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Thema: SEX GEWALT SKANDAL .....Wie die Presse Menschen tötet

  1. #1
    Just a Lizard Wizard in a Blizzard Avatar von Woodstock
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    Standard SEX GEWALT SKANDAL .....Wie die Presse Menschen tötet

    Hallo Leute,

    haltet euch bitte nicht an der Überschrift auf, lest zuerstmal meinen Mist.

    Zuersteinmal möchte sagen das ich unser Recht für die freie Meinungsäußerung und auch die freie Presse sehr schätze und nichts daran ändern möchte aber wie dieses in der Vergangenheit ausgenutzt wurde um sich selbst zu berreichen stößt mir sauer auf und lässt mich auch sauer werden.

    Mir ist heute bewußt geworden das ich sehr wütend auf die Entwicklung der Medien bin. Wenn ich in die Nachrichten blicke sehe ih nur Dummheit, Naivität und Geldgeilheit. Nicht wegen dem was in der Welt passiert, sicher dort passiert viel unfassbares, grausames und sehr viel dummes aber dagegen können wir leider nicht viel machen. Was wir aber können ist es darüber zu berichten, aufzuklären und zu informieren aber das mit Bedacht auf die Opfer, auf die Ambitionen des Täters, mit Würde und ohne Blick auf den Gewinn.

    Ich denke, ihr wisst worauf ich hier hinaus will. Egal ob Skandale, Krieg, Amokläufe, Serienkiller oder wie in jüngster Vergangeheit Terrorismus. Die Medien berichten über alles. Gute Nachrichten verkaufen sich nicht. Was am blutigsten, schockierensten ist oder irgendwie in die menschlichen Abgründe blicken lässt, macht die Schlagzeile und verkauft sich.

    Schon am Anfang ihrer Laufbahn werden Journalisten auf die Jagd nach Storys geschickt, dabei wird ihnen eingtrichtert das Leid gleich Geld ist. Menschen können in der Mathematik zu zahlen werden, in der Medizin zu werten und in den Medien nichts. Nur Leichen sind Moneten.

    Ich habe selber in der Redaktion eines Fernsehsenders gearbeitet. Bei einem Autounfall wird befohlen draufzuhalten. Die Bilder müssen stimmen. Das Frack reicht nicht, die Leiche muss ins Bild auch wenn sie sie garnicht senden dürfen. Skandale werden ausgeschlachtet und wenn es keine Informationen gibt wird das bischen was man hat ausgeschmückt und blumig formuliert. Worte wie SKANDAL, SEX, GEWALT, TOD oder BESTIE muss in jede gute Überschrift.

    Terroristen und Attentäter arbeiten mit Sprengstoff obwohl ein Kopfschuss verlässlicher wäre. Warum? Weil Trümmer, Feuer und Leichteile bessere Bilder in der Zeitung oder im Fernsehen bringen. Sie bekennen sich zur Tat. Briefe werden gezeigt, Videos, Zitate usw. Die Täter erhalten ein Medium. Werden erhört, obwohl sie es nicht verdienen und damit erzeugt man neue Täter. Es gibt Serienkiller die Menschen umgebracht haben weil sie in die Medien wollten. Amokläufer wollen Aufmerksamkeit. Die kriegen sie durch die ihre Tat.
    Auf die Tränen der Opfer wird natürlich dann noch extra reingezoomt. Es werden Nachbarn befragt die mit dem Opfer redeten oder es nicht mal wagten mit dem Arsch anzugucken aber vor der Kamera der beste Freund waren.

    Norwegen.
    Mir war gleich zu Beginn klar das es sich um eine Tat von Rechtsextremen handelt. Ich hielt es für eine Gruppentat, bin immernoch der Meinung, und wußte garnicht wieso. Nach all dem Terror in den letzten Jahren, wird beinahe jeder zum Experten. Die Art der Anschläge war anders als von der AlQaida und in liberalen Ländern sind die Rechten immer groß.

    Wie dem auch sei. In der Sekunde wo ich erfuhr das der Täter lebend gefasst wurde, wußte ich das war Absicht. Niemand plant eine solche Tat so Gewissenhaft und lässt sich lebend schnappen außer es gehört zum Plan.

    Ich hoffte das die Medien nun klug handeln. Zeigt nicht sein Gesicht. Verdeckt seinen Namen, treten nicht lange und breit seine Gründe nieder.... Und dann ging es los. Sein Gesicht groß im Bild überall auf der Welt, seine Name in den Schlagzeilen, seine Twitter und Facebook Zitate veröffentlicht, seine Gründe in die Welt getragen. Ein Irrer erhält sein Medium. Rechtsradikale sehen überall ihren Helden. Er selber gab zu das seine Festnahme der erste Schritt in eine Propagandaschlacht war.

    Er hat gewonnen und es war so einfach. 81 Menschen starben umsonst. Alle Fehler die man hätte machen können wurden gemacht. Die Medien waren sein wahres Werkzeug.

    In meine Augen haben die Medien genauso soviel Blut an den Händen wie der Täter, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte.

    Er hat abgedrückt aber die Waffen erhielt er durch die Presse.

    Was haben wir jetzt? Erhöhter Umsatz bei den Zeitungen, hohe Einschaltquoten in den Nachrichten, eine vielzahl Klick mehr auf bestimmten Nachrichtenseiten. Mehr können sich die Medien garnicht wünschen, irgendwo reibt sich jemand genüsslich die Hände.

    Um den Auftrag zu Informieren sind wir hinaus. Medien werden manipuliert und belogen und das ist ihnen ganz recht da sie selber nur Geld machen wollen.

    Sogenannte Experten werden herangezogen die vor Inkompetenz nur so strotzen, die Sendezeit muss gefüllt werden. Wir haben keine Informationen. Befragen wir willkürlich ein paar Menschen auf der Straße und fragen wir sie nach ihren "Gefühlen". Das bringt Einschaltquoten und ist einfach.

    "Warum trug der Täter eine Polizeiuniform?" Wurde der ZDF Terrorexperte gefragt. Er antwortete das der Täter sich als Krieger für seinen Staat sähe, er meint das durch ihn Gerechtigkeit ausgeübt hat. Das er das für sein Land täte und daher eine Polizeiuniform in seine Idiologie passen würde.

    Auf die Idee das eine Polizeiuniform deswegen eine kluge Wahl ist, weil niemand einen Polizisten verdächtigt, man automatisch für eine Authoritätsperson gehalten wird und es nicht auffält wenn man nach einem Terroranschlag mit Waffen herumläuft kam dieser sogenannte Terrorismusexperte vom ZDF nicht. Das wären logische Folgerungen. Das sind Daten die sich mit den bekannten Informationen decken.

    Nein, wir stellen lieber wilde Spekulationen auf da wir nichts kokretes haben und Logik nicht zur Story passt. Gut, was er sagt kann auch stimmen aber ohne psychologisches Gutachten und ohne konkrete Beweise könnte man als Begründung auch aufführen das ein Bananenmannkostüm zu auffällig wäre.

    Ich könnte unzählige Beispiele nennen und weiter meckern und wettern aber das bringt nichts. Ich breche hier lieber ab da mich interessiert was ihr darüber denkt.
    Geändert von Woodstock (25.07.2011 um 00:48 Uhr)
    "This is the kind of conversation that can only end in a gunshot."
    Administrative Postings meiner Person im Zuge meiner Betätigung auf Stargate-Project.de als Moderrator sind in roter Schrift verfasst. Andersfarbige Postings sind als Bekundung meiner eigenen Meinung zu werten.


  2. #2
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John's Chaya
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    Ich kann dazu nur eins sagen, DU HAST RECHT mit allem was Du geschrieben hast. Ähnliche Gedankengänge hatte ich auch. Wenn ich sie auch nicht so gut ausdrücken kann wie Du.
    Ich habe heute Morgen im Radio gehört, dass der Attentäter heute Mittag seine Gründe offenlegen will, öffentlich. Das sollte man unterbinden, zumindest sollte er seine Grüne nur dem Richter und dem lieben Gott erklären müssen. Und dann sollte man ihn für immer und ewig, ohne Zugang zu Medien, wegsperren.
    Man sollte diese Worte niemals in die Öffentlichkeit gelangen lassen. NIEMALS, denn wie Du schon sagtest, das will diese Person, die jedes Recht verloren hat als Mensch betitelt zu werden und auch als solcher behandelt zu werden. Das ist meine persönliche Meinung und ich zwänge sie keinem anderen auf!
    Geändert von John's Chaya (25.07.2011 um 07:36 Uhr)

    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

  3. Danke sagten:


  4. #3
    Just a Lizard Wizard in a Blizzard Avatar von Woodstock
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    Ich habe nicht gesagt das ich ihm seine Rechte absprechen möchte, er ist immernoch ein Mensch aber die Würde des Opfers und die potetielle Gefahr durch den Täter sollte immer mehr im Vordergrund stehen als die Würde des Täters.

    Die norwegischen Gerichte haben beschlossen die Verhandlung nicht öffentlich durchzuführen. Das ist eine gute Idee.

    Der Täter selber hat in seinem Manifest auszüge des Yuna Bombers zitiert. Ein Bombenleger aus den USA der seine Taten durchführte um auf sein Manifest aufmerksam zu machen. Was ihm auch gelang.


    Die Medien haben die Pflicht die Bevölkerung aufzuklären und ohne eine Meinung zu bilden zu informieren. Psychopathen wissen das aber natürlich auch zu manipulieren siehe Zodiac, Yuna Bomber der jetzt auch der dieser Norweger. Es ist wahr, die Medien wandern dadurch immer auf einem schmalen Grad und es gibt sicher auch viele Journalisten die es gut meinen aber das wird zuminmdest in meinen Augen immer mehr zur Seltenheit.
    Geändert von Woodstock (25.07.2011 um 15:00 Uhr)
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  5. #4
    Be a Panther! Avatar von Waschtl
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    Servus Woody,

    bin grade über die Überschrift deines Blogs gestolpert und gelinde gesagt doch ziemlich erschrocken. Ich würde gern mal meinen Standpunkt darlegen - quasi als jemand von der anderen Seite. Dazu würde mich aber vorher interessieren, was für dich die Medien sind.
    Welche Fernsehnachrichten siehst du? Welche (Art) Zeitung liest du? Auf welchen Netzportalen holst du dir Informationen?

    Gruß Waschtl

    PS: Nur im Voraus: Ein paar deiner Aussagen sind für mich eine bodenlose Frechheit. Aber ich werd dir, wenn du mir die Fragen beantwortest, erklären, warum mich das in meiner Berufsauffassung sehr trifft.

  6. Danke sagten:


  7. #5
    Captain Avatar von Takaia
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    Hi ich binn auch über den Titel "gestolpert" aber als ich dann wie von dir empfolen weiter gelesen haben konnte ich nur noch zustimmen er hat wirklich genau das erreicht was er wollte und ich finde es schreklich das die nachrichten nach so etwas lechzen. Manch mal denkt man die wissen garnicht was sie den angehörigen damit antun wenn sie's immer und immer weider zeigen leider ist es genau das was die meisten Leute heute sehen wollen wie sagt man so schön Sex sells und das kann man auch auf anderes übertragen.... leider

    Es gibt Gedanken, die sind klüger als die Leute, die sie haben
    Robert Lembke


  8. #6
    Just a Lizard Wizard in a Blizzard Avatar von Woodstock
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    Hey Waschtl,

    ich weiß das du aus der Branche kommst und ich wollte niemanden persönlich angreifen (das ist das letzte was ich will), ich habe auch gesagt das es noch viele gibt die ihren Beruf richtig ausüben. Nur habe ich auch schon das exakte Gegenteil erlebt.

    Ich weiß noch wie mein damaliger Chefredakteur beim Lokalfernsehsender (will den Namen nicht nennen), zu einerm Meldung über ein Fest herausschrie:"Das sind doch keine Nachrichten, gibts denn hier einen Amoklauf, ein Feuer oder ein bissel Action?"

    Oder wie sie bei einem Verkehrsunfall close ups von den Leichen wollte, obwohl sie die nicht mal zeigen durften. Tut mir leid aber habe damals festgestellt das ich auf der falschen Seite stehe.

    Welche Medien ich meine?
    Bild, Spiegel, Stern, Focus, Spiegel.de, Reuters, BBC NEWS, FOX News, Mein Praktikumsplatz, ntv, N24...

    Was ich davon sehe gefällt mir garnicht aber es sind nun mal die führenden auf dem Gebiet.


    PS: Ich bin mir ziemlich sicher das wir am Schluss wie schon mal im Prinzip derselben Meinung sind aber ich mich vielleicht zu heftig ausgedrückt habe.

    Ausserdem finde ich es merkwürdig das soviele nur den Dankebutton drücken... Will niemand was dazu sagen? Ist jeder exakt meiner Meinung? Oh mein Gott, dass will ich doch nicht hoffen! Danke das du antwortest Waschtl.
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  9. #7
    Be a Panther! Avatar von Waschtl
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    Okay, wo fang ich jetzt an ...

    Am besten Mal bei deinen Nachrichtenquellen!

    Bild: Ja, jeder schimpft drauf, ich tu es genauso. Aber ich schaue jeden Tag - berufsbedingt - in dieses Blatt rein. Was sie machen, machen sie gut. Wenn man darauf steht. Der Nachrichtenwert der Bildzeitung ist nicht sehr groß. Aber sie schreiben immer so, dass es jeder versteht. Was Überschriften und Netteaser angeht, ist die Bild dahingehend ausgerichtet, eine möglichst große Reichweite zu erzielen. Sprich: Überspitzte Zoten, Reizwörter und und und. Fürs Internet auch Google-Optimiert geschrieben. Soll heißen: Die Bild gibt dem Attentäter einen eigenen Namen (Blonder Teufel war es im Fall von Norwegen) und drei Stunden später kommen beim Stichwort "Teufel" schon die ersten Bild-Artikel bei den Google-Suchtreffern. Die Bild will und muss sich verkaufen. Das geht nur über Sensationsjournalismus, Boulevard, Titten und Tote. So einfach ist das. Einfach gesag: Für mich gehört die Bild zu den Bösen. Entweder kann oder will man sich keine bessere Tageszeitung leisten.

    Spiegel, Stern, Focus sind Magazine mit eindeutigem politischen Standpunkt. Dort arbeiten mitunter die Besten der Besten in der Deutschen Printbranche. Diese Magazine sind wertend und geben in jedem Artikel die (politische) Meinung des Verlages/Herausgebers/Chefredakteurs wieder - was sie auch dringlichst sollen! Solche Magazine braucht das Meinungsspektrum einer Gesellschaft! Denn selbst in einem politischen Lager gibt es verschiedene Strömungen. Wenn du Magazin A liest weil es Standpunkt A generell vertritt, dann ist das für dich gut, weil es dir eine Bestätigung gibt, dass es andere gibt, die genauso denken wie du. Was aber auf keinen Fall zum Generalfall werden darf! Auch wenn du generell konform mit diesem Magazin gehst, solltest du immer die Intention, die hinter einem Text/Beitrag steht, hinterfragen! Wer nur eine Meinung aufsaugen will, der kann sich die wesentlich günstigere Bild kaufen.

    Reuters und alle anderen Nachrichtenagenturen sind Lieferanten. Zeitungen, Fernseh- und Radiosender und Internetportale beziehen Nachrichten von diesen Agenturen meist über Flatrates (kein Witz) und meist von mehreren Agenturen gleichzeitig. Agenturen wollen verkaufen. Sie sind in ihren Ausrichtungen sehr, sehr unterschiedlich, was Aufbau und Struktur von Texten betrifft. Eines sind sie aber bei reinen Nachrichtenartikeln nie: wertend. Generell sollte kein Medium Agenturtexte unbearbeitet oder unbedacht übernehmen. Selektion ist hier das Stichwort. Das fängt bei den zentralen Informationen an und endet bei der richtigen Wortwahl. Agenturtexte sind Bausteine. Rohformen, die von einem verantwortungsvollen Journalisten bearbeitet werden müssen!

    ntv, N24: Nachrichtensender, wie die Namen schon sagen. Ein Dauerkonsum-Medium. Gedacht für Leute, die das beruflich brauchen. Geeignet für Leute, die das über einen langen Zeitraum - soll heißen: mehrere Stunden täglich - verfolgen können. Denn nur dann macht es Sinn. Es geht um Entwicklungen. Was passiert von der 1. Meldung bis hin zum Redaktionsschluss (den es bei diesen Sendern fast schon nicht mehr gibt)? Das sind die Fragen, die einen N24- oder ntv-Zuschauer interessieren (müssen).

    Über die beiden ausländischen Sender, die du genannt hast, möchte ich nichts sagen. In anderen Ländern funktioniert Journalismus ganz anders als in Deutschland. Der Nachrichtenkonsum eines Engländers ist anders als der eines Deutschen. Das würde hier zu weit führen. Und über deinen Praktikumsplatz kann ich erst recht nichts sagen außer so viel: Wer solche Aussagen wie dieser Chefredakteur tätigt, der gehört mit Berufsverbot gestraft.

    So, dann mal zu meiner persönlichen Meinung zu deinen Aussagen:

    Die Medien haben genauso viel Blut an den Händen wie die Täter?
    Sag mal, geht's noch? Gegenfrage: Hat der Tankwart der Passagiermaschine Schuld an 9/11 nur weil er die Maschinen, die in das World Trade Center geflogen sind, betankt hat?

    Amokläufe passieren nur, weil die Attentäter in die Medien wollen?
    Also haben die Medien Schuld an Attentaten? Schuld an allem Übel der Welt?
    Definitives Nein. Medien berichten. Medien versorgen das Grundrecht auf Information. Medien klären auf. Medien vermitteln Wissen. Medien regen zur Meinungsbildung an.
    Mit Schuld hat die Arbeit der Medien zu 99 Prozent nichts zu tun - Schwarze Schafe gibt es allerdings überall. Schuld ist eine Sache, die jedes einzelne Individuum betrifft. Schuld ist, wenn jemand Szenarien aus dem Zweiten Weltkrieg studiert und sie zum zentralen Thema eines Computerspiels macht. Warum töten wir in unserer Freizeit mittlerweile täuschend echte Simulationen von Menschen? Und warum geben wir solchen Spielen dann noch einen Hintergrund, den es wirklich gab? Warum sind solche Spiele bei Leuten beliebt, deren Großelterngeneration unter den realen Vorbildern zu leiden hatte? Warum finden wir Crahs bei Formel1-Rennen interessanter als einen Boxenstopp, bei dem alles reibungslos verläuft?
    Schuld haben wir alle zu einem gewissen Anteil. Es klingt abgedroschen, aber Schuld hat die Gesellschaft. Wir erschaffen jeden Tag aufs neue unsere eigenen Dämonen. Schuld hat diese Gesellschaft, deren Mitglieder in Milliarden einer Religion hinterher rennen, die einfachste Mittel verbietet, die AIDS in einem Spiel auf Zeit ausrotten könnten. Und mit was wird das begründet? Mit Jahrtausende alten Texten, die von Menschen geschrieben, die von Menschen erdacht wurden. Das ist Schuld. Schuld ist eine Gesellschaft, die vor lauter Bürokratismus ein Flugzeug mit Versorgungsgütern am Start hindert. Weil ein Formblatt nicht auffindbar ist, sterben in Afrika im Minutentakt Kinder den Hungertod. Das ist Schuld.

    Aber zurück zu deinen Thesen, was Meinesgleichen betrifft.
    Am Anfang ihrer Ausbildung wird Journalisten eingetrichtert, dass Leid gleich Geld ist?
    Ich muss mich gerade echt zusammenreißen. Sei mir nicht böse - und man verzeihe mir hier diesen Ausdruck - aber du hast ein beschissenes Praktikum bei irgendeinem Fernsehsender gemacht. Und deshalb weißt du, wie eine journalistische Ausbildung aussieht? Hey, ich hab auch ne journalistische Ausbildung hinter mir, aber ich wage nicht zu wissen, wie eine journalistische Ausbildung auszusehen hat. Schon gar nicht auf einen allgemeinen Gesamtbegriff heruntergebrochen. Eines weiß ich aber: Gute journalistische Ausbildung ist das genaue Gegenteil von dem, was du da behauptest. Und sie überwiegt in Deutschland - und zwar unerreicht.

    Das Herz des Journalismus sind Lokalnachrichten, denn nichts interessiert die Menschen mehr als das, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Nichts bewegt sie mehr. Und hier gibt es einen Leitsatz für Medien mit lokalem Kerngeschäft: Die gute Nachricht kommt groß! Wenn einem sowas noch nie aufgefallen ist, dann sollte man sich mal vor Augen führen, welche (Art) Medien man konsumiert.

    Und jetzt komme ich zu meinem letzten Absatz (Versprochen!):
    Medien sind nicht allwissend und nicht allmächtig und beanspruchen schon gar nicht, vollkommen konform mit jeder Meinung zu berichten - das ist unmöglich.
    Wer Nachrichten konsumiert sollte sie immer hinterfragen. Das geht bei einer Vorabmeldung à la "Terroranschlag in Norwegen mit mutmaßlich islamistischem Hintergrund" natürlich schwer bis gar nicht. Aber wenn das ZDF-Journal am Abend eine halbe Stunde über dieses Ereignis berichtet und viele Fakten zusammen gekommen sind und auch Experten Aussagen treffen oder ich tags drauf zwei Sonderseiten in meiner Zeitung lese, dann muss ich mich fragen, was ich mit diesen Nachrichten anfange. Ich muss sie einordnen, ich muss mir eine Meinung dazu bilden und ich muss auch entscheiden, wie ich sie gewichte, was ich davon gut und was schlecht finde und vor allem, was ich davon für mich persönlich mit in den Tag nehme. Darum geht es.

  10. Danke sagten:


  11. #8
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    Ich muss dir in jedem Gesichtspunkt zustimmen und ich verstehe deine Verärgerung. Du sagst mir insgesamt absolut nichts neues aber ich gebe zu das ich die andere Seite der Medaille nicht in meinen Blog hinzugefügt habe. Danke, dass du das getan hast.


    Zitat Zitat von Waschtl Beitrag anzeigen
    ntv, N24: Nachrichtensender, wie die Namen schon sagen. Ein Dauerkonsum-Medium. Gedacht für Leute, die das beruflich brauchen. Geeignet für Leute, die das über einen langen Zeitraum - soll heißen: mehrere Stunden täglich - verfolgen können. Denn nur dann macht es Sinn. Es geht um Entwicklungen. Was passiert von der 1. Meldung bis hin zum Redaktionsschluss (den es bei diesen Sendern fast schon nicht mehr gibt)? Das sind die Fragen, die einen N24- oder ntv-Zuschauer interessieren (müssen).
    Warum holen sie dann aber einen sogenannten "Fachmann" nach dem anderen ins Studio? Seit wann sind Twittermeldungen wie "Das finde ich nicht gut." oder "Das ist eine Schweinerei." nachrichtentechnisch relevant? Ich verstehe das man Sendezeit füllen muss aber solche Unarten stammen aus dem amerikanischen Fernsehen und werden übernommen ohne sich zu überlegen ob es Sinn macht.

    Erst kürzlich habe ich erlebt wie das ZDF das in einer 15 Minutensendung ebenfalls gemacht hat. Fünf Minuten Sendezeit absolut nichts wissenswertem oder relevanten gefüllt.

    Zitat Zitat von Waschtl Beitrag anzeigen
    Über die beiden ausländischen Sender, die du genannt hast, möchte ich nichts sagen. In anderen Ländern funktioniert Journalismus ganz anders als in Deutschland. Der Nachrichtenkonsum eines Engländers ist anders als der eines Deutschen. Das würde hier zu weit führen. Und über deinen Praktikumsplatz kann ich erst recht nichts sagen außer so viel: Wer solche Aussagen wie dieser Chefredakteur tätigt, der gehört mit Berufsverbot gestraft.
    Amen!



    Zitat Zitat von Waschtl Beitrag anzeigen
    Die Medien haben genauso viel Blut an den Händen wie die Täter?
    Sag mal, geht's noch? Gegenfrage: Hat der Tankwart der Passagiermaschine Schuld an 9/11 nur weil er die Maschinen, die in das World Trade Center geflogen sind, betankt hat?
    Nein und so ist das auch nicht gemeint. Die Medien werden ansich als Werkzeug missbraucht. Explosionen liefen Bilder die normale Attentate mit der Waffe nicht bieten können. Es verkauft sich besser und hat mehr Wirkungsgrad auf die Bevölkerung, darum wird von Terroristen eher Sprengstoff verwendet als ein gezielter Schuss.

    In der Hinsicht spielen solche Gruppen mit dem was die Massen eher bewegt einzuschalten. Selbstverständlich hat hier auch gerade das Fernsehen eine besonder Verantwortung.

    Zitat Zitat von Waschtl Beitrag anzeigen
    Amokläufe passieren nur, weil die Attentäter in die Medien wollen?
    Also haben die Medien Schuld an Attentaten? Schuld an allem Übel der Welt?
    Das gebe ich zu, dass war unglücklich formuliert aber potentielle Täter können auf die Idee kommen durch die Nachahmung einer Tat ebenfalls Berühmtheit zu erlangen. Von der urpsrünglichen Tat erfahren sie allerdings durch die Presse und das öffentliche Interesse macht den Rest.

    Sowas kann man nicht vorrausahnen aber man kann sich vom amerikanischen Beispiel distanzieren und bei einem Mord jedes noch so kleine Detail genau zu erläutern. Da ist eine gewisse Blutgeilheit nicht abzustreiten und die Leute schalten ein. Aber du hast recht, lass uns ausländische Medien hier nicht mit reinbringen. Alleine schon über FOX könnte man Seiten schreiben.

    Zitat Zitat von Waschtl Beitrag anzeigen
    Definitives Nein. Medien berichten. Medien versorgen das Grundrecht auf Information. Medien klären auf. Medien vermitteln Wissen. Medien regen zur Meinungsbildung an.
    Mit Schuld hat die Arbeit der Medien zu 99 Prozent nichts zu tun - Schwarze Schafe gibt es allerdings überall. Schuld ist eine Sache, die jedes einzelne Individuum betrifft. Schuld ist, wenn jemand Szenarien aus dem Zweiten Weltkrieg studiert und sie zum zentralen Thema eines Computerspiels macht. Warum töten wir in unserer Freizeit mittlerweile täuschend echte Simulationen von Menschen? Und warum geben wir solchen Spielen dann noch einen Hintergrund, den es wirklich gab? Warum sind solche Spiele bei Leuten beliebt, deren Großelterngeneration unter den realen Vorbildern zu leiden hatte? Warum finden wir Crahs bei Formel1-Rennen interessanter als einen Boxenstopp, bei dem alles reibungslos verläuft?
    Schuld haben wir alle zu einem gewissen Anteil. Es klingt abgedroschen, aber Schuld hat die Gesellschaft. Wir erschaffen jeden Tag aufs neue unsere eigenen Dämonen. Schuld hat diese Gesellschaft, deren Mitglieder in Milliarden einer Religion hinterher rennen, die einfachste Mittel verbietet, die AIDS in einem Spiel auf Zeit ausrotten könnten. Und mit was wird das begründet? Mit Jahrtausende alten Texten, die von Menschen geschrieben, die von Menschen erdacht wurden. Das ist Schuld. Schuld ist eine Gesellschaft, die vor lauter Bürokratismus ein Flugzeug mit Versorgungsgütern am Start hindert. Weil ein Formblatt nicht auffindbar ist, sterben in Afrika im Minutentakt Kinder den Hungertod. Das ist Schuld.
    In der Tat aber machst du es dir damit nicht zu einfach? Eine Gesselschaft die in Reichtum lebt weiß es nicht wie es ist in Armut zu leben. Auf der anderen Seite muss jedes Gut das in dritte Welt Länder gebracht werden abgesichert sein. Man muss wissen von wo es kommt und wohin es geht, am Schluss wird sonst noch Schmugelware transportiert.

    Schimpfst du jetzt über unsere Verfassung und unsere Gesetze? Wenn ja, diese wurden über jahrtausende entwickeln und entwickeln sich mit jeder Generation erneut da sie immer veralten und niemals perfekt sein können. Überbürokratisierung kann dennoch nicht die Lösung sein, ist aber nichtsdestotrotz die Folge.

    Zitat Zitat von Waschtl Beitrag anzeigen
    Aber zurück zu deinen Thesen, was Meinesgleichen betrifft.
    Am Anfang ihrer Ausbildung wird Journalisten eingetrichtert, dass Leid gleich Geld ist?
    Ich muss mich gerade echt zusammenreißen. Sei mir nicht böse - und man verzeihe mir hier diesen Ausdruck - aber du hast ein beschissenes Praktikum bei irgendeinem Fernsehsender gemacht. Und deshalb weißt du, wie eine journalistische Ausbildung aussieht? Hey, ich hab auch ne journalistische Ausbildung hinter mir, aber ich wage nicht zu wissen, wie eine journalistische Ausbildung auszusehen hat. Schon gar nicht auf einen allgemeinen Gesamtbegriff heruntergebrochen. Eines weiß ich aber: Gute journalistische Ausbildung ist das genaue Gegenteil von dem, was du da behauptest. Und sie überwiegt in Deutschland - und zwar unerreicht.
    In meinem ersten Studienjahr habe ich einen Kurs über redaktionelles Schreiben und Arbeit gemacht. Das mit dem, die beste Story bringt euch hoch hinaus, Gewalt und Skandale verkaufen sich gut und bla bla bla war in der ersten Stunde und nahm nicht ab.

    Mit dem Leid anderer verdienen sie Geld. Andererseits tun das Polizisten und Rettungskräfte auch. Es kommt immer drauf an wie man den Satz auslegt. Es ist nur leider wahr und das ist nicht nur die Schuld der Journalisten sondern auch die der Leser oder der Zuschauer, Sex, Skandale und Gewalt verkaufen sich am besten. Eine Zeitung die überleben will muss liefern was die Leute wollen.

    Und niemand will über hungernde Kinder in Afrika lesen. Da fühlt man sich schlecht dafür das es einem gut geht und das man seit Geld nich hergeben will. Und das auch zurecht. Nichtsdestotrotz ist es wichtig darüber zu berichten. Trotzdem sieht man die Meldung über die Flüchtlingscamps in der Bildzeitung irgendwo ganz klein unten in der Ecke und auf der Überschrift wird über die Brust-OP eines Promis gelästert.

    Zitat Zitat von Waschtl Beitrag anzeigen
    Das Herz des Journalismus sind Lokalnachrichten, denn nichts interessiert die Menschen mehr als das, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Nichts bewegt sie mehr. Und hier gibt es einen Leitsatz für Medien mit lokalem Kerngeschäft: Die gute Nachricht kommt groß! Wenn einem sowas noch nie aufgefallen ist, dann sollte man sich mal vor Augen führen, welche (Art) Medien man konsumiert.
    Ich konsumiere die Medien die man mir vorsetzt. Ich versuche zu vergleichen aber wie soll man jeden Tag, wenn man nicht gerade in der Branche arbeitet, jede einzelne Quelle auswerten? Viele (nicht ich) lesen daher die Bild. Einfache Nachrichten für Peter Jedermann verständlich aber absolut null informativ wenn es in die Tiefe geht. Kaum relevante Nachrichten wenn man sie mit anderen Zeitungen oder Quellen vergleicht.

    Aber das wird unserem Land vorgesetzt. Nur weil es sich verkauft, sollte man es nicht verkaufen.



    Den letzten Teil habe ich jetzt nicht zitiert. Ich würde mich wahrscheinlich nur wiederholen. Es ist jetzt spät, ich geh ins Bett.
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  12. Danke sagten:


  13. #9
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    Im gewissen Sinne gebe ich Woodstock Recht. Zwar würde ich nicht so weit gehen, die Medien als potentielle Mörder zu bezeichnen, aber es ist recht offensichtlich, daß es kaum noch Tabus gibt und das Individuum an sich respektlos behandelt wird und zu einem unwichtigen Faktor verkommt. Letztendlich zählt, was es bietet und ob sich lohnt, was es zu bieten hat.
    Medien sensibilisieren und desensibilisieren. Sensibilisation für für den Hass auf oder die Ablehnung gegenüber Minderheiten oder Gruppen, Desensibilisation für Fingerspitzengefühl, Menschlichkeit und Anstand.
    Wenn man von "den Medien" spricht, ist ein großer Teil selbiger gemeint.
    Durch ständige Tiraden und Schlagwörter, ständiges Ausleuchten bis ins kleinste (meist unwahre) Detail, stumpft man ab. Langsam aber sicher. Dabei geht es nicht allein um Weltnachrichten, Amokläufe und Sensationen sondern auch darum, was Nachbars Lumpi wieder mal irgendwo angeknabbert hat.
    Allein die Reality-TV-Shows, die mit Realität überhaupt nichts zu tun haben, führen Menschen vor und machen sie lächerlich, um Quote zu erzielen. Natürlich ist auch der Zuschauer schuld, klar kann man zum Teil auch die Gesellschaft veranwtortlich machen. Letztendlich aber sorgen die Medien überhaupt erst dafür, daß ein solcher Dreck überhaupt erst von den Zuschauern in diesem Maße (angeblich) angenommen und gewünscht wird.
    Denn irgendwann gehört die öffentliche Demütigung durch das ständige Zeigen zur Normalität und zum Alltag, denn Medien beeinflussen und erfüllen eine (meist fragwürdige) Vorbildfunktion.
    Es kann wohl niemand leugnen, welch riesigen Einfluß allein diese gefakten und übersteigerten Talentshows allein auf Jugendliche haben.

    Hinsichtlich der Berichterstattung und der politischen Motivation, war erst kürzlich wieder ein schönes Beispiel auf Welt Online zu finden - wie man ja weiß, dem Axel Springer-Verlag angehörend - dessen Kommentator sich gewählt aber dennoch manipulierend über die angeblichen Motivie der randalierenden Massen in London ausgelassen hat. Ohne einen Beweis zu liefern, behauptete der Kommentator, daß die Randalierer allesamt der (meist arbeitslosen) Unterschicht angehörten und aufgrund ihres irrationalen Anspruchdenkens Geschäfte plündern und Randale veranstalten.
    Zunächst einmal konnte und kann der Kommentator nicht wissen, welcher sozialen Schicht die Randalierer angehörten. Das war aber egal, denn es bot sich eine Gelegenheit für das konservative Blatt, Sozialhilfe zu verhöhnen und Arbeitslose als faule und verwöhnte Asoziale darzustellen.
    An den Kommentaren darunter wurde deutlich, wie schnell diese Behauptung einfach als Tatsache angenommen wurde, und es entstand eine Debatte darüber, daß jeder alles erreichen könne, wenn er nur wolle, egal aus welchen Verhältnissen man stamme und daß Arbeitslosigkeit nur aus Faulheit und Schmarotzertum enststehen kann.
    Die Gewalt in London war schon bald kein Thema mehr sondern vielmehr die Bringschuld eines einzelnen an die Gesellschaft durch Arbeit und Fleiß, und sei es mit Billigjobs und Zeitarbeit denn "man selbst habe es ja auch geschafft und wenn man schon die faulen Säcke mit Bierflasche vor dem Fernseher sähe..." etc....

    Manipulation pur. Arbeistlose waren also nicht mehr nur faul, sondern plötzlich auch kriminell. Nur eines von vielen Beispielen.
    Geändert von Tans (14.08.2011 um 16:50 Uhr)

  14. #10
    Master Sergeant Avatar von WarriorSun
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    Ich betreibe dann mal mindere Nekromatie . Ich muss unbedingt auf etwas eingehen.

    Schuld ist, wenn jemand Szenarien aus dem Zweiten Weltkrieg studiert und sie zum zentralen Thema eines Computerspiels macht. Warum töten wir in unserer Freizeit mittlerweile täuschend echte Simulationen von Menschen? Und warum geben wir solchen Spielen dann noch einen Hintergrund, den es wirklich gab? Warum sind solche Spiele bei Leuten beliebt, deren Großelterngeneration unter den realen Vorbildern zu leiden hatte?
    Sicher. Winnenden war so weil einer WW II nachspielen will. Columbine ist passiert weil jemand zu oft in einem Kalten Kriegs Szenario den bösen Russen vermöbelt hat und der Amoklauf in Erfurt ist passiert weil jemand Command and Conquer gespielt hat. Herzlichen Glückwunsch. Du hast soeben jedes Klischee das auf einen Zocker zutrifft erfüllt und die Mainstream Meinung perfekt abgebildet. Unwissenheit ist gefährlich. Wird aber Unwissenheit noch verstärkt kann es böse werden. Es ist so einfach den Grund für einen Amoklauf auf die Medien (Print, PC, Games) zu schieben.Denn dann kann ich meine Seele entlasten und sagen. Der hat so viel gezockt und ist deshalb durchgeknallt. Das Amokläufter meist jahrelang gequält und erniedrigt werden fällt meistens weg. Auch bei der Berichterstattung durch klassische Medien. Verkauft sich einfach besser als wenn man eine Gesellschaftskritik verpasst.Ich war ja nicht Schuld.

    Das Problem, so sehe ich das eher, ist das egal welches Medium es ist es Geld verdienen muss. Zwangsläufig um nicht unterzugehen, bankrott oder beendet zu werden. So läuft Kapitalismus. Verdien Geld oder dein Konkurrent überholt dich. Also betreibt man Wettbewerb. Aber Wettbewerb kann man nicht ewig betreiben weil es irgendwann mal Schluss ist. Also betreibt man Mainstream Werbung, vergisst Moral und Ethik (Medienskandal in England! Menschen abhören, deren Angehörige gestorben sind? Geht noch?) und irgendwann hat man das Schlamassel.
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  15. Danke sagten:


  16. #11
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    Ich denke das passt hier gerade mal wunderbar rein:

    Gamescom-Besucher am Pranger von RTL Explosiv

    Der am gestrigen Abend ausgestrahlte Bericht von RTL Explosiv über die Besucher der Gamescom 2011 erhitzt die Gemüter. Das Fernsehteam stellte die Besucher als schlecht gekleidete, unhygienische und beziehungsgestörte Menschen dar, mit denen Aliens schnell Kontakt knüpfen könnten.

    Der Privatsender RTL ist um einen kleinen Skandal reicher: Im Boulevard-Magazin RTL Explosiv stellte man die Besucher der Gamescom in einem rund fünfminütigen Beitrag als schlecht gekleidete, unhygienische und beziehungsgestörte Computerfreaks dar. Besonders die Herren der Schöpfung kommen schlecht weg. Schon die Einleitung von Moderatorin Nazan Eckes, die noch kürzlich den Computerspielpreis verlieh, ließ nichts Gutes vermuten: "Sollten irgendwann doch Außerirdische bei uns auf der Erde landen, könnten sie auf folgender Veranstaltung wirklich enge Freundschaften schließen. Wir wissen zwar, dass es auf der Gamescom in Köln, der größten europäischen Spielemesse, um virtuelle Welten geht, trotzdem laufen da teilweise echt komische Gestalten herum."

    Es folgte ein Bericht, wie man ihn nach dieser Anmoderation erwarten konnte. In den besagten fünf Minuten beschäftigte man sich ausschließlich mit den 275.000 Besuchern der Messe und nicht mit den Spielen und dem Rahmenprogramm. Im zusammengeschnittenen Bericht kommen Spieler im Allgemeinen nicht gut weg. Das RTL-Team lässt kein Klischee aus und kann es sich auch nicht verkneifen, festzustellen, dass die angeblich hauptsächlich männlichen Besucher der Messe ein gestörtes Verhältnis zu Frauen haben sollen. Deshalb hätten die Austeller auch zahlreiche Messehostessen engagiert. Das lässt man dann durch eine gekaperte Messehostesse beweisen, die sich zum Werkzeug der gekonnt negativen inszenierten Berichterstattung macht.

    Wer den Bericht in seiner ganzen Länge sehen will, findet ihn derzeit bei RTL Now (ab ca. 12:30 min.). Der Kölner Sender ist bemüht, die auf Videoportalen verteilten Mitschnitte löschen zu lassen. Dass es bei einer solchen Berichterstattung zum Gegenschlag kommt, war zu erwarten. Deutschlandweit beschweren sich Webseiten und Spieler über den pauschalen Angriff. Kaum verwunderlich, wenn das RTL-Explosiv-Team kommentiert: "Irgendwann in seinem Leben steht jeder pubertierende Junge vor der Frage, 'Kaufe ich von meinem Taschengeld einen Rasierapparat oder doch lieber ein Computerspiel'? Wenn man sich da falsch entscheidet, landet man hier". An vielen Stellen wird aufgerufen, sich bei programmbeschwerde.de über den Bericht bei RTL zu beschweren. Es handelt sich hierbei um das offizielle Bürgerportal der Landesmedienanstalten.

    Quelle: http://www.pcgameshardware.de/aid,84...Gamescom/News/






    __________________________________________________ _______________________________


    Also ich finde RTL hat damit den tiefpunkt der Niveaulosigkeit erreicht, und liefert mehrere Ansätze um auf Schmerzensgeld verklagt zu werden. Das ist eine Bodenlose Frechheit, eine gesamte "Sparte" so zu Diffamieren.

  17. #12
    Nulli Secundus Avatar von Major Lee Adama
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    Was soll man dazu sagen?
    Das ist echt unterirdisch. Es mag vieleicht Einzelfälle geben, aber alle Menschen die auf ihrem Computer etc. Spiele spielen so zu bezeichnen, eigentlich beleidigen, ist ja wohl mehr als daneben. Ich frage mich echt, was für Leute bei RTl sitzen und sich solch einen Müll ausdenken. Anstatt von der Gemscon im allgemeinen zu berichten, haut man hier voll in die Klichee-Bresche. das sie die Gamescon-Besucher nicht noch als tickende Massenmörder bezeichnen, fehlt noch. Und dieser Kommentar von RTL was ist das den bitte? Für mich sieht es nach einer öffentlichen Verhönung der Speiler aus.

    Ich boykottiere RTL!!!!



  18. Danke sagten:


  19. #13
    Gate der Erde Avatar von GdE
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    Die hätten mal auf den Veranstalter rumkloppen sollen, der nicht Fähig war Mülltonnen aufzustellen ...

    Edit: So den fertigen Bericht mal angesehen, irgendwie hätte der aber auch fast über Wacken gehen können ...
    Geändert von GdE (24.08.2011 um 20:25 Uhr)
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    Der außerirdische Ritter August 08
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    Genie gegen Neandertaler September 09
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    Crossover:
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  20. #14
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    Wer spielt ist in der Gesselschaft immernoch ein Außenseiter. Dagegen wird niemand so schnell was machen können.
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  21. #15
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    Ach mich wundert es nicht, es ist RTL und wer hätte schon etwas anderes erwartet?

  22. #16
    Just a Lizard Wizard in a Blizzard Avatar von Woodstock
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    RTL ist das deutsche FOX. Wer da was positives erwartet ist selber Schuld.
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  23. Danke sagten:


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