass weder er noch seine Patienten, es bereuen würden. „Mister Woolsey, Sie müssen sich lediglich um das Wohl der Patienten kümmern, mehr nicht.“

    „Das ist mir durchaus bewusst, Doktor Beckett, und ich werde Sie nicht enttäuschen.“

    °°°°

    Frustrierend und innerlich niedergeschlagen, starrte Jason auf die schneebedeckte Fläche vor sich, nachdem sie ihren Quadranten vergebens nach John abgesucht hatten und nun das Ende der Strecke erreichten. Grimmig schob er den Lebenszeichendetektor in seine Tasche und setzte sich die Sonnenbrille auf.
    Ihm entging nicht, dass Ronon ihn von der Seite her anstarrte, ihn musterte und tief durchatmete. Flüchtig wanderte Jasons Blick zum Satedaner und wieder zurück.

    „Was?“

    „Hier ist absolut nichts“, knurrte Dex wütend.

    „Ach, ist Ihnen das auch schon aufgefallen?“, erwiderte der Klon abfällig, wobei er das Schnauben seines Gegenübers ignorierte. „Zwei Stunden irren wir schon hier rum, für nichts!“

    Mürrisch verzog Ronon das Gesicht und sah sich die Gegend an. „Sheppard befand sich im Stuhlraum, als Atlantis abgestürzt war, soweit kann er nicht gefallen sein! Die einzige Blutspur die es gab, befand sich am Stuhl!“

    Genervt rollte Jason die Augen. „Und wieso sagen Sie das jetzt erst? … Sie sind mir ja ’n toller Fährtenleser. Zu diesem Entschluss, kam ich schon vor einer Stunde!“

    Kurz warf Dex ihm einen Blick zu und drehte sich um. „Melden Sie Lorne, das wir zurückgehen!“

    Tief durchatmend schloss Jason die Augen und aktivierte den Funk: „Karim? Major? Ronons Spürnase hat gerade festgestellt, dass John niemals soweit entfernt liegen kann. Wir gehen zurück zum Stuhlraum!“

    „Verstanden, wir treffen uns dort, Lorne Ende!“

    Evans knappe Antwort, gab Jason das Gefühl, dass sie richtig lagen, weshalb er schleunigst die Sonnenbrille in seine Tasche steckte und Ronon folgte, als dieser plötzlich, bei einem querstehenden Träger innehielt und sich zu ihn umdrehte.

    „Hätten Sie es auch getan?“

    Für einen Moment nicht sicher, was der Hüne meinte, sah er ihn fragend an. „Was getan?“

    „Versucht Atlantis zu retten.“ Ronon konnte erkennen, wie Jason abfällig eine Augenbraue hob.

    „Ich bin doch nicht lebensmüde! Ich sehe zwar aus wie er, aber so bescheuert bin ich nun doch nicht!“

    „Atlantis war ihm wichtig“, knurrte Dex.

    „Jeder ist ihm wichtig! Aber wichtig wäre es gewesen, sich operieren zu lassen und nicht so ein sinnloses Unterfangen zu versuchen!“

    „Er hat Ihnen bei der Operation den Vortritt gelassen.“

    Tief durchatmend kniff Jason die Augen zusammen. „Das wurmt Sie, huh?“ Vergeblich wartete er auf eine Antwort, weshalb er sich bückte und unter dem Träger herlief, während er weiter sprach. „Ihnen wäre es lieber, wenn ich anstatt John, hier irgendwo liegen würde, hab ich recht?“ Diesmal brauchte er keine Antwort, er konnte sie in Ronons Augen erkennen, als er sich zum Satedaner umdrehte. „In Eleysia haben wir uns gegenseitig den Arsch gerettet. Sie wissen selbst wie es dort war und John wusste, dass Kralus nicht so leicht aufgeben würde. Ihn könnte man glatt mit Kolya vergleichen – Rachsüchtig, fanatisch und besessen! Er wird nicht eher Ruhen, bis er John in die Finger bekommt. Deshalb finde ich, war seine Aktion Atlantis zu retten, unüberlegt. Und die Schiffe, die hierher unterwegs sind, werden mit Sicherheit Kralus gehören.“

    „Und wieso ließ Sheppard Ihnen dann den Vortritt?“, giftete Dex, der immer noch nicht fassen konnte, dass John das getan hat, obwohl er es ihm schon vor dem Absturz erzählt hatte.

    „Weil er eine Schwäche hat – er gab mir sein Wort und hielt es.“

    Augenblicklich versteifte sich Ronons Haltung und schnaubend sog er die Luft in seine Lungen … Wenn jemand sein Wort hielt, war es kein Zeichen von Schwäche, sondern von Ehre. Und Sheppard war ein Mann von Ehre, sogar seinen Feinden gegenüber. „Hätte er Ihrer Meinung nach, sein Wort brechen sollen?“, fragte Ronon mit blitzenden Augen, die bei diesen schwachen Lichtverhältnissen etwas Bedrohliches an sich hatten. „Sie mögen vielleicht kein Mann von Ehre sein, doch Sheppard ist es! Er hat durch seine Tat nicht nur Ihnen das Leben gerettet, sondern uns allen! Als Sie nämlich auf dem Op-Tisch lagen, brachte er Atlantis in den Hyperraum, weil niemand mehr da war, der die Stadt hätte fliegen können!“

    „Und wieso wurmt es Sie dann, dass ich jetzt hier stehe?“, entgegnete Jason mit einem fast anklagenden Gesichtsaudruck. „Ich will ihn genauso finden, wie Sie!“

    „Weil er mein Freund ist“, grollte Dex und wollte schon an ihm vorbeilaufen, als ein Lichtstrahl den Klon plötzlich erfasste und dieser daraufhin verschwand.
    Für den Bruchteil einer Sekunde, runzelte Ronon irritiert die Stirn, doch dann zog er seine Waffe und aktivierte den Funk: „Lorne, funktioniert das Beamen wieder?“

    „Meinen Sie, die Daedalus?“

    „Ja!“

    „Nicht das ich wüsste, warum fragen Sie?“

    „Weil Jason gerade vor meinen Augen verschwunden ist!“

    Verdutzt schauten Evan und Hopper sich an. „Wie verschwunden?“

    „Ein Beamstrahl hat ihn erfasst“, dröhnte Ronons Stimme genervt, als Caldwell sich kurz bei Lorne auf einen anderen Kanal meldete und er daraufhin, mit angehaltenem Atem sein Headset bediente: „Alle Teams sofort zurück zum Stuhlraum!“

    „Was ist los?“, rief Karim über Funk, der mit Teyla auf dem Absatz kehrt machte und kurz darauf auf Fuller und Wilson traf.

    „Alle Teams sofort zurück!“, dröhnte Lornes Stimme erneut übers Headset. „Wir haben Besuch!“

    Erschrocken weiteten sich bei den Außenteams die Augen, während man auf der Daedalus fieberhaft versuchte, die Schilde hochzufahren und ein panisch quietschender McKay, fast einen Herzinfarkt bekam. „Oh mein Gott! Wieso sind die so schnell hier? Die zehn Stunden sind doch noch gar nicht um! Können die sich nicht einmal an den Zeitplan halten?“

    Abgehetzt stürmten mehrere Teams in den Raum. „Wie weit sind Sie mit dem Stuhl, McKay?“, rief Evan keuchend, wobei der Kanadier ihn entgeistert ansah.

    „Machen Sie Witze? Was glauben Sie denn, was ich in drei Stunden erreichen kann?“

    „Rodney?“ Teyla leuchtete ihn mit der Taschenlampe an.

    „Was? Ich arbeite ja schon so schnell wie ich kann! Wisst ihr eigentlich was das für ein komplexes System ist? Allein die Arbeit …“

    Kurz verfolgte Fuller den Weg vom Stuhl bis zu den Konsolen. „Die Zuleitungen sind doch schon alle gelegt. Sie brauchen sie doch nur noch anzuschließen.“

    „Ach …“ Abfällig verschränkte McKay die Arme ineinander, „… sind Sie nicht einer von Caldwells Ingenieuren?“

    „Nein, Pilot.“

    „Typisch, genauso wie She…“ Schluckend hielt Rodney in seiner Bemerkung inne und schaute sich um, als ihm bewusst wurde, wessen Namen er da gerade sagen wollte und das bisher noch niemand ein Wort über ihn verloren hatte. „Ihr … ihr habt ihn nicht gefunden?“

    Ein allgemeines, deprimierendes Kopfschütteln war die Antwort.

    „Und äh, wo ist Jason?“

    „Weggebeamt“, zischte Ronon mit zusammengepresstem Kiefer.

    „Also, wie weit sind Sie?“, fragte Evan frustriert, während McKay den Satedaner entgeistert anstarrte.

    „Weggebeamt? Wohin? Ist Kralus etwa der Besuch? … Oh Gott, wir müssen ihn suchen! Er hat ihn sicher mit Sheppard verwechselt!“

    „McKay? Wir wissen weder wohin man Jason gebeamt hat, noch wissen wir, wessen Schiff sich da draußen befindet“, schnaubte Evan. „Aber wir werden ihn suchen, genauso wie wir die Suche nach dem Colonel nicht aufgeben werden! Jedoch müssen wir uns zuerst verteidigen können, also, wie weit sind Sie?“

    „Ich, ich muss nur noch die Kabel miteinander verbinden und wenn Zelenka die Kristalle …“

    „Fertig“, ertönte die Stimme des Tschechen von der Konsole her.

    „Gut, dann schließen wir jetzt den Naquadah Generator an und wenn die ZPMs in Ordnung sind, könnten Sie sogar ein paar Drohnen abschießen. Setzen sie sich schon mal drauf, Major.“

    Skeptisch warf Evan dem Kanadier einen Blick zu.

    „Er wird schon nicht in die Luft fliegen, also hopp, hopp, auf’n Stuhl.“

    Zögernd setzte sich Evan hin, währenddessen die anderen, sicherheitshalber einen respektvollen Abstand einnahmen, was Lorne widerwillig zur Kenntnis nahm. „Toll Jungs, ihr seid echt vertrauenswürdig.“

    „Nichts für ungut Major, aber wir wollen doch lieber in Deckung gehen, bevor wir Sie vom Boden oder der Decke kratzen dürfen“, meinte Wilson verlegen mit einem Hauch von Schalk in seinen Gesichtszügen, wofür er von McKay, erst einen verstörten und anschließend bösen Blick erntete.

    Tief durchatmend, konzentrierte Evan sich und schloss die Augen. Er spürte, wie die Lehne nach hinten fuhr – doch irgendetwas war anders. Lorne hatte zwar nicht so ein starkes Gen, wie Sheppard es besaß, doch die wenigen Male, die er auf dem Stuhl verbrachte, fühlte er eine leichte Verbindung, die nun gänzlich fehlte. Leicht runzelte er die Stirn und konnte Rodneys Gemurmel- „Soweit ganz gut“ -hören, was Evan nicht bestätigte. Er hatte das Gefühl, als ob er auf einen kalten, nutzlosen Stuhl saß – Kalt, nutzlos und … Abrupt öffnete er die Augen, wobei die Lehne in ihrer ursprünglichen Position zurückfuhr und das blaue Licht erlosch.

    „Was ist passiert?“, quietschte McKay erschrocken.

    Keuchend fuhr sich Evan übers Gesicht. „Es wird nicht funktionieren.“

    „Was? Was meinen Sie? Ich bin doch noch gar nicht fertig mit dem Systemcheck!“

    „Atlantis … O’Neill möchte die Stadt doch reparieren, aber sie wird nie wieder so sein, wie sie war.“ Evan bemerkte die skeptischen Blicke. „Atlantis fühlt sich, wie soll ich sagen … nutzlos und schuldig. Schuldig versagt zu haben und …“

    „Hat sie Ihnen das erzählt?“, fragte Zelenka zweifelnd.

    „Nein, es ist nur ein Gefühl. Atlantis war … es war, als ob sie trauern würde und abgeschaltet hat. Ich weiß, es klingt unglaubwürdig, doch jeder von euch weiß über die Verbindung vom Colonel zur Stadt und ich glaube …“ Evan zögerte einen Moment. „Ich glaube, solange sie Sheppards Gegenwart nicht spürt, fühlt, dass er noch lebt, wird sie sich die Schuld geben und für immer verschwinden.“ Seufzend biss er sich auf die Lippen. „Wir können Atlantis wieder aufbauen, doch am Ende wird es nur eine leblose, kalte Stadt sein.“

    Nachdenklich sahen sich alle an. Egal, ob sie das Gen besaßen oder nicht – Atlantis war für viele ein zweites Zuhause geworden. Die Stadt war ein Inbild, der Antiker und keine noch so moderne Basis, konnte es mit ihr aufnehmen. Sie gab ihnen Schutz und stets ein Gefühl von Sicherheit – und nun sollte das alles vorbei sein …?

    Zweifelnd wölbte sich Ronons Stirn. „Was ist mit Eureka?“

    „Eureka?“ Fragend sah man ihn an.

    „Soviel ich weiß, ist sie verschwunden“, nuschelte Rodney. „Sheppard hat mir nie gesagt, warum.“

    „Sie könnte die Stadt aber wieder zum Leben erwecken, richtig?“

    „Sie könnte Atlantis im null Komma nichts wieder aufbauen …“

    „Und John finden“, fügte Teyla hinzu.

    „Ja“, seufzte Karim, als sich plötzlich Harrymann aus dem Drohnenlager meldete und Evan bewusst wurde, dass er den Marine ja als einzigen befohlen hatte, dort zu bleiben. „Lieutenant? Lorne hier, was gibt’s?“

    „Sir, ich wollte nur mal kurz melden, dass ich die Drohnenabschussvorrichtung repariert habe und McKay, oder wer auch immer, sie jetzt testen kann. Ach ja, und äh, es wäre nicht schlecht, wenn mir jemand beim Aufräumen helfen würde, Sir.“

    „Okay, gute Arbeit, Lieutenant. Ich schicke Fuller und Wilson zurück“, antwortete er und nickte den beiden zu, die sich sofort aufmachten, während Evan sich erneut in den Stuhl setzte.
    Konzentrierter als sonst, schloss er die Augen und fühlte die Drohnen in die Abschussvorkehrung rutschen, weshalb er sofort stoppte. „Es funktioniert.“ Keuchend öffnete er seine Augen und das blaue Licht erlosch.


    Fortsetzung folgt
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


  21. #13
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Woolsey hilft auf der Krankenstation aus und soll mit den Patienten reden? OH.MEIN.GOTT, hoffentlich wollen die armen Menschen sich nicht der Reihe nach umbringen, wenn sie von Woolsey vollgequatscht werden.
    Zitat Zitat von Cindy
    "Einmal musste ich sogar mit einem Jaffa über Stammesrituale diskutieren … Ich denke mal, es ist nicht all zu erwähnenswert, dass er mir anschließend ein Schwert in die Brust stoßen wollte.“
    Yep, das passt.

    Schön, dass Dean erwacht ist, aber ich hoffe, dass sie John nun schnell finden, damit dieser zu Dean kommt. Der arme kleine, er musste doch wirklich schon genug durchmachen.

    Tja, wenn John nicht da ist, dann muss Jason halt herhalten. Woher soll man auch wissen, wer von beiden wer ist?

    Dann soll Lorne mal ein paar Drohnen in die Luft schicken. Anscheinend klappt es ja nun doch.

    War wieder toll geschrieben und ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

  22. Danke sagten:


  23. #14
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Wow, das waren spannende Kapitel. Wenn ich mal Zeit habe, werde ich die Teile 1-7 auch noch lesen.
    Was ist bloß mit John passiert, wo ist er, ist er verletzt? Wer hat Jason weggebeamt? So viele Fragen und ich bin sehr neugierig wie es weitergeht.

    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.(JWvG)

  24. Danke sagten:


  25. #15
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Da habe ich das letzte Kapitel ja fast übersehen.

    Woolsey soll mit den Patienten reden? Ich hoffe, die fallen nicht ins Koma

    Dean wird auch noch die Wahrheit verschwiegen. Lange wird das nicht gutgehen.

    Jason löst sich plötzlich in Luft auf, Atlantis ist nicht mehr die selbe und Sheppard ist immer noch verschwunden... hm, ich finde, er könnte im nächsten Kapitel wieder auftauchen... das dauert schon viel zu lange.
    Und wer hat Jason gekidnappt?

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  27. #16
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Guten Morgen

    Es freut mich, dass euch dieses Kapitel wieder gefallen hat und danke für die lieben Feedbacks, über die ich mich sehr gefreut habe.
    Ein Danke auch an: Antiker91, claudi70, Evaine, Galaxy, John´s Chaya, Jolinar, stargatefan74: fürs Danke-drücken.

    stargatefan:
    Hast du denn gar kein Vertrauen zu Woolsey? So schlimm ist er doch gar nicht. Vielleicht schnappt er sich ja ein Buch und liest den armen Leuten etwas vor … erzählt ihnen einen Schwank aus seiner Jugend …
    Tja, wenn John nicht da ist, dann muss Jason halt herhalten. Woher soll man auch wissen, wer von beiden wer ist?
    Oh ja, vor allem, wenn man ihn nicht kennt. *g* Auf jeden Fall werden die sich wundern … wundern?

    John’s Chaya:
    Danke für das nette Lob.
    So viele Fragen und keine Antworten … Ich weiß, ich bin gemein – okay, eine wird sich eventuell morgen klären.

    Jolinar:
    Woolsey soll mit den Patienten reden? Ich hoffe, die fallen nicht ins Koma
    Gibt es eigentlich Kopfhörer auf der Daedalus?
    Dean wird auch noch die Wahrheit verschwiegen. Lange wird das nicht gutgehen.
    Ich sage nur: Woolsey …
    Sheppard ist immer noch verschwunden... hm, ich finde, er könnte im nächsten Kapitel wieder auftauchen... das dauert schon viel zu lange.
    Seltsam, darüber hatte sich claudi auch schon beschwert. *g* Es sind doch erst vier Kapitel – wer weiß, wann der wieder auftaucht. *g*

    Bis morgen
    LG Cindy
    Geändert von Cindy (28.11.2012 um 09:13 Uhr)
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  28. Danke sagten:


  29. #17
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Kapitel 5


    Sechs Stunden vorher …

    Genüsslich schob Idar sich den Löffel in den Mund, schloss stöhnend die Augen und zog ihn mit einem lauten Schmatzen wieder heraus. Dies wiederholte er dreimal, ehe sein Freund Heron genervt aufstand. „Du bist widerlich!“

    Kichernd, ließ der schlanke und dunkelhaarige Mann, den Löffel in den Pudding plumpsen und stellte die kleine Schüssel auf die Konsole. Schmunzelnd faltete er seine Hände im Nacken und streckte sich mit geschlossenen Augen und einem schelmischen Grinsen nach hinten. „Ich habe dir gesagt, du solltest Mattie nicht ärgern, jetzt hab ich den Pudding …“ Plötzlich spürte er einen heftigen Klaps auf dem Hinterkopf und bemerkte eine große grimmige Gestalt neben sich.

    „Und ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen die Füße von der Konsole nehmen!“

    Abrupt schob Idar seine langen Beine nach unten und stand auf. „Ja, Sir!“

    Schnaubend rollte Taron die Augen. „Idar? Erwische ich Sie jetzt noch einmal dabei, wie Sie Ihre Füße auf die Konsole legen, können Sie Ihre Treter draußen bewegen, ist das klar?“

    Schluckend nickte er. „Ja, Sir!“ Doch wenn er dachte, die Standpauke seines Commanders wäre nun vorbei, irrte er sich; denn sein Vorgesetzter, mit den stahlgrauen Augen, hatte noch so einiges auf Lager:

    „Ich weiß, dass dies nicht der aufregendste Standort ist und wir uns gewissermaßen vor Langeweile den Arsch abfrieren, aber dennoch habe ich keine Lust, alles zichtausend mal zu wiederholen! Ich hoffe, ich habe mich jetzt klar genug ausgedrückt?“

    „Ja, Sir!“

    „Gut, denn noch einmal so eine Aktion und Sie können wirklich draußen Schnee schippen und zwar hiermit!“

    Irritiert nahm Idar den gerade mal, einen Meter großen Spaten in die Hand, den sein Kommandant ihn entgegenhielt. „Ähm, Sir? Das ist ein Kinderspaten.“

    „Ich weiß.“ Breit grinsend schaute er ihn an. „Lassen Sie sich, das eine Warnung sein.“

    „Ähm, Leute?“, rief Heron verwirrt. „Da ist gerade etwas aus der Umlaufbahn getreten und rast direkt auf uns zu!“

    Tarons Kopf schnellte herum. „Was ist es?“

    „Etwas Gewaltiges!“

    „Ein Asteroid?“

    „Möglich, aber die Konsistenz ist anders, es ist …“

    Schnell überflog Idar die Daten und seine Augen weiteten sich. „Bei Junit! Es hat antikische Komponente! Es ist … ein Schiff!“

    Fluchend ballten sich Tarons Hände zu Fäusten. „Verdammte Kastella!“ Urplötzlich ertönte der seismologische Alarm und jeder hatte das Gefühl, als ob die Erde bebte.

    „Es ist aufgeschlagen!“

    „Schicken Sie sofort eine Nachricht zu Antario!“, brüllte Taron. „Und legen sie das Schiff auf den Hauptschirm!“

    Aufgeregt verfolgten sie die Rutschpartie des fremden Schiffes, sahen wie es den Berg sprengte und vor einer gewaltigen Klippe zum stehen kam. „Grundgütiger, hat das jemand überlebt? Was sagen die Sensoren?“

    Schnell überflog Heron die Daten. „356 Lebenszeichen, Sir! Sie müssen alle Energie auf die Schilde übertragen haben!“

    „Ja, aber dafür haben sie jetzt nichts mehr …“

    „Sie evakuieren!“

    Mehrere kleine, sowie zwei größere Schiffe wurden sichtbar. „Wurden wir entdeckt?“

    Idar schüttelte den Kopf. „Negativ, Sir!“

    „Gut“, erleichtert klopfte Taron dem Soldaten auf die Schulter. „Wir werden uns weiterhin still verhalten, aber behaltet sie im Auge. Ich will wissen was sie tun.“

    „Ja, Sir! Ähm, Sir?“ Fragend kniff Idar die Lippen zusammen. „Wie konnte Kralus, ein so gewaltiges Schiff bauen?“

    „Gute Frage, unsere Spione haben nichts dergleichen erwähnt. Hat Antario die Nachricht erhalten?“

    „Ja, er ist unterwegs.“

    „Sir?“ Mit flinken Fingern tippte Heron auf sein Datenpad. „Ich habe die Struktur und Bauweise der fremden Schiffe gescannt, durch den Computer gejagt und analysiert.“

    „Und zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?“

    „Eins ist kastellanischen Ursprungs …“

    Wütend schlug Taron die Faust gegen die Wand. „Ich wusste es! Kralus, dieses hinterhältige …“

    „Sir, die anderen sind jedoch nicht kastellanisch“, unterbrach Heron seinen Vorgesetzten, wofür dieser ihn stirnrunzelnd über die Schulter her anblickte. „Also, das silberne Große, benutzt eine für uns gänzlich unbekannte Komponente, allerdings vermischt mit … Asgard-Technologie … Was ist Asgard?“ Unwissend zuckte man die Schultern. „Das kleine Dunkle, ist völlig unbekannt. Die anderen Kleinen, bezeichnet der Computer als … Gateschiffe.“ Heron fühlte plötzlich mehrere Augenpaare auf sich, was ihn sichtlich nervös machte. „Und das ganz große …“ Unsicher fuhr er sich übers Gesicht. „Ähm, ich äh, ich habe es dreimal überprüft … es, es ist …“

    „Was?“, wollte der Commander ungeduldig wissen.

    „Es ist … Atlantis!“

    Keiner der Anwesenden hätte jemals gedacht, ihren Commander so perplex und mit heruntergefallener Kinnlade, vor sich stehen zu sehen. Sprachlos und an der Konsole festhaltend, versuchte er mehrmals ein Wort über die Lippen zu bringen, wobei er ununterbrochen auf den Bildschirm starrte – Kann das wirklich wahr sein? Sollte die Stadt seiner Vorfahren, die Stadt wo einst Thoran Kalver herrschte, sich keine fünfzehn Kilometer entfernt vor ihm befinden? So greifbar nah?
    Immer noch wie hypnotisiert, starrte er schluckend auf das majestätische Bild … „At’lantis? Sind Sie, sich wirklich sicher?“

    „Ja, Sir.“

    Idar bemerkte plötzlich, wie sich die Stirn seines COs leicht wölbte und er sich zu ihnen umdrehte. „Können Sie erkennen, ob sich Kastellaner an Bord der fremden Schiffe befinden?“

    „Negativ, doch einer von ihnen befindet sich noch in der Stadt … oh man, das ist Wahnsinn …“

    „Wieso?“

    „Er versucht sie zu retten …“

    Mit angehaltenem Atem, verfolgten die Junita, die verzweifelte Rettungsaktion. Sie sahen, wie Atlantis schließlich den Kampf verlor und berstend in die Tiefe stürzte.

    „Beamt ihn da raus!“

    °°°°

    Ungeduldig wanderte Tarons Blick zwischen Dr. Corsey und dem Atlanter hin und her. Eine Stunde untersuchte der Arzt schon den bewusstlosen Fremden, wobei Taron auf den Fersen wippend, bald seine Geduld verlor. „Doc?“

    Seufzend zog Corsey seine Handschuhe aus und warf sie in den Mülleimer. „Ich schätze ihn auf etwa 38 Jahre. Er hat zwei gebrochene Rippen, schwere Prellungen und Schürfwunden. Sein linker Arm ist ebenfalls gebrochen und weist tiefe Schnitte auf, die ich genäht habe.“ Stöhnend rieb er sich übers Kinn.

    „Und wieso ist er bewusstlos? Hat er sich den Kopf gestoßen?“

    „Nein, ich musste ihn in ein künstliches Koma legen“, antwortete er leise und konnte den besorgten Blick in seinen Augen nicht verbergen. „Er leidet an Hirnblutungen, ausgelöst durch ein Aneurysma und zwar durch einem sehr schweren. Ich verstehe nicht, wie man das nicht früher entdecken konnte … Wenn ich ihn nicht sofort operiere, stirbt er.“

    „Dann tun Sie es!“

    „Das ist nicht so einfach – ich brauche Blutkonserven. Ich bin sämtliche Daten durchgegangen, keiner von uns hat seine Blutgruppe.“

    „Und wenn Sie die unpassenden Komponente rausfiltern?“

    „Das würde zu lange dauern. Am einfachsten wäre, ein direkter Verwandter.“

    Ungläubig schaute Taron ihn an. „Doc, es ist eher unwahrscheinlich das sich ein Angehöriger auf dem Schiff befindet …“

    „Mag schon sein, aber …“

    „Und obendrein, die haben auch nicht immer die gleichen Blutgruppen.“

    „Schon, aber da geht das Filtern schneller. Also versuchen Sie einen Bruder oder irgendjemanden von der Crew zu finden, der ihm gleich kommt, während ich in der Zwischenzeit versuchen werde, das Aneurysma zu stoppen … Mattie?“ Corsey winkte die junge blonde Ärztin zu sich. „Bitte rasieren Sie ihm vorsichtig den Kopf und zwar von hier bis hier.“

    Taron und Idar beobachteten, wie die Krankenschwester einen Rasierer zur Hand nahm und dem Atlanter einen sechs Zentimeter breiten Scheitel, von der rechten Stirn bis hinunter zum Ohr zog. Anschließend stopfte sie die dunklen Haare in eine Tüte und legte sie beiseite.

    „Er wird sicher nicht begeistert sein, wenn er das erfährt“, meinte Idar nachdenklich und fasste sich instinktiv an seinen eigenen Kopf.

    „Nein, aber das Haar ist im Moment wohl sein geringstes Problem.“

    „Stimmt“, erwiderte Taron und biss sich auf die Lippen. „Ähm, Doc? Wird er … ich meine, wenn die Operation erfolgreich war, wird er dann ansprechbar sein?“

    „Hirnblutungen sind äußerst tückisch, Commander. Wenn er bis jetzt keine irreparablen Schäden davongetragen hat und es überlebt … gut möglich, dass er danach ansprechbar sein wird. Aber dafür muss ich jetzt mit der Behandlung beginnen.“

    „Okay, ich werde dann mal zu sehn, ob ich jemanden finde.“ Sich umdrehend, begab er sich schleunigst mit Idar zurück in die Kommandozentrale, wo er auf neugierige Blicke stieß. Taron wusste, dass er seiner Crew eine Erklärung schuldig war, weshalb er sich kurz fasste: „Der Atlanter lebt, jedoch hat er Hirnblutungen und muss operiert werden, wofür er passende Blutkonserven braucht und wir sie besorgen müssen. Also …“, fragend wandte er sich an Heron, „hat sich in der Zwischenzeit irgendetwas getan?“

    „Ja, Sir! Vor knapp einer halben Stunde sind alle Schiffe gelandet und zehn Mann haben die Stadt betreten. Könnte ein Such- und Rettungstrupp sein.“

    „Ja, vermute ich auch … Idar?“ Taron griff in ein Fach und überreichte dem Junita ein kleines ovales Gerät. „Sie nehmen den Beamer und sehen sich dort mal um.“

    „Klar, Sir!“ Breit grinsend nahm er es entgegen, konzentrierte sich und verschwand.

    Augenrollend blickte einer der Soldaten zur Seite. „Vielleicht hätten Sie dieses Mal, besser einem anderen das Spielzeug geben solln, Sir. Sie wissen doch, wie er ist.“

    Verneinend schüttelte Taron den Kopf – Idar war perfekt für den Job. Auch wenn er größtenteils nur Unfug im Kopf hatte, so konnte man sich doch auf ihn verlassen. Flüchtig warf Taron einen Blick auf die Uhr, schüttete sich einen heißen Tee ein und griff sich eine Decke. „In spätestens fünf Minuten, ist er wieder hier.“

    Skeptisch runzelte Gevil die Stirn und seufzte – Idar hatte ein Faible für dunkle Klamotten, was hieß, dass er sich ohne die helle Schutzkleidung in die Stadt gebeamt hatte und sich jetzt mit Sicherheit, den Hintern abfrieren würde.

    Als ob das, dass Stichwort gewesen wäre, tauchte auch schon vor ihnen, ein halberfrorener Junita auf. „Scheiße, ist das kalt!“

    Schweigend drückte Taron ihm den Tee in die Hand und legte ihm die Decke über die Schultern. „Und?“

    „D-danke, Sir.“

    „Das meinte ich nicht.“

    „Oh … ja … ist voll dunkel da drin. Ich glaube, unser Atlanter heißt John.“ Schlürfend nahm er sich einen Schluck Tee. „Die suchen ihn wirklich, wäre fast mit einem von denen zusammengestoßen.“

    „Konnten Sie eine Probe von ihm entnehmen?“

    „Nein, als ich mich ihm nähern wollte, kamen ein paar andere um die Ecke. Aber ich konnte zwei am Rande der Stadt ausfindig machen, und einer von denen sah unserem John hier, etwas ähnlich.“

    „Gut, gehen Sie noch mal zurück und markieren Sie ihn mit dem Transponder, aber so, dass er nichts merkt! Und Sie“, dabei wandte er sich an Heron, „beamen ihn direkt in ein gesichertes Quartier!“

    „Ja, Sir!“

    „Gevil? Sie werden mit der … Auf welchem Schiff befinden sich die meisten Leute?“

    „Auf dem großen Silbernen.“

    „Waffen, Schilde?“

    „Im Moment nicht, Sir! Der Komplettscan dauert ein paar Minuten.“

    „Okay! Gevil? Sie werden dann mal freundlich, mit der Vista anklopfen und hören, was die zu sagen haben.“

    °°°°

    Geblendet von dem hellen Licht und etwas verwirrt darüber, sich nicht mehr in den dunklen Gängen von Atlantis zu befinden, schloss Jason für einen Moment die Augen. Doch plötzlich spürte er, dass er nicht alleine war und seine Nackenhaare sträubten sich.

    Ihn Interessierte es äußerst wenig, wer hinter ihm stand, denn für so eine hinterhältige Tat, kam eigentlich nur einer in Frage – nämlich Kralus. Blitzschnell zog er seine Waffe, schnellte herum und schoss. Laut fluchend, hörte er noch jemanden schreien, ehe er von etwas getroffen, bewusstlos zu Boden ging.

    „Idar? Alles in Ordnung?“

    „Ja, ist nur ein Streifschuss … Verdammt, ist der schnell!“

    Besorgt musterte Taron den jungen Soldaten und kickte dem bewusstlosen Atlanter, die Waffe aus der Hand. „Das nächste Mal etwas vorsichtiger, okay?“

    „Klar.“

    „Gut, dann werden wir mal eben …“ Sich bückend, kniete sich Taron neben Jason, öffnete dessen Thermojacke und hielt verdutzt inne, als er in dessen Gesicht blickte. „Etwas ähnlich, finde ich nun stark untertrieben.“

    „Was, wieso?“

    „Weil’s Zwillinge sind, oder wie würden Sie das hier bezeichnen?“ Taron rutschte zur Seite und ebnete somit eine freie Sicht, in Jasons Gesicht.

    „Wow …“, sprachlos musterte Idar den Klon. „Ist mir im Dunkeln gar nicht aufgefallen. Sollen wir trotzdem noch …?“

    „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass identische Zwillinge nicht dasselbe Blut haben?“

    „Keine Ahnung.“

    „Ich auch nicht. Ich denke mal, die Probe ist hiermit überflüssig und John wird’s ihm danken. Geben Sie mir mal die Kanüle, der Doc wird schon wissen, was er damit macht.“

    Angewidert verzog Idar das Gesicht, als er ansehen musste, wie sein CO, dem Atlanter massenhaft Blut klaute. „Ähm, Sir? Finden Sie nicht, dass das reicht? Schließlich wollen wir doch nicht, dass er an Blutarmut stirbt.“

    Augenrollend zog Taron Jason die kleine Kanüle aus dem Arm und klebte ein Pflaster drauf. Anschließend stand er auf und hielt Idar den Beutel vor die Nase. „Was meinen Sie wohl, wie viel da drin ist?“

    Achselzuckend studierte er den Inhalt. „Ein Liter? … Drei viertel?“

    „Einen halben. Und davon stirbt man nicht.“

    Etwas bedröppelt, kratzte sich Idar am Hinterkopf – Gott, was bist du doch für ein Idiot! Bist ja mal wieder voll ins Fettnäpfchen getreten. „Ähm, ich meinte ja nicht, dass Sie ihn damit umbringen, Sir … Na ja, ich meinte es eigentlich nur, weil er ziemlich blass um die Nase geworden ist.“

    „Er ist bewusstlos. Eventuell wird ihm etwas schwindelig sein, wenn er aufwacht, aber ich denke mal, dass kann er verkraften. Na kommen Sie, legen wir ihn aufs Bett und dann ab zum Doc.“

    „Ja, Sir.“


    Fortsetzung folgt
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


  30. #18
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Standard

    Endlich ist das Geheimnis, wo John ist gelöst... und auch, wer sich Jason geschnappt hat.

    John mit rasiertem Schädel, da wird er bestimmt nicht begeistert sein. Jason wird den Blutklau wohl verschmerzen können, aber angepißt wegen der Entführung wird er trotzdem sein. Die Leute dort sollten nicht all zu dicht an ihn herantreten, wenn er wieder wach ist.

    Apropos Leute: wer sind die denn jetzt? Ich stehe irgendwie gerade auf der Leitung und weiß nicht, zu welcher Fraktion sie gehören.

  31. Danke sagten:


  32. #19
    Manchmal wär ich lieber sonstwer ;) Avatar von Kaffeetante
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    Hallo,
    ich wollte nur grad mal kurz anmerken, dass ich mich sehr freue, dass Du weiterschreibst .
    Die anderen 7 Teile (und Magmentari) hab ich verschlungen .
    Da hatte ich den Vorteil, in einem Stück lesen zu können .
    Hier nun kann ich nur sehr stark hoffen, dass es nicht so lange dauert, bis ein neues Kapitel veröffentlicht wird, ich bin fürchterlich gespannt und neugierig .

    Vielleicht kann ich mich später nochmal ausführlicher äußern, für den Moment muss Dir "leider" reichen, dass ich Dir und der Story gebannt folge .

    Also, weiter so .

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Kaffeetante .

  33. Danke sagten:


  34. #20
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Ah, da ist John. GSD, da friert er sich wenigstens nicht den Hintern ab.

    Aber die Haare! Weißt du, wie weh das beim Lesen getan hat!? Armer John, aber ja, er hat größere Probleme und die Haarpracht wächst auch wieder nach.

    Typisch Jason! Erst schießen und dann fragen, schad ihm nichts.

    Ich bin gespannt, wie es da bei denen weiter geht und was es mit den Leuten dort auf sich hat. Die Technologie ist auch dort wieder vom Feinsten.

  35. Danke sagten:


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