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Thema: [100] Tod in Rio

  1. #1
    Meister der Ungehudeltheit Avatar von Terraner
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    Standard [100] Tod in Rio

    Autor: Terraner
    Titel: Tod in Rio
    Wort (Nummer): Leidenschaft (41)
    Serie : Stargate
    Genre: AU
    Charakter/Pairings Werdet ihr sehen..
    Rating: R, CD
    Titel-Song: Mais Que Nada
    Anmerkung des Autors: Das ist mein allererste Fanfiction die in einem alternativen Stargate-Universum spielt. Viel Spaß!


    Tod in Rio

    Südamerika, 1966

    Jack O’Neill sah sich um, die Hände in den Taschen des karierten Jacketts versenkt und die eckige Sonnenbrille auf der Nase. Er war umgeben von einer Menschenmenge, die sich wild und ausgelassen zu südlichen Rhythmen bewegte. Es war heiß, eine der heißesten Nächte des Jahres, und Jack schwitzte.
    Er fuhr sich mit seinem blauen Taschentuch über die Stirn und steckte es dann wieder weg. Für einen Moment hatte er ihn gesehen. Den einen, weswegen er den Business-Flug nach Rio de Janeiro genommen hatte und dabei 2 Stunden lang neben diesem korpulenten Texaner gesessen hatte!

    Jack O’Neill setzte sich in Bewegung und zwängte sich durch die Leiber der ausgelassen tanzenden Menschen. Eine wunderschöne Frau in einem knappen weißen Sommerkleid und blondem Haar hielt ihn fest. Er wandte sich ihr zu, wollte sich losmachen. Da bemerkte er wie schön sie war.

    „Komm, tanz mit mir!“, forderte ihn die Frau mit amerikanischen Akzent auf.

    „Vielleicht später…“, meinte Jack und löste sich von ihr. Sie war genau sein Typ, aber er durfte sich nicht von seiner Mission abbringen lassen. Enttäuscht ließ ihn die Frau ziehen und blickte ihm traurig hinter her. Bald war sie wieder im Wirrwarr der leidenschaftlich tanzenden Menschen verschwunden. Es war Karneval und das bedeutete Ausnahmezustand in Rio. Jack O’Neill arbeitete sich weiter durch. Vorhin war er zu 100% auf seine Zielperson fixiert gewesen, aber nun kehrten seine Gedanken immer wieder zu der bezaubernden Fremden zurück. ‚Jack, sei professionell‘, mahnte er sich selber und lief schneller. Der Schulterhalfter mit der Browning ermahnte ihn unentwegt an seinen Beruf und seine Mission.

    Das Menschengewühl spuckte ihn aus und er sah sich an dessen Rande um, wo wohl seine Zielperson war. Da! Auf der Aussichtsplattform stand er. Die Straße mit dem Karnevalsumzug verlief bergab und an deren Rand waren zwischen den Häusern immer wieder kleinere und größere Nischen von denen aus man auf das nächtlich illuminierte Rio de Janeiro herabblicken konnte. Jacks Herz schlug schneller, als er sein Ziel am Geländer stehen sah. Selbst Vietnam hatte ihm nicht die alte Aufregung abgewöhnen können.

    O’Neill näherte sich schnellen Schrittes dem Mann, der ihm den Rücken zudrehte. Jack zog seine Waffe. Abseits des Trubels achtete niemand auf die beiden Männer. Der Colonel war kein Mann, der andere feige in den Rücken schoss. Er legte seiner Zielperson die Hand auf die Schulter. Der andere fuhr herum, er trug einen Vollbart und auch eine Sonnenbrille, letztere setzte er nun erstaunt ab.

    „So sieht man sich also wieder, Jack“, meinte der andere.

    „Es war unausweichlich Harry“, sagte O’Neill und zielte locker auf Maybourne.

    „Du willst mich erschießen? Jack, ich bin enttäuscht von dir! Erinnerst du dich nicht mehr daran wie wir `45 den Krauts eingeheizt haben? Oder wie wir diesen fetten Nazi erwischt haben bevor er sein dreckiges Gold in diesem Bergsee versenken konnte?“

    „Seltsamerweise sind im Hauptquartier nur 20 Barren angekommen, obwohl wir bestimmt doppelt soviel sicher gestellt haben…“

    „Schwund gibt es immer!“, behauptete Maybourne und grinste breit.

    „Deswegen bin ich nicht hier, Harry. Ein Vögelchen hat meinen Vorgesetzten geflüstert das du jetzt für die Russen arbeitest. Du sollst den Kommunisten schon mehrere militärische Geheimnisse verraten haben. Das muss ein Ende haben!“, sagte Jack mit fester Stimme. Er wollte nicht tun was Hammond ihm aufgetragen hatte, auch wenn er wusste dass es notwendig war. Verräter hatten früher oder später unschuldige Menschen auf dem Gewissen, deswegen mussten sie gestoppt werden.

    „Harry, da sind sie ja!“, dröhnte ein dicker Man mit russischen Akzent plötzlich neben ihnen. Jack schoss!

    KGB-Oberst Chekov riss die Arme nach oben und torkelte nach hinten. Auf seinem geschmacklosen Hawaii-Hemd bildete sich ein roter Fleck der rasch größer wurde. Der Russe prallte gegen das Geländer und glitt erschlaffend an ihm herab. Maybourne reagierte blitzschnell und boxte O’Neill in den Bauch. Jack krümmte sich und ließ beinahe die Waffe fallen. Harry hastete davon. Er rannte auf ausgelassenen Menschenmassen auf der Straße zu. Jack fiel auf die Knie, berappelte sich und lief dem anderen hinter her.

    „Mais Que Nada“ schallte über die Tanzenden hinweg. Der erste Wagen des Karnevalsumzugs näherte sich. Auf ihm tanzte höchst sinnlich eine schwarzhaarige Frau, die unter den Einheimischen als die „wundervolle Vala“ bekannt war. In einem goldenen Kostüm bewegte sie sich zu Jorge Benjors Gesang.

    Jack O’Neill schenkte ihr keine Beachtung, er hatte sein Ziel aus dem Auge verloren. Er tauchte wieder ein in die Menschenmasse. Keine Spur von Maybourne, er war umgeben von lebenslustigen, braungebrannten Menschen. Da kam ihm ein Einfall und er erklomm den Umzugswagen.

    „Hey! Du bist aber stürmisch!“, rief Vala als O’Neill plötzlich neben ihm stand.

    „Es ist nicht wegen dir, ich suche nach einem Mann…“, erklärte O’Neill hastig, von Harrys Flucht aus dem Konzept gebracht.

    „Ach? Was für eine Verschwendung!“, Vala klatschte Jack enttäuscht auf den Po. Jetzt rief Jack „Hey“ und hob reflexmäßig die Browning.

    Vala sah mit großen Augen von der Pistole zu Jack. ‚Ein Irrer! ‘, schoss es ihr durch den Kopf. Kurzentschlossen gab sie Jack einen Kinnhaken der ihm vom Wagen und auf den Bürgersteig fliegen ließ. O’Neill prallte unsanft auf und schlug sich den Kopf an. Es wurde schwarz um ihn
    ~+~

    Der Weltkriegsveteran öffnete mühsam die Augen. Er lag auf einer ungemütlichen und vermutlich von Ungeziefer bewohnten Pritsche. Die Zelle in der er sich befand hatte schon bessere Zeiten gesehen. Die kahlen Wände waren voll Kritzeleien… O’Neill vermutete dass die Zelle noch aus der Kolonialzeit stammte. Er setzte sich auf, als er hörte wie jemand die Tür aufschloss.
    Ein muskulöser Schwarzer öffnete die Tür, der Mann trug eine brasilianische Polizeiuniform und hatte die Mütze tief ins Gesicht gezogen.

    „Senior O’Neill, bitte kommen Sie mit!“

    Jack seufzte und stand auf. Zusammen mit dem Wärter machte er sich auf den Weg. Sie liefen einen langen, kahlen Korridor entlang von dem etliche Zellen abgingen und kamen dann in ein Büro. Der Mann hinter dem Schreibtisch sah auf. „Danke Teal’c.“

    Der Schwarze nickte und stellte sich dann neben die Tür. Jack O’Neill blieb neben dem Stuhl vor dem Schreibtisch stehen. „In meinen Land haben wir eine Sitte, die sich „Vorstellen“ nennt“, sagte O’Neill.

    „In Brasilien sind wir nicht allzu nett zu Mördern, Senior O’Neill. Aber wenn sie darauf bestehen: Ich bin Commissario Daniel Jackson, Chefermittler des Morddezernats Rio. Setzen Sie sich doch.“

    O’Neill tat wie ihm geheißen und musterte sein Gegenüber. Dieser Jackson hatte sein braunes Haar ordentlich gescheitelt, ein Clark Gable-Bart zierte sein Gesicht. Seine Manschettenknöpfe schimmerten matt im Licht der Schreibtischlampe.

    Jack ließ seinen Blick schweifen. Er sah eine goldene Statue in einem Regal stehen.

    „Was ist das?“

    „Oh, nur der 1. Preis des Bossa Nova Tanzwettbewerbs vom letzten Jahr.“

    „Sie sind also… gelenkig.“

    „Oh ja.“

    Eine Pause folgte, in der nur das Ticken der brasilianischen Wanduhr zu hören war. Jack überlegte fieberhaft seine Optionen. Die Regierung würde seine Existenz abstreiten, er musste selber einen Weg hinaus finden. Ob ihn dieser Jackson gehen lassen würde? Unwahrscheinlich, immerhin hatte er einen Mann getötet. Aber Chekov war ein dreckiger Kommunist gewesen. Veränderte das Jacksons Einstellung gegenüber dem Fall? O’Neill bezweifelte das irgendwie, der Commissario sah wie ein Mann mit Prinzipien aus.

    „Sie haben einen Mord begangen. In meinem Bezirk. Das behagt mir gar nicht…“, meinte Daniel Jackson.

    „Ich bin unschuldig… ein Mann namens Harry Maybourne hat den Mord begangen und mir danach die Tatwaffe in die Hand gedrückt.“

    „Sie wollen also nicht kooperieren? Schade. Sie sahen aus wie ein vernünftiger Mann…“, Jackson stand auf und begann durch den Raum zu gehen. „Wissen Sie, ich habe ein gewisses Interesse an der Archäologie… am Ufer des Titicacasees wurde letztens ein Lager der peruanischen Hochlandindios aus dem vierten nachchristlichen Jahrhundert ausgegraben.“

    Daniel Jackson zog eine Schublade auf und holte einen großen Phallus aus schwarzem Stein heraus. „Dies wurde dort gefunden. Die Fachleute glauben das es sich um ein antikes Folterwerkzeug handelt auf das sich die Delinquenten setzen mussten…“

    Jack O’Neill wurde unruhig. Dieser anständige Commissario entpuppte sich als Wahnsinniger! Kurzentschlossen stieß er den Schreibtisch nach vorne. Daniel schrie und wurde von dem Schreibtisch an die Wand gedrückt. Jack wirbelte herum. Teal’c stand vor der Tür, ein Gewehr in der Hand.

    „Hilf mir! Zusammen können wir die Welt vor den Russen retten!“, flehte O’Neill eindringlich.

    Teal’c sah O’Neill ernst an: „Das haben schon viele gesagt …“

    Daniel Jackson drückte den Schreibtisch von sich und war schon fast frei.

    „… aber du bist der erste dem ich das zutraue!“, Teal’c schoss auf Daniel. Der Phallus fing den Schuss ab und explodierte in tausend Teile.

    Der Wärter riss die Tür auf und Jack stürmte hinaus. „Komm mit!“

    „Ich habe keinen Platz an den ich gehen kann...“

    „Macht nichts, du kannst bei mir wohnen! Jetzt komm schon!“

    Gemeinsam liefen sie den Korridor hinab und stürmten in das anschließende Verhörzimmer. Dort überraschten sie Vala, die sich gerade mit der bildhübschen Blondine unterhielt.

    „Ich werde meine Zeugenaussage nicht zurücknehmen!“, beteuerte Vala gerade als die beiden Männer hineinstürmten. Die Blonde erkannte blitzschnell die Situation und klappte blitzschnell ihren Dienstausweis auf.

    „Samantha Carter, CIA! Was zum Teufel machen Sie gerade?“

    „Ich fliehe. Dieser Jackson ist ein kompletter Irrer!“, rief Jack der nicht gedacht hätte seine Zufallsbegegnung von letzter Nacht wiederzusehen.

    „Bei allem nötigen Respekt Colonel, das ist das Schlechteste gewesen was sie hätten tun können. Ich hätte Sie schon fast draußen gehabt“, erklärte Sam erbost.

    Vala lehnte sich an die Wand und seufzte. „Daniels Frau wurde von einem kolumbianischen Drogenbaron entführt… seitdem ist er nicht mehr derselbe. Es ist noch schlimmer geworden seit er von seiner letzten Suchexpedition erfolglos zurückgekehrt ist.“

    Die Tür, die Teal’c vorsorglich verschlossen hatte erbebte. Jemand klopfte wütend gegen sie. Es folgte das Geräusch weggehender und wieder näher kommender Schritte. Dann flogen Splitter durch den Raum und die Klinge einer Feuerwehraxt wurde sichtbar.

    „Woho, der Junge meint es wirklich ernst!“, rief Jack und wich von der Tür zurück. Daniel Jackson schlug wieder zu. Ein Teil der Tür wurde herausgerissen und das Gesicht des Commissario wurde sichtbar. Jackson grinste verzerrt, lachte höhnisch und ließ seine Augen aufleuchten.

    „Ihr könnt nicht vor eurem Gott fliehen!“

    Jack, Sam, Teal’c und Vala sahen sich verwirrt an. Erst als der nächste mächtige Hieb Jacksons die Tür vollständig zerstörte, kam Bewegung in die vier. Sie liefen zur nächsten Tür, öffneten sie und kamen ins Treppenhaus.

    „Die kanadische Botschaft ist nur wenige Häuser entfernt! Wir müssen es schaffen uns zu ihr durchzuschlagen…“, erklärte Sam. Gemeinsam hasteten sie die breite Treppe herunter. Sie waren erst wenige Schritte weit gekommen, als die Lautsprecher knackten und Daniels Stimme durch die Polizeistation hallte.

    „Niemand entkommt Amaru! Achtung, hier spricht Commissario Jackson! Ein flüchtiger Mörder, der ehemalige Wärter Teal’c und zwei ihrer Komplizinnen versuchen das Gebäude zu verlassen! Sie sind bei Sichtkontakt sofort zu erschießen!“

    Die vier erhöhten ihr Tempo und rannten einen Polizisten über den Haufen, der beim Fallen einen Haufen Akten in die Luft warf. Dutzende Blätter flogen durch das Treppenhaus als Jack und die anderen weiterliefen. Endlich waren sie im Erdgeschoss angelengt, als ihnen auch schon die ersten Kugeln um die Ohren flogen. Teal’c erschoss einen Polizisten und die vier flüchteten hinter eine Säule.

    „Ich habe fünf Polizisten an der Tür gezählt!“, sagte Jack und fasste unwillkürlich zu seinem Holster, das –natürlich- leer war. „Teal’c, hast du noch Munition?“

    „Nein“, antwortete der Schwarze wortkarg.

    „Lasst mich das machen!“, sagte Vala selbstbewusst und rückte ihr schwarzes Kleid zurecht. Entschlossen lief sie weinend auf die Polizisten zu: „Officers, diese Leute haben Daniel geschlagen und mich entführt! Ihr kennt mich doch, oder?“

    „Natürlich Senhorita!“, beeilte sich einer der Cops zu sagen. Vala war ein oft und gern gesehener Gast des Polizeipräsidiums, was nicht nur an ihrer speziellen Beziehung zu Jackson lag. Als Vala in der Mitte der Polizisten stand dachte sie bei sich dass es mit dieser Beziehung jetzt wohl aus war. Glühaugen und manisches Verhalten waren eindeutig Beziehungskiller. Blitzschnell rammte Vala die Köpfe der beiden Polizisten neben sich gegeneinander. Bewusstlos sanken die beiden zu Boden und die anderen glotzten verdutzt. Während Vala dem nächsten Mann auf den Solarplexus schlug, stürmten Jack und Teal’c hinter der Säule hervor und machten zusammen mit der ihnen folgenden Sam die restlichen Cops fertig. Da ertönte eine Polizeipfeife vom Ende der Halle. Eine Horde Ordnungshüter stürmte die große Treppe herab, angeführt von einem bösartig grinsenden Daniel Jackson, der mit einem altertümlichen Polizeisäbel auf die vier Flüchtigen zeigte.

    „Raus hier!“, so rief O’Neill dass aus was alle dachte und sie rannten durch die Tür. Sie kamen auf einen Bürgersteig, der an eine verkehrsreiche Straße angrenzte. Es war ein typischer heißer und staubiger Nachmittag in der Millionenmetropole Rio de Janeiro. Über den hupenden Autos, nur 100 Meter Luftlinie entfernt hing schlaff die Kanadische Flagge an einer alten Villa im Kolonialstil.

    Wortlos stürmten Sam, Teal’c, Jack und Vala weiter und rempelten dabei zahlreiche Passanten an. Diese beschwerten sich lautstark, verzog sich aber schnell als Jacksons Polizeitruppe das Feuer eröffnete. Kugeln zischen über die heißen Steine und heulten als Querschläger durch die Straße. Die Fußgänger flüchteten und die Autofahrer versuchten dasselbe, was zu einem Verkehrschaos führte.

    Doch es blieb den Vieren keine andere Wahl als irgendwann die Straße zu überqueren. Sie rannten los, ein roter Buick überfuhr sie fast, wich aber im letzten Moment aus und krachte in einen staubigen Chevrolet. Blech flog durch die erhitze Luft und die Hupe des Chevrolets plärrte als der Fahrer mit dem Kopf auf dem Lenkrad aufschlug.

    Froh den Straßenkreuzern entkommen zu sein, hechteten die vier auf den Bürgersteig vor dem Eingang der Botschaft. Die Glastür war in Sichtweite, als Teal’c aufschrie. Jack und die anderen wirbelten herum, eine Säbelspitze stak aus Teal’cs Bauch.

    „Das ist deine gerechte Strafe Sholva!“, Commissario Daniel Jackson lachte triumphierend als Teal’c vor seinen Füßen zusammenbrach. Jack O’Neill schubste Sam und Vala Richtung Eingang. „Bringt euch in Sicherheit!“

    Der Colonel sah Daniel an und langsam begannen die Kontrahenten sich im Kreis zu drehen. Jackson den Säbel in der Hand und Jack mit tödlichem Blick. Er zog sein Jackett aus und warf es zu Boden um besser kämpfen zu können.

    „Du hättest niemals in meine Stadt kommen sollen!“, rief Daniel und bleckte die Zähne. „Das ist meine Stadt, hier bestimme ich wer lebt und wer stirbt!“

    „Deine Eltern haben dich zu viele Western sehen lassen!“, provozierte der Colonel ihn. Wütend stieß Jackson zu. Dynamisch wich O’Neill nach hinten aus und hob die Stoßstange des Buicks auf.

    „Dein Weg endet hier“, warnte O’Neill, die chromglänzende Waffe in der Hand.

    Jacksons Augen leuchteten auf: „Das bezweifle ich, Sterblicher!“, sprach der Commissario nun mit tiefer Stimme. Daniel hob den Säbel zum Schlag, von da an schien für Jack alles in Zeitlupe zu laufen. Jackson brüllte und holte aus. Ein roter Damenschuh segelte von links ins Bild. Er drehte sich im Flug und traf den Commissario am Kopf. Jackson sah zu Vala die den Schuh geworfen hatte. Jack nutze diesen Augenblick der Unachtsamkeit und schlug mit aller Kraft zu. Daniel ruckt zur Seite als ihn die massive Stoßstange am Kopf trifft. Er taumelt auf die Straße. Jackson sieht den herannahenden Ford nicht, spuckt Blut und Zähne aus und hebt den Säbel. Das Quietschen der Bremsen vermischt sich mit seinem Schmerzensschrei. Der Commissario wird von dem Wagen erfasst und überfahren.

    Seine blutiger Köper lag auf dem heißen Asphalt. Die leuchtenden Augen brachen wie Sekunden zuvor der Säbel. Dann war Commissario Daniel Jackson tot. Jack O’Neill sah ihn nicht lange an, denn schnell eröffneten die Polizisten auf der anderen Straßenseite das Feuer. O’Neill duckte sich und zog den verletzten Teal’c mit sich in die Botschaft.

    Sam und Vala hatten schon dem Botschaftsarzt Bescheid gesagt der sich rasch um den Verletzten kümmerte. Der Mann im weißen Kittel beugte sich über Teal’c: „Er ist nicht in Lebensgefahr – seine Verletzungen müssen aber sofort behandelt werden!“

    Während der Arzt nach seinem Assistenten rief und zwei bullige kanadische Soldaten Stellung vor der Botschaft bezogen um niemanden hineinzulassen, wandte sich Jack an die anderen: „Wir müssen mit dem Botschafter sprechen und ihn überzeugen uns zu schützen.“

    Sie ließen den verwundeten Teal’c in Obhut des Arztes und ließen sich von einem Botschaftsangestellten in einen mit Eiche getäfelten Raum führen. Dies war offensichtlich das Arbeitszimmer des Botschafters. Eine kleine kanadische Flagge stand auf dem Tisch, direkt neben einer Sonnencremetube mit einem astronomisch hohen Lichtschutzfaktor. Die Tür zum Balkon stand offen. Auf dem Balkon selber standen ein kleiner Tisch und darum drei Stühle. Drei Männer saßen dort und spielten Karten.

    Rodney McKay legte eben eine Karte auf den Tisch: „Ich wette das können Sie nicht schlagen, verehrter Kollege!“

    John Sheppard, amerikanischer Konsul und gelegentlicher Skatpartner seines kanadischen Amtskollegen verzog das Gesicht. Den dritten Spieler konnte man nicht identifizieren, er saß mit dem Rücken zu den Neuankömmlingen. Samantha Carter räusperte sich: „Guten Tag, ich bin Agent Samantha…“

    Sie war noch nicht bei ihrem Nachnamen angekommen, als O’Neill voranstürmte und den dritten Spieler am Kragen packte und hochzog. „Hey!“

    „Wussten Sie schon dass Sie mit einem russischen Spion Karten gespielt haben?“, fragte Jack, grimmig lächelnd.

    „Wir brauchten einen dritten Mann zum Skatspielen“, meinte John mit einem Achselzucken.

    „In meiner Botschaft wird niemand umgebracht!“, rief Rodney und wedelte mit seinem Zeigefinger vor Jacks Nase herum. „Was wollen Sie hier überhaupt?“, fügte er hinzu und besah sich die Neuankömmlinge. An Sam blieb sein Blick etwas länger hängen.

    „Geld, Schmuck, Männer…“, zählte Vala an ihren manikürten Fingern ab.

    „Asyl würde uns als erstes reichen…“, unterbrach Sam sie und lächelte Rodney zu.

    „Eh… gewährt!“, beschloss Rodney hastig.

    „Meine Botschaft steht ihnen auch offen“, beeilte sich John zu sagen. Harry Maybourne, immer noch im festen Griff von Jack, verdrehte die Augen. „Dieser Mann versucht immer noch mich umzubringen, aber lasst euch nicht stören…“

    „Damit wären wir vor dem Mob da draußen sicher…“, sagte Vala und setzte sich auf McKays teuer aussehenden Schreibtisch.

    „Welcher Mob?“

    „Warum wollen Sie ihn umbringen?“

    Jack O’Neill sah die beiden Konsuln an: „Gibt es hier eine Zelle wo ich den hier unterbringen kann?“

    Rodney erkannte das dieser Amerikaner sich nicht vertrösten lassen würde: „Klar, im Erdgeschoss. Ich zeige Sie ihnen…“

    Sam und die anderen sahen den drei Männern nach. Carter hatte sich in Langley die Akte Maybournes angesehen. Irgendwie bezweifelte sie das Harry lange in dieser Zelle bleiben würde…

    „Ihr seht so aus als ob ihr einen Schluck vertragen könntet“, meinte John und deute auf den großen Globus im Zimmer. „Zufälligerweise weiß ich wo sich die Minibar von Konsul McKay befindet…“ Der Diplomat ging zum Globus und öffnete ihn. Neben einer eisernen Reserve an Energie- und Schokoriegeln standen dort einige Flaschen.

    „Scotch, Bourbon…?“

    „Mir wäre ein Bier lieber“, gestand Sam.

    „Mir auch, aber als Diplomat muss man seinen Gästen immer die edelsten Sachen anbieten“, sagte John mit einem verschmitzten Lächeln und nahm drei eisgekühlte Flaschen Bier aus dem unteren Fach des Globus.

    Nachdem jeder versorgt worden war, fragte John: „Worauf wollen wir trinken?“

    Vala stand vom Schreibtisch auf und sah die anderen traurig an: „Auf Daniel. Der Mann der draußen gestorben ist war nicht mehr mein Daniel… der echte hätte diese schrecklichen Dinge nie getan…“

    Vala wischte sich eine Träne weg, dann stieß sie mit den anderen an: „Auf Daniel Jackson! Wo auch immer er jetzt sein mag…“

    Ende
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  2. #2
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Erinnert die Szene, wo Jackson wie ein Irrer durch die Tür bricht, rein zufällig an "Shining"?

  3. #3
    Turbo-Denker/Seher alias Beamter Avatar von Dakimani
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    jeah......mal eine etwas andere SG folge
    rodney und politiker?? wie verrückt xD

    war auf jedenfall eine gelungene storry *thx*

  4. #4
    Major General Avatar von Kris
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    Ja, das ist wirklich mal eine andere Herangehensweise an Stargate, und auch gut geschrieben.

    Das ganze erinnert mich ein wenig an die italienischen oder spanischen Thriller, die seit den 80ger Jahren immer wieder durch die Videotheken geistern, in Lateinamerika spielen, aber auch sehr unterhaltsam sein können.

    Auf jeden Fall kamen die Figuren gut rüber, auch wenn ich ziemlich über John und Rodney grinsen musste.
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  5. #5
    Herrin des Lichts Avatar von Borealis
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    ich hab hier einige Anspielungen an Filme gelesen, kenn aber leider nicht alle.
    Sehr schön


    Die Menschen fragen sich, ob es intelligentes Leben auf anderen Planeten gibt, doch ist meiner Meinung nach die Frage eher, ob es intelligentes Leben auf diesem Planeten gibt.

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  6. #6
    Fürstin der Finsternis Avatar von Liljana
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    Nach deinen letzten Terry-mäßigen sehr schrägen FFs ist diese Geschichte von dir zwar sehr ungewohnt, aber sehr schön ge-/beschrieben und vor allem lässt sie auch deinen typischen Terry-Humor in keinster Weise vermissen.

    Vor allem hast du in diesem witzigen AU alle Personen überaus treffend untergebracht, ich kann sie förmlich vor mir sehen.

    Ach ja - Hier finde ich auch deine gestrigen Gedanken bezüglich des Tanzens wieder

  7. #7
    Ägypten-Fan Avatar von Valdan
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    Interessante und auch ungewohnte Verteilung der Rollen, die aber im Ganzen absolut Sinn macht.

    Gelungenes AU von dir, dass beim Lesen sehr viel Spaß macht.

    Vielen Dank.

    LG Val
    "Der Mensch fürchtet die Zeit, doch die Zeit fürchtet die Pyramiden."
    arabisches Sprichwort

    ***


  8. #8
    Meister der Ungehudeltheit Avatar von Terraner
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    Endlich komme ich mal dazu mein Feedback zu beantworten.

    Jolinar: Jepp, das war eine kleine Hommage.

    Daki: Rodney als Konsul! Schön das es dir gefallen hat.

    Kris: Ich bin froh das die Figuren gut rüberkommen. Wenn sie sich nicht im gewohnten Umfeld befinden muss man eine gewisse Transferleistung in der Darstellung bewerkstellen. Anscheinend ist mir die gelungen.

    Bori: Ich liebe es Anspielungen unterzubringen. Alleine der Beamter mit den Akten, wie oft hat man schon fliegende Akten in Filmen gesehen?

    Lil Meine Tanz-Gedanken haben nichts mit dieser FF zu tun. Den Anfang habe ich vor den Gedanken geschrieben. Die FF kommt ungewohnt rüber? Sieht so aus als ob ich mich in letzter Zeit zu sehr auf Klaumauk konzentriert hätte. In meinem Gesamtwerk tauchen durchaus ernstere FFs auf.

    Valdan: Bitte bitte! Schön zu hören das mir mein erstes AU gelungen ist.

    Ich finde es interessant das Chekov hier keine Fans hat. Ich kann ihn abmurksen und niemanden stört es.
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  9. #9
    Herrin des Lichts Avatar von Borealis
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    wer ist chekov nochmal?


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  10. #10
    Meister der Ungehudeltheit Avatar von Terraner
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