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Thema: Abendunterhaltung

  1. #1
    Senior Master Sergeant Avatar von Khamonai
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    Standard Abendunterhaltung

    Titel: Abendunterhaltung
    Autor: Khamonai
    Serie: Stargate Atlantis
    Genre: ein bisschen Humor
    Charakter: John und Rodney
    Rating: G (oder reicht Rodneys Schimpfe für ein höheres Rating? ^^)
    Anmerkung des Autors: Meine Musen wollten spielen... dabei kam das hier raus ^^ Hoffentlich sind die Beiden nicht zu OOC geworden... Viel Spaß beim Lesen!
    Kurzinhalt: Abends auf Atlantis... Ein modifizierter Wraith-Stunner, Rodney auf Koffeinentzug und John.

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    Abendunterhaltung


    Der Anblick war zwar vielleicht nicht mehr ganz so atemberaubend wie zu Beginn, aber dennoch... es war immer wieder faszinierend dieses – inzwischen täglich stattfindende – Ritual zu beobachten.

    Als es das erste Mal passiert war, hatten alle die Luft angehalten und mit vor lauter Überraschung großen Augen gespannt zugesehen und hatten nicht einmal gewagt, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, aus Angst den Bann sonst zu brechen. Jegliche Bewegung war völlig zum Stillstand gekommen, alle Anwesenden hatten starr wie Statuen das Spektakel verfolgt und auf die unvermeidliche verbale Explosion gewartet. ...Die aber bis heute nie stattgefunden hatte.

    Inzwischen löste das tägliche Ritual nicht mehr totales Chaos aus, so wie zu Beginn, aber die Aufmerksamkeit aller Anwesenden war den beiden Männern immer noch sicher.


    John kümmerte es nicht allzu sehr, er war daran gewöhnt, unter Beobachtung zu stehen – auch wenn die Faszination der Wissenschaftler teilweise schon etwas beunruhigende Ausmaße angenommen hatte, wie er fand. Sie machten seine Mission schwerer, wenn sie sich an die Ränder des Raumes stellten, Kaffeetasse in der Hand und den Blick neugierig auf sie gerichtet.

    Er grinste fröhlich in die Runde und ging schnurstracks auf Rodney zu. Was ursprünglich durch eine kurze Ansprache von Carson ausgelöst worden war, der ihn auf die ungesunde Arbeitsmentalität ihres obersten Wissenschaftlers aufmerksam gemacht hatte, und damit begonnen hatte, den anderen Mann einfach für eine Zeitlang von seiner Arbeit loszueisen, damit er sich nicht überarbeitete, sich etwas entspannte und ihnen nicht eines Tages bei einer Mission zusammenklappte oder wegen Schlafmangels dauermissmutig herumlief... das war inzwischen zu einem Ritual geworden, mit dem er seinen Abend begann.


    Rodney dagegen war sich der Blicke überbewusst, aber jedes Mal – jedes einzelne Mal! – bevor er die richtigen Worte finden konnte, um seine Untergebenen wieder zurück an die Arbeit zu scheuchen, wo sie hingehörten, um sich mehr oder minder nützlich zu machen, wurde er von John unterbrochen.

    Jeden Tag das gleiche Spielchen. Jeden Tag pünktlich um die selbe Zeit kam John in die Labors gerauscht – hatte der Mann sonst nichts zu tun? – und sah sich neugierig um. So langsam war er ja doch schon oft genug hier gewesen, um zu wissen wie es hier aussah... und sie räumten ja auch nicht jeden Tag um oder jagten etwas in die Luft... Neinnein, das machten schon die Soldaten. Rodney machte sich eine mentale Notiz, dass er John endlich darauf aufmerksam machen musste, dass die Soldaten seinen Wissenschaftlern (und ihm!) Zeit (und Nerven!) wegnahmen, indem sie dauernd irgendetwas zerstörten und sie deswegen im Dauereinsatz alles mögliche reparieren mussten. So konnte das einfach nicht weitergehen!

    Und wieder einmal wurde ihm seine – inzwischen leider zum 8. Mal an diesem Tag (heute war extra frustrierend gewesen... da hatte er einfach mehr Koffein benötigt! Das war ja ganz natürlich!) – Kaffeetasse einfach aus der Hand genommen und in Richtung seines Arbeitstisches entschwand. Sehnsüchtig sah er der Tasse nach, die jetzt auf dem Tisch abgestellt wurde und überlegte, ob er es wagen sollte, sich mit einem angetäuschten Manöver darauf zu stürzen, um sie wieder zurückzuerobern. Wahrscheinlichkeitsberechnungen begannen mit wachsender Geschwindigkeit durch seinen Kopf zu laufen. Niemand trennt einen Wissenschaftler von seinem Lebenselixier (u.a. auch bekannt als Kaffee)! Niemand!


    Immer noch mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen beobachtete John die Reaktionen seines Freundes aus den Augenwinkeln, als er die „heilige“ Tasse abstellte. Da! Er hatte es genau gesehen – dieses verräterische Zucken der Handmuskeln. Sein Blick glitt höher.

    Die Augen des Wissenschaftlers funkelten. Er konnte die Formeln beinahe sehen, die der andere Mann bei seinen Überlegungen verwendete. Höchste Zeit, den Mann außer Reichweite des Kaffees zu bringen! John schnappte sich ohne weitere Vorwarnung einfach einen Arm des Wissenschaftlers und zog ihn daran in Richtung Tür.


    „Hey! Stop!! Wo willst du denn hin?“

    Rodney stemmte sich mit aller Kraft gegen den Zug an seinem Arm und sah ihn vorwurfsvoll an. Was soll das? Mein Kaffee ist doch in der anderen Richtung!!


    „Komm einfach mit?“

    John versuchte sich in einem Hundewelpenblick, wenn auch nur mit fraglichem Erfolg. Rodney protestierte immer noch. Und proportional zum Abstand des Kaffees wurden auch die Proteste immer lauter und nahmen eine fast schon verzweifelte Qualität an. Kaffeesucht. Ganz eindeutig.

    Und auch noch lang nachdem sich die Tür hinter ihnen wieder geschlossen hatte und sie durch die Korridore wanderten... nun ja. John ging voraus und schleifte gut gelaunt sein Entführungsopfer hinter sich her, das immer noch protestierte. Er seufzte gedanklich, aber noch hatte er kein gutes Mittel gefunden, um seinen Freund in solchen Situationen zum Schweigen zu bringen. Jedenfalls keines, das keinen permanenten Schaden hinterließ und somit doch keine Lösung war.


    45 Minuten und einen Abstecher in die Cafeteria später waren sie endlich an ihrem Ziel angekommen. Rodney hatte sich inzwischen wieder beruhigt, warf aber hin und wieder begehrliche Blicke in Richtung des Labors.

    „Und was sollte diese ganze unsinnige Entführungsaktion, die außer einer gewaltigen Zeitverschwendung bis jetzt...“

    John hatte die Tür geöffnet und gab den Blick in einen großen Raum frei, an dessen Wänden große Salzverkrustungen in den verschiedensten Formen hingen – einige davon waren auch noch mit getrocknetem Seegras dekoriert. Der Raum musste schon lange vor ihrer Ankunft auf Atlantis geflutet gewesen sein, um so schlimm auszusehen. Aber Rodney verstand immer noch nicht ganz warum John ihn ausgerechnet hierher geschleppt hatte.

    Das letzte Mal hatten sie doch mit einem Stunner experimentiert. Und entgegen seinen Überzeugungen war es überraschend unterhaltsam gewesen, wie er anschließend zugeben hatte müssen.

    Nicht, dass Johns ansteckende Begeisterung etwas damit zu tun hatte... Oder wie er mit leuchtenden Augen von den Möglichkeiten geschwärmt hatte, wenn ihr Experiment ein Erfolg sein sollte... oder seine Verhandlungsbereitschaft, für weitere Experimente mit dem Antikergen und diversen Gerätschaften, die darauf reagierten, (mehr oder minder) freiwillig herzuhalten, wenn Rodney ihm jetzt ohne weitere Proteste half...

    Rodney wurde unsanft aus seinen Erinnerungen gerissen, als von der anderen Seite des Raumes ein lauter Schrei ertönte.

    „Runter Rodney!“

    Instinkt – und mehrere Außenmissionen mit Wraith – brachten ihn dazu, dem Befehl sofort Folge zu leisten und sich ohne weitere Überlegungen flach auf den Bauch zu werfen – nachdenken konnte er später auch noch... Wenn er das hier überlebte! Scheiße! Wo war Deckung, wenn man sie brauchte? Und was war hier überhaupt los? ... ?!

    Ein ohrenbetäubendes Geräusch wummerte über ihn hinweg und folterte seine Trommelfelle, während er gleichzeitig von den Rändern einer Schockwelle erfasst wurde. Er japste entsetzt auf und rollte sich auf die Seite. Verdammt! Zu knapp. Viel zu nahe. John? Wo...? Ein Zug grimmiger Entschlossenheit zog über sein Gesicht. John konnte im Normalfall auf sich selbst aufpassen, aber er war hier gerade mitten in der Schusslinie! Er musste hier weg. Und zwar am besten gestern!! Seine Ohren klingelten immer noch.

    Ein vorsichtiges Linsen in die Richtung aus der der Schuss gekommen war, ergab nur... John.
    John mit einem Stunner in den Händen und einem breiten Grinsen im Gesicht. Rodneys Blick wechselte zwischen John und dem Stunner hin und her. John. Stunner. John mit einem riesigen Grinsen ins Gesicht gepflastert. Ein – ...war das etwa Rauch?? – Stunner in seinen Händen.

    „Was...! Verdammt noch mal – willst du mich umbringen??! Was sollte das?“

    Das Einzige, was von der anderen Seite – der schuldigen Seite! – kam, war ein weiterer, äußerst ausdruckvoller und überaus unschuldiger Hundewelpenblick, der nach Mitleid und Aufmerksamkeit haschte.

    „Du hast auf mich geschossen!“

    Rodney war nicht bereit klein beizugeben. Sein Vorwurf war ja wohl mehr als gerechtfertigt! Aber John guckte nur begeistert durch ihn durch – hatte der es etwa irgendwie geschafft, in seiner Gegenwart innerhalb der letzten 50 Minuten Drogen zu nehmen, ohne, dass er etwas davon mitbekommen hatte? – und deutete dann schließlich auf die Wand hinter ihm.

    „Nein, ich werde mich nicht umdrehen. Du hast immer noch den Stunner in der Hand. ......... Moment mal...! Ist das der Stunner, den wir gestern modifiziert haben? ... Du hast mit diesem Ding auf mich geschossen?? ... Das hätte explodieren können!“

    „Nope!“

    Johns Tonfall war eindeutig zu begeistert.

    „Der Stunner raucht immer noch.“

    „Egal. Der explodiert schon nicht. Das haben wir doch gestern sichergestellt. Aber.. viel wichtiger – schau dir mal die Wand an, Rodney!“

    Vorsichtshalber trat der Wissenschaftler 3 Schritte zur Seite – man konnte nie wissen! – und drehte sich mit mehrfachen Seitenblicken zu John – nicht, dass der auf dumme Ideen kam... davon hatte er heute schon genug gehabt... – zu der Wand. Und staunte.

    Es war ihm vorher noch nicht aufgefallen, aber scheinbar hatte der Soldat schon eine ganze Weile an den salzverkrusteten Wänden herumexperimentiert. Diese wiesen nämlich diverse... Spuren auf. Aber nur die Wand hinter ihm war komplett salzfrei. Das Salz war von der Energieladung hinuntergesprengt worden und hatte sich stattdessen auf dem Boden verteilt. Aber die Wand selbst war unbeschädigt.

    „Schaut doch toll aus, oder?“

    John klang ganz begeistert, als er schnell weiterredete. Wenn er nicht immer noch entrüstet wäre, hätte Rodney sich über die Begeisterung und den Redeschwall seines Freundes amüsiert. So aber beherrschte er sich heldenhaft und setzte eine strenge Mine auf, was John aber zu Rodneys großer Enttäuschung nicht einmal auffiel.

    „Aufräumen kann so einfach sein.“

    „Nur, wenn dein Zimmer zur Salzskulptur erstarrt ist. Und wie soll das Zeug jetzt vom Boden weg?“

    „Ach... das machen dann schon diese Miniroboter, die hier nachts überall rumwuseln und ihre Putzmanie ausleben. Aber das Salz an den Wänden haben sie eben nicht runtergekriegt. Und da dachte ich halt, dass ich da vielleicht ein kleines bisschen nachhelfen könnte... Ich habs zuerst ja mit einem normalen Stunner versucht, aber das hat nicht so ganz funktioniert... Die Ladung war wohl zu schwach... Aber der hier...?“

    Gedankenversunken streichelte der Major sein neues Lieblingsspielzeug.

    „Ich glaube wir werden hier noch viel Spaß haben...“

    Rodney stöhnte. Unter Spaß verstand er eigentlich etwas anderes.
    Geändert von Khamonai (01.09.2010 um 11:55 Uhr)

  2. Danke sagten:


  3. #2
    There is good in you... Avatar von Chayiana
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    Okay, fuer mich war das jetzt Mittagspausenunterhaltung, aber wer guckt da schon so genau nach, oder?

    Eine herrliche kleine Geschichte! Ich mag deinen Schreibstil, der immer so ein klein wenig (oder auch mal mehr) ironisch klingt.

    Vor allem hier musste ich mich eben ganz stark beherrschen, nicht laut loszuprusten (du weisst, das ist der Nachteil beim Lesen in der Mittagspause ... jeder hoert zu! *gg*), weil ich das Bild praktisch sofort vor Augen hatte:
    Rodney stemmte sich mit aller Kraft gegen den Zug an seinem Arm und sah ihn vorwurfsvoll an. Was soll das? Mein Kaffee ist doch in der anderen Richtung!!
    Einfach herrlich!

    Ach, und Sheppards neues Lieblingsspielzeug haette ich auch gerne ... nicht, dass es bei mir salzverkrustete Waende gaebe, aber naja, nuetzlich waere das sicher ... vor allem, wenn du dazu gleich noch die kleinen Putzroboter mitlieferst ...

    Auf jeden Fall ein dickes Danke fuer den Lacher in der Mittagspause!

  4. Danke sagten:


  5. #3
    Fürstin der Finsternis Avatar von Liljana
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    Hach - einfach köstlich. ^^ John entzieht Rodney regelmäßig seinen Kaffee (sehr zur Belustigung von dessen Mitarbeitern) und sorgt für nette Überraschungen. Kein Wunder, dass McKay davon nicht begeistert ist.

    John konnte im Normalfall auf sich selbst aufpassen, aber er war hier gerade mitten in der Schusslinie! Er musste hier weg. Und zwar am besten gestern!!


    „Schaut doch toll aus, oder?“

    John klang ganz begeistert, als er schnell weiterredete.
    Und nebenbei auch so praktisch für Sheppard. Er darf ungestraft? seinen Spaß bei diesen Aktionen ausleben.
    Wenn ich Rodney wäre, würde ich mir für die nächste Arbeitsunterbrechung bzw. Entführung etwas einfallen lassen.

  6. Danke sagten:


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